Bundesfamilienministerin Spiegel warnt vor Einschränkungen für Kinder – trotz Omikron

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Kurz vor Beginn der Bund-Länder-Konferenz zur Corona-Pandemie hat Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) vor zusätzlichen Einschränkungen für Kinder und Jugendliche gewarnt. «Über neue Einschränkungen für Kinder und Jugendliche dürfen wir nicht zuerst, sondern erst zuletzt sprechen, wenn dies unvermeidbar ist», sagte Spiegel. Wenn über «dringend notwendige strikte Kontaktbeschränkungen» gesprochen werde, dann müsse es «um den Alltag von Erwachsenen gehen: um das Arbeitsleben, um Freizeit und private Kontakte», erklärte die Grünen-Politikerin weiter.

Gesundheitsrisiken für Kinder durch Corona-Infektionen? Sind für die neue Bundesfamilienministerin offenbar kein Thema. Foto: Familienministerium Rheinland-Pfalz / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Es sei richtig, Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren von privaten Kontaktbeschränkungen auszunehmen. «Gerade jetzt brauchen Kinder und Jugendliche Weihnachten im engen Kreis ihrer Familien ganz besonders, um wieder Kraft zu tanken», sagte Spiegel. Kinder hätten in den vergangenen zwei Pandemie-Jahren «besonders gelitten». Ihr Alltag in Kitas und Schulen sei «viel stärker eingeschränkt» gewesen als der Arbeitsalltag von Erwachsenen, sagte sie. Das müsse bei den anstehenden Beratungen von Bund und Ländern berücksichtigt werden.

In einer Videokonferenz wollen die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder zusammen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Nachmittag über mögliche Verschärfungen im Kampf gegen die neue Virusvariante Omikron beraten. Das Robert Koch-Institut hatte zuvor angesichts der sich abzeichnenden fünften Pandemiewelle sofortige maximale Kontaktbeschränkungen gefordert.

Familienministerin Spiegel warb erneut dafür, die Corona-Impfungen für Kinder «in größtmöglichem Tempo» auszuweiten. «Gerade mit Blick auf Omikron ist es besonders wichtig, Kinder und Jugendliche durch die Impfung bestmöglich zu schützen.» dpa

Das Märchen ist nicht auszurotten: Neue Bundesfamilienministerin – „Kinder sind nicht Treiber der Pandemie“

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26 KOMMENTARE

  1. „Das Robert Koch-Institut hatte zuvor angesichts der sich abzeichnenden fünften Pandemiewelle sofortige maximale Kontaktbeschränkungen gefordert.“

    Zu spät. Die Kinder die Weihnachten ihre Großeltern infizieren, die sind bereits infiziert.

  2. Jetzt ist Omikron mächtig beeindruckt von der Ansage der Politikerin und macht einen großen Bogen um alle Kinder. Aber nur bis exakt 18 Jahren. Dann schlägt es zu.

  3. Wer wäre in der Lage, Frau Spiegel mal mittels Level „auf Allgemeinwissen“ zu erklären, wie die Impfung (Corona) abläuft und wann in etwa ein notwendiger Impfschutz frühestens zu erwarten wäre. Für die gefährliche Zwischenzeit wird lüften und Maske alleine bei Präsenz nicht ausreichen. Die Vakzine haben Stand Delta, keinesfalls Omikron.

  4. Lehrer sind auch Erwachsene und haben ihr Arbeitsleben in der Schule!!!! wo quasi kein Infektionsschutz möglich ist. AHA – L sind ein Witz, es gibt keinen Abstand, Lüften wird immer belastender, heute z.B. bei minus 6 Grad am Morgen. Booster haben längst nicht alle, die meisten Kids sind ungeimpft und die Impfquoten dürften da in Thüringen auch überschaubar bleiben, wenn man sich mal an den Erwachsenen, also den Eltern und Großeltern orientiert. Viele LuL sind um die 60 oder älter, haben besonders gefährdete Familienangehörige- Partner, oder zu pflegende Eltern. Dazu kommt, dass ich wirklich mal ein Einbeziehen von Impfquote, Hospitalisierungsinzidenz, Todeszahlen und allgemeiner Inzidenz in den Bundesländern als nötig ansehe. Im Moment ist das doch hinsichtlich der Maßnahmen sch…egal – Thüringen hätte dann nämlich längst viel strengere Maßnahmen ergreifen müssen. Und wenn es Grenzwerte oder Stufenwerte mit entsprechenden fest verankerten Maßnahmen wie z.B. Schulschließungen gäbe, dann wäre evtl. auch die Impfmotivation vielleicht ein bisschen größer. Aber man weiß ja, Schulen bleiben offen, da müssen die Erwachsenen sich ja nicht anstrengen oder einschränken.
    Und nun bei Omikron muss man eh einfach mal schnell!!! und nicht „light“ handeln!!!!!

    • Und übrigens: meine privaten Kontakte außerhalb des Haushalts sind seit Monaten faktisch eingefroren. Dazu muss mich nicht erst so eine Person auffordern… Weihnachten gibt es ebenfalls keinen direkten Kontakt mit anderen, weil ich ja bis morgen noch in der Schule Gelegenheit habe, mir das Virus aufzulesen. Und da hilft auch kein Test ein oder zwei Tage später.

      • Merkwürdig solche Meinungen lese ich nur hier an meiner Schule gibt es die nicht. Muss irgendwas falsch machen. Vielleicht sollten alle bei uns mehr news4teachers lesen dann kommt die Panik vielleicht von ganz alleine?

        • Zumindest Aufklärung können wir anbieten. Den Verstand zu gebrauchen, ist allerdings das Gegenteil von Panik. Herzliche Grüße Die Redaktion

    • Offensichtlich kennen Sie noch nicht die Prien’sche Lüftungslehre.

      Man munkelt, dass Kumis so geschickt lüften können, dass die Raumtemperatur dadurch sogar noch steigt.

      • Unter anderem . Die Kumis können sogar Infektionen verhindern . Auch wenn 30 Leute stundenlang auf kleinstem Raum zusammenhocken . Sogar mehrheitlich ungeimpft . Kann Lauterbach das ? Oder Wieler ?

  5. Keine Kontaktbeschränkungen für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren – diese Ministerin kann leider auch nicht über den eigenen Tellerrand hinausblicken. Sie hat kleine Kinder und weiß nicht, was die Pandemie für ältere Jugendliche und junge Erwachsene bedeutet. Sie sollte sich mal mit Psychotherapeut*innen und Psycholog*innen in Verbindung setzen. Häufig leiden älteren Jugendliche und junge Erwachsene auch gerade daran, dass sie erkennen müssen, dass der Staat ihnen keine Schutzmaßnahmen zubilligen will, weil er kein Geld für sie ausgeben möchte. Schulen und Räume für junge Menschen könnten ja pandemiesicherer gemacht werden. Aber ob Luftfilter noch bei Omikron helfen, ist natürlich auch die Frage.

  6. Aerosolforscher Scheuch hat heute im Interview gesagt, die Forderung, Schulen nicht zu schließen, solange noch Leute in Fußballstadien gehen (kam von der neuen FDP-Bildungsministerin) sei nicht nachvollziehbar, da das Infektionsrisiko mit vielen Personen in Innenräumen sehr viel höher ist als an der frischen Luft.

    „Stark-Watzinger mahnte: „Solange wir noch ins Fußballstadion gehen können, darf keine Schule schließen.“ Die Corona-Variante Omikron stelle das Land vor große Herausforderungen. „Es ist gut, dass der Expertenrat der Bundesregierung eine erste Stellungnahme dazu erarbeitet hat“, sagte sie. „Impfen, boostern und auch Kontaktbeschränkungen sind die richtigen Gegenmaßnahmen.“

    https://www.rtl.de/cms/bundesbildungsministerin-stark-watzinger-neue-schulschliessungen-unbedingt-vermeiden-4887469.html

    Kontaktbeschränkungen unter Aussparung der Schulen? Wird nicht funktionieren. Aber wenn man das kapiert, wird es wie immer zu spät sein. Und Omikron lacht sich ins Fäustchen ob der Lernunfähigkeit unserer Politiker…

  7. Darf die Bundesfamilienministerin also nicht mal mehr auf die Belastung bei Kindern und Jugendlichen hinweisen, wenn Schulen und andere Jugendeinrichtungen geschlossen sind? Ja, trotz Omikron gibt es noch andere Probleme im Land.

    Frau Spiegel hat mit ihrem Anliegen völlig recht. Danke!

    • Darf sie sehr gern. Umso wichtiger wäre es, es nicht beim Hinweisen zu belassen, sondern die Schulen infektionssicher auszustatten. Pure Hinweise und dann „weiter so wie gehabt“, obwohl die hohen Inzidenzen der SchülerInnen zeigen, dass die bisherigen Maßnahmen im Schulbereich nicht ausreichend sind, zeugen eher nicht davon, dass es Frau Spiegel tatsächlich um die Gesundheit der SchülerInnen geht.

    • Da isser wieder unser Sozialarbeiter vom Dienst, der sich nie in vollen Schulen und Klassenzimmern aufhalten muss, uns aber erzählt, dass wir uns nicht so anstellen sollen. Kümmer dich um deine Kids und lass die Lehrer sich im ihren Kram kümmern. Geh zu News4Wichtigtuer.de und lall da alle voll. Schöne Weihnachten Rüdiger

  8. Schulen müssen offen bleiben! Die Kinder und Jugendliche brauchen soziale Kontakte oder wollen wir eine Gesellschaft von Psychos züchten?

    • Ach, Kinder haben soziale Kontakte nur in der Schule?? Oh weh, was müssen die in den Ferien immer leiden, so ganz ohne Sozialkontakt.
      PS: In Quarantäne, so hört man, soll das auch ganz schlecht sein mit den Sozialkontakten.

    • Wenn die Infektionsquote bei Kindern wieder über 1.000 ansteigt, weil seit dem Sommer von Seiten der Politik keine sinnvollen Maßnahmen ergriffen worden sind , wie zum Beispiel die Installierung von klimatisierten Raumluftfilteranlagen, wie dies in den Länderparlamenten bereits Standard ist, dann sind Schulschließungen und eine Verlängerung der Weihnachtsferien ein notwendiges und kultusministeriell hervorgerufenes Übel, um diese sehr hohe Infektionsquote bei Kindern wieder auf Werte der Erwachsenen zu senken.

    • Ich empfinde ja auch die Sommerferien jedes mal als ganz furchtbar und werde zum Psycho.// aus
      Es geht hier nicht um erneute flächendeckende monatelange Schulschließungen, sondern um kurze Phasen bzw. Wechselunterricht.

    • Hier schauen viele aber auch nicht über ihren Tellerrand hinaus. Was soll denn jedesmal der Hinweis auf die Sommerferien? Das ist was ganz anderes!
      Da haben Eltern Urlaub, es gibt Ferienbetreuung, man geht zu Oma und Opa oder zur Rüstzeit etc oder ist Zuhause und verbringt seine Zeit mit Freunden.
      Bei geschlossenen Schulen hat man Eltern, die ihre Arbeit zu erledigen haben, man muss Zuhause lernen, man ist damit alleine. Das ist doch eine ganz andere Situation!

      • @Minna
        „Hier schauen viele aber auch nicht über ihren Tellerrand hinaus. Was soll denn jedesmal der Hinweis auf die Sommerferien? Das ist was ganz anderes!
        Da haben Eltern Urlaub, es gibt Ferienbetreuung, man geht zu Oma und Opa oder zur Rüstzeit etc oder ist Zuhause und verbringt seine Zeit mit Freunden.“
        – Wer sagt, dass sich alle ( ! ) Eltern im Urlaub mit ihren Kindern beschäftigen?
        – Ist diese Beschäftigung dann schon gegeben, wenn alle nahe beinander sitzen und jeder auf sein eigenes Handy starrt?
        – Hat JEDES Kind eine Ferienbetreuung?
        – Hat JEDES Kind die Möglichkeit, zu Oma und Opa zu gehen? ( Bei vielen Kindern sind Oma und Opa in einer anderen Stadt, in einem anderen Land oder sogar auf dem Friedhof. Also nicht ohne weiteres oder gar nicht erreichbar. )
        – Hat JEDES Kind Freunde? ( Manche sind Mobbing-Opfer, andere sind einfach gerne mal alleine – auch stundenlang – und beschäftigen sich tatsächlich gerne alleine. )

        Und natürlich bekommt jedes schulpflichtige Kind ( also ab 6 Jahren ) umgehend schwerste psychische Störungen, wenn es mal ohne erwachsene Aufsichtsperson „sein darf“. ( Ironie )

        Wirklich psychisch auffällig sind seit vielen Jahren ( schon lange vor Corona ) eher die Kinder, die sich so gut wie nie alleine beschäftigen können, ohne dass sie jemand im wahrsten Wortsinn „im Blick hat“.
        Kinder, die nie zur Ruhe kommen können, weil man sie nicht lässt.

        • Lass dir Minna doch überm Tellerrand hängen, da scheint die Luft ziemlich dünn zu sein. Was willst du mit solchen Leuten, die denken dass Kindertage komplett durchorganisiert zu sein haben? Trollen seit Monaten hier mit dem gleichen Schwachsinn. Nur noch erbärmlich.

  9. Die Familienministerin sollte sich darum kümmern, dass Kinder einen vollständigen Impfschutz bekommen und so schnell wie möglich geboostert werden.

    Zusammen mit dem Gesundheitsminister sollte sie die Empfehlung zum Boostern bei der Stiko einfordern.

    • Da bin ich ganz bei Ihnen. Das Problem: Mein mehrfachbehinderter Sohn wurde im April bzw. Anfang Juni 2021 insgesamt 2x geimpft mit BionTech. Letzte Wochen waren mein Mann, unser Sohn und ich wegen Boostern im Impfzentrum. Unseren Sohn wollte der zuständige Arzt nicht impfen, weil er noch keine 18 Jahre alt ist. Auch nicht 6 Wochen vor dem 18. Geburtstag. Und es interessierte auch keinen, dass er zur Risikogruppe gehört. Das zum Thema Boostern im Impfzentrum. Wir sind in der ersten Januarwoche beim Hausarzt mit ihm zum Boostern.

  10. „Gerade jetzt brauchen Kinder und Jugendliche Weihnachten im engen Kreis ihrer Familien ganz besonders, um wieder Kraft zu tanken“, sagte Spiegel.

    Zumindest für viele wird Weihnachten 2021 schon nach 2020 eine weitere prägende bleibende Erinnerung hinterlassen, vielleicht nur aufgrund mangelnder Entscheidungsfreude und nicht in Taten umgesetzte Einschränkungen der weisen (Schul-)Politik.

    An Rhein und Ruhr. Wegen Corona-Infektionen und Quarantänen müssen viele Kinder auf Weihnachtsbesuch verzichten. Eltern kritisieren den Schutz durch die Politik. Die hohe Anzahl von Schülerinnen und Schülern, die sich entweder selbst mit Corona infiziert haben oder vorsorglich in Quarantäne müssen, wirkt sich auch auf das Weihnachtsfest aus.

    Tausende Kinder werden in NRW auf Weihnachtsbesuch verzichten müssen und die Feiertage in häuslicher Isolation verbringen. Das belegen Zahlen der Kommunen und Kreise. So haben sich mit Stand von Donnerstagmorgen allein in den Schulen und Kitas des Kreises Wesel 832 Personen in Quarantäne befunden, wie eine Sprecherin auf NRZ-Nachfrage mitteilte.
    Quarantäne über Weihnachten: Tausende Kinder und Jugendliche in NRW betroffen.
    (23.12.2021 um 17:33h)
    https://www.nrz.de/region/niederrhein/schulen-nrw-tausende-kinder-ueber-weihnachten-in-quarantaene-id234167887.html

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