Bildungsministerin Hubig: „Inklusion ist ein Menschenrecht“ – das Schulsystem soll deshalb durchlässiger werden

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MAINZ. Lange war in Sachen Inklusion von Fortschritten nichts zu hören. Jetzt, nach Ende der Pandemie, geht ein Bundesland wieder voran: Kindern mit und ohne Behinderung sollen nach den Plänen von Rheinland-Pfalz möglichst lange gemeinsam lernen. Damit will Bildungsministerin Hubig verhindern, dass die Schullaufbahn von Kindern mit Beeinträchtigungen zu früh festgelegt wird.

„Die Förderschulen werden nicht abgeschafft“: Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD).. Foto: Peter Bajer/Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz

Die rheinland-pfälzische Landesregierung will die Inklusion an den Schulen im Land weiter ausbauen. «Inklusion ist ein Menschenrecht», sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am Mittwoch in Mainz. Mit einer neuen Inklusions- und Förderschulverordnung solle erreicht werden, dass Kinder mit einer Beeinträchtigung nicht von vorne herein aussortiert werden, sondern mit anderen Schülern gemeinsam lernen können. Mehr als 250 neue Planstellen für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte sollen für das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung dazu schrittweise bis zum Jahr 2026 eingerichtet werden.

«Wir sehen aber insgesamt, dass es immer mehr Kinder mit Förderbedarf aus ganz unterschiedlichen Gründen gibt»

Das System mit Regel-, Schwerpunkt- und Förderschulen bleibt nach den Plänen des Bildungsministeriums erhalten, soll aber für mehr Durchlässigkeit enger miteinander verzahnt werden. Auch das vorbehaltlose Wahlrecht der Eltern bei der Entscheidung für eine Schulform werde unverändert weiter gelten, erklärte Hubig. «Wir sehen aber insgesamt, dass es immer mehr Kinder mit Förderbedarf aus ganz unterschiedlichen Gründen gibt.» Für viele Kinder und Jugendliche mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf sei es jedoch nicht immer einfach, eine eingeschlagene Schullaufbahn zu wechseln.

Die beiden Schulordnungen orientierten sich daher daran, dass Kinder und Jugendliche mit und ohne Förderbedarf vom ersten Schultag bis zum Abschluss so viel wie möglich gemeinsam lernen sollten. Die Anmeldung zur Einschulung werde grundsätzlich am Wohnort erfolgen, der unmittelbare Weg in eine Förder- oder Schwerpunktschule bleibe aber offen, kündigte die Bildungsministerin an.

Der Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen werde während der Schullaufbahn immer wieder überprüft. Damit könne auf Entwicklungen bei den Schülerinnen und Schülern etwa durch den Wechsel in eine Regelschule reagiert werden, erklärte Hubig. Die Sonderregelungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sollten sich auf das Notwendige beschränken. Es gehe darum, allen Schülern mit ihren Fähigkeiten und Stärken die Teilhabe an der Gesellschaft und ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Die neuen Regelungen, die zum Schuljahr 2024/2025 in Kraft treten sollen, schafften dafür erstmals den Rechtsrahmen für alle Schularten.

Künftig sollen nach den Plänen der Ministerin alle Kinder an der Grundschule ihres Wohnortes angemeldet werden. Diese formale Anmeldung lasse den Eltern aber weiterhin die Möglichkeit, sich sofort oder später für den Besuch einer Förder- oder Schwerpunktschule zu entscheiden. Die Schulen erstellten ein inklusives Konzept und eine verbindliche individuelle Förderplanung für die Kinder mit Behinderungen. Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf Lernen sollen dann möglichst nahe am Lehrplan der Regelschule unterrichtet werden. Dadurch werde behinderten Kindern, wenn sie einen Wechsel in die Regelschule anstreben, dieser Schritt erleichtert.

Die Schulen sollen regelmäßig überprüfen, ob der Förderbedarf weiterhin besteht oder ob ein Übergang in den Regelunterricht möglich ist

Es werde nach dem Grundsatz verfahren, dass der sonderpädagogische Förderbedarf so spät wie möglich, aber so früh wie notwendig festgestellt werde, erklärte Hubig. Alle Schülerinnen und Schüler, die möglicherweise den Förderbedarf Lernen aufweisen, würden deshalb in der 1. und 5. Klasse zunächst am Regelunterricht teilnehmen. Sie seien somit nicht mehr frühzeitig auf eine Förderschule festgelegt, sondern lernten mit anderen Kindern gemeinsam und erhielten eine individuelle Förderung.

Im Bedarfsfall werde der sonderpädagogische Förderbedarf dann am Beginn der 2. oder der 6. Klasse beantragt und festgestellt. Die Schulen sollen regelmäßig überprüfen, ob der Förderbedarf weiterhin besteht oder ob ein Übergang in den Regelunterricht möglich ist.

Der Verband Bildung und Erziehung Rheinland-Pfalz (VBE) und die GEW begrüßten grundsätzlich die Pläne der Bildungsministerin. Es sei jedoch wichtig, dass an den Schulen auch genügend Personal vorhanden ist. Inklusiver Unterricht dürfe nicht zu einer unlösbaren Mehrbelastung für die Schulen und Lehrkräfte führen. Die CDU-Opposition im Landtag lehnte das Vorhaben der Landesregierung dagegen völlig ab. Eine passgenaue Förderung könne nicht verschoben werden, sondern müsse ab dem ersten Tag in der Schule greifen. News4teachers / mit Material der dpa

„Schulschwatz, der Bildungstalk!“ Neue Folge des News4teachers-Podcasts: Ist die Inklusion noch zu retten?

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Alx
1 Jahr zuvor

Inkludiert uns bitte erstmal nach A13.

Mariechen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Alx

So isses! Individuelle Förderung, passgenaue Förderung. Träumt weiter! Solange die Politik die Hausaufgaben nicht erledigt, gibts bei mir keine individuelle Förderung. Ich hab gelernt auf mich aufzupassen!

Ureinwohner Nordost
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mariechen

Mein zu „inkludierendes Mädchen“ hat keine Probleme, wenn ich als Inklusionslehrer in der Klasse stehe.
Da herrscht Disziplin und Ordnung.

Sobald die Seiteneinsteigerin den Unterricht führt… das Gegenteil.
Ich werde dieser Person nicht „бесплатный“ Hilfe erteilen.
Die bekommt das gleiche Gehalt, wie ich dazumal.

Möge jeder sein Gehalt erarbeiten.
Wird schwierig, ohne Hilfe.
Möge man mich bezahlen.
😉

Marc
1 Jahr zuvor
Antwortet  Alx

In NRW immerhin bis 2026…..

Dann hat die Anpassung schlappe 17 Jahre (!!) Nach labg2009 gedauert……

Seltsam. Die Erhöhung der Arbeitszeit ging übrigens innerhalb weniger Wochen durch den Landtag…. und aus der vorübergehenden 28. Unterrichtsstunde Mehrarbeit wurde irgendwie eine dauerhafte Stunde…

Aber als Politiker mit dem Finger auf Unternehmen wie Tönnies zeigen wenn sie ihre osteuropäischen Mitarbeiter ausnehmen, während man selbst veralbert und betuppt bis zum geht nicht mehr.

Mariechen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Marc

Frau Hubig verweigert uns in RLP als letztes von 3 Bundesländern A13. Die Arbeit der fehlenden Förderlehrer dürfen wir aber mitmachen und sie erkennt diese auch wohlwollend an. Danke, Frau Hubig!
Liefern Sie bitte erstmal die erforderlichen Rahmenbedingungen um Inklusion umzusetzen, bevor Sie Forderungen stellen.

Nina
1 Jahr zuvor
Antwortet  Alx

Richtig!!!!!!!!!

Georg
1 Jahr zuvor

Solange ein Kind kognitiv und sozial dem Großgruppenbetrieb der Regelschule folgen kann, soll es die kognitiv höchst mögliche Schulform bitte besuchen. Einem lernbehinderten Kind tut man aber mit der Anmeldung an einem Gymnasium — um nichts anderes geht es den Inklusionslobbyisten ja — keinen Gefallen, ganz zu schweigen davon, weshalb ein kognitiv vergleichbar intelligentes Kind ohne Förderbedarf erklären muss, weshalb es das Gymnasium nicht besuchen darf.

Realist
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Gesamtschule und Abitur für alle ist das Ziel. Keiner darf benachteiligt werden.

Deshalb wird der Bundestag mit jeder Wahlperiode auch immer größer: Keiner darf ausgeschlossen werden, bis wir alle ein Volk von Bundestagsabgeordneten mit 12.000€ Monatsgehalt sind… Abitur reicht ja mittlerweile für den Bundestag… sonstige Kenntnisse muss man keine haben…

Lieber spät als nie
1 Jahr zuvor
Antwortet  Realist

Braucht man wirklich Abitur, um im Bundestag zu sitzen?
In der NRW Landesregierung sitzen auch Politiker mit Hauptschulabschluss (was ich hiermit aber nicht kritisiere!)

Ureinwohner Nordost
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Doch, diese Eltern tuen ihrem Kind den Gefallenen, dass die Kinder mitbekommen, dass sie fehlbesetzt sind.
Auch gut.

Ureinwohner Nordost
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Auch in MV sieht es besch.ssen schön aus.

Als MINT Lehrer mit gehobener Entscheidungsvollmacht, will mir irgendein Bürodödel sagen, was ich machen soll?

Ich gehe in Rente.
Dödelt weiter.
Auf nimmer Wiedersehen.

DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Nicht nur an Gymnasien ist das ein Problem, sondern auch an Gesamt-/Gemeinschaftsschulen, wenn man pauschal alle Kids mit attestiertem Förderbedarf inklusiv beschult.
Wer so etwas will, der muss zuerst dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen stimmen, nicht einfach machen und dann nichts mehr machen.

Und dass Frau Hubig allen Ernstes mit so einem veralteten Argument ankommt, obwohl die Zustände auch dem aller letzten Menschen hierzulande bekannt sein dürften, macht einen echt sprachlos.
Das Ganze ist also eine Einsparmaßnahme. Und die Inklusions-Ideolog*innen feiern das auch noch. Die Kids scheinen Letzteren dann ja auch vollkommen egal zu sein.

klm
1 Jahr zuvor

Die in Deutschland praktizierte Inklusion sehe ich total anders: Sie erfüllt das Menschenrecht nur äußerlich und zum Schein. Das ist nichts anderes als plumpe und billige Augenwischerei.

O. Birkenstock
1 Jahr zuvor
Antwortet  klm

Inklusion hochleben lassen aber Integration leben.
Leider gleichbedeutend verwendet, aber verwechselt oder vermischt. Inklusion bedeutet eine Umgebung zu schaffen, die allen Menschen gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht. Integration bedeutet Zugehörigkeit, die mit Anpassung an die Umgebung einhergeht und die billige Variante ist.

Lera
1 Jahr zuvor
Antwortet  O. Birkenstock

Das haben Sie sehr brav aufgesagt. Jetzt müssen wir uns nur noch eine inklusive Gesellschaft backen, die das umsetzt und lebt – und dafür haben wir doch eigentlich die besten Voraussetzungen: Liebe, wohin man schaut!
Frohe Pfingsten!

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  O. Birkenstock

Also, erstens verwende ich Inklusion und Integration NICHT synonym.

Zweitens ist „allen Menschen gleichberechtigte Teilhabe“ eine zwar wohltönende, aber trotzdem inhaltlich verbesserungswürdige (hüstel!) Worthülse. (Ich kann keinesfalls gleichberechtigt an einer Balletschule oder Musikhochschule mitlaufen. Ich werde nicht mal angenommen, und das ist auch gut so. Für alle Beteiligten.)

Und drittens sollte man Anpassung an die Umgebung nicht pauschal verunglimpfen. Sie ist das Fundament sozialen Zusammenlebens. (Überspitzt im Gegensatz zu egomanischem Individualismus‘.) Oder wird hier etwa der Begriff Anpassung gleichbedeutend verwendet mit Aufgabe jeglicher Individualität und Gleichschaltung?

Indra Rupp
1 Jahr zuvor

Sie meinen also, Sie sollten nur Ballett tanzen dürfen, wenn Sie darin ein Meister sind? Schwachsinn!

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Das wäre tatsächlich Schwachsinn.
Aber ich sollte nicht erwarten, dass ich an einer Profischule für Ballett genommen werde und dort auch bei Auftritten (für Geld vllt. noch) teilhaben werde.
Da würde ich auch stören.

Ich kann auch nicht einfach in ein Flugzeug einsteigen und sagen „heute flieg mal ich“. Darauf hätte der Rest wohl wenig Bock.

Trotzdem könnte ich eine Ausbildung in der Richtung machen. Schaffe ich sie, dann könnte ich in dem Bereich auch arbeiten. Schaffe ich es nicht, dann habe ich auch hier keine aktive Teilhabe. Das ist nunmal so.

-> Es gibt Bereiche, wo eine Teilhabe möglich ist und welche, wo sie nicht einfach so möglich ist. Die Rahmenbedingungen müssen halt immer erst gegeben sein. Ansonsten ist das – nahezu immer – murks.

Spiele ich mit Freunden Volleyball muss ich nicht der „Überprofi“ sein.
Spiele ich auf Bundesebene, dann sieht das halt anders aus.
Beim Verein richtet sich das halt nach dem Clientel bzw. das Angebot. Je nachdem habe ich eine Teilnahmemöglichkeit oder eben nicht. Ist doch auch okay so, dass es unterschiedliche Ansprüche und Angebote gibt.
Alles andere wäre unrealistisch und nen Wunschgedanke.

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Nein, ich meinte, ich bin nicht beleidigt, wenn das Ensemble des Bolschoi oder eine staatliche Musikhochschule mich nicht aufnimmt.
Privat tanze ich Ballett, soviel ich will. Und Ballettschulen, die privat und gewinnorientiert arbeiten, nehmen mich natürlich auch gerne.

Lesen Sie doch die Posts, über die Sie sich aufregen. Und versuchen Sie wenigstens, sie zu verstehen. Und haltfn Sie sich mit Äuserungen wie „Schwachsinn“ zurück. Ich sage ja auch nicht laut, wie ich den Geisteszustand hinter Ihren Post finde.

Uwe
10 Monate zuvor

Weswegen natürlich Regelung die behinderte z.b von Hotels ausschließen oder mit Behinderten verbieten würden Busse zu fahren völlig okay werden weil die Teilhabe ist ja eh nur fiktiv

Marc
1 Jahr zuvor

Nach vielen Jahren an einer Brennpunktschule kann ich ziemlich sicher sagen:

Inklusion ist gescheitert! Zumindest mit den aktuellen Ressourcen. Und ich kann es nicht mehr hören wie sich vor allem linke Politiker vor die Kamera stellen, um die tollsten Parolen und Träume rauszuhauen, die in der Realität nicht nur nicht funktionieren, sondern dem ganzen System Schule massiv schaden.

Ein geistig behindertes, stark frühpubertierendes, sozial auffälliges Kind hatte jahrelang meinen Unterricht zerlegt und den Lernerfolg aller Schüler in der Klasse massiv beeinträchtigt. Ihm selbst konnte ich leider auch kaum helfen, da ich weder Zeit, Personal noch Material zur Verfügung hatte, die ihm zumindest grundlegende Lernerfolge ermöglicht hätten. Die Eltern der anderen Schüler stiegen aufs Dach und sorgten sich um ihre eigenen Kinder, Integrationskräfte gabs keine und die Eltern weigerten sich zur Förderschule zu gehen, da sie ebenfalls der Meinung waren, dass nur die Regelschule inklusiv ist.

Freiya
10 Monate zuvor
Antwortet  Marc

Habe ich auch erlebt! 3 Jahre hat meine Klasse tägl7ch gelitten und Angst gehabt. Heute ist das damals „unintegrierbare“ Kind in einer Einrichtung (die Worte des Kindes). Was ohne die Dauerstörungen aus manchen in meiner Klasse hätte werden können weiß ich nicht, aber sicherlich, ganz sicherlich mehr und angstfrei!

Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor

Wer fördert die, die fördern sollen?

DerechteNorden
1 Jahr zuvor

So langsam kann man es wirklich nicht mehr glauben. Denken die echt, dass wir so doof sind, diese Sparmaßnahmen nicht zu durchschauen?

Rüdiger Vehrenkamp
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sie als Lehrkraft wissen das. Bei uns Eltern hat diese Tatsache noch nicht so die Runde gemacht.

DerechteNorden
1 Jahr zuvor

Ja, das ergibt Sinn, denn über diesen Aspekt wird leider nirgends berichtet.
Ich wünschte, die Medien würden einmal darstellen, wie Inklusion in Deutschland konkret aussieht und dass man damit gegenüber dem alten Modell und einer funktionierenden Inklusion (wenn Inklusion per Gesetz als „alle gemeinsam“ stattfinden muss) viel Geld einspart, weshalb z.B. Frau Hubig jetzt wieder damit um die Ecke kommt.
Der wichtigste Punkt, über den berichtet werden sollte, müssten allerdings die echten Konsequenzen für alle Beteiligten sein.

In Bildung wird bei uns immer am falschen Ende gespart, so dass es die gesamte Gesellschaft teuer zu stehen kommt.

Melissentee
1 Jahr zuvor

Doch, die Eltern wissen das. Daher der Run aufs Gymnasium, um der problematischen Schülerschaft zu entkommen.

DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  Melissentee

Nö, die Eltern wissen nicht, dass das alles eine reine Sparmaßnahme ist.
Außerdem gehen nicht alle jungen Menschen aufs Gymnasium.

Schade
1 Jahr zuvor
Antwortet  Melissentee

Solange in Berichten zur Inklusion immer der (superschlaue) Rollifahrer oder das herzige Kind mit Down-Syndrom gezeigt wird, kann sich kaum jemand vorstellen, mit welchen Problemen man im Schulbetrieb noch konfrontiert sein könnte. Dass gerade Kinder mit emotional sozialem Förderbedarf eine Klasse mitsamt Lehrer jeden Tag an die Belastungsgrenze bringen können, liest man in den Medien eigentlich nie. Davon abgesehen benötigen diese Kinder ganz bestimmt auch nicht ein Umfeld mit 27 mehr oder weniger quirligen Mitschülern und fast stündlich wechselnden Lehrern als Bezugspersonen zum Glücklichsein.

Freiya
10 Monate zuvor
Antwortet  Schade

Ohhhja!!!

Maggi
1 Jahr zuvor

Erst die Rahmenbedingungen schaffen und dann umsetzen. Dann sollen erst genügend Sozialarbeiter*innen, Schulpsychologen und Schulbegleiter eingestellt werden, die Klassengröße erheblich reduziert werden, Fördermittel bereitgestellt werden, die bei voller Anrechnung in den Deputatsplan eingehen, dann kann man über eine Umsetzung nachdenken.

Freiya
10 Monate zuvor
Antwortet  Maggi

Schöner Traum! Wird nicht passieren. Leider.

Mo3
1 Jahr zuvor

250 neue Planstellen, die man wie besetzen will?

Chapeau Claque
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mo3

Neu denken mit Arbeitnehmerüberlassung, Zeitarbeit und Personalvermittlung (soll es alles auch schon für pädagogisches Fachpersonal geben) durch Profis, aber das wäre noch zu neumodisch.
Von der Headhunteraktion aus 2022 hört man auch nichts mehr.

Krissi
1 Jahr zuvor

Wir müssen es wieder ausbaden.

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor

Ich zitiere mal:
„sondern mit anderen Schülern gemeinsam lernen können“ „und „sondern lernten mit anderen Kindern gemeinsam“.

Interessante Wortwahl. Also, entweder sitzt das Kind offenbar alleine in einer Förderschule oder Mitschüler in Förderschulen gelten irgendwie nicht so ganz als vollwertige „andere Schüler/Kinder“.
(Vermutlich zu spitzfindig…)

Indra Rupp
1 Jahr zuvor

Ja, spitzfindig darin, die eigene Menschenfeindlichkeit zu verdrehen und als Menschenfeindlichkeit Anderer auszulegen, genau wie „wer Inklusion will, dem sind die Kinder wohl egal“.
Ziehen Sie doch bitte ins nächste Ghetto oder halten Sie die Menschen dort nicht für vollwertige Nachbarn…?

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Jetzt habe ich den Post fünfmal gelesen, und bin immer noch unsicher, was er bedeuten soll…

Ich ziehe nicht (freiwillig) ins nächste Ghetto, weil ich bezweifle, dass ich mich dort besser mit meinen Nachbarn verstehe als in meiner jetzigen Nachbarschaft. Ja, so egoistisch bin ich.
Trotzdem halte ich die Menschen dort für vollwertige Nachbarn (was auch immer ich mir darunter vorzustellen habe) und würde niemals behaupten, ich lebte dort nicht „gemeinsam mit anderen Menschen“.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor

Aber Leute, die nicht zur Förderschule und dort vom Rest der Welt abgeschottet sein wollen, sehen Förderschüler nicht als Menschen?

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich habe keine Ahnung, als was diese Leute Förderschüler sehen.
Ich habe nur konstatiert, dass Frau Hubig es laut obrigen Artikel so ausgedrückt hat, als bedeute nur inklusives Lernen an einer Regelschule „gemeinsam mit anderen Kindern“.

Natürlich hätte sie das auf Nachfrage sicherlich nicht so gemeint (gesagt aber schon), allerdings lassen solche Unschärfen in der Ausdrucksweise manchmal auch auf einiges schließen.

Lovis
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

stop hate speech!

Lakon
1 Jahr zuvor

„Die Schulen erstellten ein inklusives Konzept und eine verbindliche individuelle Förderplanung für die Kinder mit Behinderungen.“
Mit oder ohne Unterstützung durch Sonderschullehrer?

Mariechen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lakon

Ohne natürlich! Es gibt keine Förderlehrer… Eventuell pädagogische Fachkräfte. Bei uns unterrichten Studenten im Anfangsunterricht ohne irgendeine Betreuung. Darin sitzen dann auch Kinder mit Förderbedarf. Das muss man sich mal vorstellen! Ich freu mich auf die nächste Iglu Studie…. !

Chapeau Claque
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mariechen

Das muss man sich mal vorstellen!“ niemand der die Mißstände aktiv bemängelt und unterbindet, denn es gibt ja absichernde Konzepte.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mariechen

Und an den Förderschulen gibt es Förderlehrer für ALLE Kinder mit Förderbedarf? Darauf kam hier noch nie eine Antwort! Ihr wollt das Problem nur aus den Augen haben, Rest egal!

Freiya
10 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich habe es durchlebt und durchlebe es noch! Es gibt Kinder, die lassen sich im normalen Klasdenbetrieb (29 Lernende, eine Lehrkraft) integrieren und mitnehmen. Und es gibt Kinder, da sind alle mitgenommen, nachdem sie die Klasse wieder einmal auseinander genommen haben, Gift und Galle gespuckt haben (im wörtlichen Sinne), Mitschüler psychisch und physisch angegangen sind, Eigentum zerstört oder sich angeeignet haben…
Hilfe für die übrigen 28: Keine!
Ich finde es eine Unverschämtheit, Lehrkräften zu unterstellen, sie würden nicht die Entwicklung all ihrer Schüler*innen fördern. Aber es gibt Fälle, da geht es nicht! Denn die Kinder ohne Förderbedarf haben AUCH Rechte!

Lieber spät als nie
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lakon

Und schon wieder das nächste Konzept für die Aktenordner…wir haben ja noch nicht genug zu tun

Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor

Sind denn die Schulen bereits barrierefrei und adäquat umgebaut worden? Ich zähle hierbei etwa auch Schrei- und Tobanfälle, unkontrollierbaren Bewegungsdrang, erhöhten Platz- oder Freiraumbedarf, Rückzugsnotwendigkeiten hinzu, die räumlicher (Ausweich-)Lösungen bedürfen zum Wohle und zur Gesundheit aller beteiligter Individuen (inkl. LuL), der Schul- und Klassengemeinschaft und des Altags- und Lernklimas.

Mika
1 Jahr zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

„ Ich zähle hierbei etwa auch Schrei- und Tobanfälle, unkontrollierbaren Bewegungsdrang, erhöhten Platz- oder Freiraumbedarf, Rückzugsnotwendigkeiten hinzu“
Ja, da bestehe ich drauf, dass diesmal auch an meine Bedürfnisse gedacht wird!

Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mika

:o)

PFK
1 Jahr zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Nein, sind sie nicht, natürlich. 43 Milliarden Inklusionsstau…. äh Investitionsstau. Wenn ich Inklusion höre, frage ich mich eigentlich immer: In WAS inkludieren? Was ist damit eigentlich gemeint? Dazu sagt niemand was.

Last edited 1 Jahr zuvor by PFK
Lanayah
1 Jahr zuvor
  • Wir hatten eine Inklusions-Fortbildung (3×2 Tage). Ich hatte zu der Zeit ein hochaggressives Kind in meiner Klasse, das in jeder Pause prügelte. Auf meine Frage, wie ich mit diesem Kind umgehen sollte, erhielt ich vom Referenten drn Vorschlag, das Kind alleine während des Unterrichts nach draußen zu schicken. Auf meinen Einwand bezüglich der Aufsichtspflicht erhielt ich zur Antwort, ich wolle ja keine Lösungen hören, sondern nur meckern. Auch die anderen Aspekte der Fortbildung waren entsprechend. So fortgebildet inkludiere ich nun.
Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lanayah

Moral von der Geschicht‘: Belast‘ Experten mit Realem nicht.

Schade
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lanayah

Kann ich zu 100% bestätigen. Mein hochaggressiver Schüler neigte aus heiterem Himmel zu lebensbedrohenden Attacken auf Mitschüler, ich lebte in ständiger Panik, einmal vielleicht nicht schnell genug eingreifen zu können, meinen anderen Schülern erging es kaum besser.
Mehrere! Referenten meiner damaligen Fortbildung tadelten mich, dass meine falsche Einstellung das eigentliche Inklusionshemmnis sein. Zitat: Lassen Sie Ihre inneren Flügel wachsen, dann fliegen Sie auf den Schwingen des gemeinsamen Lernens zur Inklusion.
Ah ja! Danke für gar nichts!

Melissentee
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schade

Mein Sohn wurde während seiner GS-Zeit als ruhiger Prellbock stets zwischen solche Kinder gesetzt und mehrfach verletzt. Als er einen spitzen Stift ins Ohr gerammt bekam war das Maß voll. Die Lehrerin heulte nur noch. Sie könne nicht überall sein.

Das mag ein Extrembeispiel sein, aber weder als Lehrerin noch als Mutter sehe ich eine Möglichkeit, verhaltensauffällige Kinder ohne Zusatzpersonal, so in eine Klasse zu integrieren, dass alle Kinder, nicht nur dieses, ihrem Potential entsprechend beschützen werden können.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Melissentee

Wie kommt man eigentlich auf die Idee, jedes Kind, das wild ist oder sich daneben benimmt, sei behindert?
Und dies dann gegen ALLE behinderten Kinder auszuspielen?
Vorsicht, vielleicht kommt ihr Kind mal in eine schlechte Phase, zB die Pubertät und leidet unter Mutismus oder autistischen Zügen, unter Liebeskummer oder sonstwas. Dann ist es behindert und gehört sofort exkludiert!

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich verstehe es nicht: Hatten Sie nicht ein Kind mit Handicap und waren entsetzt, wie es in einer Regelschule (auch wenn es jetzt eine Brennpunktschule war) unterging? In Förderschulen sind die Klassen erheblich kleiner und es gibt/gab trotz Mangel einen erheblich besseren Betreuungsschlüssel.
Und wenn wir schon bei persönlichen Erfahrungen sind: ein Freundin von mir hat ihre beiden Kinder auf eine Förderschule geschickt und hat uns immer vorgeschwärmt, wie familiär und entspannt (okay, relativ und kommt drauf an) es dort zugehen würde im Gegensatz zu den überfüllten Klassen der Regelschule.

Und müssen wir uns jetzt tatsächlich darüber streiten, was eine Behinderung ist und was „spezieller Fördergedarf“? Die Frage ist doch, wo welches Kind am besten aufgehoben ist – und das durchaus auch in Hinblick auf seine Mitschüler – und wie das geleistet und bezahlt werden soll.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor

Komplett falsch! Mein Kind ist an einer Regelschule glücklich!
Und ja, es spielt eine Rolle was eine Behinderung ist, wenn diese dazu benutzt werden, den Ruf aller Behinderten zu schädigen. Wie jmd oben genannt, auf Artikeln sieht man das „herzige“ Kind mit Down-Syndrom. Den Unterricht unmöglich macht vielleicht der verwöhnte, intelligente Sohn eines Bankinhabers. Durch sein verzogenes Verhalten bekommt er ESE attestiert und dient als Beispiel dafür, dass I-Kinder das Unterrichten unmöglich machen. Deshalb wird Inklusion abgeschafft und das herzige Kind mit Down-Syndrom muss gehen. Der ESE Junge aber nicht, denn der hat reiche Eltern und schafft das Abi.
Macht Sinn?

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich sehe nicht, wie „Behinderungen“ genutzt werden, um „den Ruf aller Behinderten zu schädigen“. Soviel Differenzierungsfähigkeite sollen Sie anderen schon zugestehen. Gerade die Bemerkung, dass ja der „kluge Rollifahrer“ immer als Beispiel für Handicaps heghalten muss, zeigt doch genau, dass jedem hier klar ist, dass Förderbedarf und Förderbedarf nicht dasselbe sind.
Ihre Unterscheidung in „gute Behinderung“ (z.B. Trisomie 21, eigenes Kind) und „böse Behinderung“ (ESE, wohlmöglich sogar reiche Eltern, pfui!) ist hochgradig problematisch.

Hier wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass man jeden Fall einzeln betrachten muss, dass es unendlich verschiedene Ausprägungen gibt und dass man immer das beste für jedes Kind (und das beinhaltet auch die Mitschüler!) suchen muss.

Gerade das spricht ja GEGEN die undifferenzierte, derzeit forcierte Inklusion (mit der Brechstange, dafür aber ohne Ressourcen).

Indra Rupp
1 Jahr zuvor

Ich unterscheide nicht in gute und schlechte Behinderung. Das ist eine Nebelkerze Ihrerseits und Anderer, um Mithilfe der problematischen Kinder ALLE Inklusion für unmachbar zu erklären und ALLE auszugrenzen! Die meisten Straftäter sind Männer, sperren wir also alle Männer ein ^^

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Das meinen Sie tatsächlich ernst, oder?
Okay, auf Unterstellungen, Angriffe und schiefe Beispiele sollte ich nicht mehr antworten; lohnt sich nicht.

(Aber es ist nun einmal wie ein Mückenstich: Er juckt, und man möchte sich kratzen .)

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Es sagt doch keiner, dass man Inklusion generell abschaffen sollte? Es sollte halt sinnvoll gestaltet werden und die Rahmenbedingungen erst dafür gestellt werden.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor

Den Bankers Sohn im Beispiel halte ich übrigens wie viele nicht für behindert sondern für verzogen. Da ist also auch noch jmd ohne Behinderung das Alibi dafür, Inklusion zu beenden.

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

ESE ist übrigens nicht gleich „verzogen“. Welch‘ subjektiver Begriff.
Und selbst, wenn er verzogen ist: Soll er njn darunter leiden, dass seine Eltern nichts von Erziehung verstehen? Pfui, wie exkludierend.

Und egal, was er ist, er ist nicht ein Argument (nicht Alibi), Inklusion zu beenden. Hier ging die Diskussion um die Form von Inklusion, die momentan betrieben wird. Und die ich einfach für de facto wenig inkludierend -aber billiger – halte.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor

Wie psychologisch ausgefuchst das doch ist! Obwohl alle Menschen behindert sind, nennt man nur einen Teil davon behindert und nimmt diesen in Sippenhaft für einzelne Extrem Beispiele, die allen Schaden. Wenn man sich dagegen wehrt, für diesen Schaden herhalten zu müssen, exkludiert man angeblich selber in „gute“ und“schlechte“ Behinderte. Es ist noch ein langer Weg…

laromir
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Es ging hier allgemein um Kinder mit Förderbedarf. Da sind einige relativ problemlos in Regelklassen zu beschulen, z.B. bei körperlichen Einschränkungen oder Gehörgeschädigte, einige Formen von Autismus usw. Andere Kinder können/sollten im Sinne ALLER Beteiligten aber eben nicht so einfach beschult werden. Und das hat gar nichts mit menschenverachtenden Einstellung zu tun, im Gegenteil. Man tut dem Kind nichts Gutes, wenn es nicht gefördert wird (weil kein Personal, kein Raum, überfordert sonstwas) oder andere u.U. gefährdet werden. Ich muss auf 30 aufpassen und nicht nur auf 1 oder 2 Kinder. Und ja, es gibt Kinder die total ausrasten und andere verprügeln, beschimpfen, Sachen kaputt machen und wo man schon beim Raumwechsel hofft, das alles gut geht. Finde ich für alle nicht zumutbar.

Last edited 1 Jahr zuvor by laromir
Lanayah
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Man nennt das nicht behindert, sondern Förderbedarf emotional soziale Entwicklung Und es geht dabei auch nicht um Kinder, die sich mal daneben benehmen oder wild sind. Ein Kind, das einem anderen Kind einen spitzen Stift ins Ohr rammt hat sicher nicht nur eine schlechte Phase. Was von vielen auch immer beiseite geredet wird: Wenn ein Kind andere verletzt gibt es auch verletzte Kinder. Kinder machen durch andere Kinder Gewalterfahrungen in der Schule. Dass so etwas vorkommt wird schon als selbstverständlich angesehen. Mache ich als Erwachsene Gewalterfahrungen am Arbeitsplatz, führt dies zur Enternung des Täters, wenn alles korrekt läuft. (Es sei denn durch ein ESE-Kind, da wird dann auch schon mal rumgeeiert) Kinder haben diesen Schutz nicht. Auch die Gefahr von bleibenden gesundheitlichen Schäden (s.o. spitzer Stift ins Ohr) besteht.

laromir
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lanayah

Genau. In der Schule bleiben die „Täter“ da, solange sich Eltern nicht regen. Es gibt Eltern, die wehren sich, wenn man verlangt, dass sie sich auch noch außerhalb der Schule Hilfe und Förderung organisieren sollen. Alles bleibt dann in der Schule hängen und alle Leiden darunter.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lanayah

„man nennt das nicht behindert…“
Hier im Forum muss die Moral erstmal inhaltlich stimmen, bevor wir uns mit Oberflächlichkeiten und Feinheiten befassen. Ein Lernschritt nach dem anderen. Deshalb spreche ich hier ja auch von Menschen „mit und ohne“ Behinderung, obwohl in Wahrheit alle Menschen behindert sind. Warum sollte das Wort also schlimm sein, wenn es alle betrifft? Pinkeln und essen tun wir übrigens auch alle. Es ist wohl eher die Einstellung zur Sache, weswegen man meint, das sei ein „Schimpfwort“.

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Das Wort ist überhaupt nicht schlimm.
Aber für einen sinnvollen Diskurs braucht man Grundlagen der Begriffe.
Wenn Sie hier sagen „alle Menschen sind behindert“, dann ist ersichtlich, wie Sie das meinen. Das stimmt aber von der Begriffsdefinition „Behinderte Menschen“ einfach nicht.
Das macht eine Diskussion dann schwierig, wenn man über unterschiedliche Sachen spricht.
Ansonsten hätten alle Menschen eine 100%ige Behinderung? Dann auch die Rechte dazu? Das natürlich Quatsch.

Daher ist es wichtig, dass „wir“ in diesem Kontext eben auch Begriffe wie „Eingeschränkt“, „Behindert“ und „Schwächen“ (Sehschwäche) – Sowie eben Gegebenheiten, welche einen Menschen prägen und „benachteiligen“ können – unterscheiden.

„Jeder Mensch hat seine Last zu tragen“ wäre wahrscheinlich das, worauf Sie hinaus wollen?
Das ist ja auch nicht falsch. Aber hat in dem Kontext halt nur bedingt etwas zum Diskurs beizutragen. Dazu ist der Rahmen ein anderer.

DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  Melissentee

Es geht doch nicht nur um verhaltensauffällige Kids.
Das möchte ich hier noch einmal ganz explizit sagen. Wenn man immer mit dieser Verhaltens-Keule kommt, wird man Förderschüler*innen nicht gerecht.
Die Förderschüler*innen in meiner jetzigen Fünften sind eher liebe und freundliche Kinder. Man kann aber ihren Bedürfnissen und denen der anderen Kids nicht gerecht werden, weil man sich nicht zerreißen kann und bestimmte Dinge nun einmal immer weniger funktionieren, je älter die Kids werden.

Cornelia
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Danke für diesen Kommentar.

Lanayah
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Für Förderschüler/innen im Bereich L oder GE gibt es sogar Förderstunden im Rahmen der generellen Unterversorgung Diese Kinder tun mir einfach leid, weil man ihnen nicht wirklich gerecht werden kann Für ein Kind mit Förderbedarf ESE kriege ich genau nichts an Unterstützung, nur unbrauchbare Ratschläge. Das ist nicht Verhaltenskeule, sonder Tatsache. Schön für Sie , wenn Sie davon nicht betroffen sind.

Cornelia
1 Jahr zuvor
Antwortet  Melissentee

Meine Kinder wurden auch trotz damals noch vollständig bestehenden Förderschulen von Mitschülern geärgert und verletzt. In der Grundschule waren durchaus auch zukünftige Gymnasiasten unter den „Aggressoren“.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Melissentee

Das Ohr ist so konzipiert, dass es unwahrscheinlich ist, hinein zu gelangen.
Meine Tochter wurde heute von einer erwachsenen Piratin ohne Behinderung im Kampf mit dem Degen auf den Finger getroffen. Das war auf der Bühne von Peter Pan – Das Nimmerlandmusical.
Können Sie mich deswegen auch noch einmal bemitleiden?
Ich weiß nicht, ob Leute ohne Behinderung wirklich auf der Bühne stehen sollten…

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Melissentee

Mein Sohn bekam bei Waldorf eine Glasscherbe in die Nase gerammt. Das hat er längst vergessen. Was ihn noch acht Jahre später an der Seele frisst, sind die verwöhnten Mädchen, die so intelligent psychisch quälen konnten. Wenn man alle auffälligen Menschen an der Schule entlassen hätte, hätte die Schule allerdings null Schüler, Lehrer, Eltern und Schulleitungen gehabt…
Hier berichten immer alle von ihren perfekten Kindern. Das die Welt top wäre, wenn es nur Schüler, wie Ihren Sohn gäbe, halte ich für unglaubwürdig! Der wird auch seine Defizite haben, ist menschlich.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Melissentee

In den rechts unterwanderten „sozialen“ Medien ist Mitleid nur ein heuchlerisches Mittel, um Emotionen gegen bestimmte Menschengruppen zu schüren. Hier:Menschen mit Behinderung.
Vergleich : Sohn saß neben einem Türken und bekam einen spitzen Stift ins Ohr gestochen…. Große Anteilnahme im AFD-Forum:“Oh, neiiiin! Ist er jetzt auf ewig geschädigt? “
Vergleich : Im Elternforum erzählt eine Mutter, der Sohn saß neben einem Lehrer und bekam einen spitzen Stift….“ Oh, neiiiiinnn! Wie geht es ihm? „

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Öhm, mal im Ernst … Entweder ich verstehe das fiktive Beispiel nicht oder es würde heißen:
„Lehrkraft sticht auf Schüler ein. Gerichtliches Verfahren wurde bereits eingeleitet. Diese Person sollte nie wieder mit Kindern arbeiten dürfen!“

Darauf können Sie sich aber sowas von verlassen.

gehtsnoch
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schade

Die Referenten der Fortbildung … mal deren Qualifikationen, besser noch Praxiserfahrung gecheckt?

Lanayah
1 Jahr zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Die einzige Qualifikation dieser Referent/innen war ein dickes Fell.

Nina
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lanayah

Mir wurde gesagt, dass ich mit allen Kindern den Raum verlassen soll, damit das eine Kind sich ungestört im Klassenraum austoben kann. Ohne Witz.

Canishine
1 Jahr zuvor
Antwortet  Nina

Gilt das bei Bedarf auch für Lehrer?

Freiya
10 Monate zuvor
Antwortet  Nina

Das ist in den USA Gang und Gäbe. Und da wir ja jeden Quatsch von da nachmachen, auch wenn er sich dort bereits als Schwachfug hoch 3 herausgestellt hat….

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lanayah

Dabei ist dem Referenten bestimmt noch nicht einmal aufgefallen, dass der Ratschlag das Gegenteil von Inklusion (wie man sie heutzutage offensichtlich versteht) ist: Das Kind, das während der Unterrichts alleine draußen ist, lernt ja gerade nicht „gemeinsam mit allen Kinder“.
Es wäre brüllend komisch, wenn es nicht so traurig wäre…

Indra Rupp
1 Jahr zuvor

Nach Ihrer Logik darf die Anti – Inklusion dann nur noch einzeln verweilen? Man stelle sich vor, ein Kind mit ner 1 und ein Kind mit ner 3 spielen zusammen…

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Obsolet, bitte komplett löschen.

Last edited 1 Jahr zuvor by A.J. Wiedenhammer
A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor

(Wollte meinen eigenen (!), obrigen Post gelöscht haben, da ich mit der Bearbeitung von Beiträgen durcheinander gekommen bin.)

Zu IndraRupp:
Nein, das ist weder meine Logik noch meine Meinung!
Ich sagte, dass es unfreiwillig komisch sei, wenn ein Referent ejnerseits für „Gemeinsames Lernen für alle“ spricht und auf der anderen Seite den Rat gibt, ein Kind alleine (!) aus der Gruppe zu schicken. Das ist so aufreizend inkonsequent, dass man es für Ironie halten könnte, ich bin abec sicher, es war keine.

Was wissen Sie schon, mit wem mein Kind spielt? Ich habe den Eindruck, dass Sie jeglichen Kommentar zur Inklusion auf Ihre persönliche Situation gemünzt verstehen.
Natürlich gestehe ich jedem Elternteil zu, das Beste für sein Kind zu wollen. (Was nicht jmmer gleichbedeutend mit wirklich „das Beste“ ist, so nebenbei.) Es wäre schön, wenn alle Eltern so engagiert wären. Allerdings ist es immer ein Unterschied, ob man eine ganz spezielle, persönliche Situation betrachtet oder die Gesamtheit. Andere Leute haben nämlich auch Kinder.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor

Es geht um Teilhabe an der Gesellschaft, wieso darf man da nicht mal aus dem Raum gehen? Oder sich in verschiedene AG’s aufteilen?
Eine Schule aber komplett abzuschotten ist etwas anderes und hat ganz andere Auswirkungen auf die Gesellschaft. Die Kinder verbringen immerhin ihre halbe Kindheit dort.
Was sagen Eltern, die pro Förderschulen sind? Sie wollen Inklusion eigentlich auch aber glauben nicht, dass das was wird und sie meinen, sie könnten ihre Kinder ja zu keinem Sportverein, Musikkurs, Club oder sonst etwas bringen und wollen nicht, dass den Kindern dann auch noch ihre exkludierte Schule genommen wird. DAS (!) muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!
Die weitere Nebelkerze, es ginge mir nur um mein eigenes Kind, ist eine weitere Ablenkung für Leute, denen nichts besseres einfällt und einfach nur ignorant.
PS: Kinder mit Behinderung sind auf unserem Reithof, Menschen mit Behinderung sind auf/an unserer Waldbühne. Auf unserem Reithof halten übrigens nicht Kinder mit LB oder GE oder ESE am meisten alle auf, sondern Kinder mit starkem Übergewicht…. wollen Sie die exkludieren?

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

„wieso darf man da nicht mal aus dem Raum gehen?“

Weil das ein Problem mit der Aufsichtspflicht gibt! Besonders, wenn es sich um Kinder handelt, deren Verhalten eher schlecht vorausgesagt werden kann.

Allmählich werde ich wütend.
Wo lesen Sie, ich könnte mir wünschen, extrem übergewichtige Kinder exkludieren?
(Frechheit!) Das ist vollkommen etwas anderes, als in einer Matheklasse, die Kurvendiskussionen macht, ejn Kind mit Rechenbeispielen im zweistelligen Bereich zu beschäftigen.

Wieso Nebelkerze? Sie selbst hängen ihre Argumentation doch immer ad hominem. Ich könnte antworten: „Ja, aber bei meinem Kind ist das ganz anders….“ jnd so können wir auf ewig aneinander vorbei reden.
(Eigentlich egal, tun wir sowieso, glaube ich.)

Also, unser Sportverein im Dorfe ist sogar erklärtermaßen inklusiv. Und 500 m von hier ist auch ein Reiterhof (Verein), mit besonderem Angebot für beeinträchtigte Kinder. Die „anderen“ Dorfkinder reiten da aber auch. Teilhabe, ganz selbstverständlich. Selbst hier in der tiefsten Provinz werden gehandicapte Kinder nicht mehr im Hinterzimmer versteckt!

Trotzdem halte ich es nicht für zielführend, alle Kinder prinzipiell (!) gemeinsam zu beschulen. Weder für benachteiligte Kinder, noch für die anderen.
Die Betonung liegt hier auf „prinzipiell“!

Last edited 1 Jahr zuvor by A.J. Wiedenhammer
Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ja, schönes Beispiel von mir. Reithof für Übergewichtige, gleich neben dem Reithof für Brillenträger. Die haben darauf spezialisiert natürlich auch die beste Ausstattung in Form von Brillenbändern bzw Kaltblütern. Und sollen sich nicht beschweren, nachts um drei wurde immerhin das Reit Turnier der Übergewichtigen (ab BMI 26 = 75kg bei 1,72m)übertragen . Das Highlight war das Tücher reichen von Reiter zu Reiter. Da willst du nicht hin? Hältst wohl Übergewichtige nicht für Menschen….Aha, jetzt haben wir den eigentlichen Menschenfeind erkannt!
PS: Bei 75kg brauchst keinen Kaltblüter.
Gibt auch nen Reiterhof für Beamte, wir lesen die ganze Reitstunde nur Anleitungen und haben gar kein Pferd aber gehen optimal auf Beamte ein.

Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Teilhabe bedeutet es aber auch, mal mit den anderen Kindern dasselbe zu tun, was sich nicht nur auf kognitiv niederschwellige Angebote wie Basteln, Sport oder Musik beziehen soll. Eine andauernde Sonderbehandlung führt nicht zur Inklusion.

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Weil das ein rechtliches Problem ist? Keine Ahnung, was Sie jetzt hören wollen. Das klingt „so einfach“ – ist es aber nicht mit der Aufsichtspflicht.
Die AGs muss es auch erstmal geben. Da ist das Stichwort – wie so oft – „Rahmenbedingungen“ -> Diese muss es halt erstmal geben. Wenn die Inklusion mit „einer AG“ getan ist und es diese AG als Rahmen gibt. Go for it. Warum denn nicht? Hat doch keiner wirklich was dagegen?

Sie stellen doch immer Ihre persönlichen Erfahrungen mit Ihrem Kind exemplarisch in den Fokus. Dazu leider oft zu undifferenziert. Es gibt Kinder, welche man super inkludieren kann (Ihre Tocher anscheinend). Und welche, wo es eben nicht „so einfach“ funktioniert. Menschen sind unterschiedlich.

Wenn man es auf die Spitze treibt, dann: Ja.
Ein sehr stark adipöses Kind würde durch eine sinnvolle Kur „exkludiert“. Natürlich wäre das für eine bestimmte Zeit sinnvoll und für das Kind auch gut. Finden Sie das nicht? Wenn das Kind im 2. Stock das Klassenzimmer hätte und es die Treppen gehen muss, dann wird es natürlich schwierig und ist stark eingeschränkt. Hier kommt es wieder auf die Rahmenbedingungen an. Kann es alleine hoch gehen? Kann jemand helfen? Gibt es Hilfen (Fahrstuhl)? Muss es zur Pause runter? Usw. … Muss halt alles mit bedacht werden.
Auch hier müssen bestimmte Abstimmungen und Rahmenbedingungen erfüllt werden. Ansonsten ist es für das Kind nicht toll.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor

Menschen ohne Handicap sind anders – und äußerst einzigartig! Fangt doch mal an, endlich eure Handicaps zu sehen. Hier : fehlende Empathie!

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Und viele Menschen mussten daher auch mit ihren (versteckten) Handicaps im „friss oder stirb“ Prinzip durch die Schule.

Daher wäre Ihre Forderung: Alle Kinder in die selbe Schulart. Also Gemeinschaftsschule bspw. und dann schauen wir einfach mal, ob und wie das klappt. Förderung? Nene, einfach anpassen dann. Wer „es nicht schafft“? Pech.
Haben doch alle Handicaps … Sollen sie doch selbst schauen, wie sie klar kommen.

Ja, mir ist bewusst, dass Sie das nicht so meinen. Aber wie wäre denn ein sinnvolles Konzept?
Einfach mal bitte auch erläutern. Sie fordern „hier“ nur. Das kann jeder. Traumwelt willkommen:
Ich finde es doof, dass Kinder/Menschen verhungern. Ich will daher, dass es keinen Welthunger gibt.
Krieg? Weg damit! Top.
Geld für alle? Klar. Warum nicht.
Sonst noch Wünsche?

Mal Butter bei die Fische:
Stellen Sie mal bitte ein Konzept vor, welches realistisch und durchführbar ist.
Dann soll „die Regierung“ das bitte auch umsetzen.
Und dann wäre mit Sicherheit keiner dagegen, wenn alles wie im Märchen endet.

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

„Hier : fehlende Empathie!“
Das verstehe ich jetzt als Beleidigung.
(War wahrscheinlich auch so gemeint, vermute ich.) Egal, don’t feed the troll, don’t feed it, don’t feed it, don’t….

OMG
1 Jahr zuvor

Wow. „Inklusion ist ein Menschenrecht“. Fällt ihr ja früh auf – nachdem schon seit Jahren festgestellt wird, dass Inklusion von der Dame eher verhindert wird
(https://www.nomos-shop.de/nomos/titel/die-umsetzung-schulischer-inklusion-nach-der-un-behindertenrechtskonvention-in-den-deutschen-bundeslaendern-id-98745/)

Mit dem Spruch „Inklusion ist ein Menschenrecht“ wird gerade auch in Hessen alles schöngeredet

Marc
1 Jahr zuvor
Antwortet  OMG

Ist halt ein Totschlagargument. Argumente braucht man heutzutage nicht mehr. Nur noch Moral. Bist du etwa Inklusionsleugner? Wenn du gegen solche Pläne bist, dann bist du natürlich unmoralisch, willst Kinder ausschließen. Und zur Not verweist man eben auf das Inklusionsrecht, dass wie so oft ein illusorisches Gesetz ist, dass jeden Plan im Zweifel rechtfertigt irgendwie

447
1 Jahr zuvor
Antwortet  Marc

Neue Wortschöpfung: „Die Querinkludierer!“

PFK
1 Jahr zuvor
Antwortet  OMG

Jeder hat das Recht schlecht behandelt zu werden…

Schade
1 Jahr zuvor

Hatte gerade dieses Woche wieder ein herzzerreißendes Gespräch mit einem der betroffenen Kinder, denen dank Hubig das „Menschenrecht auf Inklusion“ (zwangs)gewährt wurde. Tenor: Warum kann ich all das nicht was all die anderen können? Die geben sich gar keine Mühe und können das trotzdem, aber ich nicht.
Da kann ich viel von „jeder hat andere Talente“ reden. Dieses Kind „darf“ sich jeden Tag aufs neue bestätigen lassen, dass es nicht schafft, was anderen mühelos gelingt. Wer glaubt denn wirklich, dass „dabei sein ist alles“ dauerhaft glücklich macht?

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schade

Komisch, meine Tochter weiß genau, was sie kann und wertet das gleichrangig mit dem, was Andere können und ist zudem froh weniger und einfachere Aufgaben zu bekommen.

laromir
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich kenne Kinder denen geht es aber genau anders. Die sehen ständig, dass sie nicht mithalten können, selbst wenn sie alles geben. Einem 8-jährigen Jungen geht die Mathe 1 oder 2 am A… vorbei, wenn er in der Pause immer Letzter ist und die ganzen eher körperlichen Spiele nicht richtig mitmachen kann. Da ist man eben nicht der Held, wenn man was weiß, sondern wenn man schnell rennen kann und cool ist. Da kann man sich zu Hause auch den Mund fransig quatschen, von wegen jeder ist anders, jeder hat andere Talente. Zu dem Zeitpunkt kommt nur „DU bist anders, DU kannst das nicht“ an. Darunter können Kinder eben massiv leiden und sich minderwertig fühlen.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  laromir

Finden Sie ein Kind, das NICHT anders ist…

Es kommt eben darauf an, wie anders sein wertgeschätzt wird. Da ist unsere GOBS halt super!

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wertschätzung? Noch so eine hohle Worthülse.
Da, wo es keine negativen Auswirkungen für die Mitmenschen hat, kann man Anderssein akzeptieren, tolerieren, als normal betrachten…
Wo es andere Personen einschränkt, wird selbst das schwierig.
Einen Schüler (und seinen Eltern), der von einem anderen Schüler verletzt wird, kann man kaum mit Wertschätzung für originelles Verhalten kommen. Das sind dann die Situationen, in denen unauffällige Kinder von verhaltensoriginellen einen auf die Mappe kriegen und sich dann fragen, warum sie selber sich immer „brav“ verhalten müssen. Mit ein bisschen Pech kommt noch jemand um die Ecke mit: „Sie müssen das als Bereicherung verstehen…“

Aber wieso sollte man Anderssein überhaupt als einen besonderen Wert an sich schätzen? Das hieße ja, dass man Menschen, die einem in Fähigkeiten und Verhalten ähnlich sind, als „nicht so wert“ schätzen müsste.
Es erfüllt folglich die Kriterien einer Floskel.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor

Sie verspinnen sich immer weiter, von wegen „nicht so Wert“… kennt man hier schon. Sie müssen nicht Gewalt wertschätzen, aber Sie sollten merken, dass Menschen mehr Anteile haben, als ihre Beeinträchtigung. Wie gesagt, hier kommen lauter Extrem-ESE-Beispiele um grundsätzlich der Sache den Garaus zu machen.

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wer verspinnt sich hier?
Ich habe diese nichtssagende Floskel nicht als erste bemüht.
Und darf mich anschließend getrost darauf beziehen und sie (aus meiner Sicht) relativieren.

Zeigen Sie mir bitte den Post von mir (oder von jemanden anders), in dem von Schülern als „nicht so wert“ gesprochen wird! Oder unterlassen Sie solche Implikationen!

Wir können auch ein weniger extremes Beispiel nehmen: das Kind, dass seine Aufgaben gewissenhaft macht und irritiert zu Hause fragt: „Warum soll ich das überhaupt machen? XY macht das auch nie und dann ist es auch okay.“

Last edited 1 Jahr zuvor by A.J. Wiedenhammer
Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Nein. Nahezu jede/r sagt doch: Wo Inklusion sinnvoll möglich und machbar, dort gerne. Rahmenbedingungen müssen da sein.

Wer schließt denn hier bitte pauschal alle Inklusionskinder aus? Es geht eben AUCH um die besonders schwierigen Fälle.

Kristine
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schade

Genau das ist das eigentliche Problem, das man auch mit Geld und genug Personal nicht lösen kann. Kein Kind ist so blöd, dass es nicht erkennt, dass es die Dinge nicht kann, die alle anderen können. Den Eltern wird mit diesem Inklusionsgeschwätz das Blaue vom Himmel vorgemacht und sie springen darauf an- sie wollen das Beste für ihr Kind! Nach 4 Jahren ist das Kind durch, ist durch diese ständige Einzelbetreunung durch irgendeine gutmeinende aber ungelernte Eingliederungshelferin völlig unselbstständig und kann nichts außer Bilder ausmalen. Bei uns an der Förderschule blühen die Kinder auf, aber es dauert ewig die Defizite, auch im sozialen Bereich, einigermaßen aufzuholen.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Kristine

Die Tatsachen zeigen eindeutig anderes!
Förderschule = Stempel auf ein Bild drucken
Regelschule = Kind mit LB schafft Hauptschulabschluß

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Sie verwechseln schon wieder Tatsachen mit personlicher Einzelerfahrung.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor

Stimmt nicht, das ist nachgewiesen! Förderschulen bringen Förderkinder seltener zum Abschluß als Regelschulen.

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Könnte es daran liegen, dass „leichtere Fälle“ eher in Regelschulen inkludiert werden, „schwerere Fälle“ dann doch eher zu Förderschulen gehen?

Ich kenne im übrigen einige Fälle in meinem Umfeld, in denen die Kinder erst intensiv in Förderschulen betreut wurden (z.B. bei Problemen mit der Sprache) und anschließend auf die Regelschule wechseln konnten.

Nick
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Fundstelle?

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Die „selben“ Kinder? Wo sind die Quellen dazu?
An einigen Förderschulen sind Kinder, welche auch an Regelschulen gar keine Chance auf einen Abschluss hätten. Wer als Jahresziel „Schuhe binden lernen“ als Hauptziel in der 8. Klasse hat, der hat eben wenig Chancen an der Regelschule. Zaubern kann halt leider keiner.

Also: „Clientel“ genau „anschauen“ und dann die Aussage überdenken.
Dazu bitte eine Quelle mit dem „Krankheitsbildern“ als Vergleich und nicht nur irgendwelche Zahlen. Ansonsten ist das rein quantitativ und nicht qualitativ.

Ich Vergleiche die Abschlussquote bei der Fernuni Hagen auch nicht mit der Abschlussquote an der Realschule und schlussfolgere dann: Ahhh, die Leute an der Fernuni Hagen sind ungebildeter, da mehr abbrechen.
Hoffe der Vergleich ist verständlich, worauf ich raus will ….

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Bevor meine Förderschule aufgelöst wurde, haben fast alle Schüler dort den Hauptschulabschluss erreicht, einige sogar den erweiterten.

Nick
1 Jahr zuvor

Ab dem 14. Lebensjahr gilt das Jugendstrafrecht. Da interessiert sich der Staatsanwalt für Themen wie (schwere) Körperverletzung und Sachbeschädigung. Entsprechende Vorfälle in den Schulen sind unbedingt konsequent zu bearbeiten.

Last edited 1 Jahr zuvor by Nick
Freiya
10 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Und bis dahin? Zahlen die Mitschüler Blutzoll???

Indra Rupp
1 Jahr zuvor

Da dieses Forum aufgrund von LB oder ESE nicht weiß/wissen will was genau mit Inklusion gemeint ist, hier noch eine Erklärung :
Es ging noch nie darum, dass jmd mit Lernbehinderung Algebra können muss oder mit GE Abitur schaffen. Es geht nicht darum, dass jmd ohne Tanzausbildung auf Spitze tanzen soll ect.
Es geht um die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben!!!
Bestes Beispiel dafür, unsere Waldbühne mit in diesem Jahr 100 Darstellern, aufgeteilt auf zwei Besetzungen im Musical „Peter Pan“. Manche Spieler sind leistungsstärker im singen, tanzen, schauspielern, manche weniger. Die kleinen, vierjährigen Feen haben eine weniger anspruchsvolle Aufgabe als die älteren, teils erwachsenen Hauptdarsteller. Ohne die bunten, niedlichen Feen ist das Stück aber optisch weniger ansprechend, oder ohne die Meerjungfrauen. Hook macht mehr her als seine Piraten, aber ohne die Piraten gar nichts her. Das Krokodil ist ein umgebautes, gestaltetes Fahrzeug. Diese Rolle hätte jmd, der im Rolli sitzt bekommen können, wenn so jemand hätte mitspielen wollen. Es gibt Rollen für ältere, für jüngere, für Männer, für Frauen,…. Der Regisseur hat es so konzipiert, dass auch die kleinen Rollen Eindruck machen, oft auf der Bühne sind. Am Ende hat jeder Eindruck gemacht, alle sind auf das Gesamtergebnis stolz und das Publikum ist begeistert und kann nicht fassen, dass wir nur Laien sind- und nein, es macht nichts, wenn nicht alle perfekt singen können, das reißen die guten Sänger wieder heraus. Und ja, es gibt Leute, die zu wenig ihren Text üben oder einen Blackout haben – und das ist nicht meine Tochter, die trotz GE sich alle Tanzschritte merken kann. Wir inkludieren aber nicht nur Leute mit GE, sondern auch Akademiker mit Blackout!
Das ist Inklusion und nun bye, bye, bevor das hier wieder ausufert und doch nichts bringt.

DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Was Sie verlangen, ist dass immer alle alles zusammen machen sollen.
Das mag in einem Musical noch gehen, es ist aber in anderen Bereichen nun einmal nicht sinnvoll, wenn man begabte Menschen dazu befähigen will, ihr Potenzial auszuschöpfen.
Warum sollen diejenigen, die besonders gut sind, immer Rücksicht nehmen müssen und dadurch ihr Potenzial nicht entfalten können? Inwiefern ist dann den nicht so begabten Menschen geholfen? Inwiefern ist einer Gesellschaft damit geholfen?
Inklusion in bestimmten Bereichen ist wünschenswert, in allen generell jedoch nicht.

A.J. Wiedenhammer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Gerne, da winke ich Ihnen schon mal erfreut hinterher…