„Schande“: GEW läuft Sturm gegen die Praxis, Lehrer über die Ferien in die Arbeitslosigkeit zu schicken

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STUTTGART. Und jährlich grüßt das Murmeltier: Das Land (in diesem Fall Baden-Württemberg, es betrifft aber auch andere) spart Geld, indem es befristet angestellte Lehrkräfte und Jungpädagogen über den Sommer nicht bezahlt. Ein unhaltbarer Zustand – finden nicht nur Lehrerverbände.

„Sehr, sehr viel Luft nach oben“: GEW-Landeschefin Monika Stein. Foto: GEW

Trotz großen Fachkräftemangels in den Schulen schickt das Land tausende Lehrkräfte über die Sommerferien in die Arbeitslosigkeit. Kein anderes Bundesland entlasse so viele befristet angestellte Lehrer sowie fertige Referendare über die sechseinhalb Wochen im Sommer, obwohl sie im nächsten Schuljahr gebraucht werden, kritisierte Monika Stein, Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Donnerstag in Stuttgart. «Es ist eine Schande.»

Stein sprach von 8000 bis 9000 befristet Beschäftigten und über Referendaren. Die GEW erhielt Unterstützung vom Berufsschul- und Realschullehrerverband sowie von der SPD. Die Jugendorganisationen von Grünen, SPD, FDP und der Linken in Stuttgart demonstrierten am Donnerstag vor dem Kultusministerium gegen diese Praxis.

„Hier fehlt aber teilweise die Flexibilität, Stellen anzunehmen, die außerhalb von beliebten Regionen liegen“

Das Haus von Ministerin Theresa Schopper (Grüne) erklärte, die Debatte werde «mit sehr viel Emotionen geführt, leider werden dabei des Öfteren Fakten übersehen». Zum einen gehörten zu der Gruppe der etwa 4.200 befristet Beschäftigten auch 450 pensionierte Lehrkräfte, die in den Sommerferien normal ihre Pension erhielten, erklärte ein Sprecher. Darüber hinaus zählten auch rund 1.100 ausgebildete Lehrkräfte dazu, die man sehr gerne dauerhaft und unbefristet einstellen würde. «Hier fehlt aber teilweise die Flexibilität, Stellen anzunehmen, die außerhalb von beliebten Regionen liegen. Dort gibt es genügend Stellen und die Personen könnten fest auf eine Stelle genommen werden.»

Stein hatte schon vorher zu diesem Argument gesagt: «Da schummelt sich das Land auch schön aus der Verantwortung heraus.» Die Regierung schicke doch nicht alle diese Lehrkräfte in die Arbeitslosigkeit, weil diese so unflexibel seien. Sie könne nicht verstehen, warum das Land nicht alles tue, um diese Menschen bei der Stange zu halten. Der Lehrermangel verschärfe sich immer weiter, «trotzdem präsentiert sich die grün-schwarze Landesregierung als Arbeitgeber ohne Verantwortung».

Man sei «zutiefst enttäuscht», dass Schopper ihr Versprechen nicht wahr mache, die befristeten Lehrkräfte auch über die Sommerferien zu bezahlen. Es gehe hier um 15 Millionen Euro, die Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Finanzminister Danyal Bayaz und Kultusministerin Schopper (alle Grüne) nicht locker machen wollten.

Der Ministeriumssprecher entgegnete, unter den befristet angestellten Lehrkräften seien 2650, «die nicht über eine abgeschlossene Lehramtsausbildung verfügen und deswegen nicht dauerhaft eingestellt werden können. Speziell für diese Gruppe habe man ein Programm zur Entfristung gestartet. Es gehe um Menschen, die sich mehrere Jahre lang in den Schulen bewährt hätten.

„Nett hier. Aber waren Sie schon mal im Sommer arbeitslos? The Länd“

Am Ministerium in der Stuttgarter Innenstadt versammelten sich am gestrigen Nachmittag etwa 30 bis 40 Vertreter der Grünen Jugend, der Jusos, der Julis, der linken Jugend Solid sowie der GEW, um ihrem Unmut über die Sommerarbeitslosigkeit von Lehrkräften Luft zu machen. Auf einem Plakat stand: «Nett hier. Aber waren Sie schon mal im Sommer arbeitslos? The Länd.» Eine Anspielung auf den Sticker der Landeskampagne mit dem Titel: «Nett hier. Aber waren Sie schon mal in Baden-Württemberg?»

GEW-Landeschefin Stein stellte Kretschmann zum Schuljahresende ein schlechtes Zeugnis aus. Er habe «große Möglichkeiten für Lernzuwachs». Kretschmann habe im vergangenen Jahr mehrere Vorstöße gestartet, die er dann wieder zurückgenommen habe, wie etwa die Forderung nach verpflichtender Mehrarbeit für Teilzeitkräfte. «Ich würde hoffen, dass er hier im nächsten Schuljahr deutlich dazulernt.»

Bei Schopper fiel ihr Urteil differenzierter aus. Schopper habe sich in bestimmten Bereichen «sehr gut eingesetzt». Da sei der geplante Modellversuch in Grundschulen ohne Ziffernnoten zu nennen. Die Entlassung über die Sommerferien überschatte aber das Bild. «Da ist sehr, sehr viel Luft nach oben», sagte Stein. News4teachers / mit Material der dpa

„Miserabler Arbeitgeber“: Auch Hessen macht Lehrkräfte über die Sommerferien arbeitslos

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Schattenläufer
18 Tage zuvor

Klasse, nachdem wir jetzt alle wichtigen Themen wie LGBTQ im Unterricht, neuen visionären Unterrichtskonzepte und so abgearbeitet haben beschäftigen wir uns mit solchen Niederungen wie der Beschäftigungslage unserer Mitglieder.
Über die Entlassung während der Ferien zu klagen ist echte Gewerkschaftsarbeit.
Respekt!
Nach dem jetzt jedoch auch in den letzten Bundesländern die Ferien begonnen haben und früh und spät vorbei ist, scheint mir der Zeitpunkt etwas spät gewählt.
Jeder blamiert sich eben nur so gut er kann.
Endlich beschäftigt man sich mit einem Thema das wirklich in den Bereich der Gewerkschaftsarbeit gehört. Damit beginnt man allerdings genau in dem Moment wenn es für dieses Jahr eigentlich vorbei ist.

Lehramtsaussteiger
18 Tage zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Nicht motzen sondern mitmachen und die Themen Ihrer Wahl vor Ort einbringen.

Lera
17 Tage zuvor

Dieser Spruch ist noch nicht mal vorkritisch.

Lehramtsaussteiger
18 Tage zuvor
Antwortet  Schattenläufer

PS: Dass Sie hier versuchen ein Thema gegen ein anderes auszuspielen hinterlässt einen schalen Nachgeschmack.

Lera
17 Tage zuvor

Beigeschmack, etwas hat einen fahlen Beigeschmack…

DerechteNorden
18 Tage zuvor

Corinna, Carsten60, Mika? Apropos GEW.

Mika
18 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich hab ja drauf gewartet, grins… Ich war angenehm überrascht beim Lesen, bis… ja, bis ich zum letzten Absatz kam und Frau Schopper dahingehend gelobt wurde, dass sie sich in einigen Bereichen sehr gut eingesetzt hätte. Und als Beispiel dafür nennt die Landeschefin der GEW BaWü ausgerechnet den Modellversuch zur Abschaffung der Ziffernzeugnisse in den Grundschulen, welche den Lehrkräften erhebliche Mehrarbeit aufdrückt. Was soll ich sagen … die GEW bleibt sich treu.

DerechteNorden
18 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Ich habe Sie nicht downgevotet.
Ba-Wü ist für mich als Nordlicht sowieso schwer zu verstehen. Ich denke generell, dass es erhebliche kulturelle Unterschiede gibt. (ohne Wertung)
Die GEW in S-H ist auch anders aufgestellt, der geht es sehr, sehr stark um die Belastung der K*K.

Mika
18 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sicher agiert die GEW in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Nach meiner Wahrnehmung ist die GEW jedoch zu verständnisvoll für die Belange der Kultusministerien und Eltern bzw. SuS, einhergehend mit der Vernachlässigung der Bedürfnisse und Belange der KuK. Das führt dazu, dass Schule immer schlechter wird, da die KuK eigentlich nur Forderungen haben, die im Interesse guter Schule sind, z.B. angemessene Bezahlung, mehr Zeit für individualisiertes Lehren, kleinere Lerngruppen, angemessene Ausstattung der Schulen mit sächlichen und personellen Ressourcen. Falls das in SH oder MVP (wegen des Nordlichts) anders sein sollte, beneide ich Sie. Hier jedenfalls ist die GEW einfach nur der Steigbügelhalter der Ministerien.

Last edited 18 Tage zuvor by Mika
DerechteNorden
18 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Ich wohne in S-H („Der echte Norden“ steht an den Landesgrenzen auf den Autobahnschildern – daher auch mein Nick.;-)).
Da ich GEW-Mitglied bin, erfahre ich auf Sitzungen, wie das so abgeht. Die GEW S-H hat z.B. mehr Stellen für die Inklusion gefordert, um die GS- und GemS-K*K zu entlasten. Das Ministerium hat auch Stellen zur Verfügung gestellt, aber mehr auch nicht. Da es in HH für Förderschullehrkräfte bessere Bedingungen gibt, wandern viele in S-H ausgebildete F-Lehrkräfte dorthin ab, so dass die Stellen weitgehend unbesetzt bleiben. Nun muss die GEW fordern, dass die Bedingungen verbessert werden. Was das Ministry daraus wohl macht?
In meinem Bundesland haben wir eine CDU-BiMi, die sich aber auch nicht ums Personal kümmert. Zwar werden sog. „Perspektivschulen“ (im Volksmund „Brennpunktschulen“) besser ausgestattet (mehr Stellen;-)), aber s.o.
Einige Bundesländer werben Personal ab, haben die Arbeitsbedingungen bzw. die allgemeinen Bedingungen für Lehrkräfte verbessert.
Bei uns? Wie in den meisten Bundesländern, obwohl die GEW seit Jahren aktiv bessere Bedingungen einfordert.
Stattdessen lesen wir in den Lokalzeitungen, dass der Landesrechnungshof eine Vergrößerung von Klassen einfordert. Und negativ kommentiert hat das dann die grüne Finanzministerin, die sehr schätze, von der BiMi kam nichts dazu. Die GEW S-H ist Sturm gelaufen, aber gegen Teflon kommt man nicht an.
Meine Sicht ist also eine etwas andere, wenngleich ich vieles (nicht alles, wie Sie ja wissen;-)), was die Bundes-GEW besonders propagiert, nicht unterstütze.

P.S.: Ja, das Voten ist ein Unding.

Last edited 18 Tage zuvor by DerechteNorden
Riesenzwerg
17 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Unsere BiMi hat aber schon lange vor den Sommerferien festgestellt, dass – oh Wunder! – Lehrerstellen fehlen!

Da können wir mega stolz drauf sein.

Vermutlich hatte sie Hilfe dabei.

Soweit ich mich entsinne, ist seitdem nicht soooo viel geschehen. – Eas zu erwarten war.

Wofür bekommen BiMis Geld?

Mika
18 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

PS: das Voting ist (wie in jedem Forum) leicht manipulierbar und mir relativ egal. Ich fand es besser, als es hier noch keine Daumen gab, und man sich argumentativ auseinandersetzen musste.

Riesenzwerg
17 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Dem kann ich nur zustimmen.

Ein Teil unseres dreiteiligen öPRs ist in der GEW und passt megadoll auf, dass wir auch Entlastung erfahren.

Bei den Klassengrößen sind sie natürlich raus, aber insgesamt wird darauf gedrängt, die unbezahlte Mehrarbeit, die bei Teilzeitkräften sonst durchaus höher liegt als die Unterrichtsverpflichtung.

Es kommt immer – s. KuMis, BiMis usw. an! – wie und mit welchen Schwerpunkten die Menschen ihre Aufgabe annehmen bzw. neben dem Schulalltagswahnsinn kräftemäßig wahrnehmen können.

Hier in SH hat die GEW vor Jahren zum Streik aufgerufen.

Viele waren dabei, sehr viele (auch angestellte Lehrkräfte) nicht.

Meine disziplinarische Abmahnung hängt gerahmt im Arbeitszimmer!

Da hatte ich noch Kraft zum Widerstand gegen den Wahnsinn.

DerechteNorden
16 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ich habe damals sogar eine dezidierte Begründung für die Notwendigkeit ans BiMi geschrieben mit der Bitte um eine Rückmeldung. Raten Sie mal, was passiert ist!;-)

Konfutse
18 Tage zuvor

Ich meine, man muss halt Prioritäten setzen. Erst mal brauchte The Länd jüngst eine Wahlrechtsreform, die den Landtag noch mehr aufbläht (da muss man halt a bissle Geld in die Hand nehmen) und die beiden neuen (überflüssigen) Ministerien, die direkt nach der letzten Landtagswahl aus dem Boden gestampft wurden, sind ja auch noch ein zusätzlicher Kostenfaktor. Außerdem mussten ja auch noch kürzlich die Diäten für unsere Abgeordneten erhöht werden. Jahrelang haben unsere Volksvertreter ja unter ihrem Einkommensniveau arbeiten müssen. Die Kampagne The Länd hat auch zu Buche geschlagen, aber toll: Wegen dieser hervorragenden Landeswerbung können wir uns hier derzeit vor lauter gut ausgebildeter Fachkräfte aus dem Ausland nicht mehr retten. Es tut gut daran, dass wir alle anderen in The Länd den Gürtel enger schnallen. Wir sind doch alle gleich, manche aber noch gleicher….

Neugierig
18 Tage zuvor

fragt mal am 12.09.22 nach, wie viele Stellen dann noch unbesetzt sind, weil die Kollegen in andere Bundesländer abgewandert sind. Mangelverwaltung…. Dann werden in unserer Schule wieder Stunden angehäuft, weil Kollegen sich gedrängt fühlen doch ihr Teildeputat nach oben zu setzten und von Krankheitsreserve ist schon am 12.09.22 nichts mehr da! Deutschlands Bildung wir zu Tode gespart. Seit 20 Jahren wir der Bildungssektor und speziell Kindergärten und Grundschulen hinten an gestellt. Immer mehr Aufgaben ohne Entlastung. Immer mehr auffällige Schüler und das in zu großen Klassen. VBE und GEW führen endlose Gespräche mit der Politik. Passiert ist nichts. Vor einigen Jahren wurden Lehrerstellen durch die Grünen großzügig gestrichen, weil man annahm die Schülerzahlen sinken. Traurig, dass diese Partei von Chancengleichheit spricht. In diesem Schulsystem existiert sie nicht. Denn das erste, was bei Lehrermangel wegfällt sind alle Förderstunden die den schwachen Schülern helfen würden.

DerechteNorden
18 Tage zuvor
Antwortet  Neugierig

Ich bin mir ganz, ganz sicher, dass die CDU oder die FDP das alles besser machen würden als die Grünen oder die SPD;-)
Was Bildungspolitik angeht, so sollte man sich nichts vormachen, da geht es um Kohle, die man investieren muss, ohne ein direktes Ergebnis zu sehen. Wer hat Lust darauf hier richtig großzügig zu sein und sich nicht nur von den andere Minister*innen anhören zu müssen, dass man verschwenderisch sei? Weitere Kritik kommt vom Landesrechnungshof, dem Bund der Steuerzahler*innen … Und den Posten will man ja auch behalten.
Da die Eltern schön die Füße stillhalten, check, können sich GEW und die Verbände sich den Mund fusselig reden, egal, welche Partei gerade ein Bildungsministerium unter sich hat.
Kurzum: GEW- und Grünenschelte ist hier nicht passend, sondern allgemein Parteien- und Eltern-Schelte.

447
17 Tage zuvor
Antwortet  Neugierig

Ich würde gerne an einem Punkt eine andere Perspektive anbieten: GEW *ist* die Politik. Schon ergibt sehr vieles Sinn. (Vermute, dass es bei den anderen Lehrergewerkschaften ähnlich ist, kenne aber nur die Werbeblättchen usw. von GEW)

DerechteNorden
16 Tage zuvor
Antwortet  447

Wenn die GEW die Politik ist, dann muss ich mich aber wirklich wundern.
Seit Jahren – ach, was, seit Jahrzehnten – verlangt die GEW eine Pflichtstundenreduzierung, kleinere Lerngruppen, mehr Personal, besseren Gesundheitsschutz …
Und was ist passiert? Eben. Wenn also die GEW tatsächlich die Politik wäre, müssten dann nicht all diese Forderungen längst erfüllt sein?

Seebald
16 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Nur, wenn es tatsächlich ihre Aufgabe wäre das auch umzusetzen.
Nehmen wir doch einmal Abstand von der Betrachtung auf arbeitnehmerrechtlichen Forderungen, denen die Politik nicht zustimmt – und die, meiner Meinung nach, auch eher mit nicht so einem großen Nachdruck von der GEW vertreten werden.
Schauen wir uns doch lieber einmal die politischen Forderungen an, die die GEW als politischer Spieler fordert: da ist sie voll auf dem Trend der Politiker (insbesonderer der von ihr, hust, vertretenden Parteien) z.B. Gendern, Gemeinschaftsschule, Pride irgendwas usw.

Bei der GEW habe ich einfach nur noch das Gefühl, dass deren Mitglieder nur dazu da sind die Orga-Strukturen zu finanzieren und dazu muss man eben mal ein paar Wortfetzen seinen Mitgliedern vor die Füsse werfen, um sie nicht ganz als Finanziers zu verprellen.

Und weil man eher eine Parteienorganisation (SPD und Grüne sind schon sexy, findet die GEW) als Gewerkschaft ist hat man natürlich ebenfalls seine Probleme, wenn die Politik unentschlossen ist, wie z.B. es in Berlin zum Thema Verbeamtung war.

Die GEW ist aber nicht die einzige Vertreterin ihrer Art, die dieses Problem vertritt. Das betrifft DGB, verdi & Co ganz genauso.

Was fehlt ist etwas ganz Neues, etwas, das komplett losgelöst ist von Parteien, eine wirkliche Gewerkschaft, wo parteinahe Postenschacherei, so wie bei Yasmin Fahimi und DGB, (und daraus folgende Kumpeleien, Korruptionen, Abhängigkeiten, Vergünstigungen usw.) einfach rigoros ein Riegel vorgeschoben wird. Politiker sind nämlich KEINE Freunde von Gewerkschaften – und es sollte uns alle stutzig machen, wenn „Gewerkschaften“ das anders betrachten.

DerechteNorden
15 Tage zuvor
Antwortet  Seebald

Vorweg: Ich habe Sie nicht abgewertet.

Nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich stelle mir schon die Frage, ob Sie Mitglied sind.
Ich bin GEW-Mitglied, finde aber bestimmte Gesichtspunkte, die die Bundes-GEW vertritt, zu sehr auf pädagogische Konzepte ausgerichtet. Allerdings sind das die Wünsche der Mehrheit der tatsächlichen Mitglieder. Das weiß ich von verschiedenen Sitzungen, an denen ich teilgenommen habe. Der Witz ist, dass noch sehr viele Ältere, aus einer anderen Zeit (!), aktiv sind, weil kein Nachwuchs kommt. Das sind Lehrkräfte, die bereits pensioniert sind!
Ich kenne einige Akteure in meinem Bundesland, die gegen die alten Säcke, die z.T. noch aus der Nazi-Zeit übrig geblieben waren, angekämpft haben …
Von daher muss ich erneut feststellen, dass es ein Teufelskreis ist, der nicht durchbrochen werden kann, wenn man immer nur nach Argumenten sucht, weshalb die GEW (oder andere Gewerkschaften) – verkürzt dargestellt – doof sind, und kein Mitglied wird.

Was Ver.di angeht, so ist mein Mann auch noch immer Mitglied. Seine Kolleg*innen im Lager eines großen Einzelhandelkonzerns jedoch nicht, weil denen der Mitgliedsbeitrag zu hoch ist. Dass man ohne Mitgliedschaft aber nichts erwarten kann, hat er inzwischen aufgehört, denen verklickern zu wollen. Und die hätten wirklich etwas davon.
Gewerkschaften leben von ihren Mitgliedern. (Schauen Sie sich die IG-Metall an z.B.) Auch die Kungelei könnte man wahrscheinlich besser in den Griff kriegen, wenn mehr Mitglieder auf den Putz hauen.
Und zuletzt, ich habe den Eindruck, dass man als Nicht-SPD-/Grünen- oder Linken-Wähler*in Gewerkschaften mehr oder weniger per se ablehnt. Sie äußern sich auch dahingehend. Dann hackt man schön auf den „linken Socken“ rum und sorgt für eine Art Erfüllung der eigenen Prognosen.
Schade!

P.S.: Mir ist inzwischen mehr als deutlich geworden, dass in den Foren bei N4Ts mehrheitlich konservative Lehrkräfte und andere schreiben. Da kann man noch so dezidiert und sogar nachvollziehbar ausführen, wo man Probleme sieht, es hilft nichts, weil man sich sofort angegriffen zu fühlen scheint und downvotet. – Die Voting-Funktion ist sowieso eine Art Büchse der Pandora, macht sie Diskussionen nur kaputt und gibt die Möglichkeit zu manipulieren (Gruß an Mika!).

Seebald
15 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich nehme es Ihnen nicht übel, allerdings hatte ich erwartet, dass sich diese Frage, aufgrund meines Statements, überhaupt nicht mehr stellen sollte bzw. bereits beantwortet sei.

*Und zuletzt, ich habe den Eindruck, dass man als Nicht-SPD-/Grünen- oder Linken-Wähler*in Gewerkschaften mehr oder weniger per se ablehnt. Sie äußern sich auch dahingehend.*

Das ist ein Eindruck, der täuscht und ich äußerte mich eben nicht dahingehend. Wie können Sie mir unterstellen, ich würde „Gewerkschaften mehr oder weniger per se ablehnen“, wenn ich sogar unabhängige Gewerkschaften fordere?

DerechteNorden
15 Tage zuvor
Antwortet  Seebald

Entschuldigung, ich habe den letzten Punkt wirklich überlesen. Tut mir leid. Den Gedanken unterstütze ich ja sogar! In einem anderen Thread hatte ich eine ähnliche Idee geäußert.
Warum schließen sich die einzelnen Verbände eigentlich nicht zusammen? Ich hätte nichts dagegen, denn im Prinzip müsste als Kompromiss herauskommen, dass man bessere Bedingungen für in Bildung Tätige erkämpfen will. Die Unterschiede sollten diesbezüglich nicht so groß sein.
Vielleicht würde man der Politik dann wirklich Druck machen können.

KARIN
18 Tage zuvor

Leider zu spät für dieses Schuljahr!
Aus diesem Grund nehme ich deren Vorgehen nicht ernst, sie müssen reagieren sonst springen die Mitglieder ab, mehr nicht!

Defence
17 Tage zuvor
Antwortet  KARIN

Hoffentlich springen die Mitglieder auch wirklich ab. Sonst ändert sich nichts. Eine Gewerkschaft, die nicht im Interesse ihrer Mitglieder handelt, ist überflüssig. Ich habe oft den Eindruck, dass sie im Interesse der KM arbeitet. Gerade was die Pandemie betrifft, da hätte ich mir eine starke Vertretung gewünscht. Stattdessen wurden die Wünsche Kultusministerien quasi von den Lippen abgelesen. Hier und da mal eine Alibi-Forderung. Das war’s. Schlechte Arbeitsbedingungen kann ich auch ohne Gewerkschaft haben.

DerechteNorden
17 Tage zuvor
Antwortet  Defence

Sie denken also, die Politik würde auf die GEW hören, wenn sie nur das Richtige forderte?
Nun ja, der Landesverband der GEW in S-H fordert permanent seit Jahren, das Stundenkontigent zu reduzieren, mehr Personal einzustellen, kleinere Lerngruppen einzurichten, weniger Stress und Lärmbelästigung …
Erreicht man nur, wenn – vereinfacht ausgedrückt – die Politik mehr Kohle bereitstellt.
Zu pass kommt der Politik, dass sogar Lehrkräfte auch noch schön GEW-Bashing betreiben, bedeutet für die nämlich im Endeffekt, dass ihr die GEW egal sein kann, da sie ja nur eine Minderheit repräsentiert. Das ist eine Art Teufelskreis.
Aber davon mal ab, die Politik hört eh nicht so sehr auf Lehrkräfte.
Um eine Verbesserung von Schule zu erreichen, sind die Eltern gefragt. Und wenn die der Politik Feuer unterm Hintern machen, dann können wir mit ihnen gemeinsam auf die Straße gehen und sie unterstützen.

Gabriele
17 Tage zuvor
Antwortet  KARIN

Sie meinen sicher das bald beginnende, das kommende Schuljahr 2022/23.

In der Sache gebe ich Ihnen vollkommen Recht:

pures Lippenbekenntnis, nur Aktionismus zum Abwenden eines weiteren Mitgliederschwundes!

Das Problem ist ja schließlich nicht neu! Ist wirklich ein uralter Hut. Die existentielle Not während der Sommerferien besteht ja bereits seit sehr vielen J a h r z e h n t e n!

Sogar für StudienreferendarInnen, die nach Abschluss des Referendariats vor den Sommerferien, bereits eine feste Stelle für das kommende Schuljahr haben!

DerechteNorden
16 Tage zuvor
Antwortet  Gabriele

Was kann die GEW denn ganz konkret dagegen tun? Das würde mich wirklich mal interessieren.

Gabriele
15 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die GEW und auch der Philologenverband sind Lehrerverbände, pressure groups, vertreten die Interessen ihrer MitgliederInnen.

Auch der Beamtenbund oder die anderen Gewerkschaften des DGB z.B. sind Verbände, die politische Einflussnahme suchen.

Es sind also keine Vereine, die gemeinsam ein Hobby pflegen.

Verbände wie auch die Medien sind d i e z w e i weiteren zentralen p o l i t i s c h e n Gewalten in einer Demokratie mit klassischer Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive und Judikative.

Die grundsätzlichen Möglichkeiten jeglichen Verbandseinflusses sind vielfältig und sehr divers.

DerechteNorden
15 Tage zuvor
Antwortet  Gabriele

Nichts für ungut, Gabriele, aber das ist doch keine Antwort auf meine Frage.

DerechteNorden
15 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Außer Downvotes nichts gewesen. Keine Antwort? Bei euren Schüler*innen würdet ihr das negativ bewerten, oder nicht? Ich finde meine Frage berechtigt. Was sollte die GEW konkret gegen diese Praxis tun? Danke!

Zarenthin
18 Tage zuvor

Wie läuft denn die GEW Sturm? In Berlin kamen zur Demo für bessere Arbeitsbedingungen gerade mal 10% der angestellten Lehrer. In BaWü sind eh fast alle Lehrer verbeamtet und dürften nur in ihrer Freizeit „streiken“, also demonstrieren und so. Gab es das je in BaWü?

Und hier wird permanent zum Austritt aus der GEW aufgerufen bzw. der eigene Austritt aus der GEW gefeiert.

Wie soll eine Gewerkschaft so Druck machen? Das würde mich mal interessieren.

Last edited 18 Tage zuvor by Zarenthin
Lehramtsaussteiger
18 Tage zuvor
Antwortet  Zarenthin

Tja das „viel motzen“ aber „wenig dagegen tun“ ist leider eine typische Lehrerangewohnheit. Es geht sogar noch weiter: man rühmt sich damit, den Verband der eigentlich auf seiner Seite steht öffentlich schlecht zu machen. Anstatt selbst mit eigenen Themen mitzumachen ätzt man gegen die, die etwas tun. Wenns dann um konkrete Veranstaltungen und Aktionen geht sind beschämend wenig Leute da. Lieber kotzt man sich online aus und wartet darauf, dass andere die Gewerkschaftsarbeit machen, die einem selbst wichtig wäre.

Defence
17 Tage zuvor

Nun ja. Deshalb arbeiten die KollegInnen in der Gewerkschaft und nicht in der Schule. Bzw. sehr reduziert. Das ist deren Job, verstehen Sie.

Ihre Darstellung ist fast schon absurd, weil man es auf alles übertragen kann. Man dürfte nirgend Anregungen, Kritik oder Feedback äußern, weil als Antwort käme: „Dann machen Sie es doch selbst besser!“ Und schon ist man fein raus aus der Nummer.

Man stelle sich vor, ein Lehrer mache ein schlechten Job. Es käme zu einem Gespräch und der Lehrer würde sagen: „Entschuldigen Sie mal, dann beteiligen Sie sich doch. Kommen Sie gerne in den Unterricht und machenSie es gerne besser!“

DerechteNorden
17 Tage zuvor
Antwortet  Defence

Gewerkschaften vertreten ihre tatsächlichen Mitglieder und nicht diejenigen, die auch der Branche angehören und vielleicht eine ganz andere Sichtweise als die Mitglieder haben.
Überspitzt formuliert wäre das so, als wenn Sie FDP-Wähler wären und von der Linken verlangten, dass sie sich für Steuersenkungen für Besserverdienende einsetzt.
Man kann die Gewerkschaftspolitik nur ändern, indem man Mitglied wird und sich aktiv beteiligt.

Last edited 17 Tage zuvor by DerechteNorden
DerechteNorden
17 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ah, Defence, Sie scheinen also FDP-Wähler zu sein.

Mika
17 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das ist ja gerade die Kritik vieler an der GEW, dass sie eben nicht (flächendeckend) die Interessen ihrer tatsächlichen Mitglieder vertritt.
Im Gegensatz zu Ihnen bin ich der Ansicht, dass die GEW ihre Ausrichtung von der „Liebe Mitglieder, bitte habt doch Verständnis für die Nöte der Landesregierung und der Eltern/Kinder“ – Politik hin zu „Wir vertreten die Interessen unserer Mitglieder“ sichtbar korrigieren muss: erst dann wird sie auch neue Mitglieder und vor allem auch Anerkennung gewinnen. Kaum jemand tritt einer Gewerkschaft bei, welche immer wieder gegen die Interessen der eigenen Mitglieder agiert.

DerechteNorden
16 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Ich würde Ihnen gerne das aktuelle Titelblatt von „Zeitschrift für Erziehung und … in S-H“ zusammen mit dem Leitartikel der Landesvorsitzenden hier zur Verfügung stellen. Kann man aber wohl ergooglen.
Inzwischen bin ich reichlich irritiert, dass diese Tatsachen hier einfach ignoriert werden und man downgevotet wird, ohne dass die Downvotees mal irgendwas überprüfen.
Verwundert bin ich auch, wie sehr hier auf der GEW statt auf den BiMi herumgehackt wird. Letztere sind diejenigen, die wirklich etwas ändern können. Eine Gewerkschaft ohne aktive Mitglieder kann gar nichts bewirken. Wie ich bereits schrieb, das ist ein Teufelskreis, den sich die Politik auch noch zunutze macht.

DerechteNorden
17 Tage zuvor
Antwortet  Defence

Mal ganz emotionslos gesprochen: Sie kritisieren eine Interessensgruppe, die einfach nur ihre Mitglieder repräsentiert. Sie erwarten aber, dass diese Gruppe Ihre Interessen vertritt, obwohl Sie der Gruppe nicht angehören.

Der Witz ist, dass man der GEW beitreten kann, um mitzugestalten. Doch, das geht tatsächlich.

Teacher Andi
16 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ja, man kann beitreten, aber man wird nichts bewegen, ist halt ein Mitgliedsbeitrag mehr. Je größer die Ortganisation, desto unbeweglicher. Die Führung wirkt bei solchen Gruppierungen dann immer mehr im Eigeninteresse, sprich auf Tuchfühlung mit dem Dienstherrn.

unverzagte
16 Tage zuvor
Antwortet  Defence

„Deshalb arbeiten die KollegInnen in der Gewerkschaft und nicht in der Schule.“

Hier arbeiten Kolleg:Innen in Schulen UND sind aktiv in der GEW.
Wäre hinderlich, wenn linke Hand unbeteiligt von rechter agierte.

„Dann machen Sie es doch selbst besser!“ Und schon ist man fein raus aus der Nummer.“

Bezeichnen Sie KritikerInnen als weniger „fein raus aus der Nummer“, die ausschließlich Lippenbekenntnissen in Form von Anregungen und Feedback beisteuern ?

Manchmal braucht es Wiederholungen, nützt ja nix.

Leisetreter
17 Tage zuvor

Genau so ist es. Die lieben Lehrerkollegen haben nur eins im Sinn: A13/E13 für alle und verbeamtet zu werden.

Und die lästigen Schülerkonflikte/Elternkonflikte sollen ihnen „multiprofessionelle Teams“ abnehmen.

DerechteNorden
17 Tage zuvor
Antwortet  Leisetreter

Aus welcher Ecke kommen Sie jetzt?
Offensichtlich sind Sie keine Lehrkraft.

Riesenzwerg
17 Tage zuvor
Antwortet  Leisetreter

Ja!

Das „Ja“ bezieht sich auf „Und die lästigen Schülerkonflikte/Elternkonflikte sollen ihnen „multiprofessionelle Teams“ abnehmen.“

Ja!

Das wäre ungemein hilfreich und … – sinnvoll.

Diese Konflikte, die andere Menschen haben, sind nicht Aufgabe von Lehrkräften.

Viele davon gehören in die professionelle Beratung, oft auch Therapie.

Und sie belasten uns zusätzlich – physisch, denn Gespräche dieser Art laugen aus. Mir ist anschließend immer sehr kalt.
Und bringen tun sie nichts.
Viele kommen dann, um sich erneut „auszuko..en“ und sich für eine kurze Zeit zu entlasten oder den Anschein zu wahren, sie würden etwas aus den gemeinsam erarbeiteten Zielen umsetzen.

Und sie belasten uns auch – psychisch.
Ich möchte gar nicht alles wissen, was in den Familien schiefläuft. Es belastet meine Seele, da nicht helfen zu können.

Im übrigen hat ein(e) Therapeut:in nicht vorher sechs Stunden Unterricht, Aufsicht und den täglichen Wahnsinn mit Lärm und Krach hinter sich.

Und – sofern es keine Gruppentherapie ist, ist es ein Face-to-Face-Gespräch, Einzelgespräch. Immer!

Ich bin Lehrkraft! Und dafür weder ausgebildet noch habe ich die Kapazität, diese notwendigen Gespräche regelmäßig einmal pro Woche stattfinden zu lassen – was bei vielen Problematiken sehr, sehr notwendig und sinnvoll wäre.

Ja!

Ich will multiprofessionelle Teams!

dickebank
17 Tage zuvor
Antwortet  Leisetreter

Ja was denn sonst. Der ÖD gruppiert entsprechend der abgeschlossenen Ausbildung und nachrangig nach der Tätigkeit ein.

Für den höheren Dienst (Laufbahngruppe II, 2. Einstiegsamt) ist für die Eingruppierung im Einstiegsamt ein mit Master-Degree abgeschlossenes Hochschulstudium (1. Staatsexamen), das eine Regelstudienzeit von mind. 10 Semestern haben muss, und der erfolgreiche Abschluss des Vorbereitungsdienstes (2. Staatsexamen) zwingende Voraussetzung.
Diese beiden Kriterien werden nach Änderung der Studienordnung für die Lehrämter der Primarstufe und denen der Sekundarstufe I, von allen Inhaber*innen des 1. StEx für Lehramt erfüllt. Entsprechend den Bestimmungen für den öffentlichen Dienst der Länder muss die Eingruppierungsordnung unabhängig von der Schulform geändert werden. Bei der Novellierung muss ebenfalls geregelt werden, wie mit den Bestandskräften verfahren werden soll. Etwas Vergleichbares hat es z.B. in NRW im Zuge der Polizeireform (Abschaffung des mittleren Dienstes) bereits schon einmal gegeben.

Alex
16 Tage zuvor
Antwortet  Leisetreter

Natürlich ist mir das am wichtigsten. Bis dieser unerträgliche Zustand nicht geklärt ist gibt es immerhin Dienst nach Vorschrift. Mehr als das Land bis hierhin verdient hat.

unverzagte
17 Tage zuvor

Unter hiesig „motzend Kotzenden“ scheint eine selbstverständliche, mittelschwer abgenervte aber total abgeklärte Erwartungshaltung hipp zu sein: Erinnert an eine Kollegin, die ernsthaft der Ansicht war, dass Sie als Nichtmitglied telefonische Beratung zur Personalratsarbeit zu erhalten habe.
Auch diesbezügliche Fortbildungsmöglichkeiten werden regelmäßig angeboten, für Mitglieder sind diese kostenfrei, dazu brauch es nur einen angemessenen, am Einkommen orientierten Support.
Unterstützung auch im Kampf gegen absurde Forderungen der AFD und Einsatz für angemessenere Entlohnung sind weitere Gründe, warum ich die Arbeit der GEW Kolleg:Innen sehr zu schätzen weiß.
Hiesig genervt – frustrierte Abwehrhaltung von Gewerkschaftsarbeit ist für mich als Hamburgerin schwer nachzuvollziehen. Seit nunmehr 20 Jahren wähne ich mich zu allgemeinen Bildungsthemen regelmäßig informiert, stets beraten in Sachen Rechtsschutz und hervorzuheben wären nicht zuletzt kurzweiig, klar strukturierte Seminare insbesondere zu gesundheitlichen Themen, die in idyllischen Landschaftskreisen mit kulinarischen Köstlichkeiten mit meist sehr sympathischen Kolleg:innen stattfinden.
Vielleicht befriedigt eine Anti GEW Haltung, verändern wird sie garantiert weniger als nichts – noch nicht mal die mitschwingende Miesepetrigkeit.

Lera
17 Tage zuvor
Antwortet  unverzagte

Was genau haben Sie denn schon so verändert?

Klingt ja richtig vielversprechend!

Bestimmt können Sie mir spontan drei fette Punkte nennen, die Sie durch jahrelanges Ayurveda-Grillen mit den engagierten Kollegen hammerhart durchgeboxt haben.

Ach nee, konkrete Nachfragen beantworten Sie ja prinzipiell nicht, ich vergaß. Das haben Leute mit so einer richtigen Meinung wie Sie aber auch nicht nötig.

unverzagte
16 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Lieber Lera, vielversprechende Veränderung setzt unmittelbar ein, wenn Sie die Richtung Ihres Zeigefingers – um ca. 180 ° drehen, um die eigene Nase finden zu können. Wär nötig, richtig und sogar effektiver als ins Leere zu boxen.

Max Mustermann
16 Tage zuvor
Antwortet  unverzagte

Unterstützung auch im Kampf gegen absurde Forderungen der AFD und Einsatz für angemessenere Entlohnung sind weitere Gründe, warum ich die Arbeit der GEW Kolleg:Innen sehr zu schätzen weiß.“

Na dann nennen Sie doch bitte mal die unzähligen Bildungsministerien unter AfD-Führung!

Genau DAS ist nämlich das Problem: unter dem Banner einer Gewerkschaft wird Parteienpolitik betrieben, anstatt sich für die Mitgliederinteressen einzusetzen.

Aber das geht ja auch gar nicht anders, weil die Schnittpunkte zwischen den Parteien in Verantwortung (also die in den Bildungsministerien etwas zu sagen haben) und den Entscheiderpositionen in den Gewerkschaften (nicht nur bei der GEW) viel stärker überschneiden und eine Krähe hackt der Anderen eben kein Auge aus (deshalb arbeitet sich hier unter den Kommentaren eine HH-GEWlerin ja dann auch eher an einer HH-5%-Partei ab, anstatt mal den Blick auf die Persönlichkeiten zu werfen, die wirklich etwas zu entscheiden haben).

Gabriele
17 Tage zuvor

Ihre Einlassungen in der Sache sind wenig hilfreich. Zudem pauschalieren Sie in unzulässiger Weise. Auch das ist nicht zielführend.

DerechteNorden
16 Tage zuvor
Antwortet  Gabriele

Wo pauschaliert Lehramtsaussteiger unzulässigerweise?

Leisetreter
17 Tage zuvor
Antwortet  Zarenthin

… und es gibt ja nicht nur die GEW, wem sie zu links ist, sondern auch den VBE, der „konservativer“ ist. Und anderswo gibt es noch anderes Lehrerorganisationen (SchaLL in NRW).

Nur der Deutsche Lehrerverein ist nur eine Dachorganisation, wo man gar nicht direkt Mitglied werden kann.

Seebald
16 Tage zuvor
Antwortet  Leisetreter

Der VBE „konservativer“ – woher haben Sie denn dieses Märchen?

Und nebenbei: es sollte so etwas überhaupt nicht geben, dass es „konservative“, „liberale“, „sozialistische“ usw. Gewerkschaften gibt – wenn ich mich politisch engagieren will, dann trete ich einer Partei bei, aber keiner Gewerkschaft. Von einer Gewerkschaft erwarte ich keine Durchsetzung von Parteipolitik, sondern Arbeitnehmerinteressen.

Gabriele
17 Tage zuvor
Antwortet  Zarenthin

Sehr viele beamtete LehrerInnen, zumindest am Gymnasium, sind im Philologenverband und nicht in der GEW.

DerechteNorden
16 Tage zuvor
Antwortet  Gabriele

Mal ganz ketzerisch gefragt: Was hat der DPhV denn bisher so erreicht? Eben.

Das Problem ist die Politik, die ganz andere Punkte als gute Schule auf der Agenda hat.

Fakten sind Hate
18 Tage zuvor

In Zeiten des hier propagierten Lehrermangels, sollte man doch vermuten, dass sich die Vertretungslehrerinnen um eine Festanstellung bemühen. Nur ist der Lehrermangel – wie hier immerzu verneint – fachspezifisch, schulspezifisch sowie regionabhängig.

Im ersten Fall hat die Vertretungskraft interessengeleitet und entgegen offizieller Prognosen eine falsche Fächerkombination gewählt.

In den beiden letzten Fällen kann leicht Abhilfe geschaffen werden. Man wechselt einfach die Region und die Schulform. Dies erscheint vielen Lehrerinnen jedoch als übergreifend.

PS: Laut aktuellen Prognosen wird es ab 2030 einen Überhang an Lehrern für sämtliche Schulformen geben. Alleine in NRW hätte man knapp 4000 Bewerber zu viel. Die 80er lassen grüßen.

Last edited 18 Tage zuvor by Fakten sind Hate
Bla
18 Tage zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Was man nicht alles als Prognose machen kann… Sieht man aktuell auch immer, wie gut unsere Prognosen sind und umgesetzt werden 🙂

Last edited 18 Tage zuvor by Bla
Alex
18 Tage zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Aber nur auf dem Gymnasium wegen A13…
Guck mal die neuesten Studien in der Sek1.
Fake News lassen grüssen

DerechteNorden
18 Tage zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Vielleicht, wenn man den Empfehlungen der Landesrechnungshöfe folgt und die Klassen vergrößert – auf 33 Kids im Schnitt.

Kätzchen
17 Tage zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Halte ich für ein Gerücht. Wer will denn diesen Job noch machen? Die Verbeamtung zieht schon lange nicht mehr. Die aktuelle Generation z hat ganz andere Vorstellungen vom Job.

Mika
17 Tage zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Verlinken Sie doch bitte mal die von Ihnen erwähnten Prognosen: ich kann nichts dazu finden, und würde gern den vollständigen Text lesen. Vielen Dank!

Friedrich der Kleine
18 Tage zuvor

So erging es mir Anfang der 2000er Jahre. Zweimal. Zweimal hatte man mir vorher versprochen, mich zu übernehmen.
Das Schönste war jedoch, dass ich zum Sozialamt musste. Das Geld durfte ich auf Heller und Pfennig zurückzahlen.
Das war und ist unser Staat.

Friedenstaube
17 Tage zuvor

Die GEW ist kraftlos. Sie kann nichts weiter, als Pressemitteilungen erstellen und versenden. Aber das ist letztlich nicht ihre Schuld, sondern die Schuld all jener, die zwar meckern, aber selbst nichts tun. Wie @Zarenthin schrieb, in Berlin konnte sie gerade mal eine Minderheit, ich möchte sagen, Minianzahl von angestellten Lehrern für eine Demo für bessere Arbeitsbedingungen mobilisieren. Das galt sogar als Streik, man durfte also während der Arbeitszeit hingehen.

(Glaubst du wirklich, am Nachmittag wären mehr hingegangen? Diese Demos gab es auch schon!)

Teacher Andi
17 Tage zuvor

Ja, dann lauft mal Sturm, das Schuljahr ist rum und die befristeten Lehrer schon lange gekündigt. Nächstes Jahr wird das dann um die selbe Zeit wieder aufgewärmt. Ich kenne diese Praxis seit mehr als 30 Jahren, und nichts hat sich bewegt. Eigentlich ein Fall fürs Arbeitsgericht. Danke fürs Gespräch ………

tachelesme
17 Tage zuvor

Ist an den Universitäten ja auch üblich oder noch besser: Lehraufträge für Semesterdauer. So schaft man hoch gebildete Arbeitslose. Da es dann nicht auf Dauer ist, kommt es in den Statistiken gar nicht vor, oder man biegt sie eben. Das Modell Bildung wird durch persönliche Abhängigkeiten systematisch kaputt gemacht. Es ist der Politik genauso viel (wenig) wert, wie das Thema Gesundheit, Familien oder Gleichheit.
Das 21ste Jahrhundert eben. Ausbeutung mit neuen Mitteln.