Echter Lehrer als Influencer: Kai Schmidt erklärt Schülern auf Youtube Mathematik

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UELSEN. Längst ist Youtube nicht nur ein Unterhaltungs-, sondern auch ein Bildungskanal. Für gute und beliebte Lernvideos braucht es noch nicht einmal viel Aufwand – der Inhalt zählt. Einer der Topstars der Branche: der (echte) Lehrer Schmidt. Er bringt Schülerinnen und Schülern in seinen Filmen die Mathematik nahe. Und verrät zwischendurch auch schon mal «Geheimnisse» aus dem Lehrerzimmer. Denn, wie er betont: «Spaß gehört auch dazu – ist gut fürs Lernklima.»

Was braucht es für trendige Videos, die bei Jung und Alt extrem beliebt sind? Eine coole Frisur mit blauen Haaren, schnelle Schnittfolgen oder auch Rapgesang und Jugendsprache? Kai Schmidt aus der Grafschaft Bentheim nimmt ein kariertes Blatt Papier, einen Kugelschreiber oder Filzstift und erklärt Bruchrechnen, Prozentrechnung oder die pq-Formel. Damit hat er sich in diesem Jahr in der Kategorie «Top-Creator des Jahres» in den Youtube-Charts unter die Top 3 gefilmt – hinter bekannten Namen wie Rezo oder Hungriger Hugo. Gut 1,2 Millionen Abonnenten hat Schmidt alias Lehrerschmidt bei dem Video-Kanal.

Seine Karriere als Youtube-Star habe unfreiwillig begonnen, erzählt der 42-Jährige, der heute als Leiter einer Oberschule in Uelsen an der deutsch-niederländischen Grenze arbeitet. Vor etwa sieben Jahren habe er an einer Hauptschule eine Abschlussklasse in Mathematik gehabt. «Das war eine tolle Klasse – das Problem war, dass viel Grundfertigkeiten fehlten, auf die ich thematisch aufsetzen wollte», sagt Schmidt. So sei er auf die Idee gekommen, dieses Basis-Wissen in Videos zur Verfügung zu stellen, damit er im Unterricht überhaupt zu den eigentlichen Themen kommen konnte.

Die ersten Videos waren auf dem Schulserver. Da fehlte schnell Speicherplatz. Schüler rieten ihm, sie auf Youtube zu stellen. Die Videos sollten eigentlich nur für seine Schüler zu sehen sein. «Zu meinem Erstaunen habe ich gesehen, dass die Klickzahlen weitaus höher waren als die Zahl meiner Schüler», erzählt der Pädagoge. Die Jugendlichen hatten über WhatsApp-Gruppen die Links weitergegeben. Irgendwann sei er auf die Idee gekommen, die Videos sofort öffentlich zu stellen. «Guckt ja eh keiner», sagt Schmidt und lacht.

Inzwischen gucken nicht nur Schülerinnen und Schüler, auch Eltern, Großeltern – und Lehrer. In seinen Videos geht Schmidt sehr strukturiert vor, erklärt immer geduldig, nie aufgeregt oder hektisch, rechnet Beispielaufgaben durch, erklärt Lösungswege, zieht Bruchstriche mit dem Geodreieck, schreibt jede Ziffer in ein Kästchen und unterstreicht das Endergebnis zwei Mal – auch mit dem Geodreieck.

«Ich finde es so cool an ihm, dass er alles so nett erklärt, auch so gut erklärt und langsam»

«Ich habe eine gewisse Sympathie für diese Einfachheit», würdigt der Osnabrücker Professor für Mathematikdidaktik, Alexander Salle. Der zwölfjährige Mikael aus Hannover sagt, er sei ein großer Fan von Lehrerschmidt. «Ich finde es so cool an ihm, dass er alles so nett erklärt, auch so gut erklärt und langsam.» Auch, dass Schmidt dieselben Stifte benutzt wie die Schülerinnen und Schüler, komme gut an, sagt Mikael. «Er erklärt sehr langsam und schreibt auch nicht nur ein Beispiel auf. Er macht das immer auf eine lustige und nette Art, redet sehr deutlich und macht es einfach ganz gut.»

Lernvideos wie die von Lehrerschmidt ließen sich immer und immer wieder anschauen, erklärt Didaktik-Experte Salle. «Das Format hat daher individualisierende Möglichkeiten.» Die Tatsache, dass die Aufgaben denen entsprechen, die sie von der Schule her kennen, bis hin zur sehr bodenständigen Darstellung mit Stift und Geodreieck sorge für Vertrautheit bei den Schülerinnen und Schülern. Und, ganz wichtig: Die Videos vermitteln «prozedurales Wissen»: Wer Brüche addieren will oder Prozentpunkte ausrechnen, muss die Schritte und das Handwerkszeug beherrschen – genau das übe Lehrerschmidt, aber auch andere Videotutorials, ein.

Einen Schwachpunkt solcher Videos sehe er als Didaktiker darin, dass bei der Konzentration auf reine Rechen-Prozeduren die Flexibilität auf der Strecke bleibe, die dahinterliegenden mathematischen Strukturen und Begriffe auch auf andere Bereiche anwenden zu können. Es sei wichtig, ein Handwerkszeug zu haben, wie es in den Tutorial-Videos geübt werde. «Aber die zusätzliche Ausbildung von Vorstellungen und relevanten Begriffen zu den jeweiligen Operationen, das würde ich mir als Fachdidaktiker schon wünschen», sagt Salle.

Kai Schmidt sieht seine Videos indes als Hilfsmittel, um Dinge aus dem Matheunterricht zu wiederholen. Er freue sich auch über Kritik, zum Beispiel von Kollegen. Er mache als Lehrerschmidt nichts besser als alle seine Mathelehrer-Kollegen. Das sei eine rein subjektive Wahrnehmung der Schülerinnen und Schüler. «Mein Video hat den riesengroßen Vorteil, dass sie dann zur Verfügung stehen, wenn der Schüler oder die Schülerin intrinsische Motivation hat, sich jetzt mit Mathe zu beschäftigen. Und das ist halt viel cooler als morgens um 7.50 Uhr.» Von Elmar Stephan, dpa

Hier geht’s zum Youtube-Kanal von Lehrerschmidt.

Die KMK will das Fach Mathematik retten – mit Qualifizierung von Mathe-Lehrkräften. Nur: Davon gibt es viel zu wenige

 

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45 KOMMENTARE

  1. Ein schöner Artikel.
    Und weil der Kollege Kai Schmidt unter diesem Artikel bestimmt mitliest:

    Auch von mir ein XXL-Dankeschön für diese tollen Videos!

    Btw: Ich selbst unterrichte NICHT Mathe – aus guten Gründen. 😉
    Aber ich schaue mir diese Videos sehr gerne selber an und kann da manches auffrischen oder in Erinnerung rufen … oder endlich mal selbst verstehen, wie es einfacher bzw. bei etwas komplizierteren Sachverhalten überhaupt geht.
    Da bin ich in einer SuS-ähnlichen Position und kann diese Videos ganz ehrlich und aus Erfahrung an die Kids weiterempfehlen und das mache ich oft und gerne!

    Wenn ich sehe, was Klassen, die ich unterrichte, gerade in Mathe machen, versuche ich immer wieder solche Themen (das sind dann eher die einfacheren Grundthemen) in anderen Fächern (z.B. Philosophie) aufzugreifen und einzuarbeiten, so kann man das Mathe-Thema
    a) geschmeidig und „durch die Hintertür“ wiederholen lassen, auch ohne zeitraubende Absprachen mit den Mathekollegen (wenn Mathelehrer mir eine Rückmeldung gegeben haben, waren sie nie böse 😉 ),
    b) im eigenen Fach dann in der Breite auf recht sicheres Grundverständnis aufbauen
    c) das ganze danach noch einmal irgendwie „sichtbar“ machen (z.B. mit einfachen „Versuchen“, Erfahrungsberichten der SuS, anderen kurzen Videosequenzen aus Dokus o.ä. …)
    Und das funktioniert so was von gut!!!
    Da sind sie dann: Die leuchtenden Kinderaugen! 🙂 🙂 SuS sind dann wirklich total begeistert, aus ganz verschiedenen Gründen, aber besonders häufig weil sie
    1. „endlich“ mal verstehen, wozu man Mathe brauchen kann,
    2. auch in den anderen Fächern Neues und Bekanntes zugleich feststellen. DAS erleben sie dann selbst und das ist besser als die Theorie mit anderer Theorie zu erklären … Und damit erledigt sich dann schnell „Und wozu brauche ich das denn?“seitens der SuS. Diesen Satz höre kaum.
    Insgesamt Win-Win.

    „Einen Schwachpunkt solcher Videos sehe er als Didaktiker darin, dass bei der Konzentration auf reine Rechen-Prozeduren die Flexibilität auf der Strecke bleibe, die dahinterliegenden mathematischen Strukturen und Begriffe auch auf andere Bereiche anwenden zu können. Es sei wichtig, ein Handwerkszeug zu haben, wie es in den Tutorial-Videos geübt werde. «Aber die zusätzliche Ausbildung von Vorstellungen und relevanten Begriffen zu den jeweiligen Operationen, das würde ich mir als Fachdidaktiker schon wünschen», sagt Salle.“

    Es geht ja auch „nur“ 😉 um die Basis, um die Grundlagen und die werden toll vermittelt.
    Wer gelernt hat, gut und sicher zu laufen, kann dann auch rennen … und bekommt vielleicht auch intrinsisch motiviert Lust darauf, fängt einfach irgendwann mal an zu rennen, weil man nicht mehr Angst haben muss „auf die Fresse“ zu fallen und mutiger wird.
    Und viele SuS erkennen – wenn auch langsam – wozu der ganze Mathe-Spaß gut sein kann und wo im Alltag sich Mathematik finden lässt oder verwendet werden kann. (Bei mir selbst klappt das ja schließlich auch.) DAS hält dann viel länger und allgemein trägt es als Erfahrung beim Lernen besser und weiter (im restlichen Leben) als wenn man das auch wieder von einem (wohlmeinenden) Erwachsenen „serviert“ bekommt. Nennt man das nicht „entdeckendes Lernen“? Für mich beginnt das genau dort. Und wenn 1 SuS so etwas feststellt und dann in der Klasse anspricht, haben alle etwas davon. Eigentlich ist das dann Alltagsgeschäft, und zwar von der schönen Seite.

    Also, Lehrer Schmidt:
    Weiter so!
    Kollegialer Dank und ganz liebe Grüße! 🙂

  2. Der Artikel und Herr Schmidt selbst bringen es auf den Punkt:

    Die Videos decken bestenfalls den Anforderungsbereich I ab, der allerdings im Bereich Mathematik die notwendige Bedingung fürs Weiterkommen ist – hinreichend sind sie auf keinen Fall.

    Der Hype um die großen Nachhilfeyoutuber wie Lehrer Schmidt, Daniel Jung, der SimpleClub usw. ist somit größer als der tatsächliche Nutzen. Mehr als Frontalunterricht ohnedies Möglichkeit, Fragen zu stellen, aber mit Wiederholmöglichkeit, bieten die nicht.

    Und ja, sich die Videos ernsthaft anzuschauen und sich nicht nur berieseln zu lassen, erfordert ein gehöriges Maß an intrinsischer Motivation, die im Unterricht besser aufgehoben wäre.

    • Ja, ist ok, Georg! Ist sicher nicht etwas für jeden Schüler.
      Aber warum nicht erst vom Krabbeln in den aufrechten Gang kommen? Bevor man anfängt zu rennen?
      Ein Fliesenleger Azubi muss erst einmal lernen, den Kleber richtig anzurühren und aufzutragen und die Fliesen richtig zu schneiden, bevor er sich an eine Säule im Hundertwasserstil heranwagen kann!
      Der Geselle kann das schon, aber nur, weil er es gelernt hat!
      Nicht immer die Basics kleinmachen, nur weil sie halt nichts weiter als Grundlagen sind! Um die Ausbildung zum Meister können Sie sich dann ja kümmern, Georg!
      Das Ganze erinnert mich immer an das unselige Lesen durch Schreiben (Reichenmethode).
      Erst mal kreativ werden, mit beiden Beinen in der Luft ohne Fundament!
      Ist schon damals krachend gescheitert!

      • Studienräten fehlt da leider der Bezug zu den niederen schulischen Gefilden Alla. Da machste nix dran. Das schließt das ständigee lamentieren über fehlende Grundlagen übrigens ausdrücklich nicht aus.

      • Nicht ganz. Über Lehrer, die in ihrem Frontalunterricht wie die Herren Schmidt und Jung an der Tafel stehen und Aufgaben erklärend vorrechnen, wird geschimpft ohne Ende. Außerdem würden solche Art von Unterrichtsbesuchen bei Referendaren kaum zu einem bestandenen Examen führen, geschweige denn zu einem mit guten Noten.

        Eine Ergänzung sind die Videos zweifellos, ein Ersatz auf keinen Fall. Ich persönlich finde die Mathesongs von DorFuchs sehr erfrischend, weil deutlich anders.

  3. Schau mal an: Ein echter Lehrer. Die werden ja auch immer seltener.

    Schmidt hat einen netten Kanal und auch die Kommentare dort sind immer wieder einen Blick wert!

  4. Meine Schüler haben immer weniger Lust auf Online-Angebote. Diese ganzen Lern-Apps waren nur am Anfang interessant. Die Begeisterung ist sooo schnell verflogen.

    • Ein Kind, das sich dem Lernen verweigert, kann man kaum helfen!
      Lernen hat oft auch etwas mit Anstrengungsbereitschaft/Fleiß zu tun (oha, böses, böses Wort!).
      Aber manchmal, wie gesagt hin und wieder, ist es schon motivierend, wenn man endlich kapiert hat, wie es geht! Zumindest scheitert man nicht immer wieder an den einfachsten Grundlagen und fühlt sich nicht mehr ganz so abgehängt!

      • „Ein Kind, das sich dem Lernen verweigert, kann man kaum helfen!“

        Hm, das ist aber sehr falsch. Ich würde doch nicht gerne zu euch wechseln.

        Tut mir Leid für die Kinder, die smart sind, aber keine Chanse bekommen haben, weil ihre Eltern nicht in der Lage sind, (z.B. Arbeit 16 Stunden täglich um die Familie zu ernähren) rechtzeitig zu reagieren.

        Tut mir leid auch für die Pubertierende und alle diese Kinder und Jugendlichen, die z.B. leiden, weil sie einen oder beiden Elternteile verloren haben und total down sind. Usw…

        Ziemlich gewagte und sehr arrogante Aussage.

        Ich kenne viele wirklich smarte Arbeiter- Kinder, die keine Gelegenheit bekommen haben, sich zu behaupten.

        Viele smarte, aber nicht für die Schubladen angepasste Kinder, wie z.B. Mozart, oder Einstein usw…

        Aber, ja, meine Anstellung ist sowieso, dass alle Kinder smart sind. Es hängt ihr Lebenslauf lediglich davon ab, welche Karten durch ihren Pedigree in der Hand bekommen haben.

        • „Hm, das ist aber sehr falsch. Ich würde doch nicht gerne zu euch wechseln.“

          Da brauchen Sie auch gar keine Angst haben, dass dies passiert. Bei Ihrer Rechtschreibung werden Sie nie Lehrer werden. Lassen Sie das uns Spezialisten machen.

          • @Bauklötzchen

            Mmmmmhhhmmmm.
            *grübel grübel*
            Ist das jetzt das gute, alte „echte“ Bauklötzchen oder ist das wieder mal schlecht nachgemacht …?

  5. Der Mann hat uns mathemäßig durch die Pandemie getragen. Einfach und ruhig erklärt, kann man immer und immer wieder gucken. Ein super Lehrer!

  6. Ich stimme Fabian zu, die Kinder verlieren immer mehr das Interesse an Angeboten im Netz. Wie kommt das? Man kann sie praktisch nur doch dazu verpflichten bzw. es sich gemeinsam im Unterricht anschauen, aber dann kann man besser auch gleich Unterricht machen.

    • Gute Frage.

      Meine Tochter hat Mathe in GS nicht gemocht, gar nicht.

      Jetzt in Gymnasium ist sie auf dem Weg eine Mathematikerin zu werden.

      Sie ist seit fast zwei Jahre in Homeschooling und Videos von Herrn Schmidt sind ihr ständiger Begleiter beim Lernen.

    • Allgemeine Klima in der schulischen Gemeinschaft hat auch etwas damit zu tun.

      Meine Tochter war in der GS gemobbt, weil sie sich zu viele meldete, zu viel über alles wusste und zwei Instrumente auf der Niveau Oberstufe beherrschte.

      Und, ja, ich befürchte schon jetzt Zurückkehr in der schulischen Gemeinschaft.

      • „Streber“ haben es nicht immer leicht, aber es hilft sehr viel, wenn sie lernen, dass nicht nur sie der Gipfel der Welt sind und auch die anderen Kinder respektieren und zu Wort kommen lassen! Fast jedes Kind hat etwas, was es gut kann und für das es gesehen werden möchte!
        Ich habe eine sehr heterogene Klasse mit hervorragenden bis schwachen Schülern. Wir legen sehr großen Wert darauf, dass sich jedes Kind seiner besonderer „Stärken“ bewusst wird (toller Kopfrechner, schneller Läufer, Hilfsbereitschaft, guter Tröster, Freundlichkeit, irgend etwas findet sich immer im gemeinsamen Unterrichtsgespräch), damit jedes Kind mit seinen Stärken akzeptiert wird und es den anderen Kindern auch bewusst ist, dass es ganz unterschiedliche Stärken gibt, die gleichberechtigt nebeneinander stehen!
        Aber das weiß Ihre Tochter bestimmt!

        • Aber das weiß Ihre Tochter bestimmt!

          Nicht wirklich, ise ist immer noch ein Kind, aber das kommt noch, bestimmt.

          Wir legen sehr großen Wert darauf, dass sich jedes Kind seiner besonderer „Stärken“ bewusst wird (toller Kopfrechner, schneller Läufer, Hilfsbereitschaft, guter Tröster, Freundlichkeit, irgend etwas findet sich immer im gemeinsamen Unterrichtsgespräch),

          Das ist toll und eher leider selten. Wo befindet sich Ihre Schule? Wie wechseln sofort 🙂

    • @Amanakoku

      „… die Kinder verlieren immer mehr das Interesse an Angeboten im Netz. Wie kommt das?“

      Wie kommt das?
      Das kommt verdammt schnell, wenn man nur die Flimmerkiste anwirft und auf das große Wunder wartet.

      Das hat schon vor Jahrzehnten – oh ja, oh ja – für Erstaunen in der Welt der Erwachsenen 😉 gesorgt, nach dem Motto: „Jetzt spiele ich den blöden Blagen schon jede Stunde ein Video vor, und die sind immer noch unzufrieden!!!“

      Und das kommt genau so wie in allen anderen Lebensbereichen auch, mit absoluter Geling-Garantie (für „öde-öde“):
      Wer gerne mal beim Brunch ein Lachshäppchen genießt, könnte nicht 365 Tage im Jahr Brunch mit Lachshäppchen ertragen, insbesondere wenn andere Leute die Auswahl erledigen (Lachshäppchen? Oder lieber doch Lachshäppchen? – Aber wir hätten außerdem auch noch Lachshäppchen. Auf Wunsch machen wir aber extra für Sie auch gerne Lachshäppchen.)

      So einfach.

      Und wenn’s nur darum geht, die Zeit zu füllen … Nun, da fällt den jungen Freunden dann wirklich anderes ein, digital oder sonstwie.

    • Gute Lernvideos setze ich gerne mal im Unterricht ein!
      Vielleicht versteht es ein Schüler dann dadurch (anderer Weg, bessere Visualisierung, andere Herangehensweise usw.).
      Warum nicht versuchen? Ich maße mir nicht an, alles besser zu können. Wenn ich auch nur einen oder 2 SuS mehr erreiche, habe ich doch schon viel erreicht, oder?

  7. Zuerst einmal, toll, der Hr. Schmidt, kenne seine Videos auch schon länger.

    Was ich jedoch auch vermute:
    Viele Schüler sind bestimmt auch deshalb begeistert, bzw. es bringt ihnen etwas und sie finden die ruhige Erklärung (nicht falsch verstehen, das kann er!) so toll, weil sie sich in der Regel alleine mit dem Video beschäftigen, voll aufmerksam und konzentriert sind, und nicht von irgendwelchen anderen Mitschülern o.ä. Dingen, die gerade interessanter sein könnten, abgelenkt sind.

    Das ist meiner Meinung nach ein Nachteil des allerheiligsten Präsenzunterrichts für viele Schüler. Was fürs soziale Lernen gut ist, ist manchmal für das individuelle Lernen eher schlecht. Je nach Größe der Lerngruppe und Anteil an verhaltenskreativen Kindern wird der Fokus im Unterricht häufig unterbrochen und manche verstehen dann nachher gar nichts mehr.

    Sehen sie dann in Ruhe das Video, können sie ohne Ablenkung folgen und denken auf einmal, wie einfach und gut erklärt es ist. Wie Lehrer Schmidt allerdings sagt, er macht es vermutlich nicht so viel anders als viele andere Mathekolleginnen und Kollegen im Unterricht, aber die Rezeption ist dann in der Schule evtl. eher gestört.

  8. Als Mathematiklehrkraft nutze ich immer wieder Videos von Herrn Schmidt. Im Unterricht finden die Herleitungen und Besprechungen statt, auch kurze Wiederholungen. Doch für einige Schüler_innen ist es einfach zu schnell, doch das Curriculum lässt mich nunmal nicht bei einem Schulsystem mit innere Differenzierung stundenlang bspw. den Dreisatz wiederholen und einüben. Also gibt es die Lernvideos immer als Kurzlink mit auf dem AB sowie in der Lernplattform. Ich schaue regelmäßig nach Alternativen, doch lande ich sehr oft am Ende bei Herrn Schmidt, da er es inhaltlich wie im Artikel beschrieben übersichtlich sehr gut erklärt und zusammenfässt. Selten finde ich was besseres. Meine Klasse ist allein deswegen schon ein Fan, weil ich ein Fan bin.
    ps: Lernvideos sind m.E. eine Ergänzung und kein Ersatz für Unterricht. Logisch, dass die Motivation verloren geht, wenn Sie nicht sinnstiftend eingesetzt werden.

    Also falls Lehrerschmidt hier mitliest: einfach mal ein fettes DANKE. Das sind viele viele Stunden Arbeit, die Sie da hinein investiert haben, die mir und uns Fach-kuks erspart bleiben und die Basics auf Schüler_innenniveau sehr gut wiederholen. Mir würde Geduld, Zeit und Nerven fehlen, das alles zu erstellen und ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie das schon so lange machen und ich hoffe die Links bleiben uns lange so erhalten.
    Meines Erachtens weit vor DanielJung, Simplemath, Sofatutor und wie sie alle heißen.

    ps: Danke für die Homepage, die nun das Suchen vereinfacht!!! hat mir schon an einigen Stellen geholfen.

    • Von mir auch ein großes DANKE an Herrn Schmidt.

      Manchmal hilft es auch einfach Erklärungen nochmal aus einem anderen Blickwinkel zu hören um den AHA-Effekt zu bekommen. Dafür muss man als Empfänger dann eben manchmal nach dem richtigen Sender suchen, wenn man es im Matheunterricht nicht verstanden hat.

      Und ich als Nicht-Lehrer bin bei dem ein oder anderen Thema ab Klasse 9 auch raus und benötige eine Auffrischung für mein Verständnis, falls das Kind mit Fragen kommt, die ihm im Unterricht nicht verständlich beantwortet wurden. Wir schauen die Videos meistens zu zweit und dafür sind sie wirklich gut und verständlich gemacht.

      Ob man sowas unbedingt im Unterricht einsetzen muss, weiß ich nicht. Dafür hat’s der Lehrer Schmidt wahrscheinlich eher nicht gemacht.

  9. Viele Kinder finden den Online-Unterricht gar nicht mehr so toll wie am Anfang. Das war der Reiz des Neuen und der ist nun weg. Da stimme ich meinen Vorrednern zu.

    • Und was genau hat das mit dem Thema hier zu tun?
      Herr Schmidt gibt ja keinen Online Unterricht und YouTube ist auch keine LernApp.
      Bei manchen Kollegen scheint die Lesekompetenz nicht wirklich groß zu sein.

  10. Danke Herr Schmidt für alles. Sie sind eine große Hilfe und erklären so schön ruhig und präzise. Verschiedene Themen sogar in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, das ist sehr gut auch für schwächere Schüler. Genau dafür feiern meine Schüler Sie, „endlich Mal jemand der auch an uns denkt!“ Weiter so.

  11. Ein herzliches Dankeschön an Lehrer Schmidt für die Videos. Als Mathematik-Kollegin unterrichte ich u.a. die neunte Hauptschulabschlussklasse. Die Aufarbeitung der diversen Lücken kurz vor der Prüfung ist durch Lehrer Schmidt deutlich vereinfacht worden. Ich verweise häufig auf diese Möglichkeit und meine Schüler nutzen die Videos immer wieder. Eine tolle Hilfe!
    Im Distanzunterricht habe ich mir davon eine Scheibe abgeschnitten und für meine SuS ebenfalls Erklärungvideos gedreht. Dazu habe ich mir extra ein großes Whiteboard und eine externe Webcam gekauft und konnte somit wie in der Schule an der Tafel erklären. Das wurde von meinen Schülern gut angenommen! Nochmals danke an Lehrer Schmidt für ein tolles Vorbild!

  12. Sorry .. ich habe mir jetzt 3 Videos zum Kopfrechnen angesehen.
    Der erste Rechentrick klappt nur in einem ganz bestimmten Zahlenraum. Bei den beiden anderen Videos/Verfahren sind die Beispiel so exotisch gewählt, dass es zufälligerweise ‚im Kopf‘ machbar ist. Wenn man etwas andere Zahlen nimmt kommen so exotische mathematischen Situationen dabei heraus, dass man besser gleich den Taschenrechner genommen hätte weil es nämlich nicht klappt.

    Die Entscheidung, welches Verfahren unter welchen Randbedingungen überhaupt oder gerade noch unter vertretbarem Gehirnaufwand umsetzbar ist, ist auf den ersten bis fünften Blick für kaum einen Schüler zu leisten.

    Ich habe den Eindruck, dass kaum jemand die Verfahren mit diversen Zahlen überprüft.

    Die 3 Super-Duper-Verfahren fürs Kopfrechnen haben mir gereicht. Den Rest muss ich nicht mehr sehen.

  13. Ich finde solche Aktionen sowohl extrem toll, als auch zum Weinen.
    Toll weil jemand mit Talent zum Lehrer so was hilfreiches macht.
    Zum Weinen, weil so was offensichtlich notwendig ist.
    Statt im Netz wäre so ein Mathelehrer eher als Multiplikator in der Ausbildung der Mathelehrer-Referendare von Nutzen.
    Da beginnt das Problem.
    Jemand der was als Lehrer kann ist extrem verdächtig, dann ist er offensichtlich auch noch motiviert und hat Eigeninitiative.
    Extrem schlechte Eigenschaften um unter der liebevollen Leitung der KMK auf einen grünen zweig zu kommen.
    Nun mal ehrlich, so jemand kann man doch nicht an ein Landes Seminar schicken und Referendare ausbilden lassen. Der wirft die pädagogischen Bemühungen der KMK um Jahre zurück.

    • Das hat mir zu nachdenken gegeben. Auch vieles, was ich hier seit fast zwei Jahren lese. Ich kann Menschen, die hier schreiben, sehr gut verstehen. Ich dachte sehr lange Zeit, ich passe doch nicht hier rein.

      Ich kenne sozialistisches Regime zu gut. Habe davon geflüchtet. Harte Kapitalismus kenne ich auch. Davon habe ich auch geflüchtet. In Deutschland finde ich meine Rettung. Dachte ich.

      Aber seit ich Kinder habe, kann ich nicht meine Gedanken davon ablenken, wie mich das System hier sehr stark auf eine wilde Mischung zwischen einem harten Kapitalismus und Sozialismus erinnert.

      Klare Linie gibt es nicht, so dass man genau einordnen kann, aber es erweckt die Erinnerungen.

      • Eigentlich, genau das, was Kultusminister des ganzen Landes in dieser Pandemie durchziehen, so haben auch die Kommunisten vorgegangen.

        Und damit komme ich nicht klar. Nicht hier, im Herzen von Europa.

  14. Zu einigen Kommentaren hier: die Videos sollen Mathematik-Unterricht nicht ersetzen, das können sie auch gar nicht.
    Sie sind aber hervorragend, um Grundlagen zu wiederholen. Herr Schmidt arbeitet ordentlich, er schreibt die Aufgaben so auf, wie man sich das von den Schülern wünscht und erklärt alles ruhig, sachlich und vor allem fachlich korrekt.
    Ich selbst unterrichte an einem Gymnasium und verlinke viele der Videos auf den Vorbereitungsblättern, die meine Schüler*innen vor den Arbeiten von mir bekommen. Vielen sind die Videos eine Hilfe beim Üben und wiederholen! Vielen Dank an Herrn Schmidt!

    • „fachlich korrekt“

      Das tut er eben nicht!
      Ich habe mir – wie ein anderer Kommentator oben – auch die Kopfrechenvideos angesehen.
      Es ist – nett formuliert – einfach Murks
      Beispiel 1
      https://www.youtube.com/watch?v=PCcK92FAzwo
      dieses Verfahren auf 27*12 angewendet ergibt 304 – richtig wäre aber 324
      usw usw .,. auf die Kritik geht LehrerSchmidt nicht ein

      Beispiel 2
      https://www.youtube.com/watch?v=PCcK92FAzwo
      man wende das Verfahren auf 27*96 an ..
      geht gar nicht …

      Beispiel 3
      https://www.youtube.com/watch?v=CqFApSTSMRM
      ebenfalls mit 27×96 kommt entweder 202 oder 1642 heraus (je nachdem wie man das Rechenverfahren anwendet – ist nicht eindeutig)
      richtig wäre aber 2592 …

      Es ist einfach alles Murks und funktioniert zufälligerweise in bestimmten Konstellationen, die LehrerSchmidt aber 1. benennen und 2. die armen SuS auswendig lernen müssten.

      Verständis für die Mathematik dahinter? Keines.
      Trauerspiel.

      • Der Trick funktioniert nur mit Zahlen zwischen 10 und 19.
        Begründung:
        Zahlen zwischen 10 und 19 sind 10 plus eine Ziffer von 1 bis 9
        Wir rechnen jetzt (10+a) *(10+b)= 10*10 + 10*a + 10*b + a*b,
        was gerade der Trick ist, da ich also 10*(10+a+b) + a*b rechne.

        Nachzulesen in den Kommentaren der Videos und auch in der Videobeschreibung.

        Verständnis für sinnerfassendes Lesen? Keines.
        Trauerspiel.

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