Tägliche Corona-Tests? Land erwägt schärfere Corona-Regeln für Schulen

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Niedersachsens Schüler müssen sich auf eine mögliche Verschärfung der Corona-Regeln einstellen. Sämtliche Möglichkeiten, den Präsenzunterricht zu schützen, würden derzeit geprüft, sagte ein Sprecher von Kultusminister Grant-Hendrik Tonne (SPD) am Freitag in Hannover. Dazu gehörten tägliche Corona-Tests. Auch eine Ausweitung der Maskenpflicht auf Erst- und Zweitklässler schloss er nicht aus. «Alles ist auf dem Tisch. Das Wichtigste ist, dass die Schülerinnen und Schüler weiter in die Schule gehen können.»

Präsenzunterricht ist „das Wichtigste“: Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Foto: Foto-AG Melle, derivative work Lämpel is licensed under CC BY 3.0

Der Ministeriumssprecher rief zudem die Erwachsenen auf, sich impfen zu lassen und sich auch im Privaten verantwortungsvoll zu verhalten. «Das sind Beiträge, wie man Schule und Kita sicher halten kann.»

In den vergangenen zwei Wochen sind laut Ministerium insgesamt 2190 Corona-Verdachtsfälle an den Schulen erfasst worden. An acht Schulen landesweit findet der Unterricht derzeit coronabedingt nur im Distanzlernen statt. Darüber hinaus waren am Freitag auch 10 Kindertagesstätten vollständig und 38 weitere teilweise geschlossen. dpa

Eine Mutter redet Klartext: Meine Kinder sitzen mit Angst im Präsenzunterricht!

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11 KOMMENTARE

  1. Erwägt und prüft nicht dauernd und legt es nicht nur auf eure desinfizierten Tische!

    Macht es!
    Und zwar zügig!
    Luftfilter????

    Es ist zum „Putz-aus-den-Wänden-Kratzen“!!! 🙁

  2. Wenn alles auf dem Tisch liegt, müssten da doch auch noch weitere Sachen liegen:
    – Luftfilter, die die Eltern und Lehrkräfte schon vor dem letzten Winter gefordert hatten, weil es klirrekalt in den Schulen ist,
    – warme Decken für alle (ok, dafür würde es dann Kritik hageln),
    – Kurzunterricht (2Std), und zum Aufwärmen geht es dann nach Hause, wie nach dem Schlittschuh-Laufen/ Rodeln,
    – Wechselunterricht,
    – Distanzunterricht mit vorheriger 1wöchiger Ankündigung, um die Umsetzung koordinieren zu können, in Schulen und Familien,
    – Distanzunterricht für alle Schulen, die es unkompliziert einrichten können – es gab doch einige, die das mit älteren SuS gut umsetzen können,
    – 2-Wochen Selbstlernzeit zu einem Projekt oder einer Aufgabe, die man aber eben auch vorbereiten muss, statt die Kinder Hals über Kopf nach Hause zu schicken und nicht zu wissen, in wie vielen Monaten man sie wieder sehen wird,
    – halbe Klassen mit Unterricht an 2 Tagen in der Woche und 1 Tag Distanz-Organisationszeit,
    – zusätzliches Personal für die Förderung oder Notunterricht oder Betreuung in Kleingruppen, verteilt auf weitere Gebäude, z.B. Rathaussäle (da stehen sogar Luftfilter) oder Gemeindehäuser etc.
    – mobile Hotspots oder irgendeine Möglichkeit, an allen Schulen W-LAN zu haben
    – Kontaktbeschränkungen z.B. mit festen 2-3-Familien-Gruppen, sodass Kinder sich treffen und gemeinsam lernen und spielen können, die Gruppen aber fest und überschaubar sind,
    – kurzfristige Tagesmutter-Lösungen, sodass Eltern Kinder anderer Familien innerhalb der 2-3-Familien-Gruppen betreuen und beaufsichtigen und dafür eine Anerkennung bekommen,
    – Notbetreuungs-Gruppen in den Betrieben, mit Personal der Betriebe, in den Räumen solcher Betriebe, deren Mitarbeitenden unabkömmlich sind, aber dringend Betreuung benötigen…

    Bestimmt fällt uns gemeinsam noch mehr ein, was man den Kultusministern auf den Tisch legen könnte oder schon im letzten Jahr zu dieser Zeit gelegt hat.

    Vieles kann man vielleicht nicht flächendeckend umsetzen, aber wenn die Situation ohnehin verfahren ist, muss man es eben vor Ort irgendwie retten … und auch retten dürfen.
    Etliches könnte man kombinieren und auch koordinieren, wenn man 1-2 Wochen vorher den Maßnahmenkatalog hätte und im Kollegium miteinander stemmen würde oder wenn man 3 Tage unterrichtsfrei zur Koordination gewähren würde.

    Und was außerdem mal gut wäre, aber auch wirklich weh tun würde:
    eine ehrliche Äußerung, dass der Unterricht nicht normal stattfindet, wenn man mit testen und Testbeschaffung, Statistiken, Kontaktnachverfolgung, alle 20 min Lüften, vermehrten Kontrollen und Aufsichten, Aufbau digitaler Strukturen, Vermittlung ständig neuer Regelungen, Eltern-Kritik für oder gegen Maßnahmen, Versorgung der SuS in Quarantäne, vom Ministerium auferlegten Vollzeit-Telefondienst beschäftigt ist,
    neben Inklusion und Integration ohne Ressourcen, der Suche nach Aufsichtspersonen für den sog. Vertretungsunterricht, und dem Auffangen fehlender Lehrkräfte bei einer Personaldecke, die seit Jahren einer Lace-Häkelei gleicht – in der Hinsicht ziehe ich den Wunsch nach einer Decke für alle zurück, wenn es nur schmückend ist, aber nicht hilft.

    • Ich finde, sie sollten das ans Kultusministerium weiterleiten. Viel zu schade, wenn ihre Vorschläge hier auf diesem Forum versauern. Nicht, dass ich die Hoffnung hege, sie würden es umsetzen, aber dann können sie, wenn auch nur still und heimlich, sich selber eingestehen, dass es Leute gibt, die es besser können.

    • Liebe MilaP,
      Vielen Dank für Ihren Beitrag! Super! Kaum „Gemaule“ oder Gejammer, sondern eine fabelhafte Zusammenfassung aller Möglichkeiten, die ALLEN in der Schule die Arbeit und das Lernen erleichtern und zumutbar machen KÖNNTEN, wenn die Politik und eine große = überwiegende Mehrheit der Eltern das so WOLLTEN! …was leider nicht der Fall ist! Denn sonst würden nicht soooo viele Eltern Ihre Kinder völlig widerspruchslos und ohne laute Proteste zur Durchseuchung in alle Schulen der Republik schicken?!?! Liebe Eltern: „Ich KANN ES nicht verstehen!“

  3. Ich finde, im Vergleich zu anderen Minister*innen ist Tonne der Vernünftigste. Er war auch schon früher als andere wieder zurückgerudert und hat den 3./4.Klässlern geschrieben, dass das mit der Aufhebung der Masken Pflicht für sie leider erstmal doch nicht geht und appelliert hier auch an das private Verhalten der Erwachsenen und das, obwohl wir hier in Niedersachsen noch lange nicht solche Zahlen haben wie NRW und Co. Lob darf auch mal sein!

    • @Indra Rupp: „Lob darf auch mal sein!“ – Ihre Einschätzung „im Vergleich zu anderen Minister*innen ist Tonne der Vernünftigste“ teile ich zwar durchaus, aber Lob halte ich angesichts der gewählten Vergleichsgruppe für möglicherweise übertrieben, denn:

      „im Vergleich zu anderen Minister*innen … der Vernünftigste“ – naja, bei dieser Art sozialer Bezugsnorm war das vielleicht auch nicht gerade schwierig zu erreichen!

  4. Und dann testen wir das Virus weg. Und streichen Quarantäne komplett- denn auf die Ergebnisse täglicher Tests würde man sonst reagieren müssen- mit de facto Schulschließung.
    …wenn jetzt wieder viele Menschen at home sind, ob mit oder ohne office, schicken viele ihre Kinder trotzdem Indien Schule. Ist weniger anstrengend und „zum Wohl des Kindes“, das ja Schaden nimmt, wenn es länger mit seinen Eltern zusammen ist.

  5. „Das Wichtigste ist, dass die Schülerinnen und Schüler weiter in die Schule gehen können.“

    Falsch. Das wichtigste ist der Gesundheitsschutz der Kinder und ihrer Familien. Was nutzt es einem Kind, jetzt noch ein paar Wochen länger zur Schule zu gehen, wenn es für den Rest seiner Jugend Halbwaise ist oder selbst dauerhafte Gesundheitsschäden davonträgt?

    • Danke!Genau so denke ich auch,und ich kann diesen Spruch mit dem in die Schule gehen langsam nicht mehr hören.Verdammt nochmal!Wenigstens die Präsenzpflicht gehört ausgesetzt!Aber darauf brauchen wir wohl nicht zu hoffen,wo doch tägliches Testen sooooviel mehr Schutz bringt.Nichtmal die groß medial versprochenen Spucktests kriegt er hin!

  6. Wenn Niedersachsen sich rechtzeitig für Luftfiltergeräte entschieden hätte, könnten Schulen und Wirtschaft weitgehend ohne Einschränkungen laufen.

    Zu blöd, dass man die Aussagen des Bundesumweltamts als Ausrede benutzt hat.

    • Unsere Stadt bezahlt sogar mobile Geräte für alle Grundschulen.Laut unserer Direktorin wurden die vor den Ferien bestellt.Und dreimal dürfen Sie raten,obsie schon geliefert wurden.

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