Islamwissenschaftlerin kritisiert konfessionellen Religionsunterricht für Muslime – „fatal“

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Die Islamexpertin Prof. Susanne Schröter hat den Religionsunterricht für muslimische Schüler in Baden-Württemberg kritisiert. «Momentan fehlt es an Partnern, mit denen ein bekenntnisorientierter Islamunterricht durchgeführt werden könnte», sagte Schröter der «Stuttgarter Zeitung» am Montag. «Organisationen des politischen Islam über den Religionsunterricht Zugriff auf Schüler in staatlichen Schulen zu ermöglichen, halte ich für fatal. Daher lässt sich nur ein Islamkundeunterricht rechtfertigen.»

Hält es für gefährlich, islamistischen Vereinen Einfluss auf den Unterricht in deutschen Schulen einzuräumen: Prof. Susanne Schröter. Foto: Dontworry / Wikipedia Commons CC BY-SA 3.0

Die Schwierigkeiten in der Praxis liegen laut Schröter darin, dass der Islam keine Kirche herausgebildet hat und so ein entsprechender Partner auf islamischer Seite fehlt. «Man behilft sich mit islamischen Vereinen, die jedoch nur eine Minderheit der Muslime in Deutschland vertreten.» Aktuell erhalten allein in Baden-Württemberg 6000 muslimische Kinder und Jugendliche an staatlichen Schulen islamischen Religionsunterricht.

Schröter, Professorin im Institut für Ethnologie an der Goethe-Universität, gehört dem  Expertenkreis „Politischer Islamismus“ des Bundesinnenministeriums (BMI) an. Der im vergangenen Jahr eingerichtete Expertenkreis soll „aktuelle und sich wandelnde Erscheinungen des politischen Islamismus aus wissenschaftlicher Perspektive analysieren und Handlungsempfehlungen entwickeln, die die sicherheitsbehördlichen Maßnahmen um gesellschaftspolitische und wissenschaftliche Ansätze ergänzen sollen“, erklärt das BMI. Außerdem sollen bestehende Lücken in der wissenschaftlichen Bearbeitung identifiziert werden. News4teachers / mit Material der dpa

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3 Kommentare
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Georg
2 Monate zuvor

Man sieht einmal wieder, dass Islam entgegen der Mainstream Meinung niemals unpolitisch zu betrachten ist. Ein Troll möge mich busten, aber so, dass die Einschätzungen der Islamwissenschaftlerin gültig bleiben oder diese auch glaubhaft widerlegt werden.

Carsten60
2 Monate zuvor

Leider haben offenbar die Väter des Grundgesetzes übersehen, dass es Religionen mit zahlreichen Anhängern gibt, die keine Strukturen ausgebildet haben, bei denen klar definierte Autoritäten entscheiden können, was nun als richtig und was als falsch betrachtet werden soll. Im Christentum gibt es zahlreiche Sekten, aber längst nicht alle können Einfluss auf den Religionsunterricht beanspruchen. Im Islam gibt es de facto NUR Sekten, weil alles so zersplittert ist. Auch Sunniten sind sich untereinander nicht einig, und es ist an der Tagesordnung, dass die einen Muslime den anderen die Eigenschaft, Muslime zu sein, schlicht absprechen. In dieser Situation greift Art. 7 GG nicht mehr. Man könnte ihn vielleicht ändern in dem Sinne: alle Religionen sind erlaubt, aber nicht alle können für den Religionsunterricht an staatlichen Schulen berücksichtigt werden. Sie müssen gewisse organisatorische Kriterien erfüllen. Eins davon wird schon oft genannt: es muss durch Listen von Mitgliedern klar definiert sein, wer nun dazugehört und wer nicht. Und wer in der Liste steht, muss das freiwillig tun und darf auch austreten wie bei einem normalen Verein.

Carsten60
24 Tage zuvor

Hier noch eine Fundstelle von dem, was Frau Schröter so geschrieben hat:
https://www.sr.de/sr/sr2/themen/politik/20211012_schroeter_susanne_prof_zu_g20_afghanistan_interview_100.html
Da steht ganz beiläufig: „So werde der Westen beispielsweise seine Vorstellungen von Frauenrechten bei den Taliban nicht durchsetzen können, ‚weil das der Scharia vollkommen widerspricht‘, gab Schröter zu bedenken. ‚Da braucht man sich keine Hoffnungen zu machen‘.“
Soso, die Scharia gehört zum Islam, widerspricht aber den Frauenrechten. Dann gehören die Frauenrechte offenbar nicht zum Islam. Wohl aber gehört das alles zu Deutschland.