Bildungsministerin: Jüdische Kinder sollen sich auch mit Kippa in der Schule sicher fühlen können (tun sie aber meist wohl nicht)

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MAINZ. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig macht sich für ein konsequentes Vorgehen bei antisemitistischen Verdachtsfällen an den Schulen stark. Zwar seien bei der Meldestelle für menschenfeindliche, rassistische und antisemitische Vorfälle in den vergangenen zwei Jahren keine Vorkommnisse an den Schulen gemeldet worden, sagte die SPD-Politikerin. «Das heißt aber nicht, dass es nicht auch antisemitische Vorfälle an Schulen gab.» Die Lehrerverbände geben ihr Recht – sehen aber auch Handlungsbedarf bei der Politik.

Ein seltenes Bild: Jüdischer Schüler mit Kippa im Klassenraum. Foto: Shutterstock

Schulen seien der Spiegel der Gesellschaft. «Wir wissen, dass es in der Gesellschaft bei einem viel zu hohen Anteil eine antisemitische Grundhaltung gibt», erklärte Hubig. «Mir ist es total wichtig, dass wir konsequent dagegen vorgehen. Ich will, dass sich Kinder jüdischen Glaubens in Rheinland-Pfalz wohl und sicher fühlen.»

«Ich finde auch, dass Kinder mit der Kippa in die Schule gehen sollen, wenn es ihnen danach ist.» Das sei aber leider nicht oft zu sehen. «Ich höre auch, dass viele Kinder nicht sagen, dass sie Juden sind», sagte Hubig. «Das ist etwas, das ich nicht an den Schulen möchte.» Deswegen gebe es Fortbildungen für Lehrer, um auch unterschwelligen Antisemitismus zu erkennen und darauf im sowie außerhalb des Unterrichts zu reagieren.

Bereits im Referendariat gebe es entsprechende Module für die angehenden Lehrkräfte. In der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer sei zudem der Besuch einer KZ-Gedenkstätten verpflichtend, sagte die Bildungsministerin. Im Unterricht für die Kinder und Jugendlichen werde zudem mit Zeitzeugen gearbeitet, um die Schülerinnen und Schüler für das Thema Antisemitismus zu sensibilisieren.

Forderungen des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, den Umgang mit Antisemitismus und Rassismus zum verpflichtenden, prüfungsrelevanten Bestandteil der Lehramtsausbildung in ganz Deutschland zu machen, lehnt Hubig ab. Zu dem Thema sei eine klare Haltung erforderlich. «Diese Haltung kann man nicht abprüfen. Für eine Haltung muss man sich auch mit dem Thema auseinandersetzen.»

«Es ist davon auszugehen, dass es antisemitische und israelfeindliche Äußerungen gibt»

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger und der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hatten jüngst vor Judenhass an deutschen Schulen gewarnt. «So wie in unserer Gesellschaft findet sich Antisemitismus leider auch zunehmend in unseren Schulen», sagte die FDP-Politikerin. Nach Angaben von Klein geht der Antisemitismus an Schulen nicht nur von Schülern, sondern auch von den Lehrkräften aus.

Dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz liegen wie auch der Meldestelle derzeit keine Vorfälle vor. Der Landesverband habe mit den angeschlossen Gemeinden Rücksprache gehalten. Diesen seien keine Vorkommnisse dieser Art gemeldet worden, hieß es auf dpa-Anfrage.

Der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sind offiziell auch keine Fälle an Schulen bekannt. «Aber es ist davon auszugehen, dass es antisemitische und israelfeindliche Äußerungen gibt», sagte der GEW-Vorsitzende Rheinland-Pfalz, Klaus-Peter Hammer. Die Lehrkräfte berichteten, dass vor allem bei Gesprächen in den Pausenhöfen diese Art Anfeindungen und Äußerungen unter Schülerinnen und Schülern stattfänden.

«Aber es ist davon auszugehen, dass es nicht nur einen hohen Alltagsrassismus unter den Schülerinnen und Schülern gibt, sondern auch einen massiven Antisemitismus, alte Vorurteile und krude Verschwörungstheorien werden immer noch bedient», erklärte Hammer. Generell sollte bei Vorfällen in der Schule schnell reagiert und diese Fälle nicht als lapidar abgehandelt werden. «Hierfür braucht es pädagogische Konzepte und Handlungsstrategien.»

Es sei wichtig, an den Schulen und in der Lehrkräfteausbildung das Thema «Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit» zu verankern. «Ich denke, hier gibt es noch einen Bedarf, dies stärker zu etablieren», sagte der GEW-Vorsitzende. Das Thema Antisemitismus müsse als eigenständiges, weil besonders sensibles und gefährliches Thema fokussiert werden – «nicht nur aufgrund unserer geschichtlichen Verantwortung, sondern auch weil die Brisanz dieses Themas immer mehr zunimmt».

«Nur, wenn man die geschichtlichen Zusammenhänge begreift und erkennt, kann man ja überhaupt erst versuchen, aus der Geschichte zu lernen»

Darauf sollten die Lehrkräfte auch argumentativ gut vorbereitet sein. Die Bekämpfung des Antisemitismus sei nicht die Aufgabe einzelner Lehrkräfte oder bestimmter Fächer, sondern der gesamten Schulgemeinschaft, mahnte der Gewerkschafter.

Auch der Philologenverband in Rheinland-Pfalz betonte, der Bericht des Antisemitismusbeauftragten müsse erstgenommen werden. «Gleichzeitig wissen wir, dass an den Schulen bereits viele Aktionen etabliert sind, die wir etwa in unserer Verbandszeitung bewerben, etwa ‚Meet a Jew’», sagte die Landesvorsitzende Cornelia Schwartz.

Viele Lehrkräfte nutzen etwa auch im Zusammenhang mit dem Geschichtsunterricht Fahrten zu Gedenkstätten. «Hier ist es aus unserer Sicht wünschenswert, dass die Förderung dieser Fahrten sehr viel unbürokratischer geschieht», betonte Schwartz. Daneben kämen auch im Unterricht in vielen Fächern wie Geschichte, Deutsch, Englisch, Französisch oder Religion/Ethik immer wieder Lektüren zum Einsatz, die sich mit dem Themenbereich Antisemitismus befassen.

Der Philologenverband trete seit Jahren für eine Stärkung des Geschichtsunterrichts ein, betonte die Vorsitzende. Es sei etwa unverzichtbar, dass nicht nur das Dritte Reich, sondern auch die Zeit davor mit der Weimarer Republik und deren Niedergang im Unterricht ausführlich beleuchtet werden könne. «Nur, wenn man die geschichtlichen Zusammenhänge begreift und erkennt, kann man ja überhaupt erst versuchen, aus der Geschichte zu lernen.» Von Bernd Glebe, dpa

Zentralrats-Präsident Schuster über Antisemitismus unter Schülern und Lehrkräften: „Das gesamte System Schule muss auf den Prüfstand“

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Konsequenzen?
7 Monate zuvor

Mobbing, egal welcher Art, gehört mit sozialen Stunden, in jedem Alter, bestraft ❗
Die Politik muss dafür ein eindeutiges Gesetz schaffen ❗

Andrea1968
7 Monate zuvor

Kirche und Staat müssen meiner Ansicht nach völlig getrennt sein. Unterschiedliche Religionen sollten nur noch im Rahmen von Ethikunterricht behandelt werden. Sämtliche religiöse Zeichen egal, ob Kreuz, Kippa oder Kopftuch haben in staatlichen Institutionen nichts zu suchen und müssten dort verboten werden. Zuhause kann jeder religiös machen, was er will solange es nicht verfassungs- und demokratiefeindlich ist. Das wäre für alle neutraler. Das wesentlich schwierige Thema an unserer Schule ist die immer weiter um sich greifende Homophobie. Hier bräuchten wir Lehrkräfte viel mehr Unterstützung.

Teacher Sachsen
7 Monate zuvor
Antwortet  Andrea1968

Eine grundlegende religiöse Bildung ist wichtig, um die Welt zu verstehen. Da reicht ein Nischenfach wie Ethik beileibe nicht aus. Gleichzeitig kann Religion nicht in das Private abgedrängt werden. Das widerspricht ihrem Wesen. Religion wirkt ja gerade ins Leben und ins Handeln hinein.
Zuguterletzt glauben Atheisten gerne, ihre Sicht wäre die neutrale-während die Religionen das Weltbild einfärben. Doch auch der Atheismus ist ein Glaube und keineswegs neutral.
So kann es nur um Toleranz und Akzeptanz gehen. Homophobie existiert übrigens auch ohne den religiösen Unterbau.

PaPo
7 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Sachsen

„Doch auch der Atheismus ist ein Glaube und keineswegs neutral.“
Don Hirschberg formulierte es einmal folgendermaßen: „Calling Atheism a religion is like calling bald a hair color.“ Oder anders formuliert: Atheismus ist kein GLaube, sondern der Absenz von Glauben.
Atheisten sind natürlich keine homogene Gruppe von Menschen, sondern können maximal heterogen sein, müssen außer dem gemeinsamenen Nenner des Nichtglaubens an einen Gott / an Götter (u.ä.) keinerlei Gemeinsamkeiten haben.

Und auch in ihrem Nichtglauben sind Atheisten divers:
Die basalste Unterscheidung ist ja bereits die, dass der sog. ’starke‘ Atheist glaubt, dass es keine Götter gibt (auch sog. positiver Atheismus), während der sog. ’schwache‘ Atheist (resp. atheistische Agnostiker – die Grenzen sind z.T. diffus, eine starre Differenzierung in Atheisten und Agnostiker verfehlt beide Phänomene) nicht ‚glaubt‘, dass es Götter gibt (negativer Atheismus).

Zumindest den negativen Atheismus wird man nicht als Glauben i.e.S. bezeichnen können. Der negative Atheismus behauptet nicht die Nichtexistenz Gottes, sondern stellt (a) die fehlende (hinreichende, d.h. objektivierbare, zumindest mittels objektiver Tatsachen intersubjektivierbare) Verifikation der Existenz Gottes fest.
Ein Gros der Atheisten dürfte i.d.R. atheistisch sein (so es sich nicht nur um eine nicht konkreter Rumination o.ä. geschuldete, sondern lediglich eine anerzogene, unkritisch-affirmative Einstellung handelt), weil er mit einem Mangel an Beweisen konfrontiert ist, inkl. logischer Widersprüche, Falsch- und Fehldarstellungen in den fundamentalen Glaubenstexten u.ä., also Probleme, die gegen konkrete Theismen und zumindest nicht für einen Deismus sprechen – Occam’s Razor (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Ockhams_Rasiermesser), das bspw. einen god of the gaps (https://en.wikipedia.org/wiki/God_of_the_gaps) u.ä. aussschließt, i.V.m. Hitchen’s Razor (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Hitchens%27s_razor)besorgen dann den Rest).
Damit ist der negative Atheismus tatsächlich neutral, weil er einerseits nichts kategorisch ausschließt, sofern entsprechende eindeutige(!) Belege vorliegen, die einen Theismus oder einen Deismus verifizieren, aber andererseits nicht an eionen Theismus oder Deismus glaubt, wenn dies nicht der Fall ist – und die Gottesbeweise, die über die jahrhunderte so entstanden, sind alle unbrauchbar, weil sie entweder von falschen Prämissen ausgehen (bspw. die Pascalsche Wette), hat andere logische Fehler (z.B. der ontologische Gottesbeweis) oder ist am Ende nur ein god of the gaps (z.B: der kosmologische Gottesbeweis), so dass es keinen objektivierbaren Grund gibt, an einen Theismus zu Glauben und der Deismus zumindest mit einer unerschöpflichen Anzahl an Alternativen konkurriert, von denen alle gleich (un)möglich sind, abgesehen davon, dass ein deistischer Glauben (also an eine unpersönliche Schöpferentität) keinerlei Auswirkungen auf usner Leben hätte.

Georg
7 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Ich habe unter den negativen Atheisten immer diejenigen verstanden, die die Existenz eines Gottes selbst dann noch bestreiten, wenn es einen unzweifelhaften Existenzbeweis gäbe. Wie heißen die denn richtig?

PaPo
7 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Wie auch immer so ein Existenzbeweis ausfallen könnte (einem persönlichen Gott fällt diesbzgl. bestimmt etwas ein…): M.W.n. gibt es dafür keinen Begriff, das wäre (dann) ja auch simple Realitätsverweigerung.

Lanayah
7 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Nennen Sie doch bitte mal einen Existenzbeweis? Ich erhielt auf diese Frage bereits im Konfirmandenunterricht nur als Antwort: Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben. Ich fand das schon damals irgendwie unlogisch ind würde auch im täglichen Leben nicht so vorgehen. Ich bin vermutlich nicht selig. Dass man da jetzt so ein Definitionszeug veranstaltet ist schon krass. Gibt es auch negative und positive Christen, oder wie?

Maja
7 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Können Sie einen Beweis nennen für die Nicht-Existenz?

Lanayah
7 Monate zuvor
Antwortet  Maja

Ich kann auch keinen Beweis für die Nichtexistenz von Geistern nennen, oder die Nichtexistenz von den Göttern der griechischen Antike usw. Man muss ja nicht an alles glauben, dessen Nichtexistenz man nicht beweisen kann. Das tun Sie vermutlich auch nicht.
Aber darum ging es hier ja auch gar nicht. Ich bezog mich auf Georgs Aussage, dass es eben Atheisten (die negativ geladenen) gibt, die trotz Existenzbeweis nicht an Gott glauben.

Uwe
7 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Agnostizismus ist die Abwesenheit von Glauben. Atheismus ist die (unbelegbare und natürlich auch unbelegte) Behauptung das es keine Götter gibt.

PaPo
7 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

s.o.

Uwe
7 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Oben ist eine Neudefinition von Atheismus. Viele der neuen Atheist*innen versuchen sich mit dieser Definition gegen Kritik zu immunisieren. Der negative Atheismus macht eine Nichtexistenzaussage, unbelegbar und einfach nur eine Behauptung. Der Agnostizismus ist neutral.

PaPo
7 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Nein, s.o. Ich möchte Redundanzen vermeiden, deshalb:

Diese „Neudefinition“ ist von 1976 (von Antony Flew), das Phänomen deutlich älter.

Vor welcher relevanten Kritik sollten sich Atheisten „immunisieren“ wollen? Der Vorwurf, (negativer) Atheismus sei auch nur ein Glaube wurde ja dekonstruiert. Denn auch wenn Sie es wiederholen: Atheismus macht nicht per se eine Nichtexistenzaussage. Diese Fremdattribution ist offensichtlich falsch – da reicht zur Widerlegung Ihrer Behauptung ein exemplarisches Gegenbeispiel: Ta-da! Hallöchen, ich bin PaPo!

Agnostizismus ist (simpel formuliert resp. i.S.d. sog. agnostischen Atheismus, denn auch Agnostizismus ist kein homogenes Phänomen) das Nichtswissen über Gott oder Götter (resp. deren Existenz), das Nichtvorhandensein des Glaubens an Gott oder Götter ist Atheismus, was sich weiter differenzieren lässt (s.o.).

Wenn Sie glauben, Atheisten wollten sich gg. Kritik immunisieren, weise ich das zudem als einen tu quoque-Versuch zur Ehrenrettung von Religion zurück.

Uwe
7 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Der Vorwurf, (negativer) Atheismus sei auch nur ein Glaube wurde ja dekonstruiert. „

ja in ihrer Phantasie wurde das dekonstruiert. Boah ist das lächerlich. Klar kannst du Begriffe umdeuten bis es qualmt, man nennt das rhetorisch „Torpfosten verschieben“ und das geht immer.

Atheisten immunisieren sich nicht gegen Kritik mit dieser Strategie , es ist einfach kristallklar: Agnostizismus ist in der Tat nicht kritisierbar, es lässt die Frage ja offen, das ist die einzige intellektuell redliche Position und interessanterweise auch die die am wenigsten Konflikte verursacht.

Wenn du jetzt die Position vertrittst: „Gott existiert nicht“ setzt du schon mal voraus das Gott mit (natur)wissenschaftlichen Mitteln erkannt werden kann bzw. nur Dinge existieren die mit (natur)wissenschaftlichen Mitteln erkannt werden können.

Seit der Materialismus einfach nur noch peinlich ist wird diese WELTANSCHAUUNG üblicherweise Naturalismus genannt.

Also ist „Gott existiert nicht“ eine weltanschauliche Position.

Übrigens ist ihre fast zwanghafte Verwendung von Fremdwörtern ein bischen peinlich. Könnte dazu dienen die relative inhaltsleere ihrer Argumentation zu verschleiern.

PaPo
7 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Ihr Argument ad ignorantiam ist Ihr Problem, nicht das meinige. Nicht ich deute Begriffe um, das Phänomen des Atheismus war bereits immer so divers, wie meinerseits skizziert, und die aktuelle begriffliche Ausdifferenzierung ist bald fünf Jahrzehnte alt, die diskursive Ausdifferenzierung (auch bspw. im Rahmen philosophischer Diskurse über Agnostizismus und Co.) ein paar Jahrhündertchen… j

… etzt so zu tun, als würde ich dgl. ad hoc erfinden, während Sie eine Variante des positiven Atheismus fälschlich als den(!) Atheismus per se verklären, die realen Einstellungen unzähliger Menschen salopp ignorieren, nein entgegen der Erläuterungen negieren, das ist das eigtl. Lächerliche. Ich gehe ja auch nicht daher und behaupte, Sie als christliches Individuum glaubten an ein unsichtbares, rosa Einhorn und wenn Sie gegenteiliges behaupten, erwidere ich, dass Sie doch an dieses Einhorn glauben.

Was soll denn der Quatsch. Informieren Sie sich bitte oder fragen einfach mal repräsentativ ein paar Atheisten. Spoiler: Hier antwortet Ihnen einer. Was jetzt? Woillen Sie mir entgegen meines Widerspruchs unterstellen, ich glaubte, das Gott nicht existiert o.ä.?

Ansonsten artikulieren Sie wieder Strohmänner, weil Sie zwischen positivem und negativem Atheismus nicht differenzieren (können). Ich bin die falsche Kategorie von Atheist für den ‚Diskurs‘ resp. Schmähgespräch, den/das Sie hier führen wollen. Vielleicht finden Sie einen Dummen, dessen Idiosynkrasien Sie dann fälschlicherwese generalisieren können.

Übrigens sind ihre Übergriffigkeit, die Verleugnung der seit Ewigkeiten gelebten Realität der Heterogenität des Atheismus, Ihre Strohmänner, Ihr Argument ad hominem (in Isolation immer ein deutliches Zeichen argumentativen Totalversagens – soviel dazu) in Ihrem letzten Absatz, alao Ihr Unverständnis meiner „Fremdwörter“ (glauben Sie, Ihre Kritik ist irgendwie originell?) und der Ihre Verständnisblockade geschuldete Vorwurf, meine Argumentation sei relativ inhaltsleer, ein bisschen peinlich. Könnte dazu dienen die relative inhaltsleere ihrer Argumentation zu verschleiern.

Soviel zu Lächerlichkeiten, diesbzgl. haben Sie gwonnen. Glückwunsch! 🙂

Uwe
7 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Ihr Argument ad ignorantiam ist Ihr Problem, nicht das meinige. Nicht ich deute Begriffe um, das Phänomen des Atheismus war bereits immer so divers, wie meinerseits skizziert, und die aktuelle begriffliche Ausdifferenzierung ist bald fünf Jahrzehnte alt, die diskursive Ausdifferenzierung (auch bspw. im Rahmen philosophischer Diskurse über Agnostizismus und Co.) ein paar Jahrhündertchen…“

Sie haben hier ganz ernsthaft geschrieben: Du dumm, ich belesen.

Dazu haben sie einen ganzen Absatz gebraucht, nicht schlecht.

„… etzt so zu tun, als würde ich dgl. ad hoc erfinden, während Sie eine Variante des positiven Atheismus fälschlich als den(!) Atheismus per se verklären, die realen Einstellungen unzähliger Menschen salopp ignorieren, nein entgegen der Erläuterungen negieren, das ist das eigtl. Lächerliche. Ich gehe ja auch nicht daher und behaupte, Sie als christliches Individuum glaubten an ein unsichtbares, rosa Einhorn und wenn Sie gegenteiliges behaupten, erwidere ich, dass Sie doch an dieses Einhorn glauben.“

Dieser Absatz besteht nur aus Beschimpfungen und geht inhaltlich überhaupt nicht auf das ein was ich geschrieben habe.

Aber vielleicht kommt da noch was:

Was soll denn der Quatsch. Informieren Sie sich bitte oder fragen einfach mal repräsentativ ein paar Atheisten. Spoiler: Hier antwortet Ihnen einer. Was jetzt? Woillen Sie mir entgegen meines Widerspruchs unterstellen, ich glaubte, das Gott nicht existiert o.ä.?“

Nein, leider nicht

Ansonsten artikulieren Sie wieder Strohmänner, weil Sie zwischen positivem und negativem Atheismus nicht differenzieren (können). Ich bin die falsche Kategorie von Atheist für den ‚Diskurs‘ resp. Schmähgespräch, den/das Sie hier führen wollen. Vielleicht finden Sie einen Dummen, dessen Idiosynkrasien Sie dann fälschlicherwese generalisieren können.“

Beschimpfungen…

Übrigens sind ihre Übergriffigkeit, die Verleugnung der seit Ewigkeiten gelebten Realität der Heterogenität des Atheismus, Ihre Strohmänner, Ihr Argument ad hominem (in Isolation immer ein deutliches Zeichen argumentativen Totalversagens – soviel dazu) in Ihrem letzten Absatz, alao Ihr Unverständnis meiner „Fremdwörter“ (glauben Sie, Ihre Kritik ist irgendwie originell?) und der Ihre Verständnisblockade geschuldete Vorwurf, meine Argumentation sei relativ inhaltsleer, ein bisschen peinlich. Könnte dazu dienen die relative inhaltsleere ihrer Argumentation zu verschleiern.“

Beschimpfungen….

Und natürlich, aber da bin ich von den neuen Atheist*innen überhaupt nichts anderes gewöhnt keinerlei Bezug zu dem was ich geschrieben habe. Außer das sie glauben die Erkenntnis die Atheist*inenn wären nicht homogen und deswegen jede Kritik unmöglich wäre jetzt ein brillianter Schachzug.

Sie reden quasi mit sich selber.

PaPo
7 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Sie können Kritik resp. erfolgreiche Maßnahmen der Dekonstruktion u.a. (a) an Ihrer invincible ignorance, d.h. dass Sie wider besseren Wissens (denn Sie wurden diesbzgl. aufgeklärt) eine Variante des positiven Atheismus zum Atheismus per se verklären, (b) an Ihren Strohmännern (Ihr kompletter Kommentar ist einer), dass Sie bspw. vermeintl. atheistische Weltanschauungen resp. Präsuppositionen („Alles was Böse ist ist irgendwie Religion“) behaupten, die keine sind und Ihre ‚Kritik‘ an Atheisten dieser Atheismusvariante und dieser Variante insg. als Kritik am Atheismus per se verklären, (c) Ihrem auch infolgedessen fehlsamen appeal to motive, dass eine Korrektur Ihrer Fehl- und Falschdarstellungen lediglich Immunisierungsstategien von Atheisten wären, (d) Ihrer dem inhärenten Übergriffigkeit, Atheisten per se trotz Widerspruch derer Einstellungen aus dem Repertoire dieser Variante des Atheismus zu attribuieren, und (e) an Ihrer impertinenten, despektierlichen Attitüde, insb. an Ihren ad hominem-Argumenten und anderen red herrings („lächerlich“; „peinlich“; „inhaltslee[r]“) und eine Spiegelung dessen nicht von „Beschimpfungen“ differenzieren und projizieren unreflektiert Ihr Verhalten hier auf mich.

Tatsächlich sind Sie es nämlich, der und „inhaltlich überhaupt nicht auf das ein[geht] was ich geschrieben habe“, ja der seinen Beitrag mit einer neuerlichen Pauschalisierung von „neuen Atheist[en]“ enden lässt und insb. mit der eigenen Verwunderung, der (abermals faktisch falschen) Behauptung meine Antwort an Sie hätte „keinerlei Bezug zu dem was [Sie] geschrieben habe[n]“, weil ich Ihre Strohmänner nicht bediene – soviel dann auch dazu, wer hier mit sich selber spricht.

Und nein, Atheismus/Atheisten ist/sind de facto ein heterogenes Phänomen, unabhängig davon was ich „glaub[e]“ und deshalb ist Ihre ‚Kiritk‘ an einer Variante des positiven Atheismus als kritik am Atheismus per se in der Tat unsinnig.

Aber Ihr Ansinnen ist offensichtlich nicht der inhaltliche Diskurs, Sie haben massive Fehl- und Falschvorstellungen vom Atheismus und hegen eindeutige Aversionen gegen Atheisten und haben offenbar nicht erwartet, dass man Ihren Unsinn hier derart dekonstruiert, weshalb sich Ihnen so kurioser- wie traurigerweise weitere logische Fehlschlüsse, insb. der Art roter Herring, als probate Reaktion erscheinen. Bedenklich. 🙂

Anne
7 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Sachsen

Eine grundlegende religiöse Bildung ist wichtig, um die Welt zu verstehen.“ Ach du Schreck! Ich hatte mit Religion nie was am Hut, von religiöser Bildung ganz zu schweigen. Jetzt hab ich ja gar keine Ahnung von der Welt. Hätte mir das mal jemand früher gesagt.

Uwe
7 Monate zuvor
Antwortet  Anne

Zumindest die Geschichte (und auch große teile der Philosophie) werden sie ohne religiöse Bildung nicht verstehen können.

potschemutschka
7 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Doch, kann man, wenn Bildung auch wirklich Allgemeinbildung ist. Religiöse Themen werden nämlich in verschiedenen Schulfächern mitbehandelt (Geschichte, Literatur, Kunst, Musik, …) – so war es jedenfalls zu meiner Zeit, in der DDR! Denn diese Fächer kann man nicht unterrichten, ohne den religiösen (meist christlichen, aber auch jüdischen oder muslimischen) Hintergrund mit zu betrachten.

potschemutschka
7 Monate zuvor
Antwortet  Anne

P.S. für religiöse Bildung braucht es also m. M. n. keinen Religionsunterricht in den Schulen. Aber ich gebe Ihnen insofern recht, dass auch nicht-religiöse Menschen ein Grundwissen über die verschiedenen Religionen erwerben sollten. Das kann man aber in den von mir genannten Fächern gewährleisten.
Während des Studiums hatte ich z. B. noch Vorlesungen und Seminare in „Wissenschaftlicher Atheismus“. Da wurden die verschiedenen Religionen und auch Sekten besprochen. Natürlich aus atheistischer Sicht, aber ich bin ja auch Atheist. Religiöse Mitstudenten fanden das Fach übrigens meist auch sehr interessant.

Uwe
7 Monate zuvor
Antwortet  Andrea1968

Zuhause kann jeder religiös machen, was er will “ DAS mag ich so an Atheist*innen: Sie sind wirklich sehr sehr großzügig. Jedenfalls wenn sie nicht zu viel Macht haben. Manchmal sperren sie ja auch religiöse Menschen in Lager wenn sie ZUHAUSE eine Bibel oder einen Koran haben.

PaPo
7 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

… kommt jetzt der Unfug, dass Adolf Hitler, Josef Stalin, Mao Zedong und Co. als vermeintl. (die ersten beiden Diktatotren) oder tatsäschliche Atheisten (der Letztere) ja so und so viele Menschen auf dem Gewissen gehabt haben?
*seufz*

Der Begriff der politischen Religion (https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Religion) für derartige Regime kommt nicht von ungefähr, sondern begründet sich u.a. in den entsprechenden Parallelen zwischen religiösen Glaubenskonstrukten und den quasi-religiösen Glaubenskonzepten totalitärer Regime als Kern dieser Phänomene, die auch nicht zwingend frei vom Glauben an Übernatürliches (bei Adolf HIlter war es bspw. die „Vorsehung“ – im Wesentlichen ein Synonym für Gott) sind u./o. einfach personifiziertes Übernatürliches mit etwas quasi-personifizertem Abstrakten ersetzen (von der Zusammenarbeit mit den religiösen Insitutionen in diesen Regimen ganz zu schweigen). Und btw: Der Atheismus der entsprechenden Personen war und ist eigentlich auch nie Ursache u./o. Grund für deren Gräuel – die hätten sie als Religiöse gleichermaßen verüben können (und ein Blick in die Geschichte reciht auch als beleg, dass das eher die Regel ist).

Uwe
7 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Ja so kann man seine Weltanschauung natürlich immer schützen, ist allerdings eine Lachnummer. Wenn Atheist*innen natürlich die Prämisse „Alles was Böse ist ist irgendwie Religion“ und alles was gut ist Atheismus, dann haben sie allerdings nur ein Synonym für Gut und Böse erfunden, argumentativ ist das wohl nur innerhalb der Atheis*innenbubble überzeugend, außerhalb erzeugt es eher Heiterkeitsattacken.

PaPo
7 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Ihre Prämisse ist ein Strohmann.

Uwe
7 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Nein. Indem man den Begriff Religion immer weiter ausweitet verwässert man ihn natürlich soweit das er einfach nichts mehr bedeutet. Er ist dann Argumentativ wertlos, alles was irgendwie irrational ist ist dann Religion, eigentlich sogar noch dümmer, alles was sich im Rückblick als falsch herausstellt war Religion, das ist streng genommen nur Wortgeklingel um die eigene Weltanschauung gut aussehen zu lassen kein Diskurs der dazu dient sich der Realität anzunähern. Was mich an vielen Atheist*innen am meisten anödet: Das ist noch nicht mal ihr Gedankengang, das hat MSS 1:1 genauso geschrieben. Atheismus ist der Glaube „Gott existiert nicht“ und Stalin war ganz eindeutig Atheist. Natürlich kann man nicht belegen das sein Atheismus die URSACHE seiner Verbrechen war, aber mit dem Glauben das Christentum wäre die URSACHE von irgendwas hast du sicher auch keine Probleme. Was die Ursache menschlichen Verhaltens ist ist wohl eher ein Mysterium.

PaPo
7 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Wer hat hier denn den Begriff der Religion wie exakt ausgeweitet? Sie bezeichnen Atheismus fälschlicherweise per se als Glaubenskonstrukt und weiten den Glaubensbegriff i.d.S. derart aus, dass Sie selbst die Abwesenheit von Glauben als Glaibenskonstrukt verqueren.

Und das hat aich nichts damit zu tun, dass Ihre Prämisse der vermeintl. atheistischen Prämisse, dass „‚Alles was Böse ist ist irgendwie Religion‘ und alles was gut ist Atheismus“ ein Strohmann ist, eine Position, die vielleicht mancher uninformierte, unreflektierte Atheist vertritt, die aber nicht genuine, notwendige Überzeigung von Atheisten per se ist. Atheismus beschränkt sich ‚weltanschauluch‘ auf Poisitionierungen zum Glauben resp. Nichtglauben an Gott und Götter. – das ist die einzige(!) Gemeinsamkeit zwischen Atheisten. Aussagen über „Gut; nd Böse“ teifft der Atheismus nicht, allenfalls Spielarten des Antheismus. Das viele Atheisten auch entsprechende Kritik an Religion und Gläubigkeit üben, ist Koinzidenz, sind aberzwei separate Phänomene (weshalb ja auch Atheisten z.T. durchaus positives zu Religion und Glaube äußerkönnen).

Abseits dieses Strohmanns:
„Atheismus ist der Glaube ‚Gott existiert nicht‘ und Stalin war ganz eindeutig Atheist.“
Nein; s.o.
Und nein, J. Stalin hatte definiriv etwas gg. die insttitutionalisierte Religion seiner Zeit, aber er war sicher nicht „ganz eindeutig Atheist“ – ob er gläubig war oder nicht, bleibt zumindest strittig

„[…] aber mit dem Glauben das Christentum wäre die URSACHE von irgendwas hast du sicher auch keine Probleme.“
Versichen Sie mich doch an Aussagen die dingfest zu machen, die ich auch tatsächlich getroffen habe, statt mit Steohmännern.
Aber ich gebe Ihnen das, ich halte es tatsächlich mit Voltaire:

„Certainement qui est en droit de vous rendre absurde, est en droit de vous rendre injuste.“

Beschränkt sich nicht auf Religionen i.e.S. Und natürlich ist Religion bisweilen auch Ursache und Grund von „Verbrechen“ – etwas, was vom Atheismus wohl nicht behauptet werden kann: Bei Hitler war es der Nationalsozialismus, der Sozialdarwinismus etc., bei Stalin der Stalinismus, bei Mao der Maoismus – selbst wenn diese Regime atheistisch i.e.S. gewseen wären oder sind, ist der Atheismus nicht Ursache und Grund der Gräuel, weil mit ihm keine universalen Denk- und Handlungs(an)weis(ung)en ein nhergehen (s.o.), wie z.B. im Schwertvers des Korans der Fall, der Homophobie Gottes in der Bibel u.ä.; q.e.d.

Uwe
7 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Und natürlich ist Religion bisweilen auch Ursache und Grund von „Verbrechen“ – etwas, was vom Atheismus wohl nicht behauptet werden kann: „

Das Gegenteil des Atheismus ist der Theismus. Und natürlich ist der Theismus alleine ebensowenig wie der Atheismus alleine (oder der Einhornglaube alleine) für irgendein Verbrechen ursächlich. Das dies eine gradezu unfassbar triviale Aussage ist fällt ihnen aber natürlich nicht auf, vielleicht liegt das ja daran das sie die ganzen Fremdwörter und Abkürzungen auswendig lernen mussten und das ihr Fassungsvermügen übersteigt.

PaPo
7 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Mein Duktus überfordert Sie offensichtlich. Schön! 🙂
Hat ja seinen Grund, warum Sie auf meinen Beitrag insg. inhaltlich nicht eingehen (können), stattdessen ein Fragment wählen, das Sie zu dekonstruieren versuchen, nicht wahr? Soviel auch zu Ihrem Fassungsvermögen, s. auch hier: https://www.news4teachers.de/2023/07/bildungsministerin-juedische-kinder-sollen-sich-auch-mit-kippa-in-der-schule-sicher-fuehlen-koennen-tun-sie-aber-meist-wohl-nicht/#comment-534421’nuff said.

Stattdessen eine reductio ad absurdum und ein Unverständnis der Aussage von René Descartes. Um Ihrem Strohmann vielleicht doch zu begegnen: Vielleicht lesen Sie einfach nochmal komplett (falls Sie den Rest nicht beim ersten mal komplett übersprungen haben)…

… obwohl, ich subsumiere Ihnen den Inhalt sicherhaltshalber nochmal: Der Atheist glaubt, dass Gott nicht existiert (positiver Atheismus) oder glaubt nicht, dass Gott existiert (negativer Atheismus) – ich erspare Ihnen weitere Elaborationen und insb. Differenzierungen, Sie haben ja mit dieser bereits hinreichend Probleme (insb. den Unterschied zu erfassen). Ansonsten trifft der Atheismus keinerlei Aussagen über die Realität, über die Welt, über Sitte und Moral, Normen und Werte, bietet keine weltanschaulichen Präsuppositionen, offeriert keine universalen Denk- und Handlungs(an)weis(ung)en, keine entsprechenden Inhibitionen und Sanktionierungen, kein Heilsversprechen, keine Gratifikation im Dies- oder Jenseits etc. Deshalb hat es mit dem Atheismus ursächlich nichts zu tun, ist der Atheismus nicht Grund, dass Atheisten „[m]anchmal […] ja auch religiöse Menschen in Lager [sperren,] wenn sie ZUHAUSE eine Bibel oder einen Koran haben.“

Dem Theismus ist all dies aber zueigen: Theisten glauben, dass ein persönlicher Gott existiert resp. an die Existenz persönlicher Götter. Theismen treffen Aussagen über die vermeintl. Realität, über die Welt, über Sitte und Moral, Normen und Werte, bieten weltanschauliche Präsuppositionen, offerieren universale (gottgebotene) Denk- und Handlungs(an)weis(ung)en, entsprechende Inhibitionen und Sanktionierungen, Heilsversprechen, Gratifikation im Dies- oder Jenseits etc.
Deshalb kann(!) natürlich auch der Glaube hinreichend sein, „Verbrechen“ (wie Sie es nennen, der Begriff ist aber zu beengt) zu legitimieren. Natürlich. Wenn einem der eigene Gott(!) gebietet, „[w]er den Namen des Herrn schmäht, wird mit dem Tod bestraft; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen […]“ (Lev 23,16 – Einheitsübersetzung), dann aht das einigermaßen hinreichende Verbindlichkeit. Dem steht übrigens nicht entgegen, dass derartiges natürlich von extrareligiösen Motiven der Menschen, von gesellschaftlichen Normen und Werten etc. moderiert wird, dass der Theismus im Fall der Fälle i.d.R. einer von mehreren Gründen für „Verbrechen“ ist (aber, ich wiederhole mich, auch alleine hinreichend sein kann). Und das gilt nicht für Theismus alleine, sondern für entsprechende Weltanschauungen, sprich Ideologien, insg., wie uns die Geschichte lehrt.

Soviel auch – ich wiederhole – zu Ihrem Fassungsvermögen.
Wollen SIe sich weiter selbst bloßstellen oder haben wir es langsam?

Lanayah
7 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Sie scheinen massive Vorurteile gegen Atheisten zu haben. Das erlebt man bei Christen leider immer wieder. Mir als Atheistin ist in der Tat egal, was Menschen glauben, solange sie nicht schlimme Dinge durch ideologische Verblendung tun, Kriege im Rahmen der Religion führen, und auch nicht versuchen, ihre Religion zu Norm zu erklären und mich in religiöse Rituale nötigen (z. B. schulischer Kirchgang).
Alleine, dass man mit ihrer Religion einfach nichts zu tu haben möchte, empfinden viele Christen als Affront.

Uwe
7 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Der Andrea1968 die diese Diskussion gestartet hat ist es eben nicht egal was andere Menschen glauben, sonst hätte sie ja nichts gegen religiöse Symbole bei Schüler*innen und erwartet allen Ernstes das man Religion (wie Masturbation) ausschließlich zu Hause auslebt. Das EMPFINDE ich nicht als Affront, das IST ein Affront.

Georg
7 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Nach Innen leben und nach Außen zeigen oder gar in diesem Zusammenhang von anderen Menschen verlangen sind drei verschiedene Dinge.

Georg
7 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Das müssen aber sehr konservative Christen sein, außerdem ist dieser „Affront“ medial anerkannt. Ersetzen Sie Christentum mal durch andere Gruppen und Sie kriegen Stress.

Freiya
7 Monate zuvor

Kind ist Kind! Egal welche Religion, Hautfarbe, Geschlecht, Orientierung, Nationalität…..
Religion sollte nur als Religionskunde zur Sprache kommen. In der Schule sollte das Gemeinsame (Lernen) im Vordergrund stehen. Rassismus, Sexismus, Intoleranz jedweder Art sollten keinen Platz haben und es sollten schnelle Gegenreaktionen erfolgen wenn sie trotz aller Prävention doch auftreten. Da allerdings ist noch definitiv Raum nach oben…

Lisa
7 Monate zuvor

Bitte sagt doch auch klar, von welchen Schülern Antiisraelismus oder Antisemitismus kommt. Woher haben die Kinder ihn? Woher wissen sie etwas über Israel?

Marie
7 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wer spricht den davon Antisemitismus besser machen zu wollen??

Um das Problem in Schulen überhaupt angehen zu können braucht es erstmal eine Bestandsaufnahme. Schulen in Sachsen oder Thüringen haben doch eine andere Schülerschaft als Schulen in Berlin oder NRW.

Georg
7 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Diesen beiden Arten von Antisemitismus muss man aber unterschiedlich begegnen, weil er unterschiedliche Ursachen hat. Den deutschen Antisemitismus kann man mit Verweis auf die Nazizeit thematisieren, beim arabischen Antisemitismus muss man anders vorgehen.

Gretel
7 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Falsch! Antisemitismus ist, egal welcher Herkunft bzw. welchen Ursprungs, zutiefst widerlich! Er darf nicht differenziert angesehen bzw. gar bewertet werden! Er beschränkt sich nicht nur auf die von Ihnen benannten Gruppen.

https://www.kas.de/de/web/extremismus/linksextremismus/gibt-es-einen-linksextremistischen-antisemitismus

Georg
7 Monate zuvor
Antwortet  Gretel

Danke für den Link. Den linksextremen Antisemitismus habe ich nicht bedacht.

Aleix
7 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nein, @Redaktion, aber die für mich wichtigere Frage lautet: Welches Interesse haben Sie daran, den Antisemitismus unter Fremdstämmigen kleinzureden und den unter Deutschstämmigen groß?
Wenn der Antisemitismus unter Muslimen stärker verbreitet ist als im Rest der Bevölkerung, sollte doch klar sein, dass man ihn nicht verharmlosen darf, wenn sich jüdische Kinder in unseren Schulen sicherer fühlen sollen.

Ansonsten wird das Leid jüdischer Kinder für politische Zwecke missbraucht, nicht zuletzt für das Zerrbild von den „nach wie vor judenfeindlichen Deutschen, in denen noch immer das unselige Virus ihrer Großeltern, Urgroßeltern, Ururgroßeltern usw- schlummert und nur darauf wartet, wieder das NS-Zepter zu übernehmen.

Uwe
7 Monate zuvor
Antwortet  Aleix

Welches Interesse haben Sie daran, den Antisemitismus unter Fremdstämmigen kleinzureden und den unter Deutschstämmigen groß?“

Ich war mal mit meiner Klasse zu Besuch in der örtlichen Synagoge. 98% meiner Schüler*innen waren moslemischen Glaubens. Keinerlei antisemitische Zwischenfälle.

Übrigens ist die Bezeichnung „fremdstämmig“ der Hammer. Ist doch komisch das die ganz Rechten einfach nicht wahrhaben wollen das Antisemitismus bei den Nichtfremdstämmigen erstens sehr weit verbreitet und zweitens natürlich aufgrund der Geschichte der nichtfremdstämmigen (es gab da eine Phase von 33 bis 45 wo die nichtfremdstämmigen die damals fremdstämmigen genozierd haben) besonders problematisch ist.