Themenwochen Außerschulische Lernorte: Raus aus dem Schulgebäude! Wie Exkursionen und Klassenfahrten den Unterricht bereichern

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DÜSSELDORF. Warum der Aufwand? Wieso sollen sich Lehrkräfte die Mühe machen, einen Ausflug oder eine Klassenfahrt zu organisieren, sich dabei mit der lästigen Aufsichtspflicht herumzuschlagen, die Exkursion thematisch vor- und nachzubereiten – was bringt das? Bildungsforscher halten zunächst einmal fest, dass die „Komplexität der Didaktik in außerschulischen Lernorten zunimmt“. Aber: Der Einsatz lohne sich.

Klassenfahrten und Exkursionen sind für Lehrer organisatorisch und im Ablauf arbeitsaufwändig – aber: Das Engagement zahlt sich aus. Foto: Shutterstock

Normalerweise findet der Unterricht innerhalb des Schulgebäudes statt. Lehrer*innen und Schüler*innen können dort im geschützten Raum lernen und die Inhalte der verschiedenen Fächer werden von den Lehrkräften durch entsprechende Materialien vermittelt. Natürlich können auf dem Schulgelände den Schüler*innen viele Dinge nähergebracht werden, aber es lohnt sich, immer öfter das Klassenzimmer zu verlassen und außerhalb der Schule zu lernen. Welche Vorteile bieten außerschulische Lernorte für den Unterricht?

Beginnen wir am Anfang: der Frage nämlich, was sind denn überhaupt außerschulische Lernorte? Die Pädagogin Eva Somrei definiert in ihrem Aufsatz „Unterricht nicht nur in der Schule – Zum Stellenwert und den Möglichkeiten außerschulischer Lernorte“ den Begriff folgendermaßen: „Der Begriff ‚außerschulische Lernorte‘ umfasst alle Orte außerhalb des Klassenzimmers bzw. Schulgeländes, die Lernprozesse bei Kindern anregen, ergänzen oder abrunden können.“ Heißt schon mal: Es geht ums Lernen – und nicht um bloße Abwechslung vom Schulalltag.

Themenwochen Außerschulische Lernorte

In den nächsten Wochen laufen auf News4teachers, mit 2,5 Millionen Seitenaufrufen monatlich Deutschlands meistgelesenes Bildungsmagazin, die Themenwochen Außerschulische Lernorte, Klassenfahrten, Erlebnispädagogik.

In zahlreichen Beiträgen beleuchten wir, was das angeleitete Lernen außerhalb der Schule ausmacht. Nutzen Sie das Umfeld der redaktionellen Berichterstattung, um mit Anzeigen und Pressemeldungen auf sich aufmerksam zu machen. Die Agentur für Bildungsjournalismus unterstützt Sie bei Ihrer Kommunikation. Informieren Sie sich über die Möglichkeiten – hier.  

Außerschulische Lernorte können zum Beispiel Institutionen der Freizeitbildung sein, zu denen Schulen eine didaktische Beziehung aufbauen, erläutert Prof. Renate Freericks von der Hochschule Bremen. Ein solcher Lernort ist dem Deutschen Bildungsrat zufolge eine anerkannte Einrichtung, die im Rahmen des öffentlichen Bildungswesens Lernangebote organisiert. Dort sollen sich die Schülerinnen und Schüler Wissen, Kompetenzen und Werte aneignen.

Es gibt primäre und sekundäre außerschulische Lernorte. Primäre sind ausschließlich fürs Lernen eingerichtet – dazu gehören zum Beispiel Universitäten, Fachoberschulen oder andere Einrichtungen der Erwachsenen- und Weiterbildung. Sekundäre Lernorte haben vorrangig eine andere Funktion, können aber zu Lernzwecken genutzt werden. Dazu zählen beispielsweise Wälder, Flüsse, Museen, Sportstätten oder Bauernhöfe. Es lassen sich allerdings nicht alle außerschulischen Lernorte in dieses Schema einteilen. Mitunter geht es nämlich auch darum, soziale Kompetenzen zu trainieren – mit besonderen Programmen in Jugendherbergen beispielsweise.

Ein Vorteil des Lernens an außerschulischen Lernorten ist, dass die dort vermittelten Inhalte fachübergreifend genutzt werden können

Renate Freericks, Dieter Brinkmann und Denise Wulf, Wissenschaftler der Hochschule Bremen betonen denn auch in ihrem gemeinsamen Papier („Didaktische Modelle für außerschulische Lernorte“), dass an außerschulischen Lernorten nicht die reine Wissensvermittlung im Vordergrund steht. Vielmehr sollen die Schülerinnen und Schüler eigene Erfahrungen sammeln und sich selbstständig Lerninhalte erarbeiten. Die Kinder und Jugendlichen können außerhalb des Schulgeländes authentische Erfahrungen machen, in dem sie Gegenstände anschauen und berühren oder Dinge selbst ausprobieren. Sie bekommen die Möglichkeit, mit allen Sinnen zu lernen. Dies geschieht vor allem durch Spielen und Experimentieren. Außerdem können sie neue Orte entdecken und im Lernprozess einen Bezug zu ihrem Alltag herstellen.

Dabei kann der Besuch eines außerschulischen Lernorts sowohl (den Kindern und Jugendlichen) Spaß machen, als auch zur Nachdenklichkeit und Betroffenheit anregen. In Freizeitparks zum Beispiel steht eher die Freude im Vordergrund – Physik lässt sich allerdings auch anhand der Fliehkräfte in einer Achterbahn erklären. In historischen Gedenkstätten bekommen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich auf anschauliche und erlebbare Weise mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Die Kinder und Jugendlichen werden in außerschulischen Lernorten mit der Realität konfrontiert und sollen diese hautnah erleben. Es ist also eine Mischung aus Lernen, Entdecken und Wahrnehmen, um die es bei Ausflügen und Klassenfahrten geht. Ein weiterer Vorteil des Lernens an außerschulischen Lernorten ist, dass die dort vermittelten Inhalte fachübergreifend genutzt werden können.

Die Autorinnen und der Autor identifizieren vier fachdidaktische Ansätze, die im Zusammenhang mit außerschulischem Lernen von Bedeutung sind: Erlebnispädagogik („Lernen basiert auf eigenen Anschauungen, eigenem Handeln und dem unmittelbaren Erleben“), Museumspädagogik (Führungen sowie neue Konzepte der museumspädagogischen Arbeit mit Kindern), Musik- beziehungsweise Theaterpädagogik („Mitmachen und selber Ausprobieren“) und schließlich Naturerlebnispädagogik / Umweltbildung („handlungsorientiertes Lernen, Zugewinn an Erfahrungen aus der Reflektion von Naturerlebnissen“).

Dazu heißt es: „Außerschulische Lernkontexte lassen sich auf drei Ebenen (funktional, strukturell und spezifisch) differenzieren und unterscheiden sich darüber maßgeblich von schulischen Bildungskontexten.

  1. Die funktionale Ebene, die in vielen Fällen – wie bspw. Konsumausrichtung oder hoher Unterhaltungswert – im Gegensatz zur Schule steht, weitet sich zunehmend aus. Durch mehrfache Funktionen entstehen hybride Lernformen (Erlebnis, Lernen, Konsum).
  2. Insbesondere auf struktureller Ebene zeigen sich Neuerungen: Lerner erfahren eine Selbstgestaltung von Raum und Zeit; der Lernort wird zu einem Raum zum (sinnlichen) Eintauchen, die zeitliche Ausdehnung ist flexibel.
  3. Es herrscht eine große Vielfalt an Lernformen, bestehend aus älteren angepassten Formen aber auch neuen Lernformen.“

Fazit der Arbeit: „Als grundlegende Erkenntnis ist festzuhalten, dass die Komplexität der Didaktik in außerschulischen Lernorten zunimmt.“

Der Einsatz allerdings lohnt sich. Prof. em. Manfred Bönsch, Schulpädagoge an der Leipniz-Universität Hannover, betont, dass der Besuch von außerschulischen Lernorten den Unterricht in der Schule ergänzt und bereichert. So fördern vor allem Erlebnisse in der Natur die Schülergemeinschaft und bringen den Kindern und Jugendlichen die Realität näher. Bönsch erläutert, dass sich die Gesellschaft in den letzten Jahren verändert hat. Die Freizeit vieler Kinder und Jugendlicher ist ausgefüllt durch Vereinsaktivitäten und Medienkonsum. Aktivitäten in der Familie, der Natur oder der Nachbarschaft werden zunehmend seltener. Viele Kinder und Jugendliche spielen eher am Computer oder schauen Fernsehen, anstatt draußen mit Gleichaltrigen zu spielen. An außerschulischen Lernorten lernen sie, gemeinsam mit den Klassenkameraden Aufgaben zu lösen oder Konflikte zu bewältigen. Sie tauschen sich untereinander aus und können so die Klassengemeinschaft aktiv mitgestalten.

Kinder und Jugendliche aus Städten haben oftmals nur wenig Bezug zu Tieren oder der Natur. Dies kann durch den Besuch eines Bauernhofs oder des Waldes als außerschulischem Lernort ausgeglichen werden. Verhaltensweisen von Tieren beispielsweise können am besten in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden.

Der Unterricht an außerschulischen Lernorten prägt die Schülerinnen ganzheitlich und trägt zur Persönlichkeitsbildung bei

Wissenschaftler Bönsch betont außerdem, dass Kinder und Jugendliche meist keine Vorstellung von den Berufen ihrer Eltern haben, da Arbeits- und Wohnort oft getrennt voneinander liegen. Hier können außerschulische Lernorte Abhilfe schaffen, indem sie den Kindern und Jugendlichen verschiedene Berufsbilder vermitteln. Dazu gehört zum Beispiel der Besuch von Banken, handwerklichen Betrieben oder anderen beruflichen Einrichtungen. Es ist wichtig, so Bönsch, dass Kinder und Jugendliche mit Entdeckerdrang, Eigeninitiative und Kreativität neue Aktivitätsmöglichkeiten in ihrer Umwelt erschließen. Somit dienen außerschulische Lernorte als Horizonterweiterung für die Schüler*innen, die ihnen neue Perspektiven eröffnen.

Der Unterricht an außerschulischen Lernorten prägt die Schülerinnen ganzheitlich und trägt zur Persönlichkeitsbildung bei. So lernen die jungen Menschen Situationen besser einzuschätzen und entwickeln ein Bewusstsein für ihre Umwelt. Durch die Abwechslung des Lernortes erfahren die Kinder und Jugendlichen, dass sich das Lernen nicht nur auf das Schulgelände beschränkt.

Der Besuch von außerschulischen Lernorten kann sich auch positiv auf den Unterricht in der Schule auswirken. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte haben außerhalb der Schule die Möglichkeit, sich besser kennenzulernen. Dadurch wird ein entspanntes Lernklima in der Schule unterstützt. Außerdem ist das Interesse an den Unterrichtsinhalten nach dem realen Erlebnis am außerschulischen Lernort höher. Somit wird die Motivation der Schüler*innen gesteigert.

Das ist wissenschaftlich untermauert. So ergab eine Studie von Wissenschaftlern der Technischen Universität München (TUM) und der Universität Mainz: Die Erforschung von Pflanzen, Klima und Böden im Freien steigert die Lernlust von Schülern in naturwissenschaftlichen Fächern. Bedeutend dabei seien Erfahrungen von Autonomie und Kompetenz sowie das Erleben guter sozialer Beziehungen, hieß es in der in der Zeitschrift «Frontiers in Psychology» veröffentlichten Untersuchung. Deswegen sei es sinnvoll, so das Fazit der Autorinnen und Autoren, naturwissenschaftlichen Unterricht regelmäßig im Freien abzuhalten. Wird sich auf andere Fächer übertragen lassen. Nina Odenius, Agentur für Bildungsjournalismus

Einmal Karibik und zurück: Unterricht mit 33 Schülerinnen und Schülern auf hoher See – eine Lehrerin berichtet

Bis Oktober: Themenwochen „Außerschulische Lernorte und Klassenfahrten“ auf News4teachers

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Schattenläufer
1 Monat zuvor

Klar sind Exkursionen und Klassenfahrten sinnvoll und nützlich.
Die SuS schauen über den Tellerrand und oft wird auch das Klassenklima besser.

Die Entwicklung war in den letzten Jahren aber eindeutig genau so wie im Rest des Schulsystems.

Der Berg an Verwaltung ist ins grenzenlose gewachsen Antrag (im eigen Bundesland an SL sonst über Ministerium), Einverständniserklärungen usw.

Die Eltern machen es so schwer wie möglich. Die desinteressierten „Hauptsache die Kinder sind weg Eltern“ vergessen ewig die Papiere zu unterschreiben und schicken die SuS einfach so, ohne Verpflegung, ohne Gepäck.
Die Helikoptereltern wollen eine epische Infoveranstaltung, Versicherungen der Lehrer zur 100% Sicherstellung der Aufsichtspflicht und liefern ellenlange Listen „Klause darf das nicht, Klausi muss dies, Klausi soll jenes“
Zusätzlich wird die finanzielle Situation in vielen Haushalten immer angespannter. Busse fahren aber nicht umsonst. Oft legen die LuL erst mal vor, in der Hoffnung die Kohle irgendwann wieder zu sehen.

Die SuS selbst sind in einem immer größeren Maß problematisch und dank fehlender Erziehung nur sehr schwer zu angemessenem Verhalten zu motivieren.

Die Suche nach zusätzlichen Kollegen als Aufsicht gestaltet sich dadurch ebenfalls immer problematischer. Der Lehrermangel sorgt dabei eher für Unmut. Die verbliebenen Kollegen müssen ja auch den Unterrichtsausfall der Kollegen auf Exkursion durch Vertretungen ausgleichen.

Inzwischen ist das ganze dank Corona auch noch mit der Chance verbunden selbst krank zu werden und die SuS zu infizieren.

So neigt sich die Waage eben oft zur Seite von „eher nicht“.

Das Ganze ist zwar sinnvoll, wiegt die Mühe, Verantwortung und den zu erwartenden Ärger aber nicht auf.
Sollte wirklich was schief gehen, dann kann man jedoch sicher sein, dass der Dienstherr keine Unterstützung gewährt sondern der erste Ankläger ist.

Ist halt so, dass man nicht alle Verantwortung und Arbeit nur auf die Lehrer abwälzen kann.
Wenn die Ministerien Klassenfahrten wirklich wollten dann müsste man sich auch um die Rahmenbedingungen kümmern und nicht nur zusätzliche Steine in den Weg legen.

Ist aber nicht stand der Politik. Da ist die Richtung: Wir selbst sichern und ab und weisen jegliche Verantwortung und Arbeit von uns. Wenn dann keiner was macht oder jemand macht was und es geht schief dann waren es eben die wahlweise faulen oder unfähigen Lehrer.

Selbst wenn man die Fahrt macht und alles geht gut interessiert es kein Schwein.

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

@Schattenläufer

Die Entwicklung ist sehr treffend dargestellt.

Viele der Probleme könnte man sehr schön und einfach lösen, mit einem kleinen Kunstgriff, der ja sonst auch schon oft geholfen hat:
Outsourcing!

Ein externer Anbieter kümmert sich um Angebot, Abrechnung (Fließt kein Geld VOR der Fahrt, bleibt der Ärger außerhalb der Schule.) und alles weitere – also restlos um ALLES, was mit der Fahrt zusammenhängt!
Auf der Fahrt sind dann keine LuL der Schule dabei, sondern von Anfang bis Ende geschulte Erlebnis-Pädagogen.
Alles aus einem Guss.
Nach der Fahrt können Eltern dann beim Anbieter auf dessen Homepage Bewertungen abgeben.

In der Schule selbst könnten die LuL ihren Aufgaben (zuvorderst Unterricht) nachgehen, denn Unterricht ist und bedeutet nicht nur 6×45 Minuten, sondern auch Vor- und Nachbereitung und mehr. (Das war eine ernst gemeinte Zusatzinfo für NICHT-LuL.)
Die 1 – 2 Stunden (pro Reisetag der Klasse), die man in der betreffenden Klasse eingeplant ist, lassen sich prima verwenden für weitere Unterrichtsvorbereitung (auch Prüfungen u.ä.).

So würde in einem Handstreich eine große Portion Ruhe in die Schulen kommen.
Solange noch Corona ein Thema ist – aber auch für alle zukünftigen „Herausforderungen“, die wir uns heute (vielleicht zum Glück) noch nicht vorstellen können.

… Nur so ein Gedanke …

Alla
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Das mit dem Geldeintreiben ist inzwischen ein wirklich großes Problem geworden! Da der Klassenlehrer bucht, ist er der Jugendherberge gegenüber der Vertragspartner und verantwortlich für die Bezahlung.
Fast jedesmal bleibt man dabei auf Kosten sitzen, die ein Kind nicht bezahlt hat. Das letzte Mal bin ich noch ein halbes Jahr hinter dem Geld hergerannt, um zu guter Letzt doch auf 150€ sitzen zu bleiben!

Es ist natürlich schön, dass inzwischen fast alle Jugendherbergen in SH ein Programm anbieten, dass ca. 2-3 Stunden pro Tag läuft. Der Erlebnispädagoge macht und als Lehrer hat man nur die Aufsicht. Das erleichtert sehr.

Meine vorletzte Fahrt ging übrigens nach Bad Segeberg. 2 Tage Indianerprogramm, 2 Tage Fledermäuse. Zusätzlich noch bei den Karl May Festspielen.
Damals war das richtig toll, besonders das Indianerprogramm mit Bogenschießen, Lederbeutel herstellen, Lagerfeuer und Kanu fahren. In einem großen Tipi hat uns der Erlebnispädagoge (ein Weißer, der allerdings 2 Jahre in einem Reservat gelebt hatte) etwas über die indianische Kultur und das Leben in den Reservaten erzählt, allerdings auch einige schlimme Dinge wie den Alkoholismus weggelassen.

Heutzutage würde ich dafür wohl verbal gesteinigt werden….

KARIN
1 Monat zuvor
Antwortet  Alla

Wird bei der Debatte der letzten Tage wahrscheinlich leider nicht mehr angeboten werden dürfen! Auch das „I “ Wort soll man nicht mehr in den Mund nehmen!
So unnötig , meine Kinder haben immer gerne ihre I Ausrüstung angelegt und das Jahr über dieses Thema bespielt!
Dies nur als Nebenschauplatz hier!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Alla

Ganz einfach, da Lehrkräfte keine Verträge im Namen der Schule schließen können, muss die Schulleitung den Beherbergungsvertrag mit der Jugendherberge sowie den Vertrag mit dem Befördungsunternehmen unterzeichen. Ich selbst zeichne allenfalls mit. Damit ist der geschlossene Vertrag automatisch kein Privatgeschäft der Klassenleitung mehr.
Problematisch ist de jure das Geld einsammeln, da die Schulen keine Konten haben. Die „Klassenkassen“ sind in der Regel Privatkonten der Klassenlehrkräfte.

Geld hinterher gerannt bin ich noch nie. Sind die Vorauszahlungen für einen Schüler (m/w/d) bis zum Abfahrtstag nicht auf dem Klassenkonto eingegangen, wird der Betroffene von der Schulveranstaltung ausgeschlossen und muss am Unterricht einer Parallelklasse ggf. in einer anderen Jahrgangsstufe teilnehmen.

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Und auf wen legt man die ggf. anfallenden Ausfallkosten um?

Noch 5 Jahre
1 Monat zuvor
Antwortet  Alla

Bei uns unterschreibt die Schulleitung. Als Lehrkraft haften wir nicht. Fordern Siedas ein.

undheitergehtsweiter
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Ich denke gerade daran, dass Eltern die Geburtstagsfeiern der lieben Kinder i.d.R. nicht mehr zu Hause durchführen und alles selbst organisieren, sondern gerne auf Anbieter zugreifen, die ihnen diese Last und Arbeit abnehmen. Sie sollten deshalb Verständnis haben, wenn LuL ein mehrtägiges Event mit dutzenden Kids in Form einer Klassenfahrt auch nicht mehr vollständig selbst organisieren wollen. Wird halt teurer entsprechende Anbieter und Programme zu wählen, aber ein umfassendes außerschulisches (!!!) Angebot ist es doch wert, oder?

Last edited 1 Monat zuvor by undheitergehtsweiter
Klaus
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

„Die desinteressierten „Hauptsache die Kinder sind weg Eltern“

„Die Helikoptereltern“

Aha, alle klar …

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  Klaus

Schön, dass Sie es verstanden haben 🙂
Da hilft auch kein „Backen aufblasen und schmollen“ beide Gruppen gibt es wirklich.

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Klaus

@Klaus

Hach @Klaus, welch wunderschöner 3-Zeiler.
Und 1 Zeile – die kürzeste 😉 – ist von Ihnen ganz allein verfasst – ganz und gar Ihr geistiges Eigentum:
„Aha, alle klar …“

Ich interpretiere jetzt mal ganz mutig:
Vermutlich musste es schnell gehen und vermutlich meinten Sie eher „Aha, alles klar …“?

Falls das so ist: Fein.

Andererseits:
Ein bisschen schade ist es aber auch, dass bei Ihnen alles klar ist, sonst hätte ich Ihnen zum Verfeinern Ihrer üblichen minimalistischen „Schnell-mal-was-ablassen-und-dann-auch-schnell-wieder-abtauchen“-Nebelkerze das hier ans Herz (und ggf. auch ans Hirn) gelegt:
https://www.ardmediathek.de/video/rabiat/besser-leben-ohne-kinder-oder-reportage/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JhYmlhdC8yYWQzZGYxYy1hMThhLTQ2NDctYmMxMS1mNzMxZjI5NWM5Y2M

Der Link führt zu 45 interessanten Minuten.

Ich wünsche @Klaus und allen anderen ein schönes Wochenende!

Klaus
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Ich frage mich nun, welche Art von Lehrern hier kommentieren, und ob Ihre Einstellung gegenüber den Schülern und Eltern noch passt…

‚Outsourcing!‘

Auch eine gute Idee!…am besten gar für alle Lehreraufgaben?

Tja, ich fasse mich kurz, habe auch nicht so viel Zeit wie Sie als Kommentatoren, die aber stets und ständig über den Job meckern…

Und so einige von Ihnen scheinen die Rechtschreibung auch nicht zu beherrschen, siehe Schattenläufer…

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor
Antwortet  Klaus

Ja, schlimm hier, so nahe an der Realität.

Klaus
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Meinen Sie die eingebildete Realität oder die der Rechtschreibschwäche manchen Kommentatoren?

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor
Antwortet  Klaus

… wird nicht besser 😉

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  Klaus

Nö, ich hab nur Anderes zu tun. Daher sind mir ein paar kleine Flüchtigkeitsfehler genau so egal wie Ihre BILD Meinung über die Lehrer.
Wenn Ihnen die Arbeit der Schulen und LuL nicht passt, dann machen Sie den Mist doch selbst.

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  Klaus

Ach ja, bevor ich es vergesse. In 10 Jahren bin ich raus. 🙂
Die gute Nachricht: Dann sind sie solche schrecklichen LuL wie mich los.
Die schlechte Nachricht: Dann verprasse ich ihre Steuergelder als Pension. 🙂

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  Klaus

Dritter und sachlicher Versuch:

Was stört Sie denn?

Zweifeln Sie die Tatsache an, dass es Eltern gibt denen das schulische Leben ihrer Kinder eigentlich egal ist. Die keine Infoblätter lesen, die nichts unterschreiben und nicht mal wissen in welche Klasse und zu welchem Klassenlehrer ihr Kind geht?
Doch die gibt es.
Sogar im Massen. Die habe ich hier als „Hauptsache die Kinder sind weg Eltern“ bezeichnet.

Genau so gibt es Eltern die praktisch mit Adleraugen über jeglichen Aspekt der Entwicklung ihrer Kinder wachen.
Trinken die Kinder in der Pause beim Freund etwa Getränke mit Zucker. Bitte einschreiten. Klettern die Kinder auf einen Baum? Bitte durch 100%ige Aufsichtspflicht unterbinden. Nehmen die Kinder in der Pause ihre Vitamine. Bitte kontrollieren. Ist die Matratze im Schullandheim auch milbenfrei. Kann ich das schriftlich haben? Ist das Essen im Schullandheim Lactose- und Glutenfrei. Bitte per Anruf im Schullandheim nachfragen und notfalls für Sonder-Speiseplan sorgen.
Diese Eltern habe ich wegen des ständigen Kreisens über dem Kopf des SuS als „Helikoptereltern“ bezeichnet.
Auch davon gibt es einen großen Teil.

Die „normalen“ Eltern, wie sie vor 30 Jahren die Regel waren, sterben heute aus. Sie entsprechen nicht mehr dem Zeitgeist.
Das mag ihr erzürntes herz ergrimmen. Es ist aber nicht meine Schuld. ich beschreibe hier nur Tatsachen.

Es gibt sogar Kombinationen aus beiden Typen. Eltern die selbst zu Garnichts bereit sind aber so ziemlich alles von den LuL fordern. Das ist sogar häufiger als man denkt.

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Trauriger Nachtrag.
An unserer Schule gibt es ein extra Schwarzes-Brett. Überschrift: Wer kennt diesen Schüler?

Wenn morgens Eltern anrufen und das Sekretariat noch nicht besetzt ist, bekommen Sie oft im Lehrerzimmer einen Lehrer der schon da ist ans Telefon.

Elternteil: Mein Sohn Klausi XY ist heute krank.
Lehrer: In welche Klasse geht der denn?
-Betretenes Schweigen-
Elternteil: Kennen Sie Klausi nicht?
Lehrer: Leider nein, wir haben hier 850 SuS.
Elternteil: Die Klasse weiß ich jetzt nicht 6. oder 7. vielleicht.
Lehrer: Wer ist denn der Klassenlehrer?
Elternteil: Den Namen habe ich jetzt leider vergessen. Ich glaube ein Mann, etwa mittelgroß mit Brille und grauen Haaren.
Lehrer: Welche Schulform besucht Klausi denn?
Elternteil: Keine Ahnung, er geht aber morgens immer in dieses große Haus mit den vielen Fenstern und ist dann bis nachmittags weg. Eigentlich eine Schande, dass Sie Klausi nicht kennen. Was tun Sie den den ganzen tag. Typisch Lehrer.
-aufgelegt-

Der Lehrer schreibt dann Datum, Klausi XY, heute und morgen krank auf einen Zettel und hängt ihn an das besagte schwarze Brett.
Mit etwas Glück kommt später der mittelgroße Kollege mit Brille und grauen Haaren ja vorbei und erkennt den Namen seines verlorenen Schafs.

Last edited 1 Monat zuvor by Schattenläufer
Kynnefjäll
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Das ist sehr krass, ich frag mich, warum die Kinder bekommen, wenn die sich nicht für die Kinder interessieren. Ich glaube, im Westen ist das schlimmer als im Osten.

Mary-Ellen
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Oh ja…..stimmt!

DerReimer
1 Monat zuvor

Nein, Nein, Nein, Nein, Nein, Nein,
das Thema ist nicht fein.
Thema Corona wollen wir
und viel schimpfen hier!
Corona Themen gehen durch die Decke,
Klassenfahrten sind doch nur ne Schnecke.