Luise: Spielte Mobbing in der Klasse eine Rolle? Wüst verspricht Aufklärung

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FREUDENBERG. Fast eine Woche ist der gewaltsame Tod der 12-jährigen Luise aus Freudenberg nun her. Die kleine Stadt ringt um ein bisschen Normalität. Viele Fragen der trauernden Menschen nach dem Hintergrund der Tat werden wohl unbeantwortet bleiben – eine drängt allerdings nach vorne: Spielte Mobbing an der Schule eine Rolle? Das Opfer und die beiden Täterinnen gingen wohl in dieselbe Klasse. NRW-Ministerpräsident Wüst kündigt Aufklärung an.

Kerzen, bunte Frühlingsblumen, ein kleines Windrad: Nachdem die Polizei ihre Absperrungen entfernt hat, haben viele Menschen kleine Zeichen ihrer Anteilnahme an die Stelle gebracht, an der die 12-jährige Luise aus Freudenberg erstochen wurde. Spaziergänger hielten inne, einige hatten Tränen in den Augen.

Knapp eine Woche Tage nach dem gewaltsamen Tod des 12-jährigen Mädchens aus Freudenberg bei Siegen (Nordrhein-Westfalen) versuchen die Menschen, einen Umgang mit der Tat zu finden. Die Behörden sagen weiterhin nichts zu den zahlreichen Spekulationen über die Motive der beiden 12 und 13 Jahre alten Mädchen, die die Tat gestanden haben. Mit zahlreichen Messerstichen sollen sie Luise am Samstag in einem abgelegenen Wald an der Grenze von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen getötet haben.

An der Schule von Luise sind die Klassen nach drei Tagen der Trauer am Donnerstag vorsichtig zum regulären Unterricht zurückgekehrt. Die Polizei beschäftigt sich unterdessen zunehmend mit Hass-Postings zu dem Fall im Internet. In sozialen Netzwerken wurden von teils anonymen Nutzern zahlreiche Spekulationen und auch Drohungen und Hass gegen die 12- und 13-jährigen mutmaßlichen Täterinnen veröffentlicht. «Wenn man nach den Hashtags sucht, findet man schon einiges», sagte ein Sprecher der Polizei Siegen-Wittgenstein. «Wir haben ein Monitoring dazu und prüfen laufend, ob strafrechtlich Relevantes gepostet wird.»

Die Polizei appellierte an die Nutzer, keine Mutmaßungen und Drohungen zu verbreiten. «Es gehen sehr, sehr zügig auch Falschinformationen durchs Internet – und vieles deckt sich einfach nicht mit unseren Ermittlungen», sagte der Sprecher.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) warnte davor, Namen oder angebliche Social-Media-Profile der mutmaßlichen Täterinnen im Internet zu teilen. «Die Verbreitung von persönlichen Daten oder Bildern mutmaßlicher Beschuldigter durch private Personen in sozialen Medien stellt eine moderne Form der Hexenjagd dar», sagte BDK-Chef Dirk Peglow dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

An Luises Schule gab es am Donnerstag erstmals seit der Tat wieder regulären Unterricht. Es gebe aber keinen Zwang für die Klassen, jetzt den Unterrichtsstoff nach Lehrplan durchzuziehen, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg. Wo Schülerinnen und Schüler noch den Wunsch nach Gesprächen hätten, stehe der reguläre Unterricht hinten an. Auch Schulpsychologen seien weiterhin vor Ort. Drei Tage lang hatten sich Schüler und Lehrer nach der Tat am Wochenende Zeit für Gespräche und die Trauerarbeit genommen. Nun sei es Fachleuten zufolge sinnvoll, den Weg zurück zum normalen Schulbetrieb einzuschlagen, sagte der Sprecher.

«Es ist sicherlich immer richtig, sich anzuschauen, wo wir noch besser werden können. Auch im Umgang von Schule mit Mobbing»

Polizei und Staatsanwaltschaft halten sich mit Informationen zum Hintergrund des Falls und vor allem zu den Motiven der Mädchen komplett bedeckt und verweisen auf den Persönlichkeitsschutz der mutmaßlichen Täterinnen, die ja selbst noch Kinder seien. Bekannt ist lediglich, dass es weiterhin keine konkrete Spur zur Tatwaffe gibt. «Derzeit ist keine weitere Suchmaßnahme beabsichtigt», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Siegen.

Dabei wäre die Tatwaffe trotz des Geständnisses der beiden 12- und 13-jährigen mutmaßlichen Täterinnen für die Ermittler wichtig. «Alles, was eine geständige Einlassung objektiv untermauert, ist von Relevanz», sagte der Sprecher. Nach früheren Angaben der Ermittlungsbehörden wird nach einem haushaltsüblichen Messer gesucht.

Nach Medienberichten über Mobbing gegen die getötete Luise kündigte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) Aufklärung an. «Es ist sicherlich immer richtig, sich anzuschauen, wo wir noch besser werden können. Auch im Umgang von Schule mit Mobbing, auch mit Druck, der über soziale Medien aufgebaut wird. Da ist Druck auf dem Kessel. Das hört man auch von Eltern, die Kinder in dem Alter haben. Das ist völlig richtig. Es gibt Programme, es gibt Mechanismen. Jetzt muss man sich im Einzelfall anschauen, warum da was nicht funktioniert hat», sagte Wüst. «Also wir haben da eine Aufgabe. Mit Blick auf diesen Fall, aber auch ganz unabhängig davon», sagte er.

Ein Sprecher des NRW-Schulministeriums wollte zu der Frage, ob es im Zusammenhang mit der getöteten Luise Mobbing an ihrer Schule gab, aus rechtlichen Gründen keine Stellung nehmen. News4teachers / mit Material der dpa

Fall Luise: Sollen auch schon Kinder vor Gericht gestellt werden können?

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Holger Langenfeld
11 Monate zuvor

„Nach Medienberichten über Mobbing gegen die getötete Luise kündigte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) Aufklärung an. «Es ist sicherlich immer richtig, sich anzuschauen, wo wir noch besser werden können. Auch im Umgang von Schule mit Mobbing, auch mit Druck, der über soziale Medien aufgebaut wird. Da ist Druck auf dem Kessel. Das hört man auch von Eltern, die Kinder in dem Alter haben. Das ist völlig richtig. Es gibt Programme, es gibt Mechanismen.“

Sollte sich das als richtig herausstellen, so wäre ich einerseits schockiert, andererseits wenig überrascht. Zumindest in Baden Württemberg ist der Umgang mit Mobbing in Schulen i.d.R. eher „vorsinflutlich“. Z.T. beteiligen sich Lehrer, z.T. Eltern – meist wird das Smartphone dabei noch als Waffe zur Ausübung psychischer Gewalt über diverse Social Media Kanäle etc. genutzt ohne dass dies adäquat thematisiert und unterbunden wird. Eine Sensibilisierung der Fachkräfte, sowohl der LehrerInnen als auch der SozialarbeiterInnen scheint ausgesprochen gering. Es ist weserntlich leichter das Opfer mit zu stigmatisieren – z.B. durch sein Verhalten provoziere er Mobbing, er sei somit selbst schuld daran, wie andere darauf reagierten o.ä. – und dafür zu sorgen, dass das Opfer die Klasse oder Schule verlässt, als „Programme und Mechanismen“ anzuwenden.
Das „Pädagogen“ sich so zu Mittätern machen bleibt in der Regel ohne ernsthafte Konsequenz.
Hoffen wir, dass dieser dramatische Fall endlich Bewegung in eine veraltete Pädagogik bringt, in der soziales Lernen nicht nur in Leitbildern verbalisiert, sondern auch in der Praxis in den Mittelpunkt gestellt wird. Dazu gilt es auch Pädagogen entsprechend zu qualifizieren, zu stärken und zu motivieren besser hinzusehen und schneller zu handeln.
Rechtlich stellt sich die Frage unterlassener Hilfeleistung i.V.m Kindeswohlgefärdung, der auch wesentlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken ist – dies muss bei seelicher Gewalt, wie bei körperlicher gelten und deutlich stärker ins Bewustsein rücken.

Indra Rupp
11 Monate zuvor

Das der Gemobbte mitunter selbst schuld ist durch sein Verhalten, ist zwar eine von mehreren Möglichkeiten, jedoch zu einseitig und habe ich im Verhältnis auch viel zu oft von Pädagogen als Argument gehört. Es scheint das bequemste Argument zu sein. Der Gemobbte ist es dann meist auch, der auffällig wird und der zum Therapeuten soll. Die Mobber dagegen mobben oft seelenruhig bis unauffällig – ihnen tut das ja nicht weh – und spielen die Reaktionen des Opfers auch noch gegen das Opfer aus.
Gleichzeitig können es die Mobber absolut nicht haben, wenn sie einmal selber so behandelt werden, wie sie andere behandeln. Sie reflektieren nicht, haben nicht die Empathie um sich als selber Gemobbter dann mit ihren Opfern zu vergleichen, machen diesbezüglich auch Werteunterschiede. Nicht zuletzt leiden sie gleichzeitig unter schwachem Selbstwertgefühl und müssen andere runter machen um sich selber zu erhöhen. Dreht man den Spieß dann mal um, sei es auch nur um dem Mobber den Spiegel vorzuhalten, dreht dieser völlig durch und meint er müsse dies 10fach rächen. So könnte es auch in diesem Fall gewesen sein.

Carsten60
11 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ja, es wird die Heterogenität (also Unterschiedlichkeit) gepriesen, aber wenn jemand mal anders als die anderen ist, dann gibt’s Mobbing. Soll doch der, der da anders ist, sich den anderen anpassen, dann hört das Mobbing (vielleicht) auf, so lautet dann die Devise.

DerechteNorden
11 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

So allgemein stimmt das aber doch gar nicht!
Schulen tun sehr viel dafür, damit es nicht soweit kommt.
Ich denke da an meine Schule, wo wir trotz widrigster Umstände (Personalmangel!!!) immer sehr viel daran arbeiten, dass Menschen anders sein können. Ich denke da auch an meine Klasse, die sehr heterogen ist.
Nein, Sie haben nicht recht.

Carsten60
11 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich wollte sagen, sowas kommt vor, „immer und überall“ zum Glück nicht. Aber der Widerspruch zwischen „Heterogenität“ einerseits und „unerwünschtem Anderssein“ andererseits ist einfach da.
Hat denn Indra Rupp recht mit dem Beitrag davor?

Konfutse
11 Monate zuvor

Wow. Sie haben Einblick in ALLE Schulen Baden-Württembergs, wie dort die Schulsozialarbeiter und Lehrer mit Cybermobbing/Mobbing umgehen? Chapeau!!!!

böse Pruseliese
11 Monate zuvor

Wenn Sie in Baden-Württemberg leben, dann verbreiten Sie bitte die Info, dass fast jeder Schule eine Beratungslehrkraft zugeordnet ist. (Wo es keine gibt, springt unmittelbar die Schulpsychologische Beratungsstelle ein.)
Diese Personen sind speziell ausgebildet, gehen in echten Mobbingfällen (nicht alles, was landläufig als Mobbing tituliert wird, ist es tatsächlich!) zu zweit (!) in die Klassen – und sie haben dazu sehr wohl ein Konzept.
Dazu gibt es engagierte Lehrerinnen, Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter. Alles nicht in ausreichender Menge und nicht immer sofort zur Verfügung, ich weiß!
Hier hakt es, es fehlt an Geld, an Leuten, an Stunden…

Aber vielleicht nützt es schon, nicht ein ganzes Bundesland zu verdammen (das tut denen, die sich täglich sehr qualifiziert die Beine ausreißen sicher nicht gut…), sondern die Infos über tatsächlich vorhandene Hilfssysteme zu streuen!

Im besten Fall hilft es direkt einem Kind!

Carsten60
11 Monate zuvor

Wenn das mit dem Mobbing stimmen sollte, ist es ja wohl typisch, dass das unbemerkt blieb und nicht rechtzeitig entdeckt wurde. Mobbing findet „undercover“ und unerkannt statt, zu viele sind blind dagegen oder wollen nichts davon wissen. Es gab auch schon mal monatelanges rassistisches Mobbing an einer „Schule ohne Rassismus“. Hinterher gab’s die großen Ausreden.

Alex
11 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Laut „Focus“ hat sich Luise wegen des Mobbings an „einen Erwachsenen“ gewendet. Die beiden Täterinnen wollten sich dafür „rächen“.

Last edited 11 Monate zuvor by Alex
Georg
11 Monate zuvor

Ich bin gespannt, ob die Aufklärung auch veröffentlicht wird.

Vierblättriges Kleeblatt
11 Monate zuvor

Mobbing findet überall statt. An jeder Schule! Kinder hänseln und ärgern einander. Das war aber immer schon so. Kinder können grausam sein. Ich glaube, das Lied „Gebt den Kindern das Kommando“ oder so, ist doch nicht so ganz passend.

Andererseits wird mir manchmal zu schnell von Mobbing gesprochen. Das muss schon ein langanhaltendes Hänseln und „Schadenwollen“ ohne ersichtlichen, aktuellen Grund sein, meine ich. Leider sagen Lehrer allzu oft; die Kinder sollen das unter sich klären. Da fängt unser Versagen an! Erwachsene hänseln andere Erwachsene übrigens auch. Und Kinder erleben das.

Last edited 11 Monate zuvor by Vierblättriges Kleeblatt
Indra Rupp
11 Monate zuvor

Mobbing ist nicht einfach hänseln. Da kommt ein Stein ins Rollen und keiner weiß am Ende mehr, wer ihn ins Rollen brachte. Vergleichbar wie der Film „Die Jagd“. So etwas haben wir schon in einer Waldorfschule erlebt. Eltern, Lehrer, Schüler – alle involviert. Und das hält sich noch Jahre nachdem man den Ort verlassen hat. Gerüchte, Bilder, usw. Aufarbeiten mit Tätern geht nicht, weil sie unbewusst eine Grenze überschritten haben und dies selber nicht tolerieren können. Menschen wollen nämlich eigentlich nicht die Bösen sein, aber da ist etwas unbewusst abgelaufen und wird dann tiefenpsychologisch verdrängt, damit man sich selber noch im Spiegel anschauen kann.
Selbst Psychologen sagen in so einem Fall, dass nichts mehr zu machen ist und man sich als Opfer nur noch von dem Ort entfernen kann.
Die einzige Lösung für Mobbing in diesem Ausmaß ist, dass man es erkennt bevor es schwerwiegender wird und den (vielen) Tätern und Mittätern die Möglichkeit gibt, abzubrechen bevor sie „ihre Seele verkaufen“. Danach werden sie nämlich alles tun, um sich zu beweisen, dass alles gerechtfertigt war und sie deshalb keine Schuld haben. Sie werden also das Opfer noch mehr quälen, damit es überreagiert und auffällig oder selber zum Täter wird. Da wird nicht locker gelassen und suggeriert, manipuliert. Kurz: Wenn Täter so weit gegangen sind, dass sie Schuld empfinden geht das Ganze erst richtig los.

Vierblättriges Kleeblatt
11 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wie definieren Sie denn „hänseln“, wenn Sie meinen, das ist noch kein Mobbing? Was ist beim Hänseln anders? Wie unterscheidet es sich wiederum vom Ärgern oder vom Streiten?

Mit meinen Ausführungen dazu sind Sie ja nicht einverstanden („langanhaltendes Schadenwollen ohne aktuellen Grund“).

Indra Rupp
11 Monate zuvor

Hänseln ist oberflächlicher, leicht zu erkennen/beurteilen und sowohl Opfer als auch Außenstehende können (sich) helfen.
Bei schwerem Mobbing können auch Erwachsene Opfer sich nicht helfen. Mobbing ist suggestiv, es spielen größere Machtverhältnisse (Gruppen, Arbeitgeber) eine Rolle. Es machen weitere Außenstehende aus eigenen Interessen Druck. Mobbing wird von den vielen passiven Mittätern befeuert, aber tiefenpsychologisch verdrängt. Die Hintergründe verstricken sich immer mehr. Es hat keinen Sinn, auf eine bestimmte Person zu zeigen, die etwas bestimmtes gesagt oder getan hat oder auch auf mehrere, denn es geht um das „Ganze“. Jede Einzelheiten für sich wirkt verharmlosend. Man muss die Hintergründe verstehen. Dazu müsste ein Sozialarbeiter es schaffen, sich selber nicht suggestiv manipulieren zu lassen. Die Täter drängen das Opfer in das gewünschte Verhalten und drehen den Spieß um, erklären somit das Opfer zum Täter.
Durch suggestive manipulieren lernt ein Sozialarbeiter zuerst das Opfer als Problemperson kennen. Das suggerieren ist so stark, dass es dem Opfer eine Erleichterung erscheint, seine Rolle anzunehmen und das Weltbild der Anderen somit zu bestätigen.

Mika
11 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ihre Küchentischpsychologie nervt mich zusehends an. Sozialarbeiter, Lehrer, Eltern -alle manipuliert oder manipulativ handelnd. Alle haben keine Ahnung, nur Frau Rupp hat gecheckt, was Mobbing ist und wie man solche Situationen händeln kann. Sorry, aber ich finde Ihre Einlassungen bezüglich der Situation angesichts der Tatsache, dass es so gut wie keine polizeilich bestätigten Hintergrundinformationen zur Tat gibt, einfach pietätlos und unerträglich. Auch die „Täterkinder“ sind Opfer, und Ihre Erzählungen aus der Waldorfschule oder sonstwoher und Ihre pseudopsychologischen Erklärversuche erleichtern vermutlich keinem der Betroffenen das Weiterleben!

Indra Rupp
11 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Ich schreibe hier über Mobbing und nicht über die Täterkinder. In Ihrem Eifer, sich an einem „Feind“ abzuarbeiten haben Sie nicht einmal genau gelesen, denn was Sie schreiben bezüglich meiner Reaktion auf die Täterkinder passt Null! Im anderen Thread schreibt dann wiederum @447, der die Täterkinder „Bestien“ nennt,ich würde die Kinder zu sehr in Schutz nehmen. Und in einem weiteren Thread werden meine Erklärungen für Hintergründe, die eben nicht Kinder pauschal mit Erwachsenen Tätern vergleichen, verdreht.
Was für trolliges drolliges Forum…

DerechteNorden
11 Monate zuvor

Ja, das hatten wir (meine Kolleg*innen und ich) bereits gemutmaßt: Die Schule (also die Lehrkräfte) ist verantwortlich. Wer auch sonst?
Ja, es gibt Mobbing an Schulen. Und nicht immer wird dem ausreichend begegnet. Wie auch, wenn Lehrkräfte sich auch noch um alle anderen Probleme kümmern sollen?!
Aber dass ZWEI so junge Menschen einen anderen töten, hängt garantiert nicht mit Mobbing zusammen, sondern eher damit, dass mind. eine der Täterinnen eine Persönlichkeitsstörung hat.

Julia
11 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Na klar, am Ende ist es immer die Schule, wenn etwas schlecht läuft, passiert, im Argen liegt. Sie hat die Schuld, etwas versäumt oder soll`s richten.
Wenn etwas gut läuft, wird das nie auf schulische Arbeit zurückgeführt.

Bei aller Tragik- für das Chat- und Freizeitverhalten der Schüler:innen bin ich weder zuständig noch verantwortlich.

Lehrerin
11 Monate zuvor
Antwortet  Julia

Bitte mal überlegen: Viel Mobbing passiert in den „sozialen“ Medien, über Klassenchat oder sonstige elektronische Kanäle. Lehrkräfte DÜRFEN keine Schülerhandys ansehen, sie können es bestenfalls einem Schüler kurz wegnehmen, der Eigentümer muss es zuvor ausschalten.Am selben Tag muss das Gerät zurückgegeben werden.Wie bitte soll eine Lehrkraft mitkriegen, wenn da etwas falsch läuft? Das Handy, die Schultasche, alle persönlichen Dinge können nur Eltern kontrollieren! Solche Dinge geschehen oft aus Sicht der Schule im Verborgenen, leider.
Trotz alledem: Es ist furchtbar, was da geschehen ist, sowohl für die Opferfamilie, der mein tiefstes Beileid gilt, denn sie haben ihr Kind lebenslänglich verloren. Aber es gilt auch für die Täterfamilien, deren Leben nie wieder so sein wird wie es mal war – Schuld oder keine Schuld, niemand mag sich den seelischen Zusatnd vorstellen. Nur ihre Kinder sind noch da, etwas ist ihnen geblieben, was die Opfer nie wieder zurückbekommen können.

Julia
11 Monate zuvor
Antwortet  Lehrerin

Stimmt. Aber habe ich irgendetwas geschrieben, dass dem widerspräche?

Indra Rupp
11 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Muss immer gleich das Selbstmitleid kommen, nur weil man über alle Aspekte der Verbesserung nachdenkt? Es wird die (heutige) Erziehung im Elternhaus diskutiert, das Konsumverhalten, die sozialen Kanäle, die Gewaltverherrlichung, die aggressiver werdende Stimmung durch Krisen derzeit und und und…….. und dann fragt man sich, wo Schule besser werden muss und das ist nicht ein Vorwurf gegen Lehrkräfte, sondern gegen die Ausbildung, das Unterrichtsprogramm ect und dann wird gleich von manchen Lehrkräften in sozialen Medien losgeheult, wie böse alle zu ihnen sind. Macht keinen kompetenten Eindruck. Man könnte auch meinen, ihr wollt unbedingt die armen Gesellschaftsopfer sein, wenn das schon los geht bevor überhaupt irgendwer sich geäußert hat. Und die Kumis sind auch nicht die Eltern oder die Gesellschaft! Gleichzeitig, und unreflektiert geht es in dem Zusammenhang wohl nicht, liest man dann noch Kommentare zum Thema Mobbing, von wegen : Die Schüler fühlen sich ja bei jeder Kleinigkeit gemobbt (ihr nicht?), das liegt an der Ich-Bezogenheit, selber schuld, nicht meine Aufgabe usw.
Das ist wohl der eigentliche Bärendienst für den Berufsstand.

DerechteNorden
11 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Stimmt, Lehrkräfte sind nie gemeint, wenn es um Mobbing in Schulen geht. Nie. Es ist immer nur das Gebäude gemeint, wenn Menschen sich darüber beschweren, dass in Schulen nicht genügend gegen Mobbing getan wird oder die Lehrkräfte immer wegsehen.

laromir
11 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wir raten Eltern von WhatsApp und Co bis zu einem gewissen Alter ab. Besser kein Smartphone,.Abends Handy aus dem Zimmer usw. Viele Eltern scheren sich nicht drum. Über diese Dinge hat die Schule keine Kontrolle, sondern nur die Eltern. Cybermobbing kommt somit oft sehr spät in der Schule an, zufällig oder wenn es irgendeinem SuS zu weit geht. Eltern müssten viel mehr schauen, was die Kinder so online treiben. Man glaubt manchmal kaum, was da abgeht. Was sollen LuL hier also tun, außer die Eltern um Aufmerksamkeit dafür bitten? Wir dürfen an die Handys nicht ran, auch wenn gefilmt wurde nicht. Entweder müssen das Eltern machen oder die Polizei.
Und zum anderen, auf jemanden mit einem Messer einzustechen, da braucht es schon eine ganz schöne Enthemmung. Man ist nah am Opfer dran, es fließt Blut (da stoppen dann die meisten doch eher) usw. so etwas machen Menschen, und erst recht nicht Kinder, mal eben so. Sonat wären auch nicht alle so schockiert, von diesem fuchtbaren Ereignis. Mobbing in der Schule so monokausal als das Einzige anzusehen, was schief gelaufen ist, scheint etwas einfach.

DerechteNorden
11 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ganz im Ernst, die Downvotes kann ich nicht verstehen.
Was wollen Sie damit ausdrücken? Dass es normal ist, dass es eine Art logische Folge ist, dass junge Menschen in einer Mobbing-Situation zum Messer greifen?
Was genau müsste da passiert sein?
Danke im Voraus für die Aufklärung.

AvL
11 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

dto

Uwe
11 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ja, es gibt Mobbing an Schulen. Und nicht immer wird dem ausreichend begegnet.“

Ich bin seit 25 Jahren Lehrer: manchmal mobben auch die Lehrer*innen und es gibt auch Lehrer*innen die als Klassenlehrer*in Mobbing gezielt einsetzen um die Klassen zu disziplinieren. (Einer/e wird ausgegrenzt und zum Abschuss freigegeben, hab ich alles schon erlebt)
Ausnahme? ja, aber diese Ausnahmen kriegen wir nicht in den Griff in dem wir so tun als wenn alle Lehrer*innen nur die edelsten Motive haben und an den Umständen scheitern. Es gibt auch RICHTIG schlechte und bösartige Lehrer*innen.

Julia
11 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Das mag sein, ist aber hier nicht das Thema.

Monika, BY
11 Monate zuvor
Antwortet  Julia

Ich glaube schon. Wenn ein Lehrer oder Klassenlehrer einen Schüler öffentlich in der Klasse ausgrenzt, was meinen sie, was tun die Klassenkameraden? Stellen sich hinter dem Schüler oder dem Lehrer?

Marie
11 Monate zuvor
Antwortet  Monika, BY

Hier geht es aber um Luise. Da waren wohl eindeutig die beiden Mädchen die Mobber und nicht die Lehrer.

Indra Rupp
11 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Das Thema ist Mobbing an Schulen, schließt also auch Eltern und Lehrer ein. Luise ist nur der Anlass.

Johannes
11 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Und der Möder ist immer der Gärtner.

Vogel
10 Monate zuvor

Ich glaube, daß Luise F. von den 3 Mädchen die beste Schülerin war und die beiden anderen sich dadurch gekränkt fühlten (sie gingen ja alle 3 in dieselbe Klasse), was sich bis zum Hass steigerte. Der Druck in der Schule ist heutzutage enorm.

Carsten60
10 Monate zuvor
Antwortet  Vogel

„heutzutage“
Auch früher gab es schon beste Schüler/innen. Warum in aller Welt sollen die jetzt plötzlich ermordet werden? DAS ist doch nun wirklich kein Grund.