Lehrermangel! Bis zu 40.000 freie Stellen können nicht mehr besetzt werden

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BERLIN. Warnungen vor einem dramatischen Lehrkräftemangel gibt es regelmäßig. Zum Beginn dieses Schuljahres malen Bildungsverbände aber ein besonders düsteres Bild, denn es knirscht an allen Ecken und Enden.

Händeringend gesucht: Lehrkräfte. Foto: Shutterstock

Zum Schuljahresbeginn fehlen an den Schulen in Deutschland nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbands bis zu 40.000 Lehrerinnen und Lehrer. Die Unterrichtsversorgung habe sich in allen Bundesländern verschlechtert, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger. «Bundesweit gehen wir von einer echten Lücke von mindestens 30.000, vielleicht sogar bis zu 40.000 unbesetzten Stellen aus.»

Die Situation, Stellen mit voll ausgebildeten Lehrkräften zu besetzen, habe sich «im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich verschärft», sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern. «Unterrichtsausfall gleich zu Beginn des Schuljahres ist bereits Tatsache, größere Lerngruppen, Zusammenstreichen von Förderangeboten, Kürzung der Stundentafel usw. sind an der Tagesordnung», sagte Udo Beckmann, der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE).

Alarmmeldungen aus den Ländern – Unterrichtsangebote müssen gestrichen werden

In 11 der 16 Bundesländer hat das Schuljahr inzwischen begonnen. Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland folgen nächste Woche, in der Woche darauf geht’s in Bayern und Baden-Württemberg wieder los. Traditionell sind die beiden Südländer bei den Sommerferien die letzten.

Aus einzelnen Ländern kamen bereits die ersten Alarmmeldungen: In Bayern hieß es schon kurz vor den Sommerferien, dass im neuen Schuljahr Unterrichtsangebote gestrichen werden müssten, um genug Pädagogen als Klassenleiter zu haben. In der Bundeshauptstadt Berlin begann das Schuljahr mit so vielen Schülern wie nie, bei gleichzeitig 875 fehlenden Lehrkräften. Aus Sachsen hieß es zum Schuljahresbeginn von Kultusminister Christian Piwarz (CDU): «Insgesamt bleibt die Lage bei der Unterrichtsversorgung angespannt».

Lehrerverbandspräsident Meidinger sagte, die bis zu 40.000 unbesetzten Lehrerstellen seien zwar eine Schätzung, da noch nicht in allen Ländern die Schule wieder begonnen habe. «Die bisher bekannten Zahlen sind aber dramatisch», fügte er hinzu. Wie VBE-Chef Beckmann spricht auch Meidinger von Unterrichtsausfällen, gekürzten Stundenplänen, gestrichenen Zusatzangeboten bereits zum Schuljahresbeginn. In Deutschland gibt es mehr als 800.000 Lehrkräfte an Schulen und Berufsschulen.

Obwohl – besser: weil – Personalmangel herrscht, entscheiden sich laut Statistischem Bundesamt mehr Lehrerinnen und Lehrer für Teilzeit

Es gibt zwar seit Jahren Klagen über fehlende Lehrkräfte. Die Lage scheint sich aber zuzuspitzen, weil sich inzwischen mehrere Probleme überlappen:

  • Der allgemeine Fachkräftemangel schlägt auch im Schulbereich durch. Der geschäftsführende Direktor des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF), Kai Maaz, hatte im Juni von drohenden Verteilungskämpfen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gesprochen.
  • Obwohl – besser: weil – Personalmangel herrscht, entscheiden sich laut Statistischem Bundesamt mehr Lehrerinnen und Lehrer für Teilzeit. Ein Teufelskreis: Weil Stellen nicht besetzt werden können, steigt die Belastung für die einzelne Lehrkraft – die sich immer öfter in Teilzeit flüchtet. Dadurch verschärft sich wiederum der Lehrkräftemangel. Im Schuljahr 2020/2021 arbeiteten demnach knapp 40 Prozent nicht voll, die höchste Quote seit zehn Jahren.
  • Durch mehr Geburten und Zuwanderung steigen nach Angaben der Kultusministerkonferenz (KMK) die Schülerzahlen – es gibt momentan knapp elf Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland. Dazu kommen inzwischen mehr als 160.000 Schüler aus der Ukraine.
  • Politische Entscheidungen, wie der Ganztagsausbau, Vorgaben zu Inklusion oder Sprachförderung verstärken den Personalbedarf an den Schulen weiter.
  • Es drohen weiterhin Personalausfälle durch Krankheit und durch Isolationsvorschriften im Falle einer Corona-Infektion. Schwangere Lehrkräfte fallen ebenfalls aus, weil für sie nach Meidingers Angaben wegen Corona fast überall ein Beschäftigungsverbot gilt.
  • Das Angebot an Quer- und Seiteneinsteigern schrumpft. «Auch hier ist der Arbeitsmarkt mittlerweile oft leergefegt», sagte GEW-Chefin Finnern.

Die KMK setzt «derzeit einen wesentlichen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Fachkräftegewinnung», wie deren Präsidentin Karin Prien (CDU) auf Nachfrage erklärte. Als mögliche kurzfristige Maßnahmen zur «Sicherstellung der verlässlichen Unterrichtsversorgung» nannte sie den Einsatz von Vertretungslehrern und «im Einzelfall auch eine Zusammenlegung von Schulklassen». Sie fügte hinzu: Man müsse nicht nur in einzelnen Jahren oder Wahlperioden denken, sondern die Entwicklung der Bildung auf zehn, zwanzig Jahre in die Zukunft denken.

Dem «Schweinezyklus» entgegenwirken – heißt: Endlich eine nachhaltige Personalpolitik betreiben

Das fordern Lehrerverbände schon lange. Die Länder sollten ihrer Ansicht nach über Bedarf ausbilden und auch einstellen, um dem «Schweinezyklus» entgegenzuwirken – ein Begriff aus der Wirtschaftswissenschaft: Wird mehr Schweinefleisch nachgefragt, weil sich Essgewohnheiten ändern oder die Bevölkerung wächst, wird in Schweinezucht investiert. Wenn schließlich mehr Schweine auf dem Markt sind, ist die Nachfrage vielleicht schon wieder gesunken. Dann gibt es ein Überangebot. Entsprechendes Nachsteuern in die andere Richtung führt in einiger Zeit wieder zum Mangel und so weiter.

Würde bei Lehrkräften über Bedarf ausgebildet und eingestellt, so die Idee, wäre bei steigenden Schülerzahlen genügend Personal da. Sinkt der Bedarf wieder und die Stellen werden nicht wieder abgebaut, könnte das «Überangebot» für Qualitätsverbesserungen genutzt werden und stünde dann bei steigenden Zahlen wieder bereit. Allerdings beantwortet das nicht die aktuell brennende Frage: Wo soll das Personal herkommen? Ausgebildet und eingestellt werden können nur so viele Lehrkräfte, wie potenziell da sind und es konkurrieren – siehe oben – viele Branchen um Nachwuchs.

Die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Ria Schröder, forderte die Kultusminister dazu auf, schnell zu handeln, um Lehrkräfte zu gewinnen. «Durch eine leistungsgerechte Vergütung und bessere Arbeitsbedingungen kann der Lehrberuf attraktiver werden. Die Praxis einiger Länder, angestellte Lehrkräfte vor den Sommerferien zu entlassen, ist hierbei sicherlich keine Hilfe», sagte sie. News4teachers / mit Material der dpa

Lehrermangel! SPD fordert, die Stundentafel zu beschneiden – „weil sich zu viel Fachunterricht negativ auswirkt“

 

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38 Kommentare
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dickebank
3 Monate zuvor

In der SekI ist das Verhältnis SuS zu LuL etwa bei 20 zu 1, schicken wir einfach 800.000 SuS nach Hause und schon passt die Relation wieder. Statistisch sind das ja nur 50.00 je KuMi.

Schattenläufer
3 Monate zuvor
Antwortet  Minna

In Deutschland wird ja sogar die Existenz von LC angezweifelt (zumindest von Teilen der Gesellschaft). Kann man hier im Forum in Posts zu vielen Themen nachverfolgen.

Betroffene werden auch bei Ärzten teilweise erstmal in die Schublade psycho-somatisch gesteckt.

Offensichtlich wird das Problem in Deutschland bisher nicht näher analysiert.
Scheint bei uns keine Relevanz zu haben.

Auf der Seite des RKI ist jedenfalls keine Statistik zu finden, in welchem Umfang PC oder LC in Deutschland auftritt.

Britische, indische und irische Studien kommen zu einem Ergebnis zwischen 20-70% Betroffenen in einem zeitlichen Rahmen von 1-12 Monaten.

Sissi
3 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Ja ist eben eine unschöne gruselige Sache mit LC. Horrorfilme schauen viele gerne, aber realityhorrorshow im eigenen Leben kommt ganz schlecht.
Da kann Frau Dr Frommhold ( schrieb auch ein Fachbuch zu LC) noch so lange und engagiert durch die Gegend tingeln, v.Hirschhausen Filme, Interviews veröffentlichen,
Grundeinstellung bei vielen bleibt: wird mich schon nicht erwischen.
Dass viele Erkrankte in die psychosomatische Schiene geschoben werden, liegt an sehr aktiven Koryphäen – und wohl auch in der absoluten Überlastung bez der PCfälle bei Haus und Fachärzten. Die Diagnose dauert, und meist sind mehrere Fachärzte im Spiel; Rehaplätze, die dies in einem Guss ermöglichen, sind rar….
Wenn nicht einzelne Mediziner, die Brisanz nicht immer wieder betonen würden, würde der realityhorror medienmäßig ganz wenig Rolle spielen……kommt noch.

Aleidis, von edlem Wesen
3 Monate zuvor

Es stimmte also nicht, wie ja auch andere schon feststellten, dass man mit A13 für alle und der Verbeamtung, wo es sie nicht gab, den Lehrermangel beseitigt. Da hat man vollkommen aufs falsche Pferd gesetzt und unnötig Zeit verplempert und jede Menge Geld für Maßnahmen, die gar nichts bringen. Anderes wäre nötiger gewesen. Es ist sattsam bekannt und ebenfalls oft schon genannt worden.

Alex
3 Monate zuvor

A13 für alle gibt es in den grossen Bundesländern NICHT, dazu kommt der Bericht aus Berlin, wo erst JETZT die ersten Referendare verbeamtet werden, kein einziger Altfall ist dabei.

In Sachsen sah man sehr gut, dass seit der befristet eingeführten Verbeamtung Besserung eingetreten ist. Eine Studie zeigt positive Effekte. Und nun?

Dazu ist A12 in egal welchem Lehramt weiterhin eine Farce. Ein Duisburger Direktor erwartet bald Besserung in NRW:
„ Vor allem hat die Gesamtschule aber Probleme, die Stellen für Mittel- und Unterstufe zu besetzen. Die Studiendauer für diesen Bereich ist mittlerweile genauso lang wie für Lehrkräfte, die auch die Oberstufe unterrichten dürfen. Aber das Gehalt ist kleiner. Die NRW-Landesregierung hat angekündigt die Besoldung der beiden Gruppen anzugleichen. Wenn das passiert, wäre die Lage zumindest schon ein bisschen besser, schätzt Theiß.“ Quelle Tagesschau

Einfach mal deb Leuten trauen, die näher dran sind als einige Dummschätzer hier

Last edited 3 Monate zuvor by Alex
Aleidis, von edlem Wesen
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Sie sprechen von einer Studie, ohne dass man nachschauen kann, wie die Details sind. Positive Effekte? Aber insgesamt doch ernüchternd? Ich erinnere mich dunkel, dass andere schrieben, als Sie das schon einmal vorbrachten, nur 6,5% (?) der angeschriebenen potenziellen Teilnehmer dieser Studie hätten überhaupt geantwortet und ich meine, es waren auch nur Referendare gefragt worden. Oder nur Lehramtstudenten? Bitte reichen Sie alle diese Details noch nach. Das unterschlagen Sie nämlich und verweisen auf eine Studie, die irgendetwas belegen soll, was sie aber nicht tut. Die Praxis zeigt, es gibt diese „positiven Effekte“ nämlich nicht.

Wer von falschen Voraussetzungen ausgeht, kann nicht die richtigen Schlussfolgerungen ziehen. DAS stimmt.

Alex
3 Monate zuvor

Müsste dir Schwachmat gar nichts zeigen, weil du selbst immer nur heisse Luft ablässt.
Aber die Personen in diesem Artikel sollten besser als du Bescheid wissen:
„Die Gutachter empfehlen der sächsischen Staatsregierung, an der Verbeamtung auch nach 2023 festzuhalten, andernfalls müsste Sachsen mit deutlich weniger Nachwuchslehrkräften rechnen.

Fast die Hälfte ist schon verbeamtet

Seit dem 1. Januar 2019 können in Sachsen Lehrerinnen und Lehrer bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres verbeamtet werden. Die Möglichkeit ist befristet bis zum 31. Dezember 2023. Über die Fortführung soll im Zuge der laufenden Haushaltsverhandlungen entschieden werden, teilt das Kultusministerium mit.

Derzeit sind 10.021 Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen verbeamtet und 22.783 angestellt. Zudem sind 1.744 Referendare im Beamtenverhältnis auf Widerruf beschäftigt, 153 sind angestellt.

„Mit der Verbeamtung sind wir wettbewerbsfähig auf dem heiß umkämpften Lehrerarbeitsmarkt in Deutschland“, sagt Kultusminister Christian Piwarz.

Ohne Fortführung der Verbeamtung über den 31. Dezember 2023 hinaus werde Sachsen hinsichtlich der Attraktivität des Schuldienstes wieder hinter den anderen Bundesländern zurückfallen, befürchtet Piwarz: „Ohne die Verbeamtung entsteht ein Lehrerdelta, was wir nicht anders ausgleichen können. Das hätte fatale Folgen für die Bildungsqualität in Sachsen.“

Dass die Verbeamtung nicht alle Nachwuchsprobleme löst, ist ihm freilich auch klar.

„Die Verbeamtung hilft uns beim Werben um junge Lehrkräfte und verbessert die Situation, aber wir sind noch nicht über den Berg“, so Piwarz.

Wesentliche Ergebnisse der Evaluierung

Die Gutachter kommen jedenfalls zu dem Ergebnis, dass die Anzahl der Neueinstellungen grundständig ausgebildeter Lehrkräfte vermutlich ab dem Schuljahr 2018/2019 erheblich geringer ausgefallen wäre als in der Realität.

So schätzen die Gutachter, dass im Schuljahr 2018/2019 ohne die Möglichkeit der Verbeamtung weniger als die Hälfte oder höchstens zwei Drittel der tatsächlich erzielten Einstellungszahlen erreicht worden wären. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen die Gutachter für die erzielten Einstellungen zum laufenden Schuljahr.

Trotz eines Ausbaus der Kapazitäten für das Lehramtsstudium und das Referendariat wäre bei einem Verzicht auf die Verbeamtungsmöglichkeit ab dem Jahr 2024 ein weiterer Anstieg der Einstellungszahlen grundständig ausgebildeter Lehrkräfte nicht zu erwarten. Sachsen würde dann zwar genug Pädagogen ausbilden, sie aber aufgrund der Verbeamtung an andere Bundesländer verlieren.
Ein Wegfall der Verbeamtungsmöglichkeit hätte einen signifikant negativen Einfluss auf die Einstellungszahlen sowohl bei ausgebildeten Lehrkräften als auch bei Referendaren. Es sei zudem ein Rückgang bei Bewerbern um ein Lehramtsstudium zu erwarten, so die Gutachter.

Es müsse außerdem damit gerechnet werden, dass Referendare nach Abschluss des Vorbereitungsdienstes in andere Bundesländer wechseln.‘

Aleidis, von edlem Wesen
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Genau, das ist eben dieses „Gutachten“, von dem, glaube ich, auch bei n4t zu lesen war. Zur Aussagekraft schrieb ich ja schon, minimaler Rücklauf der Befragungen und Befragung nur unter Referendaren oder so. Von diesen minimalen Antworten (6,5%) lautete dann die Aussage, man ist in Sachsen geblieben wegen der Verbeamtung, sonst wäre man woanders hingegangen. Das sagte die Mehrheit von 6,5%.

Edit: Laut wiedergefundenem Artikel und Kommentar sind sogar meine erinnerten Zahlen noch zu gut. Nicht die Mehrheit, sondern etwa 30% von 5-6,4% hätten sich für ein anderes Bundesland entschieden.

Last edited 3 Monate zuvor by Aleidis, von edlem Wesen
Aleidis, von edlem Wesen
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Hier, gefunden. Einen sehr erhellenden Kommentar schrieb seinerzeit dieser Kommentator:

Wissenschaftler
 2 Monate zuvor

Es ist schon dreist, wie sich hier ein Kultusminister für die Einführung der Verbeamtung von Lehrkräften feiert und sich dabei auf eine Online-Befragung beruft, bei der es laut Medienberichten (Freie Presse aus Chemnitz) lediglich eine Rücklaufquote von 5 Prozent (Lehrkräfte) bzw. 6,4 Prozent (Referendare) gab! Von diesen 287 Lehrkräften und 36 Referendaren gaben 24,8 bzw. 30,5 Prozent an, dass sie sich ohne Verbeamtungschance für ein anderes Bundesland entschieden hätten. Das sind dann 71 Lehrkräfte und 11 Referendare. Und noch ein fun fact: Diejenigen, die nicht verbeamtet wurden, wurden gleich gar nicht befragt.
Last edited 2 Monate zuvor by Wissenschaftler
Gutachten: Verbeamtung von Lehrkräften führt zu wesentlich mehr Bewerbungen | News4teachers

Alex
3 Monate zuvor

Also meinst du, dass eine Studie weniger wert ist als einfach nur deine persönliche Meinung? Dann begründe doch mal, wieso ohne Verbeamtung und ohne gerechte Besoldung MEHR Lehrkräfte herbeigezaubert werden können. Bin sehr gespannt

Aleidis, von edlem Wesen
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Du eierst herum. Du hast behauptet, dass sich die Verbeamtung in Sachsen „gelohnt“ hat. Dann hast du auf eine Studie verwiesen, die das belegt hätte. Du schriebst:
„In Sachsen sah man sehr gut, dass seit der befristet eingeführten Verbeamtung Besserung eingetreten ist. Eine Studie zeigt positive Effekte. Und nun?“

Die Schwachstellen dieser Studie hast du verschwiegen. Sie waren bereits bekannt und benannt worden. Das unterschlägst du aber in der Hoffnung, man habe das nicht mitbekommen. Da du die Fakten nicht widerlegen kannst, wechselst du einfach die Richtung und versuchst nun, eine zweifelhafte Studie über „Einzelmeinungen“ zu stellen.

Du diskreditierst dich selbst zunehmend.

Die wirklichen Gründe für den Lehrermangel sind hier schon sooo oft genannt worden in Leserkommentaren, aber vor allem auch in Artikeln mit Aussagen von Fachleuten. Google doch mal!

Last edited 3 Monate zuvor by Aleidis, von edlem Wesen
Thomas
3 Monate zuvor

Du bist ein sehr komisches Wesen

Busenfreundin
3 Monate zuvor
Antwortet  Thomas

Ha,ha,ha ……… Alex, Marc und nun Thomas??? 😀

Marc
3 Monate zuvor

Ich würde wirklich gerne wissen was sie so extrem daran stört, dass Lehrkräfte, die exakt gleich ausgebildet werden (Master und Staatsexamen) ebenfalls die gleiche Bezahlung erhalten, die sie selbst schon immer wie selbstverständlich für ihre lange Ausbildung bekommen haben?

Ich nehme an sie sehen ihr eigenes A13 Gehalt als gerecht an, warum ist es das für die anderen Lehrkräfte nicht? Warum sollen diese Lehrkräfte ihr Leben lang jährlich auf 6000 Euro netto verzichten, die ihnen beamtenrechtlich zustehen würden und die einzige Berufsgruppe im öD bleiben, die trotz Master nur in A12 bezahlt werden?
Nehmen wir Ihnen was weg?

Logi
3 Monate zuvor

Wenn wirklich alle Lehrkräfte E13 oder A13 verdienen würden… dann würden wir sehen wie schnell sich die Probleme beseitigen lassen.
Die Politiker setzten auf günstige „Saisonarbeiter“ a.k.a befristet Angestellte oder Nicht-Erfüller, die wesentlich weniger entlohnt werden.

Hornveilchen
3 Monate zuvor
Antwortet  Logi

Aber in den Bundesländern, in denen alle Lehrämter A oder E13 bekommen, ist ja der Lehrermangel weiterhin hoch geblieben, weshalb das nächste Heilmittel die Verbeamtung sein sollte, die auch nicht half.

Last edited 3 Monate zuvor by Hornveilchen
Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Hornveilchen

In jenen Bundesländern gibt es das erst seit kurzer Zeit.

Ausserdem bist du leider etwas zu dümmlich, um die Zusammenhänge greifen zu können.

https://www.news4teachers.de/2022/04/stellenbesetzung-laeuft-besser-hoeheres-gehalt-a13-hilft-gegen-den-lehrermangel/?amp

Vielleicht sitzt du ja mit deiner Omma zu Hause im Kinderzimmer und ihr redet darüber, dass die Lehrer nach dem Krieg weniger in absoluten Zahlen verdient haben. Daher kommt der Gedanke, dass mit weniger Gehalt mehr Leute zu bekommen wären

Last edited 3 Monate zuvor by Alex
Busenfreundin
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Kann das wirklich ein Lehrer sein, der hier schreibt? „Dümmlich“ und weiter oben „Schwachmat“? Also so jemandem würde ich das Gehalt kürzen, wenn der/die wirklich im Schuldienst wäre oder am besten rausschmeißen. Kann so jemand VORBILD für unsere Kinder sein?

In Berlin gibt es A/E13 für alle schon seit rund 3 Jahren. Trotzdem klagt Berlin weiterhin über Lehrermangel. Der ist die ganze Zeit immer nur größer geworden. Vor mehreren Jahren wurden die Lehrer dort deshalb mit der damals höchsten Erfahrungsstufe eingestellt. Hat auch nichts gebracht. Nun soll es die Verbeamtung richten. Es wird offensichtlich einfach immer nur auf mehr Geld gesetzt, weil Leute wie du (Lehrer?????) behaupten, daran läge es. Völlig an der Wirklichkeit vorbei!

Last edited 3 Monate zuvor by Busenfreundin
Marc
3 Monate zuvor
Antwortet  Busenfreundin

Sie sind bestimmt das bessere Vorbild, dass von A13 heraus sich dagegen stark macht, dass andere Kollegen teilweise mit gleicher Qualifikation auch A13 erhalten.
So kann man Kindern ein gutes Vorbild in Arroganz, Selbstsucht und Missgunst sein.

Busenfreundin
3 Monate zuvor

@Aleidis, es ist genau so, wie Sie sagen. Es kochen nur manche ihr ganz eigenes Süppchen mit dem Lehrermangel.

Ron
3 Monate zuvor

Als Notfallprogramm sollte man vielleicht mal über die Streichung des Faches Religion nachdenken. Das setzt je Klasse 2 Unterrichtsstunden pro Woche frei. Und ja, ich weiß, dass es da einen vertraglich vereinbarten Bestandsschutz aus dem vorletzten Jahrhundert gibt. Aber mal ehrlich, wen interessiert das heute noch?!

Ben
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Längst überfällig!

Baldwasneues
3 Monate zuvor

Hoffentlich knallt das nochmals richtig. Ich bin jetzt dann auch raus. Konnte zum Schluss nicht mal mehr 13 Stunden schaffen. Nachdem man vor über 20 Jahren alles dafür getan hat uns Anfänger jahrelang psychisch zu terrorisieren, um Geld zu sparen, geschieht das dem Kumi nur recht. Und einigen Eltern und Schülern auch. Schule sollte wieder Privileg werden. Nicht etwas Lästiges mit dem ich auch noch anderen hinterherrennen muss. Ich schaffe es einfach nicht mehr so viel Sozialarbeit zu machen und das Gefühl zu haben , mir hilft niemand. Wenn ich meine selbstgemachten Unterrichtsmaterialien anschaue , werde ich wehmütig. Aber dann fallen mir wieder diejenigen Schüler und Schülerinnen ein, die mir und den anderen Kindern fast jede Stunde kaputt gemacht haben. Richtig Freude habe ich die letzten Jahre kaum noch im Unterricht erlebt. Außer in den Projekttagen. Und dann wird man noch von manchen Eltern beschimpft alles falsch zu machen, ec. Ne ich bin raus.

Lehramtsaussteiger
3 Monate zuvor
Antwortet  Baldwasneues

Willkommen im Club.

D. Orie
3 Monate zuvor
Antwortet  Baldwasneues

@ BaldwasNeues: Traurig, sehr verstsändlich, aber trotzdem die falsche Einstellung. Wir müssen uns alle gemeinsam mehr „auf die Hinterbeine“ stellen. Rückzug und Häme sind verständlich, aber für alle Seiten schädlich.

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  D. Orie

Ohne grundlegende Reformen – meinetwegen auch die Rolle rückwärts in die 90er – gibt es gute Aussichten, dass sich die Probleme immer weiter verschärfen werden. Wer Schulen und Lehrern sämtliche Rechte und Durchgriffsmöglichkeiten verwehrt, wer Unterricht zum sozialen Stuhlkreisangebot umfunktioniert, der wird eben genau das ernten, was er züchtet. Die Menschen bleiben dabei auf der Strecke – sowohl die Schüler als auch die Lehrer.

Andre Hog
3 Monate zuvor
Antwortet  D. Orie

Ähm, sorry … aber ich stehe ständig auf meinen „Hinterbeinen“ …. bei dem Maß an Arbeit, das von mir erwartet wird und das quasi wöchentlich größer wird, ist eine Erledigung im Handstand absolut unmöglich….auch wenn das die Aufmerksamkeit der SuS erheblich vergrößern würde und dadurch der Lernerfolg in noch größeren Lerngruppen (sic!!) verbessern werden würde.

xyz
3 Monate zuvor

Jedes Jahr die gleichen Schlagzeilen. Lehrermangel.
Das Problem ist bekannt und jetzt muss das Problem gelöst werden. Jammern löst keine Probleme.
Die Industrie musste das Problem mit besseren Arbeitsbedingungen und höheren Löhnen lösen.
Wenn Lehrer Mangelware sind, muss man sie auch so behandeln.
Wir hofieren unsere jungen Ingenieure inzwischen regelrecht. In den 00er Jahren gab es noch Zeitverträge, heute 14 Gehälter und Managementprogramme auch für 3er Absolventen.

Realist
3 Monate zuvor
Antwortet  xyz

Das „Hofieren“ beim Staat besteht aus praktischen Nullrunden bei 8 Prozent Inflation, immer noch fast vollständig gestrichenen Sonderzahlungen („Weihnachtsgeld“, 14 Gehälter im ö.D.? Schön wär’s), Forderungen bis 70 Jahren zu arbeiten (Pensionäre unterrichten ja so gerne…), vergrößerten Klassen („Ein Stuhl geht noch, einer geht noch rein… oder zwei oder drei), immer mehr außerunterrichtliche Aufgaben (Ganztagsbetreuung, Inklusion, Integration, …), Politiker, die sich dafür feiern lassen, den Lehrkräften immer mehr Arbeit aufzuhalsen, totale Entwertung des Berufsbildes (Quereinsteiger: Master, Bachelor, Ausbildung,… alles egal, Hauptsache irgendwer steht im Klassenraum) medial-politische Dauerschelte („faule S…“), Erkenntnisse von sogenannten „Wissenschaftlern“, die behaupten, dass Lehrkräfte im Unterricht sowieso mit WhatsApp herumspielen, wenn sie nicht gerade Dauer-Zuspät-Kommen, und als Ausgleich den „Sokratischen Eid“ fordern, totale Selbstaufopferung ist gefragt…

Nee, der Zug ist abgefahren. Nur noch Bekloppte tun sich das an. Game Over. „Lehramt? Ich bin doch nicht blöd!“)

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Falsche Schlussfolgerung. Es muss heißen:

„Du bist blöd, werde lehrer!“

Busenfreundin
3 Monate zuvor

Um den Lehrermangel zu beheben, sollte man vielleicht mal in die Zeit zurückschauen, in der es zu viele Lehrer gab und überlegen, was waren denn die Gründe dafür, dass es zu viele Lehrer gab (bis in die 1990er Jahre; damals gab es massive Stellenstreichungen an Schulen, vor allem in Ostdeutschland). Dann müsste man ja alles nur so machen wie damals und schon gibt es wieder zu viele Lehrer. 😉

Peace
3 Monate zuvor
Antwortet  Busenfreundin

Manche sind wirklich nur schwer zu ertragen.

kanndochnichtwahrsein
3 Monate zuvor

„…weil – Personalmangel herrscht, entscheiden sich laut Statistischem Bundesamt mehr Lehrerinnen und Lehrer für Teilzeit.“

Seit wann kann man sich für Teilzeit „entscheiden“?
Geht nur aus familiären Gründen, bei Pflege oder Krankheit.
Dann ist es aber keine freie Entscheidung, sondern Notwendigkeit, meist ohne Alternative.

Ich würde mich für Teilzeit entscheiden, wenn ich es dürfte – aus freien Stücken, für mehr Lebensqualität, hätte gerne endlich ab und zu mal wieder freie Zeit, selbst wenn ich dann mehr Zeit für die Vorbereitung besseren Unterrichts verwenden würde.
So ist es doch nur noch ein Hetzen durch die Woche, Durchhalten bis Freitagmittag (wenn kein Event wie ToT droht), von Ferien zu Ferien, in der Hoffnung, die letzten 10 Jahre irgendwie gesund durchzuhalten.
Man kommt weder zum Nachdenken – also auch nicht zu guten Ideen – noch zu sich selbst. Ganz im Gegenteil, selbst in der Nacht bin ich nicht mehr ich selbst, dann verfolgen mich immer krassere Vorfälle und immer wieder neue Kreativitäten meiner Schüler, lassen mir keine Ruhe, lassen mich ratlos zurück, lassen mich wieder mal ohne Energie in eine neue Woche starten.
NIE war es so schlimm wie zu Beginn dieses Schuljahres.
Selbst die zweieinhalb Corona-Ausnahmejahre, in denen jeder auf dem Zahnfleisch ging, werden durch die Situation jetzt noch getoppt.
JETZT gehen wir auf dem Kieferknochen…

Wohin geht das noch?
Wieder einmal – in meinem 30. Schuljahr als Lehrer – denke (hoffe) ich (vergeblich), dass es schlimmer nicht mehr werden kann… und der Notausgang ist weiterhin verschlossen, nicht mal lüften lässt sich…

Und übrigens: 30 Jahre A12 trotz SII-Befähigung…

Karsten
2 Monate zuvor

Jupp. So isses. Durchhalten von Ferien zu Ferien. Das merkt man den Lehrern leider auch an.

Emil
2 Monate zuvor
Antwortet  Karsten

Genau! Man merkt den Lehrern an, dass sie alle ausgebrannt sind. Warum wohl? Nicht zuletzt wegen solch dämlicher Kommentare.

Noodle
2 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Das 5. Jahr in Folge kam ich völlig fertig im neuen Schuljahr an…der ganze Mist ist mir jetzt egal und ich rette mein Leben und meine Gesundheit indem ich mit 50 in Frühpesion gehe. ALLES ist besser als auch nur einen Tag vor der Klasse zu stehen ohne jede Wertschätzung. Lehrersein ist Sklavenarbeit. Ich bin raus.

Ulrich Pavel
1 Monat zuvor

Was die meisten Kollegen, wie administrativ Verantwortlichen, gar nicht wissen oder wissen wollen: Für die Mehrheit dieser Schüler beginnt der wahre Unterricht erst, nachdem sie um 13.30 nach Hause kommen. Es ist der ukrainische online Unterricht, den sie sehr ernst nehmen, gibt es doch Examen zu bestehen und Versetzungen zu meistern. M. M. nach sollten wir uns einmal Gedanken darüber machen, inwiefern unsere deutsche Schulpflicht auf die realen Bedingungen und Bedürfnisse dieser Schüler angepasst werden kann. Es sei denn, wir regeln alles auf die deutsche Behördenweise: Wir haben da unsere Vorschriften und das Leben soll sich gefälligst an diese anpassen!