Fridays for Future: Zig-Tausende Schüler bei Ukraine-Friedensdemos auf den Straßen

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HAMBURG. Weltweit ruft die Klimabewegung Fridays for Future zum Protest gegen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine auf. Allein in Hamburg kommen Zig-Tausende zusammen, darunter auch viele Schülerinnen und Schüler, die extra frei bekommen haben. Bundesweit hatten sich 35 Demonstrationen angesagt.

Laut, bunt, mit klarer Kante und zu vielen Tausenden sind in Hamburg vor allem junge Menschen gegen den vom russischen Präsidenten Wladimir Putin begonnenen Krieg gegen die Ukraine auf die Straße gegangen. Genau eine Woche nach dem Angriff der russischen Truppen folgten sie am Donnerstag dem Aufruf von Fridays for Future (FFF) zu einer Friedensdemonstration von St. Pauli durch die Innenstadt und wieder zurück.

«Hamburg ist heute zusammengekommen, um Solidarität zu zeigen», sagte Klimaaktivistin Luisa Neubauer in einer emotionalen Rede auf dem Spielbudenplatz. «Nichts und niemand wird uns davon abhalten, jetzt aufzustehen, laut zu werden und solidarisch zu sein, so klar Haltung zu zeigen wie Autokraten es hassen: Putin, verpiss dich, wir sind da!», rief sie unter dem tosenden Applaus der Menge.

Unterschiedliche Angaben gab es zur Zahl der Demonstranten. Während Fridays for Future von über 120.000 Menschen sprach, die ein Zeichen der Solidarität gesetzt hätten, berichtete die Polizei lediglich von mehr als 20.000 Demoteilnehmern. «Die Zahl der Polizei stimmt einfach nicht», sagte FFF-Sprecherin Annika Rittmann. «Jeder, der hier war, weiß, dass es mehr waren.»

Niemand könne erwarten, «dass wir dann still bleiben, wenn junge Menschen, Kinder, Schülerinnen und Schüler nur wenige Hundert Kilometer von hier entfernt erleben müssen, wie ihr Zuhause, ihre Perspektiven und Träume zerbombt werden», sagte Neubauer. Sie forderte «einen ehrlichen Blick auf die Lage, einen ehrlichen Blick auf die Politik, die Putin so mächtig und Länder wie Deutschland so abhängig gemacht hat».

„Das ist ein fossiler Krieg und ein Teil wird bezahlt von unseren Stromrechnungen“

Es reiche nicht, der Ukraine Solidarität zuzurufen, wenn man sich nicht ehrlich klarmache, wer den Krieg finanziere. «Jeden Tag überweisen die USA und die EU zusammen 700 Millionen Dollar an Putin … Das ist das Geld, das Putin bekommt für seine fossilen Energien. Das ist das Geld, das wir ihm bezahlen. Das ist ein fossiler Krieg und ein Teil wird bezahlt von unseren Stromrechnungen.»

Es herrsche Krieg in Europa, «und wir haben Angst», sagte Neubauer. «In Hamburg entscheiden wir uns heute aber gegen Angst und für offene Arme.» Zu der Kundgebung wurden per Video auch russische Friedensaktivisten und ukrainische FFF-Mitglieder zugeschaltet. «Russland und die Ukraine werden frei sei», sagten sie und baten um weitere Unterstützung.

Auch Alexander Blümel vom norddeutsch-ukrainischen Hilfsstab appellierte an die Demonstrationsteilnehmer, in ihrem Protest gegen den Krieg nicht nachzulassen. «Wir können etwas bewegen», sagte er. «Die Zivilgesellschaft nimmt Einfluss auf die Politik, sie konnte die Bundesregierung zu Waffenlieferungen bewegen.»

Er sei «für den Frieden hier, so wie alle anderen auch», sagte Pop-Sänger Bosse, der bei der Kundgebung auf die Bühne ging. Es sei «wahnsinnig schön», dass so viele Leute gekommen seien. «Das ganze Viertel ist voll. Das ist das beste Zeichen, das wir gerade senden können.»

Weltweit hatte die ukrainische FFF-Bewegung am Donnerstag zum Protest gegen den russischen Angriffskrieg aufgerufen. 35 Kundgebung sollten allein in Deutschland stattfinden.

Um auch den rund 250.000 Hamburger Schülerinnen und Schülern eine Teilnahme an der Demonstration zu ermöglichen, hatte Schulsenator Ties Rabe (SPD) sie vom Unterricht befreit. Unter 16-Jährige benötigten allerdings ein entsprechendes Entschuldigungsschreiben der Eltern, um dem Unterricht für die Demo fernzubleiben. News4teachers / mit Material der dpa

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39 Kommentare
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Salentin
6 Monate zuvor

Es ist GUT, ja, gut (!!), dass zigtausende Schüler für den Frieden auf die Straße gehen! Ich frage mich trotzdem, warum das nicht nachmittags oder am Wochenende geschehen kann, damit kein Unterricht ausfällt?

Man wird wieder den Verdacht nicht los, dass das in der Unterrichtszeit stattfindet, damit durch den Unterrichtsausfall mehr Schüler motiviert werden, an den Demos teilzunehmen. Schade. Das hieße, würde dafür kein Unterricht ausfallen, würden auch lange nicht so viele Schüler für den Frieden demonstrieren.

Indra Rupp
6 Monate zuvor
Antwortet  Salentin

Da können sich die Lehrkräfte mal an die eigene Nase fassen. Streiken dürft ihr ja nicht, weil das ja auch Arbeitsausfall bedeuten würde. Ihr dürft aber sehr wohl demonstrieren gehen – am Wochenende, für eure Rechte, wegen Krieg, Corona oder was auch immer. Von großen Lehrerdemos habe ich bisher nichts gehört.
Was fff betrifft : Es ist weitaus mehr Aufsehen erregend , wenn der Protest fürs Klima quasi mit einem Streik bezüglich Schulbesuch einhergeht. Das ist auch ein erpresserisches Mittel, da so viele nicht zu Ihrer Bildung kommen. Sonst wäre fff auch garnicht in aller Munde. Für diese Sache jetzt bleiben sie halt bei diesem Prinzip – außerdem ist sowas auch etwas, dass zur Bildung dazu gehören sollte.

Alla
6 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wir Lehrer haben in unserer Freizeit schon demonstriert, für bessere Bedingungen und mehr Hygiene an Schulen.
Haben Sie irgendetwas davon gehört? Nicht einmal die Reporter unseres Käseblättchens hat das interessiert! Trotz Einladung und vorgefertigten Text kam genau: NIEMAND.

Die Berlinerin
6 Monate zuvor
Antwortet  Alla

Also in Berlin gab es auch Demos für bessere Schulen am Wochenende. Es waren nicht die Medien schuld, dass sie darüber wenig berichteten. Es war wohl eher die klägliche Teilnehmerzahl schuld, dass die Medien darüber wenig berichteten.

Riemer
6 Monate zuvor
Antwortet  Alla

Da ist wohl was falsch gelaufen! Vielleicht die Themenwahl? Ihr hättet nebenbei auch auf die Plakate schreiben müssen, dass ihr nun 3% des BiP für Kriegsausgaben fordert und die 100Milliarden Sondervermögen gern verdoppelt sehen wollt.
Da wäre was möglich gewesen, mit Publicity! Wer hygienischere Schul-WC’s oder etwa fest installierte Abluftanlagen mit HEPA-Luftfilter fordert, hat den Zeitgeist nicht verstanden. Das Geld wird nun wo anders in die Luft gejagt.

Dennoch: nicht aufgeben und ans Gute glauben!!!
LG

Busenfreundin
6 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Also ich zweifle nicht daran, dass 10 000 demonstrierende Schüler auch am Nachmittag oder am Wochenende medial wahrgenommen werden. Was das jetzt mit den Lehrern zu tun hat, die auch nicht nachmittags auf die Straße gehen mögen, weil sie das ihre Freizeit kostet, verstehe ich nicht. Also wollen Sie damit bestätigen, dass viele Lehrer und Schüler sich nur engagieren, wenn sie davon keinen Nachteil haben?! Traurig, oder?

Indra Rupp
6 Monate zuvor
Antwortet  Busenfreundin

@Busenfreundin
Sie verstehen nicht, was das eine mit dem anderen zu tun hat?
Lehrer Salentin wirft Schüler*innen vor, nur zu Demonstrieren, wenn es dafür Schulfrei gibt. Gleichzeitig hört man aus dem selben Grund nichts von Lehrerdemos…
Wo fehlt ihnen jetzt der Zusammenhang? Ich übersetze mal : Man sollte den Schüler*innen nicht vorhalten, was man selbst nicht besser macht.

Lametta
6 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@Indra Rupp: „Was fff betrifft : Es ist weitaus mehr Aufsehen erregend , wenn der Protest fürs Klima quasi mit einem Streik bezüglich Schulbesuch einhergeht.“

Kleines Detail: Der Hamburger Schulsenator hat Hamburgs gesamter Schülerschaft für DIESE Demo vom Unterricht freigestellt, das gab es in meiner Erinnerung noch nie. Von Streik kann da keine Rede sein. Ich wette, bei den nächsten FFF-Demos wird die Teilnahme wieder als unerlaubtes Fernbleiben vom Unterricht behandelt.
Großartig, dass so viele SuS auf dieser Demo waren, ja, aber ich stelle mir die Erziehung zum mündigen Bürger NICHT so vor: „Kinder, passt auf: Gute Ziele für Engagement und Demos erkennt ihr daran, dass ihr alle dafür von der Schulbehörde schulfrei bekommt.“

Nucatino
6 Monate zuvor
Antwortet  Lametta

@Lametta: „„Kinder, passt auf: Gute Ziele für Engagement und Demos erkennt ihr daran, dass ihr alle dafür von der Schulbehörde schulfrei bekommt.“

Eben. Man engagiert sich nicht nur, weil man dafür etwas bekommt (schulfrei)! Das wirkt nicht überzeugend! Daher ist eher schade, dass der Schulsenator schulfrei gegeben hat, damit die Kinder demonstrieren gehen können. Sie hatten also gar nichts zu befürchten.

Alla
6 Monate zuvor
Antwortet  Salentin

Demonstrationen für den Frieden ist doch Unterricht, oder? Demokratie-Erziehung, Werte-Unterricht, Ethik!
Warum streiken andere Arbeitnehmer nicht in ihrer Freizeit? Dann würden keine Züge oder Flüge oder andere Dienste ausfallen. Wäre doch toll, gell? Hätte keiner ein Problem!
Und dort geht es NUR um Geld!
Streiks in der Freizeit interessieren NIEMANDEN auf der ganzen Welt! Darüber berichtet auch niemand!

Die Berlinerin
6 Monate zuvor
Antwortet  Alla

Den Unterschied hat aber unten die „Busenfreundin“ schon ganz gut dargestellt. Lesen Sie mal.

Es streiken ja auch nicht die Postboten in Indien, damit die Postboten in Deutschland besser verdienen. Es kommt also schon sehr darauf an, wer wie auf wen Druck ausüben will.

Wenn die deutschen Schüler streiken (nicht zur Schule gehen), hat das doch keine Auswirkungen für Russland. Deshalb können sie das auch machtvoll am Nachmittag tun. Da haben dann die Eltern vielleicht schon Feierabend und könnten mitmachen.

Sollen jetzt auch die Bahn-Mitarbeiter in Deutschland streiken (nicht zur Arbeit gehen) wegen dem Krieg in Russland?

Unerträglich
6 Monate zuvor
Antwortet  Salentin

Das ist die Sicht eines verbitterten alten weißen Mannes. Die Kids wissen schon was sie warum tun. Da hat ein Salentin nicht schon wieder miesepetrig hier herum zu Unken.

Andre Hog
6 Monate zuvor
Antwortet  Salentin

Ach Salentin,
Wie immer höchst spekulativ!!

AvL
6 Monate zuvor
Antwortet  Salentin

Wir wollen doch hoffentlich alle, dass möglichst viele Menschen für die Beendigung des völkerrechtswidrigen Vertreibungskrieg des Narzissten Putin gegen das ukrainische Volk auf die Straße gehen.

Walter
6 Monate zuvor

Es herrscht JETZT Krieg in Europa und da ist es gut auch zur Unterrichtszeit für den Ukraine-Frieden zu demonstrieren.

Nachgedacht4
6 Monate zuvor
Antwortet  Walter

Fürchten Sie also auch, es kamen zu wenige, wenn die Demos nachmittags stattfanden?

Walter
6 Monate zuvor
Antwortet  Nachgedacht4

Fürchten? Lächerliches Statement!

AvL
6 Monate zuvor
Antwortet  Nachgedacht4

Nachgedacht 4
Sie sind ein Agent Provokateur und sie sprechen wieder mit gespaltener Zunge.

Zu den Demonstrationen für einen sofortigen Frieden in der Ukraine und gegen die Fortsetzung des vom obersten russischen Kriegsherrn Putin begonnenen ethnischen Vertreibungskrieg, der gegen die Ukrainisch sprechende Bevölkerung gerichtet ist und mit der bewussten fast vollständige Zerstörung der Infrastruktur in der Westukraine verbunden ist und der geplanten nachfolgenden Annektierung der östlichen Gebiete um Mariupol vergesellschaftet ist, werden hier im freien Westen zu jeder Zeit millionenfach Menschen gehen.
Die Bürger der Ukraine verteidigen gerade unter Einsatz ihres Lebens und ihrer Infrastruktur ihre Werte einer westlichen Demokratie mit der Verwirklichung der Grundrechte des Individuums, die in unserem Grundgesetzt beschrieben sind , sollte sie unsere Verfassung kennen.
Dazu gehören selbstverständlich auch der erhalt der staatliche Integrität der Ukraine, die Rechtstaatlichkeit, die Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit, die Demonstrationsfreiheit, das Recht sich zu Parteien zusammenzuschließen, die freie Entfaltung der Einzelperson, kurz gesagt alle Grundrechte, die in der Diktatur dieses eiskalten, egozentrischen und nationalistischen Kriegsherrn Putin nicht verwirklicht sind.
Und wir werden hier aber auch millionenfach auf die Straßen gehen, sollte wieder versucht werden, intensive wirtschaftliche Verbindungen mit Russland unter einem Kriegsherrn Putin fortzusetzen.
Dieser alte Mann gehört eigentlich vor das Kriegsverbrechergericht in Den Haag

Busenfreundin
6 Monate zuvor
Antwortet  Walter

Weil das JETZT ist, müssen die Demos vormittags stattfinden??? Hä? Was ist das für eine Logik?

Wenn es um das eigene Land ginge, würde ich zustimmen, weil man damit die eigene Regierung unter Druck setzen würde nach dem Motto: Wir lernen erst wieder, wenn hier aufhört, Bomben zu schmeißen. Das sollten also die russischen Schüler tun.

Aber was juckt es Putin, wenn die deutschen Schüler nicht zur Schule gehen? Dieses gewaltige Friedensbekenntnis kann also auch einfach am Nachmittag erfolgen und wenn es viele sind, schauen auch die Medien hin!

Nun weiß man wieder nicht, sind viele nur dabei, weil sie dann keinen Unterricht haben?

Walter
6 Monate zuvor
Antwortet  Busenfreundin

Europa – und wo ist dann das „eigene Land“ genau?

TaMu
6 Monate zuvor
Antwortet  Busenfreundin

Lieber Himmel, Busenfreundin, als ob dieser Krieg nicht auch Deutschland betreffen würde! Erkundigen Sie sich einmal bei FFF, um was es diesen jungen Menschen geht: die Ukraine, die gerade zerstört wird, ist einer der wichtigsten Lieferanten für Getreide. Allein der Ausfall der Ernte, die jetzt gesät werden müsste, wird in Afrika und Asien zu einer Hungersnot und bei uns zu starken Preissteigerungen führen. Das führt selbstverständlich zu Unruhen und vermehrt zu Flüchtlingen aus Hungergebieten, von Inflation ganz abgesehen. Dazu kommt, dass wir in Deutschland abhängig sind von russischem Gas, statt uns längst, wie von FFF gefordert, mit eigenen, intelligenten erneuerbaren Energieformen befasst zu haben. Sie prangern an, dass wir in unserem Deutschland der Forscher und Erfinder die letzten 30 Jahre verschlafen haben, in denen Erfindungen in Schubladen verschwunden sind, die wir JETZT nutzen müssten, um die Erderwärmung zu stoppen und unabhängig zu sein von anderen Ländern. FFF weiß ganz genau, dass dieser Krieg Deutschland auch ganz ohne Waffen treffen wird und dass die Klimaziele so nicht mehr erreichbar sind. Das ist eine weltweite Katastrophe. Da kann man auch mal während der Schulzeit dagegen auf die Straße gehen! Es sei denn, sie würden ausgerechnet in diesen drei Stunden Ausfall DAS lernen, was ihnen die Zukunft rettet.

Nucatino
6 Monate zuvor
Antwortet  Busenfreundin

Und wieso meinen Sie, dass Sie die Weisheit mit Löffeln gefressen haben? Das finde ich unerträglich. Sie kommen mir eher wie ein kleiner Putin vor, wie Sie mit anderen Meinungen umgehen.

Frau M
6 Monate zuvor
Antwortet  Nucatino

Diese Antwort ist eine Unverschämtheit und in dieser aktuellen Lage nicht zu ertragen. Einfach widerlich! Sie gehört gelöscht!!!

Unerträglich
6 Monate zuvor
Antwortet  Nucatino

Das grenzt an Verleumdung @Redaktion
was Nucatino hier schreibt. Vielleicht ein bisschen besser aufpassen, was ihr hier so freigebt. Danke

AvL
6 Monate zuvor
Antwortet  Busenfreundin

Unerträglich
Das sind Provokateure.

Georg
6 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Stimmt. Unerträglich & co sind Provokateure.

Unerträglich
6 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Jetzt wird’s kindisch Georg.

Pentaleon
6 Monate zuvor

Nein, das ist für mich kein ehrliches Engagment, wenn man nur demonstrieren geht, weil dafür der Unterricht ausfällt. Das ist wie Impfen, wenn dafür eine Bratwurst bekommt oder eine Geldprämie. Da wird der Eigennutz der Leute angestachelt, aber es ist der Eigennutz und kein Engagement für andere!

Jolander
6 Monate zuvor

Ich finde, wenn ein Schulsenator den Schülern ab 16 unterrichtsfrei gibt, damit sie an einer Kundgebung teilnehmen, dann ist das ja auch nicht anders, als wenn Machthaber zu Kundgebungen „ihre Leute“ hinbeordern, damit es bei der Teilnahme „schön viel“ aussieht.

Das war keine gute Idee. Ich bin überzeugt, wir brauchen keine „goodies“, um uns für den Frieden einzusetzen!

Indra Rupp
6 Monate zuvor

Es ist auch ein Zeichen, dass das gerade WICHTIGER als Schule ist. Es wird also die Priorität hervorgehoben.
Anderswo hier gibt es gerade den Artikel mit dem autoritären Verhalten gegenüber #wirwerdenlaut und der Frage : Woher kommt der Kinderhass?
Das geht mir auch immer durch den Kopf, wenn Kinder abwertend betrachtet werden im Bezug auf Demos und politisches Engagement.
Mal wird gelästert, die „Pommes Generation“ interessiere sich für nichts. Mal wird, wie beim Irak Krieg gelästert, die jungen Leute hätten doch garkein geschichtliches Hintergrundwissen. Im TV wurde sich dann darüber lustig gemacht, dass die Kinder das Friedenszeichen falsch malen – also nur mit zwei statt drei Strichen.
Grundsätzlich finde ich es absolut peinlich von Erwachsenen, wenn sie sich was darauf einbilden, bei zwanzig bis sechzig Jahren Altersunterschied mehr Lebenserfahrung und Allgemeinwissen zu haben, als die Kinder. Peinlich auch, so gegen dieses politisches Engagement und somit auch gegen die Bildung der Kinder anzugehen.
Und hier wird spekuliert, ob die nur Schulfrei haben wollen. Müsst ihr mein Bild über Lehrende so enttäuschen? Dann können wir ja gleich weitermachen… Wollt ihr Lockdowns, damit ihr nicht zur Schule müsst? Seid ihr gegen Präsenzpflicht, damit ihr in der Klasse weniger zu tun habt? Geht ihr selber auch nur auf die Straße, wenn ihr dafür Schulfrei bekommt und heißt das, ihr seid garnicht für Frieden?
Fragen über Fragen…

Nucatino
6 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ja, gut, Engagement für Frieden und gegen Krieg, ist wichtiger als Unterricht. Es bleibt zwar fraglich, warum man dafür nicht zu anderen Zeiten demonstrieren kann, aber hier frage ich mich auch, warum Sie das in dem einen Falle so sehen und in anderen Fällen nicht. Kriege gibt es ständig und überall auf der Welt. Schüler könnten also mit Ihrer Argumentation ständig gegen irgendeinen Krieg demonstrieren gehen. Sagen Sie bitte nicht, es gibt schlimme Kriege und nicht so schlimme Kriege! Jeder Krieg ist schlimm!!

Indra Rupp
6 Monate zuvor
Antwortet  Nucatino

Ich frage mich eher, warum Sie sich in diesem einen Fall daran aufhängen und damit von dem eigentlichen wichtigen Thema ablenken. Damit bin ich dann auch aus dieser peinlich unwichtigen Diskussion raus.

Markus
6 Monate zuvor

Anstatt sich zu freuen, das sich Kinder politisch engagieren, wird hier wieder mal drauf rumgehackt. Wie kann man nur so verbittert sein? Und diese Kommentare hier, die dagegen wettern sind so daneben, dass man sich echt Fremdschämen muss.

Ich finde es toll, auch und gerade weil sie dafür die Schule sausen lassen und bereit sind, die Konsequenzen zu tragen. (Und nein es ist nicht überall Hamburg: Surprise)

celanon
6 Monate zuvor
Antwortet  Markus

Es gab keine Konsequenzen. Die Schüler bekamen schulfrei.

Markus
6 Monate zuvor
Antwortet  celanon

Es ist nicht überall Hamburg celanon. Lesen hilft meistens.

trotzki
6 Monate zuvor

Wenn ich daran denke, für was für Veranstaltugen manchmal Unterrichtszeit vergeudet wird, sollen sie gerne auf die Demo gehen.
Man kann so ein Zeichen setzen. Putin wird es nicht interssieren, aber es zeigt, dass die Bevölkerung auch hinter den Gegen-Maßnahmen steht.
Aber man sollte sich auch klar machen, was die Umsetzung der Maßnahmen letztendlich bedeuten, und bereit sein, diese Folgen dann auch noch mitzutragen.

DerDip
6 Monate zuvor
Antwortet  trotzki

@trotzki: Richtig. Die Bereitschaft die Maßnahmen und deren Konsequenzen auf Dauer mitzutragen wird zeigen, wie ernst es die Schüler meinen.

Nachgedacht4
6 Monate zuvor
Antwortet  DerDip

Oder die Teilnahme am Wochenende. Heute soll auch in Hamburg demonstriert werden!

ErstDenkenDannSchreiben
6 Monate zuvor

Kinder demonstrieren gegen Krieg.

Und in Deutschland hat man nix besseres zu tun, als sich über den Zeitpunkt der Demo aufzuregen. Das empfinde ich als dermaßen daneben, dass ich es garnicht in Worte fassen kann.