Pensionäre sollen den Lehrkräftemangel beheben – ein Tropfen auf dem heißen Stein

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BERLIN. Tausende Lehrkräfte fehlen voraussichtlich im kommenden Schuljahr – bundesweit. Um diese Lücke zu füllen, greifen Kultusministerien zunehmend auch auf pensionierte Lehrkräfte zurück. Kann damit der Lehrkräftemangel gelöst werden? Das Beispiel Berlin zeigt: Nein.

Zurück in den Schuldienst – ausgerechnet zu Corona-Zeiten? (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Rolf Büthe könnte seit anderthalb Jahren im Ruhestand sein. Aber der Grundschullehrer an der Christian-Morgenstern-Grundschule in Berlin-Spandau unterrichtet weiter. Die Frage, ob er noch länger unterrichten wolle, sei ein bisschen überraschend gekommen, sagt der 67-Jährige. «Von selbst hätte ich es gar nicht unbedingt gemacht», erzählt er. Zugesagt habe er damals aber sofort. «Wir sind heute mit 67 Jahren jünger als unsere Großeltern im gleichen Alter. Mein Opa hat gehinkt zu der Zeit.» Zuletzt hat Büthe an vier Tagen in der Woche insgesamt 26 Stunden unterrichtet.

Der Lehrer ist einer von sechs pensionierten Lehrkräften an der Christian-Morgenstern-Schule. Dort unterrichten knapp 50 Lehrerinnen und Lehrer rund 580 Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur sechsten Klasse.

Insgesamt sind an den Berliner Schulen 325 pensionierte Lehrkräfte in diesem Schuljahr als Tarifbeschäftigte aktiv, wie die Senatsverwaltung für Bildung Ende Juli mitteilte. Nach einem Bericht des «Tagesspiegel» von 2020 waren es im Schuljahr 2019/2002 rund 140 pensionierte Lehrkräfte, im Schuljahr 2018/19 demnach 156.

„Berlin hat in den vergangenen Jahren deutlich zu wenig Grundschullehrkräfte an den Universitäten ausgebildet“

Im vorletzten Jahr hatte Büthe eine Abschlussklasse und wollte ursprünglich gemeinsam mit den Kindern die Schule verlassen. «Ich hatte die Klasse seit ein paar Jahren, und mit der Zeit wächst man dann auch zusammen», sagt Büthe. Eine eigene Klasse als Klassenlehrer hat er mittlerweile nicht mehr.

Die Idee, pensionierte Lehrer wieder an die Schulen zurückzuholen, findet Büthe gut. Dass durch den Einsatz von pensionierten Lehrkräften das Problem des Lehrermangels gelöst werden könnte, davon geht er nicht aus.

Auf pensionierte Lehrkräfte zurückzugreifen, findet der Pressesprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Berlin, Markus Hanisch, sinnvoll. Allerdings ist er der Meinung, dass die Zahl an pensionierten Lehrkräften nicht ansatzweise den aktuellen Lehrkräftebedarf decken kann. Nach seiner Einschätzung sind die meisten, die dafür in Frage kommen, Lust darauf haben und sich dazu in der Lage fühlen, schon größtenteils dabei.

Rund 700 öffentliche allgemeinbildende Schulen gibt es in Berlin – mit mehr als 330.000 Schülerinnen und Schülern im vergangenen Schuljahr. Demgegenüber stehen insgesamt 33 988 Lehrerinnen und Lehrer – und 920 Lehrkräfte fehlen laut Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) voraussichtlich zum neuen Schuljahr.

„Der Lehrerberuf an sich muss attraktiver gemacht werden, zum Beispiel durch eine Reduzierung der Arbeitszeit“

«Berlin hat in den vergangenen Jahren deutlich zu wenig Grundschullehrkräfte an den Universitäten ausgebildet und zu wenig Referendarsplätze in dem Bereich bereitgestellt», kritisiert der Schulleiter des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Lichtenberg, Arnd Niedermöller, der auch Vorsitzender der Vereinigung der Oberstudiendirektoren des Landes Berlin ist. Auf diese Mangelsituation hätte die Hauptstadt viel früher reagieren müssen.

Jedes Jahr gebe es in Berlin einen Bedarf von 2000 bis 3000 Lehrkräften, sagt GEW-Pressesprecher Hanisch. An den drei großen Universitäten würden jedes Jahr allerdings nur etwa 800 bis 900 Lehrkräfte ausgebildet. Hanisch fordert mehr Anstrengungen bei der Ausbildung. Zudem sollte das vorhandene Personal seiner Meinung nach besser bezahlt und eingesetzt sowie mehr nicht-pädagogisches Personal eingestellt werden.

Doch das Problem beginnt nach Meinung des Bundesvorsitzenden des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, schon früher – nämlich im Studium. Die Abbrecherzahlen im Lehramtsstudium lägen in manchen Bereichen bei bis zu 60 Prozent, kritisiert er. Die Politik müsse die Studienkapazitäten erhöhen und mit verbesserten Studienbedingungen dafür sorgen, dass es nicht so viele Abbrecher gibt.

Der Lehrerberuf an sich müsse aber auch attraktiver gemacht werden, zum Beispiel durch eine Reduzierung der Arbeitszeit, findet Schulleiter Niedermöller. «26 Stunden an Gymnasien ist eine Katastrophe», sagt er. «Das ist viel zu viel.»

Der pensionierte Lehrer Rolf Büthe arbeitet im kommenden Schuljahr weniger als bisher, damit lässt er seine Lehrertätigkeit so langsam ausklingen. «Irgendwann ist es aber auch gut», sagt er. News4teachers / mit Material der dpa

Lehrkräftemangel: KMK zeigt sich ratlos – und will jetzt erst einmal Bildungsforscher befragen

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36 Kommentare
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Andre Hog
22 Tage zuvor

Wer sich darauf einlässt – nach einem langen und i.d.R. engagierten Berufsleben, um den Missstand, der von der Politik seit Jahren sehenden Auges befördert und beschleunigt hat, freiwillig – evtl auf Kosten der eigenen Gesundheit – evtl mit dem Ergebnis, den eigenen Ruhestand zu gefährden – zu überbrücken sucht, dem ist nicht zu helfen.

Denke mittlerweile wie einige andere Forist*en hier, dass das System einmal nachhaltig und mit ordentlich Schwung an die Wand gefahren werden muss. Es muss krachen!!

Erst, wenn klar erkennbar wird, dass es nicht in der Verantwortung der LuL liegt, dass das System Schule nicht mehr funktioniert- völlig ungerührt vom Engagement der KuK – sondern die Politik dieses Versagen zu verantworten hat, sehe ich eine Chance auf eine sinnvolle Kehrtwende.

Wir versuchen allen Ernstes ein fast totes Pferd zu reiten, niemand würde denken, dass man mit einem ausgebrannten Autowrack eine Ralley gewinnen kann.
Die politisch Verantwortlichen erzählen z.Z. aber immer noch die Mär, dass man dem Pferd nur nen Schluck Wasser, ein bisschen Heu und einen aufmunternden Klaps geben braucht, damit es wieder läuft und springt, dass man den Schrotthaufen nur engagiert mit „pädagogischen Eros“ und ausreichend intrinsischen Motivation anschieben muss,damit das Wrack locker den Weg von Paris nach Dakar erfolgreich und in Bestzeit zurücklegen wird.

Es muss einfach mal richtig krachen!!
Solange betrachte ich – vor mich hinarbeitend und meine grundlegenden Aufgaben erledigend – aus einer emotionalen Distanz zu den Wünschen, Forderungen, Ansagen von Oben – popcornknabbernd – aber jegliche zusätzlich Aufgaben ablehnend den Weg Richtung Betonwand. Noch 6 Jahre!!

Rabe aus NRW
22 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

So sehe ich das auch. Ich trete im August mein letztes Semester an, tapfer, ohne in Frührente gegangen zu sein, und fiebere dem Ende entgegen! Ich bin so k.o., dass jedes Ansinnen, mich länger arbeiten zu lassen, Körperverletzung gleich käme. In den letzten Jahren hat die Arbeit sich verdreifacht – immer wenn man dachte, mehr kann es einfach nicht werden, haben sie sich noch etwas Neues ausgedacht – wohlgemerkt, nicht die sichtbare Arbeitszeit erhöht, sondern die unsichtbare, ungezählte, zwischen den Unterrichtsstunden, am Abend, in der Nacht, am Wochenende, in der unterrichtsfreien Zeit, diese Zeit ist bei Lehrern ein schwarzes Loch, in das man immer mehr stecken kann, ohne dass es jemals voll wird, und keiner, der nicht selbst im Schulbetrieb ist, glaubt es …. Lasst es krachen!

Schattenläufer
22 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

Sehe ich genau so.
Noch 10 Jahre.

mississippi
22 Tage zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Sollte noch 8, bin froh, wenn ich noch 5 schaffe. Als Pensionärin werde ich nichts tun, um die Katastrophe abzufedern.

Riesenzwerg
20 Tage zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Noch 12 Jahre. Ich kann’s nicht fassen.

dickebank
20 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ebenfalls 12 – allerdings nicht Jahre sondern – Gott sei dank – Monate. Nach dem Ende der Sommerferien habe ich nur noch einmal Herbst- Weihnachts- und Osterferien.
Und sollte mich die Bezirksregierung anschreiben mit der Bitte um Verlängerung; ich habe eine große Altpapiertonne.

Riesenzwerg
17 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Da sieht man mal wieder – eine Zahl ohne Einheit ist nur eine Zahl. 😉

Glückwunsch – gesund bleiben, die jeweils letzte Ferien feiern und auf alle Fälle die Tonne (ich weiß grad nicht, in welchem BL …. ) Nutzen bzw. dem Tonne trotzen!

🙂

Riesenzwerg
22 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

Ich kenne NIEMANDEN, der das macht! Zurückkehren an einen Ort des Grauens und der fehlenden Wertschätzung für die, die`s verkackt haben.

Die lachen sich alle krank, wenn sie ein diesbezügliches Schreiben kriegen und wenn sie sich wieder eingekriegt haben, freuen sie sich über ihren gesunden Ruhestand!

TaMu
22 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Zurecht und ich hoffe, sie setzen sich dann gemütlich auf die Terrasse und genießen ihr Leben!

Riesenzwerg
20 Tage zuvor
Antwortet  TaMu

Oh, das tun sie 🙂

Sie bedauern uns alle und sind von Herzen froh, gerade in den Irren und Wirren der Pandemie gaaanz weit weg gewesen zu sein.

Abgesehen davon wollen sie sich nicht von Kindern dauerbeleidigen lassen und dem Nichtlernen zuschauen müssen.

Die Noteninflation ist ihnen auch nicht unbekannt und ein zusätzlicher Grund, nicht zurück zu kommen.

Teacher Andi
22 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

Sie sprechen mir aus der Seele! Pensionäre zu rekrutieren ist nicht aus der Not geboren, denn die Not war vorhersehbar, sondern offenbart nun endlich die dilettantische Arbeit des Kultusministeriums in Richtung Schule. Mit allen Mitteln hat man lange daran gearbeitet, Leute von diesem Beruf abzuschrecken, kein Lehrer, der die Mühle durchlaufen hat, wird den Beruf weiterempfehlen, Immer heißt es: der Beruf ist schön, die Schüler, der Unterricht, … aber …der Arbeitgeber ist langsam untragbar. Jetzt sollen es die Pensionäre richten! Erbärmlich. Das sage ich, der ich in Zeiten der Lehrerschwemme einfach fallen gelassen wurde und nur mit viel Elan einigermaßen wieder Fuß fassen konnte. Meine wut ist ziemlich groß. Jetzt werden Rentner und Quereinsteiger eingestellt, damals wurden hochqualifizierte und wirklich gute Pädagogen einfach auf die Straße gesetzt. Alles nur nach Budget, keine nachhaltige Planung. Und auch jetzt, bei Lehrermangel, wird noch befristet und gekündigt. Ja, viel Spaß.

Pit2020
22 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

@Andre Hog

Genau so.

Fast hätte ich mit `nem fetten Edding direkt auf dem Display unterschrieben – aber ich sitze ja vor meinem privaten Bildschirm. 😉

KARIN
21 Tage zuvor
Antwortet  Pit2020
Noch 5 Jahre
21 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

Ich habe längst umgesattelt und bin nur noch mit 1/4 an der Schule. Sonst in der universitären Lehrerausbildung. Feine Aufteilung. Für die Schule gilt: Nomen est omen.

Achin
21 Tage zuvor
Antwortet  Noch 5 Jahre

Sehr geehrter Kollege/ Sehr geehrte Kollegin,
hoffentlich schenken Sie dann auch im Rahmen Ihrer Tätigkeit in der Lehrerausbildung den Lehramtsstudierenden reinen Wein ein. Sicherlich gehören Sie nicht zu jenen, die aus Sorge davor, wieder ganz in die Schule zu müssen, die herrschenden Zustände beschönigen.

Noch 5 Jahre
21 Tage zuvor
Antwortet  Achin

Es ist wichtig, Studierenden reinen Wein einzuschenken, was Chancen und Risiken des Berufs angeht. Da stimme ich Ihnen absolut zu. Wieder ganz in die Schule, respektive in die Schulleitung zu wechseln, ist in der Tat keine Option, würde mich aber auch nicht sorgen.

Riesenzwerg
17 Tage zuvor
Antwortet  Noch 5 Jahre

Mich interessieren die Reaktionen der Studierenden beim Einschenken des reinen Weines.

Selbstüberschätzung, Verleugnen (wird dann KuMi), Abstreiten, Realitätsverweigerung, ….?

Yvonne F.
20 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

Du hast soooo recht. Ich setze mich mit Popcorn an deine Seite und beobachte mit.
Übrigens, unsere Schule wurde für ca. 160- max. 180 Schüler gebaut….wir haben jetzt ca. 340 Schüler. Ab August sollen dann noch ukrainische Kinder aufgenommen werden. Es fehlen nicht nur Lehrer sondern auch Gebäude und Räume. Wir mussten in den vergangenen Jahren alle unsere Fachräume aufgeben. Ein Ende ist nicht abzusehen. Ich glaube nicht, dass ich es unter diesen Umständen überhaupt bis zu meiner Rente schaffen werde.

Alla
22 Tage zuvor

Natürlich können Lehrer selbst entscheiden, ob sie noch verlängern wollen.
Aber:
1. erhöht sich das Renteneintrittsalter eh schon mit jedem Jahr und für Lehrer ja noch weiter, da das Halbjahr ja noch beendet werden muss,
2. müssen die meisten Frauen unserer Generation noch den Haushalt wuppen
3. sind viele auch froh, dem stressigen lärmenden Schulalltag, dem Schwitzen oder Frieren, dem Dreck zu entkommen.

Christabel
21 Tage zuvor
Antwortet  Alla

Die Renten von Frauen sind wegen der Erziehungszeiten oft deutlich niedriger, daher arbeiten einige vielleicht auch lieber länger.
Schwitzen, Frieren und im Dreck sitzen sind aber bei mir auch genau die Aspekte, die wahrscheinlich zu einem früheren Berufsausstieg führen werden, hinzu kommen die Unmengen von Korrekturen, die an unserer Schule niemals bei Entlastungen berücksichtigt werden, für die aber Wochenenden und „Ferien“ drauf gehen.

Georg
22 Tage zuvor

Die Pensionäre, besonders die, die schon einige Jahre raus sind, haben mit Sicherheit andere Ansprüche an Unterricht als heutige Junglehrer. Einerseits dürften sich gute und disziplinierte Schüler freuen, andererseits die Pensionäre bei den heutigen Bedingungen schnell wieder aufhören.

Emil
22 Tage zuvor

Ich bin sauer auf jeden einzelnen Pensionär, der in die Schule zurückkehrt.
Jeder dieser angeblichen „Gutmenschen“ signalisiert unserm „aussaugendem“ Arbeitgeber: Da geht noch was! Rauf mit dem Pensionsalter!
Und es erzähle mir keiner, das sei Quatsch! Jeder, der eine Weile im System steckt, weiß, es gibt nichts, was unser werter Arbeitgeber nicht tun würde.

Jeder Pensionäre, der zurückgeht, fällt hunderten Kollegen, die nicht mehr können, gnadenlos in den Rücken!!!

Yvonne F.
21 Tage zuvor
Antwortet  Emil

Du hast ja so recht. Mit dem „Hochsetzen“ des Rentenalters, soll doch nur eine fadenscheinige Rentenkürzung vertuscht werden. Denn mit über 67 vor den Kindern stehen, ist in meinen Augen nicht tragbar. Leider bin ich nur im öffentlichen Dienst und nicht verbeamtet…somit doppelt am A. Habe gerade gesehen, dass ich in diesem Monat netto 70€ weniger habe durch gestiegene Beiträge, für was auch immer….das heißt immer mehr Arbeit für weniger Geld. Habe mir nun vorgenommen, auch mit Popcorn bewaffnet, nur noch das Nötigste zu tun……und beobachten, wann es kracht….sollen doch die „Gutmenschen“ die individuellen Konzepte für die Kinder schreiben, die aus vielerlei Gründen mit Macht integriert werden müssen und den Klassenspiegel um mindestens eine Note drücken…

Christabel
20 Tage zuvor
Antwortet  Yvonne F.

Ich kann nur zustimmen. Habe alle Zusatzjobs nach vielen Jahren drangegeben, mit zwei Korrekturfächern habe ich immer noch mehr zu tun als einige KollegInnen. Der letzte Rentenbescheid war mal wieder ein Witz, dafür lege ich mich in diesem System nicht mehr krumm. Komischerweise findet die SL aber auch keine jungen Beamten, die die Jobs der Alten übernehmen wollen…..
Jetzt heißt es nur noch, durchhalten und keine Langzeiterkrankung bekommen, denn dann ist nach sechs Wochen das Gehalt noch kleiner als das der Beamten.

Yvonne F.
20 Tage zuvor
Antwortet  Emil

Stimmt genau!!!

Dil Uhlenspiegel
22 Tage zuvor

Ist es nicht auch so, dass einigen der noch fitten LuL nun länger arbeiten, weil viele der nicht mehr fitten früher ausscheiden mussten? Und wieso nochmal sind die früher raus?

TaMu
22 Tage zuvor

Ich vermute und hoffe, dass Rolf Büthe frei erfunden ist.

TaMu
22 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Oje. Er schadet denen, die das täglich und noch jahrelang ohne echte Freiwilligkeit durchstehen müssen, während er jederzeit in seinen Ruhestand zurück kehren kann.

Alla
21 Tage zuvor
Antwortet  TaMu

Liebe TaMu,
Sie hätten Recht, wenn genügend LK der Schule die Tür einrennen würden, um seinen Job zu übernehmen. Dann würde er bestimmt den Kollegen schaden, die nicht so fit sind und so resilient sind wie er und evtl. ein schlechtes Licht auf diese werfen.

Normalerweise ist aber schwer bis unmöglich, einen ausscheidenden Lehrer zu ersetzen. Die meisten Schulen müssen auf Aushilfskräfte, Praktikanten und mit Glück auf Seiteneinsteiger zurückgreifen. Diese müssen aber von den restlichen Kollegen stark unterstützt und an die Hand genommen werden, wechseln häufig (zumindest Aushilfen und Praktikanten) und belasten ein Kollegium zusätzlich.

Ein Lehrer, der einfach nur verlängert, entlastet ein Kollegium eher, da er selbständig arbeiten kann, Funktionsstellen wie Fachleitungen weiterführt usw. Dadurch nimmt er auch Druck von den restlichen Kollegen.

Klar, politisch ist es kein gutes Zeichen, aber gerade für ein Kollegium das auf Kante genäht und schon zu viele Nichtlehrer durchschleppen muss, ist es eine Erleichterung! Und da ist einem das Hemd meist näher als die Jacke.
Politisch korrekt zu sein ist eben nicht so einfach, wenn es mit einem Haufen Mehrarbeit verbunden ist und auch nicht wertgeschätzt wird.

Last edited 21 Tage zuvor by Alla
Mika
21 Tage zuvor
Antwortet  Alla

Das sehe ich nicht so. Bekomme ich keine Zeit in Form von Ermäßigungsstunden, lerne ich keine Seiteneinsteiger mehr an. Da habe ich nämlich keine Zeit für. Punkt.
Und wenn nicht genügend Lehrkräfte da sind, können die Kinder eben nicht aufgenommen und eine Klasse kann nicht aufgemacht werden. Wieso soll ich immer wieder, Jahr für Jahr, ausbaden, was die Politik versäumt? Die Eltern stehen dann da mit ihren nicht in Schule untergebrachten Kindern, für die allerdings Schulpflicht besteht. Dann wird’s spannend. Vielleicht begreift die Politik dann endlich mal, dass Ende Gelände ist. Es geht einfach nicht mehr!

Riesenzwerg
20 Tage zuvor
Antwortet  Alla

Stimmt alles!

Jedoch – zu verlängern IST das FALSCHESTE politische Zeichen überhaupt!

Das ist eine kurzfristig gut gemeinte Solidarität, die uns langfristig das Genick bricht.

Der Schulkarren muss mit Karacho und jetzt vor die Wand gefahren werden.

Alles andere verlängert das Leiden aller!

Kritischer Dad*NRW
22 Tage zuvor

Reinste Mangelverwaltung für Fortgeschrittene.
Auch ich denke da wie @Emil und sehe die Anhebung des Renten-(Pensions-)Eintrittsalters der LuL wegen solchen Maßnahmen schon bald kommen. So wie auch bei den Arbeitern und Arbeitnehmern, den zukünftigen Rentnern durch Anhebung des Renteneintrittsalters.
Da scheint noch ordentlich „unausgeschöpftes Arbeitspotential“ vorzuliegen …

Daniela Rieth
19 Tage zuvor

Das System steht mit dem Rücken zur Wand und liefert blauäugig naive „Übergangslösungen“. Die Suppe die hier auszulöffeln ist, wurde jahrzehntelang von Schreibtisch Hockern gekocht…versalzen wird sie vom zu erwartenden Ergebnis: das Bildungsniveau und die Arbeitsmoral/Arbeitshaltung in Deutschland geht den Bach runter ! Der einzige ehrliche Grund, warum unsere Wirtschaft an allen Ecken und Enden schwächelt. Wir sind das Problem! Unsere ignorante Bildungspolitik der letzten 30 Jahre! Elternrechte wurden einseitig gestärkt (Beitragsfreiheit in Kitas, Pädagogen dürfen dumm angemacht und teilweise verklagt werden, haben kaum mehr disziplinarische Möglichkeiten nicht erzogene Kinder und Eltern in ihre Schranken zu weisen) und Pädagogen und auch Sozialpädagogen (ich selber stehe seit 35 Jahren als Erzieherin an der Kita Front) wissentlich verheizt. Zu grosse Klassen, zu grosse Gruppen, immer mehr Integrationsarbeit ohne weitere pädagogische Unterstützung, kaum Handlungs- und Entscheidungsfreiheit im Umgang mit Systemsprengern, unzuverlässige schlechte Bezahlung (Vorbereitungszeiten der Lehrer werden immer noch nicht bezahlt!), Ausstellungen vor den Ferien, Versetzungslogistik bei Lehrern die unmenschlich zum Himmel schreit, keine Lobby , keine Beschwerdemöglichkeit (Lehrer dürfen immer noch nicht streiken!), keine Entlastungsmechanismen bei psychischer und physischer Überforderung z.B. in Brennpunkten…und, und, und.
Solange an den entscheidenden Stellen nicht endlich erfahrene Pädagogen sondern satte, überbezahlte Politiker*innen sitzen, wird es zum Supergau kommen (müssen):
…zunehmende Gewalt an Schulen und in Kitas, Kinder die weder dem internationalen Bildungsniveau noch einem Mindestanspruch an Kultur und Benehmen stand halten, eine zwei Klassen Gesellschaft der Bildung und Betreuung (Wer sich gute Schulen, Kitas, Erzieher) leisten kann wird seinem Filius „Bildung“ zukommen lassen können. Der Rest fällt hinten runter. Die Privatanbieter in allen Bereichen von Bildung und Betreuung werden sich eine goldene Nase verdienen (gönn ich denen jetzt schon) und Deutschland zusehend verwahrlosen und verblöden.
Fachkräftemangel, zunehmende Kriminalität und Verwahrlosung fahren unser Land gegen die Wand.
Dabei wäre es so simpel wenn man eines frühzeitig begriffen hätte: wir müssen in die Kinder (Menschen) investieren und nicht in Statussymbole und Macht!

Ana Saraf
16 Tage zuvor

Ich bin Grundschullehrerin aus Bosnien und Herzegowina und versuche seid acht Jahre mein Anerkennung in Bayern bekommen. Ohne Erfolg. In der Schule habe ich 16 Jahre gearbeitet und letze acht in Hort. Würde gern in der Schule wieder arbeiten, aber für Bayern nich gut und nicht willkommen. Selber schuld.