„Die Kinder haben sich verändert. Sie tun sich viel schwerer damit, Regeln zu akzeptieren“: Eine Kita-Fachkraft berichtet

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BERLIN. Der Tarifstreit zwischen Kommunen und Gewerkschaften um die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst ist vorerst beigelegt: Es gibt etwas mehr Geld und zwei freie Tage zusätzlich, wie News4teachers berichtet. Das Grundproblem ist damit allerdings nicht gelöst – meint jedenfalls Kita-Fachkraft und News4teachers-Leserin Marion. Auch sie fühlt sich in ihren Beruf als Pädagogin überlastet, wie sie im folgenden Beitrag darlegt. Die Ursache liegt jedoch tiefer, als sich in Tarifverhandlungen abbilden ließe. Es geht um unsere grundsätzliche Einstellung zu Kindern. Wir dokumentieren den überaus lesenswerten Post, der zunächst als Leserbrief veröffentlicht worden war, hier noch einmal prominent.

„Es passt so vieles nicht mehr zusammen.“ Illustration: Shutterstock

Marion, 21.05.2022 um 13:11 Uhr

Ok. 130 Euro und zwei zusätzliche Tage Urlaub nehm ich gern. Aber ändert sich dadurch grundsätzlich etwas an der generellen Unzufriedenheit in diesem Beruf? Und woher kommt diese Unzufriedenheit? Resultiert sie aus einer Überforderung, der wir uns angesichts immer höherer Ansprüche, ausgesetzt sehen? Worin bestehen diese Ansprüche eigentlich? Wer stellt diese Ansprüche an uns? Die Eltern? Die Politik? Wir selbst?

Oder entstehen die hohen Anforderungen durch gesamtgesellschaftliche Entwicklungen, auf die man als einzelner gar keinen Einfluss mehr hat? Ich denke dabei an die zunehmende Ökonomisierung des Alltags. An die gestiegenen Ansprüche hinsichtlich eines gewissen Lebensstandards, den man nicht aufgeben möchte.

Ich kann jetzt nur für mich sprechen, ob andere das auch so sehen weiß ich nicht:
Vielleich werden wir, für das was wir leisten, zu schlecht bezahlt, das mag durchaus sein. Ich persönlich empfinde das nicht so. Ich hatte noch nie das Gefühl, zu wenig zu verdienen. Meine Unzufriedenheit resultiert aus ganz anderen Aspekten.

Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten 20 Jahren rasant verändert. Ich persönlich kann mit diesen Umbrüchen nicht immer mithalten. Mir ist diese Welt inzwischen oft zu hektisch, zu schnell, zu laut. Diese allgemeine Unruhe überträgt sich natürlich auch auf den Kitaalltag.

„Die Frustrationstoleranz vieler Kinder ist sehr gering. Es wird wegen Nichtigkeiten sofort geschrien, geweint oder getobt“

Obwohl ich noch vor 15 Jahren wesentlich mehr Kinder zu betreuen hatte, nämlich 25, 26, 27 zusammen mit einer Kinderpflegerin, und wenn die krank war oder frei hatte, auch alleine, empfinde ich die Arbeit heute als wesentlich stressiger und belastender. Ich stelle fest, dass die Kinder sich verändert haben. Sie tun sich viel schwerer damit einfache, allgemein gültige Regeln, zu akzeptieren. Es ist oft wirklich sehr mühselig, wenn man diese Alltagsregeln immer wieder aufs Neue erklären und durchsetzen muss, obwohl sie eigentlich jeder längst kennen müsste.

Die Frustrationstoleranz vieler Kinder ist sehr gering. Es wird wegen Nichtigkeiten sofort geschrien, geweint oder getobt. Oft erschrickt man, weil man denkt, einem Kind müsste irgendetwas Schreckliches zugestoßen sein, dabei hat nur jemand etwas gesagt, was dem anderen nicht gefallen hat. Für die Lösung allerkleinster Konflikte oder den Umgang mit minimalen Abweichungen vom Gewohnten brauchen sie die Hilfe eines Erwachsenen. Die Bereitschaft, sich selbst um eine Lösung zu bemühen, ist enorm gesunken. All das führt dazu, dass schon das ganz normale „Alltagsgeschäft“ im Kiga immer belastender wird und schwieriger zu bewältigen ist.

Hinzu kommt, dass gewisse Basisfertigkeiten, die Kinder früher „automatisch“ gelernt haben, heute mühsam antrainiert werden müssen. Z.B. einen Stift richtig zu halten – das haben sich die Kinder früher im Laufe der Zeit abgeschaut. Wenn sie Vorschulkinder waren, hatten sie sich eine korrekte Stifthaltung angewöhnt, ohne dass ihnen das vorher groß beigebracht worden wäre. Heute habe ich immer mehr Vorschulkinder, denen ich erst zeigen muss, wie man einen Stift richtig hält. Ob das daran liegt, dass Kinder nur noch selten Erwachsene mit einem Stift arbeiten sehen, sei einmal dahingestellt. Fakt ist, dass viele Basisfertigkeiten, die früher noch ganz selbstverständlich erworben wurden, heute, meist vom Kita-Personal, mit den Kindern eingeübt werden müssen.

Die Tendenz geht immer mehr dahin, dass Kinder allgemeine Lebenskompetenzen nicht mehr von den Eltern vermittelt bekommen, sondern dass sich dabei komplett auf den Kindergarten verlassen wird. Was ja auch kein Wunder ist, verbringen ja nicht wenige Kinder unter der Woche dort fast genauso viel Zeit wie zu Hause.

Dazu kommt, dass der Wert familiärer Erziehungsarbeit geringgeschätzt wird, während man von Seiten der Politik und der Wirtschaft die Dringlichkeit der frühen Bildung durch öffentliche Betreuungseinrichtungen propagiert. Aber es ist schlicht nicht wahr, dass Kinder irgendetwas versäumen, wenn sie vielleicht erst mit drei oder vier Jahren einen Kiga besuchen.

Kein Kind BRAUCHT für eine gesunde Entwicklung unbedingt eine Krippe. Die Eltern und die Arbeitgeber BRAUCHEN Krippenplätze, damit die Kinder betreut sind, während die Eltern arbeiten.

Die vollmundigen Versprechungen diverser Familien – und Bildungsminister, wie sehr schon die Jüngsten sozial und kognitiv von Krippe und Kindergarten profitieren würden, haben die Erwartungen von Eltern der Kita gegenüber enorm geschürt. Manchmal drängt sich mir der Eindruck auf, mit dem Eintritt in die Kita gibt man die Verantwortung dafür, dass „das Kind etwas lernt,“ an die Erzieher ab. Diese Erwartungshaltung, gepaart mit Personalmangel und schlechten Arbeitsbedingungen – und, vor allem während der Pandemie, miserablem Gesundheitsschutz, haben zur Entwicklung großer Unzufriedenheit unter den Erzieherinnen beigetragen.

Es passt so vieles nicht mehr zusammen: Einerseits wird von uns verlangt, den Kindern größtmögliche individuelle Förderung zuteil werden zu lassen, auf jedes einzelne Kind, seinen Bedürfnissen entsprechend, einzugehen, jedem sein eigenes Tempo zu lassen und nur ja niemanden zu irgendwas zu zwingen, dabei immer geduldig selbst die absonderlichsten Marotten, verständnisvoll zu akzeptieren. Andererseits aber ist es ok, ein weinendes, übermüdetes oder krankes Kleinkind morgens der Erzieherin zu übergeben.

„Ich finde es nicht normal, dass Kinder geboren werden, um dann schnellstmöglich ganztägig in Institutionen gesteckt zu werden“

Es ist ok, sein Kind täglich von 8.30 bis 15 Uhr oder länger in den Kindergarten zu bringen, obwohl man mit dem jüngeren Geschwisterkind noch in Elternzeit ist. Und nein – das ist kein Einzelfall. Das kommt immer häufiger vor, weil Eltern tatsächlich glauben, ihr Kind würde etwas versäumen oder weil sie schlicht überfordert sind, zwei Kinder gleichzeitig zu betreuen oder weil sonst keine Spielpartner für das Kind zur Verfügung stehen, weil ja alle in der Kita sind.

Aber sorry, ich finde das nicht mehr normal. Ich finde es nicht normal, dass Kinder geboren werden, um dann schnellstmöglich ganztägig in Institutionen gesteckt zu werden, wo sie in Massen betreut werden und schon im Krippenalter lernen, dass man um die Aufmerksamkeit der erwachsenen Bezugsperson kämpfen muss. Wo sie immer von Zäunen umgeben sind, abgeschnitten vom Rest der Welt, in einer extra für sie aufbereiteten Kinderwelt unter den wachsamen Augen ihrer Erzieherinnen. Wo sie nichts mehr erfahren, von der Erwachsenenwelt, weil Erwachsene in ihren Büros vor ihren Computern hocken und einem Beruf nachgehen, den man Kindern irgendwie gar nicht mehr richtig erklären kann.

Wir bringen ihnen Lieder bei, vom Bauern, vom Müller und vom Bäcker, obwohl es in ihrer Umgebung gar keine Bauern, geschweige denn Müller gibt. Bäckereien gibt es auch keine richtigen mehr. Dafür Backfilialen von irgendwelchen Großbäckereien.

Wir koppeln uns selbst und unsere Kinder total ab von dem, was Leben eigentlich ausmacht. Wir verlieren völlig die Verbindung zu natürlichen Zusammenhängen, die doch eigentlich unsere Lebensgrundlage sind und schneiden auch unsere Kinder davon ab und das allein deshalb, weil wir glauben, unseren geheiligten „Wohlstand“ nur mit noch mehr Arbeit, noch mehr Gewinn, noch mehr technischem „Fortschritt“ und Digitalisierung gewährleisten zu können. Vor lauter Arbeit und Kampf um Erhaltung unseres Lebensstandards, auf den wir keinesfalls verzichten wollen, merken viele gar nicht, dass Kinder dabei nur noch im Weg sind.

Was macht es eigentlich mit denen, wenn sie mitkriegen, dass sie ständig irgendwie wegorganisiert werden müssen, damit der „Familien“-Alltag funktioniert? Während der Pandemie wurde das besonders deutlich: Weil die Kinder eben nicht mehr so einfach „wegorganisiert“ werden konnte, waren viele Eltern am Rande des Nervenzusammenbruchs. Die schnelle Öffnung der Kitas wurde verlangt, egal ob Pandemie war oder nicht. Ich finde, das sagt eine Menge über unsere Gesellschaft aus.

So, das war jetzt sehr weit ausgeholt, aber manchmal geht es halt mit mir durch, weil ich die Rufe nach mehr Geld und „Anerkennung“ und mehr Bildung usw. nicht mehr hören kann. Wir haben viel tiefer liegende Probleme, und wenn wir das nicht erkennen, wird sich auch nichts wesentlich verbessern. News4teachers

Leserposts

News4teachers ist mit im Schnitt mehr als einer Million Lesern monatlich Deutschlands größtes Nachrichtenmagazin für die Bildung – und es versteht sich auch als Diskussionsmedium. Wir freuen uns über jeden Leserbeitrag, der dazu beiträgt, unterschiedliche Perspektiven zu den Themen unserer Beiträge darzustellen.

Für die Veröffentlichung gelten ein paar Regeln, die sich im Grundsatz nicht von denen unterscheiden, die im normalen menschlichen Miteinander gelten – hier sind sie nachzulesen. Besonders interessante Posts  – wie den oben stehenden – veröffentlichen wir dann gerne auch als Gastbeitrag im redaktionellen Teil von News4teachers. Jeder und jede, der oder die sich für die Bildung engagiert, ist herzlich eingeladen, sich (auch anoynm) an den Debatten zu beteiligen. Jeder Beitrag auf News4teachers ist frei zur Diskussion. Natürlich auch dieser.

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Klaus Lehmkuhl
1 Monat zuvor

Schön formuliert : ˋ Sie tun sich schwer , Regeln zu akzeptieren . ´ In Wirklichkeit sind sie ihnen scheißegal und sie machen einfach , was sie wollen . Auch in der Schule . Da ist es wenig hilfreich , mit solchen Euphemismen zu arbeiten .

Uwe
1 Monat zuvor
Antwortet  Klaus Lehmkuhl

Unfassbar : 46 Menschen finden so einen Schwachsinn gut. Habe einen 5jährigen Sohn, erlebe massenhaft Kleinkinder in meinem Umfeld , auf Kinderspielplätzen und im Kindergarten in die er geht. Alles höchst konstruktive Kinder die rücksichtsvoll und auch liebevoll miteinander umgehen , ich habe in den 5 Jahren nichts aber auch gar nichts negatives erlebt.

Anton
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Sicher haben diese Kinder das Rücksichts- und Liebevolle von Ihnen am Modell gelernt – schon der erste Satz strotzt davon.

Du!
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Kann nicht sein.

Du!
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Sie schreiben unten davon, was auch immer mal wieder zwischen Kindern passieren kann. Ganz normal. Sind halt Kinder und keine Superwesen. Widerspricht sich aber zu Ihrer Aussage oben.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Ich finde den „Schwachsinn“ nicht gut – sondern realistisch!

Die von Ihnen beschriebenen Kids nehme ich alle – (zu) viele meiner SuS sind auf gute Vorbilder angewiesen.

Ich
1 Monat zuvor
Antwortet  Klaus Lehmkuhl

Also,ich habe auch SuS , die sich wie Prinzen/ Prinzessinen aufführen.
Aber
denjenigen sage ich auch deutlich , dass das so nicht geht .
Was mich befremdet, sind diese Verallgemeinerungen hier.
Wir haben so viele SuS , die NICHT so sind .

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Klaus Lehmkuhl

Nein. Scheißegal sind sie ihnen nicht. Die Kinder selbst können nichts für die Fehlentwicklungen einer völlig überreizten, hysterischen und aus den Fugen geratenen Gesellschaft. Dafür sind allein wir Erwachsenen verantwortlich!

ein Vater
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Vor allem sind Kinder nicht verantwortlich für eine frömmelnde, unrealistische „und aus den Fugen geratene“ Schulpolitik, die sich gerecht und kinderfreundlich gibt (siehe Inklusion), in Wahrheit aber alles andere als das ist. Jedenfalls in den Auswirkungen der schönen Theorien auf den realen Schulalltag.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  ein Vater

Das ist wahr.

Wer aber dann?

KuMis sind für ihr Handeln nicht verantwortlich zu machen.

Nein, auch Eltern und Lehrkräfte nicht.

Wir sind wieder bei den Sparmaßnahmen.

Doch die KuMis?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Das stimmt!

Der Haken an der Sache ist – und so verstehe ich Klaus Lehmkuhl auch – dass die Kids diese „Scheißegalhaltung“ von den Eltern und Erziehungsberechtigten (wieso eigentlich“berechtigt“ und nicht „verpflichtet“? Werde ich nie verstehen ) gelernt und sich zu eigen gemacht haben.

Damit stimmt für mich die Aussage.

Und dass wir zum Glück such sehr viele andere Kids haben, macht mich fast schon traurig.

Denn – was lernen und ertragen die?

Sie lernen, dass wir Erwachsenen nichts dagegen unternehmen können.

Sie lernen, dass wir relativ ohn“mächtig“ im Sinne von ratlos und hilflos und handlungslos sind.

Sie lernen, dass wir sie nicht schützen (können).

Sie lernen, dass sie keine Hilfe bekommen.

Textuale Lücken bitte inhaltlich sinnvoll ergänzen.

Die Kids mit gutem Sozialverhalten leiden unter dem anti-sozialem Verhalten von der ersten bis mindestens zur zehnten Klasse.

Ziel? Leidensfähigkeit steigern?

Ist so’n bisschen wie in der aktuellen Regierung. Die Minderheiten-FDPschreit an, was gemacht wird.

tingel
1 Monat zuvor

Ich kann diesem Beitrag nur Recht geben.
Ein Problem unserer Zeit ist aber auch, dass es sich viele Mütter nicht mehr aussuchen können, ob sie zuhause bleiben oder arbeiten gehen, da das Geld ansonsten nicht reicht.
Früher hat 1 Gehalt ausgereicht (Meine Mutter z.Bsp. ist wieder arbeiten gegangen als ich 12 geworden bin), heute ist das in vielen Familien schon sehr schwierig mit 1 Gehalt zurecht zu kommen, aber wenn die Preise weiter so steigen wie im Moment aber die Gehälter nicht in annähernd gleichem Maße, dann wird sich diese Situation noch weiter verschärfen. Schon jetzt ist bei uns die OGS übervoll, das Schulkinderhaus, welches bis 18:00 Uhr betreut,hat eine lange Warteliste und wenn ab 2025 jedes Kind ein Anrecht auf einen Platz hat, wissen wir im Grunde nicht, wohin mit den Kindern.
Viele Eltern sind durch die Arbeitsbelastung schon so in Beschlag genommen, dass sie mit den Bedürfnissen der Kinder überfordert sind und froh sind, alles an Kindergärten und Schulen abgeben zu können.
Diese Entwicklung macht mir große Sorgen, da Schule hier bei uns ohne Unterstützung der Eltern nicht wirklich funktioniert.

Hoffnung
1 Monat zuvor
Antwortet  tingel

Genau so sehe ich das auch!
Hinzu kommt, dass inzwischen die Kinder, die selbst nicht gelernt haben sich an Regeln zu halten, die heutigen Kinder erziehen. Das Unterrichten in den Schulen wird dadurch zunehmend erschwert.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Hoffnung

Wer macht hier nur die Daumen nach unten?
Unbegreiflich.

Viele Kinder halten sich nicht an Regeln. Punkt.

Das fing schon vor über 20 Jahren an. Punkt.

Da waren viele Kinder. Punkt.

Diese Kinder haben Kinder. Punkt.

Diese werden (nicht) erzogen. Punkt.

Das Unterrichten/Betreuen wird zunehmend schwerer. Doppelpunkt!

Martina
1 Monat zuvor
Antwortet  Hoffnung

Richtig! Eltern, die selbst schon nicht mehr gelernt haben, sich zu beherrschen und an Regeln zu halten, erziehen inzwischen Kinder. Auch das Erziehungshandwerk will gelernt sein. Von Generation zu Generation wird es weitergegeben.
Heute werden oft zwei Extreme weitergegeben: Verwöhnung und Laissez-faire.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  tingel

Wo bleibt denn der so oft postulierte „soziale Zusammenhalt“ auch in Kita und Grundschule? Heißt es nicht immer, der soziale Zusammenhalt werde primär durch politische Extremisten gefährdet?
Und wo bleiben eigentlich die Meinungsumfragen unter Kindern, auf welche Art und wie lange sie in welcher Art von „Einrichtungen“ „betreut“ werden wollen? Leben wir nicht im Zeitalter der Umfragen?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

„Wo bleibt denn der so oft postulierte „soziale Zusammenhalt“ auch in Kita und Grundschule?“

Nun, der bleibt aufgrund der Sparpolitik auf der Strecke.

Außerdem gibt es Kids, die von sozialem Zusammenhalt rein gar nichts halten und an der Zerstörung dieser arbeiten. – Andere individuelle Ziele. Man kann niemanden zum Zusammenhalt zwingen.

„Heißt es nicht immer, der soziale Zusammenhalt werde primär durch politische Extremisten gefährdet?“

Mag sein. Aber antisoziale Wesen tragen schon früh ihren Teil bei. Und ja, sie sind schon extrem.

„Und wo bleiben eigentlich die Meinungsumfragen unter Kindern, auf welche Art und wie lange sie in welcher Art von „Einrichtungen“ „betreut“ werden wollen?“

Da gucke ich ins Glaskügelchen und sage – die Digitalisierungspartei mit „digital first – Bedenken second“ braucht keine Umfrage, deren Ausgang sooo glasklar ist.

„Leben wir nicht im Zeitalter der Umfragen?““

Ja. Doch traue nie …. Und die von Bertelsmann und Co sind ja nicht wirklich als unabhängig zu bezeichnen.

Herbert Grönemeyer sang einmal „Kinder an die Macht …. Kriege werden aufgegessen …“

Heute macht mir „Kinder an die Macht“ Angst.

Denn das werden die Schreihälse sein.

Die FfFs sind eine wahnsinnig gute Chance. Ich drücke uns allen die Daumen, dass sie noch mehr werden und eine Partei gründen.

Marie
1 Monat zuvor
Antwortet  tingel

Auch früher war es nicht leicht mit einem Gehalt auszukommen. Zumindest nicht bei uns, aber wir hatten keine andere Wahl. Doch wenn ich sehe wie diese kleinen Menschen schon nach einem Jahr für viele Stunden abgegeben werden bin ich froh dass wir keine andere Möglichkeit hatten. Es war mit viel materiellem Verzicht verbunden aber das habe ich gerne in Kauf genommen. Heute kann man sich die Elternzeit ja sogar in den ersten Jahren aufteilen was ich tatsächlich als Luxus sehe.

Ines Schmidt
1 Monat zuvor
Antwortet  tingel

Frechheit.

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Ines Schmidt

Hä?

#bildungsrevolutionJetzt
1 Monat zuvor

Leider nur eine „Meinung“ ohne jegliche wissenschaftlichen Hintergründe, die es zu genüge gibt.

Das finde ich schade, aber es war wahrscheinlich auch nicht die Intention der Autorin etwas allgemeingültiges darzulegen.

Zur U3 Betreuung gäbe es viel zu sagen aus wissenschaftlicher Sicht und da lassen sich auch alle Fragen beantworten (www.gute-erste-kinderjahre.de).

Ich habe nicht ganz verstanden, wie der Text unsere allgemeine Haltung zu Kindern hinterfragt. Für mich liest er sich eher wie ein „früher war alles Besser“ Rant.

Auch wenn ich einigem zustimme, kann ich die Beobachtung bezüglich der Kinder nur teilweise bestätigen. Vor allem den Vergleich mit „vor 20 Jahren“ finde ich interessant. Denn unsere Arbeit ist eigentlich vor allem auch deshalb anspruchsvoller geworden, weil wir heute wissen, dass man mit Regeln und Grenzen sehr verantwortungsbewusst umgehen muss.

Früher war es einfacher 30 Kinder zu betreuen, weil Kinder von zu Hause aus „den Drill“ gewohnt waren und sich deshalb leicht an Regeln und Normen halten konnten.

Heute erziehen viele Eltern glücklicherweise bedürfnisorientierter und lassen den Kindern ihre Autonomie. Das ist für Erzieher*innen herausfordernder, aber ermöglicht Kindern auch eine gesündere Entwicklung.

Ich finde es immer sehr kritisch „die frühere Arbeit“ mit der heutigen zu vergleichen und dann die Kinder als Grund für den steigenden Stress zu nennen.

Der tatsächliche Grund ist meines Erachtens die höhere Qualifikation des Erzieherpersonals ohne adäquate Reaktion der Politik auf die Rahmenbedingungen.
Der Anspruch an die Erziehung wächst zurecht, aber politisch werden der Erziehung nicht die dazu benötigten Rahmenbedingungen zugesprochen. Dies resultiert in dem nun vorliegenden Bewältigungs-Dilemma.

Lloyd DeMause hat in „Das emotionale Leben der Nationen“ sehr gut dargelegt, wie regelmäßig sehr fortschrittliche auf sehr konservative Erziehung prallt, was bei uns durchaus zu Verwirrung führen kann.

Wir tendieren dazu „moderne Erziehung“ zu pauschalisieren, statt zu differenzieren und sind etwas orientierungslos in der Bewältigung der vorhandenen Erziehungsdiskrepanz.

DeMause legt jedoch auch eindeutig dar, wie die Erziehung unterm Strich immer gesünder wird. Und auch meinen eigenen Beobachtungen nach, ist dies der Fall:

Es ist einfacher alle Kinder zum Essen zu zwingen und mit Nachtisch zu bestechen. Aber es ist eben auch gesünder sie frei entscheiden zu lassen und den Nachtisch unabhängig dessen zu gewähren.

Wenn der Text also tatsächlich um die Haltung gegenüber unserer Kinder gehen soll, dann vermittelt er mir eine sehr negative Haltung gegenüber autonomeren Kindern die sich mehr mit ihren Emotionen auseinander setzen dürfen.

Eine Haltung, die meines Erachtens kritisch zu betrachten ist.

#bildungsrevolutionJetzt

Last edited 1 Monat zuvor by #bildungsrevolutionJetzt
Marc
1 Monat zuvor

Ich verstehe ihre kritische Positionierung zu der Haltung, die im Text suggeriert wird. Aber ihr „Ideal“ scheitert an der praktischen Umsetzung.

Wenn ich mit 25 Kindern teilweise stundenlang allein bin, alle aber satt nach und zufrieden nach Hause gehen müssen (Elternbashing: schließlich wollen die Eltern das unbedingt!), dann besteche und überrede ich auch.

Die Nerven im SuE sind blank, die Fachkräfte überlastet und ausgebrannt. Gute Arbeit ist nur unter guten Bedingungen zu leisten. Alles andere ist Luxus auf dem Rücken der Menschen, die das System frühkindliche Bildung und Erziehung gerade noch am Laufen halten.

#bildungsrevolutionJetzt
1 Monat zuvor
Antwortet  Marc

Dazu zitiere ich gerne aus dem Text:

„Der tatsächliche Grund ist meines Erachtens die höhere Qualifikation des Erzieherpersonals ohne adäquate Reaktion der Politik auf die Rahmenbedingungen.
Der Anspruch an die Erziehung wächst zurecht, aber politisch werden der Erziehung nicht die dazu benötigten Rahmenbedingungen zugesprochen. Dies resultiert in dem nun vorliegenden Bewältigungs-Dilemma.“

#bildungsrevolutionJetzt

simmiansen
1 Monat zuvor

„Heute erziehen viele Eltern glücklicherweise bedürfnisorientierter und lassen den Kindern ihre Autonomie.“
Aus meiner Erfahrung (lässt sich empirisch aber bestimmt auch mit irgendeiner Studie nachweisen 😉 führt genau diese angeblich moderne Haltung unseren Kindern gegenüber zu deren Drang nach sofortiger Bedürfnisbefriedigung und dem Unvermögen, andere Menschen mit deren eigenen Bedürfnissen wahrzunehmen.
Kann man haben wollen – muss man aber nicht!

#bildungsrevolutionJetzt
1 Monat zuvor
Antwortet  simmiansen

Ja, dazu gibt es in der Tat viele Studien und auf genau diese beziehe ich mich (neben meiner praktischen Erfahrung).

Dem Gegenüber stehen allerdings nur einzelne (meist Kinderärzte) deren Bücher jegliche wissenschaftliche Grundlage vermissen lassen und sich nur auf ihre persönliche Erfahrung stützen.

Beispiel Michael Winterhoff.

Ausreichend dargelegt ist jedoch die positive Wirkung bedürfnisorientierter Pädagogik, mittlerweile sogar von der Neurobiologie (siehe Die erste Bindung, Nicole Stüber).

Die scheinbare Ignoranz Wissenschaftler Erkenntnisse der hier mitleidenden schockiert mich zutiefst.

Gerne lasse ich mir Literatur empfehlen, die evidenzbasiert darlegt, dass autoritäre Erziehung eine gesunde Wirkung auf Kinder hat.

Dass sie eine züchtigende Wirkung hat ist klar, dass sie jedoch zu keiner gesunden Entwicklung beiträgt ist auch ausreichend dargelegt.

#bildungsrevolutionJetzt

kölnerin
1 Monat zuvor

„Viele Studien“, die gibt es immer! Und dass Herr Winterhoff nun gerne- bei allem Fehl- instrumentalisiert wird, liegt auf den Hand.

Hoffnung
1 Monat zuvor
Antwortet  simmiansen

Genauso ist es. Sehen wir in der Schule tagtäglich. Viele SuS müssen sofort auf die Toilette, sofort trinken (ausserhalb der Pause, denn da musste das Kind ja nicht), sofort dran kommen etc.

Rike
1 Monat zuvor
Antwortet  simmiansen

Hier liegt wieder die Problematik der Definition von Bedürfnisorientiert. Bei dieser Art der Erziehung wird nicht nur das Bedürfnis des jeweiligen Kindes in die Waagschale geworfen, sondern ebenfalls der in der jeweiligen Situation beteiligten Mitmenschen. Es wird zusammen mit dem Kind abgewogen, welches Bedürfnis grade am wichtigsten ist (Eltern, Geschwister, andere Kinder etc. und natürlich auch das Bedürfnis des Kindes) und dementsprechend gehandelt. Die Vorstellung, dass hier also immer eine sofortige Befriedigung eines aufkommenden Bedürfnisses stattfindet ist nicht richtig. Das Ziel ist Kindern zu zeigen wie sie sozial handeln und nicht nur ihrem eigenen Bedürfnis nachgehen. Eben nicht vorgegebene Regeln befolgen, ohne zu wissen warum („weil man das eben so macht“) sondern selbst in der Lage sein in Konfliktsituationen das „beste“ für sich und die anderen finden. Am Ende dann irgendwann ohne die Hilfe eines Erwachsenen…
Also ja: aufwändiger in der Umsetzung, aber wenn richtig gelebt langfristig einfacher.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Rike

Eigentlich ist das der Job der Eltern. Falls Kinder zu klein sind und die Eltern arbeiten müssen, geht dieses Erarbeiten nur mit genügend Personal. Letzteres …

simmiansen
1 Monat zuvor
Antwortet  Rike

Danke für diese sachliche Auseinandersetzung mit meiner verkürzten Antwort.
Da ich wie immer viel um die Ohren habe, bleibt es erneut bei einer auf das aus meiner Sicht Wesentliche reduzierten Reaktion:

Warum immer nur „Schwarz oder Weiß“ sehen?
„#bildungsrevolutionJetzt“ versteift sich immer auf eine angeblich propagierte machtbasierte „Autoritäre Erziehung“, wobei „Marion in ihrem Stoßzeufzer-Brief ganz andere Tendenzen im Blick hatte – nämlich dass dieses ständige Kreiseln um die Bedürfnisse von Kindern nicht wegzuwischende negative Entwicklungen von Kindern hervorruft. (Ist kein Studienergebnis, sondern tägliche Beobachtung!)
Ja, Kinder benötigen für eine gesunde emotionale Entwicklung auch die Orientierung an Autoritäten oder besser gesagt Vorbildern.
Keiner behautet wie „#bildungsrevolutionJetzt“, dass das automatisch mit Drill verbunden sein muss! Aus meiner Autoritätsposition heraus kann ich ebenso die Bedürfnisse von Kindern wahrnehmen, diese beachten, mit den Kindern besprechen und gemeinsam zu Lösungen kommen. Was ich aber keinesfalls jedes Mal von vorne anfange ist, jede Regel ständig neu zu besprechen und jedem persönlichen Befinden sofort nachzugeben. Eine vereinbarte Regel gilt einfach, auch wenn sie persönlich nicht passt. So wie im wahren Leben. 😉
Auch Frustrationstoleranz ist eine der Eigenschaften, die unsere Gesellschaft (noch) zusammenhalten.
Die erreiche ich nicht durch einen zu starken Fokus auf die Bedürfnisse des Einzelnen! Hier ist Ausgewogenheit gefragt, die ich bei vielen Eltern und „#bildungsrevolutionJetzt“ vermisse.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Rike

Es geht ja auch ein klein wenig darum, zu gucken, welche Bedürfnisse in welchem Entwicklungsabschnitt tatsächlich sofort befriedigt werden müssen und welche nicht.

Die Bedürfnisse ändern sich mit dem Reifegrad.

Je älter, reifer ein Kind wird, desto wichtiger wird es, auch mal etwas auszuhalten – warten, anderen den Vortritt lassen, soziale Kompetenz zu entwickeln.

Muss geübt werden, muss gelernt werden.

Sonst haben wir lauter Lft-ler, die nicht in der Lage sind, durchzuhalten, sich anzustrengen, sich selbst zu überwinden.

Line
1 Monat zuvor
Antwortet  Rike

So viel zur Theorie der Bedürfnisorientiertheit. Viele Eltern verstehen das aber leider falsch und bringen sich mit dem „uneingeschränkt alles, was das Kind will“ an ihre Grenzen. Ich bin erschrocken, wenn ich junge Mütter erlebe, die Burnout-Symptome zeigen! Eine meinte zu mir, sie bedauere jede Schwangere, die sie sähe. Da fällt die Freude an der liebevollen Aufzucht absoluter Erschöpfung zum Opfer. „Schlafcoaches“ schießen wie Pilze aus dem Boden und werden von verzweifelten Eltern teuer bezahlt……Hauptsache mal wieder eine Nacht schlafen.

Was diese missverstandene Bedürfnisorientierung auch für mich als Lehrerin bedeutet, will ich hier gar nicht ausführen. Ganz definitiv hat sich in den letzten Jahren massiv etwas verändert….und zwar ganz genau so, wie in obigem Artikel beschrieben. Nicht nur im Kindergarten, sondern auch in Schulen – und wie ich immer wieder in meinem Umfeld höre, auch bei Auszubildenen und Referendaren…

Nein, selbstverständlich gilt das nicht für alle! Aber für zu viele.

Und viele der wenigen Mutigen, die noch bereit sind, Lehramt zu studieren, brechen ihre Ausbildung ab, sobald sie vor den Kindern stehen. Ich ahne, dass es hier kausale Zusammenhänge geben könnte.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  simmiansen

Ich liebe die Eltern, die learning bei doing – ich kann keine Lautschrift h machen.

Gutes Beispiel – neulich kurz vor 22.00Uhr bei einem Möbelhandel aus dem skandinavischen Raum.

Kleinkind auf Papas Arm, halben Liter Cola in des Kindes Hand, nuckelt am Strohhalm.

Das ist Bedürfnisorientierung pur.

Koffein und Zucker – mega wichtig mitten in der Nacht

Dann – ich kann’s bis heute nicht fassen – Mama sagt: „Hoffentlich schläft er heute endlich mal durch.“

Eine Hoffnung, die sich wohl nicht erfüllt hat.

Vielleicht ist es doch mal gut, auf Bedürfnisbefriedigund sofort zu verzichten und das Hirn einzuschalten.

simmiansen
15 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Lieber Riesenzwerg,
dem stimme ich zu … weil es meiner Meinung oben nicht widerspricht. 😉

Teacher Andi
1 Monat zuvor

Wissenschaftliche Studien prallen aber auch sehr oft mit der realen Praxis zusammen, das muss man erkennen. Es gibt nicht den Idealfall „Kind“, jedes ist anders und hat seine individuellen Ausprägungen, und auch nicht immer eine gute Kinderstube (das ist jetzt nicht schulmeisterlich nach dem Motto „früher war alles besser“ gemeint). Erziehungsdiskrepanz ist immer gegeben, wenn die erziehenden Personen häufig wechseln, was heute in der Regel der Fall ist (Eltern, Großeltern, verschiedene Erziehner und Lehrer). Auch die erziehenden Personen haben einen gewissen autonomen Anspruch, und Autonomie kann in einer Gruppe/Gesellschaft nur bis zu einem gewissen Grade toleriert werden, sonst artet sie in Egoismus aus. Wenn sich 25 Kinder mit ihren Emotionen auseinander setzen, ohne auf andere Rücksicht zu nehmen, dann ist keine Gruppenarbeit, kein Unterricht, keine gemeinsamen Aktionen mehr möglich. Und wenn Sie nun sagen, dass man dies eben als Eltern/Erzieher/Lehrer bewusst und kompetent steuern sollte, dann sind wir wieder bei den Regeln, die Sie ja als Zwang sehen. Ohne Regeln kann man durchaus auch, oder gerade deshalb, orentierungslos werden.

Kölnerin
1 Monat zuvor

Jedem Prinzchen und Prinzesschen „bedürfnisorientiert“ begegnen und „seine Autonomie lassen“. Und sich dann wundern, wenn es nur noch asoziale, egomane und auf sich selbst bezogene Menschen ohne jegliche Frustrationstoleranz und Durchhaltevermögen gibt.
Gemeinschaft funktioniert aber nur mit Regeln, die man nicht immer nur hinterfragen oder ablehnen kann, sondern manchmal einfach hinnehmen muss. Gilt für Kinder wie für Erwachsene. Vor allem, wenn man den- auch ökonomischen-
Wohlstand für die Gesellschaft sichern will.

Sissi
1 Monat zuvor
Antwortet  Kölnerin

“ Jedem Prinzchen und Prinzesschen “ – wer macht sie denn dazu?
Wer will denn, dass sein Kind das schönste, beste, beliebteste, klügste, angesehenste …. ist ?
Bsp: Wer will denn hauptsächlich, dass das Kind unbedingt aufs Gymnasium geht?
Die störenden Regeln dürfen diese Maßstäbe nicht bedrohen, – habe ich manchmal das Gefühl.
Drum, ich glaube nicht, dass den Kids Regeln grundsätzlich egal sind.
Wenn sie aber – wie bei manchen -fast nur in der Schule gefordert werden und die Großen dies eventuell sogar boykottieren:
Wo ist dann da die Henne und das Ei?
Verstärkung durch die soz. Medien wirkt sich dann zusätzlich negativ aus.

Kölnerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Sissi

Na die Eltern machen sie dazu und dann noch die Bildung revolutionieren wollendes pädagogisches Personal mit solcher Einstellung. Was soll denn die Botschaft hinter dieser Frage sein?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Kölnerin

Man könnte den Eltern ja mal heimlich stecken, dass (es)

1. keinen König gibt
2. somit auch keine Prinzen gibt
3. somit auch keine Prinzessinnen
4. kein Königreich mehr gibt
5. Prinzen höfisches Benehmen lernten
6. Lesen und Allgemeinbildung wichtig war
7. es nur einer auf den Thron schaffte
8. Verantwortung zu übernehmen war

und dass der Eine oder andere gestürzt werden musste bzw. wurde.

Ob das ein „Erziehungs“ziel im 21. Jahrhundert sein sollte?!

Mir wird ständig „old fashion“ an meinen Helm geworfen.

Doch mal ehrlich – wer lebt mehr in der „schönen“ Vergangenheit und dem „früher war alles …“?

Mary-Ellen
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Nun ja, in meiner übersichtlichen Heimatstadtadt (ca 85.000 Einwohner) laufen auch diverse selbsternannte erwachsene Könige und Königinnen inkl. Gefolge herum, schön zu sehen im Sommer in den Straßencafès, nach dem Motto “ sehen und gesehen werden“, wobei das „Gefolge“ großen Wert darauf legt, mit wem es da gesehen wird.
Wen wundert da noch was?

Du!
1 Monat zuvor
Antwortet  Kölnerin

Ja, nun, liebe Kölnerin. Regeln aufstellen kann man aber auch nur gemeinsam oder über das demokratische Prinzip. Wer Regeln einfach durchsetzen will, wird nicht weit kommen. Zwei Fragen dazu: Sind wir Menschen, denen Autonomie zugestanden werden muss, weil nur darüber persönliche Verantwortung entsteht? Oder sind wir Untertanen, die einfach nur gehorsam sein sollen?

Du!
1 Monat zuvor
Antwortet  Du!

Wobei ich hinzufügen möchte, dass Partizipation in der Krippe nur begrenzt funktioniert, weil da tatsächlich eher Bindung und Tagesstruktur-Regeln, die nicht verhandelbar sind, gerade weil sie in den ersten Jahren auch Sicherheit bieten, im Vordergrund stehen.

Maren
15 Tage zuvor
Antwortet  Du!

Und wie soll die wichtige Bindungsfähigkeit entstehen bei wechselndem Personal? Nur Menschen, die im frühesten Alter Bindung gelernt haben, sind später soziale, empathiefähige Wesen.
In Krippen enstehen Gefühle von Verlassenheit, Einsamkeit und Selbstbezogenheit.

Kölnerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Du!

An Sie, mit Verlaub, das ist in seiner Absolutheit gesprochen Unsinn. Jeder Erwachsene weiß, dass nicht jede Regel basisdemokratisch ausgehandelt werden kann. Demokratisch heißt auch, Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten zu schaffen- ggf. zu wählen- aber auch, diese zu akzeptieren. Nicht zuletzt deshalb ist auch der Beamtenstatus für Lehrkräfte installiert- Stichwort „hoheitliche Aufgaben“. Ganz davon abgesehen, sind die meisten SuS minderjährig, KiTa-Kinder sowieso- und da habe ich als Erwachsene die Verantwortung. Und lege im Zweifel auch Dinge fest und gebe vor. Das hat nichts mit Erziehung zu kritiklosem Untertanentum zu tun. Von „einfach so“ und „immer“ war davon abgesehen, bei mir gar nicht die Rede. Ich empfehle Ihnen die eine oder andere Literatur zu Entwicklungspsychologie und Demokratiebildung!

Soso
1 Monat zuvor
Antwortet  Kölnerin

Wollen Sie mit Ihrer Literaturempfehlung etwa so tun, als seien Sie belesen? Mit Verlaub, ich sehe nur, dass Sie modische Schlagworte kennen und diese gern als Scheinargument benutzen.

kölnerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Soso

Nein, ich bin seit fast 3 Jahrzehnten im Schuldienst, daneben an 2 didaktischen Lehrstühlen tätig und promoviere zu Vorstellungen von Lehrkräften im Kontext von Demokratiebildung. Ein wenig Ahnung werde ich wohl haben.

Ärger
1 Monat zuvor
Antwortet  kölnerin

Ein Titel schützt vor Fehlern nicht,
sage ich nach über 35 Jahren im Dienst und gehörig erarbeiteter Position, v.a. immer noch mit etwas Bescheidenheit, wenn es z.B. um abruptes Abqualifizieren von Forumsteilnehmern geht.
……man könnte vermuten, dass Sie das trotz aller Löffelweisheit (aus sicherlich jedweder Literatur dazu)
bei Kindern ebenso tun.

Kölnerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Ärger

Vielleicht-vielleicht auch nicht?!
Habe gerade heute in einer Lehrveranstaltung die Historie der „schwarzen Pädagogik“ thematisiert…
…ob aus Erfahrung oder als Literatursynopse?

Du!
1 Monat zuvor
Antwortet  Kölnerin

Habe ich Sie jetzt richtig verstanden? Oben verteidigen Sie die Position von Winterhoff? Wenn ja, habe ich den richtigen Riecher gehabt, welche pädagogische Richtung Sie favorisieren. Ich gehe eher in die Richtung einer persönlichen Autorität, das heisst, dass ich mir erstmal klar darüber werden muss, welche Werte ich persönlich habe. Und diese vertrete ich dann aber auch klar und insistierend.

Bedürfnisorientiert heisst für mich dann auch, dass ich abwäge, was ein Kind oder mehrere Kinder wirklich brauchen. Und natürlich berücksichtige ich dabei auch meine Bedürfnisse. So merkt ein Kind, dass ich und es selbst und wir alle Subjekte sind, die sich aufeinander beziehen, miteinander sprechen und Dinge/Themen dialogisch aushandeln müssen, wenn es zu keiner einfachen Lösung kommt. Sprache und Dialog ist mir persönlich in der Arbeit mit Kindern sehr wichtig.

Kölnerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Du!

„Die“ Position von Winterhoff verteidigen- das können Sie gerne so verkürzen, wenn das Ihre Auffassung vervollständigt. Das entspräche dann aber tatsächlich dem Wunsch nach der einfachen Lösung. Davon, Dialog und Konsenssuche zu negieren oder Bedürfnisse der Schüler:innen vollkommen als unwichtig zu erachten, war doch nie die Rede. Aber wenn Köln als Hort der schwarzen Pädagogik (Vorsicht: Scherz!) besser in Ihr Bild passt- bitte sehr.

Du!
1 Monat zuvor
Antwortet  Kölnerin

Dann habe ich Sie falsch verstanden. Was meinten sie denn damit, dass Winterhoff instrumentalisiert wird?

potschemutschka
4 Tage zuvor
Antwortet  Kölnerin

„Jeder Erwachsene weiß, dass nicht jede Regel basisdemokratisch ausgehandelt werden kann. …“ – Wirklich jeder? Ich habe da so meine Zweifel!

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  Du!

„Regeln kann man nur gemeinsam und demokratisch…“? (Zitat verkürzt!)
….ich kann mich nicht erinnern, dass irgendjemand vor Jahren mit mir gemeinsam (!!!) und demokratisch darüber „diskutieren“ wollte oder hätte, ob ich die Straßenverkehrsordnung gut finde und ob diese Regeln „meine Zustimmung“ finden.
Es gibt nun Mal Dinge, die sind wie sie sind! Punkt! DAS auszuhalten und zu akzeptieren müssen Kinder, bei aller Individualität (die ich gerne zugestehe) lernen!

Du!
1 Monat zuvor
Antwortet  mama51

Wie Sie hier jetzt auf die Straßenverkehrsordnung kommen, verstehe ich nicht. Schließlich geht es hier, in diesem Kontext, um Regeln des zwischenmenschlichen Zusammenlebens.

Beim Straßenverkehr ist es so, dass Kinder zunächst starre Regeln lernen, und zwar deswegen, weil sie noch nicht den vollen Überblick haben und diese Regeln den Kindern also dabei helfen, dass sie vor dem Verkehr geschützt sind.

Vorausgesetzt natürlich, alle (vor allem die erwachsenen) Straßenteilnehmer halten sich an die Regeln. Manche übertreten sie mit Absicht, manche machen Fehler und tun das aus Versehen, manche haben vielleicht gute Gründe und können die Gefahr zudem auch schon besser abschätzen als Kinder.

Was das Zwischenmenschliche angeht, gibt es für mich keine starren Regeln, die sollten immer demokratisch, partizipativ und verhandelbar sein. Finde ich jedenfalls. Dadurch wird persönliche Verantwortung gestärkt und sich nicht immer auf nur einen oder einige verlassen, die das schon für uns regeln werden. Voraussetzung ist auch hier natürlich das Vertrauen in die persönliche Verantwortung eines Jeden für das Ganze und die Gemeinschaft. Und nicht zum Schaden derselben.

Neugieriger
1 Monat zuvor
Antwortet  Du!

Leider gilt das auch für die Regeln der Mathematik, der Grammatik, … . Die sind nämlich alle nur schwer verhandelbar, zumindest, wenn man beim Lernen derselben noch ganz am Anfang steht. Wenn man dann viel Erfahrung und Wissen hat, kann man sehr gerne darüber diskutieren und über Veränderungen nachdenken.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Du!

Verkehrsregeln demokratisch – bin dabei!

Das wird ein Spaß!

Du!
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ja, ich auch. Wird bestimmt lustig, wenn es so absurd wie in einem Film der Coen-Brüder abgeht. Jemand fährt wirklich langsam und vorsichtig rechts um die Ecke, obwohl die Ampel für ihn nicht grün anzeigt. Sie schaut sich um und beachtet auch die querenden Autos. Trotzdem wird die Person plötzlich von zwei Polizisten angehalten, die diese Person angeblich „vor sich selbst schützen“ wollen und ein Bußgeld erheben. Wenn es nicht so unfair wäre, würde ich hier schallend drauf loslachen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Du!

Ich habe mir vorgenommen, das Rückwärtsfahren mit 150 km/h auf der Autobahn zu üben. Lange gerade Strecke
Muss mir nur noch ein SUFF-Auto kaufen, damit mir nichts passiert!

Du!
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ja, das ist wirklich fahrlässig. Ich meinte natürlich einen Fahrradfahrer..

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Du!

Menno!

Aber ich bin flexibel.

Fahrradfahren in Hamburg – nicht auf den Tadwegen.

Hm, vielleicht etwas tollkühn, aber auf alle Fälle ganz nach meinem Befürfnis

Für alle, die hier die Bedürfnisorientierung befürworten oder/und kritisieren.

Das magische Wort in diesem Zusammenhang ist „differenziert“.

Einem Kind mit vier Jahren ist rs schon mal zuzumuten, eine Viertelstunde auf das Mittagessen zu warten.
Einem Säugling nicht.

Und – es kann einfach nicht jede(r) machen oder lassen wann und was und wo er-sie will!
Geht nicht! Und das muss gelernt werden.
Differenziert nach Alter, Reife und Entwicklung.

Wo kommen wir wohl hin, wenn im Theater alle Pizza bestellen, nur weil der Hunger plagt?

Oder die Schauspieler mit Bonbons zu bewerfen?

Oder auf die Bühne zu hüpfen, weil man das Stofftier mitnehmen will?

Oder in der Kirche Chips zu essen?

Oder nicht in den Bus einsteigt, weil …?

So kann eine Gesellschaft nicht funktionieren.

Die Kids müssen durch unser Vorbild, durch unsere differenzierte Forderung und Erwartung lernen, selber zu differenzieren.

Nicht jedes Verhalten ist in jeder Situation und bei jedem Menschen passig.

Marion
1 Monat zuvor

@#bildungsrevolutionJetzt
Was die Arbeit von vor 20 Jahren betrifft, möchte ich betonen, daß es selbstverständlich auch damals nicht einfach oder angenehm war, wenn man 25 Kinder alleine zu betreuen hatte. Und auch damals hätte man sich in solchen Situationen mehr Personal gewünscht. Aber es war über einen kurzen Zeitraum doch noch irgendwie zu bewältigen, während ich es heute strikt ablehnen würde, so zu arbeiten. Übrigens waren die Kinder vor 20 Jahren längst keine „gedrillten“ unterdrückten Wesen mehr. Wir lebten auch damals schon im 21. Jahrhundert. Die Zeit der „schwarzen Pädagogik“ war da schon lange vorbei. Selbst in meiner eigenen Kindheit (70er Jahre) war nicht mehr viel von Drill und Zwang zu absolutem Gehorsam zu spüren.
Ich mache auch nicht die Kinder für mehr Stress in meinem Beruf verantwortlich, und zum Essen wurde bei uns noch kein Kind gezwungen. Wir pflegen in unserer Einrichtung eine wertschätzende, freundliche und offene Haltung jedem Kind gegenüber.
Trotzdem gibt es in dem komplexen Gefüge einer Kita bestimmte Regeln und immer wiederkehrende Abläufe, an die sich alle im Großen und Ganzen halten müssen, um kein völliges Chaos aufkommen zu lassen. (Natürlich kann man auch immer wieder mal über Ausnahmen von der Regel verhandeln.) Ich finde nicht, daß das irgendetwas mit Drill oder einer negativen Haltung autonomen Kindern gegenüber zu tun hat. Im Gegenteil – ich finde, das hat etwas mit gegenseitigem Respekt zu tun.
Ich plädiere ja gerade für mehr Autonomie und Freiheit für Kinder, aber in unserem derzeitigen Erziehungs- und Bildungssystem, daß fast ausschließlich auf institutionelle Betreuung setzt, ist dafür nur sehr wenig Platz.

#bildungsrevolutionJetzt
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Den letzten Abschnitt stimme ich weitestgehende zu und die Entwicklung zu immer längere und früherer „Aufbewahrung“ ist erwiesenermaßen ein auf die kindliche Entwicklung destruktiv wirkender Trend.

Bei Aussagen wie „ich erwarte gegenseitigen Respekt“ läuten bei mir jedoch sofort wieder die Alarmglocken. Ich habe diesen Satz in meinem Berufsleben schon so oft gehört und selten in einem positiven Kontext.

Ich persönlich erwarte keinen Respekt von Kindern, sondern lebe ihn vor. Ich fordere ihn nicht ein, sondern gebe ihn.

Dass erwachsene von unter 6 jährigen Respekt einfordern halte ich für höchst kritisch, nicht nur weil dies eine Vorstellung ist, die bei vielen Kindern rein Entwicklungstechnisch noch gar nicht umsetzbar ist, sondern auch weil die Forderung nach Respekt die Autonomie und damit die Integrität des Kindes angreift.

Somit wird ein Kind zu Resoekt erzogen, bevor es Respekt überhaupt lernen kann. Und wir wissen hoffentlich alle: „Alles was man einem Kind beibringt, kann es nicht mehr lernen“.

Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht und mir waren die 6 jährigen alle sehr respektvoll gegenüber. Jedoch musste ich auch beobachten, dass die gleichen 6 jährigen anderen gegenüber weniger Respekt entgegen brachten. Daraus niste ich schließen, dass der Respekt in vielen Fällen vielleicht mehr mit einem selbst zu tun hat, als mit den Kindern.

Dass wir die schwarze Pädagogik überstanden haben sehe ich leider auch anders. Sie wird heute sicherlich weniger öffentlich und subtiler ausgelebt. Aber ich brauche nur auf den Spielplatz zu gehen um ungesunde Machtdynamiken, emotionale Erpressung und weitere langfristig Entwicklungsschädliche Praktiken zu beobachten.

PS: der Daumen runter ist übrigens nicht von mir, ich schätze fachlichen Austausch immer sehr 😉

#bildungsrevolutionJetzt

Marion
1 Monat zuvor

@bildungsrevolutionJetzt
Sie zitieren mich falsch. Ich habe nicht geschrieben “ ich erwarte gegenseitigen Respekt“. Ich habe lediglich gesagt, das die Fähigkeit, einfache Alltagsregeln einzuhalten, etwas mit gegenseitigem Respekt zu tun hat. Es fällt vielen ( nicht allen) Kindern aber immer schwerer, diese zu erlernen bzw. einzuhalten. Ob das durch Studien belegt werden kann, weiß ich nicht. Es ist aber das, was ich täglich wahrnehme.

Kätzchen
1 Monat zuvor

Natürlich sollen sich Kinder frei entfalten und sich ausprobieren und die Welt erkunden. Aber es muss auch Regeln geben, damit das Zusammenleben funktioniert. Ich denke auch, dass Kindern Grenzen aufgezeigt werden müssen. Wenn ich manchmal Kinder sehe, die nach ihren Eltern treten oder sie beschimpfen, weil sie etwas nicht bekommen, wundere ich mich schon. Später im Leben können sie auch nicht machen, was sie wollen und das muss gelernt werden. In der Kita ist das nicht mehr zu leisten, weil viel zu wenig Personal zu viele Kinder betreut. Und die Haupterziehung liegt bei den Eltern. Für Kinder muss man sich Zeit nehmen und seine eigenen Bedürfnisse hinten anstellen. Das ist schwierig mit einem Vollzeitjob aber keine Ausrede.

T.D
1 Monat zuvor

Das stimmt, die freie Entscheidung ist wichtig.
Es ist aber meistens nicht die freie Entscheidung der Kinder, in den Kindergarten zu gehen.
In den ersten 7 Jahren, finden die 6 Bindungsstufen statt.
In dieser Zeit braucht das Kleinkind feste Bezugspersonen.
Wenn das Kind keine Bindung zur Erzieherin aufnehmen konnte, bindet sich das Kind an die anderen Kinder.
So sind die meisten Kinder und diese späteren Schüler, folgen nicht dem Lehrer, sondern seinen Mitschülern.

Damit ein Kind gesund,autonom werden kann,
braucht es in den ersten Jahren viel Aufmerksamkeit, Liebe, Sicherheit und erwachsene Vorbilder.
Es muss erst geprägt werden.
Wenn Sie jetzt aber, einer Gruppe von Kleinkindern ,die Freiheiten geben und sie einfach machen lassen, binden sie sich unteteinander, lernen von einander.
In diesem Alter brauchen Kinder Erwachsene und wenn die Eltern beide arbeiten müssen und keine Oma da ist,
dann sollte das Kind im Kindergarten von der Erzieherin aufgenommen werden, mit liebevollen Regeln und Struktur.
Sonst verlieren sich die Kinder unter einander.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  T.D

Und diese persönliche Bindung ist bei 25 Kindern mit 3-4 Erzieherinnen unmöglich. Man kann Wissenschaft nicht getrennt von Praxis unf Realität sehen. Diese mangelnde Bindung bei Kindern, die im Alter von 1-2 Jahren schon „abgegeben“ werden, wird sich bei den kommenden Generationen bemerkbar machen, und nicht immer positiv.

#bildungsrevolutionJetzt
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

So sieht’s aus! Siehe Link in meinem Kommentar 😉

#bildungsrevolutionJetzt

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

In der Schule ist diese persönliche Bindung auch nahezu unmöglich.

So, wie Unterricht derzeit gestrickt und getaktet ist, sieht es so aus:

In einer gut gefüllten Klasse so um die 28 habe ich keine zwei Minuten pro SuS.

Wie sill es da zu einer Bindung kommen?

Und nun noch die Wunder der digitalen Revolution – personalisierte Differenzierung!

Noch weniger (Augen-)kontakt, noch weniger Nebengespräche …

Gute Idee! Oder doch nicht?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor

Ich finde, es gibt einen Unterschied zwischen autonom und anti-sozial.

Das meine ich generell und lasse bewusst die Elternhäuser und deren Er- oder Verziehung oder Nichterziehung außen vor.

Denn im Moment mit 25 und mehr Kindern/Schülern ist das gezeigte Verhalten zu betrachten und damit umzugehen.

Autonome Kids „können“ sich sozial verhalten.
Bei den anderen ist es …. anders.

Georg
1 Monat zuvor

Geliefert wie bestellt:

  • Eltern sollen arbeiten, also Kinder sehr früh in die KiTa
  • Antitautoritäre oder zu autoritäre Erziehung
  • Einzelkinder
  • Zu wenige männliche Bezugspersonen insbesondere für die Jungs. Das beziehe ich sowohl auf die Familie (Trennungen) als auch auf KiTa und Grundschule.
  • Typisch männliche Eigenschaften sollen den Jungs abtrainiert werden
Kölnerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Soll man sich als Lehrerin bzw. Erzieherin nun entschuldigen? Wenn Grundschule und Kitas so lukrative Arbeitsplätze wären,hätten die Männer sie sicher längst entdeckt.
Und alleinerziehende Frauen verderben die Jungen- die zugehörenden Väter können gerne übernehmen. Ist auch besser fürs Rentenniveau der Mütter.
Herr Georg, lassen Sie das dumme Geschwätz!

Echt
1 Monat zuvor
Antwortet  Kölnerin

Ich kann nachvollziehen, dass Georgs Kommentar sehr pauschalisierend klingt. Als Mutter mehrerer Jungen und Pädagogin betrachte ich diesen Kommentar sehr differenziert und aus eigener Erfahrung. Die Erziehung und Bildung ist in den ersten 10 Jahren, aber oft auch darüber hinaus, sehr von Frauen geprägt. Als Frauen leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung, aber, gender hin oder her, wir unterscheiden uns auch voneinander (Kommunikationsverhalten, Körperlichkeit, Risikoverhalten). – Ausnahmen bestätigen die Regel-. Viele weibliche Pädagogen tun sich meiner Erfahrung nach tatsächlich oft schwer damit. Die heutigen oft sehr beengten Bedingungen in den Einrichtungen entsprechen den natürlichen Bedürfnissen der Jungen (natürlich auch Mädchen) nicht. Unbestritten ist auch, dass jedes Geschlecht sich seine Rollenvorbildern sucht. Ich habe schon den Eindruck, dass die Jungen sich heute in einem Dilemma befinden. „Wann ist der Mann ein Mann?“ Sie werden mit doppeldeutigen Botschaften konfrontiert. Einerseits sollen sie ruhig und brav sein (stillsitzen), andererseits durchsetzungsfähig, stark und unabhängig (darauf stehn dann wieder die Mädchen- junge Frauen). Meinen Kindern ist es schon des Öfteren aufgefallen, dass Mädchen für wildes Verhalten anerkannt und Jungen eher bestraft werden. Im Unterricht werden Jungen eher auf unerwünschtes Verhalten angesprochen als Mädchen. Wir brauchen mehr Männer in der Erziehung, die sich ihrer eigenen geschlechlichen Identität bewusst sind, damit die Jungen sich als Jungen wohl und richtig fühlen dürfen und sowohl einen Zugang zu ihrer Emotionalität zu finden, aber auch in ihrem Abgrenzungsbedürfnis („cool sein“) anerkannt und verstanden zu werden. Letzteres fällt uns Frauen häufig schwer zu verstehen. Jungen und Mädchen verdienen Verständnis und Anerkennung in ihrem individuellen Sein.

Du!
1 Monat zuvor
Antwortet  Echt

Wo liegt das Problem? Es geht um Differenzierung je nach Situation. Das können Kinder bereits mit zwei/drei Jahren leisten. Am Mittagstisch in der Kita oder im Schulraum gilt es, länger still sitzen zu können. Im Kitagarten, in der Turnhalle, in den Hofpausen und im Hort darf dann wieder frei dem individuellen und ganz persönlichen Bewegungsdrang nachgegangen werden.

Echt
1 Monat zuvor
Antwortet  Du!

Sehe ich genauso wie Sie. In meinem Kommentar bezog ich mich auf die Wahrnehmung von Jungen in unserem Bildungssystem und den Bedarf an männlichen Identifikationsfiguren für sie. Regeln und Grenzen als orientierungsgebende Elemente der Erziehung stelle ich dabei nicht infrage.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Kölnerin

Als Lehrerin brauchen Sie nichts, weil Sie für den elterlichen Erziehungsstil, die Kinderzahl pro Familie und die Anzahl Trennungskinder nichts können.

Mona
1 Monat zuvor
Antwortet  Kölnerin

@Kolnerin
Wenn Sie Lehrerin oder Erzieherin sind, dürfen Sie die von Georg sehr berechtigt beanstandeten Defizite gerne mit angehen. Statt einfach auf die Verantwortung (?) anderer zu verweisen. IHNEN sind die Kinder anvertraut, von IHNEN wird eine gleichberechtigte Erziehung der Schutzbefohlenen erwartet und nicht eine einseitige Bervorzugung dessen, was Ihnen vielleicht besser in den Gender-Kravm passt.

Ich habe das zB getan – durch Förderung im Wissenschaftsbereich, der meine Mädels seltsamerweise fast nie interessiert hat. Oder durch Zulassen männlichen Ausprobierens in kontrollierten Grenzen, wie es halt in dem Alter völlig normal ist. Das Überstülpen von Puppenecke, Verkleiden, „Falten und Kleben“ (mal anhören: Egersdörfer – köstlich) und das bewusste Auslassen von MINT-Themen kenne ich tatsächlich von etlichen Kolleginnen – das ist dann aber mE schiere Faulheit und leider oft genug auch Unfähigkeit, sich auf anderes einzulassen.

BTW: Vielleicht hatte ich gerade noch Glück – aber von den von Marion im Artikel geschilderten Aspekten habe ich trotz Corona bis zum Berufswechsel letztes Jahr nichts mitbekommen. „Meine“ Jungs sprechen mich immer noch zum Leidwesen ihrer Mütter zB im Supermarkt an, wie sehr ich ihnen fehlen würde. Wie auch meine Mädels übrigens.

Walter
1 Monat zuvor
Antwortet  Kölnerin

In diesem Fall gebe ich Ihnen recht, obwohl ich Georg und seinen Kommentaren meist zustimme und sie mit besonderem Interesse lese.

Dobby
1 Monat zuvor
Antwortet  Kölnerin

Ich hatte das nicht so verstanden, dass Georg das gutheißt, sondern dass er nur das Problem (ein gesamtgesellschaftliches) aufgezeigt hat.
Natürlich sind Lehrer und Erzieher nicht schuld an diesem Problem.

Kölnerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Dobby

…und ich hab das lediglich ironisch repliziert und dazu festgestellt, dass die Erziehungsberufe im Vor- und im Primarbereich auch deshalb von weiblichen Arbeitskräften dominiert werden, weil Image und Einkommensniveau für Männer häufig unattraktiv sind. Wobei umgekehrt wird auch ein Schuh daraus. Wer das in diesem Plenum gut, schlecht oder gar nicht heißt- ist mir gleich.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Kölnerin

Wer als Mann Erzieher wird, sieht sich zwangsläufig einem leisen Pädophilieverdacht ausgesetzt. Als Grundschullehrer gilt das noch abgeschwächt. Beispielsweise muss Mann aufpassen, wenn sich Erstklässler gleich welchen Geschlechts auf den Schoß des Lehrers oder der Lehrerin setzen wollen, was in dem Alter eine völlig natürliche Verhaltensweise ist.

Carla
1 Monat zuvor
Antwortet  Kölnerin

Als dummes Geschwätz wird gern alles beschimpft, was nicht der eigenen Meinung entspricht. Das wiederum finde ich dumm.

Kölnerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Carla

Dann ist es an mir, Ihnen zu danken- für die differenzierte, inspirierende, sprachlich pointierte und niveauvolle Kommunikation, die Sie mit den Herren Uwe, Georg, Unverzagt führen.

Unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Kölnerin

@Kölnerin

Kleine Besserwisserei am Rande:
Herr Unverzagt ist in Wirklichkeit Frau Unverzagt, soviel Differenz muss sein 🙂

kölnerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Unverzagte

@Frau Unverzagte, das ist m. E. keineswegs eine „Besserwisserei“, sondern natürlich berechtigt- richtig und hätte mir bei sorgfältigerem Lesen auffallen sollen. Entschuldigen Sie bitte.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Was sind eigentlich typisch männlich Eigenschaften?

Uwe
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Naja, da Georg vermutlich Maskulinist ist geht er wohl davon aus das sein Schwanz ihn zu bestimmten Verhaltensweisen verpflichtet (die er als Männlich bezeichnet). Biologismus halt kann man nichts gegen machen.

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

@ uwe

treffender, kurzer und köstlicher kommentar, vielen dank!

einige biologist:innen blenden historisch/soziologische ursachenforschungen aus, eindimensionale perspektiven scheinen verlockender.
sind das die symtome von „affen-pocken“ ?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

Köstlich?

Geschmacklos!

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Geschmäcker waren, sind und werden auch weiterhin verschieden sein.
Im Plattdeutschen gibt diesbezüglich ein treffendes Sprichwort, frei übersetzt:

„Was der einen Ihre Eule ist, ist der anderen Ihre Nachtigall“.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

Stimmt.

Aber pubertär unter die Gürtellinie entspricht nun mal nicht meinem Geschmack und meinem Anspruch.

Fur mich bleibt die Aussage inhaltlich richtig, doch gibt es Abzüge in der – veröffentlichten! – Schriftsprache.

Unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Stimmig, ach so.

Dass Sie eine private Vorstellung von Köstlichkeiten im Sprachgebrauch beanspruchen, wurde mit Ihrem vorhergehenden Kommentar bereits verdeutlicht.

Fühlen Sie sich sehr viel reifer, wenn Sie andere Geschmäcker indirekt Pubertieren zuordnen?

Weniger Wertung ist mehr.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Unverzagte

Seufz.

„Stimmt“

bezieht sich auf Ihre Aussage zu Eule und Nachtigall. Denn ich stimme dem Inhalt zu.

„private Vorstellung … verdeutlicht.“

Genau. Privat, meine Meinung. Das wollte ich damit zum Ausdruck bringen und bin froh, dass mir das gelungen ist.

„Fühlen …. zuordnen?“

Nein. Ich fühle mich nicht reifer, ich bin reifer. Das zeigt sich schon im Anspruch an (meinen!) Geschmack und der gewählten Ausdrucksform. Sonst wäre ich mit „Schwänzen“ wohl sehr zufrieden und hätte da evtl. noch einen draufgesetzt.

Hier kommt tatsächlich mein Fehler – es geht um Geschmack bei der Wortwahl. Und da bin ich immer noch mehr als versucht, die Wortwahl mit Pubertieren – nee die schreiben hier in der Regel nicht mit! … die Wortwahl als pubertär zu bezeichnen.

Wobei ich darauf aufmerksam mache, dass hier nicht die Pubertiere und auch sonst niemand diskriminiert wird. Da lassen wir mal lieber die Kirche im Dorf.

Und – genau! Weniger Wertung ist mehr.

Wenigstens da sind wir uns einig.

KgN, aber immerhin!

Carla
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Biologie ist immerhin eine seriöse Wissenschaft.Genderideologie aber nicht! Insofern vertraue ich, genauso wie Georg, biologischen Erkenntnissen allemal mehr als dem, was in Genderköpfen und ihrem Hang zu vulgärer Rechthaberei und Beschimpfung Andersdenkender rumspukt.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Carla

Achtung: Biologismus ist nicht dasselbe wie Biologie. Ersteres wird gerne von Genderideologen verwendet, um Kritiker mundtot zu machen.

Carla
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Danke für den sinnvollen Zusatz, Georg, den ich mir erspart habe.

Uwe
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Achtung: Biologismus ist nicht dasselbe wie Biologie. Ersteres wird gerne von Maskulinisten verwendet, um Kritiker mundtot zu machen.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Nein, wird es nicht. Erstens ist das mit dem Mundtotmachen eher das Niveau der moralischen Seite, zweitens ist die harte wissenschaftliche Seite eher emotionslos bei der Biologie, Mathematik usw..

Oder kurz: Mundtotmachen ist das bevorzugte Verfahren für Menschen ohne echte Argumente.

Uwe
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Doch wird es. Erstens ist das mit dem Mundtotmachen eher das Niveau der moralischen Seite, zweitens ist die harte wissenschaftliche Seite eher emotionslos bei der Biologie, Mathematik usw..
Oder kurz: Mundtotmachen ist das bevorzugte Verfahren für Menschen ohne echte Argumente.

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Carla

@ Carla

Die Seriosität von Naturwissenschaften steht außer Frage, vielmehr sollten Sie bitte zur Kenntnis nehmen, dass für diese Thematik Geistes – und Sozialwissenschaften durchaus relevant und zudem vertrauenswürdig sind, Pfadfinder:innenehrenwort !

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

Wofür außer dem Genderdoppelpunkt?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Ist das wirklich nötig?

Oder soll das männlich sein?

„Unter die Gürtellinie“ finde ich nicht akzeptabel.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Bewegungsdrang, Kräftemessen, Risikobereitschaft, Rangeleien usw.

halt das Gegenteil von angepasstem ruhigen Sitzen und Anweisungen ausführen, was eher als weiblich gilt.

was haben Sie dagegen auszusetzen?

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Anerzogen. Ich war als kleines Mädchen so, wie Sie es beschrieben haben. Meine Eltern waren aber ganz normale Leute, die mich so erzogen haben, wie sie dachten, wie ein Mädchen sein müsste.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Können Sie gern downvoten, ist aber das Problem. Meine Eltern sind trotzdem toll.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das war früher auch so.

Klassische Bild eines süßen, „sauberen“ Mädchens.
Klassische Bild eines Lausejungen.

Passte bei mir auch nicht und meine Eltern brauchten gar nicht sooo lange zum Umlernen.

Uwe
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Bewegungsdrang, Kräftemessen, Risikobereitschaft, Rangeleien “ haben MENSCHEN. Das ist nichts Geschlechtspezifisches.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Huch – habe ich auch gerade geschrieben.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Stimmt. Nur, wenn Sie 10000 Menschen fragen, welchem biologischen Geschlecht Sie diese Eigenschaften zuordnen, entscheidet sich die überwiegende Mehrheit für den Jungen.

Uwe
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Ja und das halten sie wahrscheinlich für Naturwissenschaft: Die Mehrheit entscheidet was Biologie ist. Whow, wirklich beeindruckend.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Ich glaube, das ist menschlich.

Es gibt auch Rabaukinnen.
Es gibt auch Schweiger.

Dennoch sind Vorbilder bei der Prägung in die eine oder andere Richtung wichtig.

Und – Hinführung auch zur anderen Seite. Rabaukinnen dürfen auch nett und höflich sein. Schweiger dürfen sehr gerne ihre Stimme erheben. Oft haben sie Gutes und Wichtiges zu sagen, kommen aber nicht durch.

Vermutlich gilt auch hier – Balance!

Kinder, die beides können und wissen, wo was wann angemessen ist und wann Schluss ist, kommen deutlich gesünder durch’s Leben.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Im Stehen p…..n.
Die Waschmaschine nicht anstellen „können“, obwohl Männer sie entwickelt haben.
Schlecht einparken.
Grillen.
Sich den Himmelfahrtstag unter den Nagel reißen.
Im Baumarkt stundenlang Schrauben bewundern.
Im Möbelhaus zusammenbrechen.
Alles selber bauen wollen. Die Betonung liegt auf „wollen“.

Zu ergänzen – ganz sicher!

üFü
4 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

als typisch männlich wird das angesehen, was statistisch gesehen bei Männern (in der Bedeutung, die bis 2011 von niemand bezweifelt wurde) häufiger auftritt als bei Frauen:

  • stärkeres Interesse an Dingen als an Personen
  • Agression wird häufiger körperlich, weniger verbal ausgeübt
  • weniger Vertrauen in intuitive Erkenntnisse
  • im Durchschnitt höhere Körperkraft, geringere Ausdauer

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Toleranz
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Mehr Männer an Kitas, Grundschulen und die OGS! Da bin ich ganz bei Ihnen, Georg!

Wir hatten vor 2 Jahren sogar einen männlichen Bewerber! Leider hat er sich gegen unsere Schule entschieden. Vielleicht auch, weil wir ihm keine Vollzeitstelle anbieten konnten. Auch die OGS kann keine Vollzeitstellen anbieten, weshalb gelernte Erzieher lieber an einer Kita arbeiten! Sind aber auch dort Mangelware, vielleicht weil es kaum männliche Erzieher gibt.

Von meinen 25 Kindern ist gerade mal eines ein Einzelkind.

@bildungsrevolutionJetzt

Was das Essen anbetrifft, unsere OGS bietet eine relativ gesunde, ausgewogene, kindgerechte Ernährung an. Es gibt meist Huhn, Rinderhack oder panierten Fisch, Kartoffeln, Reis oder Nudeln, eine Gemüsebeilage, wobei auf „kritische“ Gemüse wie Rosenkohl, Auberginen usw. verzichtet wird und einer Salatbeilage. Von all diesen Dingen gibt es so viel wie die Kinder wollen, wobei sie nicht jede Beilage essen müssen. Der Nachtisch ist auf eine Portion pro Kind limitiert, aber es gibt immer noch eine Obstauswahl. Inzwischen essen die Kinder fast alles, denn die Alternative Schokoriegel, Kekse usw. ist einfach nicht vorhanden. Und das finden inzwischen alle Eltern gut!

Und was Regeln anbelangt, so stehen einige einfach NICHT zur Disposition (z.B ich verletze niemandem am Körper/am Herzen und gehe mit Dingen pfleglich um).
Spätestens wenn die „autonomen“ Kinder ihren Führerschein machen wollen, werden sie sich an Regeln halten müssen.

Du!
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Abtrainieren funktioniert nicht. Kinder sind, wer sie sind, individuelle und einzigartige Persönlichkeiten, die das nicht mit sich machen lassen werden. Warum soll das Männliche auch weg? Es geht dann vielleicht eher um die Definition von Männlichkeit. Männer können genauso staubsaugen, waschen, einkaufen und Kinder betreuen. Genauso wie Frauen Fussball spielen, handwerken und Konzerne leiten können. Es geht wohl doch um Bedürfnisse und Interessen. Antrainieren funktioniert genau deswegen auch nicht. Es geht um Beziehung. Zu (mehr) Männern in der Familie, in der Kita, in der Grundschule.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Du!

Wenn abtrainieren nicht geht, dann ist nicht erst antrainieren bzw. Nicht erst zulassen die bessere Alternative. Da sind wir aber beim Erziehungsauftrag der Eltern.

Du!
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Ich sehe ein Kind erstmal so, wie es ist, wie es sich mir zeigt. Und da sind die einen wilder und die anderen sensibler. Wieder andere sind eher so dazwischen usw. Es gibt da sehr viele unterschiedliche Wesensarten und Temperamente, wobei ich versuche, ein Kind erstmal nicht irgendwo einzuordnen. Wenn es dann aber sogenannte „männliche“ Verhaltensweisen zeigt, warum sollte ich die „abtrainieren“? Ein Kind bekommt so das Gefühl, dass es irgendwie „falsch“ ist. Und das wird sein Selbstgefühl möglicherweise stark irritieren. Besser ist, in Beziehung zu dem Kind die eigenen Grenzen zu thematisieren. In Bezug auf Verhaltensweisen. So fühlt das Kind sich wahrgenommen, aber nicht als Persönlichkeit abgelehnt.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Du!

Im Großen und Ganzen bin ich bei Ihnen, aber ich denke schon, dass Trainieren geht. Allerdings tut das die Gesellschaft, in die wir alle eingebettet sind. Die Gesellschaft definiert, was Männlichkeit ist.
Es muss eine generelle gesellschaftliche Akzeptanz bestehen, dass Männer auch erziehen (im weitesten Sinne) können, nur dann ändert sich etwas.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Korrekt. Nur müssen Sie das dem Elefanten im Raum sagen. Der hält sich nämlich nicht daran.

Mom73
1 Monat zuvor

Genau so ist es!
Ich kenne nur noch frischgebackene Eltern, die ihr Kind nach einem Jahr in die Krippe stecken, um schnellstmöglich wieder arbeiten gehen zu können.
Ist das der Sinn und Zweck einer Familienbildung? Jeder hat 2 Autos vor der Tür stehen und ein Jahresurlaub muss auch noch drin sein. War früher schon anders. Wir haben früher die Ferien vor der Tür verbracht, sind als Familie ins Freibad gegangen und statt Restaurantbesuchen wurde mit Freunden gemeinsam im Garten gegessen. Sonntag war der einzige Tag, an dem ein teurer Braten auf dem Tisch stand, oder ein Kanichen aus dem eigenen Stall.Es sind schön tolle Kindheitserinnerungen, einfach aber schön. Drill haben meine Geschwister und ich auch nicht erlebt. Aber ein Nein, war ein Nein. Keiner von uns war im Kiga .Dafür gab es aber so vieles , was wir erleben durften, man konnte sich ausprobieren, alleine mit anderen Kindern Butzen bauen, auf Bäume klettern in schwindelerregender Höhe, wir haben so viele Straßenspiele gehabt, da würde es nie langweilig. Außeinandersetzungen wurden untereinander geklärt.
Heute werden die Kinder in einen Ablauf gezwungen. Wenn sie zu Hause sind, sind sie erschöpft und meißt auch ihre Eltern. Wer hat da noch Lust und Zeit, sich miteinander auseinandersetzen und auszutauschen.
Es ist wohl nicht mehr zu ändern, aber traurig ist es schon.

Philologin vom Dienst
1 Monat zuvor
Antwortet  Mom73

Habe es schon erlebt, dass ein Dreijähriger vor die Kitatür gekotzt hat, dann kreidebleich im Raum stand und trotzdem abgegeben werden „musste“. Alles für das Bruttosozialprodukt.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor

Oder sie werden mit Fieber in die Schule geschickt.

Es macht sich immer besser, wenn die Schule beim Arbeitgeber anruft. Das scheinen die dort leichter zu akzeptieren.

Deswegen haben wir zunehmend „Notfälle“.

Briho
1 Monat zuvor

Zum Abschluss des Kitastreits: eine Fachkraft berichtet.

Ich möchte diesen aus meiner Sicht hervorragend auf den Punkt gebrachten Denkanstoß unterstützen.
Sehr klar wird hier gezeigt, wie problematisch und vor allem Komplex sich die Situation gestaltet.

Vor allem die Schwierigkeit, Eltern mitzugeben wie gestresst gerade Kleinkinder bis zu 2 Jahren in Krippen sind, da sie zur Stressregulierung ein enge Bindungsperson benötigen ( Mutter/ Vatee), ohne dass sie das Gefühl bekommen, schlechte Eltern zu sein.

Neurobiologen warnen schon lange, doch will es wohl keiner hören.
Schon heute wissen wir, dass diese Kinder auch später nur schlecht eigenen Stress regulieren können.

Es ließen sich viele Beispiele finden, doch der Bericht bringt es auf den Punkt.
Ich kann nur hoffen, dass das bedingungslose Grundeinkommen schnell Gehör findet.
Vielleicht haben wir dann wieder Zeit für unsere Kinder und unsere Gesellschaft, ohne dass diese Last auf „Bildungs“- einrichtungen, Sozialen Berufen und Ehrenamtlichen ruht.

Vielen Dank, für diese mutige Zusammenfassung.

Verena
1 Monat zuvor

Danke für diesen wertvollen Beitrag! Ich muss ihnen Recht geben. Ich arbeite selbst als Erzieherin in einer Kinderkrippe in München. Natürlich gibt es Eltern, die es sich nicht leisten können, ihre Kinder zu Hause zu lassen. Aber es ist auch in meiner Kita kein Einzelfall, dass Kinder bis 17 Uhr in der Kita sind, obwohl die Mutter im Mutterschutz zu Hause oder mit dem Baby in Elternzeit ist. Die Kinder leiden oft tatsächlich unter dieser Situation.
Auch ist vielen Eltern nicht bewusst, wie stressig so ein Kita-Alltag ist! Immer wieder gibt es auch Kinder, die eigentlich eine Einzelbetreuung brauchen, weil sie z.B. nicht mit Grenzen umgehen können und dann schon Mal um sich schlagen.
In meiner Kita sind wir zur Zeit zu viert für 24 Kinder. Wenn eines gewickelt wird, ein anderes sich verletzt hat und ein drittes um sich schlägt, ist man schnell Mal alleine mit den restlichen 21. Das geht auf die Dauer ganz schön an die Substanz!

Schattenläufer
1 Monat zuvor

Es lebe die neue „Erziehung“.
Stellen sie sich vor, frühere Eltern waren so rückständig, dass ADHS mit Grenzen und Regeln begegnet wurde.
Legasthenie behandelte man gar mit lernen und üben.
Seltsamerweise hat es sehr oft funktioniert.
Heute sind beide Krankheiten inflationär.
Kinder sind eben nicht schlecht erzogen, sie haben ADHS.
Kinder haben eben kein Bildungsdefizit, sie haben Legasthenie.
Beide Krankheiten sind für die Betroffenen schlimm. Wirklich Betroffenen Kindern muss geholfen werden.
Die Masse der Erkrankten ist aber nach meiner Meinung kerngesund.
Die Krankheit ist nur extrem bequem für Kinder und auch für überforderte Eltern.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Ganz ehrlich, eine LRS kann man sogar als Laie mut etwas Erfahrung erkennen. Ich habe in meiner Laufbahn so viele junge Menschen mit einer LRS unterrichtet, dass ich Ihr Pauschalurteil wirklich unzutrffend finde. Damit tun Sie den Kids unrecht.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Sie sind bestimmt eine Gymnasiallehrkraft vom alten Schlag, was? Würde jedenfalls vieles erklären.

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Komplett falsche Richtung 🙂
Wenn ein Gymnasiallehrer meine SuS hätte würde er nach 5 Tagen lieber am Bahnhof singen als weiter zu unterrichten.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Macht es nicht besser.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ach ja, es gibt LRS nur in meiner Phantasie. Schon klar. Diese Plattform hier wird offensichtlich hauptsächlich von eher „konservativen“ Lehrkräften frequentiert.
Es gibt so viele intelligente Kids, die es aufgrund einer Legasthenie nicht aufs Gymnasium schaffen. Ich bin froh, dass wir in S-H an den GemS davon vieles auffangen können. In anderen Bundesländern werden die einfach als zu faul abgestemoelt. So, wie damals zu meiner Schulzeit. Mann, hatte ich Glück, dass ich nicht betroffen war!

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Eine Leseschwäche haben Sie wohl auch!
Hätten Sie meinen Post richtig gelesen, dann hätten Sie bemerkt, dass ich nie behauptet habe, dass es ADHS oder Legasthenie nicht gibt.
Natürlich gibt es diese Krankheiten. Den Betroffenen muss auf jeden fall geholfen werden.
Kern meiner Aussage war jedoch, dass heute nur eine Minderheit der ADHS und Legasthenie Schüler diese Krankheiten wirklich haben. Der größere Teil nutzt diese Krankheiten als Entschuldigung für schlechtes Benehmen und mangelnde Motivation.
Dies geschieht dann auch zum Schaden der wirklich Erkrankten.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Ich war polemisch. – Da Kinder von erfahrenen Lehrkräften getestet werden, bevor sie eine LRS anerkannt bekommen, möchte ich Ihnen vehement widersprechen.
Über ADHS habe ich nichts geschrieben, weil das etwas ist, das ich nicht beurteilen kann. Bei LRS sieht es schon anders aus.

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Welche erfahrenen Lehrkräfte testen bei ihnen die LRS? Ich kenne keinen Lehrer der dazu eine Ausbildung hätte. Bei uns kann eine LRS nur über ärztliche Atteste anerkannt werden.
Ich hatte schon Schüler die mit einem „Attest“ über eine LRS an kamen. Bei genauem Lesen des Attest, stand da nur, dass das Lese- und Schreibvermögen des Kinds schlechter als bei xy % der Durchschnittbevölkerung lag. Von einer krankhaften LRS stand da nichts. Kein Wort über die Ursachen des schlechteren Lese- und Schreibvermögens.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Doch. LRS wird von dafür ausdrücklich geschulten Lehrkräften überprüft.

Voraussetzung:
RS-Kompetenz ist schlechter als Note in Deutsch.
In den Fächern schlechtestens Note Drei. Da sonst IQ zu niedrig.
Leider bekommen somit Verweigerer keine Überprüfung.

Man mag sich fragen, was mit der Lesekompetenz ist…

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

In SH testen bei uns nur geschulte Lehrkräfte und darüber entschieden wird dann an oberster Stelle. Nix Arzt in SH.

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich hatte auch schon einen Schüler der von der Sonderschule kam und eine ärztlich anerkannte LRS hatte.
Dieser Schüler hatte ein enormes Interesse an Technik und eine noch größere Begabung für praktische technische Arbeiten. Aufgrund dieses Talents konnten wir einen unserer Ausbildungsbetriebe dazu bewegen ihm eine Chance zu geben.
Nach 3,5 Jahren mit intrinsischer Motivation zum Thema von Seiten des Schülers, kontinuierlicher Bildungs-Arbeit durch unsere Schule und Nachhilfe im Betrieb war diese LRS nahezu verschwunden.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Interessant ist, dass sich LRS sowieso mit zunehmendem Alter „verwächst“. Erfahrung und die Entwicklung des Gehirns machen es möglich. Wundert mich also nicht, was Sie beschreiben.

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Dann ist klar warum wir aneinander vorbei reden!
Meine SuS beginnen mit der Altersklasse 15 Jahre in extrem seltenen Fällen, ansonsten eher ab 17 Jahre und gegen hoch bis 25 Jahre. In extrem seltenen Fällen bis Anfang 50.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Vielleicht sollte man mal gucken, wieso es so viele LRSler gibt.

Ich arbeite mit LRSlern und nehme gerne immer den-die eine(n) oder andere(n) dazu, wenn er-sie mit Lesen und Schreiben auf Kriegsfuß steht.

Das geht zunehmend nicht.

Zuerst lag es am anti-Sozialverhalten. Das sprengte die Lerngruppe.

Inzwischen habe ich in 30 LRS-ler aus zwei Klassen. Da kann beim besten Willen niemand-niefraud dazu.

Jaaaa – ich habe die Digitalisierung und die digitalen Medien im Verdacht.

Bei beidem

Irene
1 Monat zuvor

Ich kann dem nur absolut zustimmen…sowohl aus der Sicht einer Mutter und Lehrerin…nur wenn ich diese Dinge anspreche wird mir gesagt ich wäre „altmodisch“ „man müsse mit der Zeit gehen“ …nur was nützt es?…wohin wird das alles führen? was für eine Gesellschaft züchten wir da heran? …aber Hauptsache wir fahren alle große Autos und haben Häuser mit einem eigenen Pool

Danke dafür, dass es Mal ausgesprochen wurde

Enjoy your chicken Ted!
1 Monat zuvor

Ich arbeite aktuell an einer Brennpunktschule, an der die SuS leider viel zu selten, wenn überhaupt, eine Kita von innen gesehen haben. Viele Eltern sind mit Erziehung überfordert, vermitteln keine Regeln mehr, weil sie selbst oft viel zu streng erzogen wurden. Und solchen Kindern täte die Kita tatsächlich gut.

Hinzu kommt, dass man heutzutage gar nicht anders kann als zu arbeiten, auch wenn man das vielleicht gar nicht möchte. Die Lebenshaltungskosten sind einfach zu hoch. Umgekehrt sollte meiner Meinung nach jede Frau finanziell auf eigenen Beinen stehen und sich nicht in finanzielle Abhängigkeit begeben. Was ist die Konsequenz? Keine Kinder bekommen? Tun doch immer mehr Frauen, daher die niedrige Geburtenrate.

Abgesehen davon, habe ich mehrere Jahre an einer Berufsschule gearbeitet und Erzieher ausgebildet und ich muss es leider sagen, die Leute werden aufgrund des Fachkräftemangels angeworben, sind aber absolut ungeeignet, haben sehr oft schwerwiegende psychische Probleme oder gehen in den Beruf wegen der Arbeitszeiten und weil die Zeugnisnoten zu schlecht für andere Ausbildungsberufe sind.

Schließlich finde ich die Einstellung „früher war alles besser“ sehr schwierig. Auch früher wurden in der DDR die meisten Kinder ab einem frühen Alter betreut, und? In der BRD war auch nicht alles besser, die Betreuung war oft lieblos und streng. Und jetzt?

Marion
1 Monat zuvor

@Enjoy your chicken Ted
Nein, früher war tatsächlich nicht alles besser. Früher wurden Menschen, die nicht der gängigen Norm entsprachen, ausgegrenzt, verurteilt und mißachtet. Da sind wir heute, Gott sei Dank, schon viel weiter. Während man früher von Kindern einseitig Respekt und Gehorsam einforderte, nimmt man sie heute viel stärker als eigenständige, komplexe Persönlichkeiten wahr, deren Wünsche und Bedürfnisse selbstverständlich gehört und berücksichtigt werden müssen.
Das ist gut und richtig so. Ich wünsche mir auf keinen Fall Zeiten zurück, wo man glaubte Kindern mit Drill, Strenge und sogar körperlicher „Züchtigung“, sog. Benehmen einzutrichtern.
Heute schlägt das Pendel aber völlig in die andere Richtung aus.
Da „schrillen schon die Alarmglocken“, wenn man nur äußert, daß man das Einhalten selbstverständlicher Umgangssregeln im Kitaalltag für wichtig hält. Das heißt aber doch nicht, daß wir unseren Kindern diese Regeln mit „dem Rohrstock einprügeln“. Natürlich werden Regeln mit den Kindern besprochen und ihnen auch erklärt. Und natürlich gab es schon immer Kinder, die sich damit schwer taten.
Dann mußte man Wege finden, diese Kinder ins Gruppen- und Alltagsgeschehen zu integrieren, was meistens auch gelang, weil es eben Einzelfälle waren.
Heute wird es jedoch schon als „bedenklich“ eingestuft, Kindern überhaupt Grenzen aufzuzeigen. Und wahrscheinlich schrillen jetzt bei dem einen oder anderen schon wieder die Alarmglocken, weil ich von „Grenzen aufzeigen“ spreche.
Aber Grenzen haben wir doch alle.
Sowohl die Kinder als auch wir Erwachsene. Ich glaube Kinder wollen auch wissen, wann unsere Grenze erreicht ist. Das testen sie immer wieder aus. Wenn ich ihnen nun niemals deutlich vermittelt habe, wo meine Grenze ist, werden sie sie auch nicht erkennen und deshalb immer wieder überschreiten. Das ist genau das, was ich heute im Umgang von Eltern und Kindern miteinander beobachte. Eltern werden als “ blöde Mama o. blöder Papa“ beschimpft, und sie lächeln nur milde. Es ist normal, daß Kinder so etwas mal sagen, wenn sie wütend sind. Aber es muß doch auch erlaubt sein, ihnen klarzumachen, daß es nicht in Ordnung ist. Genauso wichtig finde ich es, das Kinder Kritik an uns Erwachsenen üben dürfen und daß auch wir bereit sind eigene Fehler einzugestehen und uns dafür zu entschuldigen. Ich halte das mit dem Respekt ja keineswegs für eine Einbahnstraße.

Uwe
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Heute wird es jedoch schon als „bedenklich“ eingestuft, Kindern überhaupt Grenzen aufzuzeigen. „

Von wem? Also ich beobachte das in meinem Alltag nicht das es von irgendjemandem als Bedenklich eingestuft wird Kindern überhaupt(???) Grenzen aufzuzeigen. Wenn auf dem Kinderspielplatz Gewalt von Kindern gegen Kinder ausgeübt wird (erlebe ich selten) steht IMMER irgendjemand Erwachsener bereit und greift ein. IMMER. Wenn Kinder gefährlich rumturnen oder sich gegenseitig Förmchen klauen ist IMMER ein Erwachsener da der interveniert.
Davon das bisher noch jedes weinende Kind auf dem Spielplatz sofort getröstet wird rede ich mal nicht auch das ist die Regel.
Das Kinder heute emotionaler sind und ihren Frust schneller artikulieren halte ich für etwas gutes. Besser jedenfalls als unterdrücken.

Du!
1 Monat zuvor

Es gibt genug wissenschaftliche Studien, die belegen, dass das Kindeswohl in der DDR nicht an erster Stelle stand. Sondern beide in Vollzeit arbeitende Eltern. Dass ein 9-10stündiger Krippentag für ein einjähriges Kind purer Stress ist, ist keine Frage.

In der BRD wurden dagegen die Bedürfnisse der Mütter nach beruflicher Arbeit nicht berücksichtigt. Die Kitas hatten erst ab drei Jahren und nur halbtags geöffnet.

Klar wird hier für mich, es geht um bessere politisch-soziale Rahmenbedingungen für Eltern und in den Kitas. Und um mehr Verantwortung auch der Väter für diesen ganzen, vermeintlichen „Kinderkram“. Was übrigens in der jüngeren Vätergeneration mittlerweile auch ganz gut bzw. besser als in der älteren Generation funktioniert.

Enjoy your chicken Ted!
1 Monat zuvor
Antwortet  Du!

In der BRD gab es genauso Drill in den Kigas, gibt auch echt nette Filmchen aus der Zeit dazu, die ich auch mal den SuS gezeigt habe, die meinten in der BRD wäre alles besser gewesen, siehe z.B. die sog. „Eingewöhnung“.

Übrigens, der Kommentar stützt Schattenläufers Aussagen zum Schwarz-Weiß-Denken ziemlich passgenau.

Wo bleibt die Differenzierung?

Schattenläufer
1 Monat zuvor

Das ist eben typisch Deutschland.
Menschenverstand können wir nicht.
Hier gibt es nur Schwarz und Weiß.
Früher: ADHS und Legasthenie gibt es nicht. Punkt. Ab auf die Sonderschule.
Heute: Jedes unerzogene Kind hat ADHS, jeder faule Schüler mit Bildungslücken hat Legasthenie oder Diskalkulie. Wir haben ausnahmslos Verständnis für alles. Echte Pädagogen freuen sich sogar wenn ein Serienmörder 20 Menschen ermordet und die Leichen im Wald vergräbt. Dabei zeigt er ja einen gewissen Sinn für Ordnung.

Mary-Ellen
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Zu Ihrem Kommentar musste ich schmunzeln…ist was Wahres dran…
Zu ADHS oder ADS: Fiel früher nicht so auf. Die Kinder tobten nachmittags draußen herum, auch in einem 1-2- Kilometer-Radius ohne elterliche Aufsicht. Man musste nur zusehen, dass man zum Abendbrot zu Hause war. Und dann war man platt.
Streitereien wurden zu 90% untereinander geregelt, man konnte vieles ohne Beobachtung ausprobieren.
Meine Eltern waren sehr fürsorglich, standen aber nicht permanent daneben.
Diese Kindheitserfahrungen haben mich im Laufe meines Lebens in Krisensituationen immer wieder stabilisiert und mir eine gewisse Resilienz beschert. Danke dafür!

Philologin vom Dienst
1 Monat zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

Resilienz ist zz mein Lieblingswort.

dickebank
1 Monat zuvor

Früher ist das noch „LmaA-Einstellung“. Resilenz ist, wenn einem Störungen des Wohlbefindens tangential an der Gesäßebene vorbeigehen.

Mary-Ellen
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Oder: In Krisensituationen nicht gleich in die Knie zu gehen und sich selbst zu bemitleiden, stattdessen nach Lösungen zu suchen und sie ggf. auch zu finden und umzusetzen.
Setzt die Fähigkeit zur Selbstreflektion/Selbsteinschätzung voraus sowie, die aktuelle Situation von unterschiedlichen Seiten aus zu beleuchten.
Ferner: Ein gewisses Maß an Frustrationstoleranz schon mal des Öfteren eingeübt und festgestellt, dass die Welt nicht gleich untergeht, wenn’s schwierig wird.

AndiBandi
1 Monat zuvor

was die Ausbildung angeht, in dem Bereich der Altenpflege und der Heilerzeihungspflege sieht es nicht anders aus! Ich kenne Heilerziehungspfleger, die ihre Bewohner 3 Stunden mit stinkenden Windeln ignoriert haben, weil das Wetter (Sommer) so schön war und sie aufm Balkon mit Kaffee, Handy und Kippe ihre Zeit verbringen wollten. Windeln wechseln und Bewohner duschen stört da einfach nur! In der Ausbildung sind zu viele Leute unterwegs, für die ein Hauptschulabschluss schon schwer zu erreichen war. Wäre ja nichtmal ein Problem, wenn sie wenigstens Empathie, Allgemeinbildung und Benehmen hätten, was zu oft aber nicht vorhanden ist!

Enjoy your chicken Ted!
1 Monat zuvor
Antwortet  AndiBandi

Bei meinen HEP-Klassen waren besonders viele SuS dabei, die in psychologischer Behandlung waren. Ich bin froh, dass ich kein Kita-Kind mehr daheim habe.

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  tz

Tut mir leid, weder sehe ich Kinder als Klienten noch sollen sie mir zuliebe die Regeln befolgen. Und wenn einer den anderen „verkloppt“ oder mir permanent in den Unterricht brüllt oder „sonstige Späße“ veranstaltet, dann diskutiere ich nicht ewig über Sinn und Unsinn von Regeln, dann gibt es eine klare Ansage und klare Konsequenzen.

ERGÄNZUNG
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Warum nicht? Sie sind verantwortlich für die Kinder, sie bekommen Geld dafür Bildungserfahrungen abzuleiten und wissen im Kopf zu etablieren. Die Kinder können sie nicht bezahlen aber sie arbeiten für und mit Ihnen.
Die Beispiele das sie anführen sind zu kurz gedacht wie sinnfrei.
1. Wenn jemand einen anderen „verkloppt“ ist das ganz klar physische Gewalt. Hier haben sie eine Fürsorgepflicht, also jeder der noch halbwegs klar bei Verstand ist und ein gesundes Selbstwertgefühl und Arbeitsverständnis hat greift sofort ein. Das soziale „Feedback“ ist auch notwendig denn wird dies nicht Sanktioniert entsteht der Eindruck dieses Verhalten wird toleriert. Sie glauben gar nicht wie viele Menschen das z.T. nicht tun weil „die Kinder das unter sich klären sollen“.

2. Ihnen brüllt jemand permanent in den Unterricht ? Kennen Sie die Bindungstheoriemodelle von Prof. Baumann? Sie wollen das sich das Kind verhält wie in einem für Ihn sicheren Raum, es soll aufmerksam sein zuhören aktiv mitarbeiten. Wenn die Kinder aber zuhause oder in ihrer Freizeit andere Erfahrungen machen fällt es schwer dieses Verhalten zu zeigen denn die Erfahrungsmuster die sonst erlebt werden führen zu im der Schule problematischen Verhalten was sonst einem Sinnvollen Zweck hat.
Nach meinem Berufsverständnis ist es nun natürlich ihre Aufgabe die Verhaltensweise Einzuordnen und alternativen anzubieten. Zusätzlich sollte ihr Klassenraum eine Atmosphäre bieten die Sicherheit vermittelt und dadurch positive Bindungserfahrungen schafft. Das führt nicht nur dazu das sich die Schüler bestärkt fühlen und eher ein Bindungssicheres Verhalten zeigen können(mitarbeiten und sich weiterentwickeln), sondern auch dafür das „sonstige Späße“ unterlassen werden, denn warum sollten sie ihre sichere Bezugsperson verärgern wollen?

Das erfordert Grundlagenwissen moderner dynamischer Bindungsmodelle(nicht nur den Sicher ambivaleten desorganisierten Quatsch)und Sonderpädagogischer Konzepte. Ist das Bestandteil des Studiums auf Lehramt? Leider nein. Junge angehende Studenten erzählen mir oft das Entwicklungspsychologie eine enorm geringe Stundenzahl einnimmt das wird der Relevanz nicht im entferntesten gerecht.

Das Problem hier sind neben mangelnder Fachlicher Kompetenz natürlich auch die Rahmenbedingungen. Allerdings ist es möglich das die Kinder trotz schlechten Bildungserfahrungen zuhause bei Person A(Überforderte Mutter/ablehende Väter)problematisches Verhalten zeigen durch positive sicheren Erfahrungne mit Person B(Erzieher in der Kita/Lehrer in der Schule) bei Person B ein völlig anderes Verhalten an den Tag legen. Das erfordert Konsistenz und ein agieren aus der Sicherheit heraus und eben nicht vermeidend(Der will ja nur Aufmerksamkeit) oder kontrollierend(sanktioniert, schimpfen, überwältigend) handeln.

Neurobiologisch hört das Kind vlt im Affekt erstmal auf „Späße“ zu betreiben oder in den Unterricht zu „brüllen“. Langfristig haben sie gar nichts erreicht, das negative Verhaltensmuster wurde eher verstärkt. Durch die „falsche“ Reaktion fühlt sich das Kind in seinem Bindungsverhalten bestätigt und wird es wieder an den Tag legen. Anstatt das Muster zu bruchbrechen sind sie Teilmdes Problems.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  ERGÄNZUNG

Sie reißen die Tatsache, dass Lehrkräfte und Pädagog*innen nicht immer nur einem anwesenden Menschen zur Zeit gerecht werden müssen, sondern gleichzeitig bis zu über 30, nur an. Theorie und Praxis fällt mir zu Ihren Beiträgen nur ein.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  ERGÄNZUNG

Ich stimme Ihren psychologischen Ausführungen voll zu, so habe ich das in meiner Studienzeit zum Sonderschullehrer vor 40 Jahren auch gelernt (Ost-Studium). Aber leider sind diese theoretischen, einleuchtenden Ansätze in der Praxis kaum umsetzbar. Sind Sie Lehrer? Dann wäre ich für praktische Tipps sehr dankbar! (GS im Brennpunktviertel)

Uwe
1 Monat zuvor

Ich bin im Sabbat Jahr und habe meinen Kleinen (fast) jeden Tag in die Kita gebracht. Warum? Nun, er ist ein Einzelkind und WOLLTE jeden Tag in die Kita (ich habe ihn jeden Morgen gefragt). Insgesamt hat er in dem ganzen Jahr 6 mal gesagt er hätte keine Lust. Und da hab ich ihn auch nicht gebracht.
Während er in der Kita war war ich im Fitnessstudio oder im Wellnesscenter. Was nichts damit zu tun hat das ich meinen Kleinen nicht mag oder möglichst schnell loswerden will sondern schlicht damit das ich auch mal Zeit für mich selber brauche.
Ach und zu Respekt: Respekt ist etwas was ich von Kindern nicht fordern kann sondern etwas was Kinder mir schenken wenn sie erkennen das ICH sie respektiere.
Fordern kann ich nur ANGST.

Ich
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Lieber Uwe ,
danke.
Ich bin Lehrerin, Mutter, selbst noch DDR – Kind .
Ich war selbst mit 2Jahren in der Kinderkrippe , bin eher doch trotzdem empathisch geraten:)
Meine Tochter mit 1 Jahr in der Krippe,5 Stunden amTag , günstig verteilte Zeiten der Eltern.
Manchmal weinte sie,wollte nicht.
Aber häufig „schimpfte „sie auch , als ich sie abholen wollte.
Wir haben dann als Eltern noch länger in der Nähe gesessen und die Kinder spielen lassen.
Ihre 1. Krippenbekanntschaft ist heute ( nach 20 Jahren ) noch ihre beste Freundin

Und ja, ich habe es auch genossen,nach der Arbeit zumindest eine Stunde für mich zu haben.

Obwohl ich sie unendlich liebte/liebe
( muss man wohl hier dazusagen ).

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Ich war auch gerne in der KiTa (Kindergarten). Habe zumindest kaum Negativ-Erfahrungen von der KiTa im Kopf. Warum sollte das auch als „Bestrafung“ gelten? Meine Familie war ja trotzdem für mich da. Das muss ein Kind einfach wissen und spüren.
Ganz davon abgesehen, dass ich als Kind wahrscheinlich auch keine Lust gehabt hätte, wenn meine Mutter permanent „mich sittet“.

War aber auch öfter auf der Arbeit von meiner Mutter dabei. Einfach, weil es oft nicht anders ging denke ich. Auch das hat mir nicht wirklich geschadet.

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Naja, vielleicht sollten wir Erzieherinnen uns auch öfter ein Sabbatjahr gönnen. Würde sich zwar negativ auf die, eh schon schlechte, Personalsituation in den Kitas auswirken, aber hey, was solls. Dafür hätten die Eltern ja sicher Verständnis – könnten wir uns schließlich danach gut erholt wieder wesentlich bedürfnisorientierter um ihre Kinder kümmern.
Nur schade, daß ich mir das nicht leisten kann.

Uwe
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Ja fände ich auch gut wenn sich das Erzieher*innen öfter mal gönnen würden, warum nicht?

Sabine
1 Monat zuvor

Marion, Sie machen sich kein Bild, wie sehr Sie mir aus der Seele sprechen. Mit jedem einzelnen Satz. Bei vielen Menschen hat man mittlerweile den Eindruck, dass sie ihre Kinder ausStatusgründen bekommen oder weil es wie Sushi als „schick“ gilt. Danach aber *zackzack* in die Kita und später in die OGS. Von Erziehung keine Spur. Das machen „die da“ schon. Zum Ko*****.

Maren
1 Monat zuvor

Bin entsetzt,wie viele hier „bedürfnisorientiert“mit verwöhnen,ohne Regeln,etc etc.gleichsetzen und auch wie manche hier über ihnen anvertraute Kinder sprechen.Kinder haben offenbar heutzutage nur noch zu funktionieren.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Maren

? Ich sehe das überhaupt nicht. Kinder brauchen sich an keine Regeln zu halten, nehme ich zunehmend wahr. Außerdem erwarten viele Eltern, dass Erzieher*innen und Lehrkräfte dafür sorgen, dass ihre Kids irgendwann das Abitur erhalten, egal wie. Ja, „erhalten“, von „sich selbst erarbeiten können“ kann bei denen keine Rede sein.

Anne
1 Monat zuvor
Antwortet  Maren

Ich bin eher entsetzt, wie viele Eltern bedürfnisorientiert gleichsetzen mit „Leben ohne feste Regeln“. Ist halt einfacher, das Kind machen zu lassen, was es will, statt konsequent zu sein und Tobsuchtsanfälle zu ertragen.

Yvi
1 Monat zuvor

Sie sprechen mir aus der Seele. Bin so resigniert, dass ich nach 30 Jahren Berufserfahrung und – alltag meinen Job als Erzieherin an den Nagel hänge und in eine ganz andere Branche wechsel.

Hoffnung
1 Monat zuvor

Schon allein die riesige Menge an Kommentaren zeigt auf, in welchem Dilemma Kitas und Schulen stecken. Kinder sind lediglich ein Spiegelbild der Gesellschaft.

Alexandra Drescher
1 Monat zuvor

Was mir an solchen Meinungen nicht gefällt, ist zum einen der allgemeine Vorwurf an die Eltern, Kinder in die Welt zu setzen, um sie dann wegzuorganisieren. Im Kommentar dazu lese ich dann, dass die Mütter sich ja leider nicht aussuchen können, daheim zubleiben. Die tugendhafte, preußische Hausfrau, die Kinder alleine tugendhaft isoliert zu Hause erzieht. Denn sie ist es ja, die ihr Kind sträflich vernachlässigt und barbarisch in fremde Hände gibt. Wie rückschrittlich. An dieser Stelle möchte ich ein Sprichwort zitieren:um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf. Und dass ist das eigentliche Problem der modernen Gesellschaft:die Vereinsamung und ein immer noch sehr konservatives Frauenbild. Warum liegt die Last des Haushalts und der Kindererziehung immer noch komplett und ausschliesslich bei der Mutter?
Denn nicht nur muss sie dafür allein die Verantwortung tragen, sie muss wie richtig kommentiert auch noch zum Lebensunterhalt beitragen, damit es reicht und ich rede vom Existenzminimum und nicht von Luxus. Von Alleinerziehenden ganz zu schweigen. Am Ende vom Tag ist sie dafür die Rabenmutter. Dass ist auf sovielen Ebenen falsch…Ganz davon abgesehen, dass Väter da dann immer ausgespart und übergangen werden, meine ich damit die Verantwortung der gesamten Gesellschaft zur Erziehung der Kinder… Freunde und Nachbarn, Institutionen… Das ganze Dorf eben. Und nicht die preussische Kleinfamilie sprich Mutter. Wir leben als Familien doch nicht auf isolierten Inseln…

Du!
1 Monat zuvor

Es geht hier aber doch gerade nicht um das Thema der Hausfrau und Mutter. Sondern um das Thema der überlasteten Erzieherin. Ich sehe hier auch diesen Widerspruch im Text. Einerseits plädiert sie angesichts der oft (auch für die Kinder) belastenden Situation in den Kitas für mehr Beteiligung der Eltern. Andererseits sieht sie die Lösung aber auch in einer Verbesserung der politischen und damit zusammenhängenden personellen Rahmenbedingungen.

Ich persönlich sehr hier ganz klar ein strukturelles Paradox. Es gibt immer mehr Eltern, die, aus welchen Gründen auch immer, wahrscheinlich vor allem aufgrund des nur einjährigen Elterngeldes, ihre Kinder in die Kita geben. Dass sie damit das Vertrauen für die Erziehung ihrer Kinder in die Hände der Erzieher geben, sollte ihnen bewusst sein. Sie können es sonst ja auch selbst machen ;).

Woher dann das Verhalten mancher Kinder kommt, die sich angeblich nicht an Regeln halten können, ist für mich eine komplexe Ursachenforschung. Es können nicht allein die Eltern sein, worauf die Erzieherin hier möglicherweise hinaus will. Wenn, dann ist es ein Zusammenspiel zwischen Eltern, Erzieherin und Kind/ern. Und eben den Rahmenbedingungen, die dem Erzieherberuf und der Situation in den Kitas immer noch wenig Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegenbringen. Es ist eben oft immer noch reines „Gedöns“. So ein Begriff strotzt vor vollkommener Ahnungslosigkeit.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Du!

Ich fürchte, das zunehmend „schlechte“ Verhalten resultiert aus dem Erziehungskonzept so einiger KiTas.

Es wird extrem viel Wert auf Individualität gelegt. Daran ist im Prinzip nichts auszusetzen. Doch unsere SuS, die gerade ihre Praktika hinter sich haben, berichten, dass es kaum noch gemeinsame Aktionen und feste Gruppen – also keine feste Bezugsperson – gibt.

Die Kids wurschteln individuell und oft alleine vor sich hin, sind mit dem Überangebot überfordert und wissen nicht, was sie mit sich anfangen sollen und können.

In einem! von fünf Kindergärten gab es gemeinsames Decken des Tisches, gemeinsames Mittagessen, gemeinsames Abräumen.

Da ist es kein Wunder, wenn das mit dem sozialen Verhalten nichts wird.

Gruppen“arbeit“ ist wichtig. Da müssen auch mal die Bauklötze durch die Gegend fliegen!

In den vier anderen KiTas haben die EuEs den Tisch gedeckt. Ratet mal, wer mehr Zulauf und eine lange Warteliste hatte!?

Es wird „all inklusive“ zum Nulltarif verlangt. Sonst wird gemeckert und schlecht bewertet.

Leider.

Von den fünf Praktikanten kann sich nur eine(r) vorstellen, den Beruf zu ergreifen. Ratet mal, in welcher KiTa der-die war!?

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

In der altmodischen.

Riesenzwerg
15 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Ich sehe – wir verstehen uns

Du!
1 Monat zuvor

Und dass die Erzieherin hier auf das Gesellschaftliche abzielt, ist sicher ein überzeugendes Argument. Aber es löst ja nun leider nicht das konkrete Problem. Das heisst für mich: Auch wenn ich die Gesellschaft nicht ändern kann, kann ich mich selbst ändern. Wie schwer das immer wieder ist, wenn das Netzwerk fehlt, kann nur der nachvollziehen, der selbst drinsteckt.

Angelika
1 Monat zuvor
Antwortet  Du!

Erstaunlich, dass dieser Beitrag seit fünf Tagen erst einen Like bekommen hat. (Von mir)
Es wird wirklich Zeit, dass sich ganz viele Einzelne mehr trauen, in Krippen und Kitas Dinge zu tun, die ihnen wichtig sind und alles bleiben zu lassen, was sie für überflüssig oder gar falsch halten.
Mit Konsequenzen von Seiten der Arbeitgeber ist allerdings zu rechnen. Wer beim Träger eine Gefährdungsanzeige stellt, wird deshalb natürlich nicht entlassen, aber Träger mehrerer Einrichtungen bringen es fertig, die in Ungnade gefallene Person in eine andere Einrichtung zu versetzen. Weiter weg, schlechter mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen oder es geht ab in eine „Hardcore-Kita“…

Nicht verschweigen will ich, dass es Erzieherinnen besonders schwer fällt, dort ihre Gruppe zu verlassen, wo die Kinder besonders hilfsbedürftig sind.

Marion
1 Monat zuvor

Aber genau das kritisiere ich doch in meinem Beitrag. Daß es das sog. Dorf, daß es zur Erziehung der Kinder eigentlich bräuchte, nicht mehr gibt. Nur bringt mir das hier vielfach den Vorwurf ein, rückschrittlich und altmodisch zu sein und frühere Zeiten zu verherrlichen. Früher war natürlich nicht alles besser, aber heute ist es das genausowenig.

Hannes
1 Monat zuvor

Was ist das den für ein schrecklicher Artikel?!
Die Autorin leidet offensichtlich unter dem Phänomen „früher war alles besser“ und wünscht sich alte Zeiten zurück.
Verdrängt dabei offensichtliche veralterte und fragwürdige Methoden der Kindererziehung und wundert sich wirklich darüber das Kinder eine geringe Frustrationstoleranz haben?
Nachdem ich den Text nun weiter gelesen habe und nun wird klar wo das Problem der Autorin (vermeintlich) liegt.
Nicht nur das sie durch „früher war alles besser“ alles schlechte romantisiert. Sie versucht ausserdem Aufgaben abzugeben, die Probleme bei anderen zu sehen und wird, um. So weiter der Text geht immer unsachlicher.
Haben wir am Anfang des Textes noch Dinge die sie versucht zu begründen kommen später Floskeln wie „aber sorry“ und ihre Meinung darüber wie andere ihre Kinder erziehen sollten gerät immer mehr in den Vordergrund.
Sie ist offenbar damit überfordert das Menschen ihre Kinder individuell erziehen, sie Bedürfnisse einer Gesellschaft ändern und hat den Blick dafür verloren (wenn sie ihn denn hatte) was pädagogische Arbeit überhaupt bedeutet.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Hannes

Sie haben bestimmt nicht stundenlang mit 20 oder mehr Heranwachsenden gleichzeitig zu tun, stimmt’s?

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Hannes

@Hannes
Ich habe jetzt bereits in mehreren Antworten auf Kommentare zu meinem Text, versucht, meinen Standpunkt nochmal zu erklären. Hier der letzte:
Ich sehne weder frühere Zeiten herbei, noch erwarte ich von Frauen sich wieder in die Kittelschürze zu werfen und hinter dem Herd zu verschwinden. Ich erwarte von Kindern keinen bedingungslosen Gehorsam und ich versuche auch nicht, ihnen Regeln einzutrichtern indem ich rumbrülle oder den Rohrstock schwinge.
Mein Text dreht sich um so viel mehr. Aber ich habe den Eindruck, hier wird sich nur auf ein Thema gestürzt: Kinder und Regeln.
Ja, ich finde, daß Kinder sich damit schwerer tun als noch vor 10 bis 20 Jahren. Ich sehe auch Unterschiede zwischen Stadt – und Landkindergärten. Das liegt wahrscheinlich daran, daß die hintlerwäldlerische Landbevölkerung ihre Kinder immernoch täglich mit dem Rohrstock verprügelt. (Achtung, Ironie!)
Ich habe übrigens einen sehr guten Draht zu „meinen“ Kindern. Wir freuen uns gegenseitig immer sehr, wenn wir uns sehen. Die Arbeit mit ihnen macht mir auch immernoch Freude. Trotzdem nehme ich wahr, das viele kleine Alltäglichkeiten, die früher, ( schon wieder dieses furchtbare Wort), ganz selbstverständlich funktioniert haben, heute wesentlich schwieriger zu bewältigen sind und mehr Zeit und Energie erfordern und das in einem Beruf, in dem eh schon viele am Leistungslimit angekommen sind. Dafür mache ich aber nicht alleine die Eltern und schon gar nicht die Kinder verantwortlich. Es ist eine Entwicklung, die die ganze Gesellschaft betrifft.
Ich habe auch geschrieben, das mir persönlich es so geht. Wenn sie und andere Kommentierende hier das anders sehen, ist das völlig ok.
Es ist aber kein Grund mir zu unterstellen, ich wäre rückständig und könnte nicht mit autonomen Kindern umgehen oder mir gleich komplett die nötige Kompetenz für meinen Beruf abzusprechen.
Selbst sie müßten doch inzwischen gemerkt haben, daß im öffentlichen Kita-Betreuungssystem die Hütte brennt. Es gibt nicht mehr genug Personal um den Vollzeitbetreuungsanspruch für Kinder ab einem Jahr aufrechtzuerhalten. Warum, glauben sie, ist der Erzieherberuf für viele inzwischen so unattraktiv geworden? Nur wegen dem Geld?
Das glaube ich nicht. Ich tausche mich durchaus auch mit Kolleginnen aus. Ich bin nicht die einzige, die Veränderungen im Verhalten der Kinder wahrnimmt.
Es brauchen ja auch immer mehr Kinder zusätzliche Fördermaßnahmen von außen in Form von Frühförderung, Logopädie, Ergotherapie etc., etc. oder die Eltern suchen verstärkt nach Unterstützung durch Erziehungsberatungsstellen u.ä.
Der Betreuungsaufwand in den Kitas ist jedenfalls enorm gestiegen. Dazu kommen natürlich auch noch vermehrt bürokratische Aufgaben, wie z.B. das Erstellen aufwendiger Entwicklungsbögen für jedes einzelne Kind.
Wenn es aber immer höheren Bedarf an öffentlichen Betreuungsplätzen gibt plus höhere Ansprüche in Bezug auf frühkindliche Bildung und Erziehung, gleichzeitig aber immer weniger Menschen, die diesen Beruf ausüben wollen, wie soll das dann genau funktionieren?
Wer soll, verdammt noch mal, all die Kinder betreuen, bilden und bedürfnisorientiert erziehen, wenn nicht mehr genug Personal da ist?
Kosten soll der Kindergarten am besten ja auch nichts mehr.
Ich fasse das mal zusammen:
Kinder sollen ab dem ersten Lebensjahr möglichst flächendeckend Vollzeit in öffentlichen Betreuungseinrichtungen von hochqualifiziertem Personal betreut werden. Sie sollen bedürfnisorientiert erzogen und bestens gebildet werden, ein jedes nach seinen individuellen Interessen und Fähigkeiten.
Die Einrichtungen sollen top ausgestattet und am besten nicht nur Kitas sondern Familienzentren sein. Das hochqualifizierte Personal muß natürlich entsprechend gut bezahlt werden und schön wäre es, wenn das alles beitragsfrei zu haben wäre.
Kann man sich alles wünschen, wird es aber nicht geben, weil das keiner mehr bezahlen kann.
Eher wird die Zukunft so aussehen:
Immer mehr Kitas müssen den Betrieb einschränken, weil sie sonst nicht mehr ihrer Aufsichtspflicht gerecht werden können. Eltern werden immer öfter nach Betreuungsalternativen für ihre Kinder suchen müssen. Oder sie müssen den Job selbst übernehmen.
Vielleicht werden aber auch einfach die Standarts in den Kindergärten und Krippen gesenkt. Ein paar Kinder mehr in der Grupoe, dafür ein bißchen weniger Personal.
Wollen wir mal sehen, wie bedürfnisorientiert es dann noch zugeht in unseren Kitas.
Aber Hauptsache die Kinder sind verräumt.

Du!
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Dass Sie hier einen Unterschied zwischen Stadt- und Landkindergärten aufmachen, geht jetzt aber ein bisschen am Thema vorbei, oder? Die Entwicklung geht nunmal in die Richtung, dass (junge)
Menschen eher in den Städten wohnen wollen. Und die Älteren auf dem Lande unter sich bleiben. Das löst aber wohl nicht das Grundproblem, das Sie hier aufwerfen.

Ich finde ja, dass vieles an dem Willen und der Fähigkeit zur eigenen, persönlichen Weiterentwicklung hängt. Denn wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus. Natürlich machen wir da alle mal Fehler, ich auch. Und da es in den Städten keine oder nur wenige Waldkindergärten gibt, geht es um den Umgang mit dem Vorhandenen. Wer zu jedem Kind eine vertrauens- respekt- und liebevolle Beziehung aufbaut, der bekommt das auch zurück. Dessen bin ich mir sicher. Und wer das nach 30 Berufsjahren, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr schafft, kann sich doch nochmal neu orientieren. Auch das gehört zur persönlichen Entwicklung dazu und ist vollkommen in Ordnung.

Wenn sich unsere Gesellschaft in Richtung flexiblere Arbeitszeiten (mehr Teilzeit) entwickelt, dann müssen in Zukunft vielleicht auch in den Kitas andere Arbeitszeitmodelle entwickelt werden. Oder die Öffnungszeiten werden reduziert. Wenn auch immer mehr Eltern in Teilzeit arbeiten, müsste das vielleicht auch möglich sein usw.

Ich finde es hier wichtig, den Weg nach vorn zu sehen. Und nicht zurück, was Sie ja auch nicht beabsichtigt haben, wie Sie schreiben.

Mary-Ellen
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Ich habe schon mehrere Ihrer Beiträge gelesen und nehme diese jedesmal als sehr differenziert wahr.
Bitte weiterhin kommentieren, ich lese es immer wieder mit großer Aufmerksamkeit und kann in vielen Punkten nur zustimmen.
Auch dieser Kommentar fasst die ganze Misere meiner Ansicht nach super zusammen!

MARION
1 Monat zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

Danke für ihr freundliches und aufmunterndes Feedback.☺

Angelika
1 Monat zuvor
Antwortet  Hannes

Sie sprechen davon, dass sich die „Bedürfnisse“ einer Gesellschaft ändern. Ich würde es anders formulieren. Es gibt andere Erwartungen und darauf abgestimmte Sonderwünsche. Babys weinen oder schreien, wenn ihre Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Stellen Sie sich doch bitte einmal vor, wie viele Kleinkinder zu gern auf „Ihren Rechtsanspruch“ auf Betreuung verzichten würden.

„Partizipation in der Krippe“ ist ein angesagtes (Mode)Thema. – Aber wenn ein Kind nach der erfolgreichen „Eingewöhnung“ nicht in der Einrichtung bleiben will, zählt sein Wille nicht mehr allzu viel und es heißt oft „Da muss es jetzt eben durch.“

Anne Rie
1 Monat zuvor

Ich arbeite im Bereich der Rehabilitation, in einem Internat mit psychisch kranken jungen, erwachsenen Menschen die eine Ausbildung anstreben. Auf einem Stockwerk mit 34 Teilnehmern. Derzeit mit 1,5 Stellen besetzt! Ein Dienstplan, im Schichtdienst und Wochenendarbeit ist schwer zu planen. Unsere Bewohner haben einen hohen Bedarf nach Ansprache und Förderung. Dies st auch der Auftrag der Agentur für Arbeit. In einer Leistungsbeschreibung sehr konkret beschrieben und zu erfüllen. Alles muss dokumentiert sein, es gibt konkrete Vorgaben wieviele Stunden einem einzelnen Teilnehmer an Pädagogischer Unterstützung zustehen. Es wird geprüft. Die Kollegen arbeiten am Limit, hoch motiviert, zum wohle der Teilnehmer und müssen täglich feststellen, daß es nicht ausreichend ist. Ich würde mir sehr wünschen, daß auch unser Bereich in den Medien Aufmerksamkeit findet!!

Sissi
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne Rie

Ich stimme Ihnen absolut zu !
Die Crux ist, dass zwar immer wieder mit psychisch erkrankten Jugendlichen “ Politik gemacht wird “ ( nach allen Richtungen, wies gerade passt),
die Realität der Betroffenen und sie Betreuenden aber häufig geteppicht wird.
Unsere Gesellschaft hört nachwievor nicht gern etwas von Dingen, wenn sie mit psych- … beginnen, außer es ist politisch, medial, diskriminierend……verwendbar.
Danke für Ihren Beitrag und Ihre wichtige Arbeit.

AndiBandi
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne Rie

Hallo Anne,

hast mein vollstes Mitgefühl! Ich habe auch kanpp 10 Jahre mit psychisch kranken Menschen und Geistig Behinderten gearbeitet! Personalsituation war ähnlich schlecht wie bei euch! Zumal auch die Einrichtungsleitungen nicht gerade durch Empathie oder gar Kompetenz geglänzt haben! Auch manche FSJler oder sonstige Hilfskräfte haben bei uns gearbeitet, weil die sonst keiner wollte! Eine Katasstrophe! Aber da dein Klientel kein Geld bringt, sondern nur GELD kostet, wird sich da nix ändern! Dazu kommen Vorurteile in der Gesellschaft, diese will mit deinem Klientel gar nichts zu schaffen haben! Und die Politik macht sich lieber für Flüchtlinge ausm Irak stark, als für Einheimische die behindert oder krank sind! Ist leider so! Deshalb wird sich niemals etwas ändern! Und deshalb bin ich aus dem Job ausgestiegen, vermutlich sogar für immer!

Emil
1 Monat zuvor

Können hier jetzt endlich alle (Kindergärtnerin en) aufhören mit dem elenden Gejammer?!!!
Egal, wie die Kinder sind, es ist unser Job mit ihnen professionell umzugehen. Das Jammern über die schlimmen Kinder offenbart eine eklatante Fehleinschätzung, es ist nämlich nicht Aufgabe der Kinder, so zu sein wie wir es wünschen, sondern unsere Aufgabe als Profis, uns bei Veränderungen professionell anzupassen.
Tja, aber als Kindergärtnerin hätte man es wohl gerne einfacher… ….

Du!
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Das ist richtig. Aber es ist nicht allein die Aufgabe der Erzieher. Besonders in schwierigen Fällen kann es gar nicht ohne Abstimmung, Absprache, Austausch und Zusammenarbeit mit den Eltern funktionieren. Wenn Eltern dann immer noch meinen, „Ach, der ist doch immer so lieb, ja, was haben Sie denn“ und nicht auch ihre eigene Erziehungshaltung bzw. persönliche Verantwortung reflektieren wollen, dann kommt man als Erzieher an seine professionellen Grenzen. Ein Kind, dass angeblich keine Grenzen kennt, braucht sie oft ganz besonders und sucht sie bei seinen Eltern UND Erziehern. Es sucht Aufmerksamkeit und Wahrnehmung. Es sucht die Persönlichkeit seiner Eltern und Erzieher, anstatt dieser Rolle des „das macht man nicht, mein Schatz, die schauen alle schon ganz böse“. Ansonsten sollte man fähig sein, Kinder auch einfach mal zu genießen :).

Angelika
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Emil, was stellen Sie sich unter professioneller Anpassung vor?

Claudia Winkler-Zell
1 Monat zuvor

Liebe Marion, ich fand Ihren Artikel sehr treffend. Arbeite seit 35 Jahren in diesem schönen und schwierigen Beruf und habe mich in Ihren Aussagen sehr oft wieder gefunden.
Den Artikel habe ich vielen KollegInnen aller Altersgruppen gezeigt und mir wurde von vielen bestätigt, dass es ihnen ebenso geht. Ursprünglich dachte ich, dass es nur in unserer Kita so ist, aber es hat sich wirklich viel verändert und ich weiß oft nicht mehr, wo ich die Motivation noch hernehmen soll, jeden Tag diese Verantwortung zu übernehmen, geschweige denn junge Kolleginnen zu motivieren diese Arbeit die nächsten 45 Jahre zu schultern.

Gabi Keck
1 Monat zuvor

Ich freue mich auch über dieses Statement von ihnen. Leute, die sich über ihren Beitrag aufregen, zeigen wahrscheinlich dabei nur ihr eigenes schlechtes Gewissen. Meine Leitung sagt immer „Beschwerden von Eltern sind verunglückte Wünsche“. Den Idealzustand wollen wir doch alle, aber scheitert an der Realität. Wäre schön, wenn die Gesellschaft sich dies endlich mal eingestehen würde.

Luise Bollinger
1 Monat zuvor

Ein sehr guter und differenzierter Beitrag .
Kindern keine Grenzen aufzuzeigen ist verantwortungslos.
Denn der Mensch ist ein gesellschaftliches Wesen, auf das Zusammenleben mit seiner Spezies angewiesen.
Daher ergeben sich automatisch Grenzen.
Und nur innerhalb dieser Grenzen kann das Kind sich entfalten.
Dies ist demokratisch, denn diese Grenzen gelten für jeden gleichermaßen.
Und diese Grenzen sind nicht verhandelbar.
Es gibt keine Grenzenlosigkeit und keine absolute Freiheit.

Du!
1 Monat zuvor
Antwortet  Luise Bollinger

Hat das hier jemand behauptet? Selbst Marion wollte nicht darauf hinaus, dass Kinder völlig grenzenlos ihr gegenüber sind. Habe ich jedenfalls nicht so verstanden. Und diese totale Laissez faire-Haltung in der Erziehung ist doch wohl auch mittlerweile auch eher selten geworden. Seit den 60ern/70ern hat sich da vieles nochmal weiterentwickelt, weil erkannt wurde, dass man Kindern damit nichts Gutes tut. Im Gegenteil.

Anja
1 Monat zuvor

Ich bin zu 100 % bei Ihnen. Nur solange die Gesellschaft kaputt ist, können weder die bemühtesten Eltern noch der engagierteste Pädagoge den Turnaround schaffen.

Wie soll das gehen, wenn ich meinem Kind sage, im Bus ist der Ton vom Handy aus und geredet wird leise, wenn alle Anderen (auch Erwachsene!) laut Musik hören und Videochatten und Dauertelefonieren … (nur eins von 100en Beispielen).

Jede elterliche Bemühung (ja, sofern vorhanden) wird doch sofort torpediert, sobald man die Wohnung verlässt.

Als Mutter kämpft man da gegen Windmühlen. Da wird die Geduld selbst der gelassensten Mutter massivst auf die Probe gestellt. In Konsequenz wird der Ton rauher Konflikte häufen sich und verfestigen sich. Die Spirale dreht sich permanant über sämtliche Eskalationsstufen (bis hin zu brüllen, schlagen, einschüchtern – mithin nicht nur seitens der Eltern. Ich kenne Eltern, die sich vor Prügel vom eigenen Kind fürchten!)

Von sonstigen überlastenden Faktoren wie Vollzeitjob, Alleinerziehend, Krank, zu pflegende Familienmitglieder, fehlende Familie, finanzielle Nöte, etc. in beliebigsten Kombinationen mal ganz zu schweigen.

Das ist keine Aufgabe für einzelne Personen oder Personengruppen, das ist eine Aufgabe der GANZEN GESELLSCHAFT!

Angelika
1 Monat zuvor

„So, das war jetzt sehr weit ausgeholt, aber manchmal geht es halt mit mir durch, weil ich die Rufe nach mehr Geld und „Anerkennung“ und mehr Bildung usw. nicht mehr hören kann. Wir haben viel tiefer liegende Probleme, und wenn wir das nicht erkennen, wird sich auch nichts wesentlich verbessern.“

Über den letzten Absatz habe ich noch einmal nachgedacht. Wie peinlich mir die Sucht vieler Erzieherinnen nach Anerkennung oder Wertschätzung ist, kann ich kaum noch in Worte fassen. Mittlerweile frage ich mich, ob es sich bei dieser Kollektivforderung um einen verkappten Schrei nach Absolution handeln könnte. Buchhalter können in ihrem Beruf alles richtig machen, aber Pädagogen müssen sogar in einem besonders hohen Maß damit leben, dass wir wirklich nicht ALLES perfekt machen können.
Als dann die Berufsgruppe der Kita-Erzieher (Die Eltern sollten ja in Vollzeit arbeiten und glauben, wir könnten ihre Kinder besser fördern als sie selbst) zu „ExpertInnen für die frühkindliche Bildung“ erklärt wurde, da stieg die Fallhöhe zwischen grandioser Überhöhung und dem als erniedrigend empfundenen „Basteltantenimage“.

Ich empfinde es nicht so, dass sich die Kinder wirklich verändert hätten. Ihre Grundbedürfnisse sind seit Generationen gleich und Kinder können ihre GEUNDBEDÜRFNISSE nicht an die Belange des Arbeitsmarktes anpassen. Eltern, die es nicht wagen würden, ihre Arbeitgeber aus dem Schlaf zu holen, wecken ihre schlaftrunkenen Kinder, um sie wegzubringen. Die feministische Psychoanalytikerin Margarte Mitcherlich stand Kleinkindern das Recht auf Anklammerung an „seine Liebesobjekte“ zu. – Unser Staat, die Eltern und auch die Erzieherinnen dagegen erhoffen sich von KLEINKINDERN!!! Verzicht und Anpassung. Materiell will man den Jüngsten mehr geben, als sie brauchen… Aber wenn es um die intensive Zuwendung zum bedürftigen Kind geht, haben die Kinder so oft keine Chance, sie zum für sie richtigen Zeitpunkt zu erhalten.

Dass emotional unterversorgte Kinder unzufrieden sind und durch unangepasstes Verhalten immer wieder Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ist doch nüchtern betrachtet keine Überraschung. Dass der Bedarf an Psychotherapie enorm angestiegen ist, haben Psychoanalytiker schon sehr früh und unmissverständlich kundgetan.

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Angelika

Ja, da gebe ich ihnen Recht.
Ich hätte vielleicht nicht schreiben sollen, „die Kinder haben sich verändert“, sondern „die Gesellschaft hat sich verändert“.
Das Verhalten der Kinder ist nur die Reaktion darauf.
Dem Vorwurf, der in einigen Kommentaren laut wurde, ich verträte eine „Früher war alles besser Haltung“, möchte ich allerdings entgegensetzen, daß viele hier eine völlig blinde „HEUTE ist alles besser“ – Haltung an den Tag legen. Ich nehme etwas anderes war. Wir stehen an einem Abgrund, an den uns sicherlich viele Fehler aus der Vergangenheit gegührt haben. Wäre heute aber tatsächlich alles so viel besser, müssten wir uns ja mal langsam von dem Abgrund wegbewegen, was ich nun aber wirklich nicht ernsthaft sehen kann. Hie und da sind Tendenzen der Einsicht erkennbar, die aber bei weitem nicht ausreichen um einen Absturz zu verhindern.
Ich würde eher dafür plädieren, das Gute von gestern mit dem Guten von heute zu verbinden.
Da eine gesunde Mischung hinzukriegen erfordert aber eine offene Diskussion darüber, was in unserer Gesellschaft schief läuft.
So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben. Ich vergleiche unsere derzeitige Lebenssituation zur Verdeutlichung mal mit einem großen, berühmten Schiff: Wir bewegen uns wie einst die Titanic auf einen Eisberg zu.
Der einzige Unterschied besteht in der Tatsache, daß wir den Eisberg schon seit Jahren sehen, ein Umsteuern aber trotzdem nicht hinkriegen. Wir bremsen hin und wieder ein wenig ab, was die Kollision zwar hinauszögern, aber definitiv nicht verhindern wird.
Jetzt sind wir inzwischen so nah dran, daß wir ein Kehrtwende nicht mehr rechtzeitig hinkriegen, weil unsere Riesenschiff viel zu schwerfällig dafür ist.
Eigentlich bräuchte es eine Vollbremsung, die mit Sicherheit zu nicht unerheblichen Schäden führen würde, aber vielleicht könnten wir so wenigstens einen Totalschaden verhindern. Und das beziehe ich jetzt nicht nur auf unser Bildungs und Erziehungssystem. Das betrifft alle Bereiche unseres Lebens und das eine hängt mit dem anderen zusammen. Mir fällt es schwer das hier in einem Kommentar zu erklären. Unsere gesamte Lebensweise hat uns genau an den Punkt geführt, an dem wir jetzt stehen. Irgendwie sehen wir das auch alle, aber trotzdem schreit jeder sofort laut auf, wenn Veränderungen ihn direkt betreffen würden: „Ich lass mir doch von niemanden vorschreiben, wie oft ich in den Urlaub fliege, ich lass mir doch nicht vorschreiben, wieviel Fleisch ich zu essen habe, Windkraft – ja bitte, aber doch nicht vor meiner Haustür, Flächenfraß – schon klar, aber ich bau trotzdem mein Einfamilienhaus auf die grüne Wiese, Heimische Einzelhändler unterstützen, richtig, aber bei Amazon bestellen ist doch soooo praktisch, das T-Shirt für 2.99 bei Kik, klar, das ist moralisch fragwürdig, aber so billig krieg ich das nie mehr, ok., Fertigsuppen aus der Tüte sind ungesund und nicht nachhaltig, aber halt auch so einfach in der Zubereitung…etc.etc.ect.
Und ja. Natürlich liegt der größte Teil der Verantwortung bei der Politik, die sich scheut, den Mächtigen der Wirtschaft auf die Füße zu treten und bei Großkonzernen, denen das Klima und die Kinder und die Gesundheit des einzelnen schlicht wurscht sind.
Aber wir unterstützen sie schon auch tatkräftig dabei.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Einverstanden. Ich fürchte aber schon, Sie werden hier Ärger bekommen, wenn Sie zu ehrlich sind. 🙂 Ich habe in dieser Hinsicht einige Erfahrungen gesammelt: Jaja, die ewig Gestrigen trauern der „guten alten Zeit“ hinterher und erkennen nicht, wie wunderbar doch die „schöne neue Welt“ ist.

Ines
1 Monat zuvor

Man sollte sich mal überlegen wie Deutschland seine Kinder behandelt. Habe noch nie was von Kinderrabatt gehört. Senioren Rabatt viel mehr. Eltern heutzutage zu sein heisst sich nur noch zu rechtfertigen. Zu meiner Zeit waren Kindergärtnerin noch das was sie sein sollte. Ansprechpartner liebevoll seelentröster ich habe sehr viel Respekt vor denen. Aber heutzutage wird nur noch geschaut nach Fehlern des Kindes. Erzieherin packen das Kind in eine Schublade. Spielt das Kind Löwe ist es gewaltig und aggressiv. Wenn ich so eine Aussage höre, kann ich nicht an mich halten. Die Erzieherin ist keine Psychologien . Ihr Kind kann mit 3 nicht gut malen . Oh Gott es muss unbedingt geübt werden. Ich kann es nicht mehr hören. Mütter sollen arbeiten gehen aushelfen bei Schulveranstaltungen etc. Bitte liebe Erzieher versucht einfach mal die Stärken zu finden. Der Beruf ist bestimmt nicht einfach aber nur rum meckern über Kinder, macht mich langsam echt sauer. Die Kinder haben soviel mit gemacht während der Pandemie. Der Fokus muss jetzt darauf liegen Kinder wieder glücklich zu machen.

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Ines

Ich kenne KEINE, wirklich KEINE EINZIGE Erzieherin, die Kinder fürs Löwe spielen als agressiv einordnen würde. Wer mit drei nicht gut malen kann, kann mit drei nicht gut malen.
Wo soll da das Problem sein. Es ist nicht mal ein Problem, wenn einer mit sechs nicht gut malen kann.
Ein Problem wäre höchsten, wenn er mit sechs keinen Stift halten kann und beim Männchen malen nicht weiß, wo Kopf, Bauch, Beine und Arme hingehören.
Einerseits wird uns von Grundschullehrern, die Emil heißen, pauschal vorgeworfen, daß die Kinder im Kiga so gar nix mehr lernen und dann völlig verblödet in der 1.Klasse hocken, andererseits wird sich darüber aufgeregt, wenn wir darauf achten, daß Kinder beim Schuleintritt die nötigen Basisfertigkeiten beherrschen.
Ja watt denn nu?

Du!
1 Monat zuvor
Antwortet  Ines

Es wird nach Fehlern in der kindlichen Entwicklung gesucht? Wirklich? Oder sind die Verhaltensauffälligkeiten, die Marion hier beschreibt, eher eine Folge von Corona? Könnte auch ein Grund sein.

Was ich richtig finde, ist, dass in den ersten drei Jahren die sozial-emotionale Bindung im Vordergrund stehen sollte. In dieser Zeit geht es vor allem darum, eine feste Bezugsperson um sich zu haben und so die Welt über das freie Spiel zu erkunden und auch sich selbst darüber wahrzunehmen.

In den Vorschuljahren können dann schon ein paar Fertigkeiten hinzukommen, die den Kindern in der Schule weiterhelfen können. Ich kenne aber niemanden, der nicht hervorheben würde, dass wesentliche Lernerfahrungen in der Kindheit über das Spiel statt finden. Kinder lernen übers selber tun. Nicht übers Zuschauen oder allein über die Kognition. Logisch, finde ich.

Carsten60
1 Monat zuvor

@ Redaktion: Angesichts der enorm hohen Zustimmungszahlen zu einigen Kommentaren hier schlage ich vor. das Thema zu vertiefen, aber doch etwas mehr in Richtung „wiss. Studien“, damit das nicht so im Anekdotischen und in Meinungen „aus dem Bauch heraus“ verbleibt. Offenbar handelt es sich um ein grundsätzlich wichtiges Thema, insbesondere weil die Kita ja uns immer als die Lösung der meisten Probleme angepriesen wird (Sprachbildung bei bei In- und Ausländern, soziale Kompetenz usw.). Das betrifft dann z.B. die Formulierung „… schnellstmöglich ganztägig in Institutionen gesteckt zu werden, wo sie in Massen betreut werden …“ im obigen Artikel. Vielleicht betrifft das auch die allgemein hochgelobte Ganztags-Grundschule? Wie gut hat die sich eigentlich bewährt? Da gibt es die genannten Probleme nicht?

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Das kann ich nur bedingt nachvollziehen. Im obigen Artikel von Marion wird doch klar auf den Nach-PISA-Zeitraum der letzten 20 Jahre Bezug genommen und auf die Zeit, in der Marion bereits tätig war. Da gab es mehr und mehr bildungswiss. Studien, es geht nicht um Langzeitvergleiche mit der Zeit der Großväter.
Der entscheidende Punkt wird doch von Marion klar genannt: Hat es sich wirklich bewährt, schon die unter 3-Jährigen in der üblichen Weise in „professionalisierte“ Betreuungseinrichtungen zu geben? Hat es sich bewährt, dass sie ständig „wegorganisiert“ werden (dieses Wort steht oben im Artikel) ? Und wieso lernen die Kinder nicht mehr, wie man einen Stift hält? Um die Rechtschreibung geht es bei Kita-Kindern nun wirklich noch nicht, um die Qualität von Aufsätzen auch nicht.
Die „völlig anderen Lebensbedingungen“: Inwiefern haben sich die in den letzten 20 Jahren grundlegend geändert? Die Änderung von 1940 bis 1950 war gewiss gravierender als die von 2010 bis 2020, schon wegen der vielen Kriegstoten. Aber die Fähigkeit, einen Stift zu halten, schien dabei im erstgenannten Zeitraum noch bewahrt zu werden.
Sicher könnte man versuchen, sich auf die Erziehungs- und Bildungsziele „verständigen“, aber Sie wissen doch ganz genau, dass das dann eine ewige Diskussion wird, die nie zu einem Ergebnis kommt, weil das im politischen Kontext grundsätzlich kontrovers gesehen wird. Genau das weiß Herr Priboschek doch aus seiner früheren Tätigkeit im Schulministerium bestens. So kommt man garantiert nicht weiter.
Ich äußere den Verdacht, dass Kita und Ganztagsschule aus politischen Gründen beschlossen wurden und daher gar nicht mehr grundsätzlich diskutiert werden sollen. Es soll dann nur noch darum gehen, wie man das, was die Politiker beschlossen haben, am besten umsetzt, weil es (angeblich) alternativlos ist. Nach meinen Erfahrungen ist das leider auch der Tenor von bildungswissenschaftlichen Studien zur Ganztagsschule. Genau da muss aber eine Kritik ansetzen. Mir ist natürlich klar, dass das „politisch unerwünscht“ sein kann, aber es wäre wohl im Sinne von Marion. In einer Demokratie müsste auch grundsätzliche Kritik möglich sein (ohne politische Extreme).

Lakon
4 Tage zuvor

Ist der Zusammenhang zwischen dem Eintrittsalter in Kitas und dem Sozialverhalten schon einmal statistisch untersucht worden?