Lässt die Ampel-Koalition die Maskenpflicht in Schulen auslaufen? Kretschmann: Möglich

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STUTTGART. Die Masken- und Testpflicht in baden-württembergischen Schulen dürfte spätestens nach den Osterferien auslaufen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte dazu am Dienstag in Stuttgart, die Möglichkeit des Wegfalls bestehe. «Es ist jetzt nicht so, dass ich das ausschließen würde.» Der erste Schultag nach den Osterferien ist der 25. April. Nach der ferienbedingten Pause finde das Leben ohnehin stärker im Freien statt, weshalb eine solche Lockerung vorstellbar sei, erläuterte der Regierungschef. Womöglich komme sie aber auch schon früher – wenn die Ampel-Koalition nicht handelt.

Jetzt doch wieder im „Team Vorsicht“? Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann wechselt bei Kitas und Schulen öfter mal seinen Kurs. Foto: Staatskanzlei Baden-Württemberg

So könnte es auch sein, dass die Masken- und Testpflicht in Schulen bundesweit schon gut einen Monat früher – zum 20. März – aufgehoben wird. Grund ist, dass dann die Rechtsgrundlage für die Corona-Auflagen ausläuft. Sollte die Ampel-Bundesregierung bis dahin keinen neuen Beschluss im Bundestag herbeiführen, können die Länder keine Schutzmaßnahmen mehr erlassen. Was eine mögliche Öffnungsklausel enthalten könnte, ist noch nicht klar.

Auf die Frage, ob die Maskenpflicht an Schulen schon am 20. März beendet sein könnte, sagte Kretschmann: «Nein, das sehe ich jetzt nicht.» Allerdings könne er auch noch nicht sagen, was in einem Monat ist. «Ich bin ja nur Ministerpräsident und kein Prophet.»

«Aber wir sind vom Infektionsgeschehen noch nicht so, dass man sagen könnte, da kann man das Partyfass gleich anstechen»

Kretschmann geht aber davon aus, dass die Länder zumindest die Maskenpflicht weiter verfügen können. «Dass der Instrumentenkasten leergeräumt wird, das hat noch niemand vorgeschlagen», sagte der Grünen-Regierungschef. Er dringt auch darauf, dass in den Schulen zumindest bis Ostern weiter regelmäßig getestet wird. Dass den Ländern Handlungsoptionen in der Corona-Krise genommen werden, gab es aber schon einmal: Das neue Infektionsschutzgesetz der Ampel-Koalition verbietet ausdrücklich flächendeckende Schulschließungen.

Anfang Februar hatte die baden-württembergische Regierung schon beschlossen, dass Corona-Tests in Schulen und Kindertagesstätten bis Ostern fortgesetzt werden sollen – die Kosten liegen bei 94,6 Millionen Euro.

Auch Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) sagte, es sei noch zu früh, über einen Abbau der Schutzmaßnahmen zu sprechen. Die Inzidenz in Kindergärten und Schulen sei hoch – bei den 6- bis 9-Jährigen liegt sie derzeit bei 3.300, bei den 10- bis 19-Jährigen bei 3.000. «Von daher sind wir da auch noch im Bereich der Umsicht und Vorsicht und schauen, was wir an Möglichkeiten bekommen», sagte die Grüne. «Wir warten jetzt nochmal, was aus Berlin kommt.» Es werde aber unter anderem Expertengespräche zu diesem Thema geben, um die nächsten Schritte abzustimmen.

Vor allem die FDP wendet sich gegen die Fortsetzung der Corona-Auflagen. Zuletzt hieß es, sie könne sich höchstens eine Maskenpflicht in Innenräumen und Tests in Alten- und Pflegeheimen vorstellen.

«Wir müssen jetzt durchhalten und weiter Masken und Tests akzeptieren»

Schopper sagte, die Vorsichtsmaßnahmen würden in den Ländern sehr unterschiedlich angegangen. «Aber wir sind vom Infektionsgeschehen noch nicht so, dass man sagen könnte, da kann man das Partyfass gleich anstechen.» Die GEW sieht das ähnlich: «Wir müssen jetzt durchhalten und weiter Masken und Tests akzeptieren, damit dann im Frühjahr und Sommer umso schneller auf aktuelle Einschränkungen verzichtet werden kann», sagte ein Sprecher.

Seit Tagen wird bundesweit darüber diskutiert, wie weit die Vorsichtsmaßnahmen an den Schulen zurückgefahren werden sollen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat gefordert, die Pflicht zu anlasslosen Corona-Tests an Schulen aufzuheben und auch die Maskenpflicht zu überprüfen. Der Deutsche Lehrerverband warnte hingegen davor, alle Vorsichtsmaßnahmen auf einmal fallen zu lassen.

Wer frisch geimpft oder genesen ist oder eine Booster-Impfung bekommen hat, muss sich künftig nicht mehr regelmäßig testen lassen. Das gilt für Schülerinnen und Schüler, aber auch für Lehrkräfte und Kita-Personal. Bislang waren nur Geboosterte von der Testpflicht ausgenommen. Ungeimpfte müssen weiterhin dreimal pro Woche einen Schnelltest machen oder zweimal pro Woche einen PCR-Test. Das gilt auch für Geimpfte oder Genesene, deren Zweitimpfung oder Genesung schon mehr als drei Monate zurückliegt und die nicht geboostert sind. News4teachers / mit Material der dpa

„Durchseuchungs-Experiment“: Schüler-Inzidenzen bis 6.000 – Kretschmann lockert Quarantäne-Regeln für Kinder

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AvL
2 Monate zuvor

Es entblödet mich, wie scheinbar verantwortungsbewusste und intelligente Menschen in Mitten einer ablaufenden Hochphase der Pandemie, die verbunden ist mit einer unermesslichen und nicht mehr administrativ erfassbaren Anzahl an Neuinfektionen, vor Ablauf dieser erneuten massiven Infektionswelle und im Angesicht tagesaktuell sehr hoher Todeszahlen, Diskussionen über Lockerungen beginnen können, bevor die letzten tagesaktuellen 306 verstorbenen Toten dieser Corona-Pandemie, beigesetzt wurden.

Dirk Z
2 Monate zuvor
Antwortet  AvL

@AvL: Ich finde es gut, daß immer mehr Entscheidungsträger Verantwortung zeigen und nicht nur Meinungen von Virologen, tendenzfreundlichen Maskenstudien usw. berücksichtigen, sondern das gesamte Umfeld sehen. Zum Glück im Gegensatz zu Ihnen und anderen sehen die Verantwortlichen, die Lockerungen fordern und vertretbar halten ein, dass auch noch andere wichtige Faktoren eine Rolle, in wie weit Schutzmassnahmen noch notwendig und sinnvoll sind. Das ist eben der Verlauf der Pandemie und dass man sich eben anpassen muss. Es ist schade, daß Sie das trotz einschlägiger Kenntnisse nicht wahrnehmen und verbittert an Schutzmassnahmen festhalten, die durchaus in der ersten Hälfte der Pandemie ihren Sinn hatten, aber aufgrund der aktuellen Umstände machen diese Massnahmen weniger Sinn.
Es mag sein, daß wir im nächsten Winter wieder eine andere Situation haben und dann muss man sehen, was notwendig ist. Aber im Augenblick ist die Forderung nach Lockerung vollkommen berechtigt und jeder, der sich Lockerungen verwehrt handelt auch erheblich gegen das Wohlbefinden der Schüler und ihre Zukunft.

AvL
2 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Z

Was sie empfinden interessiert uns nicht, es interessiert allein die derzeit ablaufende Kindswohlgefährdung bei der die Kinder weitgehend nicht oder nur unzureichend geimpft sind, sowie die Infektion betroffener Lehrer und Eltern , die sich inzwischen auf Grund einer starken Vernachlässigung der Schutzmaßnahmen in den Schulen sich im Moment gehäuft infizieren und erkranken.
Es fehlt die Umsetzung der geltenden S3-Leitlinie für Schulen.
Es ist mit Verlaub gesagt eine hygienische Katastrophe dieses Experiment so durchzusetzen, während die verantwortlichen Kultusminister gut geschützt in klimatisierten Räumen sich das gesamte Schauspiel aus der sicheren Entfernung in Form von Infektionsgraphiken ansehen.

Dirk Z
2 Monate zuvor
Antwortet  AvL

@AvL: Eins können Sie gut: Die Panikmache hochhalten insbesondere mit Todezahlen von älteren Leuten. Da ist unser Gesundheitsminister noch wesentlich näher an der Realität dran.
Ihre Wahrnehmungsstörung wird allmählich sehr krankhaft.

@Ich muss da mal was loswerden: Mit Ihrer Meinung spielen Sie allen Querdenkern so richtig in die Hand.

@Schuidirndl: Die Wahheit können Sie nicht ertragen oder wollen Sie wahrhaben. Über Ihren Beitrag habe ich schallendst gelacht :-).

@Lessi: Wir werden sehen wessen Meinung sich nachher als Luftnummer herausstellen wird.

Eins ist sicher: Ich habe meine Zweifel, ob Ihnen Schüler überhaupt wichtig sind. Mit Iherer Phobien gegen die Aufhebung der Maskenpflicht spielen Sie richtig allen in die Hände und fördern tatsächlich. daß die Schutzmassnahmen dann auch fallen und wenn es später tatsächlich mal wieder erforderlich ist auf solche Massnahmen zurückzugreifen, wird die Akteptanz nicht vorhanden sein. Und daran werden Sie einen gehörigen Anteil haben. Machen Sie ruhig weiter so, mir soll es Recht sein.

Ich muss da mal was loswerden
2 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Z

Nope, DirkZ, Sie selbst spielen den Querdenkern in die Hand in dem Sie die Abschaffung aller Maßnahmen fordern, etwas was Querdenker schon die ganze Zeit tun. Ein wenig Differenzierung zu diesem Klientel wäre für Sie angebracht.

Ich muss da mal was loswerden
2 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Z

DirkZ, Sie glauben doch nicht wirklich, das die Politik aus „Verantwortung“ und den Gründen die Sie genannt haben, die Maskenpflicht abschaffen? Das ist nicht Ihr Ernst, oder?

Das ist allein politisches Kalkül, Wahlkampfinteressen und die Angst vor noch mehr Demos von Querdenkern in einer Zeit in der außenpolitisch die Hütte brennt.

AvL
2 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Z

Sie diskreditieren die in den S3-Leitlinienfestgelegten Vorgehensweisen als Meinungsäußerungen von Wissenschaftlern.
Der Bezug zur Realität scheint ihnen durch ihre an trumpsche Realitätsstörung erinnernde Wahrnehmungsstörung wohl vollkommen verstellt worden zu sein.
Von Verantwortungsbewusstsein im Angesicht von deutlich höheren coronabedingten Letalitätsraten bezogen auf 100.000 Einwohner gegenüber anderen Bundesländern kann in Sachsen , Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt wohl nicht mehr die Rede sein.

Schuidirndl
2 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Z

Der putzige kleine Dirk! Voll süß, wie er sich in seinen Schachtelsätzen UND in seiner Argumentation verheddert. Nur weiter so! Damit uns die netten Anekdoten im Lehrerzimmer nicht ausgehen…

Lessi
2 Monate zuvor
Antwortet  Schuidirndl

Ich musste auch schmunzeln.
Eines ist sicher: Sobald sich DirkZ´s Argumentation in Zukunft als Witz herausstellt, werden wir von ihm nichts mehr hören. Endlich Stille aus dieser ,,Ecke“.

Nerazi
2 Monate zuvor

Die armen Kinder. Egal welches Alter.
Alle haben einen Seele. Das Strahlen und der Glanz
deren Augen ist verschwunden.
Was tut man den Kindern an?!

Ich muss da mal was loswerden
2 Monate zuvor
Antwortet  Nerazi

Poetisch.

Marie
2 Monate zuvor
Antwortet  Nerazi

Oh, die strahlenden Kinderaugen…das war doch Yvonnes Lieblingsargument.

Darfdaswahrsein
2 Monate zuvor

@Nerazi

Häää?
Ach wissen Sie der Glanz in den Augen der Kinder glimmt schon wieder auf….Fieberglanz, wenn sich noch mehr infizieren.

Sissi
2 Monate zuvor

@DirkZ

“ Das ist eben der Verlauf der Pandemie und dass man sich eben anpassen muss. “
“ das gesamte Umfeld sehen“ bedeutet für mich realistisch sein ( wie @ AvL bereits anmerkte), Überblick haben

Realistisch gesagt: Wieder so ein unrealistischer, Realismus fordernder Satz Ihrerseits
Ergebnis:
Ne ne H. Z, erst informieren, dann die Realität aufzeigen, bitte.
– Realität 1: BA.2( ist eine omicronvariante, kein Schokoladenosterhase) wird lt Modellierern
ab Ende Februar die Oberhand haben und dann gibt es 2 Möglichkeiten, zu finden in
`Der Tagesspiegel´ Spannender Realismus und von einem anderen Foristen bereits super
beschrieben; sie hinken nach.
– Realität 2: Es findet derzeit ein realer viraler Eintrag in das Produktions- und
Dienstleistungsgewerbe statt, d.h. die kids stecken real die Eltern an und die Eltern real
die Arbeitskollegen, heute Früh im DLF gehört, entbehrt nicht der Logik und ist realistisch.

“ aber aufgrund der aktuellen Umstände machen diese Massnahmen weniger Sinn.“
!! und wenn sie nicht mehr arbeiten können, kriegt nicht nur FM Lindner die Krise sondern –
real betrachtet- alle!! Eigentor, H.Z

Bringen Sie bitte Ihren ersten Satz, die Realität und Ihren zweiten Satz überein.
Realistische Probleme?
Funzt leider in realiter nicht, hoffen wir mal, dass Öffnungsfetischisten dann nicht die Psychotherapeuten fluten, weil ihre Realität sich schon wieder nicht realisieren lässt.
Allen anderen wirklichen Realisten, die real darunter leiden, dass sie weiter
realistisch erscheinende angepasste Coronamaßnahmen ertragen müssen, wünsche ich viel Geduld und Kraft,
weil sie wohl den fehlenden Realismus der Unrealistischen wieder ausbaden müssen.
– realistisch gesehen

Rosa
2 Monate zuvor

Frau Schopper und Herr Kretschmann haben in den Corona Jahren viele Fehlentscheidungen getroffen und die Liste ist sehr lang und leider nicht abgearbeitet. Die Schüler haben eine schwere Lebensphase hinter sich und müssen sie noch aufarbeiten und bewältigen. Die Bildungsrückstände sind eine große Last und die seelische Verfassung ist bei vielen Schüler im Keller. AUFHOLPROGRAMM bleibt weiterhin ein Märchen und eine Veränderung des Lehrplans ist nicht umgesetzt worden. Frau Schopper und Herr Kretschmann haben Ihre Versprechungen nicht gehalten und nicht umgesetzt.https://www.stadtlandmama.de/content/lernluecken-durch-corona-braucht-euer-kind-mehr-schul-hilfen-als-vorher