Schon mal dicke Pullover besorgen: Schulen steht der nächste Corona-Winter bevor

18

BERLIN. Das Infektionsgeschehen nimmt schon jetzt, vor den Sommerferien, rasant an Fahrt auf. Was den Kitas und Schulen im Herbst blüht, wenn die Kinder aus dem Urlaub zurückkehren und wie in den beiden Vorjahren ihre Virenlast in die Gruppen und Klassen tragen, lässt sich unschwer erahnen. Die verantwortlichen Politiker von Bund und Ländern ficht das allerdings nicht an – sie erklären lediglich, was es auf keinen Fall geben soll: Schulschließungen. Wie sie die verhindern wollen, verraten sie nicht. News4teachers-LeserIn Echt ahnt, worauf das hinausläuft. Wir veröffentlichen den Leserkommentar hier noch einmal prominent.

Es reicht! Illustration: Shutterstock

Echt, 30. Juni 2022, 12:58 Uhr.

Mein Sohn sagte mir heute noch, dass wir für den nächsten Winter schon mal dicke Pullover kaufen sollten. Vielleicht fangen die Schüler ja auch wieder an, Wollsocken zu stricken. Handlungsplanung, Feinmotorik wird alles dabei geschult und das Kratze der Socken trägt zur Förderung der Wahrnehmung bei. Feines Alternativprogramm zur Digitalisierung. Ist gleichzeitig lebenspraktische Förderung und hält warm.

Es gab Zeiten, da brachten die Schüler Holz oder Kohle mit, um im Unterricht nicht zu frieren. Bin gespannt, was da noch so kommt. Bisher sehe ich nur eine ideologiegetriebene Verweigerung sich umfänglich und unvoreingenommen mit den Themen dieser Zeit zu beschäftigen und verschiedene Konzepte zu entwickeln. Wozu braucht man politisch Verantwortliche, die keine Verantwortung übernehmen wollen und in erster Linie nur Kritik äußern, statt alternative Konzepte zu erarbeiten?

„Die Konsequenzen einer nicht gut verlaufenden Infektion hat jeder für sich zu tragen“

Es wird so bleiben wie gehabt. Man kann nur darauf hoffen, irgendwie wieder durch den Winter zu kommen. Die Konsequenzen einer nicht gut verlaufenden Infektion hat jeder für sich zu tragen. Die Sorge eines Schülers deswegen im Unterricht nicht mitzukommen und die Klausur zu verhauen (ggf mit Konsequenzen für Versetzung oder Abschluss). Der Druck eines Lehrers den Stoff irgendwie durchzubekommen. Die Schulleitung und Koordinoren, die kurzfristig für Vertretungen oder parallele Beaufsichtigungen sorgen müssen.

Letzlich sind viele Maßnahmen zu organisieren, die oftmals nur dem Schein genüge tun, dass alles „Nomal“ wäre. Die psychischen Probleme, die aus diesem Druck entstehen, finden keine Beachtung. Gemäß dem Motto “ Sind sie zu stark, bist du zu schwach“. Die Empathie wird in dieser Gesellschaft weiter schwinden. Die Politik lebt es ja vor, dass jeder sich selbst der Nächste ist.

Lehrer sollen berufsmäßig superresilient sein – mit Hyperverständnis und Opferbereitschaft für diese Gesellschaft

Dies wird Lehrern, Erziehern, sonstigen Pädagogen und Pflegekräften aber nicht zugestanden. Diese sollen berufsmäßig superresilient sein oder „hart wie Stahl“ mit Hyperverständnis und Opferbereitschaft für diese Gesellschaft, der immer mehr Verantwortung von Seiten der Politik abgenommen wird, damit sie der Wirtschaft unbelastet von (familiären) Verpflichtungen zur Verfügung steht.

Ach, eigentlich sprach ich ja vom Stricken. Vielleicht hilft es ja gegen Corona, Gasmangel, teurem Strom und Krieg („Stricken für den Frieden“ – Überschrift in der Lokalzeitung mit Foto vom Kultusminister und Bürgermeister). Immerhin wäre das mal ein handlungsorientiertes Konzept.

Der Strom für das Whiteboard und die I-pads kann ja mit dynamobetriebenen Fahrrädern (aufgebockt) generiert werden. Somit haben die Schüler auch Bewegung, es hilft gegen das Übergewicht, wärmt und nennt sich „gesundheitsfördernde Digitalisierung“ (Foto mit Gesundheitsminster, Schuldezenent und X/Y- Wichtig(nichts)tuer). Problem gelöst. Es gibt schöne Bilder, welche die Zukunftsorientheit der Schulen zeigen und alle (Politiker) sind glücklich. FAZIT: Die Schulen bleiben offen!

Leserposts

News4teachers ist mit im Schnitt mehr als einer Million Lesern monatlich Deutschlands größtes Nachrichtenmagazin für die Bildung – und es versteht sich auch als Diskussionsmedium. Wir freuen uns über jeden Leserbeitrag, der dazu beiträgt, unterschiedliche Perspektiven zu den Themen unserer Beiträge darzustellen.

Für die Veröffentlichung gelten ein paar Regeln, die sich im Grundsatz nicht von denen unterscheiden, die im normalen menschlichen Miteinander gelten – hier sind sie nachzulesen. Besonders interessante Posts  – wie den oben stehenden – veröffentlichen wir dann gerne auch als Gastbeitrag im redaktionellen Teil von News4teachers. Jeder und jede, der oder die sich für die Bildung engagiert, ist herzlich eingeladen, sich (auch anoynm) an den Debatten zu beteiligen. Jeder Beitrag auf News4teachers ist frei zur Diskussion. Natürlich auch dieser.

„Die Kinder haben sich verändert. Sie tun sich viel schwerer damit, Regeln zu akzeptieren“: Eine Kita-Fachkraft berichtet

Resignierter Lehrer: „Lemming-Eltern, schickt eure Kinder zu uns. Schulen sind sicher.“

 

Anzeige


Abonnieren
Benachrichtige mich bei

18 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Andre Hog
1 Monat zuvor

Liebe Echt!!!

Wunderbar!!!
Ich sehe die beschriebene Idylle quasi vor mir.

Das wird soooooo schöööööön!!!

Kynnefjäll
1 Monat zuvor

Diese Schwarzmalerei kann ich nicht mehr hören. Corona ist jetzt eine Atemwegserkrankung wie jede andere auch. Wir müssen jetzt mit dem ganzen Theater aufhören und wieder normal werden und den logischen Menschenverstand einschalten, wer krank ist, bleibt zu Hause, wer keine Symptome hat, kann sich frei bewegen. Eine andere Alternative sehe ich nicht, es sei denn, man möchte, dass es noch ewig so weitergeht mit den ganzen Maßnahmen. Wer das möchte, sollte m.E. mal zum Psychologen gehen.
Ich kann auch dieses blöde Gequatsche nicht mehr hören, dass die Kinder deshalb zur Schule sollen, damit die Eltern unbedingt der Wirtschaft zur Verfügung stehen sollen. Ja, das ist deshalb wichtig, weil sonst niemand mehr an der Supermarktkasse arbeitet oder beim Arzt oder beim Handwerker oder sonst wo.
Dieses ständige Gejammere hier geht mir echt auf die Nerven. Corona wird für immer bleiben, da kann man nichts machen. Wir müssen mit dem Virus in Kontakt treten, damit der Mist endlich vorbei ist.

Fakten sind Hate
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

„„Wir müssen mit dem Virus in Kontakt treten, damit der Mist endlich vorbei ist“, behaupten Sie. Das ist gefährlicher Unsinn. Eine Infektion mit dem Coronavirus verhindert keine weiteren Infektionen.“

Eine Infektion hat den Sinn, das Immunsystem zu stärken. Dies kann durch geeignete (!) Impfungen oder durch Inktionen geschehen. Als Ergebniss kann sich der Körper besser gegen weitere Infektionen wehren, was aber auch inkludiert, dass eine Infektion immernoch möglich ist.

Nicht desto trotz scheint die SARS-2 Infektion in den Köpfen der Menschen harmlos zu sein, da wiedermal viele Menschen ihren wohlverdienten Urlaub nachgehen. Auch gefördert durch die Politik in Form des 9-Euro Tickets.

Ben
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Und die nächsten 30 Jahre so leben?

Ben
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ihre Antwort zeigt Ihren Wunsch: Bis zum Ruhestand mit Maske Plexiglas Abstand usw. leben. Und ich sage es wird sich trotzdem jeder infizieren und wahrscheinlich auch alle hier im Kommentarbereich.

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Kynnefjäll

Tja, dann schalte ich mal meinen logischen Menschenverstand ein: viele Menschen über Stunden ohne Maske auf engem Raum = hohe Infektionsmöglichkeit = hohe Zahl an erkrankten LK ( und Schülern und Eltern und, und, und) = „normaler“ Unterricht nicht möglich, da entweder die Lehrer oder die Schüler fehlen + fehlende Mitarbeiter im Supermarkt, beim Arzt,…. Sie dürfen mich übrigens im nächsten Winter gern im Unterricht begleiten, bei Durchzug und etwa 16 Grad im Klassenraum (das ist allerdings der Wert vom letzten Jahr, in diesem Jahr wirds wohl noch niedriger, wenn den öffentlichen Gebäuden die Heizung runter gedreht wird), dann reden wir noch mal über „ jammern“.

Leseratte
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

16 Grad wäre ja fast noch gemütlich 😉

ischhaltso
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Ist für die Schüler kein Problem. Sie brauchen die Pullis ja auch zu Hause, weil das Gas zum Heizen daheim nicht mehr da bzw. nicht mehr erschwinglich ist. Vielleicht ist es in der Schule dann sogar noch wärmer.
Und nicht vergessen, Anfang Dezember steht ja PublicViewing bei vielen an. Katar lässt grüßen.

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  ischhaltso

@ischhaltso
„Katar lässt grüßen.“
… oder Katarrh?

ischhaltso
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Vermutlich beides

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Kynnefjäll

@Kynnefjäll
„Wie müssen jetzt mit dem ganzen Theater aufhören und wieder normal werden…“
Echt jetzt? Sie finden VOR Corona waren wir normal?

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  Kynnefjäll

Hallo Realo,

altes Haus bist du das????

Falls nicht

Hier ein paar Worte zur Beruhigung.
Kleine Kinder neigen dazu Gefahr nicht zu erkennen oder ganz fest die Augen zu zu machen und sich vorzustellen, dass die Gefahr gar nicht da ist.
Daher müssen Erwachsene auch immer gut auf Kinder, deren geistige Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist, achten.

Also lehnen Sie sich ruhig zurück und relaxen Sie. Wie Sie hier sehen gibt es noch Leute mit Verstand und Urteilsvermögen die versuchen auch auf solch oberflächliche Personen wie Sie zu achten.
Etwas Obacht müssen Sie aber schon selbst geben. Wenn wir resignieren und der Herr Lindner dann auf Sie achtet, dann sollten sie aus ihrer Egoismus-Hängematte springen und um ihr Leben laufen.

So ich hoffe jetzt etwas Freude in ihr erzürntes Herz und ein Lächeln auf ihr bitterböses Gesicht gezaubert zu haben.

In diesem Sinne, einen schönen Tag noch. 🙂

one two three
1 Monat zuvor
Antwortet  Kynnefjäll
Fakten sind Hate
1 Monat zuvor

Aussicht auf zusätzlichen bezahlten Urlaub. Sehr schön.

Leider habe ich diesen in den letzten drei Jahren nicht erhalten. Vielleicht liegt es ja daran, dass ich den Vorteilstatus des Geimpftseins nicht erlangt habe. 🙁

Last edited 1 Monat zuvor by Fakten sind Hate
Idiotenklatscher
1 Monat zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Lässt sich leicht nachholen. Der Hausarzt ihrer Wahl oder die räumlich nächste Impfstelle helfen Ihnen gerne dabei gefährlichen Egoismus gegen die soziale Impfnadel zu tauschen.
Schätzen Sie sich glücklich, dass Sie eine Corona Erkrankung als Urlaub erleben. Als es mich vor 2 Monaten trotz Impfung erwischt hat ging es mir eine Woche elend wie selten im letzten Jahrzehnt.