Lehrermangel: Kretschmann sorgt weiter für Wirbel – jetzt sollen auch Referendare mehr unterrichten

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erwägt, Referendare eine Stunde mehr pro Woche unterrichten zu lassen und im Gegenzug dafür die Theorieausbildung entsprechend zu verkürzen – um den Lehrermangel zu bekämpfen. Die Maßnahme sei noch in der Prüfung, sagte ein Ministeriumssprecher. Die GEW bezeichnete das Vorhaben umgehend als abwegig.

Denkt laut nach: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg

Ein solcher Vorschlag senke die Attraktivität und das Niveau der Ausbildung für angehende Lehrkräfte noch weiter, so befand die GEW. Auch die Oppositionspartei SPD erteilte der Idee eine Absage und warnt: «Eine zusätzliche Wochenstunde einzuführen, ist nicht banal und erhöht die Unterrichtsverpflichtung deutlich.» Nach Ansicht von SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei könnten sich Referendare zurückziehen oder Interessenten abgeschreckt werden.

Gerhard Brand, Landeschef des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), wies den Vorstoß ebenfalls zurück. Ein Referendar brauche um die fünf Stunden, um eine Unterrichtsstunde vorzubereiten. «Wenn er eine Stunde mehr Unterricht hält, hat er also einen Mehraufwand von fünf Stunden», sagte er. Der Vorstoß bedeute Überforderung für Referendare und Verschlechterung der Ausbildung.

„Seit 2018 schlummern Vorschläge der GEW zur Lehrergewinnung in den Schubladen des Kultusministeriums“

GEW und VBE bekräftigten ihre Forderung nach mehr Studienplätzen für Lehramtsstudenten, um dem Lehrermangel abzuhelfen. Außerdem müssten angehende Lehrkräfte im Studium besser begleitet werden.

Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) hatte in den Tagen zuvor bereits erhebliche Kritik geerntet für Überlegungen, Teilzeit-Lehrer zu mehr Unterricht zu verpflichten. Die GEW erklärte daraufhin, wie erwarte sinnvolle kurz- und langfristige Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel in Bildungseinrichtungen – Kretschmanns Ideen seien hingegen „wenig hilfreich und durchdacht“. Die Erhöhung der Stundenzahlen von Lehrkräften in Teilzeit sei schon in der vergangenen Legislaturperipde unter Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) versucht worden. Mit wenig Erfolg.

„Seit 2018 schlummern Vorschläge der GEW zur Lehrergewinnung in den Schubladen des Kultusministeriums“, sagte die Landesvorsitzende Monika Steins. „2017 und 2018 lagen die Lehrerbedarfsprognosen für Grundschulen und für alle Schularten der Sekundarstufe I vor und wurden weitgehend von der Landesregierung ignoriert. Viele Lehrkräfte arbeiten aus guten Gründen Teilzeit. Wenn Ministerpräsident Winfried Kretschmann jahrelang Vorschläge zur Lehrergewinnung unbeachtet lässt und dann in einer Zeit, in der alle Beschäftigten in Bildungseinrichtungen völlig am Limit sind, über Mehrarbeit laut nachdenkt, kennt er nicht den Alltag in den Klassenzimmern. Warum werden die seit langem vorliegenden Vorschläge der GEW nicht aufgegriffen?“

Die Gewerkschaft schlägt unter anderem vor, durch eine Erhöhung der Altersermäßigung zu erreichen, dass Lehrkräfte länger arbeiten können. Befristet eingestellte Lehrkräfte brauchen jetzt Einstellungszusagen für das nächste Schuljahr, um sie nicht zu verlieren.

In Baden-Württemberg gebe es seit Jahren bereits zu Beginn jedes Schuljahrs Stellen, die nicht mit ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden können. Da die Landesregierung nicht genug junge Lehrerinnen und Lehrer ausbilde, fehlten die Bewerbungen. Für diese freien Stellen würden Vertretungslehrkräfte eingesetzt. So sei die ständige Vertretungsreserve schon zu Beginn des Schuljahrs aufgebraucht. Die GEW setze sich bereits seit Jahren dafür ein, dass die Landesregierung über eine mittel- und langfristige Lehrkräftebedarfsplanung, die auch künftige Bedarfe für pädagogische Reformen beinhalte, dafür sorge, dass Schulen solide Bildung gestalten können. „Krisen wie die Pandemie und jetzt die Aufnahme Geflüchteter wären besser zu bewältigen, wenn die Schulen zumindest zum Beginn eines Schuljahres alle Lehrkräfte hätten, die sie für regulären Unterricht bräuchten. Mit Mangel verwalten lässt sich keine gute Bildung gestalten“, sagt Stein.

„Die pädagogischen Profis in Kitas und Schulen sind wieder einmal bereit, über ihre Grenzen zu gehen“

Die GEW-Vorsitzende dankt allen pädagogischen Profis: „Die Kitas und Schulen sind am Limit. Gleichzeitig sind die pädagogischen Profis in Kitas und Schulen wieder einmal bereit, über ihre Grenzen zu gehen. Das erwarten sie allerdings auch von Land und Kommunen bei der schnellen Unterstützung. Die Hilfsbereitschaft ist überall groß, auch bei den Schüler*innen. Schulen müssen dann, wenn sie eine größere Anzahl Geflüchteter aufnehmen, entlastet werden. Debatten über Arbeitszeiterhöhungen sind da gerade völlig fehl am Platz, wenn alle in den Kitas und Schulen am Ende ihrer Kräfte sind“, sagt Stein.

Im Südwesten gibt es gut 110.000 Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen. Die Zahl der Referendare liegt nach Angaben des VBE bei etwa 4700 für Gymnasien und die anderen Schularten. Ohne Gymnasien seien es etwa 2800 Lehrkräfte in Ausbildung. News4teachers / mit Material der dpa

Personalmangel an Schulen: Kretschmann will Teilzeit von Lehrern einschränken (und brüskiert ihre Verbände)

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Carsten60
26 Tage zuvor

„… könnten sich Referendare zurückziehen oder Interessenten abgeschreckt werden.“
Genau das wird passieren, wenn das alles so weitergeht.

Lera
24 Tage zuvor
Antwortet  Carsten60

Passiert schon lange. Jeder kennt Kommilitonen, die nach dem ersten Praktikum ob der mit Händen greifbaren Ausbeutung der Lehrer das Ziel Lehramt aufgeben oder das Studium noch durchziehen, aber dann nie ins Ref gehen.

Pit2020
26 Tage zuvor

Ist es in „the Länd“ nicht auch „Sitte“, Arbeitsverträge für LuL in Form von Kettenverträgen über Jahre zu gestalten?!
Wer könnte sich am Ende des Schuljahres nicht darüber freuen, über den Sommer finanziell KOMPLETT in der Luft zu hängen, zum Dank für all die Vorteile (jaaahaaa, üble Ironie) und die unendliche Freizeit (schon wieeeder Ironie, männo) im Rest des Jahres?!
Und jetzt alle: Staunen, denn AUCH DAS konnte ja vorher keiner ahnen, dass sich die „Wertschätzung“ gegenüber den LuL irgendwann mal herumspricht und die Folgen nicht ausbleiben.

Sissi
25 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

Klar,
Wenn sie dann die Möglichkeiten zur
Wehr wertmäßig einschätzen
ergibt sich wehrmäßig nicht viel.
Also bleibt: Wertschätzung, – Minimum reicht schon, woanders suchen – schade, schade, schade – ich konnte gerade wieder einen richtig Guten nicht zum Bleiben überreden.
Er geht in seinen vorherigen Stressjob (ISpflege) zurück. – Eigentlich alles klar!

Riesenzwerg
24 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020

Der Vorteil ist dabei – man lernt viel von Deutschland kennen und kann anderen viele Schule empfehlen.

Umzug Umzug Umzug

Und ich meine nicht Alaaf und Helau.

Achtung: Ironie inside

Kalkspatz
26 Tage zuvor

Eine Möglichkeit, die Schule vom Lehrermangel zu entlasten, wäre, die Stundentafel zu kürzen. Ntaürlich nicht bei den Kernfächern Mathematik und Deutsch. Die würde ich sogar eher stärken (ausweiten). Aber anderes kann auch gekürzt werden um 1-2 Stunden wöchentlich oder z.B. erst später folgen (Englisch ab Klasse 5).

Das wären machbare Alternativen für eine Übergangszeit.

Ragnar Danneskjoeld
25 Tage zuvor
Antwortet  Kalkspatz

Aha. Sie wollen D und M 1-2 Stunden ausbauen und Englisch reduzieren und somit die Stundentafel reduzieren. In einem haben Sie recht: wir brauchen mehr Mathe.

z.B.
24 Tage zuvor

oder andere Deutschkenntnisse. Als z.B. bin ich jetzt beleidigt.

Mankannesnichtfassen
26 Tage zuvor

Am besten dann auch den Äztemangel dadurch bekämpfen, dass nicht fertig ausgebildete Ärztinnen und Ärzte (die de facto ja noch keine sind) mehr alleine praktizieren. Gleiches gilt für Pflegekräfte usw. Warum nicht direkt jegliche Theorieausbildung abschaffen und die Leute sofort alleine und eigenverantwortlich in den Beruf werfen. Klappt schon! Immer positiv bleiben!

Realist
26 Tage zuvor

Man hat den Arzt im Praktikum abgeschafft und bezahlt Ärzte nach Abschuss des Studiums jetzt voll für diesen Teil ihrer Ausbildung. So hat man den Ärztemangel etwas gemildert.

Wenn Kretschmann die Sache mit dem Lehrermangel ernsthaft in Angriff nehmen will, sollte er die Lehrkräfte nach dem Master/ 1. Staatsexamen analog mit A13 bezahlen. Dann kann man auch über Deputatserhöhung für Referendare reden. So ist es nur das im Schulbetrieb übliche Kosteneinsparungsmodell auf Kosten der dort Beschäftigten.

Deshalb sagen sich auch immer mehr potenzielle Berufsanfänger „Lehramt? Ich bin doch nicht blöd!“ und studieren lieber etwas anderes.

Line
24 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Ich fänd’s schon super als Oberschullehrerin A13 zu bekommen!!

Sissi
26 Tage zuvor

Gute Idee,
dann würden sich die Politiker sicher – so noch nicht vorhanden – wieder Leibärzte halten.
Alle anderen würden sich wohl über eine Sparmedizinversorgung -> Zielscheibe: Politik, deutlich mehr aufregen
als über Schul -Totspargymnastik ala Prien&Co
-> Zielscheiben: meist die Lehrer/ faule Säcke

Kathrin
25 Tage zuvor

Sie bringen das Problem des allgemeinen Konsenses, dass „LehrerIn“ jede/r kann, prima auf den Punkt. Dass ein MP, der mal Lehrer war, diesen Schwachsinn mitmacht, ist ein einziges Armutszeugnis.

Konfutse
25 Tage zuvor

@Mankannesnichtfassen
Ja, aber das passiert doch schon und zwar bei unseren Politikern….

Einer
26 Tage zuvor

Is klar. Er hat erkannt, dass es mit den Teilzeitkräften eine blöde Idee war. Die Arbeitszeit von Vollzeitlehrern hat sich seit 50 Jahren nicht geändert. Nur die Aufgaben wurden mehr. Außerdem haben wir Lehrer eine zu starke Lobby und Gewerkschaften. Also kann die Arbeitszeit der Lehrer nicht erhöht werden. Wer läuft sonst noch an Schulen rum? Ach ja die Refies! Müssen ja noch lernen wie es geht und dafür benötigt man Unterricht. Also machen die einfach etwas mehr Unterricht. Sollen sich doch über die Gelegenheit mehr zu üben und zu unterrichten freuen.

Der Kretschmann ist wirklich ein ganz großer Denker.

DerechteNorden
25 Tage zuvor
Antwortet  Einer

Meine Arbeitszeit wurde bei der Umstellung von IGS auf GemS um 2,5 Stunden erhöht. Mir wurde auch das Urlaubs- und Weihnachtsgeld komplett gestrichen.
Lobby?

Riesenzwerg
24 Tage zuvor
Antwortet  Einer

Meine bezahlte Arbeitszeit hat sich nicht verändert.

Meine mal eben aus der Frei- und Erholungszeit geschüttelten Stunden haben sich verzehnfacht.

Elterngespräche ohne Ende – die Kids sind ja prima erzogen, haben alle ihre Sachen dabei, lernen fleißig und sind überhaupt die Besten.

Extraveranstaltungen ohne Ende – um die Schule zu präsentieren, Preise zu verleihen, Theateraufführungen nachmittags und diverse weitere Pflichtveranstaltungen, wobei die eigenen Kids wegorganisiert werden müssen.

Konferenzen – nehmen zu, genau wie Präsenzpflicht während der Sommerferien.

Alles in allem sieht mir das nach einer sehr erhöhten Arbeitszeit aus.

Wird nur nicht bezahlt und ist für KuMis und Senatoren halt ok.

MINT-Lehrer
26 Tage zuvor

Nächstens merkt er, dass auch so Leute wie Hausmeister, Raumpflegerinnen, Sekretärinnen etc. an der Schule herumlaufen und findet, die könnten doch auch Unterricht machen.

Dirk Meier
25 Tage zuvor
Antwortet  MINT-Lehrer

Durch das stark abgesenkte Niveau könnte das sogar funktionieren. Viel mehr als Knöpfe am CAS-Rechner drücken läuft im Mathematik-Unterricht bei uns sowieso nicht mehr.

CoronaLehren
24 Tage zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Aber immerhin einen CA-System. Die SPD (insbesondere Herr Stoch) ist für die Einführung des wissenschaftlichen TR verantwortlich. 2015 zurück ins 2.Jahrtausend, nicht in die Zukunft. Dynamische Geometriesoftware in jeder Stunde und in der Prüfung einen elektrischen Rechenschieber.
Das Niveau folgt der Intelligenz ins Bodenlose.

Bauklötzchen
25 Tage zuvor

Ich dachte zuerst, Herr Kretschmann ist einer von uns. Ich dachte er sorgt für eine bessere Entlohnung und eine Reduzierung der Arbeitszeit. Das waren wohl falsche Hoffnungen. Aber es bleibt ja noch die Möglichkeit, dass wir uns krankschreiben lassen, schliesslich sind wir ja privat versichert.

Ragnar Danneskjoeld
25 Tage zuvor
Antwortet  Bauklötzchen

Erde an Bauklötzchen: Kretschmann ist seit elf Jahren MP. Wenn Sie erst jetzt merken, was für ein Typ das ist, dann sind Sie unrettbar verloren.

gehtsnoch
23 Tage zuvor

Herr Kretschmann ist 73 Jahre jung.
Am 12. Mai 2011 und 12. Mai 2016 wurde er zum Regierungschef gewählt. Von November 2012 bis Oktober 2013 war Winfried Kretschmann Präsident des Bundesrates. Von Oktober 2013 bis September 2014 war er Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz.
Hört sich für mich so an, als wenn er mit 62 nach dem Dienst an einem Gymnasium in den Ruhestand gewechselt ist und seit 11 Jahren nun die ein wenig Rente aufbessert.

Mary-Ellen
25 Tage zuvor

Meine Bettnachbarin im KH wusste vorhin zu berichten, dass sie (selbst im päd. Bereich tätig) es erfolgreich geschafft hat, ihren Sohn von der Belegung eines Lehramtsstudiums abzubringen.

Pit2020
25 Tage zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

@Mary-Ellen

Liebe Mary-Ellen, was machst DU denn im KH? Da hast du mir einen gehörigen Schrecken eingejagt – hoffentlich nix allzu ernstes …
(Ich erinnere mich dunkel, dass du vor einiger Zeit einen KH-Termin erwähnt hast. Aber das muss hier im Forum auch nicht unnötig breit getreten werden.)

Btw:
Deine Bettnachbarin ist offensichtlich eine kluge, verantwortungsvolle – und erfolgreiche 😉 – Frau.

Liebe Grüße und vor allem gute Besserung für euch beiden toughen Ladies! 🙂

Dil Uhlenspiegel
25 Tage zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

Gute Besserung, Mary-Ellen!

Andre Hog
25 Tage zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

Liebe Mary-Ellen, was auch immer es ist….ich wünsche dir eine schnelle und problemlose Genesung!!!

Schicke dir gedankliche Stärkung!!! Ommmm…..!!! 😉

Mary-Ellen
24 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

Ach, ihr Lieben,
ist nix Schlimmes….nur die fünfte und letzte Hand-OP nach Fahrradunfall vor 3 Jahren.
Ich denke, die gedankliche Stärkung könnt eher ihr gut gebrauchen – ich bin ja inzwischen „fein“ raus!
Bitte kommentiert fleißig weiter….ich lese interessiert mit!
🙂

Riesenzwerg
24 Tage zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

Auch von mir gute Besserung!

Bin ich froh, dass es „nur“ das ist.

Und – herzlichen Glückwünsch zum Ausstieg!

Mary-Ellen
23 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Vielen Dank, liebe(r) @Riesenzwerg!
(Und, ja, auch Wege ZUR Schule können
ggf. unschöne Folgen nach sich ziehen…)
😉

marc
25 Tage zuvor

Warum denkt er nicht mal im Ansatz daran den Beruf einfach attraktiver zu machen? Ich kann es nicht begreifen.

  • A13 für alle!
  • Absenkung des Stundendeputats.
  • Mehr multiprofessionelle Teams
  • Höhere Quote an Entlastungsstunden abseits des Gymnasiums.

Wieso werden solche Dinge nicht angegangen? Warum versucht man stattdessen die letzten Samariter hier noch ausbluten zu lassen, weil die geizige Regierung den Beruf verkümmern lassen will?

Riesenzwerg
24 Tage zuvor
Antwortet  marc

Kostet! Geht nicht!

Realo
25 Tage zuvor

Oje, jetzt wird es so langsam Zeit. Würde sagen: Ab ins betreute Wohnen!
Oder ist die Pflege etwa auch kaputt gespart?

J. Schuhmacher
25 Tage zuvor

Mich deprimiert am meisten, wie weit sich mein Dienstherr, Herr Kretschmann, und seine Kolleg*innen von den Realitäten / dem Alltag an den Schulen entfernt haben! Denn ganz abgesehen von der Vielzahl an (z.T. breits genannten) sachlichen Argumenten, die gegen diese angedachten Maßnahmen sprechen, zeigen mir die Aussagen von Hrn. Kretschman v.a. eines: völliges Desinteresse an der Arbeit der Lehrer*innen sowie den Verhältnissen an den Schulen vor Ort!
Wann haben Sie sich, Herr Kretschmann, in den letzten Monaten/Jahren ohne Presse und ohne Entourage aus dem KM und den RPs einmal Zeit für ein Gespräch mit Ihren Lehrer*innen genommen? Einfach nur hinsitzen, Kaffee trinken und zuhören! Keine Rede, keine Fotos, keine Agenda… Ich besorge Butter-Brezeln!

Last edited 25 Tage zuvor by J. Schuhmacher
Blub
25 Tage zuvor

Solchen idiotischen Überlegungen werden dann wieder lächerlich phantasievolle Argumente entgegengehalten: Welcher Reffi braucht fünf Stunden, um eine Schulstunde vorzubereiten? Rechnet man das mal hoch auf die Gesamtstundenzahl (x5)… verrückt. Dann doch lieber überzeugende Argumente und die Lehrerausbildung ansprechen, die ohnehin schon totgespart wird.

trotzki
25 Tage zuvor
Antwortet  Blub

5 Stunden für jede Unterrichtstunde. Nachdem unsere Refs im zweiten Jahr in der Regel mit 17 Stunden eingesetzt werden, würde das bedeuten, dass eine 85 Stunden – Woche allein nur für die Vorbereitung bräuchten. Moment, die müssen die 17 Stunden ja auch noch halten und den ganzen Verwaltungskram auch noch machen. Seminare und Prüfungsvorbereitung gibt es ja auch noch.
Bei 168 Stunde in der Woche wird es jetzt aber langsam eng. (Schlafen, essen, trinken, und etwas Leben sollten Sie ja auch noch)

Andre Hog
25 Tage zuvor

Ich hatte ja bereits die andere Meldung zu Kretschmanns genialen Plänen zur Versorgung der Schulen mit mehr LuL-Stunden böse kommentiert.

Bei so viel Dreistigkeit und Schwachsinn fällt mir tatsächlich nix mehr ein.

Meine Lieblingsstelle bei seinen Ausführungen (an anderer Stelle – ich glaube, es waren die GMX-News) zum Thema ist, dass er ’seine Ohren bei weiteren Jammern auf Durchzug stellen werde.‘

Ich finde, dass wir das bei den unausweichlichen Anweisungen seitens der KuMis und MPs zur Lösung „ihrer politischen Probleme“ , wie z.B. der Unterbringung und Versorgung der Flüchtlingskinder aus der Ukraine, der zu erwartenden Mehrarbeit durch immer weitere Aufstockung unserer Aufgabenbereiche usw. ebenso tun sollten.

Ohren auf Durchzug, Dienst nach Vorschrift ohne jegliches weiteres zeitliches Engagement – auch wenn die Arbeit gefühlt noch nicht erledigt ist – Zeitmesser auf den Schreibtisch, wie vor einigen Jahren in NRW das sog. „PÄDAGOTCHI“ … und dann bei Erreichen der 43 Std / Woche den berühmten roten Stift fallen lassen.

Die würden sich umgucken, was alles so im Laufe eines Schuljahres liegenbleibt.

Aber wahrscheinlich macht wieder keiner mit bei einer konzertierten Aktion dieser Art, weil die SuS ja darunter leiden würden.

Last edited 25 Tage zuvor by Andre Hog
Sissi
25 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

Knicks und Verbeugung @ Andre Hog

Ich stelle bei mir fest: Wo es den SuS nicht schadet,
geht schon ein ganz klein bisschen „Ohren auf Durchzug“
– reiner Selbsterhaltungsdrang

Pit2020
25 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

@Andre Hog

„dass er ’seine Ohren bei weiteren Jammern auf Durchzug stellen werde.‘“

Mein Gott!
(Das würde Kretschmann wahrscheinlich noch als angemessene Anrede empfinden, nicht als Ausdruck von wenig … ach egal, und Verständnis ist keine Einbahnstraße. Und warum heißt „Entgegenkommen“ eigentlich „ENTGEGENkommen?“)

Was will er denn DAMIT bewirken?
Will er einen apokalyptischen Wirbelsturm auslösen? Was sonst sollte das Ergebnis sein bei seinen offensichtlich ohnehin „tauben Ohren“ und „dazwischen NICHTS, was den Durchzug bremsen könnte“!

Ansonsten hat @Sissi schon alles Weitere in Kurzform geantwortet.

Ragnar Danneskjoeld
25 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

„Aber wahrscheinlich macht wieder keiner mit bei einer konzertierten Aktion dieser Art, weil die SuS ja darunter leiden würden.“

Ja, so war das schon immer. Junge, naive, karrieregläubige Kollegen frisch vom Ref und profilierungswillig, die mittelalt-desillusionierten Kollegen verachtend, machen lieber der Schulleitung schöne Augen. Bis sie dann mit Ende 30/Anfang 40 dann (wahlweise einsetzen: Hörsturz/Burnout/Depression/Bandscheibenvorfall) erleiden und dann monatelang ersetzt werden müssen. Für MAU.

Riesenzwerg
24 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

J e p p !

Auch ich habe gelernt!

Wochenende – gehört …. Mir!

In der Woche … was nicht fertig wird, bleibt liegen.

Dabei sind die KuMis meine Vorbild – so wenig zu tun, schaffe ich wohl nie, aber ich arbeite daran, das Arbeiten zu lassen.

Pit2020
23 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

@Riesenzwerg

Lifelong learning … geht doch! 😉

Line
25 Tage zuvor

Statt an der Arbeitszeit von LehrerInnen und Refies herumzudehnen, sollte man Kretschmanns Arbeitszeit sofort auf Null reduzieren. Dieser Mann ist der personifizierte Hohn! Wir haben schon lange Abschied von Empfindlichkeiten genommen, aber irgendwo geht es dann auch faktisch nicht mehr!

Riesenzwerg
24 Tage zuvor
Antwortet  Line

Ähm, dessen Arbeitszeit ist doch schon Null.

Gibt es auch Minusarbeitszeit, wenn doch gar nicht gearbeitet wird?!

Es werden Sachen rausgehauen, ja. Aber … ist das schon Arbeit?

fradido
25 Tage zuvor

Wenn der VBE von durchschnittlich 5 Stunden Vorbereitung bei Referendaren pro Stunde spricht, dann schadet er leider unserer Sache. Jeder erkennt, dass das nicht stimmt und macht die Lehrerverbände nur unglaubwürdig. Klar bastelt man mal so lange an einer Stunde aber nie und nimmer im Mittel.
Das ändert nichts daran, dass Kretschmanns Vorschlag nicht hilfreich ist, die Lehrerversorgung zu verbessern.

dickebank
25 Tage zuvor
Antwortet  fradido

Im Mittel. – Wenn jemand für die Vorbereitung seiner UPP-Stunden und den jeweils fünf Umterrichtsbesuchen in seinen beiden Fächern hier in NRW mit jeweils max. fünf Stunden klar gekommen ist, soll sich bitte melden. Ich beabsichtige einen Pinocchio-Award zu spendieren. und eine Münchhausen-Stiftung zu gründen.

DerechteNorden
25 Tage zuvor
Antwortet  fradido

Wenn man die Unterrichtsbesuche mit einbezieht, dann kommt man im Mittel wohl auf diese fünf Stunden. Wenn ich mir überlege, wie viel Zeit ich mit meinen LiV allein über solche Besuche im Vorwege spreche, dann haut das wohl hin.

Riesenzwerg
24 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich finde, man darf auch die ganze Schnibbelei, Laminierei (bitte auch mal an UWS denken!) und erwartete megatolle Gestaltung aller dargebotenen Medien nicht vergessen.

In meinem Ref waren alleine die Sichtstunden derart vorbereitungsintensiv… Da kommt unser derzeitiger Referendar deutlich besser weg.

Doch allein die (für jedes Kind und jedes Fach in jeder Stunde) differenzierte Aufbereitung und Darbietung der ABs kostet Zeit ohne Ende (jaaaaa, von Fach zu Fach sehr unterschiedlich – unsere Mathelehrer beklagen sich deutlich weniger… als die Deutschlehrer).

Und wenn man mal von drei bis vier Differenzierungsstufen ausgeht, kommt da schon einiges an Zeit zusammen.

Unbezahlt, versteht sich.

Vater und Lehrer
25 Tage zuvor

Oh je…
Ich habe einen Kollegen, dessen Onkel einst Kollege unsers Ministerpräsidenten war (als dieser noch unterrichtete).
Wenn man den Aussagen dieses Herrn Glauben schenken darf, ist es logisch, warum unser MP an Mehrarbeit denkt…

Dil Uhlenspiegel
25 Tage zuvor

’s isch g’schafft.
Viel g’schafft.
Arg viel g’schafft.
No‘ ebbes meh‘ g’schafft.
Wieder no‘ meh‘ g’schafft.
Sauviel g’schafft.
Grad no‘ g’schafft.
Jetzt arg g’schafft.
Total zamg’schafft.
Z’lang z’viel g’schafft.
Dahingerafft.

Riesenzwerg
24 Tage zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Abg’schafft hört er!

CoronaLehren
24 Tage zuvor

Es geht doch nur noch darum, dass die Stunden „gehalten“ worden sind. Alles, was nicht als „ausgefallen“ in die Statistik eingeht ist ein Gewinn. Daher könnte der Referendar auch gleich fünf Stunden mehr halten. Schwimmen lernt man sowieso im Wasser am besten! Die Qualität des Unterrichts ist dem KM völlig wurscht. Vereinbarkeit von Familie und Beruf – ein Klassiker aus grünen Programmen. Jetzt auch mal unüberlegt vom Senior in die Tonne getreten. Ich habe mit 23 Stunden Deputat angefangen, innerhalb von zwei Jahren waren es dann 25. Die 41 Stunden Wochenarbeitszeit reicht nur im Jahresmittel aus. Der Lehrermangel wird sich durch die Aktion des MP Kretschmann noch vergrößern. Und das nur durch eine unüberlegt herausgeblökte Bemerkung. Danke!

Sami
24 Tage zuvor
Antwortet  CoronaLehren

Ich verstehe die Aussage „reicht nur im Jahresmittel aus“ nicht. Können Sie mir das bitte erklären?

Pit2020
23 Tage zuvor
Antwortet  Sami

@Sami

„Bedeutung/Definition1) Mittelwert, errechnet aus den Werten die für den Zeitraum von einem Jahr vorliegen“
https://www.wortbedeutung.info/Jahresmittel/
Bei weiterem Klärungsbedarf runterscrollen bis „Praktische Beispielsätze“.
„reicht nur im Jahresmittel aus“ = sonst abweichend vom Jahresmittel höher

Magic3
18 Tage zuvor
Antwortet  CoronaLehren

Meine Tochter, gerade im Ref, überlegt sich gerade, ob sie es schmeißen sollte: Schon jetzt viel zu viel Vorbereitungszeit. Sie arbeitet bis abends um 10, an fast allen Tagen der Woche.
Und die Aussicht?
Keine Aufstiegschancen, Arbeit ohne Grenzen ohne Möglichkeiten, dem zu entgehen – außer man macht einfach nur das Nötigste zu Lasten der Kollegen.

Wenn man sich selbst am nächsten ist, sicher eine Idee wert, schließlich sind wir (so gut wie) verbeamtet. Ich kenne genug Kollegen, die für sich diesen Weg gewählt haben, weil sie keinen anderen Ausweg mehr sehen.

Mirjam Wimmer
19 Tage zuvor

Ich stimme der Kritik, die die GEW an den erwogenen Maßnahmen übt, selbstredend zu.
Allerdings sollte die GEW endlich beginnen sich über ein vernünftiges Arbeitszeitmodell Gedanken zu machen (vgl. Dänemark. NICHT Hamburg) und diese Diskussion nicht ausblenden.