Piazolo will die Maskenpflicht im Unterricht streichen – Söder (noch) dagegen

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Die bayerische Staatsregierung ist uneins über ein Ende der Maskenpflicht im Unterricht. Die Freien Wähler konnten sich in der Kabinettssitzung am Dienstag gegenüber der CSU nicht mit der Forderung durchsetzen, die Maskenpflicht wenigstens an Grundschulen in der kommenden Woche abzuschaffen. «Da konnten wir uns heute nicht einigen», räumte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) ein.

Hat sich (erst einmal) durchgesetzt: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Foto: Shutterstock / photocosmos1

Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) begründete das Festhalten an den geltenden Regelungen vor allem damit, dass man nicht kurz vor der für kommende Woche geplanten Bund-Länder-Runde zu Corona Dinge beschließen wolle, die kurz darauf möglicherweise hinfällig seien. Es gebe nun keinen Grund für «hektische Bewegungen», betonte er. Zudem wolle man nach den Faschingsferien zunächst noch vorsichtiger sein.

Die Freien Wähler hatten am Montag gefordert, die Maskenpflicht an den Grundschulen spätestens zum kommenden Montag (14. März) abzuschaffen und dann «zeitnah» auch an den weiterführenden Schulen. Freie-Wähler-Fraktionschef Florian Streibl hatte argumentiert, die Maskenpflicht an Schulen sei «mittlerweile aus der Zeit gefallen» – auch weil sie im «krassen Widerspruch» zu den gerade wiedereröffneten Diskotheken stehe, wo es keine Maskenpflicht für Besucher gebe.

Dieses Argument wies Herrmann zurück: Man könne Discos und Schulen, die Kinder und Jugendliche nun einmal besuchen müssen, nicht vergleichen: Es gebe «keinen Disco-Zwang, aber eine Schulpflicht».

Beschlossen wurde dagegen, dass die regelmäßigen Corona-Tests an Schulen und Kitas zunächst bis zu den Osterferien fortgesetzt werden sollen. Damit sollte weiterhin ein sicherer Betrieb von Schulen und Kindergärten gewährleistet werden, hieß es. Vulnerable Gruppen sollten bestmöglich geschützt werden. Die Testsysteme sollen laut Kabinettsbeschluss auch dann weiterhin bereitgestellt werden, wenn der Bund keinen neuen rechtlichen Rahmen schaffe, um auch nach dem 19. März Tests verpflichtend anordnen zu können. Zu diesem Datum sollen bundesweit alle einschneidenden Corona-Beschränkungen auslaufen – offen ist noch, welche Maßnahmen weiter möglich bleiben. News4teachers / mit Material der dpa

Corona-Welle rollt weiter: „27 Krankmeldungen von Lehrer*innen. Heute. In EINER Schule“

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Sissi
2 Monate zuvor

3 Fragen
– Woher hat er den Spruch ?:
“ kein Disco – Zwang “ ( aber Schulpflicht ), herrlich H. Herrmann
– Täuscht das oder ist Irgendetwas iM problematisch , wenn in der Politik das große F am Anfang steht ?
– Muss der KM unter Parteizwang handeln oder steht er mit dem Rücken zur Schule ?

xy
2 Monate zuvor

Die Maskenpflicht in Bayern ist die letzte Barriere vor der Infektion. Sie wird schon jetzt nur sehr lax durchgesetzt, die Lehrer an den Schulen sind maskenmüde und nur wenige setzen die Maskenpflicht rigoros um.
Fällt die Maskenpflicht vollständig, werden die Infektionen weiter zunehmen und der Schulbetrieb wird noch mehr gestört. Schüler erkranken doch bereits zum zweiten und auch dritten Mal an Corona. In den Schulen unserer Kinder gibt es täglich neue Fälle.
Will man testen nach wie vielen Infektionen sich dann doch noch Langzeitschäden einstellen?
Das Virus ist immer noch da und auch eine Abschaffung der Maskenpflicht wird es nicht verschwinden lassen. Oder sehen die Freien Wähler 300 Tote pro Tag als Anlass die letzten Schutzmaßnahmen fallen zu lassen? 8000 bis 9000 Tote pro Monat. Ist das schon allen egal?

Unerträglich
2 Monate zuvor
Antwortet  xy

Vor allem der DirkRüdiger Gang ist das total egal. Da machste nix xy.

MeinSenf
2 Monate zuvor

Liebe Redaktion,

fehlt da nicht ein ‚r‘ in der Überschrift? Streichen statt steichen?

Liebe Grüße

P.S.: Es gibt mich noch, doch lese ich (fast) nur noch still mit, mir fehlt einfach die Kraft und Energie, um mich weiter in Kommentaren zu engagieren.