Deutscher Schulleitungskongress: „Sie sind Gestalter von Lern- und Lebensräumen“ – Bundespräsident Steinmeier würdigt Schulleitungen  

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DÜSSELDORF, den 26. November 2021. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat heute auf dem 10. Deutschen Schulleitungskongress (DSLK) in Düsseldorf die Arbeit von Schulleiterinnen und Schulleitern gewürdigt – mit einer Ansprache per Video. Aufgrund der Corona-Krise hatte das Staatsoberhaupt seinen ursprünglich geplanten persönlichen Besuch abgesagt. „Auch wenn der Kampf gegen die Pandemie in diesem Winter wieder mehr Aufmerksamkeit und mehr Kraft fordert, mehr Kraft als wir alle gehofft hatten, wir dürfen nicht zulassen, dass dieser Kampf alle anderen Aufgaben überdeckt. Deshalb freue ich mich, dass Sie in diesen Tagen auch nach vorne schauen wollen, auf die Zukunft der Schule nach Corona“, so sagte Steinmeier zum Auftakt des DSLK, der von Fleet Education Events und dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) veranstaltet wird.

Bundespräsident Steinmeier hielt seine Ansprache heute vor Schulleitungen auf dem 10. Deutschen Schulleitungskongress in Düsseldorf. Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

 „Sie alle sind nicht einfach nur Verwalter von Bildungseinrichtungen, Sie sind Gestalter von Lern- und Lebensräumen. Sie alle schaffen Orte, an denen junge Menschen im besten Fall zu kompetenten, kritischen, selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten heranwachsen können“, betonte der Bundespräsident gegenüber den anwesenden Schulleiterinnen und Schulleitern in seiner insgesamt rund 15 Minuten langen Ansprache. Schulleitungen seien „so etwas wie Bürgermeister im Mikrokosmos Schule, gefragt als Manager und Führungskräfte, Vordenker und Entwickler, als Pädagogen und Sozialarbeiter, als Ansprechpartner für Lehrerinnen, Schüler und Eltern, für Schulbehörden, Sportvereine, Kultureinrichtungen und Unternehmen. Meine Damen und Herren, Schulleiterinnen und Schulleiter, das ist ein anspruchsvoller, ein herausfordernder, ein ausfüllender Beruf.“

Gleichwohl blieben in Deutschland viele Schulleitungsstellen dauerhaft unbesetzt, weil Bewerberinnen und Bewerber fehlten. „Ich weiß, viele von Ihnen brennen für Ihre Aufgabe, viele engagieren sich unermüdlich für Ihre Schülerinnen und Schüler, aber ich weiß auch, nicht wenige leiden unter Stress, sind chronisch überlastet, haben das Gefühl, ausgebrannt zu sein. Wenn Menschen krank werden durch ihren Beruf, den sie eigentlich gern machen, dann darf das keinem Arbeitgeber gleichgültig sein“, sagte Steinmeier. Schulleitungen hätten mehr Wertschätzung verdient, die sich auch darin ausdrücken müsse, dass genug Zeit zur Verfügung stehe, die vielfältigen Aufgaben erfüllen zu können. Darüber hinaus „brauchen wir in unserer Gesellschaft mehr Aufmerksamkeit, mehr Anerkennung für das, was Schulleitungen tagtäglich leisten – in normalen Zeiten und erst recht in der schwierigen Phase der Pandemie“.

Der Bundespräsident sagte: „Ich danke Ihnen für Ihre Leidenschaft, Ihre Beharrlichkeit, Ihren Mut und Ihre Zuversicht. Ich danke Ihnen für Ihr großes und einfach großartiges Engagement, Ihnen allen meinen ganz herzlichen Dank.“ Er wisse, so Steinmeier, dass Wertschätzung allein die Arbeitsbedingungen noch nicht verbessere. „Das stimmt. Aber sie kann dazu beitragen, dass sich mehr junge Menschen für den Beruf des Lehrers oder der Schulleiterin interessieren, und es muss uns gelingen, den Personalmangel an den Schulen zu beheben. Wenn Schulen jeden und jede bestmöglich fördern sollen, wenn sie die vielen verschiedenen Menschen unserer Gesellschaft zu verantwortungsvollen Persönlichkeiten formen sollen, dann müssen wir sie auch mit den nötigen pädagogischen Fachkräften und multiprofessionellen Teams ausstatten.“

Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des VBE, äußerte sich positiv zur Rede des Bundespräsidenten: „Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist es gelungen, die Herausforderung von Schule treffend zu beschreiben und den Schulleitungen den Rücken zu stärken. Er hat mit seinen Aussagen den Nerv der Anwesenden getroffen und deutlich gemacht, dass es umfassenden, dringenden Handlungsbedarf gibt. Ich hoffe, dass die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker in den Ländern, die Aussagen des Bundespräsidenten als Aufforderung verstehen, umgehend zu handeln.“

„Die Ansprache des Bundespräsidenten heute anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des DSLK empfinden wir als besondere Ehre“, so Axel Korda, Geschäftsführer Fleet Education Events. „Insbesondere ist es aber eine große Wertschätzungen den Schulleitungen gegenüber und das freut mich sehr.“

Der Deutsche Schulleitungskongress (DSLK) findet in diesem Jahr zum 10. Mal statt. Aktuell gilt es für Schulleiterinnen und Schulleiter, neue Wege zu gehen – bei der Digitalisierung, bei der Bewältigung der Corona-Krise und nicht zuletzt auch dabei, Schule pädagogisch und organisatorisch weiterzuentwickeln. Unterstützung dafür bietet der DSLK mit einem umfassenden Programm, der bis 27. November wieder als Präsenzveranstaltung in Düsseldorf stattfindet. Veranstaltet wird der DSLK von FLEET Education Events und dem Verband Bildung und Erziehung (VBE).

Die Knappschaft ist exklusiver Präventionspartner des Deutschen Schulleitungskongresses.

Die vollständige Ansprache des Bundespräsidenten ist auf der Homepage des DSLK abrufbar.

Dies ist eine Pressemitteilung von Fleet Education Events.

 

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22 KOMMENTARE

  1. Warme Worte. Mehr halt nicht. Schulleitungen besonders an Grundschulen verdienen mieserabel und sind hohen Belastungen ausgesetzt. Man muss zwar nicht wie am Gymnasium oder BK mit A16 besoldet werden, aber A15 sollte es schon sein für Grundschulen und HRGE.
    Dazu muss mehr Entlastung her. Sekretärinnen und Sekretäre jeden Tag statt nur 3 mal die Woche und Konrektoren mit mehr Bürostunden.

    • Besoldung -> Land
      Trägt nicht der kommunale Schulträger den Personalaufwand für die Erfüllung zentraler Sekretariatsaufgaben?

        • Denke es muss zwischen Personalkosten für Verwaltungsaufgaben der GS und Sekretariatstätigkeit i.S. von „Vorzimmer“ unterschieden werden.

          Schulträger
          Bei öffentlichen Schulen in der Regel eine kommunale Körperschaft (Gemeinde, Kreis), in geringerem Umfang auch das Land; bei Schulen in freier Trägerschaft sind die Schulträger entweder gemeinnützige Körperschaften (vor allem die Kirchen und nichtkonfessionell gebundene Träger) oder Privatpersonen.
          Der Schulträger ist für die Errichtung, Unterhaltung und Verwaltung der Schule verantwortlich und trägt in der Regel die Sachkosten (während die Personalkosten für Lehrer an öffentlichen Schulen vom Land übernommen werden).
          (26.08.2019 vom Sekretariat der Kultusministerkonferenz zuletzt bearbeitet) https://www.bildungsserver.de/glossarbegriff.html?glossarbegriffe_id=144

  2. Scheint so wichtig wie die Jahreshauptversammlung des Tierzüchterclub aus XY mit exklusiver Partnerunterstützung der Tierfuttermittelwerke YZ.
    Präsenzveranstaltung in Düsseldorf mit 2G Regeln, aber unser Staatsoberhaupt sagt seinen ursprünglich geplanten persönlichen Besuch ab.

  3. Die Schule ist in der Pandemie kein Lernraum mehr und entspannt geht es an Schulen nicht zu. Die Schuleitungen haben keinen Handlungspielraum und müssen ausführen was Ihnen von der Politik und KM aufgetragen wird. Mitspracherecht gab es in der Pandemie für Schulleitungen und Lehrer nicht und ein respektvoller Austausch ist von der Politik und KM nicht angestrebt worden. In BW hat Frau Schopper mit Ihrem Rückenwindprogramm eine Mogelpackung verteilt an die Schulen und Ihr Versprechen nicht gehalten. Für viele Schüler ist keine Abhilfe geschaffen worden Ihrer schulischen Notlage und ist auf etwaige Lernrückstände von Frau Schopper verkauft worden. Frau Schopper betreibt Augenwischerei und Blendwerk auf Kosten der Schulen. Die Lehrer haben eine sehr große Bildungsschere im Klassenverband und können vielen einzelnen Schülern im großen Klassenverbund nicht gerecht werden. Die Schulleitungen sind überlastet und halten mit den Lehrern die Schulen schon sehr lange am laufen und die Politik und KM haben nur Chaos an den Schulen verbreitet. Steinmeier kann sich seine Ansprache sparen die viel zu spät kommt. Keine Schulleitung fühlt sich wohl in seiner Rolle und Position. Die Schulleitungen sind gezwungen bei der Durchseuchung mit zu machen. Frau Schopper hat im Oktober an der Maskenaufhebung festgehalten und viele Schulleitungen hätten gerne Maskenschutz an Ihrer Schule umgesetzt und da war mit Frau Schopper keine Vehandlungsbasis vorhanden. Was an den Schulen abgeht ist total unmenschlich und nicht vertretbar. Es ist absolute Gefährdung des allgemeinwohls des einzelnen Schülers und der Schulgemeinschaft. Dies wird fahrlässig von der Politik und KM ausgeblendet. Der Kontrollverlust an Schulen ist massiv eingetreten und diese Wahrheit wird nicht anerkannt. Es werden viele Menschen versterben und die nächsten Tage wird viel passieren, was man hätte verhindern können und dazu ist keine Bereitschaft vorhanden.

  4. Schon an anderer Stelle gepostet, aber hier noch einmal:
    „Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht es als oberstes Ziel, Schulen und Kitas in der vierten Welle der Corona-Pandemie offen zu halten. Kinder und Jugendliche hätten zu Beginn der Pandemie einen hohen Preis zahlen müssen, um ältere Menschen zu schützen, sagte er in einem Videogrußwort zur Eröffnung des 10. Deutschen Schulleitungskongresses in Düsseldorf.
    ‚Wir wissen inzwischen auch, dass viele junge Menschen bis heute unter körperlichen und seelischen Folgen von Isolation und Einsamkeit leiden‘, so Steinmeier. Die junge Generation müsse vor weiteren Schäden geschützt werden. Es gehe nicht darum, Solidarität nur einzufordern, sondern diese im Alltag unter Beweis zu stellen. ‚Und wie das geht, das wissen wir alle: Lassen Sie sich impfen und erneuern Sie Ihren Impfschutz! Reduzieren Sie freiwillig Ihre Kontakte, auch wenn Sie dazu rechtlich nicht verpflichtet sind!‘, appellierte der Bundespräsident.“
    (https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-freitag-303.html)

    Steinmeiers Apell, Kontakte zu reduzieren, ist ein gut gemeinter Witz. Wenn es keine gesetzliche Pflicht dazu gibt, sind die meisten Menschen beruflich gezwungen, viele Kontakte zu haben. Und durch die Schulpräsenzpflicht sind SuS, KuK und indirekt Eltern gezwungen, viele – sehr viele – Kontakte zu haben.

    Die Lage ist außer Kontrolle. Und unser Bundespräsident empfiehlt – bildlich gesprochen- einen lauwarmen Waschlappen, mit dem kontaminiertes Material aufgewischt werden soll. Es tut mir leid, dies so sagen zu müssen: staatliches Versagen auf allen Ebenen und auch auf Seite des Bundespräsidenten.

    Wie soll Unterricht möglich sein, wenn die Infektionen nur so durch die Kitas und Schulen zischen?
    Es ist ja nichts getan worden, um Infektionen zu verhindern:

    KAUM LUFTFILTER
    SEHR SELTEN EINZELTISCHE
    KEINE PLEXIGLASSCHEIBEN BIS AUF GANZ, GANZ WENIGE AUSNAHMEN: 0,000001% (?)
    UNZUREICHENDE SANITÄRE ANLAGEN
    KEINE KOSTENLOSEN FFP-2-MASKEN FÜR ALLE
    KEINE VERKLEINERTEN KLASSEN
    ZUMEIST LÄCHERLICHE DIGITALE AUSSTATTUNG
    VIELFACH MARODE SCHULBAUTEN
    ZU WENIG BUSSE

    • Er ist wohl gut gedrillt worden, um die Phrasen mit Inbrunst der Überzeugung in Endlosschleife zu wiederholen, die ihm vorgegeben worden. Aus der Entfernung.

      Ich empfinde ihn als schlechtesten erlebten Bundespräsident.

  5. Wir sind diejenigen, die den teilweise hanebüchenen Unsinn des übergeordneten Bereichs nach Möglichkeit abzubiegen versuchen. „Sie sind Gestalter von Lern- und Lebensräumen“ ist dafür ein toller Euphemismus.

  6. Hurra, die Schulleiter sind in den Genuss der dreistufigen Lehrer-Gratifikation gekommen.

    – Der Dank des Vaterlands.
    – Der Präsi schließt sie in sein Nachtgebet ein.
    – Sie kommen alle in den Lehrerhimmel.

    Jetzt aber kehrt marsch und ab zurück in die Pandemie.
    Gebt euch Mühe. Ab 5% verstorbene Lehrer ziehen wir eventuell sogar in Betracht für euch zu klatschen.

  7. Steinmeier hat wirklich passende Worte gefunden, um mit Achtsamkeit, Fürsorge und Zugewandtheit die besondere Situation der Schulen und anlassbezogen der Schulleiterinnen und Schulleiter in den Blick zu nehmen. Auch wenn Milla darauf verzichten kann, glaube ich, dass es Vielen gut getan hat, wahrgenommen und gewertschätzt zu werden von der höchsten Staatsinstanz, dem Bundespräsidenten. Ich finde er hat sehr zutreffende Worte gefunden – und die Schulleiterinnen und Schulleiter, und natürlich auch alle Lehrerinnen und Lehrer haben sie verdient.

    • Naja, wie erkläre ich das jetzt, so dass man es versteht … hm, vielleicht so: Wissen Sie, wie Pflegekräfte mittlerweile darauf reagieren, wenn man sie beklatscht oder ihre Bedeutung in Reden betont?

    • Schön, wenn Sie so etwas noch erreicht. Vielleicht bin ich zu lange im Geschäft, bei mir zählen Taten, nicht Worte. (Ja, ich weiß, von Amts wegen kann der Bundespräsident so gut wie nichts für sie Schulen tun).

      • Das Infektionsschutzgesetz unterschreiben…. Oder auch nicht. Wäre auch direkt was für Schulen dabei drin gewesen.

        Hat er aber.

        • Wird er aus taktischen Gründen zum Start der neuen Regierung und wegen des Auslaufens der alten Regelungen nicht machen. Sie haben aber Recht, daran hatte ich nicht gedacht.

  8. Verdient haben wir viel mehr, einfach mal öfter hier im Forum nachlesen. Die „warmen Worte“ des Herrn Steinmeier werden uns in den kalten Klassenräumen erwärmen und uns beim Kampf gegen das Virus unterstützen. Die „Achtsamkeit, Fürsorge und Zugewandtheit“ wird mich jetzt immer bestärken, sorry, hatte ich vergessen!

  9. Bislang fand ich Steinmeier als Präsident ja ok . Aber jetzt hat er sich disqualifiziert : Die Schulen sind der Hauptinfektionsort und müssen sofort in den Distanzunterricht . Das senkt die Zahl der Neuinfektionen um 50 % . Sagen Modellierer . Wieder einer ohne Ahnung . Offene Schulen fordern , aber selber Besuche absagen .

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