Sind verfehlte Reformen der Schulstruktur an hoher Zahl der Schulabbrecher schuld?

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BERLIN. „Fast 50.000 Schülerinnen und Schüler haben im Jahr 2021 die Schule ohne Abschluss verlassen. Das sind verheerende Zahlen, die das Statistische Bundesamt mitteilt!“, stellt Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR) fest. Er sieht in Schulstrukturreformen die Ursache.

Der Vorsitzende des VDR: Jürgen Böhm. Foto: Marco Urban / VDR

Er meint: „Die Schule ohne einen Hauptschulabschluss verlassen zu müssen, ist ein Zeichen für die verfehlte Bildungspolitik in Deutschland. Das ist auch das Ergebnis von gescheiterten Schulstrukturreformen der vergangenen Jahre. In einigen Ländern wurden Schularten systematisch abgeschafft und einer rigorosen Gleichmacherei mit Einheitsschulen unterworfen“, so Böhm. Anders ausgedrück: Der VDR-Chef macht also Reformen wie die Einführung der Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg und die Abschaffung der Hauptschule in Hamburg für die hohe Zahl an Schulabbrechern verantwortlich.

„Eine gefährliche Mischung aus übereiltem Aktionismus, erschreckender Ahnungslosigkeit, Überforderung und fahrlässiger ideologischer Selbstgerechtigkeit in verschiedenen Bundesländern“ habe diese besorgniserregende Zahl an Bildungsverlierern hervorgebracht – meint Böhm.

„Differenzierte Schulformen wurden zusammengelegt und jetzt bekommt man die Quittung“

Aufgrund einer regelrechten Reformwut sei der Blick fürs Wesentliche verloren gegangen: „Differenzierte Schulformen wurden zusammengelegt und jetzt bekommt man die Quittung. Die ‚all-in-one‘-Gesamtschullösung wird der Komplexität einer individuellen und spezifischen Förderung der jungen Menschen nicht gerecht. Dazu zählt auch die Beseitigung der Förderschulen in einigen Bundesländern. Die einseitige Fokussierung auf den Weg zum Abitur hat die dringend benötigten Hauptschulabschlüsse und Realschulabschlüsse aus dem Blick gerückt und völlig falsche Erwartungen geweckt. Mit realistischer Bildungspolitik hatte das nichts zu tun“, so betont der VDR-Chef.

In Zeiten des wachsenden Fachkräftemangels sei es daher umso wichtiger, den Haupt- und Realschulabschluss als Eintrittskarte in die Berufliche Bildung wieder zu stärken und die Bildungswege dahin wieder erkennbar zu machen. Auf allen Bildungswegen gilt es, Leistung einzufordern und so Erfolgserlebnisse bei den jungen Menschen zu schaffen: „Indem Leistungsanforderungen gesenkt und hohe formale Abschlüsse im Sinne einer Gratis-Mentalität großzügig verteilt werden, entsteht bei den jungen Menschen der Eindruck, dass es nicht wirklich nötig ist, sich anzustrengen.“

Böhm: „Was wir brauchen, sind motivierte, fähige junge Menschen, die im Beruf und in ihrem Leben bestehen. Die erschreckend hohe Zahl junger Menschen ohne Schulabschluss hat weitreichende Konsequenzen – sowohl für die Jugendlichen persönlich als auch in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt. Nur mit Qualität und Leistung können wir sicherstellen, dass alle jungen Menschen die bestmöglichen Bildungsmöglichkeiten und damit eine zukunftssichere Teilhabe in der Gesellschaft erhalten können.“ News4teachers

GEW fordert als Konsequenz aus der aktuellen Schulabbrecher-Studie: „Schluss mit dem viergliedrigen Schulsystem“

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A.J. Wiedenhammer
11 Monate zuvor

Meiner Meinung nach hat der gute Mann vollkommen recht.

Lehrerin
11 Monate zuvor

Ja, präzise: Genau so ist es!
Die GMS-Ideologen weigern sich nur standhaft, die Fakten anzuerkennen.“Alle in einen Topf“ gibt Einheitsbrei, der nicht mehr genießbar ist – weder für Lehrkräfte noch für Schüler.

Jens
11 Monate zuvor
Antwortet  Lehrerin

Mich würden die Fakten interessieren. Ich persönlich glaube, dass eine Schulform für alle deutlich mehr Vorteile als Nachteile mit sich bringt. Wenn aber eine Schulform für alle aufgrund bestehender struktureller Probleme nicht optimal umgesetzt werden kann, dann liegt das nicht an der Schulform, sondern an den strukturellen Problemen. Ich lasse mich aber gerne von Fakten überzeugen und interessiere mich ernsthaft dafür, was gegen eine Schulform im Sinne einer Gesamtschule spricht.

Freiya
11 Monate zuvor
Antwortet  Jens

Bitte mal den Artikel zu Gemeinschaftsschulen in BW lesen – und die Kommentare dazu.

Gelbe Tulpe
11 Monate zuvor

Durch ein fünfgliedriges Schulsystem ist ein differenzierter Unterricht möglich, in Einheitsschulen überfordert das hingegen die Möglichkeiten der Lehrer. Darüber hinaus ist auch die zunehmende Verbreitung von Unterrichtsformen wie SGL, SOL etc., die gerade schwachen Schülern zum Nachteil gereichen, für die zunehmende Anzahl von Schulabbrechern verantwortlich.

Freiya
11 Monate zuvor

In Rh-Pf wurde die Hauptschule abgeschafft – der/die Hauptschüler*in dagegen nicht. Realschule „Plus“ ist nun das, was man vorher der Hauptschule zuschrieb. Schade. In der ehemaligen Hauptschule habe ich in der 10 mit Schüler*innen Dinge machen können, von denen ich jetzt, in der „Realschule Plus“ nur träumen kann.

Das Einzige, das sich ge- wenn nicht sogar übersteigert hat, ist vordergründig die Anspruchshaltung der Kinder (und ihrer Eltern) sowie in den „oberen“ Klassen das Selbstbewusstsein – bei gleichzeitug großem Ausbaupotential der tatsächlich vorhandenen Fähigkeiten.

Multiple Störungen durch Kinder mit multiplen Problemen (adhs, autismus, fas, Lernbehinderungen,…, und – alles Übrige toppend: sozial-emotionale Reife“verzögerung“, aber auch Hochbegabung (doch, die gibts WIRKLICH) oder/und einfach elterliches Desinteresse oder Unvermögen) hindern noch Lernwillige daran ihr Potential auszuschöpfen, denn die eine Lehrkraft KANN dem allen nicht gerecht werden, nicht in Klassenvon 30 Schülern und – neuester Clou! – nur noch kippbaren Fenstern bei 30°C und drüber in Südlage!
Und -nein – die Schwachen lernen NICHT von den Starken! Die Schwachen mobben die Starken so lange, bis die aus Selbstschutz ihren Leistungswillen drosseln. Ist DAS gewollt???

GS in SH
11 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

In einer Hauptschule war Klassenbester … ein Hauptschüler!
An einer GeS ist ein Hauptschüler bestenfalls unteres Mittelfeld….

Last edited 11 Monate zuvor by GS in SH
Palim
11 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Aber wenn es die HS in RLP noch gäbe, säßen dort doch auch die von Ihnen beschriebenen Kinder mit multiplen Problemen in den Klassen.
Dann unterrichten Sie doch so oder so die gleichen Kinder/ Jugendlichen.

Freiya
11 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Es müsste auch die unseelige Flucht ins Gymnasium von allen, die gerade noch fehlerfrei von 1 bis 10 zählen können gestoppt werden. Vielleicht sollten Gymnasien – wie auch Universitäten – Zugangstests einführen.
Die soziale Demontage des Handwerks gehört ebenso beendet!

dickebank
11 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Dann muss das „Handwerk“ eben andere Strukturen schaffen, die die Ausbildungsberufe attraktiver machen.

Bei den Ausbildungsberufen stehen eben die Handwerksbetriebe und die Industriebetriebe in direkter Konkurrenz. Die Ausbildungsbedingungen in den meisten Industriebetrieben sind halt besser als in vielen Handwerksbetrieben.
Der Elekto-Azubi in der Industrie kloppt halt weniger Schlitze als der im Meisterbetrieb. Für mich wäre das schon einmal ein ausschlaggebendes Kriterium bei der Wahl des Ausbildungsbetriebes.
Als vor Jahrzehnten das Ausbildungsbild des Zerspanungsmechanikers entstanden ist, hatten es die alten Dreher und Fräser mit einem Mal sehr schwer, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Lag nicht an deren Fähigkeiten und Fertigkeiten, es lag ganz einfach daran, dass deren Bewerbungen auf die Stellen als Zerspanungsmechaniker von den HR-Abteilungen als nicht passgenau aussortiert worden sind

Bleibt noch die Frage, warum so viele Kinder von Handwerksmeistern nach dem Abitur und der Ausbildung im elterlichen Betrieb anschließend zum Studium an eine Hochschule abwandern?

Rüdiger Vehrenkamp
11 Monate zuvor

Der Mann hat recht!

Ländler
11 Monate zuvor

Ein herzliches Dankeschön an die Redaktion für den Artikel, der mir aus der Seele spricht.
Es ist ein Rätsel, warum immer wieder Reformen eingeführt werden, bei denen bereits im Vorfeld klar ist bzw klar sein muss, dass sie nicht auf Verstand und Erfahrung beruhen, sondern auf „fahrlässiger ideologischer Selbstgerechtigkeit“ durch falsche Morallehren durch falsch verstandenes Mitgefühl.
Man urteilt nicht danach, was bei fast allen Kindern die besten Lernerfolge zeigt und darum nützlich fürs spätere Leben ist, sondern was angeblich ungerecht und inhuman ist, weil es äußerlich nicht gleich macht und lernschwächere Schüler „bloßstellt“ oder „ausgrenzt“, wenn sie nicht aufs Gymnasium oder zumindest die Realschule gehen.

Diese selbstgefälligen Moralprediger möchte ich gerne fragen, ob es tatsächlich von Mitgefühl und Nächstenliebe zeugt, wenn lernschwächere Kinder nur wegen des äußeren Ansehens mitgeschleppt werden, sich aber ständig überfordert fühlen und mit der Zeit einen vorhersehbaren Selbstschutz entwickeln durch die Abwehr von Lern- und Leistungsanforderungen. Dass manche sogar lernen, arbeitswillige und leistungsstarke Mitchüler als „Streber“ zu beschimpfen, um sich besser zu fühlen und ihre Arbeitsverweigerung als einzig cool und anerkennenswert zu empfinden, ist dann auch kein Wunder mehr.

Eine größere Ungerechtigkeit in unserer Schulstruktur und ihren pädagogischen Verwandten kann ich mir kaum vorstellen. Fast alle Schüler werden benachteiligt – egal, ob leistungsstark und leistungswillig oder lernschwach und -unwillig.
Dass schon vor 2 Jahren fast 50.000 Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen mussten, ist ein Skandal ohnegleichen. Heute dürften es vermutlich noch mehr sein trotz ständiger Senkung der Anforderungen, trotz Inflationierung der Noten und Schaffung diverser Nachteilsausgleiche!

OttoderKleine
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Berlin und Bremen haben auch das Zwei-Säulen-Modell eingeführt und haben ganz schlechte Ergebnisse bei diesen großen Tests.

Rüdiger Vehrenkamp
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Dann bringen alle Reformen folglich nichts, sondern es liegt an den Lehrkräften. Ich kann und mag aber nicht glauben, dass Berliner Lehrerinnen und Lehrer „schlechter“ unterrichten, als ihre Kolleginnen und Kollegen in Bayern.

Carla
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wer unterrichtet denn?
Also, liebe Lehrer, Ihr macht einfach nur schlechten Unterricht und seid zumindest teilweise schuld an schlechten Schülerleistungen.

AvL
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

dto

Mika
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ihre Schlussfolgerung erschließt sich mir nicht: Inwiefern kann man aus der Tatsache, dass Berlin und Bremen, die ebenfalls das zweigliedrige Schulsystem haben und schlecht in den angesprochenen Tests abschneiden, ableiten, dass die Schulstruktur keine Rolle für den Schulerfolg spielt?
Davon abgesehen fänd ich es toll, wenn die Redaktion sich in einem Artikel mal näher mit der Hattie-Studie auseinandersetzen würde. Die Qualität der Studie bzgl. der abgeleiteten Aussagen ist ziemlich umstritten.

Last edited 11 Monate zuvor by Mika
AvL
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das Curriculum hat aber einen starken Effekt auf das Lernverhalten der Schüler, und weñ die Anforderungen an die Schüler gesnkt werden, so hat dieser Vorgang einen deutlichen Effekt .

DerechteNorden
11 Monate zuvor
Antwortet  OttoderKleine

Vielleicht gibt HH einfach mehr Geld für Sinnvolles aus?

OttoderKleine
11 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Nur leider wird in der Politik gestritten, WAS denn nun sinnvoll ist. In HH hat die Linkspartei noch nie mitregiert, in Berlin schon.

Mika
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nun, dass HH mit seinem zweigliedrigen Schulsystem so gut fährt, wage ich zu bezweifeln:
„In Hamburg verließen im Jahr 2020 etwas mehr Schüler die Schule ohne Abschluss als in anderen Bundesländern (Hamburg: 6,7 Prozent; Bundesdurchschnitt: 5,8 Prozent). Bereits bei der Überprüfung der Bildungsstandards in den Naturwissenschaften für Neuntklässler im Jahr 2018 erreichten 12,1 Prozent der Hamburger Schüler nicht den Mindeststandard (Bundesdurchschnitt: 9,2Prozent).“
Quelle: https://www.insm-bildungsmonitor.de/2022_best_hamburg_gesamtranking.html

Mika
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wenn es um die Zweigliedrigkeit des Schulsystems und den Einfluss derselben auf den Bildungserfolg geht, ist die Zeit nach der Grundschule gemeint, da die Zweigliedrigkeit erst nach derselben einsetzt. Bildungserfolge der Grundschule (Ihre erste Quelle) sagen also nichts über den Einfluss der Schulstruktur nach der Grundschule aus. Die Frage, die sich hier aufdrängt, ist doch: warum gibt es in HH trotz der Erfolge der Grundschulen überdurchschnittlich viele Schulabbrecher in den darauffolgenden Jahrgängen?

Mika
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Vergleicht man Bremen, HH und Berlin, sind die letzten beiden etwa gleich, was die Quote der Abbrecher betrifft, Bremen liegt deutlich drüber. Ihr Punkt.
Ich formuliere anders: wenn angeblich die Schulstruktur keinen Einfluss auf den Schulerfolg hat (so Ihre Anmerkung bzgl. Hattie), und die Lehrkräfte besser mit der dreigliedrigen Struktur klarkommen, da diese nicht so herausfordernd ist: warum besteht man dann auf Gemeinschaftsschulen, insbesondere in Zeiten des Lehrermangels, in denen es doch angeraten wäre, Lehrkräfte zu entlasten, wo es nur geht? Sollte Hattie Recht haben, wäre es für den Schulerfolg eines Schülers ja irrelevant, ob zwei, drei oder eingliedrig.
Mir kommt es vor wie das Spiel mit der Inklusion: die wäre mit passender sächlicher, räumlicher und personeller Ausstattung großartig. Gibt aber nur extrem selten die passende sächliche, räumliche und personelle Ausstattung dafür. Trotzdem wird Inklusion durchgezogen auf dem Rücken und meist zum Schaden aller Beteiligten.
Und dasselbe läuft bei den Gemeinschaftsschulen. Deshalb sind diese so extrem heraus- und überfordernd.

Pit2020
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion

„Und die Hauptschule war und ist stigmatisiert.

Nun ja … Die Hauptschule selber (als Institution = Sache) wird sich wohl nicht selber stigmatisiert haben.
Und diese Entwicklung ging – soweit ich es mitverfolgen konnte – auch nicht ursprünglich von den dortigen LuL, SuS oder deren Erziehungsberechtigten aus.
*grübelgrübel*
Von wem ging diese Stigmatisierung eigentlich aus?

Dann ist es u. U. schlicht ökonomischer, auf Zweigliedrigkeit zu setzen. Halten wir nicht für völlig abwegig.“

Genau.
Halte ich auch nicht für völlig abwegig, weil noch nicht einmal die „Aufbewahrung“ der SuS kostenlos sein kann.

Und wenn im Zusammenhang mit Schule in den letzten drei Jahren überhaupt ein sicherer Lernzuwachs erreicht werden konnte, dann war es auch bei den allergrößten Träumern als Erkenntnis durchgedrungen, dass es um die „Betreuung“ geht … der Rest ist „nice to have“ (z.B. jegliche Ausstattung der Schulen hinsichtlich Personal und Lehrmittel … oder auch nur menschenwürdige WCs, Lehrerarbeitsplätze als tatsächlicher Platz größer als ein Platzdeckchen usw.) – aber natürlich ist wichtig, „was hinten rauskommt“: Welch glückliche Fügung, dass es immer mehr Abiturienten gibt! 😉 Alles wird gut …

Aber Hauptsache ökonomisch, wenn ich einige … „Teile“ in einem Gepäckschließfach aufbewahren möchte, ist es ja tatsächlich günstiger, wenn ich nur 2 Schließfächer nehme anstatt 3.
Muss halt nur ein bisschen mehr „zurechtgedrückt“ werden. … Passt. … Und ist schlicht ökonomischer.
Und wer sich jetzt über den Vergleich aufregt:
https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/wdr-kaninchen-in-schliessfach-am-duesseldorfer-hbf-ausgesetzt-102.html
Also:
Cortisonspiegel runterfahren, ruhig weiteratmen, denn: Es wurde gelüftet, es gab Wasser und sogar was zu futtern …
Wie gesagt: Alles wird gut. 😉

Tja, und zu dem letzten Absatz im Link möchte man sich eigentlich gar keine Parallelen ausdenken … 🙁

Bayer
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

„eine Ausbildungsgarantie, die wirklich jedem jungen Menschen eine Ausbildungschance gibt und die auch individuelle Begleitung und Unterstützung beinhaltet, um den Abschluss zu erreichen“. * zeit

hört sich gut an; dazu aus der Praxis eines BSlers:

– Wenn schon nicht Gymnasium, dann schon gehobene Ausbildung, z.B. in der Emechatronik, denken und steuern viele Eltern.

> wir hatten schon einige SuS, die mit viel Fleiß und Unterstützung durch uns und Superfirmeneinsatz ans Ziel kamen.
> wir hatten auch SuS, die meinten, mit der jahrelang antrainierten Leistungsbereitschaft, nicht nur in HS=Mittelschule sind sie Könige
( teils auch mit Elternbestätigung)
> lbnl: Es gibt sie, die SuS, die nicht zu mehr als HS oder FörderS fähig sind. Und dann, im Beruf? Schaffen wir es öfters, im z.B. Bäckerei/ Konditoreibereich, teils in der Gastro, im Bau …… einige ans Ziel zu bringen – wenn das System uns lässt ( in Bayern gibt es auch Sonder/ FörderBS )

Fazit: Mit guter Zusammenarbeit von Schülerinnen- Schule – Betrieb – Eltern bei guten connections zur Schulaufsicht ist viel möglich, kostet viel Nerven/ Einsatz und der größte Hemmschuh ist oft die naive Sichtweise, die SuS häufig vor der Ausbildung antrainiert wird: Es gibt soviel offene Ausbildungsstätten, ihr müsst euch nur bewerben.
Dabei fehlt: Ihr müsst euch auch anstrengen.

Martin
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Stigmatisieren tun eher diejenigen, die Stigmatisierung behaupeten und diesen Begriff Hauptschülern anhängen. Je beliebter es ist, Menschen diesen Begriff ans Revers zu heften, desto mehr bewahrheitet er sich, besonders, wenn namhafte Medien wie ZEIT, SÜDDEUTSCHE oder SPIEGEL dazu beitragen und u.a. dafür als „Qualitätsmedien“ bezeichnet werden.
Mir gefallen inzwischen Regioalzeitungen am besten. Hier werden die Leser noch vergleichsweise wenig mit Ideologie bombadiert und stattdessen über die Realität und ihre alltäglichen Wahrheiten informiert.

A.J. Wiedenhammer
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ernsthaft?
Hauptschüler haben schlechtere Berufschancen, weil sie auf der Hauptschule waren?
Könnte es vielleicht auch sein – aber nur ganz vielleicht -, dass potentielle AG aus dem Besuch der HS Schlüsse in Bezug auf die Befähigungen (im weitesten Sinne) der Absolventen auch in Hinsicht auf eine eventuelle Arbeit/Ausbildung ziehen?
Und könnte es sein, dass das gar nicht so abwegig ist?

Es wird wohl auf“s Losverfahren hinauslaufen. Oder – „gerechter“ – auf Eignungstests.

„dass Homogenität – die ja mit dem gegliederten System erreicht werden soll – ohnehin nicht mehr erreicht werden kann“

Aha. Nein, natürlich, Homogenität im Sinne von Alle-gleich-wie-geklont wird selbstverständlich nicht erreicht. (Und auch von niemandem angestrebt.) Daraus zu schließen, man könne oder sollte dann auch gleich die größtmögliche Heterogenität anstreben, ist – gelinde gesagt – nicht von berauschender Logik.

dickebank
11 Monate zuvor

Ist ein Schüler, des die SekI eines GY mit dem HSA verlässt, jetzt ein ehemaliger Gymnasiast oder ein Hauptschüler mit erweiteretem Hauptschulabschluss nach Klasse 10?

Richtet sich der Begriff „Hauptschüler“ nach der Bezeichnung der Schulform oder dem erreichten Schulabschluss am Ende der SekI, unabhängig von der Schulform, von der dieser Abschluss erteilt worden ist?

Hans Malz
11 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

In NRW jezt: „Erster Schulabschluss“ und „Erweiterter erster Schulabschluss“ – Es gibt keine Hauptschüler mehr, also alles gut.

Pit2020
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion

Jahaaaaa.
Ist mir auch nicht neu.
Danke trotzdem.

Jetzt mal ehrlich:
Das ist doch „nur“ die Fortsetzung der Mär vom „doofen Hauptschüler“ und das dürfte doch wohl bekannt sein.

Zu meiner Frage „Von wem ging diese Stigmatisierung eigentlich aus?“ aus meinem letzten Post … hätten Sie da auch einen Link? 😉

Freiya
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Und Sie sind – allen Ernstes? – der Ansicht, DAS hätte sich geändert? Die Absolventen, die jetzt die „Realschule „Plus““ mit der Berufsreife verlassen, die hätten vor 30 Jahren noch auf der Förderschule keinen Abschluss bekommen!
Die Hauptschule wurde kaputtgeredet, dann abgeschafft, die Hauptschüler*innen hat man einfach vergessen ‚abzuschaffen‘!

10. Schuljahr einer Hauptschule vor 30 Jahren kann JEDEM heutigen 11-Klässler eines Gymnasiums das Wasser reichen!

Georg
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Studie ist von 2019 und bezieht sich auf Erwachsen. Eine Aktualisierung wäre aufgrund der fortführenden Migration und Corona sinnvoll.

Bücherleser/potschemutschka
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Gibt es auch Zahlen zu Analphabeten in der DDR?

Bayer
11 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Da kann einem ja sogar als altem BShasen Angst und Bange vor den SuS mit Abi werden.
Nene, wir haben bereits unsere Erfahrungen, sooderso ( nach Dkorrektur kann ich oft die abgebende Schule zuordnen 😉

Danke für Ihren espritvollen Kommentar
( nicht ironisch gemeint !)

Luk
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Die „Entwicklung der Arbeitsproduktivität“ kann nicht stigmatisieren.
Das können nur Menschen und Worte, die sich über Arbeitnehmer mit bestimmten beruflichen Tätigkeiten abfällig äußern, sie verachten oder auch selbstgefällig behaupten, andere würden auf sie herabschauen, weswegen es moralische Pflicht sei, ihnen zu helfen und sie in Schutz zu nehmen.
Man kann auch stigmatisieren, indem man sich selbst zum Schutzpatron der Verachteten und Hilfsbedürftigen macht und emsig Opfergruppen sucht, an denen man seine überragende Empathie und Mitmenschlichkeit beweisen kann. .

Uwe
11 Monate zuvor
Antwortet  Luk

Als ich selber an der Gesamtschule die 10/7 beendet habe (ich ging dann in die Oberstufe) hatten wir Schüler*innen in der Klasse die wirklich außergewöhnlich dumm waren. Und grade mal so den Hauptschuabschluss gemacht haben. Die wurden aber nicht stigmatisiert sondern Bergmechaniker auf dem Pütt, als ich mein Studium fertig hatte haben die ihr haus gebaut. Heute müssen die gleichen Menschen für den Mindestlohn in überfüllten Bruchbuden an der Armutsgrenze leben. Die Gesellschaft stigmatisiert weil es eben keine gutbezahlten Jobs für diese menschen gibt und GELD nun mal DER Ausdruck von Wertschätzung ist.

Freiya
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ist doch Quark! Sie reden von Arbeitern in Fabriken, die werden wohl wegrationalisiert.
Aber was ist denn mit dem Handwerk, wo der Zimmermann nicht nur das Dach zusammenzimmert (was man sieht), sondern die Konstruktion berechnet und zeichnet, die Holzberechnung und Beschaffung erledigt, den Zuschnitt möglichst noch selbst vornimmt, die Kalkulation, die Arbeitszeitanalyse, die Berechnung der Mannstunden, die Berechnung der Maschinenstunden, die erforderlichen Preise, die Steuer die Versicherung usw – alles in Eigenarbeit erstellt – das ist doch nichts für Doofe! Und in anderen Gewerken ist das doch nicht anders! Wieso wird das Handwerk so gering geachtet? Wer behebt euch euren Wasserrohrbruch, wer flickt euch den Kanal, wenn euch die Sch… im Keller bis zu den Knieen steht? Der It-Ingenieur?

Freiya
11 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich bin überzeugte Hauptschullehrerin und seit über 30 Jahren im Dienst. Das, was HEUTE in den Klassen meiner „Realschule „Plus““ abgeht ist überhaupt nicht mit früher zu vergleichen! (Da waren keine Förderkinder in den Klassen, die 4 Jahre -undiagnostiziert- durch die Grundschulen geschleift wurden, mit all den fatalen Folgen.)

Die Argumentation, dass eine schlechte Lösung mit 4 Variablen nicht funzt und man dann doch auch gleich die schlechtere Lösung mit 2 Variabeln nehmen könne erschließt sich mir nicht. Ich finde diesen Ansatz schlichtweg respektlos. Respektlos den Schüler*innen gegenüber und auch den Lehrkräften. Denn die müssen diese ideologie- und finanzgesteuerten Fehlentscheidungen ausbaden!

DerechteNorden
11 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Mika, interessant ist, dass Kids mit Förderschulabschluss in einigen BL als Abbrecher*innen (ohne Abschluss) gezählt werden, während andere BL sie nicht mitzählen. In SH trifft z.B. Ersteres zu. Dadurch haben wir eine höhere Abbruchquote.
Das wird entweder verschwiegen oder taucht nur im Kleingedruckten auf. De facto werden hier dann tatsächlich Äpfel und Birnen miteinander verglichen.

AvL
11 Monate zuvor
Antwortet  Ländler

Das Beispiel der Schulpolitik des Landes Baden-Württemberg der vergangenen 15 Jahre ist gut geeignet, um zu demonstrieren, wie durch die schrittweise Änderung der Schulstrukturen und der Unterrichtsmethodik hin zum eigen initiativen Lernen bzw. selbstorganisierten Lernen bereits in den Grundschulen, sich dramatische Verschlechterungen in den dramatisch verschlechterten Lernergebnissen der Schüler widerspiegeln.

Lehrerin
11 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Ja, völlig richtig. Aber was ist die Schlussfolgerung der grünen Bildungspolitik? Noch mehr von dem Unsinn! Noch mehr Vereinheitlichung, noch mehr Einheitsbrei – anstatt sich zu fragen, ob an dem Konzept vielleicht was falsch sein könnte. Wie verbohrt kann man denn sein… und andere Länder wollen sich noch an diesem Vorgehen orientieren…
Dann sind alle gleich „gerecht“ behandelt – nämlich gleich schlecht!

Palim
11 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Sie können eindeutig nachweisen und belegen, dass die Schulpolitik in BW für die GS in den vergangenen Jahren für alle Schulen die Methoden vorgegeben hat und das sich dies auf die Lernergebnisse der Schüler:innen ausgewirkt hat?

AvL
11 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Die Korrelation zwischen dem Absturz der Leistungen der Schüler in Baden-Württemberg und der zunehmenden Etablierung weitgehend eigen initiativer, schülergesteuerter Lernmethoden ohne eine klare Struktur und die fehlende direkte und einübende Vermittlung der einfach zu vermittelnden deutschen Schreibregelwerke und unter einer weitgehenden Vermeidung einer direkten Instruktion und Interaktion zwischejn und Schülern, hat ihr Übriges zur Misere beigetragen.
Um die Schüler geht es diesen einflußreichen Leuten aus dem Grundschulverband schon lange nicht mehr!n
Der Lernstandard wurde zudem noch abgesenkt, und trotzdem wird auch dieser nicht mehr mit den Methoden des selbstorganisierten Lernen mit dem selbstorganisierten Abarbeiten von vorgefertigten Arbeitsblättern im mindesten erreicht.

Palim
11 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Sie finden eine Korrelation,
können aber gar nicht belegen, dass in BW im Unterricht die von Ihnen benannten methodischen Ansätze eingesetzt wurden.

Dann bleibt also nur eine Behauptung über
und Sie schimpfen gegen etwas, das Ihrer Vorstellung entspringt.

AvL
11 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Die Realität der bescheidenen Ergebnisse dieser aufgegangenen Saar reicht doch schon.

ABCD
11 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Es müssen doch nicht alle Schulen sein. Es genügt die Tatsache, dass die Methode „Lesen durch Schreiben“, genannt auch „Schreiben nach Gehör“, sehr weit verbreitet war und für gravierende Rechtschreibschwächen gesorgt hat, die nachträglich kaum mehr oder nur schwer zu beheben waren.
Seit Jahren reden Sie die Schäden immer wieder klein, Palim. U.a. betonen Sie gern, dass die Methode von vielen ja nicht in Reinkultur angewendet wurde, sondern „nur“ in abgeschwächter Form.
Ich werde nie verstehen, warum Sie diese Verteidigungshaltung einnehmen. „Lesen durch Schreiben“ hat nun mal zahlreichen SuS geschadet. Das ist doch Grund genug, ihre unseligen Schattenseiten nicht mehr zu relativieren.

Palim
11 Monate zuvor
Antwortet  ABCD

Ich richte mich dagegen,

a) dass den Lehrkräften seit Jahren unterstellt wird, sie hätten vorsätzlich mit schlechten Methoden gearbeitet
UND – das bezieht sich auf AvL – sie hätten mit Absicht Schüler:innen das Lernen versagt, er benennt es gern als „unterlassene Hilfeleistung“, einem Straftatbestand, der also Lehrkräfte kriminalisiert.

Tatsächlich gibt es Erhebungen dazu, dass die meisten Schulen und Lehrkräfte schon immer und auch weiterhin mit fibelbasierten Lehrgängen arbeiten.
Dazu gibt es Lehrkräfte, die offenere Methoden einsetzen, die jedoch

  • zumeist auf das erste Schuljahr begrenzt sind,
  • in allen weiteren Schuljahren Rechtschreibunterricht einbeziehen und erteilen, von einem „sich selbst überlassen“ oder alleinigem, eigenständigen Lernen ohne Begleitung kann gar nicht die Rede sein,
  • eine Individualisierung im Klassenverband ermöglichen, die zwingend notwendig ist.

b) dass aus der Behauptung, die offenen Methoden seien flächendeckend und vernachlässigend eingesetzt worden, abgeleitet wird, dass die Leistungen aus diesem Grund zurückgegangen seien.
Dieser Schluss ist gar nicht möglich, wenn man doch durch Erhebungen weiß, dass viele Lehrkräfte nie derartige Methoden eingesetzt haben.
Es muss also andere Gründe geben. Nach diesen wird aber gar nicht gesucht.

c) dass man allein die Abschaffung einer Methode, die gar nicht flächendeckend und allumfassend eingesetzt wird, ins Feld führt, um Verbesserungen zu erwirken.
Abhilfe erhalten also weder die Kinder der Schulen, in denen nach dem Verbot andere offene Methoden eingesetzt werden müssen, noch die Kinder in den Schulen, in denen nie mit diesen Methoden gearbeitet wurde.

Lehrkräfte werden also Vorwürfen ausgesetzt, kritisiert und kriminalisiert, nachfolgend aber allein gelassen mit der Aufgabe.
Da AvL im medizinischen Bereich tätig ist, kann man den Vergleich dazu ziehen, dass ein Arzt scheinbare Symptome ohne vorherige Diagnose behandelt, indem er eine einzelne, erdachte Therapieform verbietet.

d) dass man eine Methode verteufelt, deren Einsatzmöglichkeiten, Varianten und Nutzen man gar nicht sehen will.
Es gibt kein Abwägen der Methodik, sondern eine konsequente Verurteilung einer angenommenen methodischen Vorgehensweisen und floskelhaft wiederholter (da abgeschriebener) Behauptungen, mit denen Lehrkräfte diskreditiert werden sollen.

ABCD
11 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Meinem Eindruck nach haben sie mehr die Methode verteidigt als die LuL.
Aber vielleicht meinten Sie, damit auch die Lehrkräfte zu verteidigen. Das kann ich nicht beurteilen.
Mir haben jedenfals in Ihrem langen Meinungsstreit mit AvL die Argumente von Avl mehr eingeleuchtet. Sein fundiertes Wissen nebst den sachlichen Ausführungen über gute und schlechte Lese- und Schreiblernmethoden haben mich sogar beeindruckt. Gerade als Lehrerin gebe ich gern zu, dass er z.T. mehr wusste als ich.
AvL argumentierte übrigens auch aus Erfahrung. Wegen eines kognitiv behinderten Kindes hatten er und seine Frau sich schlau gemacht und den Lese- und Schreiblehrgang mit großem Erfolg in die eigenen Hände (und gegen die LdS Methode!) genommen.
Dass er seine guten Erfahrungen unbedingt auf News4teachers weitergeben und und vor „Schreiben nach Gehör“ warnen wollte, fand ich schon immer sehr anerkennenswert.
Wünschen wir uns nicht sehnlichst solche Eltern?

Palim
11 Monate zuvor
Antwortet  ABCD

Ich wünsche mir Lehrkräfte, die locker mitgehen und fachliches Wissen haben, damit sie sich nicht auf einzelne Erfahrungen von Eltern verlassen müssen, die ihren großen zeitlichen Aufwand mit dem eigenen Kind mit einer Klassensituation gleichsetzen, in der eine Lehrkraft Gleiches weder zeitlich noch personell leisten kann.
Und ja, leider wird auch die Schule selbst samt Integration und Inklusion, die zu leisten sind, nicht personell entsprechend ausgestattet.

Das Kind der Familie ist meiner Erinnerung nach nicht kognitiv eingeschränkt, sondern im Bereich Sprache, ggf. auch Hören. Das ist etwas anderes, auch wenn sich alles gegenseitig nicht ausschließt. Auch hier: erst eine genaue Diagnostik, dann die Förderung oder auch Therapie.
Dazu muss man sich mit den Förderschwerpunkten und möglichen Schwierigkeiten wie auch Hilfestellungen auseinandersetzen. Auch das muss eine Lehrkraft in der Klasse leisten und die Förderung dazu ebenso, sie kann aber, mit Kenntnis zu üblichen Schwierigkeiten, im Unterricht schon vorausschauend Elemente einbauen, die etlichen Kindern eine Stütze geben.

Es ging aber letztlich um die Wut oder Enttäuschung der Familie, die ihre Erwartungen und Ansprüche an die Schule nicht erfüllt sahen, es ging auch um namentlich genannte Lehrkräfte, öffentliche Angriffe gegen diese und das Diskreditieren der gesamten Lehrer:innen, denen – wie hier wieder – allen Unfähigkeit und Unkenntnis unterstellt wird.

Das alles hat mit einer Auseinandersetzung mit verschiedenen Methoden nichts zu tun. Auch sind die Erfahrungen der Familie mit einer Schule nicht auf andere Schulen, Lehrkräfte und gar Bundesländer übertragbar.
Hinzu kommt, dass Inhalte für die eigenen Ziele umgedeutet werden, die Darstellung der Themenfelder des Deutschunterrichts in den Curricula mit Hilfe einer Grafik, die auch Freies Schreiben und Alphabetische Strategie zu Beginn der Schulzeit benennt, derart gedeutet wird, dass die Lehrkräfte Kinder sich selbst überlassen würden. Das steht entgegen derzeitiger Ansätze, die alle phonologische Fähigkeiten und die Einsicht in die Laut-Buchstaben-Zuordnung (alphabetische Strategie) als Grundlage sehen.
Dass ein Kind mit Schwierigkeiten oder gar einem Unterstützungsbedarf im Bereich Sprache/Hören genau hier erhöhten Förderbedarf aufweist, passt zum Störungsbild. Übrigens kann man an dieser Stelle sehr frühzeitig gerade an Hand frei geschriebenen Texte eine gute Diagnostik durchführen, um Hilfestellungen abzuleiten, denn diese bieten Einblicke, die man durch Abschreiben nicht erhält, sodass dann häufig die Schwierigkeiten erst bei den Aufsätzen ab dem 3. Schuljahr deutlicher zu Tage treten.

Wenn Sie, @ABCD, sich mit Spracherfahrungsansatz, Lesen durch Schreiben und weiteren Ansätzen oder offeneren Methoden im Rahmen des Schriftspracherwerbs gar nicht auskennen, kann ich verstehen, dass die Beiträge sie beeindruckt haben.

AvL
11 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Der Ansatz einer Umsetzung ekner lautgetreuen Graphem-Phonem-Beziehung mit Hilfe von Anlauttabellen führt zu falschen Schreibweisen der Schreibanfänger, so diiese in ihrem Sinne das phonologische Bewusstsein schulen und entspfechend der Doktrin des Herrn Brügelmann /Reichen folgend sich eigenständig auf den Weg machen lautorientiert zu schreiben.
Dieser Weg ist aber ein Irrweg, der bereits im 17 Jahrhundert auf Grund der falschen Schreibweisen beendet wurde.

Für das Phonem T existieren das d im Endlaut des Wortes Wald,das th in Theater, das tt in platt, das t in rot, und xas dt in lädt/Stadt.
Das Beispiel kann ich beliebig auf ansdere Phhoneme übertragen.
Wollen sie das noch einmal ertragen müssen.
Die von Ihnen propagierte Methodik in Verbindjng mit dem eigen initiativen Lernen ist einer der Gründe für das desaströse Abschneiden der Schüler in den Lernstandskontrollen.

AvL
11 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Ich bringe und brachte 5 Kinder durch dieses uneinliche Schulsystem, von denen sich 3 Kinder sich mit den Methoden der Herren Brügelmann/Reichen/Sommer-Stumpenhorst auseinandersetzen mussten, weil die Lehrerinnen auf diese Pädagogik ausgerichtet waren und es auch noch sind.
Bei 2 Kindern arbeiteten die Lehrerinnen mit der silbenanalytischer Methodik, einer sehr direkten und lebendigen Interaktion der Lehrperson mit dem Klassenverband und unter Anleitung und anschließender eigenständiger Einübung der Schüler.
Bei den anderen drei Kindern , die nach den Methoden des Spracherfahrungsansatzes nach Brügelmañ arbeiteten, haben wir als Eltern sehr viel ausgleichen müssen.
Wir haben dies ebenso wie viele andere uns bekannte Eltern getan. um unseren Kindern das automatisierte Lesen und eine regelgerechte und ausdrucksreiche Schreibweise beizubringen.
Sie machen es sich viel zu einfach, um sich meiner Kritik an der von Ihnen propagierten Methodik zu entziehen.

Palim
11 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Ja, 5 eigene Kinder zu Hause in 1:1-Betreuung zusätzlich zu fördern ist natürlich nichts gegen jahrelange Ausbildung und Arbeit als Lehrkraft an einer Grundschule.
Das haben wir inzwischen alle verstanden.
Übertragen Sie das dann auch auf Ihren Beruf? Wozu ein Studium, wenn jeder selbst sich einer Person annehmen kann?

Es ist schön, dass Sie die Kritiken zu Brügelmann, Brinkmann und Stumpenhorst kennen und wiedergeben können,
eine differenzierte Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Ansätzen sowie deren Vor- und Nachteile kann ich weiterhin nicht erkennen, wohl aber Unterstellungen Ihrerseits gegen Lehrkräfte.

Ihr Vorgehen war hoffentlich gut für Ihre Kinder, kann aber nicht als Modell für Lehrkräfte dienen, die in ganz anderer Situation das Erstschreiben und Erstlesen vermitteln – auf die eine oder andere Weise, sicher differenziert je nach Klassensituation, individuellem Vermögen und auch möglichen Beeinträchtigungen.

AvL
11 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Und auch bei der eigenständigen, selbst organisierten Form des Leseerwerb mit bebildeten Lesevorgaben fehlt es an einer Vermittlung der automatisierten Leseleistung.
Mit den von Ihnen propagierten Methoden des eigenständigen Leseerwerb, siehe auch die Fachdidaktischen Hinweise zum Lese-bzw. Schreiberwerb des Landes NRW, verhindert man, dass diese heranwachsenden Kinder zwei wichtige Kulturtechniken in der automatisierten Weise erlernen, die diese für ihr späteres, selbstbstimmtes und eigeninitiatives Leben benötigen.
Ich halte diese Methoden dem Ziel der Bildung eigenständig denkender Bürger mit einer demokratischen Gesinnung stark entgegen gerichtet oder zumindet in Kauf nehmend, dieses Ziel zuverhindern, weil die eigene Methodik als neu entwickeltes Konzept unbedingt bebehalten werden muss.
Diese Pädagogik des eigen initiativen richtet sich gegen die Kinder und diese Methoden überfordern den Großteil der Schüler in den ersten Schuljahren.

AvL
11 Monate zuvor
Antwortet  Ländler

Ähnliche Effekte waren auch bereirs vorher schon in Bremen, Hamburg, Berlin und schließlich auch in NRW zu konstatieren. Auch in NRW hatte man leuchtende Beispiele lernpädagogischer Katastrophen -Ergebnisse vor Augen.
Man hat sich schließlich diesen Personenkreis selbst ins Land NRW an die Universitäten geholt, siehe die Uni Siegen und Münster , von wo aus diese dann ihre Strahlkraft ins Land entfalten konnten.
Iin Teilen wurden die Methoden von einflussreichen Entscheidungsträgern im Düsseldorfer Kultusministerium gefördert, in dem diese durch die Kostenübernahme der Weiterbildungskurse für vom „Spracherfahrungsansatz“ und der Methodik eines Herrn Reichen abgeleitete Methoden finamziell unterstützt wurden.

Georg
11 Monate zuvor

Bei der nächsten Landtagswahl könnte man also das Kreuz einer Partei geben, die für das gegliederte Schulsystem ist.

Palim
11 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Das kann man machen,

  • wenn man die Meinung des Vertreters der Realschullehrer annimmt und
  • wenn man vor der Landtagswahl eine Ahnung davon bekommt, wie die Partei die SekI-Schulen unterstützen und die Beschulung Benachteiligter stärken will.

Ohne entsprechende Konzepte und Umsetzung verschiebt man die Probleme von Schulform zu Schulform und hat am Ende eine gleichhohe Schulabbrecherquote.

Die Quote ist übrigens recht gleichbleibend, um die 6% seit 2011.
https://www.datenportal.bmbf.de/portal/de/Tabelle-2.3.16.html

Studien weisen zudem darauf hin,

  • dass nur ein Viertel dieser Abgänger ohne Abschluss aus Hauptschulen kommen
  • etwa die Hälfte der Schüler:innen von Förderschulen abgehen.
  • etwa 20% aus anderen Schulformen kommen – also auch aus der Realschule oder dem Gymnasium

Klemm (Jugendliche ohne Hauptschulabschluss, 6.3.23) unterscheidet zwischen westdeutschen Flächenländern, ostdeutschen Flächenländern und Stadtstaaten.
Bei den westdeutschen Flächenländern hat übrigens gerade BW eine besonders niedrige Quote.

dickebank
11 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Die Frage, die gestellt werden muss, ist doch, warum die „Hauptschule“ überhaupt so hieß. Das gleiche gilt für die „Realschule“.

Die HS hieß so, weil der überwiegende Teil der Schülerschaft nach dem Besuch der Grundschule eine Hauptschule besuchte. Diese waren in der Gründungszeit (NRW) in den sechziger Jahren übrigens fünfjährig. Davor gab es die achtjährige „Volksschule“. – So alt ist die „Hauptschule“ als Schulform nämlich überhaupt nicht.

Die RS hieß so, da an dieser Schulform „Realien“ gelehrt worden sind. Unter diesem altehrwürdigen Begriff verstecken sich die heutigen MINT-Fächer. Die RS entstand zu Zeiten als die Gymnasien mehr oder weniger altsprachliche, humanistische GY waren. Neusprachliche und naturwissenschaftliche GY waren eher die Ausnahme als die Regel. Das Abitur war Voraussetzung für die Aufnahme eines Studiums in einer der vier klassischen Fakultäten wie Theologie, Philosophie, Jura und Medizin. Funfact: Chirurgie und Zahnmedizin gehörten ehedem nicht dazu.
Die allerwenigsten Studenten der „guten alten Zeit“ haben ihr Studium mit einem Abschluss beendet. Studienabschlüsse mit Magister oder Diplom als Regelabschlüsse sind Folge der Studienreformen in den Siebzigern – also auch noch nicht so alt bzw. mittlerweile durch „Bologna“ abgelöst.