Schulschließungen – jetzt also doch! Erstes Bundesland (Thüringen) kündigt Distanzunterricht für Januar an

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ERFURT. Radikaler Schwenk in der Schulpolitik des Freistaats Thüringen: Nachdem Bildungsminister Helmut Holter bislang trotz Rekordinzidenzen unter Kindern und Jugendlichen Schulschließungen kategorisch abgelehnt hat, lässt er nun den Distanzunterricht für Januar vorbereiten – wegen Omikron. Damit ist Thüringen das erste Bundesland, das sich vom KMK-Dogma des Präsenzunterrichts um jeden Preis verabschiedet.

„Dann muss er gehen“: Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Foto: Jacob Schröter / Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

«Das Offenhalten der Schulen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe», heißt es im aktuellen Beschluss der Kultusministerkonferenz, den diese erst vor zwei Wochen getroffen hat. Nach den umfangreichen Schulschließungen im letzten und vorletzten Schuljahr müssten nun Erwachsene Verantwortung übernehmen und die verschärften Regeln im öffentlichen Leben konsequent einhalten, so heißt es darin. «Wo notwendig, müssen weitere Kontakt- und Zugangsbeschränkungen für ungeimpfte Erwachsene einen zusätzlichen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten.»

Zusätzliche Schutzmaßnahmen für Schulen? Fehlanzeige – dazu findet sich in dem Papier kein Wort. Stattdessen: «Für die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder hat der kontinuierliche Präsenzunterricht an den Schulen daher weiterhin höchste Priorität, um das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung und Teilhabe zu gewährleisten.»

Ende Oktober gab es zehn Landkreise in Deutschland, bei denen die Kinder-Inzidenzen  über 1.000 lagen, allesamt in Thüringen und Bayern

Dieses Dogma galt bislang auch – und besonders – für Thüringen. Dem Bundesland also, das im Herbst monströse Ansteckungsraten unter Schülerinnen und Schülern verzeichnete. Ende Oktober gab es zehn Landkreise in Deutschland, bei denen die Inzidenzen für Fünf- bis 14-Jährige bei Horror-Werten über 1.000 lagen, allesamt in Thüringen und Bayern, wo bereits einige Wochen zuvor die Maskenpflicht im Unterricht gestrichen worden war – und wo das Infektionsgeschehen unter Kindern und Jugendlichen zunächst nicht durch die Herbstferien gebremst wurde. Konsequenzen für den Schulbetrieb? Hatte es lange keine gegeben.

Dann plötzlich doch. Nach den Herbstferien in Thüringen wurde die Maskenpflicht und die ebenfalls bereits gestrichene Testpflicht wieder eingeführt. Und jetzt geht der Freistaat in Sachen Corona-Schutzpolitik für Kinder und Jugendliche sogar noch einen großen Schritt weiter: Das Kabinett der Landesregierung ist den – nach dem bisherigen Kurs – überraschenden Vorschlägen von Bildungsminister Helmut Holter (Linke) gefolgt, im Bildungssektor weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu ergreifen.

Heißt konkret: Die ersten beiden Tage an den rund 1.000 Schulen im Land sollen nach den Weihnachtsferien (3./4. Januar) demnach unterrichtsfrei sein. Lehrerinnen und Lehrer sollen sich in dieser Zeit auf eine Umstellung auf Distanzunterricht vorbereiten. Holter appellierte an alle Familien, die Kinder zu Hause zu lassen. Für Schüler bis zur sechsten Klasse und Förderschüler werde es eine Notbetreuung geben.

Vom 5. bis 14. Januar soll dann Distanzunterricht stattfinden, wie Holter sagte. Eine Notbetreuung soll es in dieser Zeit nur für Kinder geben, deren Eltern in der kritischen Infrastruktur arbeiteten. Der Minister geht nach eigenen Worten davon aus, dass auch das Personal an Kindergärten und Schulen zur kritischen Infrastruktur gerechnet wird. Ab dem 17. Januar soll es dann Wechselunterricht an den Schulen geben – in welchem Rhythmus und in welcher Struktur, sollen die Schulen selbst entscheiden.

„Ich appelliere an alle Thüringer Familien, ihre Kinder im Januar, wenn möglich, nicht in die Kindergärten zu schicken“

Die Betreuung in den Kindergärten soll aufrechterhalten werden, wie das Bildungsministerium mitteilte. Kinder würden weiter in festen Gruppen betreut. «Angesichts der vorhergesagten Omikron-Infektionswelle appelliere ich dennoch an alle Thüringer Familien, ihre Kinder im Januar, wenn möglich, nicht in die Kindergärten zu schicken», sagte Holter. Zudem sei offen, welche weiteren Maßnahmen der Bund und das Land Thüringen für den Januar ergreifen würden. Spätestens ab dem 15. Januar 2022 soll es ein Testangebot für alle Kinder ab drei Jahren geben.

Mehr noch: Holter gibt auch den bisherigen Kuschelkurs gegenüber Corona-leugnenden Eltern auf – und droht ihnen jetzt Konsequenzen an. Er spricht laut „Bild“ von einem Betretungsverbot für Schülerinnen und Schüler, die keine Masken tragen oder die Tests ablehnen. Verweigerer dürften bis auf Weiteres nicht mehr in die Schule gehen. Sie sollten stattdessen selbstständig lernen, so Holter. Die Eltern dieser Kinder hätten auch kein Anrecht auf eine Notbetreuung.

Der Hintergrund: Die Landesregierung ist mit dem Ergebnis der Schalte von Bund und Ländern unzufrieden, wie Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) erklärt: «Ich hätte mir gewünscht, dass die Ministerpräsidenten den Bundestag und die Bundesregierung auffordern, die epidemische Notlage nationaler Tragweite schnellstmöglich gesetzlich wieder zu verankern.» Damit hätte man den Bundesländern ihren Worten zufolge die Möglichkeit gegeben, bestimmte Instrumente zur Eindämmung der Pandemie zu nutzen, die derzeit nicht zur Verfügung stünden. Über Schulschließungen hatte der Bund-Länder-Gipfel kein Wort verloren.

„Wir fahren auf Sicht. Wer das macht, muss in der Lage sein, sich neu zu orientieren“

Die Beschlüsse seien hinter ihren Erwartungen geblieben, stellte Werner fest. Die Omikron-Variante des Coronavirus sei wahrscheinlich um 50 Prozent ansteckender als die Delta-Variante und könnte um 30 Prozent mildere Krankheitsverläufe hervorrufen. Der Effekt der milderen Verläufe werde aber bei sehr hohen Infektionszahlen aufgebraucht. «Wir werden damit rechnen müssen, dass trotz alledem wir viele Menschen haben werden, die hospitalisiert werden oder auf Intensivstationen behandelt werden müssen.»

Die Erkenntnis, dass Corona gefährlich ist, hätte in Thüringen allerdings schon früher mal reifen können: Intensivpatienten mussten wegen Kapazitätsproblemen bereits aus dem Freistaat in andere Bundesländer verlegt werden. Und Thüringen weist die zweithöchste Corona-Sterberate bundesweit auf: mit 267 Toten auf 100.000 Einwohner (Sachsen als Spitzenreiter in dieser traurigen Statistik bringt es auf 306). Zum Vergleich: In Schleswig-Holstein sind bislang 64 Menschen auf 100.000 Einwohner an Corona gestorben.

Warum also jetzt die Kehrtwende? «Wir fahren auf Sicht. Wer das macht, muss in der Lage sein, sich neu zu orientieren» , sagt Holter. News4teachers / mit Material der dpa

Kinder-Durchseuchung läuft weiter! Bund-Länder-Gipfel bleibt zu Schulen stumm – Lauterbach rüffelt Wieler

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40 KOMMENTARE

  1. Liebe Redaktion, im einleitenden Text steht „Präsenzunterricht vorbereiten“. Bitte korrigieren, danke.

    Zur Sache: Finde ich vernünftig, ebenso die zwei Tage Vorbereitung für die Lehrer. Dass, wie der Artikel suggeriert, ab dem 14. Januar Wechselunterricht verbindlich sein soll und nicht der Distanzunterricht verlängert werden könne, halte ich für optimistisch, wird sich aber noch zeigen.

    • Ja, gut, dass es jetzt veröffentlicht wird. So hat man zumindest einigermaßen die Möglichkeit, sich vorzubereiten.
      Nicht zu vergessen: Auch Notbetreuung muss organisiert werden!

      Ich wüsste auch gerne, was uns erwartet: verlängerte Ferien, Notbetreuung + Distanzunterricht, Wechselunterricht, Präsenzunterricht mit oder ohne Verpflichtung?

      Ohne Ansage kann man schlecht planen, denn alles erfordert anderen Unterricht, je jünger die Kinder sind, desto mehr.

      Hoffentlich nehmen sich andere KM ein Beispiel und kommen auch zeitnah zu einer Aussage, um Lehrkräften eine Planungsgrundlage für Unterricht und Organisation in der Schule zu geben
      und auch den Familien zu ermöglichen, sich auf das eine oder andere einzustellen.

  2. Liebe Redaktion, ist das ein Fehler im Einleitungstext? „lässt er jetzt den Präsenzunterricht für Januar vorbereiten“?

    Soll das Distanzunterricht heißen?

  3. So war die Linke (PDS) ja immer schon: das Mäntelchen nach dem Wind hängen und bloß keinen Zipfel Macht wieder abgeben müssen, den man errungen hat.

    Eigentlich hätten sie in Thüringen längst neu wählen müssen, aber den notwendigen Beschluss dazu wollten sie nicht fällen, wenn auch die AfD zustimmt. Etliche andere Abgeordnete wollten aber nicht zustimmen, weil klar ist, dass sie dann ihr gut dotiertes Mandat verlieren werden.

  4. Liebe Redaktion,

    müsste es nicht heißen:
    „Nachdem Bildungsminister Helmut Holter bislang trotz Rekordinzidenzen unter Kindern und Jugendlichen Schulschließungen kategorisch abgelehnt hat, lässt er jetzt den DISTANZunterricht für Januar vorbereiten – wegen Omikron.“

    Ich nutze mal die Gelegenheit, um mich für Ihre unermüdliche Arbeit zu bedanken, die als eine der wenigen journalistischen Stimmen in der Medienlandschaft auch die Sichtweise derer hinterm Pult und im direkten Umgang mit Kindern und Jugendlichen zu beleuchten versucht. Vielen Dank auch für Ihr Forum, in dem wir auch mal richtig Dampf ablassen dürfen, das ist für die seelische Gesundheit (zumindest für meine) unglaublich wohltuend. 😉 Bitte macht auch im kommenden Jahr weiter so!

    Ihnen und Ihren Lieben wünsche ich erholsame und gesunde Weihnachtstage und einen guten Rutsch! 🙂
    Ihre MeinSenf

    • Liebe „MeinSenf“,

      ups, natürlich – danke für den Hinweis. Ist korrigiert.

      Vielen Dank für die Anerkennung. Wir machen selbstverständlich weiter (so).

      Auch Ihnen und allen anderen Leserinnen und Lesern wünschen wir erholsame Feiertage. Wir alle werden noch Kraft brauchen.

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

    • Gerade wegen Omikron ist aber aberwitzig, denn Omikron ist sehr viel weniger gefährlich als Delta – und da blieben die Schulen offen.

    • Anmerkung: Und wie ist es mit den Fehlern, die sich erst zeitversetzt (also viel später) bemerkbar machen, also psychische und physische Schäden der Kinder samt riesigen Bildungslücken durch zu lange und zu häufige Schulschließungen?
      Einfach für nicht wichtig erklären und ignorieren?
      Und wie ist es mit immer neuen Mutationen und Schulschließungen? Wie gewohnt weitermachen?

      • Mein Gott wie läuft das bloß in Ländern ohne Präsenzpflicht.Psychische Schäden und Bildungslücken müssen ja exorbitant groß sein.Viele bei PISA dwnnoch weit über Deutschland.Merkwürdig.

      • Saskia,
        es kann doch auch keine Lösung sein, eine Scheinnormalität an Schulen aufrecht zu erhalten, die bei Omikron sowieso nicht mehr helfen wird. Jeder an der Schule wird sich vermutlich infizieren, auch geboosterte. An den Schulen sind viele Kinder ungeimpft oder erst doppelt geimpft. Übernehmen Sie die volle Verantwortung für die Gesundheit dieser Kinder oder sind Ihnen diese Kinder egal?
        Es spricht niemand von Monaten Distanzunterricht, aber direkt nach den Ferien, in denen auch die Gesundheitsämter kaum melden, die Schulen zu öffnen, wäre an Dummheit nicht zu übertreffen.
        Schnelltests sind viel zu ungenau.

    • @xy: Mal ehrlich: Hat ja auch lange genug gedauert. Bei uns sind die Hospitalisierungsinzidenz und die allgemeine Inzidenz bundesweit am höchsten, die Intensivstationen am Limit, immer noch gibt es Verlegungen in andere Bundesländer. Test- und Maskenpflicht im Unterricht waren entgegen wissenschaftlichem Rat wochenlang abgeschafft, Luftfilter Fehlanzeige. Da war ja längst Handlungsbedarf. Aber nicht mal in den Hotspots mit Inzidenz um 1500 durfte auf Wechselunterricht oder Distanzunterricht umgestellt werden, es sei denn, das Gesundheitsamt hat sich bemerkbar gemacht. Elternabende fanden in Präsenz statt, Beratungen ebenso. Quarantäne von Mitschülern gibt es faktisch nicht mehr. Meist erfährt man von Infektionen in der eigenen Klasse nur durch persönliche Mitteilung von den Eltern mit der Bitte, das Zusenden von Materialien zu organisieren.
      Hoffen wir, dass die Infektionszahlen in Thüringen auch noch etwas sinken, bevor der nächste Ansturm auf die Krankenhäuser kommt. Selbst bei milderem Verlauf dürften wir dank des höheren Duchschnittsalters und der miesen Impfquote bei extrem hoher Ansteckungsrate trotzdem sehr viele Menschen in die Krankenhäuser bekommen. Ich hätte mir, wie viele andere, konsequentes Handeln der Politiker gewünscht. Vor Weihnachten! Es ist wie schon vor einem Jahr, als der Lockdown Light auch nicht die gewünschte schnelle Abbremsung der Infektionszahlen gebracht hat. Immer wieder dieselben Fehler. Trotz klarer Aussage der Experten. Vielleicht denkt ja endlich auch mal jemand daran, dass LuL und EuE auch zur kritischen Infrastruktur gehören! Und dass wir sehr viele KuK haben, die Vorerkrankungen haben und/oder 60 Jahre und älter sind. Wenn wir massenweise krank werden, vielleicht auch noch durch LongCovid ausfallen (betrifft ja laut Studienlage vor allem Frauen), gibt es nicht mal mehr ne Notbetreuung für die zur wirklich kritischen Infrastruktur Gehördenden. Und auch keinen Wechsel- oder Distanzunterricht. Man sollte also endlich was dafür tun, dass auch in Schulen die Regeln des Arbeitsschutzes gelten und eingehalten werden müssen. Ich habe für gut sitzende ffp2- Masken schon ein kleines Vermögen ausgegeben… Laptop und Tablet samt Zubehör natürlich selbst bezahlt. Und so geht das lustig weiter. Und am Ende dürfen sich die LuL wieder als faule Säcke, die keinen Bock auf Fortbildung, dafür aber zu viel Freizeit haben, beschimpfen lassen. Hoffen wir das Beste fürs neue Jahr. Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

      • @leseratte,
        wie in Bayern. Schüler durften sich bis heute infizieren, um danach die Großeltern zu besuchen. Drei Familien im Umfeld verbringen die Festtage in Quarantäne, weil die Pooltests positiv waren. Was diese Familien von Piazolo halten, ist nicht mehr zitierfähig.
        Und das alles bei immer noch mehr als ausgelasteten KH.
        Ich bin abgebrüht, was die Perfidie von AGn betrifft, aber der Umgang mit medizinischem, pflegerischem Personal, Lehrern und Erziehern übertrifft alles bisher Erlebte. Lüften, selbst finanzierte Masken und Pseudonormalität bei einem Virus. Meine Frau kann das gut verdrängen, ich könnte es nicht.
        Ich befürchte inzwischen, dass in Bayern die Schulen auch bei Omikron offen bleiben werden.
        Ich wünschen allen Bildungspolitikern erkenntnisreiche Tage und Einsicht.
        Ihnen (und allen hier) ein frohes Fest und schöne Feiertage!

    • Bei Frau Gebauer gibt es nichts zu therapieren. Querdenker kann man halt mit herkömmlichen Mitteln / nachvollziehbaren, sachlichen und logischen Argumenten auch nicht überzeugen.

      • Aha, jetzt gehört Frau Gebauer also schon zu den bösen (verhassten) Querdenkern.
        Mit „nicht überzeugen“ meinen Sie anscheinend, dass sie nicht unbesehen und ohne nachzudenken Ihre und anderer Leute queere Meinung hier übernimmt.

      • Ich bin zufrieden, solanfge sie nicht wieder die Maskenpflicht boykottiert.

        Hach, man ist langsam als Schulinventar mit den kleinsten Dingen glücklich.

  5. „Wir fahren auf Sicht“ ist als Aussage ein Armutszeugnis für eine Führungsperson. Wer in solch einer Position nicht mehr schafft als das, bringt keinen Mehrwert und kann durch einen Praktikanten ersetzt werden.

    • @Ich muss da mal was loswerden

      Über die wundervolle Formulierung „Wir fahren auf Sicht“ bin ich auch direkt gestolpert … Einerseits, weil sie lange verpönt war bei unseren 16 Befehlshabern – wenigstens habe ich das seit Wochen nicht mehr gelesen/gehört – und andererseits, weil sie so nichtssagend ist. Halt, stop!
      Sie sagt in 1 Punkt schon etwas aus: Fehlender Wille zu Verantwortung, die man übernehmen müsste, wenn man denn Entscheidungen treffen würde. Aber das kann man dann doch nicht zugeben, ist nicht gut für Ego und Marktwert.
      … Och, dann lieber wieder auf Sicht fahren, gell? 😉

      • Fehlender Wille zur Verantwortung disqualifiziert jeden jemals für eine Führungsrolle berücksichtigt zu werden – außer in der Politik! Da ist es genau anders herum.

  6. Es mehren sich die Hinweise, dass Omikron-Infektionen milder verlaufen. Das Corona-Virus erfährt eine „Grippalisierung“, wie es lange vorhergesagt wird. Anscheinend gerät es jetzt in diese Phase: immer ansteckender, immer milder. Wie ein Grippe eben. (Die führt auch gelegentlich zu Todesfällen.)

    „Zwei Studien aus Großbritannien deuten darauf hin, dass eine Infektion mit der Omikron-Variante des Coronavirus zu milderen Krankheitsverläufen zu führen scheint als die Delta-Variante. Eine Schätzung des Covid-19-Forschungsteams am Imperial College in London ergab, dass die Wahrscheinlichkeit von Klinikeinweisungen bei Omikron-Fällen in England um rund 20 Prozent niedriger sei als bei Infektionen mit der Delta-Variante. Das Risiko, mit einer Omikron-Ansteckung für eine Nacht oder länger im Krankenhaus zu landen, sei um 40 Prozent niedriger als bei Delta, hieß es.“
    https://www.tagesschau.de/ausland/europa/omikron-studien-verlauf-101.html

    • Dann zitieren Sie den Beitrag bitte auch weiter: „Selbst wenn sich die Erkenntnisse der Studien bestätigen sollten, müsse man milde Krankheitsverläufe gegen den Fakt abwägen, dass sich die Omikron-Mutante rasanter ausbreite als Delta und eher in der Lage sei, den Impfschutz zu umgehen. Die schiere Zahl der Infektionen mit Omikron könnte damit dennoch zu einer Überlastung der Krankenhäuser führen.“

      Von einer „Grippe“ kann keine Rede sein.

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

      • Und schon auf Grund der Bindung des Virus an den gefäßständigen ACE-Rezeptoren, wodurch sich zahlreiche Blutgerinnsel und starke Entzündungsreaktionen bilden, die zu Gefäßverschlüssen und einer verminderten Durchblutung in den betroffenen Gefäßen führen und daraus nachfolgenden Organerkrankungen.
        Da ist eine Grippe zumeist weniger negativ nachhaltig in seiner Wirkung auf den menschlichen Organismus.
        Wahrscheinlich meinte „Pampelmuse “ die Hoffnung auf eine endemische Verbreitung, die uns dann alljährlich saisonal im Winter trifft.

      • @Redaktion, das ist kein Widerspruch, wie Sie suggerieren, und da ist auch nichts verschwiegen worden. Jede Krankheit führt zu mehr Krankenhausfällen, je mehr sie sich ausbreitet, auch wenn sie eigentlich bei den meisten Leuten milde verläuft. Das ist auch in jeder Grippesaison so. Es gab die bekannte, die zu 20.000 Todesfällen geführt haben soll und es gibt alljährlich eine, die – wenn sie sich nicht so ausbreitet – sehr viel weniger Todesfälle mit sich bringt.

        Hier ging es nur darum, dass Omikron, wie vielfach heraufbeschworen wurde, an sich nicht gefährlicher ist als Delta. Es scheint sich also zu bestätigen, dass das Virus wie eine Grippe alljährlich wiederkommt und allmählich nur noch in Ausnahmefällen schlimme Folgen hat. (nicht meine „Erfindung“)

        • Sehr geehrte Pampelmuse,

          „nur noch in Ausnahmefällen schlimme Folgen“? Wir verzeichnen aktuell täglich mehr als 400 Corona-Tote (gestern: 425). 425 „Ausnahmefälle“ an einem Tag?

          Ihr verharmlosender Vergleich von Corona mit einer Grippe ist daneben. Richtig ist – auch die Grippe ist nicht harmlos: 2017/2018 kamen etwa 25.100 Menschen in Deutschland durch eine Virusgrippe ums Leben. Das war die höchste Zahl an Grippe-bedingten To­des­fällen in den vergangenen 30 Jahren.

          Corona hat bislang – trotz der Lockdowns und Schutzmaßnahmen, die es während der Grippe nicht gab – knapp 110.000 Menschen in Deutschland das Leben gekostet.

          Herzliche Grüße
          Die Redaktion

    • Aber bitte bei all dem nicht vergessen: Je mehr Ansteckungen (nicht nur in Deutschland), umso höher die Wahrscheinlichkeit weiterer und nicht notwendigerweise „harmloserer“ Mutationen.
      Vielleicht – vielleicht – kommen wir diesmal (bei Omikron) noch mit einem blauen Auge davon…
      Wir sollten dann aber keineswegs den Schluss draus ziehen, dass man es ab dann laufen lassen kann!
      Wir haben noch immer nicht gelernt:
      Mutationen – und damit Ansteckungen – müssen vermieden werden.
      Schulen müssen fit gemacht werden für eine ungewisse Zukunft mit Seuchen, aber auch mit Klimaveränderungesfolgen, Umweltkatastrophen etc.
      Für Bildung muss mehr getan werden als in den letzten Jahrzehnten, damit auch in Zukunft noch „schlaue Köpfe“ Impfstoffe entwickeln und Flutkatastrophen vorhersagen können.
      Schule ist nicht das Anhängsel der Gesellschaft und Aufbewahrungsort für Menschen unter 16, sondern müsste genauso Schutz verdienen wie Altenheime oder Krankenhäuser, Betriebe und Behörden.

      Meine Befürchtung:
      Sollte es ein definiertes „Nach der Pandemie“ geben, wird Schule schnell wieder vergessen, weil sie zu viel Streit und Ärger verursachten und zu viel kosten würden, wenn man sie gut machen wollen würde!
      Sobald sie wieder verlässlicher Aufbewahrungsort für Kinder sein werden, keine Schließungen
      mehr drohen, Lehrer widerspruchslos funktionieren und nicht krank werden, wird sich GAR NICHTS ändern.
      Irgendwann hat dann wieder „niemand wissen können“, wird wieder eine Ministerin am Ende eines Jahres schreiben, sie habe „nicht damit gerechnet, dass die besonderen
      Herausforderungen und auch Sorgen im Schulalltag aus dem Vorjahr
      teilweise bestehen bleiben oder sich in der Form verändern könnten, wie
      wir es im nun ablaufenden Jahr 2021 erlebt haben.“ (Aus der Weihnachtsmail von Y.G./NRW an die Kollegen)
      Unglaublich!
      Das zeigt nur, dass sie a) nicht verstanden hat, dass es ihr Job gewesen wäre, die Schulen auf diese Situationen vorzubereiten und b) sie unsere Eingaben und Remonstrationen und Bitten um lebbare und sichere Lösungen nicht gelesen hat.
      Sonst hätte sie naturwissenschaftlich gebildeten Menschen/Lehrern ja mal ein Sückweit geglaubt und wäre nseren Hinweisen mindestens nachgegangen.
      Der Auftrag und die Verantwortung von 16 KM wie auch der übrigen Landesregierungen und Bundesregierung wäre es gewesen, Lösungen für offene Schulen zu finden statt mit dem Kopf ignorant durch jede Wand zu wollen.
      Für meinen Begriff war es noch nie zumutbar, dass jeden Winter reihenweise Kinder und Lehrer durch Wasauchimmer angesteckt wurden, nicht lernen oder lehren konnten.
      Es war noch nie zumutbar, dass Lehrer oft wochenlang in den Seilen hingen nach einer Grippe und dennoch sobald halbwegs wiederhergestellt wieder zur Arbeit gingen, weil es an allen Ecken und Enden fehlte und man den Kollegen nicht noch mehr zumuten wollte.
      Es war nie zumutbar, wie die Gesundheits- und Arbeitsschutz in Schulen missachtet wurde.

      Ich hatte anfangs wirklich noch die Hoffnung, dass Corona uns wenigstens in dieser Hinsicht einen Schritt voran bringen könnte.
      Ich glaube, am Ende wird das Gegenteil der Fall sein: „Für den Klimaschutz“ oder den Kämmerer wird man sich noch erinnern, dass man in Zukunft Schulen nicht mehr so sehr heizen muss – ging ja in der Pandemie auch mit Decken und Jacken…
      Ja, ich habe mein Vertrauen und meinen Glauben an den Arbeitgeber und auch an Vater Staat ziemlich gründlich verloren…

      Um den Anfang nochmal aufzugreifen: Wir sollten nicht auf einen harmlosen weiteren Verlauf der Pandemie hoffen, sondern maximalen Schutz für alle Beteiligten einfordern – damit Schulen nicht einen vierten, fünften… Winter geschlossen werden müssen!

      • Zitat : „Für Bildung muss mehr getan werden als in den letzten Jahrzehnten, damit auch in Zukunft noch „schlaue Köpfe“ Impfstoffe entwickeln und Flutkatastrophen vorhersagen können.“

        Das wird nicht passieren, weil dann die soziale Ungerechtigkeit – ich nenne es eher unterschiedliche kognitive Begabung – noch weiter durchscheint als jetzt schon.

  7. Schulen sind – besonders in der Pandemie – nur noch Aufbewahrungsorte. Ein gut vorbereiteter Unterricht findet aufgrund der Vorschriften nicht mehr statt. Sammeln – Hände waschen und desinfizieren – lüften – testen – lüften…. Inklusion und Migration tuen ihr Bestes dazu. Der Lehrberuf bezieht sich – wie der Name schon sagt – auf lehren und unterrichten. Zur Zeit jedoch auf Pandemie-Vorschriften, die zu viel Zeit in Anspruch nehmen, so dass eine Schulstunde nicht mehr stattfinden kann. Die Notbetreuung wird von Eltern in Anspruch genommen, die zuhause sind und keine Lust haben, sich mit IHREN Kindern zu beschäftigen. Hier müsste unbedingt darauf geachtet werden, dass nur systemrelevante Berufe (bei Ehepaaren beide Eltern) eine Notbetreuung in Anspruch nehmen dürfen. Der Distanzunterricht war eine Herausforderung für die Lehrkräfte und Schulen, aber er lief gut. SuS die nicht anwesend waren wurden sofort angerufen. Jetzt kommt noch Omikron und wieder sind Schulen „sicher“. Lasst die Schulen zu, verlängert die Weihnachtsferien – und nicht einen Tag vor Schulbeginn! Auch Lehrer müssen sich wieder umstellen und darauf vorbereiten.

  8. Es ist ein Armutszeugnis, dass auch im Jahr 2 der Pandemie die Kinder (um die es auf diesem Forum nur am Rande zu gehen scheint) die Folgen der desaströsen Pandemiepolitik ausbaden müssen.
    Zumindest in Thüringen gibt es weder Daten in Form von Lernstandserhebungen (und nein, die muss man nicht bürokratisch 10 Jahre vorbereiten) zu den bereits entstandenen Lücken, noch konkrete über Lippenbekenntnisse hinausgehende Pläne wie diese Lücken zu schließen sind. Letzteres verwundert nicht, da man ja über Lücken nix konkretes weiß.

    Zudem fehlt dem Artikel jede journalistische Tiefe. Für dieses Stück muss man auch nicht bei der dpa abschreiben, die Pressemitteilung des Ministeriums hätte genügt. Auch könnte man vielleicht erwarten, dass eine gewisse Grundkenntnis über das Infektionsschutzgesetz, gerade auch nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 30.11.2021, vorhanden ist. Nun ja…

    Daher hier ein wenig Unterstützung:

    I. EPIDEMISCHE LAGE VON NATIONALER TRAGWEITE

    Die Schließung von Gemeinschaftseinrichtungen gem. § 33 IfSG, zu denen Schulen zählen, ist in § 28a Abs. 1 Nr. 16 IfSG aufgeführt. § 28a Abs. 1 IfSG setzt jedoch die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite voraus.

    II. AUFHEBUNG DER EPIDEMISCHEN LAGE VON NATIONALER TRAGWEITE – NEUFASSUNG VON § 28a Abs. 7, 8 IfSG

    Mit Ablauf des 25. November 2021 lief die epidemische Lage von nationaler Tragweite aus. Der Deutsche Bundestag hat stattdessen das Gesetz zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes und weiterer Gesetze anlässlich der Aufhebung der Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite beschlossen, welches am 23.11.2021 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde und am 24.11.2021 in Kraft getreten ist.

    IIa. WORTLAUT

    In § 28a IfSG wird Absatz 7 neu gefasst:

    (7) 1Unabhängig von einer durch den Deutschen Bundestag nach § 5 Absatz 1 Satz 1 festgestellten epidemischen Lage von nationaler Tragweite können folgende Maßnahmen notwendige Schutzmaßnahmen im Sinne des § 28 Absatz 1 Satz 1 und 2 sein, soweit sie zur Verhinderung der Verbreitung der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) erforderlich sind:

    § 28a Abs. 7 Nr. 7 lautet wie folgt:

    7. die Erteilung von Auflagen für die Fortführung des Betriebs von Gemeinschaftseinrichtungen im Sinne von § 33, Hochschulen, außerschulischen Einrichtungen der Erwachsenenbildung oder ähnlichen Einrichtungen und

    Eine Ermächtigung für die Schließung von Gemeinschaftseinrichtungen ist dem Gesetz vom 23.11.2021 nicht zu entnehmen. Es geht vielmehr um Auflagen für die Fortführung!

    Explizit werden Schulschließungen in § 28a Abs. 8 Satz 1 Nr. 7 ausgeschlossen.

    IIb. GESETZESBEGRÜNDUNG

    Deutlicher wird der Wille des Gesetzgebers, wenn man die Gesetzesbegründung (Drucksache 20/89) heranzieht. Hier heißt es zu § 28a Abs. 7 Nr. 7 auf Seite 14 der Drucksache wie folgt:

    Zu Aufzählung Nummer 7
    Entsprechend dem Gesetzentwurf können nach Nummer 7 Auflagen für die Fortführung des Betriebs von Gemeinschaftseinrichtungen im Sinne von § 33, Hochschulen, außerschulischen Einrichtungen der Erwachsenenbildung oder ähnlichen Einrichtungen erteilt werden. Nach Nummer 7 kann jedoch keine Aussetzung des Präsenzunterrichts festgelegt werden.

    III. ZUSAMMENFASSUNG

    Die Schließung von Schulen war von der Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite abhängig. Seit dem 25.11.2021 liegt keine epidemische Lage von nationaler Tragweite mehr vor.
    Der Gesetzgeber hat ausweislich der Gesetzesbegründung die Schließung von Schulen aus dem Maßnahmenkatalog des neuen § 28a Abs. 7 IfSG ausgenommen.

    Es ist daher nicht ersichtlich, auf welcher Rechtsgrundlage das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport eine Schulschließung einen Monat nach Neufassung des Gesetzes verfügen möchte.
    Die beabsichtigte Schulschließung wäre vielmehr rechtswidrig, sie ist nicht durch das Infektionsschutzgesetz gedeckt.

    Auch eine – in die Kompetenz des Landes fallende Verlängerung von Ferien – ist rechtlich hoch umstritten, wie Frau Dr. Kießling unter anderem mit Verweis auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 30.11.2021 ausführt.
    (https://verfassungsblog.de/schulschliesung-ist-nicht-gleich-schulschliesung/)

    Sollte nach der erfolgten Änderung der Verordung in Thüringen (§ 26a ff. ThürSARS-CoV-2-
    IfS-MaßnVO) nun auch noch eine Anordnung des Ministers ergehen, werde ich im Wege des Eilrechtschutzes gegen diesen auch von Lehrer-Angst getriebenen Irrsinn zu Lasten der Kinder vorgehen.

  9. Mit großem Unverständnis habe ich diese Medienmitteilung gelesen. Ich bräuchte dringendst Klarheit zum Grund der Entscheidung, den Schulen am 03. und 04.01.2022 „Vorbereitungstage“ zuzugestehen. Warum bekommt Schule von Ihnen dieses Privileg? Ich sehe die enorme Belastung von Lehrern nicht und Emofinde das eher als mangelnde Wertschätzung anderen Berufsgruppen gegenüber.
    Ich bin unsicher, wie genau sich die Schulen am 03. und 04.01.2022 auf „die kommende Schulzeit“ vorbereiten. Was genau passiert in der Schule an den Tagen? Braucht Notbetreuung und Wechselunterricht so viel Vorbereitung? Parallel ringen andere Berufsgruppen wieder darum, wie sie die Betreuung der Kinder und Arbeit vereinbaren können. In vielen Arbeitsfeldern erfolgt die Anpassung an stetig wechselnde Vorgaben bei laufendem Betrieb!
    Es ist mir ein Rätsel, warum für Schulen so entschieden wird!
    Mir ist völlig unklar, ob unser Sohn, 8 Jahre, am 03. und 04.01.2022 daheim betreut werden kann. Großeltern sind altersbedingt keine Option. Mein Mann leitet ein Wohnheim für behinderte Menschen – welches täglich 24h geöffnet ist und niemand darüber nachdenkt, gesonderte Zeit dafür einzuräumen, sich auf kommende Arbeitsaufgaben vorzubereiten. Ich leite einen Kindergarten mit 160 Kindern und 35 Mitarbeitenden. Es fällt mir schwer, als verantwortliche Leitung zu Jahresbeginn nicht vor Ort zu sein. Auch Kitas bekommen keine Zeit, sich auf die kommende Kita-Zeit vorzubereiten, müssen aber immer wieder zusätzliche / veränderte Vorgaben realisieren.
    Es ist unfassbar, was Familien zugemutet wird und Schulen scheinbar widerspruchslos umsetzen oder umsetzen müssen.

    Ich bin in großer Sorge, wie lange Familien diesen Spagat zwischen beruflicher Verantwortung und Betreuung der Kinder noch bewältigen können. Die Kraftgrenzen sind erreicht!!!
    Gleichzeitig kenne ich Lehrer, die ehrlich zugeben, dass die Pandemie nun endlich die ersehnte Belastung bringt …
    Warum schaut niemand auf die Qualität der Arbeit im Berufsfeld der Lehrer?
    Homeschooling meiner Kinder war der beste Beweis dafür, dass Lehrer ihre Aufgabe zu Lehren und den Kontakt zu den Schülern zu halten, nicht bis gar nicht wahrgenommen haben.

  10. Radikaler Schwenk zurück. Nun müssen die Schulleitungen wieder entscheiden und auch noch in den ersten beiden Tagen die Infektionszahlen unter SuS und LuL ermitteln. Wie soll das gehen? Nicht mal das Bundesgesundheitsministerium hat belastbare Zahlen aufgrund der Feiertage. Und ausgerechnet die Schulen sollen aufgrund der Infektionslage vor Ort über Maßnahmen entscheiden. Am 3. und 4.1. wissen die, die sich an Silvester infiziert haben, noch gar nichts davon. Wie sollen denn dann diese Infektionen berücksichtigt werden? Man redet deutschlandweit von „Blindflug“ bezüglich der tatsächlichen Infektionszahlen. Wie immer nach Feiertagen. Und nach fast 2 Wochen ohne korrekte Datenerfassung ist es ja besonders unsicher. Und die Schnelltests sind bei Omikron noch unsicherer als ohnehin schon. Super Voraussetzung für sicheren Unterricht. Das Kultus ist wieder fein raus, muss nicht die Wut der Coronaleugner auf sich ziehen, die ja in den letzten Tagen gerade in Thüringen eskaliert ist. Und die Bedrohungen gegen Schulpersonal hat in Thüringen stark zugenommen.

    Vor Ferienbeginn lautete die Ansage noch:

    „Bildungsminister Holter hatte bereits am Dienstag angekündigt, die Schulen im Freistaat nach den Weihnachtsferien zwei Tage länger geschlossen zu halten. Am 3. und 4. Januar soll unterrichtsfrei sei, um die „nächsten Phasen zu organisieren“, erklärte Holter am Mittwoch. Für Schüler bis zur sechsten Klasse und Förderschüler werde es eine Notbetreuung geben.
    Vom 5. bis zum 14. Januar soll der Unterricht digital stattfinden. Eine Notbetreuung für Kinder, die nicht am Distanzunterricht teilnehmen können, gebe es aber nur für Eltern, die in der kritischen Infrastruktur arbeiten, so Holter. Auch für Abiturklassen sowie Abschlussklassen der Fachschule im Fachbereich Sozialwesen gebe es Ausnahmen, Förderschulen bleiben geöffnet.
    Ab dem 17. Januar soll Wechselunterricht an den Schulen erfolgen, die Schülerinnen und Schüler also in festen Gruppen in Präsenz unterrichtet werden. Wie der Wechselunterricht im Detail organisiert wird, beispielsweise in welchem Rhythmus gewechselt wird, können die Schulen dabei selbst entscheiden.“

    https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/corona-regeln-schulen-ferien-kindergaerten-omikron-100.html

    Und nun:

    „Zur Organisation des Unterrichts am 3. und 4. Januar 2022
    Am 3. und 4. Januar 2022 erfolgt an allen Schulen eigenständiges Lernen im Rahmen von Distanzunterricht. Das eigenständige Lernen soll sich dabei inhaltlich im Wesent- lichen auf die Wiederholung und Festigung des Unterrichtsstoffes in den Kernfächern vor den Weihnachtsferien konzentrieren. Für Kinder der Klassenstufe 1 bis 6 sowie aller Klassenstufen der Förderschule wird an diesen beiden Tagen eine erweiterte Notbetreuung ohne Zugangsvoraussetzungen angeboten“

    https://bildung.thueringen.de/fileadmin/2021/2021-12-28_TMBJS_Allgemeinverfuegung_Kita-Schule-Jugendhilfe-Sport.pdf

    „Am 3. und 4. Januar 2022 wird eine Notbetreuung ohne Zugangsvoraussetzung für die Klassenstufen 1 bis 6 sowie alle Klassenstufen der Förderschulen angeboten.
    Während dessen wird an den Schulen die Infektionslage unter Schülerinnen und Schülern sowie Personal festgestellt, beispielsweise welche Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte aktuell infiziert, sich in Quarantäne befinden oder bereits seit kurzem genesen sind. Mit diesen Informationen wird schulspezifisch festgelegt, in welcher Form der Unterricht ab 5. Januar 2022 umgesetzt wird.
    Je nach Infektionsgeschehen an der Schule kann eingeschränkter Präsenzbetrieb erfolgen durch:
    Unterricht in festen Lerngruppen
    für die ganze Schule oder einzelne Klassenstufen, an der gesamten Förderschule und allgemein bildenden Schulen bis Klassenstufe 6,
    Wechselunterricht
    ab Klassenstufe 7 für die weiterführenden Schulen oder deren einzelne Klassen- oder Jahrgangsstufen, dies gilt nicht für Förderschulen
    Distanzunterricht
    für einzelne Klassen- oder Jahrgangsstufen oder die gesamte Schule, in Abstimmung mit dem zuständigen Staatlichen Schulamt.
    (Notbetreuung für die Klassenstufen 1 bis 6 wird eingerichtet.)“

    https://bildung.thueringen.de/aktuell/schulbetrieb-im-januar-2022

    „Im Corona-Jahr 2021 sind an Thüringens Schulen mehr Fälle von Bedrohungen, Beleidigungen und Gewalt gemeldet worden. Die Fälle von Bedrohungen stiegen von 91 im Jahr 2020 auf 130 im Jahr 2021, wie das Thüringer Bildungsministerium mitteilte.
    In 58 diesjährigen Fällen wurden Schüler als Täter gemeldet, bei 34 Fällen gab es einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. „Es wurde jedoch festgestellt, dass diese Bedrohungen oftmals von außen und anonym auf die Schulen einwirken“, heißt es vom Ministerium.
    Anstieg auch bei Körperverletzungen an Schulen
    Anders sieht es bei Vorfällen mit Körperverletzung aus: Auch hier wurde ein Anstieg verzeichnet – von 128 im Jahr 2020 auf 189 in diesem Jahr. Diese seien aber hauptsächlich – in 168 Fällen – von Schülern begangen worden. Laut Ministerium lagen die Körperverletzungen ungefähr auf dem Niveau der Jahre 2017 bis 2019: „Ein Zusammenhang mit der Corona-Pandemie konnte aus den Meldungen kaum hergeleitet werden.“ Die Zahl der Beleidigungen stieg von 37 auf 47 Meldungen, 32 davon gingen von Schülern aus.
    Die Daten gehen auf Meldungen sogenannter besonderer Vorkommnisse aus den Schulen zurück. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Vorfälle letztendlich auch zu einer Anzeige führten.“

    https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/schulen-gewalt-bedrohungen-corona-beleidigungen-100.html

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