Studie: Wortschatz von Grundschülern, die nie ein Buch lesen, aber häufig am Smartphone hängen, fällt drastisch ab

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DORTMUND. Sprachkompetenz ist ein wichtiger Grundstein für Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen. Eine ihrer zentralen Säulen ist der Wortschatz. Ein Forschungsteam am Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) der TU Dortmund konnte unter der Leitung von Professorin Nele McElvany anhand einer Sonderauswertung mit repräsentativen Daten von rund 4.600 Viertklässlern in Deutschland substanzielle Unterschiede zwischen Schülern feststellen. Der VBE zeigt sich alarmiert.

Der Medienkonsum spielt bei der sprachlichen Entwicklung offenbar keine kleine Rolle (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Sprache ist essenziell für den schulischen Erfolg, denn ohne Sprachkompetenz können Inhalte nicht richtig vermittelt und verstanden werden. Die vorliegende Studie eines Forschungsteams am Institut für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund hat sich daher intensiv mit einer der Säulen für Sprachkompetenz beschäftigt: dem Wortschatz am Beispiel von Viertklässler*innen. „Dabei ist zum einen deutlich geworden, dass es schon in der Grundschule sehr große Unterschiede im Wortschatz gibt und dass diese Unterschiede zum anderen systematisch mit dem familiären Hintergrund zusammenhängen, konkret, welchen Bildungsabschluss die Eltern haben, ob es einen Zuwanderungshintergrund gibt oder wie die familiäre Leseumgebung aussieht“, erläutert Ulrich Ludewig, der die Auswertung der Daten von rund 4.600 Viertklässlern und Viertklässlerinnen in Deutschland durchführte.

Angabe von Kindern, wie oft sie ein Buch oder an digitalen Geräten zu lesen. Quelle: IFS

Die durchschnittlichen Unterschiede im Wortschatz entsprechen zwischen manchen Schülergruppen dem Lernzuwachs von über einem Jahr. Diese Ergebnisse verdeutlichen den Forscherinnen und Forschern zufolge einmal mehr, dass der Wortschatz in der Grundschule systematisch gefördert und spezifische Schülergruppen gezielt in den Blick genommen werden müssen.

In der Erhebung gab die Hälfte der Grundschulkinder an, (fast) täglich Bücher zu lesen, während 22 Prozent nie oder maximal einmal im Monat ein Buch lesen. Schülerinnen und Schüler, die (fast) täglich Bücher lesen, zeigen dabei im Mittel einen deutlichen Wortschatzvorsprung gegenüber denjenigen, die seltener Bücher lesen. Dies gilt für die Gesamtgruppe und findet sich in unterschiedlich starker Ausprägung in nahezu allen betrachteten Schülergruppen aufgeteilt nach Geschlecht, Anzahl der Bücher im Haushalt, Zuwanderungshintergrund und Bildungsabschluss der Eltern.

„Die Sonderauswertung verdeutlicht, dass Kinder beim Erwerb und Ausbau der sprachlichen Kompetenzen gezielte Unterstützung in ihren Grundschulen benötigen“

So haben beispielsweise viel lesende Jungen ebenso wie viel lesende Mädchen einen im Mittel deutlich höheren Wortschatz, wenn man sie mit seltener lesenden Jungen bzw. Mädchen vergleicht. Lediglich bei Kindern, die selber zugewandert sind, oder deren Eltern höchstens einen mittleren Schulabschluss (ohne Berufsausbildung) haben, zeigt sich trotz häufigen Bücherlesens kein signifikant größerer Wortschatz im Vergleich zu weniger lesenden Kindern aus ihrer Vergleichsgruppe. In beiden Fällen ist demnach eine Förderung im schulischen Kontext besonders wichtig.

In der Studie haben ein Viertel der Viertklässler*innen angegeben, (fast) täglich an digitalen Geräten zu lesen. Häufiges Lesen an digitalen Geräten weist dabei einen negativen Zusammenhang mit dem Wortschatz der Kinder auf. Bildungsforscher Ludewig führt aus: „Der Wortschatz ist am kleinsten, wenn Kinder oft an digitalen Geräten lesen und gleichzeitig selten bis nie ein Buch.“

Lernspiele im shop.4teachers.de

Dies hängt möglicherweise mit der Art der Texte zusammen: Häufig werden digital eher Chatnachrichten, Anweisungen in Apps, kurze Teasertexte und ähnliches gelesen, die keine längeren, aufeinander aufbauenden Textpassagen und weniger vielfältigen Wortschatz beinhalten. Dieses trägt kaum zu einem Ausbau des Wortschatzes bei und gleichzeitig fehlt die Zeit für sprachförderlichere Aktivitäten. Möglich ist auch, dass sich Kinder mit geringem Wortschatz nicht an Bücher herantrauen und daher erst gezielt mit leichteren Büchern zum Lesen motiviert werden müssen.

„Die Sonderauswertung verdeutlicht, dass Kinder beim Erwerb und Ausbau der sprachlichen Kompetenzen gezielte Unterstützung in ihren Grundschulen benötigen, besonders, wenn ihre familiäre Umgebung eher wenige Lerngelegenheiten für den Aufbau sprachlicher Kompetenzen im Deutschen bietet“, führt Bildungsforscherin Nele McElvany aus. Der Förderbedarf in Bezug auf den Wortschatz sei besonders groß bei Kindern, die nie oder nur selten Bücher lesen, selbst nicht in Deutschland geboren sind und deren Eltern einen eher niedrigen Bildungsabschluss haben. Daher müsse die systematische Förderung bestimmter Schülergruppen in den Schulen, besser noch bereits im Kindergarten, verstärkt werden.

Nele McElvany ist Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Schulentwicklungsforschung. Foto: IFS

Das Forschungsteam betont: „Sämtliche Studien in den letzten Jahren machen deutlich, dass Sprachkompetenzen unabdingbar sind, um einen erfolgreichen weiteren Schul- und Lebensweg zu ermöglichen. Um mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland zu erreichen, ist daher in den Schulen ab der ersten Klasse eine regelmäßige Diagnostik der Sprachkompetenzen mit daran anschließender gezielter Förderung unter Einbezug der Familien dringend angeraten.“

„Diese Forderung formuliert einen hohen Anspruch an die Schulen, von denen viele zurzeit froh sind, wenn sie ihre Stundentafel unterrichten können“, meint  dazu die nordrhein-westfälische Landesvorsitzende des VBE, Anne Deimel. „ Regelmäßige Überprüfungen der Lese- und Sprachkompetenzen gehören zum Unterricht, Verbesserungen können aber nur erzielt werden, wenn eine anschließende individuelle Förderung der Kinder gewährleistet werden kann. Dafür fehlt in vielen Schulen aktuell schlichtweg die Zeit.“

Unterschiede im Wortschatz aufgeteilt nach Schüler*innenmerkmalen

Weiter kommentiert sie: „Erneut bestätigt eine Untersuchung unsere Forderungen nach kleineren Lerngruppen und stärkerer individueller Förderung. Genau das brauchen Schülerinnen und Schüler, die aufgrund ihrer persönlichen Hintergründe einen geringeren Wortschatz aufweisen. Es ist dramatisch, dass sowohl in den Schulen als auch in den Kitas dafür ausreichend Fachkräfte fehlen“, so kommentiert die Ergebnisse. Laut Schulministerium fehlen allein in den nordrhein-westfälischen Grundschulen rund 3400 Lehrkräfte. Deimel: „Bildungsgerechtigkeit kann nur erreicht werden, wenn Schulen über ausreichend finanzielle, sächliche und personelle Ressourcen verfügen. Eine gute Ausbildung für alle Kinder muss das Ziel sein.“ News4teachers

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie sind hier verfügbar.

Institutsportrait

Das interdisziplinäre Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der TU Dortmund ist als Forschungseinrichtung an der Schnittstelle von Wissenschaft, schulischer Praxis und Politik angesiedelt. Die durch fünf Professuren und rund 40 Mitarbeiter*innen gestalteten Forschungsbereiche des Instituts arbeiten zu aktuellen Themen im Bereich der Empirischen Bildungsforschung mit dem Ziel, schulische Lern- und Entwicklungsprozesse, Schulentwicklung und Bildungsergebnisse im Kontext ihrer individuellen, sozialen und institutionellen Bedingungen zu erfassen, zu erklären und zu optimieren.

Alarmierende IQB-Studie: Lehrerverbände greifen die Kultusminister an – „Bildungspolitik verfehlt ihre Ziele haushoch!“

 

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Georg
1 Monat zuvor

Die Angebote müssen halt genutzt werden und setzen ein gewisses Maß an intrinsischer Motivation oder äußerem Druck voraus. Die aktuelle Grundschulpädagogik nimmt ersteres und zweiteres an und verzichtet auf letzteres.

Rike
1 Monat zuvor

Es ist erschreckend, wie schlecht die sprachlichen Fähigkeiten meiner 7. Klässler (Gesamtschule) sind. Als Antworten dienen Einwortsätze, gestammelte Wortfetzen, zusammenhanglose Wortgruppen oder das Berühmte “Sie wissen schon, äh, was ich meine…” – nein, weiß ich nicht. Mit Erklärungen in Fachsprache – Fehlanzeige. Bei mir ist jetzt Antworten im vollständigen Satz mit Subjekt, Prädikat, Objekt Pflicht. Reaktion meiner SuS: “waren Sie mal Deutschlehrerin?” (Bei mir geht’s um Mathe und Physik)
Einfachste Arbeitsanweisungen werden zwar recht fehlerfrei vorgelesen, aber deren Inhalt erschließt sich den meisten nicht. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, wir müssten weit in die GS zurück. Dafür ist gar keine Zeit.
Von Anstrengungsbereitschaft und mangelnder Konzentrationsfähigkeit ist ja in diesem Forum schon an anderer Stelle genug gesprochen worden.

Tigrib
1 Monat zuvor
Antwortet  Rike

Gleiches bei mir, ist aber eine Realschule.

Ron
1 Monat zuvor
Antwortet  Tigrib

Diktate aus der Orientierungsstufe Klasse 6 (integrativ) von vor 20 Jahren sind an der KGS 7 RS nicht mehr schreibbar. Teilweise kennen die Jugendlichen nicht mal mehr alle Begriffe. Dabei ist die überwiegende Mehrheit deutschsprachig aufgewachsen und es handelt sich um keine Brennpunktschule.

Mein_Senf
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Dem kann ich nur zustimmen! Inzwischen muss ich Materialien aus der Grundschule für meinen Unterricht in der 5./6. Klasse nutzen….

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Rike

„Es ist erschreckend, wie schlecht die sprachlichen Fähigkeiten meiner 7. Klässler (Gesamtschule) sind.“

Erschreckend auch in der 7. Klasse Gym, Bayern.
Insgesamt ist es erschreckend, dass jemand immer noch 7. Klasse Gymnasium besucht, und kennt keinen Fälle. In der Klasse meiner Tochter ist das fast normal.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Erschreckend ist das auch bei uns – SH.

Erschreckend sind auch die Noten. Kaum eine 5, die meisten werden auf MSA bewertet……

Ehrlich – wir sollen fördern und fordern….

Ich fordere seit September die Anschaffung eines in Regelhefts.

Überforderung pur.

Und dann will ich auch noch Inhalt….
Und dass sie sich morgen noch erinnern….
Und nachhaltiges Lernen….
Wo doch Lernen schon kaum noch geht….

Vollständige Sätze üben wir auch. Seit zwei Jahren. Klappt, wenn ich sie dran erinnere….

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

„Und nachhaltiges Lernen….“

Wie geht das?
Ich frage ganz ernsthaft. Ich habe es nach xy Jahren endlich hinbekommen. Aber das passiert nicht in der Schule, an keiner Schule. Stichpunkte sind kein nachhaltiges Lernen.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Riesenzwerg nicht falsch verstehen. Nicht als Attacke an Lehrer zu verstehen, nicht schon wieder.
 
Aber was ich sehe jeden Tag. Stichpunkte und Stichpunkte in jedem Fach, jeden verdammten Tag. 12-jährigen sind keine Studenten, verdammt noch mal.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Rike

Ich verstehe es nicht einfach.
 
Mein Deutsch ist wirklich schlimm, ich mache so viele Fehler, besonderes, wenn ich spreche.
 
Meine beiden Kinder sind trotzdem top in deutsche Sprache 4. und. 7 Klasse und dann noch nach zwei Jahren Homeschooling.
 
Ich verstehe es nicht, wie ist das möglich. Was machen die Kinder heute? Rein gar nichts mehr für die Schule.
 
Aber ich sage es euch ganz ehrlich, das ganze Nichtstun, und Schule ist ein Spaß-Ort, fängt schon in der Grundschule an.
 
Ich kämpfe mit jüngeren Sohn immer noch dagegen. Nein, keine Spielkonsolen in meinem Haus. Hast du nichts mehr zu tun heute? Langweilig während die Schwester Vokabel weiderholt? Bitte, lese. Das ganze Buchregal voll von Büchern und Enzyklopädien. Also bitte, hier, bediene dich. Und tatsächlich nach einer Weile…“oh schau das ist interessant, das ist verrückt, Maaaaamama hast das gewusst? Usw…
 
Den Kindern fehlt an Alternativen und an Bock von Eltern und von der Schule.
 
Ein richtiges Buchempfählung habe ich nie von GS bekommen. Und habe es danach gefragt.

Ça me fatigue
1 Monat zuvor
Antwortet  Rike

Volle Zustimmung!

CoronaLehren
1 Monat zuvor

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.

Alt, aber wahr.

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil; wer es dann noch versteht, der ist der König.

Drei oder vier Zeilen Aufgabentext reichen in der Oberstufe bei so manchem Schüler (m/w/d) für ein totales Fiasko.

4 Stunden und mehr pro Tag am Telefon, 5 Minuten oder so für die Hausaufgaben.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  CoronaLehren

Ja, aber ehrlich, schauen wir mal auch die andere Seite.
 
Ich würde gerne hier Vertretungsstunden meiner Tochter senden.
 
Jede Woche, buchstäblich jede Woche Vertretungen von der Lehrschaft, dass mit dem Fach gar nicht zu tun haben.
 
Morgen schon wider, statt 2 Stunden Mathe (SA Durchschnitt 4.0) und Deutsch (auch Blockstunde (SA Durchschnitt 3,4) Vertretungen von 4 verschiedenen Lehrer.
 
Andere Fächer ebenso. Jede Woche irgendjemand, seit dem September.
 
Und sind die Kinder schuld. Und tut mir Leid das betonen zu müssen, aber 12-jährige sind immer noch Kinder.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Der Lehrermangel und das Spardiktat der Kultusministerien machen sich halt bemerkbar – es gibt keine echte fachliche Vertretungsreserve. Und grad stürmen Erkältungskrankheiten plus Corona durch die Schulen: das trifft dann eben auch die Lehrkräfte.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

(Chronischer) Krankenstand bei seit langem chronischer Unterbesetzung führt nun mal genau dazu.

Ich kann kein Physik, lasse von Chemie die Finger. Bio geht, wenn ich keine Rinderaugen oder Fische sezieren muss. In Französisch brauch ich einen Tag Vorlauf.

Wir sind zwar für alles verantwortlich (laut unserer Glorreichen 16, und Schuld sind wir sowieso!), können aber nicht einfach alles.

Mathe in Klasse 5 unterscheidet sich nun mal von Mathe in Klasse 8.

Oft wissen wir nicht, welches Thema gerade dran ist und hüpfen sehr spontan in den Unterricht.

Mich auf Vertretungsstunden inhaltlich vorzubereiten, habe ich nahezu aufgegeben – hat mich teilweise Stunden gekostet (Hintergrundrecherche Klasse 10 Geschichte zum Beispiel) und am nächsten Tag war sowieso eine andere Klasse mit einem anderen Fach dran. …

Ja, für Schülys ist das sehr nervig.

Für uns auch.

Letzte Woche die erste Woche, in der keine Klasse ELZ (Eine Lange ZockZeit) hatte. Aufgaben werden nahezu selbstverständlich nicht gemacht.

Es ist überall schlimm – flächendeckend.

Und aus dem Grund halte ich es für eine Katastrophe.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

„Es ist überall schlimm – flächendeckend.“
 
Ja. es ist leider. Und die Kinder leiden darunter und zwar ganz schlimm. Sie denken sie sie Blöde, und dem ist es nicht so. Im vielen Fällen nicht.

Biggi Reiß
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Vielleicht sollten Sie selber erst einmal auf eine grammatikalisch korrekte Aussprache achten?!?

Digitale Bildung
1 Monat zuvor

[…Häufiges Lesen an digitalen Geräten weist dabei einen negativen Zusammenhang mit dem Wortschatz der Kinder auf.. Bildungsforscher Ludewig führt aus: „Der Wortschatz ist am kleinsten, wenn Kinder oft an digitalen Geräten lesen und gleichzeitig selten bis nie ein Buch.“…]

Wenn ich also keine Bücher lese, dann kann ich meinen Wortschatz allein dadurch erhöhen, dass ich auch keine Texte mehr auf digitalen Endgeräten lese?

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Digitale Bildung

Ja, weil die Texte wahrscheinlich älter sind.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Digitale Bildung

Wer glaubt, dass Kinder am Smartphone LESEN… äh, ja, ich gehe mal zu heftigem Pädagogenkopfnicken und verständnisvolker Kopfschräglage über…

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Ich schließe mich an und erweitere das Repertoire um „Schlag die Hand vor die Stirn“, wenn ich alleine bin.

Dann nimmt auch das Kopfschütteln zu, wobei die verständnisvolle Neigung verschwindet. 😉

Leseratte
1 Monat zuvor

Da brauche ich keine Studie… die habe ich täglich im Unterricht. Und ich rede nicht von Grundschülern, sondern von Gymnasiasten. Selbstverständlich gibt es auch SuS, die sich gut ausdrücken können, die ziemlich korrekt die Rechtschreibung und Grammatik beherrschen und deren Texte man gut lesen kann, weil die Handschrift in Ordnung ist. Aber all das kann man nicht mehr als normal voraussetzen. SuS, die jetzt in den oberen Klassen sind, daddeln ja schon einige Jahre auf ihren Handys und iPads herum. Gelesen wird nur, wenn es Pflicht ist, und selbst dann oft ungern. Einfache Kurzgeschichten (Kl.9) ohne jegliche Fremdwörter werden von etlichen SuS nicht verstanden. Da fehlen mir die Worte. Folge: SuS können auch keine Inhaltsangabe schreiben, die zur Interpretation mit dazugehört. Vom Deuten der Geschichte ganz abgesehen. Und diese SuS kommen leider auch nicht auf die Idee, den Text ein zweites oder drittes Mal zu lesen. Ist ja anstrengend. Sie belassen es dabei, dass sie den Text nicht verstanden haben. Und da sind SuS mit dabei, von denen ich das nicht vermutet hätte. SuS schreiben zu wenig mit der Hand in zusammenhängenden Sätzen. Ich erwische mich selbst dabei, dass es mich nervt, wenn sie zum Abschreiben eines kleinen Tafelbildes 15 min brauchen, wozu SuS früher einen Bruchteil der Zeit gebraucht hätten. Und dann kommt auch schon die Frage, ob ich es nicht per AirDrop oder per Schulcloud versenden könnte oder sie ein Foto vom Tafelbild machen können. Oft gibt man sich aus Zeitgründen mit Stichpunkten zufrieden. Und da privat Lesen für viele SuS nicht an der Tagesordnung ist, fehlt eben auch der dadurch mögliche Erwerb von (auch älterem) Wortschatz (SuS Klasse 7 wissen z.B. nicht, was ein Kahn ist – nein, ich meinte nicht Oliver 😉 ) Und das wird noch schlimmer werden, fürchte ich. Die paar Stunden Deutschunterricht können das allein nicht richten…

Mankannesnichtfassen
1 Monat zuvor
Antwortet  Leseratte

Den Ausführungen schließe ich mich vollumfänglich an.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor

Me too!

Ron
1 Monat zuvor
Antwortet  Leseratte

Fuhrwerk, Wagon, Mätresse, figurativ, Überquerung, Gefilde, Fittiche, immanent, Kadaver, vulnerabel, Koexistenz usw. usw.
Auch für Oberstufenschüler teils eine Fremdsprache…

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

@ Redaktion: Sie hatten mal rhetorisch gefragt, was denn „Allgemeinbildung“ im 21. Jahrhundert noch sein soll. Hier sehen Sie die Antwort: Ein großer Wortschatz in der Muttersprache, zumindest passiv. Wer zu viele Wörter erst googeln muss, kommt beim Lesen nicht voran.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Ich stimme zu. Auch Zusammenhänge kann man erst erkennen, wenn man die einzelnen Protagonisten kennt. Vernetzung von Wissen geht nicht ohne Wissen über die zu vernetzenden Inhalte.

WombatLover
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Deich! Aus einer Buchbesprechung zu Janosch: Das Buch ist für Kinder nicht geeignet, weil es so schwere Wörter enthält, wie z.B. Deich. Die Buchbesprechung war von einer deutschen Muttersprachlerin, die in der Sozialassistentenausbildung war. Das ist jetzt bestimmt schon zehn Jahre her.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  WombatLover

Beim gemeinsamen Lesen kann man den Kindern die unbekannten Wörter ja erklären. Ich würde dieses Buch also nicht gleich als ungeeignet bezeichnen. Allerdings ist mir in den letzten Jahren zunehmend aufgefallen, dass Schüler kaum noch fragen, wenn sie ein Wort nicht verstehen. Meist fragen die Kinder nicht-deutscher Herkunft. Wenn ich dann die Muttersprachler bitte, es ihnen zu erklären, stellt sich dann oft heraus, dass ein großer Teil es auch nicht weiß. Meine „Küchenpsychologie-Erklärung“: den Kindern wird immer mehr das Fragen abgewöhnt, weil kaum noch jemand Zeit hat. Irgendwann geben sie dann eben das Fragen auf.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ähm, ich habe das so verstanden, dass die junge Dame, die in der Ausbildung zur Sozialassistentin war, das Buch als ungeeignet erklärt hat.

Vielleicht hat sie das Wort ja auch schon nicht verstanden oder kam (was für ein Wunder!) gar nicht auf die Idee, nachzugucken und ggf. den Kindern zu erklären.

Das Niewo sinkt beträchtlich. In allen Bereichen.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  WombatLover

Tja, das ist ein Dilemma: Kinder in Oberbayern wissen nicht, was ein Deich ist, und Kinder in Schleswig-Holstein wissen nicht, was eine Alm ist. Sollen Grundschulkinder eigentlich wissen, was queer bedeutet? Die GEW wollte jedenfalls mal „mehr queere Bildung“ in die Schulen bringen.
Jedenfalls verlangt eine Beispielaufgabe zum IQB-Bildungstrend 2021 beim Hören die Wörter „Quelle, Brunnen, Fluss, Wasserleitung“ sowie auch „Schulausbildung“.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  WombatLover

Mir wird schlecht….

Sandrina
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Ich habe dazu eine interessante Anekdote: mein Sohn- damals noch in der fünften Klasse Gymnasium- sollte im homeschooling eine Aufgabe in Politik zum Thema „Nachhaltigkeit“ bearbeiten. Die Lehrerin schrieb ihm zu seinem Text, dass es wichtig sei, dass er die Aufgaben selbstständig bearbeite. Auf seine Antwort, dass er den Text selbstständig verfasst habe, sagte sie, sie sei etwas perplex, weil selbst Schüler der Oberstufe sich teilweise nicht so wortgewandt ausdrücken würden.
Auch ich war etwas perplex in dem Moment, in dem mein Sohn mir die Antwort der Lehrerin zeigte, denn seine Antwort empfand ich als recht normal für rinen offenen und an Vielem interessierten 10- jährigen.
Wenn ich Obiges lese, wird ein Schuh daraus…

Ron
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandrina

Die Niveaus und damit auch die sprachlichen Kompetenzen gehen mittlerweile extrem auseinander. Genau das ist auch ein Grund, warum ich die gemeinsame Beschulung aller in integrativen Klassen oder Kursen in höheren Jahrgängen ablehne. Mit „Digger, voll krasser Scheiß“ kann man schlecht Thomas Mann interpretieren.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Das ist selbst bei Micky Mouse nicht mehr möglich 😉

Aber selbst einfachste Satzgebilde mündlich sind schriftlich nachvollziehbar.

E.v. Hirschhausen sagte mal: „Je höher der Absatz, desto kürzer der Hauptsatz.“

Das gildet inzwischen auch fast für alle.

Is nämlich anstrengend. So!

Inhaltsangaben nicht möglich – da wird einfach der Text abgeschrieben.

Interpretation – lang geübter Automatismus des gekonnten Schulterzuckens bei ausdruckslosen Gesichtern. Vor allem, eenn es um Texte geht. Figuren aus Film und von YouTube (seufz), gehen da schon eher.

Kurzgeschichten sind eindeutig zu lang und Mini-Sagas mit 50 Wörtern werden inhaltlich nicht erfasst. Klasse 9 bis 10.

Ursprünglich gedacht für Klasse 8.

Tigrib
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Ich ergänze aus meinem dezeitigen Unterricht: Tal, Herzog, Moor, Pfarrer, Pfand,… Wohin soll das alles führen? Vieles läuft heute nach dem Motto “ Kümmer dich selbst drum. Mach dich schlau“ egal ob Bahntarif oder Stromanbieter usw. Ich seh sowas von schwarz für die Zukunft…

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Tigrib

@Tigrib

Gilt nicht – bisher – die Regel, dass man Farben nicht steigern kann?

So viel zu :

  • Wohin soll das alles führen?
  • Ich seh sowas von schwarz für die Zukunft…

Ich spüre ebenfalls ein immer größer werdendes Unbehagen.

Zusatzmaterial für Kenner (= diejenigen, die schon 20 Jahre oder länger LK sind und daher die Entwicklung überschauen): „Unbehagen“ möchte ich als Euphemismus verstanden wissen! 🙁

Ron
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Erst knackt es im Gebälk (schon wieder so ein Fremdwort *), ab einem gewissen Punkt bricht dann alles rasend schnell in sich zusammen. Das erleben wir gerade. Trotzdem gibt es weiter Ignoranten (noch eins *), die das Offensichtliche (*) leugnen (*) oder beschönigen (*).

Kann man das auch in Deutsch für schlichte (*) Gemüter (*) einfacher ausdrücken?

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

@Ron

„Kann man das auch in Deutsch für schlichte (*) Gemüter (*) einfacher ausdrücken?“

Kann man.
Die wenigen (englischen) Worte ganz am Ende kann man einfach außer Acht lassen, bei allem was bisher schon konsequent ignoriert worden ist.

Wohin führt konsequente Ignoranz (der Warnungen von Menschen, die sich mit der Materie auskennen, weil sie in diesem Bereich tätig sind)?
Antwort ohne Worte, aber dennoch deutlich hier:
Die bunten und bewegten (Jubel!!!) Bilder sprechen für sich und sie sprechen zu all jenen, die ihre Aufmerksamkeit für den Zeitraum von 2:50 aufrecht erhalten können:
https://www.youtube.com/watch?v=_RcVzevWX4U

Joa, dann wäre wohl – ohne Worte – alles gesagt.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Natürlich: Mit dem Button „in einfacher Sprache“. 🙂

Sandrina
1 Monat zuvor
Antwortet  Leseratte

Da fehlen mir tatsächlich die Worte. Das ist erschreckend.

Ça me fatigue
1 Monat zuvor
Antwortet  Leseratte

Dem schließe ich mich an!

Oft glauben die SuS auch nur, sie verstünden den Text. Es ist dann relativ schwierig, bis man herausfindet, welche Wörter fehlinterpretiert werden.

Ich stelle auch fest, dass Handschriften oft nicht mehr zu entziffern sind. Dabei ist es egal, ob es sich um Buchstaben oder Zahlen handelt. Viele dieser Sus schreiben die Zahlen und Buchstaben falsch herum, sie beginnen z.B. von unten, wenn sie eine 9 schreiben … das zieht sich durch die ganze Schrift. Entsprechend sieht es aus.

Schreibschrift ist kaum mehr vorhanden, deshalb dauert das Schreiben auch so lange.

Es fehlen Buchstaben am Ende vieler Wörter.

Es ist abenteuerlich!

Da wird hoch, tief, vorne, hinten etc. verwechselt.

Adjektive sind Mangelware.

… und jeder ist nett.

Einen Vorgang mit eigenen Worten zu beschreiben ist für viele SuS ein unlösbares Problem.

Genaue Beobachtungen ebenso.

Alles muss schnell und oberflächlich geschehen und mit möglichst wenig Aufwand.

Früher war das die Ausnahme. Heute sind diejenigen die Ausnahme, bei denen das nicht so ist.

Auch bei mir handelt es sich nicht um Deutschunterricht.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Ça me fatigue

Druckschrift ist richtig prima – h ie r ei n buc hs abe, d ort e in buch sta b e….

Ist doch kein Wunder, dass nichts mehr geht.

Schwungübungen sind verpönt. Von ollen, dollen, nicht in der Schule seit tausend Jahren seienden Didaktikerys und Expertys in Irgendwas.

Ich mache sie mit meinen Legis gerade – die sind begeistert. Die Buchstaben werden geübt, ohne als Buchstaben erkennbar zu sein. Und dann – nur noch dtei Bögen und wir haben da kleine M. !

Stifthaltung Katastrophe. Völlig verkrampft.

MeinSenf
1 Monat zuvor
Antwortet  Leseratte

Das kann ich voll ung ganz bestätigen!

Leider ist das bei uns – auch Gym – ebenso. 🙁

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Leseratte

 
Wir haben Gymnasium gewechselt aufgrund des Umzugs und wir überlegen uns schon wohin jetzt. Das Niveau ist dermaßen niedrig, dass sogar einige Lehrer das unterstützen, weil sie offensichtlich nicht mehr dagegen tun können oder tun wollen, wie es mir nach ein paar informativen Gesprächen schien.
 
Der Klassenlehrer unterrichtet Englisch und die ganze Klasse, außer vier Kinder (die, die gut in Englisch sind natürlich) findet ihm schlecht. Er ist neu an der Schule und nie an einem Gymnasium hatte er unterrichtet. Der Klasse bezeichnete er als äußerst schlecht und erklärte ihr, dass ein Gymnasium freiwillige Wahl ist. Der Einsatz ist groß, aber auch die Belohnung. Die Hälfte der Klasse hat nicht mal verstanden, was das bedeutet. Offensichtlich haben viele Eltern gegen ihm geklagt, weil kurz darauf saß Leitung am Unterricht.
Die Klasse hat wegen der Unzufriedenheit schon ein Paar Stünden verloren, weil statt sich zu beklagen, hat ihr nicht in Sinn gekommen, zu lernen.
 
Uns wurde ständig gesagt (GS und Gym), dass unsere Kinder auf zu hohem Level arbeiten und ich finde es dabei, es gibt immer noch Luft nach oben. Meine Tochter machte eine ganz normale Präsentation (7 Kl.), die als UNI Niveau eingestuft wurde.
 
Die Tochter ist schon jetzt frustriert, da sie keinen richtigen Austausch und Anreiz finde. Zwei Kinder in der Klasse haben von irgendetwas mehr eine Ahnung und überhaupt irgendwelche Interessen, als nur Spaß.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Tja, das ist unsere Bildungsgesellschaft.

Bitter.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Leseratte

Und was ich immer gerne betone, meine Kinder sind dabei keine Wunderkinder oder speziell hochbegabte Kinder. Sie sind ganz normale Kinder, denen sehr früh und erneut erklärt wurde, was Schule und Bildung genau bedeuten (oder bedeuten sollen).
 
In GS hat mich das eine Paar Nerven mehr gekostet, da sich die ganze Gesellschaft in eine ganz andere Richtung dreht, aber es hat sich gelohnt. Und mit dem Sohn ist schon um einiges leichter, da er seine Schwester gerne toppen will.
 
Aber es droht ständig das Gefahr, besonderes in der Pubertät, dass das, was sie von zu Hause bekommen haben vergessen werden und mehr als ihren Klassen sein wollen. Irgendwann.

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

Warum nur sind immer alle so sorgenvoll verkrampft? Einfach mal loslassen, geschehen lassen, Mut fassen, kreativ denken und ein wenig Schwerelosigkeit spüren. Der freie Fall ist doch nicht so schlimm.

Alexander Christ
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Richtig 🙂
Denn…wie sagte schon der Weltenvordenker des WEF. Ihr werdet nichts mehr besitzen, vor allem keinen Verstand, aber ihr werdet glücklich sein.

Ach nee stop, das mit dem Verstand hat er glaube ich nicht gesagt? Oder? 😉

Ron
1 Monat zuvor
Antwortet  Alexander Christ

Ihre Ergänzung des Zitats um den Punkt Verstand ist schon inkludiert mitgedacht. Nur eine verdummte Bevölkerung lässt sich alles abnehmen und fühlt sich dann auch noch auf der richtigen Seite. Bereits bei den ersten PISA-Untersuchungen war ich skeptisch. Wer untersucht da eigentlich was? Und nach welchen Kriterien wird Bildung da bewertet und in Folge verändert? Gemacht von der Organisation für wirtschaftliche (!) Zusammenarbeit (OECD) ging es in meinen Augen um weltweite Vereinheitlichung und Fokussierung auf ökonomisch nutzbare Skills. Die klassische humanistische Bildung wurde überflüssig. Meine Tochter hat bis zur 9. Klasse kein einziges Buch im Deutschunterricht gelesen, dafür viele Poster, Mindmaps und Powerpoints angefertigt. Der Inhalt war oft banal oder inhaltlich nicht durchdrungen. Sie ist nun fast bereit für einen Marketingjob in der Wirtschaft oder eine Politikerkarriere.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Alexander Christ

Das weiß nur, wer lesen kann… ein durchaus witziger Teufelsdingens, äh, Kreis, ey aldah?

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

3 haben die Ironie nicht erkannt.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Doch. Aber warum alles verraten..
seit 29 von 30 Stockwerken geht es doch gut…

Konfutse
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Ja, da fängt es schon an…..

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Das ist fie Dache mit dem Lesen und dem Denken… 😉

Hat sich auf 5 erhöht. Traurig, aber erkenntnisreich.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

die Sache

Mankannesnichtfassen
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Der Fall endet aber am Boden!

447
1 Monat zuvor

/sarc on 🙂

Sie übler Querlehrer, Sie! Hören Sie sofort auf, die beste Schule in der wir je gelehrt haben zu delegitimieren!
Sie werden sonst damit bestraft, Bildungsforschungsergebnisse lesen und glauben zu müssen!

/sarc off 🙂

Mika
1 Monat zuvor

Nee, Dil meint bestimmt sowas wie WEM-Fall oder Wer- Fall.

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

@Mika

WEM-Fall …?
… oder WM-Fall? 😉

Jaja, ich weiß ja: Das Folgende hat nur anekdotische Evidenz, aber für eine Studie fehlen mir Zeit, blöde Ideen und Fördergelder – also nehmt das, Leidens-Gesellen:
Tatsächlich passiert, vor ungefähr 27 oder 28 (!) Jahren:
Damals habe ich als Studi Nachhilfe gegeben und eine Mutter hat ihrem Kind – mit Nachdruck! – gesagt, dass das Wort „wieso“ ohne „e“ geschrieben wird.

Ich habe dann mit dem Kind zusammen in meinem eigenen Duden (als „Beweis“ mitgebracht!) nachgesehen.
Das Kind war
1) erstaunt,
2) ratlos, wie es denn jetzt mit dem neuen Wissen umgehen solle, denn es wolle der Mama ja nicht widersprechen!
Das war ein ernsthaftes Dilemma!

Ich habe dann beim Kind mal nachgefragt, wie die Mama denn auf die andere Schreibweise gekommen sei und wo sie nachgeschaut habe, wenn das im Duden doch bekanntlich richtig stehe?!
Antwort schon damals: „Wir haben keinen Duden zuhause.“
Meine nächste Frage war dann, woher die Mama denn dann „ihre“ Schreibweise wüsste?
Antwort: „Sie hat in der Fernsehzeitung nachgesehen.“ (ZDF „WISO“ !!!)

Meine nächste Frage? – Hat sich dann erübrigt.
Mir wurde schlagartig einiges klar.

Allerdings habe ich damals nicht damit gerechnet, dass es soweit bergab gehen würde wie bis zu dem heutigen Stand, und das ist noch nicht die „Endstation“ – sorry folks! 🙁

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Aber der Aufprall tut immer so weh. 😉

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Mir wird sch drei Meter über dem Boden übel….
Ich fürchte, wir fallen tiefer.

Aber – Phönix steht aus seiner Asche wieder auf, vielleicht auch… wir, Schülys, S c h u l s y s t e m?

Bleibt dann alles gleich?

Bin mir nicht ganz sicher, ob sich der Phönix grundsätzlich ändert oder einfach als der alte wieder erscheint… Grübel 😉

vonPOSbisGSmitgymOS
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Vermutlich wird er zumindest schonmal als „Fön-x:innen“ oder einem (noch zu kreierenden?) schlimmeren Bastel-Wort erwähnt werden wollen… Hand vor die Stirn schlag und mit den Augen rolle

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

@Riesenzwerg

Bleibt dann alles gleich?

Phönix aus der Asche?

… oder ist das eine Verwechslung?
… mit Punxsutawney-Phil?
https://de.wikipedia.org/wiki/Und_t%C3%A4glich_gr%C3%BC%C3%9Ft_das_Murmeltier

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Mit GLÜCK und den richtigen 16 Glorreichen …. ÄNDERUNG!

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Mein erster Text hierzu ist wech….

Also : Mit GLÜCK (der gute Phil fand ja seine Liebe, schmilz dahin) und 16 kinderlieben GLORREICHEN gibt es …… ein AUFWACHEN und VERÄNDERUNG…

Ob wir das noch erleben, steht in den Sternen. Aber vielleicht weiß das ja auch der Geier – der weiß ja so ziemlich alles.

Geier for KuMis!

Marek Niestroj
1 Monat zuvor

Die Überschrift ist missdeutig. Es geht nicht um das Medium, sondern den Inhalt. Wenn die SuS nur das Telefonbuch auf Papier lesen, werden Sie auch keine Fortschritte beim Wortschatz machen. Man kann auf elektronischen Geräten auch längere Texte lesen.

Rike
1 Monat zuvor
Antwortet  Marek Niestroj

Zu letztem Satz: Ja, Marek, Sie wissen das (und ich auch) – aber unsere Schüler????

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Marek Niestroj

Mit einem Handy längere Texte? Das wird aber mühsam. Ich finde den Seitenumbruch bei längeren Texten auch auf einem größeren Bildschirm „zum Abgewöhnen“: man erwischt meist den Ausschnitt, den man gerade nicht haben will. Und die richtige Stelle zu suchen, wenn man sie verloren hat, das kann nervig sein.
Erst preist man die Digitalisierung, und dann entdeckt man auch mal ein Haar in der Suppe. Diese naive Vorstellung, man könne durch irgendwas reine Vorteile abholen, ohne Nachteile befürchten zu müssen, scheint mir typisch für alle Schulreformen „von oben“ zu sein. Die „Schulentwicklungs-forschung“ hat es leicht: die einen propagieren was, und die anderen können später die Nachteile herausfinden, jeweils drittmittelfinanziert. So hat jeder immer zu tun.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Man vergleicht ja nur die Vorteile des Neuen mit den Nachteilen des Alten.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Alternative: Auf Arbeit „ja“ sagen wie politisch gewünscht, zu Hause wird verpflichtend gelesen und das Smartphone wird entsprechend reguliert.

Nach ein oder zwei heftigen Rebellionsversuchen akzeptiert das Teenagerkind zähneknirschend die üble Unterdrückung – und zieht zwei Jahre später den Mitbewerbern entsprechend davon.

Dann wieder auf Arbeit fahren, „ja“ sagen – innerliches Grinsen ist angesagt… geliefert wie bestellt @ Gesellschaft.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Und unsere KuMis und DigitalFans glauben dann: Wussten wir doch immer! Klappt! …

und schlagen sich wieder mak gegenseitig auf die erfolgsgewohnte Schulter….

Ich bin nicht gegen lesen und Handy weg.

Ich bin dagegen, dass das Ergebnis beim Ja-Dagen und Nein-Handeln komplett falsch verstanden wird und uns dann noch mehr Unsinn einbrigt.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Marek Niestroj

In unserer Klasse gibt es genau 2 Kinder, die auch im Klassenchat auf Rechtschreibung und Satztaufbau achten.
 
Meine Tochter wurde sogar von Klassenkameraden beschimpft, dass sie Ski-Lager mit ihrem Hochdeutsch nicht überlebt.
 
Dann habe es vorgeschlagen, bitte versuch bisschen Jugendsprache zu nutzen, weil ich weiß, dass sie es kann und es manchmal wirklich nötig ist. Ich sage ihr immer, ein guter und erfolgreicher Mensch spricht alle Sprachen der Welt. Sie versucht es ja, aber sie fühlt sich beschissen. Sie ist immer noch ein Kind, und alles was sie verstehet, dass jede Sprache sehr ausdrückreich ist, auch ohne umgangssprachliche Form. Sie liest viel.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Was bitte haben Ski-Lager mit Hochdeutsch zu tun? Und was hat Hochdeutsch mit Rechtschreibung zu tun? Für Dialekte aller Art gibt’s keine verbindliche Rechtschreibung, das kann jeder so halten wie er will. In der Schweiz erscheinen Wahlkampfparolen sogar auf Plakatwänden in Dialekt, das sieht dann ziemlich schräg aus. Asterix und Obelix gibt’s jetzt auch in allerlei Dialekten.
Aber interessant ist, dass Schüler/innen gemobbt werden, weil sie in der Schule „zu gut“ sind, und dass dem dann nachgegeben wird. Diese Ursache für die allgemeine Bildungsmisere wird gern unter den Teppich gekehrt.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

„Was bitte haben Ski-Lager mit Hochdeutsch zu tun?“
 
Gute Frage.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Marek Niestroj

Ja. Das tut aber nur, wer schon (für heutige Verhältnisse) sehr gut lesen kann.
Bei allen anderen ist youtube, chinesische Angriffshybridsoftware zur Zerstörung der Aufmerksamkeitsspanne (tiktok) und blong-bling-Deutschrap angesagt.

Realist
1 Monat zuvor

„Um mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland zu erreichen, ist daher in den Schulen ab der ersten Klasse eine regelmäßige Diagnostik der Sprachkompetenzen mit daran anschließender gezielter Förderung unter Einbezug der Familien dringend angeraten.“

Ok, schlage dafür den Samstag vor, der Sonntag ist bei vielen Lehrkräften schon für die Vorbereitung der nächsten Woche reserviert…

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Als ob man mit Diagnostik eas üben könne….

Wer ist da im falschen Film? Die mit den lustigen Ideen oder ich mit dem pragmatischen Blick auf die Realität?

Die echte, nicht die virtuelle 😉

Alx
1 Monat zuvor

Die Unterschiede im Wortschatz fangen schon deutlich früher an.

Ich denke es ist sehr bedeutsam ob Eltern mit ihren Kindern sprechen, in welchem Umfang und auf welchem sprachlichen Niveau.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

Das klingt plausibel, aber es macht auch klar: genau in diesem Punkte ist die große Zuwanderung aus dem Ausland problematisch. Im günstigsten Fall kommen Fachkräfte, das ist gut für die Wirtschaft, aber für die Sprache gilt eben das, was Alx schreibt, und zwar praktisch zwangsläufig. Das Resultat ist dann ein Degenerieren der Sprache. Und dass die Kita das einfach so ausgleicht, ist wohl nur eine Wunschvorstellung.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Nein. Die Zuwanderung ist hier nicht das Problem.

Diese Eltern sprechen mit ihren Kindern – die haben einen großen Wortschatz in ihrer Muttersprache.

UNSERE Kinder haben das nicht.

Sie bringen ihn nicht mit in die KiTa, lernen zu Hause während der GS kaum bis nichts dazu und gehen dann auf’s Gymnasium.

Niemand verbietet Eltern und Kindern zu Hause miteinander zu sprechen.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Hhmm, woher wissen Sie das mit dem großen Wortschatz bei allen (?) Zuwanderern? Verstehen Sie alle diese Sprachen? Und warum wird so viel über „bildungsferne Eltern“ geredet, das sind tatsächlich hauptsächlich einheimische Deutsche? Kann ich nicht glauben. In Berlin spricht man davon, dass viele türkische Kinder weder ein richtiges Türkisch noch ein richtiges Deutsch können. Für den Alltag mag das dann knapp reichen, aber kaum für den Deutschunterricht und einen späteren Beruf. Und es gibt mehr und mehr Türkisch für türkische Muttersprachler, man hält das wohl für nötig.
Was ist eigentlich mit den Sprachkitas? Die können doch nicht darauf basieren, dass genügend viele Kinder ein gutes Deutsch sprechen und das den anderen vermitteln, oder?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Erfahrung – und nein, ich kenne nicht alle Sprachen und verstehe sie auch nicht.

Gesehen und gehört – fließende Gespräche zwischen Eltern und Schülys, teilweise mit Geschwistern.

Festgestellt – Übersetzung gefunden, Text verstanden.

Bei uns gibt es Migranten, aber vermutlich im Vergleich zu anderen Schulen eher wenige.

Bildungsfremd sind dann natürlich eher die einheimischen deutschen Kinder. Das kann ich einfach an ihrem Wortschatz erkennen, schriftlich wie mündlich.
Viele Begriffe sind ihnen unklar. Es hapert ja schon an der Aussprache!

Im DAZ-Unterricht lernen die Migranten solche Begriffe … Erstaunlicherweise können die DAZis diese nach einiger Zeit, Voraussetzung sie lernen! Auch die deutsche Grammatik können sie besser als die Einheimis. Ist doch schon komisch, oder?

Bei uns gibt es tatsächlich auch Sprachkurse für türkisch. Das liegt daran, dass die Eltern inzwischen sehr viel und gut Deutsch sprechen und sich tatsächlich in dieser Sprache unterhalten. Damit die Kids den Kontakt zur Muttersprache nicht verlieren – ist ein Kulturgut! – bekommen sie Unterricht in türkisch.

Vielen unserer Migranten ist Bildung doch noch wichtig, sie wollen sich integrieren bleiben, einen Job finden. Das erlebe ich bei vielen deutschen Eltern der zigten Generation anders – nein, sie wollen nicht das Land verlassen, aber auch nicht unbedingt einen Job finden, der eine Ausbildung voraussetzt. Das klappt nämlich nicht, weil die Generation vorher schon aus dem Lernprozess ausgestiegen ist.

Wir sind keine Brennpunktschule, haben aber auch eine eher, hm, bildungsunbereite Klientel. Die Gründe hierfür sind natürlich sehr unterschiedlich. Für manche geht es ums pure Überleben und die Gestaltung des Alltags, eine Struktur für sich und die Kids finden. Das geht nicht ohne Hilfe und diese Hilfe ist eine Hürde, die sie aus Scham oder anderen Gründen nicht überwinden können bzw. wollen.

Fakt ist und bleibt – Der Wortschatz wird immer kleiner.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Die Erfahrungen sind natürlich überall unterschiedlich, aber in den Statistiken wächst die Zahl der Kinder mit „nichtdeutscher Familiensprache“, beim Bildungsbericht Ruhr 2020 waren es in manchen Städten über 40 % (!). Die hören zu Hause kein Deutsch, und dann sollen sie in der Schule auf Deutsch mithalten. Wenn die Deutschen jetzt auch kein richtiges Deutsch mehr können und mit der Aussprache Schwierigkeiten haben, dann wird’s wirklich kritisch, und Hoffnung ist nicht in Sicht. Woher sollte die kommen? Egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund: ein wachsender Anteil erfüllt nicht die Erwartungen, die Tests bestätigen es in der Statistik. Und Sie sagen selbst: der Wortschatz wird immer kleiner. Dabei hängt Bildung jenseits von PISA-Tests und Multiple-Choice-Testaufgaben doch immer auch an einem großen Wortschatz — aktiv wie passiv — zumindest in der Muttersprache bzw. Landessprache. Das ist auch in Fremdsprachen so. Für Employability auf bescheidenem Niveau reicht weniger.

Sandrina
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

Richtig. Und: Kinder lernen nicht von Kindern sich gut auszudrücken. Daher sollte man auch da einen Blick darauf haben, dass viele Kinder bereits unter einem Jahr von morgens bis spätnachmittags in der KiTa oder der Ganztagsschule betreut werden. Dort gibt es eben nicht immer wortgewandte und zugewandte Erwachsene, die überhaupt auch nur zeitlich auf jedes Kind so eingehen können, wie dieses es brauchen würde. Denn sie sind maßlos überfordert mit der Vielzahl an Schützlingen.
Woher sollen diese Kinder einen großen Wortschatz erwerben?
Kinder brauchen bis mindestens zum vierten Geburtstag einen permanent anwesenden, verlässlichen und zugewandten Erwachsenen, der ihnen die Welt eröffnet. Mindestens diesen. Idealerweise nehmen sie natürlich am ganz alltäglichen Leben teil und werden integriert. Einkaufen, Hausarbeit, kochen, backen, Familienmahlzeiten, viel vorlesen, singen, Gesellschaftsspiele spielen. Wo gibt es das heute noch in dem Umfang, in dem ein Kind dies für eine gute (auch sprachliche) Entwicklung benötigt? Und dazu kommt noch die Digitalisierung, social media etc. Selbst die Erwachsenen hängen zum großen Teil wie hypnotisiert davor und bekommen es noch nicht mal mit, wenn das eigene Kind schon seit Minuten neben ihnen steht und ihnen etwas erzählen will.

Konfutse
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandrina

„(…), dassKinder bereits unter einem Jahr von morgens bis spätnachmittags in der KiTa oder der Ganztagsschule betreut werden. Dort gibt es eben nicht immer wortgewandte und zugewandte Erwachsene, die überhaupt auch nur zeitlich auf jedes Kind so eingehen können, wie dieses es brauchen würde. Denn sie sind maßlos überfordert mit der Vielzahl an Schützlingen.“

Sandrina, ein Schlag ins Gesicht für all unsere Erzieher, die sich für die Kleinsten den Hintern aufreißen und möglicherweise mehr Sprache und Zuwendung liefern, als es so manches Kind zuhause erlebt.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

Nein. Das sehe ich anders. Kein Schlag ins Gesicht – eher Verstehen der Situation.

Ihr habt die Kompetenz, aber keine Zeit.

Ihr seit motiviert, aber unterbesetzt.

Ihr könnt sehr viel, schafft es aber nicht.

Ihr wisst, was Kinder brauchen, Gruppen zu groß.

Ihr seid verdammt gut ausgebildet, aber ihr schreibt (unnötige) Berichte.

Ihr kennt eure Kids gut, aber s.o.

Wenn der Krankenstand bei den Kids hoch ist, gibt es doch erst die Möglichkeit, vorzulesen, Wörter zu üben, mit der Schere zu arbeiten, sich einzelnen Kids länger als fünf Minuten zu widmen. Da kann der dringend nötige Kontakt intensiviert werden.

Kleine Gruppe – mehr Zeit für Einzelne.

Sandrina
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

Für den Großteil der Kinder unter drei Jahren gilt dies aber glücklicherweise nicht und diese sind zuhause in der Familie weitaus besser aufgehoben und gefördert.
Daher sollte man sich unbedingt darauf fokussieren, den Kindern ÜBER 3 einen Platz im Kindergarten und die entsprechende Förderung zu bieten, die kein Glück mit ihrem Zuhause haben. Bei Kindern unter 3 sollte eher durch Hilfen IN der Familie angesetzt werden. Aber dafür müsste sich eben leider viel ändern.

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

Als Schlag ins Gesicht empfinde ich das nicht unbedingt. Ich bin zwar schon der Meinung, daß meine Kolleginnen und ich einigermaßen sprachgewandt sind, aber das mit der zu wenigen Zeit, stimmt schon.
Auch daß Kinder zu wenig am alltäglichen Leben teilnehmen, kann ich bestätigen.
Klar wird auch bei uns mal mit einigen Kindern einkaufen gegangen, gebacken, gekocht oder auch handwerklich gearbeitet. Aber wie oft kommt da das einzelne Kind wirklich zum Zuge? Und ja, wir spielen auch Gesellschaftsspiele und lesen vor, aber auch hier wieder: Wie oft kommt jedes einzelne Kind in den Genuß?
Das ist überhaupt nicht zu vergleichen mit dem was Kinder „früher“ (oh Gott, ich hab schon wieder das Pfui-Wort gesagt), im alltäglichen Leben mit der Familie gelernt und ganz automatisch mitbekommen haben.
Sobald ich mich im Kindergarten mit ein paar Kindern hinsetze, um ein Spiel zu spielen oder sobald ich ein Buch in die Hand nehme, bin ich von einer Traube Kindern umringt, die mitspielen wollen oder sich mit in die Leseecke drängen, obwohl gar kein Platz mehr ist. Sie gieren regelrecht nach diesen Momenten der Zuwendung und der Aufmerksamkeit und der Zeit, die ein Erwachsener sich für sie nimmt.
Das Problem ist, daß viele Familien das heute halt nicht mehr leisten können oder wollen.
Auch was zunehmende Digitalisierung und Social Media betrifft, teile ich Sandrinas Meinung.
Aber was tun, wenn es immer mehr Kinder gibt, die in ihren Familien nicht das bekommen, was sie für eine gesunde Entwicklung bräuchten?
Was tun, wenn die personellen Ressourcen in den Schulen und Kindergärten nicht mehr ausreichen, um das aufzufangen, was in den Familien nicht mehr geleistet werden kann?
Ich bin immer hin und her gerissen zwischen, einerseits, Verständnis für die Überlastung vieler Eltern und, andererseits, dem Bedürfnis so manchem Vater und mancher Mutter in den Hintern zu treten und ihnen klarzumachen, daß es eben nicht damit getan ist, das Kind in die Kita zu schicken und zu hoffen, daß die es schon richten werden.
Das Problem ist doch, daß den Kindern heute viel zu wenig ganz normale Alltagskompetenzen mitgegeben werden.
In der Krippe und dem Kindergarten wird den Kindern zwar abverlangt, sich sozial in eine große Gruppe zu integrieren, aber manchmal führt gerade diese Situation zu großem Frust.
Wenn Kinder von morgens bis abends funktionieren müssen, sich einen Wust an Regelungen merken müssen, ohne die der Alltag mit so vielen Menschen auf einem Haufen gar nicht möglich wäre, wenn sie kaum Rückzugsmöglichkeiten haben, nie mal alleine sein dürfen, dann ist das nicht nur spaßig und gut für die soziale Entwicklung.
Es verlangt den Kleinen auch schon wahnsinnig viel ab.
Der Alltag in einem Kindergarten ist nicht vergleichbar mit dem Alltag in einer Familie.
Er ist sicher besser, als in Familien, die in besonders prekären oder desolaten Verhältnissen leben müssen, kann sich aber nicht mit dem Leben in einer intakten Familie messen.
Wir muten unseren Kinder zu viel außerfamiliäre Betreuung zu, davon bin ich überzeugt.
Wir sollten uns verstärkt den Kindern widmen, die von zu Hause zu wenig mit auf den Weg bekommen.
Für alle anderen würde es reichen, für drei, vier oder vielleicht noch fünf Stunden einen Kindergarten zu besuchen.
Den Rest des Tages sollten sie zu Hause, mit Freunden, mit Oma und Opa, mit Mama oder Papa beim Einkaufen, kochen oder Plätzchen backen, mit Unsinn aushecken oder einfach auch mal Faulenzen verbringen.
Da können sie endlich mal ALLEINE und in Ruhe mit ihren besten Freunden spielen, ALLEINE von Mama oder Papa eine Geschichte vorgelesen bekommen, gemeinsam mit Bruder oder Schwester im Dunkeln verstecken spielen oder sonst was tun, ohne daß 20 andere Schreihälse irgendetwas wollen.
Kindergarten ist grundsätzlich gut für die Entwicklung der Kinder. Die Dosis macht das Gift.

Sissi
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Habt Ihr Leseomas/Opas @ Marion?
Das schildern bei uns viele Eltern als Segen. Die Omas/ Opas unternehmen auch oft mehr, außerhalb des KiGa, was besonders für die Kinder, die daheim nicht so mit Zuneigung verwöhnt werden, schön ist. Allerdings lehnen dies einige Eltern auch ab ?!

Gerade werden Plätzchen gebacken, Geschenkchen verpackt,……win-win für alle
(leider gestern live mitbekommen, beim Abholen eines Hochfieberkindes 🙁

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Sissi

Wir hatten vor kurzem Literaturwochen. Da durften Eltern, aber auch Omas oder Opas in die Einrichtung kommen und den Kindern vorlesen. Das ist eine Aktion, die einmal jährlich stattfindet und zwei Wochen dauert. Vorleseomas/opas haben wir nicht.
Allerdings will unsere, sich inzwischen in Rente befindliche ehemalige Leiterin, wieder regelmäßig bei uns vorbeischauen. Das hat sie vor Corona auch schon gemacht. Sie ist dann immer mit einigen Kindern in die Bücherei zum Bücher ausleihen und Vorlesen.
Aber das wäre mal eine Idee. Vielleicht liese sich die/der eine andere Oma/Opa rekrutieren.
Warum Eltern das ablehnen sollten, erschließt sich mir nicht.

Sissi
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Z.B., um den schönen Schein zu wahren ( übrigens absolut unabhängig von der gesellschaftlichen Stellung/ Eltern )
“ Machen wir selbst “ – “ Mein Kind braucht keine Nachhilfe „…..
Am schlimmsten finde ich : “ Was können die Alten meinem Kind erzählen?/ Was haben die im KiGa zu suchen ?

Leicht habt Ihr’s wirklich nicht; bei manchen Äußerungen könnte man
…….

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Sissi

Wir hatten welche!

Wegen der Unzuverlässigkeit der Schülys haben sie aufgegeben.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandrina

Ich bin vollumfänglich dabei, dafür, suf Ihrer Seite!

Mein armer Großneffe kommt im Sommer in die Schule.

Leider hat sich fie ganze Familie um uhn gekümmert. Er ist neugierig, aufgeweckt, wortgeeandt, an allem interessiert.

Ach so – er hat auch ein gutes Sozialverhalten, ist freundlich, jedem zugewandt und – leider – empathisch.

Der sollte mindestens eine Klasse überspringen. Sonst verliert er die Lust und fie Freude am Lernen.

Handy? Kennt er nicht.

Leseratte
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

Leider sieht man ständig Mütter, die sich mit dem Handy beschäftigen, statt sich mit ihrem Nachwuchs im Kinderwagen zu unterhalten und eventuell auf Dinge, Tiere o.ä. hinzuweisen…

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Leseratte

Das ist seit Jahren so – auch auf dem Lande.

Ewig an den Bushaltestellen zu sehen, beim Schieben des Kinderwagens (kein Blickkontakt möglich, da Kiddy nach vorne schaut…), beim Einkaufen, beim Arzt…

Tolle Wurst!

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

Das ist do alt wie die Welt und ist immer noch wahr!

Warum nur sieht das heute kaum noch jemand?

Die Bäume stehen nicht im Weg…. grübel.

Vielleicht die digitalen Ablenkys?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

Das sind die Kids, die sich konzentrieren können, die Freude am Lesen haben, die guten Kontakt zu ihren Eltern haben, die wertgeschätzt werden….

Gibt nicht mehr viele davon.

Umso schöner, wenn Ihre Kinder das erleben dürfen!

mississippi
1 Monat zuvor

Irgendwie fehlt es aber auch an intrinsischer Motivation bei den Kindern. Hat man früher eine Klassenarbeit in Klasse 3 oder 4 angekündigt, haben die SuS das sehr ernst genommen, das Datum notiert und sich höchst wahrscheinlich weitgehend aus eigenem Antrieb vorbereitet. Heutzutage habe ich den Eindruck, dass die SuS die Termine den Eltern teilweise nicht mitteilen, um nicht zum Lernen gezwungen zu werden. Unserer gutsituierten Elternschaft teilen wir das aber digital mit und wenn es nicht so funktioniert mit den Einsen, kommt bald ein ärztliches Attest, das einen Nachteilsausgleich möglich macht. Einige Kinder schätzen sich auch zu gut ein und lernen deshalb nichts.
Was das zwei – oder dreimalige Lesen von Lektüren in oberen Klassen angeht – ich vermute, dass man sich sowieso oft mit der Sekundärliteratur aus dem Netz zufriedengibt.
Sich mit Texten auseinanderzusetzen oder zu lernen ist wohl zu anstrengend für die heutige Zeit.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  mississippi

Leider alles genauso bei uns.

AvL
1 Monat zuvor

Es fehlt in den Grundschulen nach wie vor an einer strukturierten Vermittlung der Lesekompetenz durch die die Leseautomatisierung gezielt fördernde Leselehrgänge, wie etwa die individualisierte Anwendung des Intra-Akt-Konzept, die strukturierte Anwendung silbenanalytische Lehrmethoden oder von strukturierten Leselehrgängen im Sinne des Kieler Leseaufbaus.
Es reicht eben nicht aus, Grundschülern in der ersten Klasse bebilderte Anlauttabellen zum Erwerb einer möglichen Laut-Graphem-Beziehung anzubieten, damit diese sich dann diese Erstleser eigenständig eine individuelle Art des Lesens von Texten aneignen.
Als Ergebnis derartiger Selbstlernprogramme auf Grundlage von Anlauttabellen werden dann im Endeffekt vorwiegend Langvokale gesprochen und der Schwalaut „e“ in der Endsilbe ebenso als Langvokal ausgesprochen. Ohne ein eigenes lautes Selbstvorlesen fehlt beim stillen Textlesen das akustische Korrektiv als Abgleich zur täglich wahrgenommenen Umgangssprache. Es ist wenig lehrreich im Sinne einer Vermittlung einer Leseautomatisierung, wenn die Leselernenden in der ersten Klasse still Texte lesen und die Lesekontrolle durch eine Umsetzung einer schriftlichen Arbeitsanweisung zum Ausmalen der abgedruckten Bilder erfolgt.
In der Statistik schneiden die Jungen auf Grund ihrer größeren Ablenkbarkeit, der geringeren Konzentrationsfähigkeit sowie ihrer ausgeprägteren motorischen Unruhe deutlich schlechter als Mädchen ab, was sich auch in den stark geschlechtsabhängigen Bildungsabschlüssen der oben abgedruckte Statistiken widerspiegelt.

Emma
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Es fehlt in den Grundschulen nach wie vor an einer strukturierten Vermittlung der Lesekompetenz durch die die Leseautomatisierung gezielt fördernde Leselehrgänge, wie etwa die individualisierte Anwendung des Intra-Akt-Konzept, die strukturierte Anwendung silbenanalytische Lehrmethoden oder von strukturierten Leselehrgängen im Sinne des Kieler Leseaufbaus.

Mag sein, dass es Grundschulen gibt, wo dies fehlt. Aber generell von den Grundschulen zu sprechen, ist doch sehr anmaßend.
All das Aufgezählte ist in unserer Grundschule (Brennpunkt) Standard und trotzdem verschlechtern sich die Leseleistungen.
Ich jedenfalls kenne keine Lehrer mehr, die Kinder mit Anlauttabellen alleine lassen.
In multikulturellen Klassen würde man untergehen, wenn man nicht einen Mix aus Methoden hätte.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Emma

Welche Grundschule filtert Kinder mit einem hohen LRS-Risiko durch geeignete Testverfahren heraus, um anschließend mit dem Intra-Akt-Konzept oder dem Luka-Leselernbuch spezifisch zu fördern. Ich kenne nur eine Grundschule, die derartiges regelhaft praktiziert.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Emma

Ich stimme ihnen zu. Mein Eingangssatz wurde von mir unglücklicherweise stark verallgemeinernd formuliert.

Schade
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Wie kommen Sie darauf, dass die Kinder mit Anlauttabellen lesen und schreiben lernen? Bei uns lernen die Kinder mit einer Fibel, die eine starke Betonung auf Regelbewusstsein legt. Die umliegenden Schulen habe alle ebenfalls Fibeln und das Kennenlernen der Anlauttabelle spielt eine eher begleitende/untergeordnete Rolle.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Schade

Sie haben eben Glück gehabt, dass ihre Lehrerinnen der Doktrin des Brügelmannschen Schreib- und Leseerwerb nicht auf den Leim gegangen sind und sich von dieser “ Matrix“ des Schrifterwerbs distanziert haben.
Der Großraum Münster bis tief hinein ins Sauerland bietet nach wie vor auf der Grundlage des Einsatzes von bebilderten Anlauttabellen derartige ungeahnte schreibkünstlerische Entfaltungsmöglichkeiten in der ersten Klasse zu entwickeln.
Der „Spracherfahrungsansatz“ nach Brügelmann/Brinkmann lebt weiter, und dieser erfordert geradezu zwingend die Anwendung derartiger Schreib- und Lesestrategien mit Hilfe von bebilderten Anlauttabellen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Ja ja und noch ein Ja!

ysnp
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Zum angesprochenen Intra-Act Konzept:
Ich habe das Intra-Act Konzept sowohl in Deutsch als auch in Mathematik bei einer Inklusionsschülerin (Down) ausprobiert. Also, das Gelbe vom Ei war es nicht, sowohl in Deutsch als auch in Mathematik.
Ein normaler, systematischer, langsam aufbauender Grundschul-Lesekurs an eine Fibel angelehnt (hier: frohes Lernen) war viel effektiver, dass ich bald wieder vom Intra-Act Deutsch abgekommen bin. Intra-Act Deutsch ist viel zu abstrakt in meinen Augen, es verzichtet auf einen emotionalen Bezug.
In Mathematik konnte ich mehr verwenden, nur hat die Systematik, nach dem 2. Summanden und dem Minuenden den Zahlenaufbau zu betreiben eher verwirrt. Die gewöhnliche Art, die Zahlenbegriffe bzw. Rechenaktionen von der Summe oder der Differenz her zu systematisieren, war effektiver und die musste man dann mit anderen Materialien machen. Allerdings waren in Mathematik einige Sachen gut, z.B. das Trainieren der Mengenvorstellungen, das ständige Auftauchen gleichförmiger Aufgaben und die passenden, leicht verständlichen Textaufgaben.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  ysnp

Das Intra-Akt Konzept dient primär dem Trainieren hin zum automatisierten Leseverständnis und dem Aufbau der Grundstrukturen eines sprachlichen Lexikons um Texte schneller zu erfassen.

Im Thalamus erfolgt dann die Erfassung des eigentlichen Textinhaltes.
Ohne automatisiertes Lesen, erfolgt die Erfassung der Textinhalte mit dem im Thalamus lokalisierten Arbeitsspeicher alleine sehr langsam.
Das können sie bei den vielen langsamen Lesern erleben und erfahren, die dechiffrierend sehr langsam und mühsam Texte erfassen.
Als zweite Möglichkeit geling auch durch abwechslungsreiches Training im Kieler Leseaufbau sehr gut der Aufbau eines Lesewortschatz in der schnell arbeitenden Hirnrinde.
Aber auch das tägliche regelmäßige lesen ohne Bildhilfen fördert durch Wiederholungen den Aufbau eines Lesespeichers in der Großhirnrinde.
Die Texte sollten aber zur besseren visuellen Erfassung immer unterschiedlich gefärbten Silben gegliedert sein, um die Abspeicherung zu fördern.

Wichtig ist auch das Einüben der Augenbewegungen von links nach rechts in unserem Schriftraum, da die normalen Augenbewegungen des Augen ein dargebotenes Bild im Zickzack erfassen, also nicht richtungsgebunden die Bildfläche abtasten.

Das optische Erfassen von Texten ist somit, aus der Physiologie des Menschen gesehen, ein unnatürlicher, anzutrainierender Vorgang.
Die Hilfe dieser drei Leselernkonzepte besteht in deren strukturierter Anwendung, die in den letzten zwei genannten Konzepten abwechslungsreicher erfolgt.

Die Kinder können mit Hilfe dieser strukturierten Konzepte mit der akustischen Abgleichskontrolle, das heißt durch lautes Vorlesen, besser und schneller , das heißt automatisierter, Texte erfassen.

Hirschlgruber
1 Monat zuvor

Wir machen es doch nur unserem großen Vorbild Amerika nach. Dort gab es bereits vor 20 Jahren für panzerfahrende Soldaten statt einer Betriebsanleitung eine Comic-Variante, da es anders nicht verständlich war für das Klientel.
Warum müssen in den Grundschulen noch Geschichten und Lektüren gelesen werden? Gibt es doch als Hörbuch oder als Film. Dann werden auch die angeschafften Tablets endlich in dem Umfang genutzt, wie es sich die Kumis wünschen.
In den letzten Jahren war doch schon beobachtbar (zumindest meiner Erfahrung nach), dass nur noch die wenigsten Kinder richtig ausmalen können und wollen. Mittels Microsoft Paint sind Flächen doch viel einfacher vollständig mit Farbe auszufüllen.
Wenn wir die Bildungspläne nur weitgenug anpassen, dann klappt es zudem auch noch mit der Inklusion, da dann die Pläne faktisch identisch sind.
Wir sollen doch sowieso ganz individuell auf die Kinder eingehen. Wenn nun einige Kinder einfach ein langsameres Lerntempo haben, dann ist der Erwerb der Lesefähigkeit halt erst in Klasse 9 (Gymnasium) abgeschlossen?! Wäre das schlimm?
Wenn nun endlich auch Whatsapp datenschutzrechtlich erlaubt werden würde, dann könnte man komplett damit mit den Eltern kommunizieren, gleichzeitig die Schüler erreichen und den Unterricht darüber vermitteln. Es fehlt nur an der Kreativität von uns Lehrern, uns endlich mal von althergebrachten Vorstellungen zu lösen. Kommunikation mittels Emojis ist doch viel effizienter und motivierender, als verbal oder mittels Schrift. Statt eines Verbalteils in den Grundschulzeugnissen reichen dann die „Kackhaufen“-Smileys oder der Daumen hoch und jeder weiß Bescheid, sogar die Nichtdeutschsprachler. Für uns Lehrer wäre das doch eine ideale Arbeitserleichterung, aber stattdessen wird immer nur gemeckert.

PS: Man denke auch an die Zukunft, wenn diese Kinder dann wiederum ihre Kinder zur Schule schicken. Wie herrlich einfach werden da Elterngespräche!

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Hirschlgruber

Obwohl es so traurig ist, mußte ich gerade herzhaft über den Kack-Emojy lachen, der vor meinem geistigen Auge aufgetaucht ist, um in meinen alten Schulzeugnissen die Matheleistungen zu zieren.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Hirschlgruber

Zum PS – es gruselt mich schon jetzt.

Aber – positiv denken – die werden gar nicht kommen, die Eltern, zu Gesprächen. Freier Nachmittag…. zum Übersetzen und Aufschreiben der Texte, die die Kiddys verfasst haben, damit sie ansatzweise verstanden werden können…

DerechteNorden
1 Monat zuvor

So zur Einordnung:
Es gibt Jugendliche aus normalen Familien, die nicht einmal mehr eine 45-minütige Episode einer z.B. Netflix-Serie durchhalten und deshalb auch nicht mehr schauen. Dabei kann man mittendrin Pause machen. Es gehen nur noch TikTok-Videos.
Wer von diesen Menschlein erwartet, dass sie lesen, …

Frage mich gerade, ob der Staat auch sonst noch Zugriff auf Handys nehmen kann. Gestern beim Probealarm ging das ja bereits recht gut. Man sollte unbedingt daran arbeiten, auch die Handy-Modelle zu erwischen, die nicht erreichbar waren, um dann Störsignale einsetzen zu können, wenn Menschen zu lange am Handy hängen:;-)

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Aufmerksamkeitsspannen von Amöben….

mikesch0815
1 Monat zuvor

Es kommen großartige Zeiten für Fachleute, die alle Texte der Welt in einfacher Sprache umtexten können.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor

Ach was?

Die Info hättet ihr auch von mir kriegen können.

Vicki
1 Monat zuvor

Hat das alles nicht auch damit zu tun, dass die SuS weniger sprechen ?
Neue Wörter kann ich nur lernen, wenn ich sie auch benutze.
Am Handy lesen und sich nicht mehr mit den anderen Kinder real austauschen,
flüstern, reden, diskutieren, meckern, rumnörgeln, faseln…..
das ist sicher auch ein Faktor.