Lehrermangel „viel schlimmer als gedacht“ – Schulleitungen müssen in den Ferien Notpläne ausarbeiten

103

MÜNCHEN. Für die Grund- und Mittelschulen in Bayern war es die nächste Hiobsbotschaft – pünktlich zur Zeugnisausgabe: Der Lehrermangel spitzt sich so zu, dass an der Streichung von Unterrichtsangeboten kein Weg mehr vorbeiführt. Die Schulen sind im Ferien-Krisenmodus. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) spricht von einer «großen Herausforderung“.

Sucht Lehrkräfte – und findet nicht genug: Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Foto: Andreas Gebert / Kultusminiserium Bayern

Während für die bayerischen Schüler und die meisten Lehrkräfte vor wenigen Tagen die großen Ferien begonnen haben, müssen die Rektoren der Grund- und Mittelschulen im Freistaat nachsitzen. Sie sollen Pläne ausarbeiten, wie sie trotz eines sich dramatisch zuspitzenden Lehrermangels nach den Sommerferien noch ein halbwegs reguläres Unterrichtsangebot auf die Beine stellen. Erst wenige Tage vor dem Ferienbeginn sind die Schulen informiert worden, wie ernst die Lage ist.

Das Kultusministerium hatte vergangene Woche in einem Brief an die Bezirksregierungen die problematische Situation geschildert. Für Florian Kohl, stellvertretender Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), ist das Schreiben «schlicht Beleg dafür, dass es dem Ministerium nicht mehr gelingt, das Bildungssystem angemessen auszustatten». Die Grund-, Mittel- und Förderschulen sollten nun nur noch das anbieten, «was scheinbar unbedingt notwendig ist», formuliert es die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann. «Alles ist viel schlimmer als gedacht.»

«Belastbare Angaben, wie sich die Unterrichtsversorgung zu Beginn des Schuljahres darstellen wird, sind noch nicht möglich»

Das Ministerium in München macht noch keine konkreten Angaben dazu, wie viele Stellen am Anfang des Schuljahres 2022/23 im September im Vergleich zum abgelaufenen Schuljahr fehlen werden. Personalplanung und Personalgewinnung liefen auf Hochtouren, betont Minister Michael Piazolo (Freie Wähler). «Belastbare Angaben, wie sich die Unterrichtsversorgung zu Beginn des Schuljahres darstellen wird, sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich.»

Piazolo verweist darauf, dass im Landeshaushalt grundsätzlich genug Geld für neue Stellen zur Verfügung stehe. «Angesichts eines deutschlandweit angespannten Bewerbermarktes (…) bedeutet es aber eine große Herausforderung, diese Stellen zu besetzen beziehungsweise entsprechende Arbeitsverträge zu schließen.»

Letztlich gelingt es in Bayern seit Jahren nicht, ausreichend Personal für die Schulen zu finden. Daher hat die Staatsregierung schon mehrfach versucht, mit Notmaßnahmen die Lücken zu schließen. So muss beispielsweise ein erheblicher Teil der Grundschullehrer seit zwei Jahren pro Woche eine Stunde mehr unterrichten. Die unbezahlte Mehrarbeit soll dann in späteren Jahren ausgeglichen werden – viele Betroffene reagierten trotzdem verärgert.

Auch Teilzeitregelungen wurden für die Pädagogen eingeschränkt. In der Corona-Pandemie wurde die Lage noch dadurch verschärft, dass schwangere Frauen während der kompletten Schwangerschaft nicht mehr ins Klassenzimmer dürfen – aktuell sind dies laut Ministerium etwa 3000 Lehrerinnen.

Welche Unterrichtsangebote konkret ab September wegfallen, sollen jetzt die örtlichen Schulämter zusammen mit den Schulleiterinnen und Schulleitern klären. In dem internen Brief wird dies als «regionalspezifische Ausbalancierung von angespannten Personallagen» bezeichnet. Das Ministerium spricht offiziell lediglich von einer «strafferen Einsatzplanung» und möglichen «punktuellen Einschränkungen bei Wahl- und Neigungsangeboten».

Die GEW sieht hingegen aufgrund des Ministeriumsschreibens ein ganzes «Streichkonzert» auf die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern zukommen. In dem Brief wird beispielsweise vorgeschlagen, die Zusammenarbeit zwischen Grundschulen und Kindergärten vorübergehend auszusetzen. Zudem könnten die Deutschkurse für Kinder von Migranten gekürzt werden.

«Angesichts der Gesamtsituation erscheint es auch vertretbar, übergangsweise geringfügig größere Klassen in Kauf zu nehmen»

Dabei verweist das Bildungsressort darauf, dass möglicherweise mehr als 30.000 aus der Ukraine geflüchtete Kinder zusätzlich in die Schulen kommen. Sie sollen zunächst in «Brückenklassen» unterrichtet werden. Die Staatsregierung hofft darauf, dass Bürger deswegen auch Verständnis für unpopuläre Maßnahmen aufbringen: «Angesichts der Gesamtsituation und der großen Solidarität, die unsere Gesellschaft mit den aus der Ukraine geflohenen Familien an den Tag legt, erscheint es auch vertretbar, übergangsweise geringfügig größere Klassen in Kauf zu nehmen», heißt es in dem Schreiben.

Die Regierung von Unterfranken reagierte auf den Brief aus München prompt und suchte sogleich per Twitter «Unterstützungslehrkräfte» für die Grund- und Mittelschulen. Die Bezirksregierung hofft auf Bewerbungen von Studierenden, die auf Lehramt studieren oder wenigstens ein «Fach mit pädagogischem Bezug» belegt haben, von Lehrkräften im Ruhestand und anderen, die schon einmal eine Lehramtsprüfung absolviert haben.

Allein im Landkreis Augsburg fehlten zum neuen Schuljahr noch etwa 50 Klassenleitungen, wie die «Augsburger Allgemeine» berichtete. «Es wird heuer nicht ohne schmerzhafte Einschnitte gehen», zitiert das Blatt den örtlichen Schulamtsdirektor Thomas Adleff. Es gehe nun darum, dass am ersten Schultag in sechs Wochen «auf jeden Fall vor jeder Klasse eine Klassenleitung steht».

BLLV-Chefin Fleischmann rechnet nicht nur mit der Reaktivierung weiterer Pensionisten, um den Engpass abzufedern. Studentinnen und Studenten würden künftig nicht nur Hausaufgabenbetreuungen übernehmen, sondern sogar als Klassenleitungen an der Tafel stehen. Außerdem könne der Stundenplan zusammengestrichen werden, zumindest die Nebenfächer. «Man kann Musik, Kunst und Sport entweder durch Sportler, Künstler oder Opernsängerinnen halten lassen – oder aber absagen.» News4teachers / mit Material der dpa

Hier geht es zum vollständigen Statement von BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann.

Pensionäre sollen den Lehrkräftemangel beheben – ein Tropfen auf dem heißen Stein

Anzeige


Abonnieren
Benachrichtige mich bei

103 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Schattenläufer
4 Monate zuvor

Bei uns füllen wir jährlich Berge an Statistiken aus.

Statistiken zu den SuS. Schüler, davon weiblich, davon Ausländer, davon weibliche Ausländer
Wohnort
Schuleinsteiger
vorherige Schulform
usw. Seitenweise

Das Gleiche nochmals für die Lehrer.

Das Geburts- und damit auch das Pensionsjahr der LuL dürfte auch bekannt sein.

Wie kann man dann plötzlich völlig überrascht sein, dass es für das nächste Jahr zu wenige LuL gibt???

Ach ja, man ist ja auch jedes Jahr überrascht, dass jetzt plötzlich der Herbst kommt und die Infektionszahlen steigen. Wie kann denn das sein?

Ich vermute langsam, unsere Statistiken liest in den Ministerien kein Mensch.

TheTeacher
4 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Ich wundere mich genauso wie Sie, über diese scheinbare Unfähigkeit. Gewisse unplanbare Einflussfaktoren verzerren sicherlich als das Bild (Flüchtlinge,…), jedoch sollte doch wirklich relativ früh klar sein, wie viele Lehrer man in den nächsten 6-8 Jahren benötigen wird. Was sehen wir dabei nicht, denn es scheint ja eigentlich kein Hexenwerk zu sein, das halbwegs vernünftig managen zu können?

Fast noch etwas mehr erschüttert mich, dass daraus keine Lehren gezogen werden. Wo sind die Antworten auf das Problem, dass zu wenige Menschen Lehrer bzw. Lehrer in bestimmten Schularten oder Fächern werden wollen? Wie soll der Beruf attraktiver gestaltet werden, dass die Nachfrage danach steigt? Wo sind die Ideen und wann werden diese dann umgesetzt? A13 für alle oder die Verbeamtung werden das alleine nicht regeln! Durch Studium und Referendariat werden übrigens wieder 5-6 Jahre vergehen, bis die Entscheidungen dann zum ersten Mal greifen können. Macht mal hinne!

Es drängt sich dann doch etwas der Verdacht auf, dass man beispielsweise die Ausgaben für die Ausbildung sparen möchte, indem man Seiteneinsteiger in großer Zahl einstellen möchte. Oder hofft man einfach auf immer weniger Geburten? Ich bin da ratlos.

Dabei heißt es immer, dass gerade in einem so rohstoffarmen Land wie Deutschland die Bildung achso wichtig sei.

Sandra
4 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Ne — die haben bestimmt auch Personalmangel

Riesenzwerg
4 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Dat is wie Weihnachten – jedes Jahr plötzlich und unerwartet 😉

Ich gehe mal davon aus – basierend auf, seufz, jahrelanger Erfahrung und nicht auf Statisk und Belegen, dass niemand im Bildungsministerium in der Lage ist, Statistiken zu lesen.

Das ist nämlich ganz anders als „angucken“.

Ich dachte, in Deutschland besteht Schulpflicht! Wie können sämtliche BiMis das umgangen haben?

Oder war der analoge Unterricht dermaßen un-entertainmentig, dass sie kollektiv in Bock- und Lernverweigerungshaltung gegangen sind?!

Oder einfach zu d…… esinteressiert?!

Pit2020
4 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

@Schattenläufer

„Ich vermute langsam, unsere Statistiken liest in den Ministerien kein Mensch.“

Genau.
Da geht sie hin, die Arbeitszeit! 🙁

Ernst gemeinte Frage:
Stufe 1:
Was würde eigentlich passieren, wenn dieser ganze Mist gar nicht mehr ausgefüllt würde?
Stufe 2:
Falls eine Reaktion „von oben“ erfolgt: Mit Ausdruck des aufrichtigen Bedauerns wegen Überlastung und Konzentration auf das Notwendigste leider nicht möglich. Liegenlassen.
Stufe 3:
Bei weiterer Reaktion „von oben“: Verweis auf die letzte leider kurze Stellungnahme (vgl. Stufe 2, Copy&Paste) jetzt zusätzlich die Bitte um einfache und verständliche Erklärung warum die pflichtgemäß erhobenen und weitergeleiteten Daten zu KEINEM POSITIVEN Ergebnis in der Planung „von oben“ (Personal, Technik, Bausubstanz, …) geführt haben bzw. sich seit mindestens 10 Jahren eine deutliche und zuletzt – auch vor (!) Corona – dramatische Verschlechterung in den genannten Bereichen ergeben und verfestigt hat.
Stufe 4:
Erübrigt sich. Es wird spätestens nach Stufe 3 keine Reaktion „von oben“ mehr geben.

Wie gesagt: Ernst gemeinte Frage … „Was wäre wenn?“

Didi
4 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Falls Sie dies in NRW als Leiter eines Gymnasiums oder einer Gesamtschule tun, spüren Sie sehr bald Repressalien in der Form, dass Ihnen von seiten der Bezirksregierung keine oder eine nicht ausreichde Anzahl von Lehrkräften zugewiesen wird. Lehrerversorgung ist essentiell in diesem System.

Und auch bei notwendiger Zuweisung von Vetretungskräften oder z.B. bei Beförderungen im Bereich der erweiterten Schulleitung (z.B. Stellvertreter, Funktionsstellen… …) dürfen Sie nicht mehr auf Kooperation hoffen.

Durch dieses System hat man in den letzten 20 Jahren eine Riege von angepassten Duckmäusern in den Schulleitungen erzogen.

Ausnahmen gibt es, sind aber sehr selten geworden.

Fräulein Rottenmeier
4 Monate zuvor
Antwortet  Didi

Ach, das ist auch in Grundschulen so….. Alle müssen diese verdammte Statistik machen….. Jedes Jahr…. Immer wieder…. Würg…..

Riesenzwerg
4 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

„Ich vermute langsam, unsere Statistiken liest in den Ministerien kein Mensch.“

Und ich vermute seit langem, unsere Statistiken versteht in den Ministerien kein Mensch!

Die Berlinerin
4 Monate zuvor

Und das trotz Verbeamtung in Bayern??? Die Verbeamtung soll doch anderswo den Lehrermangel beseitigen!!!

dickebank
4 Monate zuvor
Antwortet  Die Berlinerin

Am Thema vorbei, setzen >>> sechs.

Wie dem Artikel zu entnehmen ist, handelt es sich um eine Vielzahl unbesetzter Stellen an Grund- und Mittelschulen sowie Förderschulen. Es betrifft also nicht das gesamte Schulsystem, von Realschulen und Gymnasien ist nämlich keine Rede. Und Gesamtschulen sind in BY ohnehin vernachlässigbar.
Die einzigen Lehrkräfte der genannten Schulformen, die A13 im Eingangsamt erhalten, sind die Sonderpädagogen.

Der Mangel an Lehrkräften tritt also vor allem im Grund- und Mittelschulbereich auf. Also an den Schulformen, in denen das Eingangsamt mit A12 respektive E11/E12 vergütet wird, also entsteht der Mangel in Abhängigkeit von der Eingruppierung unabhängig von der Statusfrage – Beamter oder Angestellter.

Riesenzwerg
4 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Hä?

Wieso „Am Thema vorbei, setzen >>> sechs“?

Ich vermute, Die Berlinerin meint, dass in anderen Bundesländern Lehrermangelabhilfe durch Verbeamtung gezaubert werden soll.

Und da scheint es ja zu klappen – mehr oder weniger.

Aber mal im Ernst

– Infos kurz vor den Ferien?
– ungenaue noch dazu?!
– rate mal mit Rosenthal?!

Da dem BiMi sämtliche Daten länger schon vorliegen (und sie damit offensichtlich rein gar nichts anfangen können), müssen die Schulleitungen jetzt kurzfristig (!) mit ohne Daten (!) den Schulbetrieb organisieren?!

Aber eins ist doch gut daran – vielleicht gibt es Wechselunterricht!

Hilft auch gegen die verweigerten hilfreichen Coronamaßnahmen!

Win-win auf BiMi-Seite.

Work-work auf SL und KuK-Seite.

Fazit: Alles beim Alten, nur die Aufgabenstellung ist eine andere.

Aber wer schon durch Corona und all die Jahre davor Berge versetzen musste (SL und KuKs), kriegt auch die Transferleistung für „Lehrermangel und Daten ham wa auch nicht“ hin!

Peter Güntner
4 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

So ist es. Um Gymnasiale nach dem Ref. ohne Stelle zu bekommen, müsste man sie nur mit A13 einstellen, verbeamten und ihnen die Rückkehr ins Gymnasium zusichern nach einer Zeit. Und alle GMS Lehrer auf A13 heben. So einfach, aber die sind zu deppert, sorry.

Gabriele
4 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

„Setzen!- „Sechs!“ Wo haben Sie das denn her?

Das ist ja so was von anno tobak!

Etwa Griff in die Mottenkiste, aus einem uralten „Klamauk-Paukerfilm“ oder Kindheits -erinnerungen aus den 1950ern oder frühen 1960ern?

LehrerIn im heutigen Schulsystem sind Sie jedenfalls nicht.

Und auch von der heutigen Schulrealität haben Sie offensichtlich keine Ahnung!

Übrigens, n4t (News for Teachers (sic!)) heißt das Forum, in dem Sie auftreten.

Heute gilt doch „absoluter Datenschutz“! Und Noten sind „hochsensible Daten“!!!

Und militärischen Kommando-Ton gibt’s in der Schule schon seit sehr vielen Jahrzehnten auch nicht mehr!

Sie hätten mit beiden eklatanten Verletzungen von Dienstpflichten sogleich die Eltern mit Rechtsanwalt auf der Matte bzw. Dienstaufsichtsbeschwerden en masse am Hals!

PuMu
4 Monate zuvor
Antwortet  Die Berlinerin

Das tut sie in gewisser Weise auch:
Verbeamtete Lehrer können bayernweit überall hin versetzt werden, ohne die Möglichkeit, sich zu wehren. Da kommt man halt aus einer mittelfränkischen Dorfschule in eine Brennpunktschule vom München-City. Man hat das Recht, jedes Jahr einen neuen Versetzungsantrag zu stellen, aber der wird dann einfach zehn, fünfzehn Jahre lang nict bewilligt…
Insgesamt werden es sicher nicht mehr Lehrer dadurch, aber der Mangel kann flächendeckend verschoben werden.

Riesenzwerg
4 Monate zuvor
Antwortet  PuMu

Ja. Auf den „Trick“ wird auch in SH zurückgegriffen.

Aber – das wussten wir, als wir uns verbeamten ließen.

Das gehört zum „Rundumsorglospaket“ für uns moderne Leibeigene dazu.

Ich habe laaaange überlegt – nach den notwendigen Prüfungen – ob ich diesen Knebel mit der Kröte schlucke…. Ich habe es schon mehrfach bereut.

Und ja – ich kann aussteigen. Habe mich jedoch dagegen entschieden. Hat private Gründe.

Also bitte auf alle Hinweise diesbezüglich verzichten – habe alles durchdacht und abgewogen. Danke!

Lessi
4 Monate zuvor
Antwortet  PuMu

Das stimmt so nicht ganz. Man kann halbjährlich einen Versetzungsantrag stellen. Spätestens der 5. muss bewilligt werden. Oder irre ich mich jetzt?

PuMup
4 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Ja, da irren Sie sich gewaltig!
In Grund- und Mittelschulen gibts halbjährlich gar nichts und nachdem ich genügend LehrerInnen kenne, die bis zu 18 !!! Jahre in Oberbayern verbleiben mussten, wäre mir das mit den fünf Anträgen sehr neu.

Alla
4 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Das kommt darauf an, ob man in einem ’schwarzen Loch‘ unterrichtet (alles kommt rein aber nichts mehr hinaus). Im Rahmen der Familienzusammenführung sollte man nach dem 5. oder 6. Antrag wechseln dürfen. Allerdings kommt es auch darauf an, ob der Weg zur Schule hinnehmbar ist. So gilt ein Schulweg von 1 Stunde als hinnehmbar und auch, dass dieser aus Mangel an Öffis mit dem Auto zurückzulegen ist.
Für Nichtlehrer aber noch der Hinweis: Konferenzen, Elternabende usw finden nicht im Anschluss an den Unterricht statt, so dass man diese Strecken auch 2-3 mal am Tag zurücklegen muss, da es in der Schule keinen Arbeitsplatz gibt.

Gabriele
4 Monate zuvor
Antwortet  Alla

Das macht kein einziger Lehrer, den ich kenne!!!

Zeit derart unsinnig zu verplempern durch Herumgefahre, kann sich, zumindest am Gymnasium, wirklich kein Lehrer zeitlich leisten!
Enorme Workload, immer Zeitknappheit, auch durch eng gesetzte Termine, z.B. Korrekturfristen (Bayern).

Die KollegInnen bleiben in der Schule, überbrücken die Zeit sinnvoll z.B. mit Korrekturen, Teambesprechungen, diversen dienstlichen und bürokratischen Pflichten.
Sie nutzen die Zeit auch u.a. zum Kopieren oder Einpflegen von Noten in das Schulintranet.

Alla
4 Monate zuvor
Antwortet  Gabriele

Wenn man Kinder zu Hause hat, zu pflegende Angehörige uä ist es nicht immer möglich, auf das Zwischenfahren ganz zu verzichten. An GS muss man oft für Elternabende, Lehrer- und Fachkonferenen, Koordinationsgesprächen mit dem Jugendamt und Vormündern, Schulkonferenzen, Elterngesprächen, die oft auch nur nach dem Arbeitsschluss der Eltern stattfinden können, dann wieder ab 16 Uhr, 17Uhr oder 20 Uhr zur Verfügung stehen. Der Dienst beginnt normalerweise um 7.45 Uhr und endet spätestens um 13.30 Uhr. Durch die zusätzlichen Aufgaben zieht sich dann die Zeit in der Schule bis 18 Uhr oder 22 Uhr hin. Da es keine Arbeitsplätze gibt und die Klassenräume nach dem Unterricht von der OGS genutzt werden, ist sinnvolles Arbeiten nur sehr begrenzt möglich.
Kann am Gymnasium ganz anders sein, besonders da die Elternarbeit bzw die Zusammenarbeit mit Ämtern nicht so viel Zeit in Anspruch nimmt. An Elternabenden in unserem Gy war meist nur die Klassenlehrerin vor Ort und Einzelgespräche fanden, wenn man Glück hatte, telefonisch statt oder es wurde auf den Elternsprechtag verwiesen.

mama51
4 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Obacht!
Das ist nicht in allen BL gleich geregelt! Daher kann „man darüber nicht streiten“!!!!

LieberAnonym
4 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Versetzungsanträge können zumindest im beruflichen Schulwesen nur jährlich gestellt werden. Zum Halbjahr gibt es nur Stellen für Referendare. Der Versetzungsantrag wird meiner Erfahrung nach sogar recht schnell genehmigt, aber es muss auch eine offene Stelle geben, auf die man versetzt werden kann. Daran scheitert es meiner Erfahrung nach. Ich habe jahrelang versucht, von Schwaben zurück in die Oberpfalz zu kommen. Keine Chance! Ich musste in Schwaben sesshaft werden…

Riesenzwerg
4 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Das wäre ein Traum! 😉

Es gibt Koleg:innen, die seit 12 JAHREN jedes Jahr zum 15. November hin einen Versetzungsantrag stellen.

Da wird nichts aufsummiert oder bisher bewilligt.

So ist es in SH – jährlich.

Auch hier gibt es „schwarze Löcher“, aus denen man kaum noch herauskommt. Der Kreis Steinburg (oder liebevoll Steinzeit) gehört zum Beispiel dazu.

Es klappt besser für Förderschullehrkräfte.
Andere haben kaum eine Chance.

Last edited 4 Monate zuvor by Riesenzwerg
Gabriele
4 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Immer abhängig vom jeweiligen Bundesland! Sind ja Landesbeamte!

Lehramtsaussteiger
4 Monate zuvor
Antwortet  Die Berlinerin

Nützt nix mehr. Es spricht sich rum, was für Stress und Arbeit ein GS-Lehrerdasein bedeutet. Das ist kaum mehr jemandem eine (A12)-Beamtenstelle wert, der Nachwuchs bleibt aus. Das System ist am Ende. (Hausgemacht, noch vor ca. 10 Jahren hat Bayern Absolventen mit Schlechterer Note als 1,9 großkotzig in die Wüste geschickt)

Riesenzwerg
4 Monate zuvor

Die Arbeit an den GS sollte man auch nicht unterschätzen.

Ich kenne derzeit niemanden, der das volle Stundendeputat ausschöpft.
Alle haben reduzierte Stundenverpflichtung. Einerseits haben viele kleine Kinder, andererseits ist das mit den ganzen unbezahlten schulischen „Nebenbeiverpflichtungen“ nicht zu leisten.

Das hört sich immer so niedlich an, mit den kleinen niedlichen Kindern.
Dann kommen die Eltern dazu und es ist Schluss mit lustig.

Ironie on und off. Entscheide selbst;)

Fakten sind Hate
4 Monate zuvor
Antwortet  Die Berlinerin

A13 für alle wirds richten.

Aber im Ernst: Laut Gerüchten ist eine Besonderheit in Bayerns ist, dass die Junglehrer/Referendare erstmal nach München geschicht werden, da ansonsten dort allgemein Lehrermangel herrschen würde. Viele Lehrer wollen raus aus München und weg aus dem Umland, da die Lebenserhaltungskosten enorm sein sollen.

Ich stelle mir das so vor. Mit 4k netto lebt man als Lehrer in München, wie ein Arbeiter in NRW mit einem Einkommen von 2000Netto.

Verständlich, dass man dort keine mehr findet.

stadtlandfluss
4 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Es gibt auch noch den kleinen Unterschied, dass einige Lehrer bei der Stadt verbeamtet sind und daher ein Wechsel zum Land nicht mehr ganz so einfach ist.

Friedenstaube
4 Monate zuvor
Antwortet  stadtlandfluss

Verbeamtung bei der Stadt und nicht beim Land? Ich bitte um Aufklärung!!

Fakten sind Hate
4 Monate zuvor
Antwortet  Friedenstaube

Ich denke, er hat sich verschrieben.
Was stadtlandfluss aber anspricht ist aber erwähnungswert. Ich bin beispielsweise Beamter in NRW habe aber eine Bezirksregierung quasi als Vorgesetzte. Falls ich das Bundesland wechseln möchte, „kündige“ ich und bin dann nach ca zwei Wochen frei.
Möchte ich aber in einen anderen Bezirk wechseln, funktioniert das fast nicht. Manche Beförderungsstellen verbieten sogar eine Bewerbung von Kandidaten anderer Bezirke. Man ist also irgendwie doch schon beim Bezirk verbeamtet und nicht beim Land.

dickebank
4 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Du bist beim Land NRW vertreten durch die zuständige Bezirksregierung als Mittelbehörde des Landes NRW beschäftigt. Im Schulwesen hat das Land NRW keine landesweit zuständige Schuloberbehörde (Landesschulamt). Anstelle dieser Oberbehörde gibt es fünf für die jeweiligen Regionen (Regierungsbezirke) zuständige Landesmittelbehörden.
Das macht das bezirksübergreifende Versetzungsverfahren innerhalb des landes nicht einfacher. Der Wechsel in ein anderes Bundesland ist de facto einfacher zu bewerkstelligen.
Ich wohne an der Grenze zwischen drei Regierungsbezirken, weiß also wo von ich hier schreibe.

Katinka
4 Monate zuvor
Antwortet  Friedenstaube

Ja, große Städte wie München und Nürnberg haben auch städtische Schulen (also nicht-staatlich eben). Grundschulen sind m.E. immer staatlich. Man kann wechseln, aber es gibt keine Garantie, dazu muss man vom aktuellen Dienstherren freigegeben werden und vorher sogar kündigen (!), um den Wechsel überhaupt vollziehen zu können. Das sollte man eben nur machen, wenn in den eigenen Fächern Mangel herrscht (und das ist bei einigen Fächern auch an den Gymnasien der Fall, entgegen vieler Aussagen hier) und man sicher sein kann, dass man genommen wird.

Was die Unterrichtsversorgung an meiner Schule (Gym) angeht, steht die auch noch lange nicht, wir haben noch mehrere offene Stellen und es wird jedes Jahr schlimmer.

Last edited 4 Monate zuvor by Katinka
Gabriele
4 Monate zuvor
Antwortet  Friedenstaube

BeamtInnen der Stadt München, die an städtischen Schulen unterrichten.

Hierzu ein Fall, den ich selbst erlebt habe:

vor Jahrzehnten ließ sich ein bayerischer Kollege an einem Gymnasium auf dem Land in Baden-Württemberg, der in Tübingen studiert hatte, und als (bayerisches) Landeskind aus Regensburg bereits mehrere Jahre vergeblich Anträge auf Übernahme in den Freistaat Bayern gestellt hatte, schließlich völlig entnervt von der Stadt München an einem Städtischen Abendgymnasium anstellen.

Und er war definitiv keine Nachteule, eher ein Morgenmensch!

Nur um endlich näher zu seiner langjährigen Freundin zu kommen, die in Rosenheim unterrichtete.

Also in einem Akt purer Verzweiflung!
Auch um sich viele Hunderte an Kilometern Wegstrecke (und Fahrzeit) an jedem 2. Wochenende zu ersparen.

ysnp
4 Monate zuvor
Antwortet  stadtlandfluss

Im Grund- und Mittelschulbereich in Bayern nicht – die nächste Behörde ist immer das staatliche Schulam. Das betrifft andere weiterführende Schulen, z.B. Berufsschulen und ich meine auch manche Gymnasien (da bin ich mir aber nicht sicher).

SekII-Lehrer
4 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Das sind keine Gerüchte. Betrifft aber nicht nur München, sondern auch Oberbayern – überall da, wo starker Zuzug herrscht und es (auch) deshalb teuer ist.

Diese A12/A13-Diskussion kommt einem in diesem Zusammenhang lächerlich vor. Was es bräuchte, wäre eine echte Ballungsraumzulage.

Ted
4 Monate zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Ballungsraumzulage?

Die gibt’s in der freien Wirtschaft auch nicht… aber mal wieder typisch…..

SekII-Lehrer
4 Monate zuvor
Antwortet  Ted

Selbstverständlich verdient man in der freien Wirtschaft in München deutlich mehr als anderswo in vergleichbaren Jobs. Unter welchem Stein leben Sie denn…?

Christabel
4 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Wo denn in NRW? Düsseldorf? Köln? Eher nicht. Hier gibt es auch teure Städte, nicht nur in Bayern! Tiefe Provinz ist immer preiswerter!

Riesenzwerg
4 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Ganz ehrlich – ich kriege A13.

Dafür musste ich zig teilweise sehr sinnentleerte Fortbildungen über mich ergehen lassen, teilweise wusste ich aufgrund meiner jahrelangen Erfahrung deutlich mehr und teilweise war der Inhalt, nun, wohlwollend formuliert, echter Blödsinn.

A13 ist schön und gut.

Besser wäre für mich (und ich bin sicher, viele würden sich anschließen) eine Stundenentlastung.

Denn durch A13 habe ich auch nicht mehr Frei- bzw. Erholungszeit.

Auch mit A500 wäre ich so erschöpft, dass ich das Geld nicht mal nutzen könnte.

Aber bei dem Lehrkräftemangel eine Stundenreduzierung (damit die jetzigen durchhalten), wäre …… gut und sinnvoll, nachhaltig und gesundheitsfördernd.

Mit anderen Worten: out of range, wird nicht gemacht.

ysnp
4 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Bayern hat 7 Regierungsbezirke. Meistens scheint man als frisch fertiger Grund- oder Mittelschullehrer in seinem Regierungsbezirk zu bleiben. Ich habe es noch nie anders gehört bzw. erlebt.
Das, was Sie schreiben, muss sich auf den Regierungsbezirk Oberbayern und nicht auf ganz Bayern – zumindest was den Grund- und Mittelschulbereich betrifft – beziehen.

Da ich im Regierungsbezirk Schwaben wohne, kann ich besonders davon schreiben:
Im Regierungsbezirk Schwaben werden/wurden in den letzten Jahren viele frisch fertigen Grundschullehrer fast gnadenlos in die Gegend nach Neu- Ulm in die Pampa und in Schulen um Neu-Ulm geschickt, weil dort kaum einer hin will, wenn er nicht von dort kommt und möglichst schnell wieder weg will, was manche tatsächlich nach einiger Zeit wieder schaffen. Ein paar Jahre vorher wurden viele Richtung Allgäu geschickt, das war auch nicht so beliebt.

mississippi
4 Monate zuvor
Antwortet  ysnp

Vor 30 Jahren wurden die Oberfranken nach Schwaben geschickt (Grundschule). Wir wollten das nicht.

ysnp
4 Monate zuvor
Antwortet  mississippi

Schon seltsam, zwangsweise von einem nördlichen Regierungsbezirk in einen südlichen zu schicken. Wahrscheinlich hatte Schwaben zu wenig Absolventen oder es gab die Lehrerausbildung in Augsburg noch nicht. Ich denke, seitdem an der Uni Augsburg Lehramt Grundschule und Mittelschule studiert werden kann, müsste Schwaben selbst genug Absolventen zu haben – in der Theorie, zumindest waren in guten Zeiten die Studienplätze fürs Grundschullehramt alle besetzt. Für die Mittelschule sieht es bayernweit schlecht aus. Da gäbe es mehr Studienplätze als Studenten.

Ted
4 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

„Verständlich“ bei 4000 Netto?

Welche Erwartungshaltung haben denn Lehrer?

Gabriele
4 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Sind eher Gerüchte! Viele junge Leute zieht es meistens erst einmal überhaupt nicht in die „Pampa“. Schon gar nicht, wenn sie in München studiert haben.
Erst, wenn Familiengründung ansteht.

Problem ist eher die Wohnraumsituation. Zu wenig erschwinglicher Wohnraum! WGs sind ein evtl. gangbarer Weg, doch nicht alle Vermieter wollen Wohngemeinschaften.

Zahlreiche finanzkräftige Geflüchtete aus der Ukraine, damit meine ich nicht die Oligarchen, erhöhen zudem neuerdings den Druck auf dem Wohnungsmarkt, denn auch sie sind oft auf 2 – 2 1/2- Zimmer-Wohnungen aus.

Ein echtes Dilemma!

Friedenstaube
4 Monate zuvor
Antwortet  Die Berlinerin

@Berlinerin, das stimmt. Das habe ich auch gedacht, als ich diesen Artikel las. Jetzt fehlen nur Marc und Alex (oder sind das die Gleichen?), die behaupten, mit A13 für alle behebe man den Lehrermangel. Doch das gibt es in etlichen ostdeutschen Bundesländern schon und der Lehrermangel bleibt. Warum?

Alla
4 Monate zuvor
Antwortet  Friedenstaube

Vielleicht, weil A13 es nicht schafft, aus einer Lehrkraft plötzlich 2 LK zu machen?

Bis neue LK da sind, die mit A13 bereit sind, diesen Job zu machen, braucht es:
1. Mehr Studienplätze für den zu erwartenden Andrang an Interessenten.
2. Ganz viel Geduld……

Im schnellsten Fall dauert die Ausbildung eines Lehrers – egal welcher Schulform – 7 Jahre: Bachelor, Master, Referendariat.
Bis die bessere Bezahlung sich auswirkt, wird es also mindestens 7 Jahre dauern!
Also egal was man jetzt verbessert (A13, Verbeamtung, bessere Arbeitsbedingungen, mehr Studienplätze), es wird mindestens 7 Jahre dauern, bis das seine Wirkung zeigt.
Wartet man damit noch ein paar Jahre, dauert es entsprechend länger!

Keine dieser Maßnahmen kann allerdings verhindern, dass in den nächsten Jahren die Lehrer aus den geburtenstarken Jahrgängen in Rente gehen.
Es wird also erst einmal noch schlimmer, bevor sich die Lage evtl. wieder entspannt!

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage nach dem WARUM? zufriedenstellend beantworten!

Alla
4 Monate zuvor
Antwortet  Friedenstaube

Ein großes Problem der ostdeutschen BL ist auch, dass es dort viele strukturschwache Gebiete gibt, die ja ganz besonders vom Lehrermangel betroffen sind.
Sollte das der LK nicht egal sein? Sie hat ja ihren Arbeitsplatz!

Aber gar nicht so selten kommt es vor, dass so eine LK heiraten und eine Familie gründen will. Dann stellt sich die Frage: bekommt der Partner im Umfeld einen Arbeitsplatz? Da kann es schon mal schlecht aussehen!
Und eine „Wochenendfamilie“ zu leben, ist nicht jedermanns Sache. (Ich musste das 2,5 Jahre machen und das war Sch**ße! Unter der Woche immer alleine mit Kind, die Fahrerei jedes Wochenende, die Kosten der doppelten Haushaltsführung und die Fahrtkosten, Entfremdung des Vaters von seinem Kind….). Einer müsste seinen Beruf aufgeben oder die LK zieht zum Partner, sobald sie die Versetzung genehmigt bekommen hat. An freien Stellen mangelt es, besonders in der Grund- und Mittelschule ja nirgends. Und ewig kann ein Bundesland die Versetzung – im Rahmen der Familienzusammenführung- nicht verweigern.

Daran krankt es, besonders auch in Thüringen, MV, Brandenburg, aber natürlich auch in anderen BL oder Regionen.

Andre Hog
4 Monate zuvor

Das KuMi setzt sich hin und rechnet schon mal aus, wie viele Stellen definitiv nicht besetzt werden können…und – wie in NRW – wird den Schulen vor Ort gaaaaannz viel „Beinfreiheit“ verschafft, dieses Problem zu lösen – also ich meine im Sinne von „Eigenverantwortung“ .

Einzige Bedingung:
Die Schulen bleiben offen und die Stundentafel darf nicht gekürzt werden.

So eine Verantwortung, wie die KuMis sie hier in der BRD in ihrem Amt vorführen möchte ich auch.

Bockmist im großen Stil bauen – und zwar über Jahre hinweg – dann das Problem „berechnen“ u d dann nach unten durchreichen … mit dem freundlichen Gruß „Na, dann macht mal!“

dickebank
4 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Der Bockmist liegt aber eher im Verantwortungsbereich der für die Hochschulen zuständigen Ministerien, die zu wenige Stellen im Bereich der Lehrerausbildung an den Universitäten/Hochschulen zur Verfügung stellen. Der absehbare Lehrkräftemangel müsste sich doch schon aus den Daten der Prüfungsämter für Lehramt ablesen lassen.

Wenn der NC für Lehramt in der Primarstufe bei 1,x liegt, kann das doch nur bedeuten, dass es entweder zu viele Studieninteressierte in diesem Bereich gibt oder zu wenige Studienplätze.

Andre Hog
4 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Nun ja, seien wir mal ehrlich….es könnte doch auch sein, dass viele am Lehramt latent Interessierte es sich bei genauerer Betrachtung der Arbeitssituation an Schulen, wie sie sich bereits vor der Pandemie dargestellt hat, anders überlegen und lieber was anderes machen.
Klar wird auch die Ausbildungssituation und die Zugangsvoraussetzungen an den Unis eine Rolle spielen … aber auch auf anderen Studiengängen liegen NCs und die leiden nicht an Bewerber- und Absolventenmangel.

Die Arbeit an Schulen muss schlicht attraktiver gestaltet werden (innere, äußere und inhaltliche Bedingungen) , sich auf die Kernbereiche dessen beschränken, wofür Schulen eingerichtet sind und nicht einer permanenten Überfrachtung mit immer neuen „gesamtgesellschaftlichen Aufgaben“ ausgesetzt werden.

Es hilft doch nicht, quasi im Stundentakt „neue Säue“ durch’s Dorf zu treiben, wenn dieses zunehmend verfällt.

Last edited 4 Monate zuvor by Andre Hog
Micky
4 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Die tatsächlichen Arbeitsbedingungen kann sich von außen wohl keiner vorstellen, jedenfalls ernten die Lehrer aus unserem Umfeld regelmäßig ungläubiges Staunen, wenn sie mal davon berichten.

Was die Generation, auf die die KM nun hofft, aber ganz genau weiß, ist, wie jahrzehntelang in den Medien und in der Folge in vielen Familien auf Lehrer eingeprügelt wurde. Damit sind sie nämlich Tag für Tag aufgewachsen. Schwer vorstellbar, dass sich jemand mit anderen Optionen diesen Beruf noch aussucht.

Riesenzwerg
4 Monate zuvor
Antwortet  Micky

Stimmt leider.

Und viele dieser Potentiellen haben mit Unterstützung ihrer Eltern oft genau das auch getan.

Da Buße keine Rolle mehr spielt und Selbstbestrafung auch nicht, Reue ein Fremdwort geworden ist, werden diese Potentiellen sich tunlichst gegen diesen Beruf entscheiden.

Ja, ein wenig Ironie ist findbar. Viel Spaß beim Suchen 😉

Katinka
4 Monate zuvor
Antwortet  Micky

@Micky: Sie bringen es auf den Punkt. Genauso ist es – leider!

447
4 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

(((Die Arbeit an Schulen muss schlicht attraktiver gestaltet werden (innere, äußere und inhaltliche Bedingungen) , sich auf die Kernbereiche dessen beschränken, wofür Schulen eingerichtet sind und nicht einer permanenten Überfrachtung mit immer neuen „gesamtgesellschaftlichen Aufgaben“ ausgesetzt werden.)))

Dies wird nur ungern gemacht, da die Politik die Schulen mittlerweile als volles politisches Indoktrinationsvorfeld sieht. Ich habe mir vorgenommen, aus Interesse mal nächstes SJ zu dokumentieren, wie viele Schülerstunden (also Fachstunde pro einzelnen SuS) dadurch flöten geht.

Klugscheisser
4 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Hat sich doch bewährt, das Verfahren… also für die Politik

447
4 Monate zuvor
Antwortet  Klugscheisser

Bisher muss man sagen: Ja. Ihr Perspektivwechsel, den sie in Ihrem Beitrag vornehmen… finde ich super. Genau so kommt man auf echte Ursachen.

Riesenzwerg
4 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

„Das KuMi setzt sich hin und rechnet schon mal aus, wie viele Stellen definitiv nicht besetzt werden können…“

Ich habe herzlich gelacht! 🙂

KuMi arbeiten? KuMi rechnen? Das würde ja heißen, dass die wenigstens ansatzweise ihren Job machen 😉

Ich glaube nicht, dass die durchgereichten Zahlen etwas mit fehlenden Lehrkräften zu tun haben.

Das sind eher ihre BitCoins beim Spiel „Wie kann ich so tun als ob ich was tu und meinen Unterstgebenen die Verantwortung auf’s Auge drücken?“

Na, vielleicht tue ich dem/der einen fürchterliches Unrecht – aber das ist ganz sicher eine verschwindend geringe und damit vollkommen zu vernachlässigen Zahl aus dem Bereich der irrationalen Zahlen, -√2 oder so.

Pit2020
4 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

@Riesenzwerg

>>Das sind eher ihre BitCoins beim Spiel „Wie kann ich so tun als ob ich was tu und meinen Unterstgebenen die Verantwortung auf’s Auge drücken?“<<

„Unterstgebenen“

Bisschen böse und soooo treffend!

Aber wie komme ich jetzt bloß hierdrauf? … Grübel, grübel …
https://lyricstranslate.com/de/oktoberklub-sag-mir-wo-du-stehst-lyrics.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Sag_mir,_wo_du_stehst
Ach, jetzt weiß ich’s wieder, das Zauberwort ist dezent hervorgehoben: 😉
Bettina Wegner, Mitbegründerin des Hootenanny-Klubs (dem späteren Oktoberklub), sprach 2018 davon, dass sie ihren Protest gegen den Gebrauch des Liedes als „Massenverblödung“ damit ausdrückte, dass sie mit einer Mitsängerin bei einem Auftritt „Sag, mit wem du schläfst?“ sang.“

Andre Hog
4 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Auch diese Info kann zuweilen von breitem Interesse sein, lieber Pit 😉

Kann natürlich bei den herrschenden KuMis ausgeschlossen werden….denke da die ganze Zeit panisch „keine Bilder, keine Bilder!!!!“ 😉

Pit2020
4 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

@Andre Hog

Ja sorry, die Sache mit den Bildern fiel mir leider zu spät ein. 😉

Riesenzwerg
4 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Mensch! Von Bettina Wegner habe ich noch eine LP! Da muss ich mal wieder reinhören 😉

Danke – ich fange gleich mit dem Suchen an….. 🙂

Katinka
4 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Doch doch, die arbeiten schon beim KuMi. Aber nicht an den Baustellen, an denen sie arbeiten sollten. Stattdessen werden immer mehr neue Konzepte erstellt, die die Schulen und Lehrkräfte erfüllen zu haben, um noch mehr Aufgaben zu haben, um die sie sich kümmern müssen, wobei der Unterricht noch mehr zur Nebensache wird. Manchmal frag ich mich, wo das hinführen soll!

Anne
4 Monate zuvor
Antwortet  Katinka

Wie, die KuMi erstellen Konzepte? Die denken sich einen schönen Namen aus, das Konzept müssen dann die LK erstellen.

Katinka
4 Monate zuvor
Antwortet  Anne

Sie haben Recht. Sie erstellen Aufträge für Konzepte…

Hellus
4 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Also bei uns, Gesamtschule NRW, wurden für’s kommende Schuljahr bereits Stunden gekürzt, Hauptsache der Ganztag ist noch irgendwie abgedeckt. Das Ganze steht schon jetzt auf sehr wackeligen Beinen. Wenn dann noch krankheitsbedingte Ausfälle hinzukommen, sieht es sehr düster aus.
In den letzten 2 Schuljahren wurde schwanger, wer schwanger werden konnte, und wer frühzeitig in Rente gehen konnte, hat die Chance genutzt, trotz der Abschläge usw. So „begeistert“ sind alle von den tollen Arbeitsbedingungen, der entgegengebrachten Wertschätzung, der Fürsorge des Arbeitgebers…

Riesenzwerg
4 Monate zuvor
Antwortet  Hellus

„So „begeistert“ sind alle von den tollen Arbeitsbedingungen, der entgegengebrachten Wertschätzung, der Fürsorge des Arbeitgebers…“s

Ihre Kolleg:innen haben es genau richtig gemacht! (Ich hätte vor Jahren nie gedacht, dass ich das mal denken, geschweige denn öffentlich schreibsagen würde…):

Raus aus dem System, so schnell es geht!

Das System ist marode, kaputt, es macht kaputt und nur noch selten froh.

Mir ist und bleibt unklar, wieso sich keiner der Teflon-KuMis davon etwas annimmt. Gerade hier muss doch eine Studie gemacht werden, aus welchem Grund die Lehrkräfte abspringen, wenn sich die Möglichkeit bietet.

Aber dann hätte ja auch schon eine Studie stattgefunden um herauszufinden, weshalb so viele Kolleg:innen langfristig erkranken (vor Corona schon) und wieso so viele davon wieder eingegliedert werden müssen und nicht – schwups! – gesund und fit sofort wieder zu 100% einsteigen können.

Das kann man doch nicht Arbeit nennen, was da im KuMi geschieht!
Das kann man doch nicht dauerhaft von unseren Steuergeldern finanzieren!

ysnp
4 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Zusätzlich haben wir inzwischen das Problem, dass fertige Referendare aus irgendwelchen Gründen ihren Dienst gar nicht antreten. Es hat mich erschreckt, wie viele das in meinem Schulamtsbezirk sind. Da geht es teilweise darum, dass sie irgendwohin fern ihres Wunschortes versetzt werden und sie das nicht mitmachen wollen. Vielleicht war das aber nur noch der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Die Bedingungen haben sich verschlechtert. Und wenn man das Gefühl hat, von der Behörde wie eine Nummer behandelt zu werden, dann fehlt nicht mehr viel zur Umorientierung.

Ich kenne den Nichtantritt aus früheren Zeit überhaupt nicht, da war man froh, dass man eine Stelle bekommen konnte. Noch vor 10 Jahren hat nicht jeder in Bayern an der Grundschule eine Stelle bekommen, da musste man teilweise eine 1,… haben um direkt nach dem Referendariat übernommen zu werden.

Vor zehn Jahren waren die Bedingungen an den Schulen auch besser und ich könnte mir denken, nachdem die Referendare gesehen haben, wie beinhart der Job sein kann, einige eine Ausstiegsvariante haben. Für einige ist das Grundschullehramtstudium schon draufgesattelt auf eine andere Berufsausbildung.

Lehramtsaussteiger
4 Monate zuvor

Na sowas aber auch. Den bayerischen GS-Lehrkräften mal eben eine Stunde unbezahlte Mehrarbeit aufzubrummen, die dann irgendwann am St. Nimmerleinstag ausgeglichen werden soll, hat wohl doch nicht den erhofften Erfolg gebracht. Na sowas aber auch….

Chris
4 Monate zuvor

Genauso ist es. 5 Jahre lang jeweils 1 zusätzliche Stunde, dann „ruht“ das ganze für 3 Jahre und in den darauffolgenden 5 Jahren erhält man wieder jeweils 1 Stunde gutgeschrieben. In der Summe also 13 Jahre(!) bis die Mehrarbeit ausgeglichen ist. Kein Wunder, dass Referendare nach ihrem 2. Staatsexamen reihenweise ihre Planstellen nicht antreten. Denen haben 2 Jahre Einblick in den Alltag an der GS mehr als gereicht. Von den vielen Überstunden, da die Vertretung erkrankter Kolleginnen auch noch irgendwie geschultert werden muss, ganz zu schweigen. Eine Bezahlung oder zeitlichen Ausgleich bekommt an unserer Schule auch niemand. Dafür Klassen mit 28 Erstklässlern, obwohl bereits jetzt absehbar ist, dass spätestens bis Oktober, November vermutlich 30 Kinder in einem Raum sein werden, weil 2 Neubaugebiete fertig werden und dort natürlich Familien mit kleinen Kindern einziehen. Aber dann können die Klassen nicht mehr geteilt werden. So oder ähnlich läuft es bei uns an sehr vielen Schulen. Schade, dass Herr Söder das nicht der Ampel in die Schuhe schieben kann.

Lehramtsaussteiger
4 Monate zuvor
Antwortet  Chris

Man fragt sich, woher die Staatsregierung weiß, dass in 8 Jahren soviele Lehrkräfte zur Verfügung stehen werden, um das Arbeitszeitkonto wieder aiszugleichen.

potschemutschka
4 Monate zuvor

In Berlin wurde um 2h temporär erhöht (im Jahr 2003), raten Sie mal, wann diese 2h zurückgenommen wurden?

potschemutschka
4 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Keiner hat es erraten? Hier die Auflösung: 2014, also nach 11 Jahren wurde das Arbeitszeitkonto abgeschafft.Bedeutet: es konnten danach keine freien Tage angespart werden (für 2 Unterrichtsstunden Mehrarbeit pro Schuljahr gab es 5 Tage AZK). die 2 Unterrichtsstunden mehr sind aber bis heute nicht zurückgenommen worden.

Tim,Nds.
4 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

In Nds.waren es zwei Stunden. Und als es nach dem Ausgleich zehn Jahre später hieß, und jetzt noch eine Stunde mehr, einfach so, war die Hölle los. Die kleinen Schulpersonalräte gingen auf die Barrikaden, vernetzten sich, siehe Netz. Nachlesen. Und wer rührte sich eeeewig gar nicht? Die Verbände!!!
Es war viel Arbeit, viel Protest, viel Mühe, aber die Stunde kam dann doch nicht☺
Also nicht aufgeben, nicht alles hinnehmen. Solidarität ist wichtig.

Dreamghost
4 Monate zuvor

Notfallplan? Wenn nicht genug Lehrer für Fach y da sind, wird Fach y ersatzlos gestrichen. Die Aufsicht macht fachfremder Lehrer x der zufällig Freistunde hat. Wenn es den nicht gibt, werden die Eltern angerufen, um ihre Sprösslinge abzuholen. Schultag endet dann halt schon um 9 oder 8. Bei Beschwerden wird auf die Fehlplanung des KM hingewiesen, mit Postanschrift für Beschwerdebriefe.

Andre Hog
4 Monate zuvor
Antwortet  Dreamghost

Traumlösung!!! …. und ja, träumen wird doch wohl noch erlaubt sein!! 😉

Lehramtsaussteiger
4 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Eigentlich nicht. Dazu bräuchte es allerding eine Schulleitung und ein Kollegium, die das auch durchziehen. Also doch wieder Traumlösung.

Andre Hog
4 Monate zuvor

Sach‘ ich doch!! 😉

Riesenzwerg
4 Monate zuvor
Antwortet  Dreamghost

WTF!

Wahnsinn! Toll! Fantastisch!

Die Idee sollten wir aufgreifen!!!

baaaal1
4 Monate zuvor

an lösungen* wird doch schon gearbeitet:
deputatserhöhungen.. hochsetzen des pensionsalters.. keine genehmigung mehr von teilzeitanträgen.. und als clou : frau schopper (BW) erwägt tatsächlich, schwangere lehrerinnen in den schuldienst zu zwingen.
wer will bei kenntnis der umgehung sämtlicher arbeitsschutzrechtlicher vorschriften in den schulen sich noch dies antun?
da verdiene ich lieber zwei gehaltsstufen mehr in der freien wirtschaft, habe keinen dienstortzwang und kann zumindest rechtlich auf arbeitsschutz vertrauen.

Ted
4 Monate zuvor
Antwortet  baaaal1

Warum sollten schwangere Lehrerinnen nicht arbeiten?

Bla
4 Monate zuvor
Antwortet  Ted

Ernst gemeinte Frage?
Gilt der „Hinweis zur mutterschutzrechtlichen Bewertung von Gefährdungen von SARS-CoV-2“ nicht mehr? Wenn ja, dann dort unter 3.2.4.3 … Weil es nicht zumutbar war/ist …

Last edited 4 Monate zuvor by Bla
Alla
4 Monate zuvor
Antwortet  Ted

Das gilt nicht nur für schwangere LEHRERINNEN. Das gilt für JEDE Schwangere, die beruflich Kontakten mit möglicherweise Infizierten ausgesetzt ist.

Sklave
4 Monate zuvor

Ok, ich bin hier! Sobald ich eine Zusage für E13 habe, ziehe ich dorthin.

Fakten sind Hate
4 Monate zuvor
Antwortet  Sklave

Niedersachsen sucht und zahlt E13. In der Gegend Celle-LündeburgeHeide scheitn laut Ministerium ein Lehrermangel zu herrschen. Schöne Gegen. Jedoch sind die Mücken dort hoch aggressiv. In den Moorlandschaften wimmelt es von Blutegeln.

NS zahlt leider bei A13 deutlich weniger als NRW. Ich wäre ansonsten sofort dorthingezogen.

Teacher Andi
4 Monate zuvor

Oh, auf einmal das große Fracksausen! „Große Herausforderung“ …. Man konnte in den letzten Jahren oder gar Jahrzehnten mehrere große Herausforderungen verzeichnen, die alle stillschweigend den Lehrkräften auferlegt wurden, ohne große Anstrengung seitens des KuMi. Aus dieser Richtung war immer „alles in bester Ordnung“ und man hat sich gegenseitig auf die Schulter geklopft, während die Lehrerschaft teilweise immer mehr auf dem Zahnfleisch ging.
Die Hauptaufgabe der Bildungspolitiker bestand offensichtlich darin, ständig neue Lernmethoden zu ersinnen, die erst mal angepasst werden mussten (man hat ja sonst nichts zu tun), periodisch wiederkehrendeLehrplanänderungen auszuarbeiten (dieses Wischiwaschi muss man sich nicht antun), teure Reformen und Investitionen in den Ring zu werfen, die sukzessive wieder zurückgenommen wurden (Rechtschreibreform, G8, Sprachlabor, Schreiben nach Gehör z.B.), was nicht nur Bildungsruinen hinterließ, sondern auch noch Ressourcen verprasste.
Wertschätzung hat man so gut wie nie erfahren (faule Säcke) und wenn man sich beim Dienstherrn beschwert oder sich mal wehrt, wird man bedingungslos in die Schranken gewiesen, was heißt, dass einem künftig das Lehrerdasein noch mehr erschwert wird. Hier wird nie auf Augenhöhe agiert.
Das erste Mal, dass ich so etwas wie „bitte“ und „danke“ vom KuMi gehört habe, war erst mit Ausbruch der Coronakrise (die Flüchtlingskrise wurde uns noch stillschweigen und ohne Vorbereitung aufgedrückt). Da kamen plötzlich tausende von KM Schreiben, die man irgendwann nicht mehr gelesen hat, weil sie nun doch merkten, dass sie die Lehrer brauchen.
Aber es wurde in der Vergangenheit so viel Porzellan zerbrochen und von „oben“ nie Fehler zugegeben, obwohl die Inkompetenz deutlich zutage trat, dass der Frust bei den Lehrern immer mehr stieg, die Motivation umgekehrt proportional sank, und nun sind wir an einem Punkt angelangt, wo das wackelige System zusammenbricht. Ich habe es lange vorausgesehen, über Jahrzehnte wurde die Bildung schändlich vernachlässigt, die Lehrkräfte schlecht behandelt, die Schulen kaputtgespart. Hat wirklich irgendeiner der Minister geglaubt, dass dies ewig so weitergehen kann?
Die Gymnasien sind noch gut versorgt mit Lehrkräften, da diese Schulart immer bevorzugt behandelt wurde, bessere Gehälter und Aufstiegschancen bietet und größtenteils von den großen „Herausforderungen“ verschont blieb. Aber das wird sich auch noch ändern. Die aktiven Lehrer haben es satt, den Prellbock der Nation zu spielen und viele werden demnach auch keine Weiterempfehlung für den Lehrerberuf mehr aussprechen.
Tja, so hat das KuMi, mit ständig wechselnden Ministern, die doch ganz gut bezahlt werden für den Posten, aber kaum gute Arbeit geleistet haben (je inkompetenter der Chef, desto mehr tritt er nach unten, leider, statt effizienter Zusammenarbeit) es mit der Zeit geschafft, den Lehrerberuf extrem unattraktiv zu machen und somit dem ganzen System zu schaden. Jetzt versucht man verzweifelt, alle möglichen und unmöglichen Notfallpläne aus dem Boden zu stampfen, was dazu führt, dass noch mehr Lehrer die Segel streichen werden. aber statt sich mal hinzustellen und zuzugeben, dass man „großen Mist“ gebaut hat,damit man hier auch mal eine menschliche Seite zu spüren bekommt und was auch die Lehrer konzilianter stimmen würde, werden sich die Damen und Herren Minister sicher wieder dafür loben, wenn die Lehrer und sonstigen Quereinsteiger das Schulleben vermeintlich am Laufen halten. Die daraus resultierenden Folgen sind erstmal egal, wie immer. Bald kommen wieder neue Minsiter, die sich dann wieder keiner Schuld bewusst sind.
Welch katastrophale Aussichten!

Neugierig
4 Monate zuvor

Immerhin am Anfang der Ferien… in BW wird das Gleiche am 12.09.22 festgestellt. Am Tag des Schulbeginns.

Senkrechtstarter
4 Monate zuvor

… womit sich ja dann einmal mehr als bislang bestätigt, dass der Lehrermangel nichts, aber auch gar nichts mit der Verbeamtung zu tun hat.

GriasDi
4 Monate zuvor
Antwortet  Senkrechtstarter

Es sind halt auch die unterirdischen Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten. Wie schrieb die „Zeit“ vor ein paar Wochen. LehrerIn ist kein familienfreundlicher Beruf.

Lehramtsaussteiger
4 Monate zuvor

Die „freien Wähler“: Mit A13 für GS-Lehrkräfte in den Wahlkampf gezogen. Mit unbezahlter Mehrarbeit und jetzt auch noch Aufforderung zur Gefährdung von Leib und Leben von Schwangeren und deren ungeborener Kinder nach 4 Jahren Regierungsbeteiligung völlig am Ende. Nie mehr FW.

ysnp
4 Monate zuvor

Ehrlich gesagt, wurden wir alle von der Entwicklung in dieser Massivität überrascht. Man merkte zwar durch verstärkten Einsatz von Studenten als Mobile im Schuljahr 2021/22, dass alles hart auf Kante genäht war, aber dass jetzt noch Stunden gekürzt und Klassen vergrößert werden müssen, damit hat wirklich niemand aus der Praxis gerechnet.

potschemutschka
4 Monate zuvor
Antwortet  ysnp

War das ironisch?

ysnp
4 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Nein, es gab bis kurz vor Schuljahrsende keine Gerüchte und Infos, dass sich die Lage so dramatisch verschlechtern würde. Bei uns wurde sogar noch über die Verkleinerung einiger viel zu großen Klassen (also Neublidung von Klassen) gesprochen und in die Richtung geplant. Wir dachten, dass wir zwar weiterhin Studentinnen als Vertretung bekommen, aber nicht, dass Klassen nach wie vor so groß bleiben (sind teilweise über/an dem Klassenteiler von 29) und jetzt sogar am Stundenplan gekürzt wird. Das hatten wir noch nie.

Förderlehrer
4 Monate zuvor

Kurz gesagt. Er ist ein Lügner der Pizzahola und auch noch n Pinocchio. 2019 hatte im HEUTE JOURNAL noch gesagt, dass seit 10 Jahren gute Bildungspolitik gemacht wird. Würg

ysnp
4 Monate zuvor
Antwortet  Förderlehrer

Ich sehe keine großen Unterschiede in der Bildungspolitik zwischen Piazolo und seinen Vorgängern. Die CSU hat öfter mal ihre Kultusminister ausgewechselt. Es gab welche, die mit gutem Willen angetreten sind (z.B. gab es einen Minister, der einen wertschätzenden Rundbrief an die Lehrer bei Amtsantritt geschrieben hat) und doch nicht viel verändern konnten. Ich hatte eher den Eindruck, dass die CSU- Kultusminister unbeweglicher waren als der jetzige FW- Kultusminister. Bei Piazolo sehe ich mehr Bemühen etwas zu verändern. Vielleicht haben die Kultusminister doch nicht so viel Einfluss wie sie gerne hätten.
Ausnahme: Marianne Hohlmeier (CSU): Unter ihrer Federführung wurde der Lehrplan revolutioniert – vor allem der in der Grundschule, doch die ist bekanntlich über andere Sachen gestolpert.

SekII-Lehrer
4 Monate zuvor
Antwortet  ysnp

Ich halte Piazolo für eine Nulpe. Liegt daran, dass er zu häufig den Eindruck erweckt hat, dass er von der Schulart, an der ich arbeite, noch nie gehört hat. Corona-Regelungen für Berufliche Oberschulen wurden auf Pressekonferenzen teils erst auf Nachfrage oder gar nicht bekanntgegeben.

ysnp
4 Monate zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Fairerweise muss man sagen, dass unter seiner Regie für uns sich das Zeugnisschreiben in der Grundschule – allen voran das Übertrittszeugnis -vereinfacht hat.

SekII-Lehrer
4 Monate zuvor
Antwortet  ysnp

Von Grundschulen hat er halt schon mal gehört.

Teacher Andi
4 Monate zuvor
Antwortet  Förderlehrer

Sag ich doch, Schulterklopfen, alles ist gut. Bloß nicht zugeben, dass man total überfordert ist. Das sind unsere Kultusminister. Eine Bankrotterklärung.

Ted
4 Monate zuvor

An bayrischen Grundschulen würden dann auch gleich die teils erst wenige Monate zuvor eingestellten Unterstützungskräfte zu den Ferien gekündigt.

So gross kann der Mangel also nicht sein.

Gabriele
4 Monate zuvor

Ach nee?! Langjährige InsiderInnen wundert das überhaupt nicht!

Über alles und jedes müssen jahrein, jahraus ständig genaue Statistiken, Evaluationen über alles und jedes an jeder Schule erfasst und abgegeben werden – und dann natürlich immer fristgerecht beim KuMi gemeldet werden – Dienstaufsicht!

Nur z. K. (= zur Kenntnisnahme), und dann ohne Gesamtauswertung und Schlussfolgerungen ins Archiv?

Biene
4 Monate zuvor

Nun lieber Herr Politiker,
es gäbe eine lustige wie einfache Maßnahme, die Ihnen so sehr gefallen wird wie das Anerkennen von Grenzen und Unabhängigkeit einiger Staaten zu einander, nämlich gar nicht:
Entfristen Sie alle befristeten Verträge ihrer befristet beschäftigten Lehrkräfte. Ich verspreche Ihnen, Sie würden staunen, wie viele Lehrkräfte Sie mit einem Mal haben.
ABER da das ganze ja auch mit Geld verbunden ist, lieber die verbeamteten Kollegen überbelasten und Krankenstände unter diesen in die Höhe treiben. Schließlich kann man das ja mit den Beamten machen.

Achtung: Ironie enthalten.

Agathe H.
4 Monate zuvor

Wie wäre es, wenn man den Referendaren nicht bis zu 17 Stunden aufbrummt. Die freiwerdenden Stunden können dann in Planstellen umgewandelt werden, die an fertige Lehrer nach dem Referendariat gehen.
Ich sehe nämlich an meiner Schule (Seminarschule mit fast allen Fächerkombinationen), dass jedes Jahr zu wenig Planstellen vergeben werden. Die fertigen Lehrer, die keine Planstelle kriegen müssen sich dann in BaWü, an kirchlichen und städtischen Schulen bewerben.
Es ist schlichtweg falsch, dass die Bewerbersituation angespannt ist. Es gibt genug Bewerber, es werden nicht genug Stellen vergeben weil an der Bildung seit Jahren gespart wird.
Lieber macht man riesige Klassen, brummt den Refis und den Stammlehrern mehr und mehr Stunden auf, spart am Papier…bloß nicht zu viele Kopien…spart an der Technik. Hat 2 Jahre gedauert, bis ich für die Lernmittelbüchrei einen neuen PC genehmigt bekommen hab…der alte hatte noch Windows XP drauf.
Es ist eine Schande, wie die Bildung in Deutschland durch diese Politik den Bach runter geht.

Andreas
4 Monate zuvor

Meine Frau hat sich letztes Jahr für die Sondermaßnahme beworben. Der Leiter des Schulamtes in einer Stadt mit um die 30.000 Einwohnern hatte davon vorher noch nichts gehört. Die Bewerbung wurde vom Kultusministerium abgelehnt, weil die Frist 10 Tage abgelaufen war. Vorher wusste sie nichts davon, es ist auch auf der Seite des Kultusministeriums unglaublich schwer gewesen, überhaupt Infos zu der Maßnahme zu finden. Meine Frau ist seit mehr als 10 Jahren an einer Privatschule im Einsatz und hat es einen Magister in Germanistik. Jetzt arbeitet sie in der Wirtschaft. Noch Fragen?