GEW fordert als Konsequenz aus der aktuellen Schulabbrecher-Studie: „Schluss mit dem viergliedrigen Schulsystem“

239

MÜNCHEN. Rund 50.000 Jugendliche verlassen bundesweit jedes Jahr ohne Abschluss die Schule – jedes Jahr, wie eine Anfang der Woche veröffentlichte Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung aufgezeigt hat (News4teachers berichtete). „Das ist eine erschreckende Zahl. Betroffen sind vor allem Jugendliche der Förder- und Mittelschulen. Wir fordern ein Umdenken in der Politik. Wir brauchen gemeinsames Lernen in inklusiven Schulen und von Anfang an bessere Bedingungen für alle Kinder“, sagt Martina Borgendale, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bayern. Auch im Freistaat gebe es keine positive Entwicklung. 

Die Zahl der Schulabbrecher ist seit Jahren konstant hoch – obwohl die Wirtschaft über einen massiven Fachkräftemangel klagt. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Mit dem englischsprachigen Akronym „Not in Education, Employment oder Training – NEET“ werden junge Menschen bezeichnet, die weder eine Arbeit haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren. Obwohl Tausende Lehrstellen unbesetzt sind, gibt es in Deutschland laut Bertelsmann Stiftung 630.000 Jugendliche, denen der Übergang von Schule in Beruf nicht gelingt. Diese Zahl verringert sich nicht, das belegt die aktuelle Studie „Jugendliche ohne Hauptschulabschluss“. 6,2 Prozent aller Jugendlichen verfehlten 2021 in Deutschland den Hauptschulabschluss. Zwei Drittel der jungen Erwachsenen ohne Schulabschluss zwischen 20 und 34 Jahren bleiben auch ohne Berufsausbildung.

Bayern hat zwar mir rund fünf Prozent eine der niedrigsten Quoten in Deutschland (im Schlusslicht Bremen liegt sie bei zehn Prozent), dennoch verließen auch im Freistaat im Berichtsjahr 2021 insgesamt 6.154 junge Menschen das bayerische Schulsystem ohne Abschluss. Besonders gefährdet sind Jungen und Mädchen mit nicht deutscher Staatsbürgerschaft.

„Wir beklagen überall einen massiven Fachkräftemangel, erlauben es uns aber, Jugendlichen ohne Perspektive aus unserem Bildungssystem zu entlassen. Das viergliedrige Schulsystem versagt hinsichtlich Bildungsgerechtigkeit auf ganzer Linie. Wer keine Unterstützung durchs Elternhaus bekommt, verliert. Es gelingt uns nicht, Bedingungen zu schaffen, in denen sich alle Kinder gut entwickeln können. Aber genau das ist die Aufgabe“, kritisiert Florian Kohl, stellvertretender Vorsitzender der GEW Bayern.

„Die Hardtschule oder die Alemannenschule in Baden-Württemberg sind tolle Beispiele für Schulen, in denen Kinder bis zum Abschluss gemeinsam lernen und die deutsche Schulpreise gewonnen haben. Warum orientieren wir uns nicht endlich an diesen Schulen? Schluss mit Selektion nach der vierten Klasse, Schluss mit der Benachteiligung ganzer Bevölkerungsschichten, Schluss mit schlechten Arbeitsbedingungen. Wir brauchen gute Lernbedingungen für alle Kinder, und die besten für diejenigen, die kaum auf sonstige Ressourcen zurückgreifen können“, fordert Kohl.

Auch Bildungsforscher Prof. em. Klaus Klemm ist laut dem Informationsdienst „Bildung.Table“ dieser Meinung: „Es braucht mehr gemeinsamen Unterricht im inklusiven Schulsystem und allgemeinbildende Schulen müssen dann auch besser ausgestattet werden“, so wird Klemm zitiert.

GEW-Landeschefin Martina Borgendale freut sich, dass der Bildungsökonom die Forderungen der GEW bestätigt. „Wir sprechen uns seit Jahren für ein inklusives Schulsystem als Schule der Zukunft aus, in dem alle Kinder gleichberechtigt und ihren Bedürfnissen entsprechend lernen können und das attraktive Arbeitsbedingungen für multiprofessionelle Teams bietet. Das Konzept für eine entsprechende Änderung der Lehrkräftebildung haben wir ebenfalls vorgelegt. Also packen wir‘s an!“ News4teachers

Akademisierungswahn? Von wegen – wenn Fachkräfte gesucht werden, kümmert euch doch mal um die (zu vielen) Schulabbrecher

Anzeige


Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei

239 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
447
1 Jahr zuvor

Und nach dem kurzen guten Eindruck…GEW wieder voll auf Kurs, so wie man sie kennt. Schade.

Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  447

Marxismus, Sozialismus, DDR 2.0

Pia
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Sie sind ja ein Kenner.

Iri-Hor
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Ja, ja, malen Sie mal weiter Schreckgespenster an die Wand. Ärztehäuser, in der DDR als Polikliniken bekannt, haben ja auch den Sozialismus im vereinten Deutschland wiederbelebt. Deshalb sicherlich der allgemeine Niedergang.

PaPo
1 Jahr zuvor

Nö.

Ron
1 Jahr zuvor

Die GEW ist mittlerweile ein bildungspolitischer Geisterfahrer.

Lehrerin
1 Jahr zuvor
Antwortet  Ron

In Bayern mit seinem ziemlich klar differenzierten Schulsystem ist der Anteil von Schülern, die ohne Abschluss gehen, 5%. In Bremen mit einem zweigliedrigen System mit wenigen Gymnasien und vielen Oberschulen, die all-inklusive mit gemeinsamem Lernen operieren, ist dieser Anteil 10%. Die GEW fordert noch mehr inklusive Schule – damit irgendwann alle keinen Abschluss bekommen? Gleiche und gerechte Chancen auf Misserfolg?? Finde den Fehler – diese Logik erschließt sich mir nicht.
Und bisher hat mir auch noch niemand erklären können, wie die lern- oder geistigbehinderten oder durch andere Probleme beeinträchtigten Kinder, die statt auf eine Förderschule mit kleinen Klassen und speziell zugeschnittener Pädagogik in einer großen Klasse und meist ohne viel Sonderpädagogik-Stunden untergehen, besser zu einem Schulabschluss kommen sollen – außer man regelt diesen Abschluss dann für alle (!) im Niveau so runter, dass er keinerlei Aussagekraft mehr hat.
Ideo-Logik verqueer…. Wer um alles in der Welt mag für eine solche Realitätsverweigerung und Traumtänzerei, um es mal freundlich auszudrücken, immer noch (hohe!) Mitgliedsbeiträge zahlen? Denkt doch einfach mal selber!

Silberfischchen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Ron

Und Ron ist ein GEW-Hasser, der zwar gerne jede Gehaltserhöhung nimmt, die die GEW-Mitglieder erringen und noch lieber viel mehr hätte, aber selbst nichts dafür tut, als zu jammern und zu meckern. Wussten Sie, dass Tarifabschlüsse eigentlich nur für die Gewerkschaftsmitglieder gelten, nur schlauerweise auf alle übertragen werden, um die Gewerkschaften nicht noch stärker zu machen?! Schade eigentlich…………

Ureinwohner Nordost
1 Jahr zuvor
Antwortet  Silberfischchen

Das ist BRD ):-)

Не мой 🙁

Lehrerin
1 Jahr zuvor
Antwortet  Silberfischchen

Wussten Sie, dass nicht nur die GEW Tarifpolitik betreibt, sondern auch der Beamtenbund Tarifunion? Die GEW schmückt sich ja sehr gerne mit fremden Federn, auch wenn der dbb den Erfolg erstritten hat.
Beispiel:

  • Die Rücknahme der abgesenkten Eingangsbesoldung (Kopie aus der GEW-HP: „Ich will jetzt mein Geld zurück.“

Das Bundesverfassungsgericht hat die Position der GEW bestätigt und die Absenkung der Eingangsbesoldung in Baden-Württemberg für verfassungswidrig erklärt.)

Aber: Wer hat das in Wahrheit vor Gericht erkämpft? Ganz einfach, lässt sich googlen: Der Deutsche Beamtenbund, der Dachverband von PhV, BLV, RLV, VBE!! Ob das die „Position“ der GEW war, tut nichts zur Sache – den Prozess hat sie nicht geführt! Sie tut nur so, als ob sie was bewirkt hätte – nicht darauf reinfallen.

Und jetzt spielt die GEW GEWaltig mit dem Feuer, wenn sie das Streikrecht für Beamte gerichtlich fordert, denn das könnte gut damit enden, dass Lehrkräfte nachher nicht mehr verbeamtet werden…
Vorsicht, von wem man sich vertreten lässt – kann nach hinten losgehen.

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  Silberfischchen

Es gibt durchaus auch andere Gewerkschaften. Und das ist gut und nötig!

DerechteNorden
1 Jahr zuvor

Liebe GEW, ihr solltet nichts fordern, das ihr hinterher wieder bereut!
Fordert lieber eine bessere Unterstützung der schwierigen Fälle durch mehr Personal (Sozialarbeiter*innen, Berufsberater*innen, Psycholog*innen, Familienhelfer*innen etc.). Alle immer in einem Klassenraum funktioniert NACHWEISLICH nicht.
Die Politik freut sich immer, wenn ihr solche rigorosen Forderungen stellt. Bieten sich dadurch doch immer prima Einsparmöglichkeiten und ihr könnt das dann ausbaden, indem ihr Mitglieder verliert und alle auf euch herumhacken, weil ihr eine Verschlechterung für alle mitzuverantworten habt.
Warum lernt ihr nicht dazu? Das frage ich mich als GEW-Mitglied. In meinem Landesverband sage ich das auch ganz offen.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Dafür gibt es auch von mir einen grünen Daumen. 😉

Ron
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ihre vorsichtig kritische Reaktion ist noch viel zu nett. Für mich segelt die GEW schlicht unter falscher Flagge und spielt ein falsches Spiel. Statt für ihre Mitglieder einzutreten, macht sie sich mit den Interessen der Politik gemein. Die ureigensten Interessen der Kollegen werden dagegen nicht ernst genommen und der Schule als Institution von Bildung immer wieder schwerer Schaden zugefügt. Wenn ich die GEW-Proklamations-Zeitschrift so lese, überkommt mich nicht selten das kalte Grausen.

Sandra
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Schreib dringend die Anzeige. Wenn es niemand offiziell macht, gibt es auch kein sichtbares Problem. Pass gut auf dich auf.

Ingelore Schmidt-Jacobsen-Gummersbach
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das „nachweislich“ bleibt aber jeglichen Nachweis schuldig. In der DDR gab es das gemeinsame Lernen bis Klasse 10 (am Ende). Es funktionierte NACHWEISLICH. Noch heute lobt man die DDR für ihr Bildungswesen – natürlich abzüglich der ideologischen Indoktrination, die NACHWEISLICH nicht funktioniert hatte, denn 1990 haben ja mindestens 80% der DDR-Bürger die DDR „abgewählt“.

Tigrib
1 Jahr zuvor

Das waren auch andere Zeiten.Danals war es auch in der BRD anders als heute…

potschemutschka
1 Jahr zuvor

… und die Kindergärten in der DDR hatten einen „Bildungsauftrag“, d. h. für jede Altersstufe wissenschaftlich begründete Mindeststandarts. Das widersprich tallerdings den jetzigen offenen Konzepten mit Freiwilligkeit als oberstes Gebot. Individuelle Förderung gab es aber auch, da der Personalschlüssel wesentlich besser war und die Erzieher nicht ständig wechselten. Die Kinder konnten, wenn sie eingeschult wurden:
-einen Stift richtig halten
-einfache Formen unterscheiden
-mit einer Schere umgehen
-einfache Papierformen (z. B.Zeitungshut) falten
-eine Schleife binden
-bis 10 zählen und mit Anschauungsmaterial in diesem Bereich plus/minus–Aufgaben lösen
-sie konnten längere Zeit (je nach Alter) zuhören
-sie kannten Märchen, kleine Geschichten und kleine Reime und Gedichte
-und noch viel mehr.
So jedenfalls meine Erfahrungen.

DerechteNorden
1 Jahr zuvor

Entschuldigung, WAS in der DDR funktionierte, war, dass, wenn ein junger Mensch nicht funktionierte, wie es das System vorsah, er ganz schnell richtig Stress bekam. Die DDR war eine Diktatur, das sich bis ins Schulsystem erstreckte.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Wieviele Jahre Ihres Lebens haben Sie in der DDR verbracht? Oder ist das wieder eine Schublade von Ihnen? Nach Ihren und den Theorien der BILD müssten 17 Millionen ehemalige DDR-Bürger entweder ALLE Duckmäuser gewesen sein oder jetzt psychisch geschädigt.

DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

DAS nennt man wohl Geschichtsklitterung. Die DDR war eine Diktatur.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ja, und alle Wessis wären in der DDR tapfere Widerstandskämpfer gewesen! Nur wegen der Mauer konnten sie leider nicht.

DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das habe ich nicht behauptet. Ich habe auch nicht behauptet, dass sämtliche DDR-Bürger*innen innerlich systemtreu waren. (Ziehen Sie sich doch nicht jeden Schuh an!)
Nichtsdestoweniger sind Schulen in Diktaturen immer Teil des Systems.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Schulen sind nicht nur in Diktaturen Teil des Systems, sie sind immer ein wichtiger Teil eines jeden gesellschaftlichen Systems. Oder besser gesagt, sollte ein wichtiger Teil sein. Im Moment habe ich so meine Zweifel, was D betrifft.
Übrigens war der Einfluss der DDR-Diktatur in den math.-naturw. Fächern naturgemäß sehr gering (math. und naturwiss. Gesetze sind weitgehend ideologiefrei, ebenso die Rechtschreibung und Grammatik).

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

@Redaktion
Eigentlich könnte ich nach Ihren Aussagen auch noch den Geschichtsunterricht als ideologiefrei dazu zählen ( „Was wird denn im Geschichtsunterricht vermittelt? – Meinungen einzelner zur Historie …? Oder Fakten? …Die Geschichtswissenschaft beschäftigt sich damit, was in der Vergangenheit tatsächlich geschehen ist …“ -Ihre eigenen Worte.)
Einverstanden? Ich nicht, denn die Geschichtsschreibung ist nie ideologiefrei (meine Meinung).

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich bin kein Geschichtslehrer und würde auch nie in den Unterricht eines Kollegen grätschen. Aber in meinem Alter darf man sich schon Gedanken über die verschiedenen Geschichtsinterpretationen machen, mit denen man im Laufe des Lebens in Berührung kommt. Und genau deswegen finde ich es sehr wichtig, möglichst viele Zeitzeugen der jüngeren Vergangenheit zu Wort kommen zu lassen, um möglichst viel aus der Vergangnheit zu lernen. (Auch wenn es beim Ausgangsthema allgemein um Bildung und nicht Geschichte geht. Es ist immer gut aus der Vergangenheit zu lernen, um die Zuknft zu verbessern.) Bei der älteren Vergangenheit (Ritterzeit, Steinzeit) ist das ja leider nicht mehr möglich. Meine Frage, warum dasselbe geschichtliche Ereignis in verschiedenen Ländern in deren Lehrbüchern verschieden dargestellt wird, konnten Sie mir noch nicht beantworten. Könnte ich mir nur so erklären, dass Schulbücher nicht unbedingt dem Wissenschaftsstand entsprechen, ist aber irgendwie auch eine komische Erklärung.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Einverstanden! Eine Frage habe ich aber doch noch, warum wird immer wieder, wenn es um das DDR-Bildungssystem geht, nur betont, dass die DDR eine Diktatur war, anstatt auch mal zu schauen, was vielleicht gut war? Ich war übrigens nie SED_Mitglied und viele meiner damaligen Kollegen auch nicht.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich habe kein Problem mit sachlicher Kritik (Widerspruch), nur mit nichtfundierten Pauschal(vor)urteilen („Schubladen“), die einfach alles von vornherein als schlecht abtun. Leider gibt es hier bei n4t nur eine Minderheit von Ossis im Forum, die mal den Horizont bezüglich des Ostens erweitern können. Es war nicht alles schlecht, d. h. aber nicht, dass ich die DDR zurück will.

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie meinen, die Historiker der DDR konnten so frei ihre Wissenschaft formulieren, ohne Rücksicht darauf, dass sie ja verpflichtet waren, den „Klassenstandpunkt“ einzunehmen und den Marxismus-Leninismus als Grundlage zu akzeptieren? Schon wer über Geschichtsthemen promovieren wollte, wurde gedrängt, in die Partei einzutreten. Mir scheint klar zu sein: Immer wenn ein politisches System zusammenbricht, ändert sich die Beurteilung auch der Historiker über diesen historischen Abschnitt. Bei Mathematik und Physik ist das anders: Da werden allenfalls Personen ausgetauscht, aber keine Inhalte.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Bisher 3 rote Daumen. Sind Sie der Meinung, dass Schulen kein wichtiger Teil unseres gesellschaftlichen Systems sind? Dann lesen hier anscheinend doch mehr Politiker (KuMis) mit, als ich dachte.

Jule
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich verstehe Ihre Verbitterung, liebe potschemuka, aber nicht „alle Wessis“ sind so. Die meisten sind es m.E. nicht, aber wer am meisten und lautesten tönt, erweckt leider diesen Eindruck. Dazu gehören leider auch einige große Medien.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jule

Danke, natürlich sind nicht alle Wessis so. Ich habe viele Freunde auch unter Wessis. Mich ärgern nur diese ewigen Pauschalisierungen von Leuten, die meinen, über alles Bescheid zu wissen, weil sie dazu etwas gelesen haben oder jemanden kennen, der jemanden kannte … Auf beiden Seiten der Mauer gab und gibt es solche und auch solche.

Cormoran
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

„Tapfere Widerstandskämpfer“?
Zumindest heute sind sie wohl eher Maulhelden, die mit Gratis-Tapferkeit kämpfen..
Zu DDR-Zeiten stelle ich sie mir eher als Opportunisten und Mitläufer vor.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Cormoran

Ehrlicherweise muss ich sagen, ich war damals auch feige und bin z. B. nicht zu den „Montagsdemos“ in der DDR gegangen. Ich habe die Mutigen damals bewundert, hatte aber selbst Angst, was alles passieren könnte. Da hat mein Mutterinstinkt (beide Kinder noch im Kita-Alter) überwogen.

Cormoran
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sie waren aber nicht Opportunistin! Ob man berechtigte Angst hat und deswegen nicht Widerstand leistet oder ob man Menschen, die anderer Meinung sind, böse Dinge unterstellt und auf Grund falscher Verdächtigungen an den Pranger stellt, ist ein himmelweiter Unterschied.

Dass es in einer Demokratie jemals so aussehen könnte, hätte ich mir vor Jahren noch nicht vorstellen können.
Machmal frage ich mich, wie ehemalige DDR-Bürger und -Bürgerrechtler darüber denken und ob sie sich die lang ersehnte und friedlich erkämpfte Demokratie so vorgestellt haben.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Cormoran

Sehr gute Fragen, die Antworten interessieren aber leider nur wenige.

Jule
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Stimmt, die DDR war eine Diktatur, aber was besagt das über die Menschen, die dort lebten?
Unser ehemaliger Ostbeauftragter Wanderwitz meinte hochnäsig, sie hätten ein Demokratieproblem, weil ihn ärgerte, dass so viele die AfD wählten.
Über seine wiederholte Verunglimpfung habe ich mich (als Wessi !) maßlos geärgert. Ist es etwa ein Zeichen vorbildlichen Demokratieverständnisses, wenn jemand vorgibt, was andere auf dem Wahlzette anzukreuzen haben und was nicht, weil sie sonst als Demokratiefeinde angesehen werden müssten?

Dieser arrogante Ostbeauftragte hatte offensichtlich vergessen, wer in vorbildlich gewaltloser Weise ein diktatorisches System abgeschafft hat, um künftig in Frieden, Freiheit und Demokratie leben zu können.
Und dieser Mann mit seinen Wahlvorschriften wollte den Ostdeutschen erzählen, was gutes Demokratieverständnis ist?
Das wussten sie als gebrannte Kinder einer Diktatur viel besser als er und andere Westdeutsche, die sich ständig als Demokratieverteidiger aufspielen, dabei aber gar nicht merken, wie diktatorisch sie vorgehen.

Ich kann potschemuka mehr als gut verstehen, wenn sie (oder er?) sich gegen westliche Arroganz wehrt. Und das tut sie in so bemüht sachlicher Weise, dass sich mancher Maulheld-Demokrat von ihrem Demokratieverständnis eine dicke Scheibe abschneiden könnte.

Ephraims Tochter
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jule

@potschemutschka,@jule
Volle Zustimmung plus grüne Daumen von mir.

Teacher Andi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jule

In der ehemaligen DDR konnte man nur eine Partei wählen, schon vergessen? Der Begriff „Deutsche Demokratische Republik“ war der reinste Hohn, alles auf Lügen aufgebaut. Dass dies nicht ewig so weitergehen kann, hat ja dann letztendlich die mutige Bevölkerung gezeigt. Aber wie es in einer Diktatur eben so ist, haben viele Speichellecker damals profitiert und nach der Wende blitzschnell den Wendehals gemacht. Das darf man schon behaupten.

Carsten60
1 Jahr zuvor

In der DDR gab es auch „Spezialschulen“, im Klartext Eliteschulen für bestimmte Richtungen: math.-nat., sprachlich, sportlich, musisch. Nach der Wende wurden alle außer den sportlichen abgeschafft, und die letzteren gibt’s wohl nur wegen der Interessen der Sport-Funktionäre. Gerüchtweise hört man auch von einer strikten Disziplin in den DDR-Schulen. Mit einer solchen Disziplin sähe es auch heutzutage etwas anders aus. Und was geschah in der DDR mit den Migranten, besonders jenen, die kein Deutsch sprachen? Fragen Sie mal.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

Wie Sie selbst wissen, gab es in der DDR keine nicht deutsch sprechende Migranten in Schulen. Aber hätte es sie gegeben, wären sie schon allein auf Grund der besseren personellen Ausstattung und der guten vorschulischen BILDUNG besser integriert worden, als es heute in D der Fall ist.

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Klar, die DDR hätte denselben Migrantenanteil, den wir jetzt haben, locker weggesteckt, und bei PISA hätte man mit Finnland konkurrieren können, alles kein Problem bei der wunderbaren Schule. 🙂 Aber Flüchtlinge aus fernen Ländern wollte man lieber nicht haben, damit hätte man ausgleichen können, dass manche Leute die DDR verlassen wollten. Aber dann hätte die Stasi vielleicht deren Kommunikation untereinander nicht verstanden, ein Albtraum. Es musste doch alles unter Kontrolle bleiben.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

Über das Migrantenproblem zu diskutieren ist müßig, da man nur spekulieren kann. zum Thema Finnland: die haben damals so einiges aus dem DDR-Bildungssystem mit Erfolg übernommen.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

@Carsten60
Ehe Sie jetzt mit dem Argument kommen: die Ost-Medien haben das immer nur behauptet, dass Finnland von der DDR gelernt hat. Dagegen behaupten die West_Medien, dass war nur DDR-Propaganda.. Diese Diskussionen kenne ich. Aberich bin mittlerweile alt genug (und medien-geschädigt), um beiden Seiten nicht alles zu glauben 🙂 . Wer hat nun recht? Fakt ist: über viele Jahre waren immer wieder finnische Lehrer und Bildungswissenschaftler in der DDR unterwegs. Interessant wäre es nun die Finnen zu fragen: Was haben sie evtl. übernommen und was nicht, und warum.

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Hier steht was zu diesem Thema:
„https://basedow1764.wordpress.com/2009/12/01/hat-finnland-das-ddr-schulsystem-uebernommen/
Darin: „Autonomie der einzelnen Schule oder des Lehrers kommen darin [im DDR-Schulsystem] nicht vor. Das aber sind Merkmale der finnischen Schule.“

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

@DerechteNorden, @Carsten60
„Ihr nehmt mir meine DDR-Kindheit nicht“ – ist ein Buchtitel von Lutz Deckwerth. Finde ich hier als Antwort auf Menschen, die meinen zu wissen, wie 17 Millionen jahrzehntelang „gelitten“ haben (sollen) sehr passend. Es kann halt nicht sein, was nicht sein darf. Ich empfehle: das Buch lesen und/oder mal einen BILD-freien Blick auf das DDR-Bildungssystem. Denn wenn man die ganze Ideologie weglässt, bleibt noch einiges übrig, was vielleicht auch jetzt ganz gut wäre.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

In Ost-Berlin gibt es IMMER NOCH das „Heinrich-Hertz_Gymnasium“ (math./natuwissenschaftliches Spezialgym).

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Jaja, aber nach der Wende wurde das degradiert zu einer „Schule besonderer pädagogischer Prägung“. Damit wurde ausgedrückt, dass nicht mehr die Mathematik im Vordergrund stehen sollte, sondern die Pädagogik. Aber die Grünen und die Linkspartei möchten gerne die dort bestehenden grundständigen 5. und 6. Klassen abschaffen. Fragen Sie mal, warum. Ironie am Rande: Klaus Lederer hat dort kurz nach der Wende Abitur gemacht.

Iri-Hor
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

Naja, das ist aber viel Hörensagen und Legendenbildung (Gerüchte) – seltsamerweise immer mal wieder von Ihnen. Lehrer hatten in der DDR mehr Respekt, ja, aber das ist schon bald 30 Jahre her. Vor 30 Jahren hatten wohl auch Lehrer in Westdeutschland noch einen anderen Stellenwert.

Es gab auch in der DDR-Schule Lehrer, die ihre Klassen nicht im Griff hatten und es gab Klassen, wo es auch zu DDR-Zeiten drunter und drüber ging. Aber sicherlich alles nicht zu vergleichen mit heute.

Last edited 1 Jahr zuvor by Iri-Hor
TaMu
1 Jahr zuvor

Leider durften konfirmierte Schülerinnen und Schüler nach der 10. Klasse nicht weiter zur Schule gehen, sondern mussten, häufig in Fabriken, arbeiten gehen. Einige von ihnen haben mühsam nach 1989 ihr Abitur nachgeholt.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  TaMu

Solche Fälle gab es sicher, aber nicht durchgängig. So weit ich es damals mitbekommen habe, lag es dann nicht an der „Konfirmation“, sondern an anderen „Auffälligkeiten“, die den Oberen nicht gepasst haben. (Bsp. Pfarrerstochter in meiner Abiturklasse)

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich habe mich noch mal zurückerinnert, Ergebnis: außer der Pfarrerstochter waren noch mindestens 2 andere in meiner Klasse konfirmiert.

TaMu
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das stimmt. Pfarrerstöchter und-söhne hatten fast gar keine Chance, sie konnten höchstens auf die Konfirmation verzichten und versuchen, damit durch zu kommen. Aber das war dann meistens für die Familie schwierig.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  TaMu

@TaMu
? – der Bruder der Pfarrerstochter machte ebenfalls Abitur, mit Bestnoten. Keiner meiner mindestens 3 Mitschüler ( vielleicht waren es sogar mehr, die konfirmiert waren. Es war kein Thema über das viel geredet wurde, deshalb weiß ich es nur von 3 genau) musste auf Konfirmation verzichten, um Abitur machen zu dürfen.
Allerdings kenne ich persönlich einen Menschen (ich betone ein Einzelfall), der heute noch steif und fest behauptet, er musste sein Abitur später auf Umwegen nachholen, weil er konfirmiert war. Das klingt natürlich besser, als zugeben zu müssen, dass die pubertäre Faulheit ihm damals die Noten versaut hatte, um an die EOS genommen zu werden. Die Plätze waren eben begrenzt. Aber damit möchte ich nicht behaupten, dass es nicht auch die von Ihnen beschriebenen Fälle gegeben haben kann. Es verbietet sich einfach jegliche Verallgemeinerung.

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  TaMu

Merkwürdig, dass in einem so „vorbildlichen“ Schulsystem, das mit dem finnischen verglichen wird, eine so harmlose Sache wie die Konfirmation eine solche Rolle spielte. Was haben denn wohl die Finnen dazu gesagt? Wieso war Religion nicht Privatsache? Religiöse Leute waren doch nicht irgendwie Konterrevolutionäre oder CIA-Agenten und auch nicht automatisch West-Fern-Seher. Herr Gauck berichtete auch, dass seine Kinder benachteiligt wurden.

Marie
1 Jahr zuvor
Antwortet  TaMu

Überraschung, der Großteil der Kinder ist nach der 10. nicht weiter zur Schule gegangen, sondern hat eine Berufsausbildung angefangen. Zur Erweiterten Oberschule gingen nur die, die tatsächlich das Abitur für ein Studium brauchten und auch in der Lage waren, dieses ohne Heli-Eltern und Nachhilfe zu erreichen.

Pink Floyds Kinder
1 Jahr zuvor
Antwortet  Marie

Sofern die Noten nicht gedrückt wurden, die Ansichten des Zöglings und dessen Eltern gepasst haben, man ein Mann war und zur NVA ging, und und und. Ach ja und die „herrlichen“ Jugendwerkhöfe. Und die Wochenkitas und die „so wirksame“ schwarze Pädagogik, wenn die weiße Milchsuppe wieder hoch kam.
Mal bei Gregor Gysi (nur einem von hunderten dem es so ergangen ist) in den Lebenslauf schauen (ist nämlich sehr vielen ausreichend Klugen so ergangen) wie man erstmal einen Kuhstall aufräumen lernen muss, bevor man an ein Studium auch nur denken darf. Tja, manchmal waren nicht einmal die Gedanken frei… Eher Blei.
Und deshalb hatte die DDR auch so entspannt vollgestopfte Psychiatrien und Gefängnisse… Waren nicht 17 Millionen, stimmt, aber zig-tausende Kinder und Erwachsene über drei volle Generationen, die daran zerbrochen sind…
Der Westen hatte auch seine eigenen Elendigkeiten, einen brutaleren Machismus, Versorgungsehen, und in der Bildung haben die Mädchen auch nicht mehr vom Kuchen abbekommen, eher weniger. Kuck ma unter Traumberuf Fremdsprachenkorrespondentin und Schaufenstergestalterin, Altersarmut etc. aber auch der Dorfrassismus, war kaum zu übersehen. Die BRD hatte immerhin flächen- und einwohnertechnisch mehr Dorf…

Es gäbe soviel zu sagen ∞

potschemutschka
1 Jahr zuvor

Sag ich doch, auf beiden Seiten der ehemaligen Mauer gab und gibt es solche und auch solche!

Mika
1 Jahr zuvor

Für die „Zigtausende“ hätte ich gern eine belastbare Quelle. Und wenn wir hier schon am Vergleichen sind: Reglementierung aufgrund politischer Missliebigkeit gab es auch in der BRD: Ich erinnere an Berufsverbote für Anhänger der kommunistischen Ideen.

Freiya
1 Jahr zuvor

Ich fände es GAR nicht schlecht, wenn JEDE*R vor dem Studium ein Handwerk lernen müsste! Vor Allem Lehrer*innen.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  TaMu

@TaMu
Frau Dr. Angela Merkel -Tochter eines Theologen (ich nehme an ebenfalls konfirmiert), machte in der DDR Abitur, studierte als Frau Physik und machte ihren Doktor. Ich glaube, sie ist damit nicht die Einzige, aber leider nur die einzige Bekannte und selbst das wird zu oft vergessen. Aber, Sie wissen ja ganz genau, dass Konfirmierte in der DDR kein Abitur machen durften. Immer weiter ganz fest daran glauben.

TaMu
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich weiß es hauptsächlich von einer sehr guten Freundin und Pfarrerstochter aus der ehemaligen DDR, die nur auf die erweiterte Oberschule gehen durfte, weil sie auf die Konfirmation verzichtet hatte. Es gab Mitte der 90iger Jahre dann noch einige Menschen in meinem Bekanntenkreis, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu besonders aktiven evangelisch- lutherischen Kreisen nicht auf die weiterführende Schule gedurft hatten. Einige von ihnen haben das Abitur nachgeholt, was neben Arbeit und Familienleben wirklich schwierig und sehr anstrengend war. Von daher hatte ich diesen (ungeprüften) persönlichen Eindruck. Ich freue mich aber für alle, die es anders erlebt hatten. Ich selbst hatte mich als Wessi in Sachsen nach der Wende sehr wohl gefühlt.

Mika
1 Jahr zuvor
Antwortet  TaMu

Liebe TaMu, in der DDR konnten im Regelfall generell nur 2! SuS pro Klasse die weiterführende Schule besuchen, um das Abitur abzulegen. Im Regelfall wurden die leistungsstärksten SuS dafür ausgewählt. Das Abitur sollten SuS ablegen, die dazu intellektuell auch in der Lage waren, um hinterher dann zu studieren. Die heutigen Horden von Studienabbrechern konnte und wollte sich das Land nicht leisten.
Mit freundlichen Grüßen, Mika

Iri-Hor
1 Jahr zuvor

Aber was soll denn das beweisen, was Sie da schreiben. Ja, es gab in der DDR auch Sonderschulen. Ich erinnere mich auch an die „Herderschulen“ (ich glaube, so hießen sie) mit Russischunterricht ab Klasse 3 und die Sportschulen für besondere Talente.

Und damit wollen Sie „belegen“, dass das gemeinsame Lernen aller anderen bis Klasse 10 nicht erfolgreich war?

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  Iri-Hor

WARUM das Lernen in bestimmten Schulen und in bestimmten Ländern erfolgreich ist und in anderen nicht, das müsste man sich genauer anschauen. Bei strikter Disziplin wird vermutlich mehr gelernt, nur kann das das Wohlbefinden herabsetzen. Laissez faire wird vielen gefallen, aber es wird eben weniger gelernt. Das SchulSYSTEM ist da nicht allein maßgeblich. Die fernöstlichen Länder sind bestimmt nicht hauptsächlich wegen ihres SchulSYSTEMS erfolgreich, die wären auch in einem gegliederten System erfolgreich. Sie kennen ohnehin ein Sortieren der SuS nach erreichten Punktzahlen (zumindest Japan und Korea).

Streamer01
1 Jahr zuvor

In der DDR gab es das gemeinsame Lernen bis Klasse 10 (am Ende). Es funktionierte NACHWEISLICH. Noch heute lobt man die DDR für ihr Bildungswesen“

In der DDR waren die Klassen aber auch zu nahezu 100% homogen und selbst die Klassenstörer spielten nicht annähernd auf dem Level von heutigen Schülern, was Beleidigungen, Beschädigungen, Verhaltensstörungen, körperliche Übergriffe, Erziehung usw. betrifft.
Zu DDR-Zeiten hätten Sie Klassen doppelt so groß machen können, wie heute, und es wäre immer noch effektiverer Unterricht möglich, wie es heute der Fall in der kleineren Klasse der Fall wäre.

Es verbietet sich eigentlich von selbst die DDR (oder BRD der 80er u. früher) mit heutigen Verhältnissen zu vergleichen.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Streamer01

Richtig, jetzt müsste man nur mal Ursachenforschung betreiben, warum das heute nicht mehr möglich ist.

Alex
1 Jahr zuvor
Antwortet  Streamer01

Die Klassen waren homogen?? Im Leben nicht! Vom absoluten Einserschüler bis zu den gerade-so-Mitkommern saß alles in einem Raum. Sitzenbleiben war halt massiv „geächtet“, also hat jeder zugesehen, irgendwie mitzuhalten. Differenzierung war nämlich ein Fremdwort.

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  Alex

Na, da hätten wir doch schon mal einen Ansatz!

Bugenhagen
1 Jahr zuvor

Auch in der DDR gab es Förderschulen.

Ingelore Schmidt-Jacobsen-Gummersbach
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Klar, weil die GEW immer genau das machen muss, was Sie wollen. Der Wille der anderen gut 300 000 Mitglieder zählt nicht. Nennt man Demokratie, nicht wahr („Ihr macht bitte, was ich will, sonst trete ich aus!“).

Teacher Andi
1 Jahr zuvor

Wir erleben es doch momentan in allen politischen Bereichen, dass die sog. Demokratie von einer kleinen „Elite“ diktiert wird, machen Sie doch mal die Augen auf, da spielen machtpolitische und budgetgesteuerte Überlegungen oft eine größere Rolle als gesunder Menschenverstand.
Die Beweggründe, warum man der GEW beitritt und wie es zu 300000 Mitgliedern kommt, dürften auch etwas komplexer sein, wobei die persönlichen Vorteile sicher überwiegen.

anonymus
1 Jahr zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Sind alle GEW-Mitglieder überhaupt Lehrer? Es heißt zwar „Lehrergewerkschaft“ doch Mitglieder sind auch andere Berufler.

Realo
1 Jahr zuvor

Wählen Sie eine Partei, die Ihre Interessen nicht vertritt?
Warum sollte man eine Gewerkschaft finanziell unterstützen, die die eigenen Interessen nicht vertritt?
Nur weil man die mehrheitliche Meinung einer Partei nicht teilt und sie folglich auch nicht unterstützt, heißt das nicht, dass man Mehrheitsbeschlüsse nicht akzeptiert.
Mal davon abgesehen: Die GEW ist keine Regierungspartei.

Pit2018
1 Jahr zuvor

Die GEW- Forderung nach Abschaffung des gegliederten Schulsystems ist m. E. falsch. Vielerorts ist es ja schon abgeschafft.
Wie sind dort die Schülerleistungen? Gibt es dazu Studienergebnisse oder nur schöne Erwartungen und Erzählungen?
Bevor das ganze Land mit Gesamtschulen beglückt wird, sollte wenigstens klar sein, wie die Schülerleistungen an Gesamtschulen wirklich aussehen und ob die prognostizierte Senkung der Schulabbrecher-Quoten auf nachgewiesener Leistungsverbesserung beruht oder nicht. .
Geht die GEW nach Wissen oder Hoffen?

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  Pit2018

Weder noch. Nach Ideologie. Was nicht sein darf, kann demnach auch nicht sein!

OMG
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Was die GEW nicht auch für den Abbruch des Rügener Inklusionsmodels, das uns hier gerade immer vor die Nase gehalten wird??? Sorry, das ist leider so was von unverantwortlich für die Kinder, die wirklich Hilfe nötig haben. Und übrigens: Bei uns hier in Nordhessen gibt es so gut wie keine Hilfen bei Inklusion – egal nun ob Lehrer oder Assistenzkraefte. Da ist es wurscht, ob reine Realschule oder Modellschule.
Die „Es fehlt euch an Haltung, nicht an Ressourcen“ ist eine GEW Position.

DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  OMG

„Es fehlt euch an Haltung, nicht an Ressourcen“ ist eine GEW Position.“
Die Zeiten sind vorbei, seitdem die Mitglied. In SH auf jeden Fall. Und ich werde daran arbeiten, in der GEW, dass sich keiner noch mal so äußert.

anonymus
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das muss ich loben! Aber achten Sie bitte darauf, dass nicht nur solche Äußerungen unterbleiben, sondern dass solches GEW-Denken auch mit Sachargumenten widerlegt wird!

Lanayah
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das Kind mit Diabetes hat Anspruch auf einen Schulbegleiter. Dies wird allerdings praktischerweise eingespart, wenn Lehrkräfte das mal noch eben so mit übernehmen. Im Gegensatz zu anderen inklusiven Aufgaben muss man dies nicht leisten und ist deswegen auch schlecht abgesichert, falls einem ein Fehler unterläuft.
Da wird natürlich dann gerne die Moralkeule geschwungen und auch die SL wird eine Weigerung übel nehmen. Es wird aber mit Sicherheit niemand das Risiko eingehen wollen, hier eine schriftliche Dienstanweisung zu erteilen.
Somit bleibt das Risiko (trotz ggf. Unterschrift der Eltern) an der Lehrktaft hängen. In medizinischen Dingen sind wir durch unseren Arbeitgeber nicht haftpflichtversichert, da dies nicht zu unserem Aufgabenbereich gehört und wir diese Aufgaben ja „freiwillig“ übernehmen. Zur eigenen Sicherheit hilft hier nur, damit zu leben, dass andere sauer sind und einen moralisch fragwürdig finden, und die medizinische Betreuung eines Kindes (außer natürlich als lebensrettende Sofortmaßnahme) abzulehnen.

Lanayah
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lanayah

Das ist richtig, es läuft nur 0ber die Eltern und die Gemeinde, die auch rumeiern wird, aber die Konsequenz ist nicht, dass Sie es machen müssen. Den Eltern kann man auch klar machen, dass es für ihr Kind auch gefährlich werden kann, wenn ein sowieso schon überlasteter Lehrer hier zuständig sein soll. Sollte Ihre Schulleitung darauf bestehen, verlangen Sie eine schriftliche Dienstanweisung und remonstrieren ggf. dagegen. Die schriftliche Dienstanweisung wird nicht kommen, falls doch, ist der schwarze Peter dann bei der Schulleitung. Unterschreiben Sie keine Vereinbarungen mit den Eltern und lassen Sie sich nicht fortbilden oder in die Technik der Insulinpumpe einweisen.
Eine Freundin von mir hat das so durchgezogen. Andere Kolleginnem fanden das moralisch verwerflich und sind eingesprungen. Diese waren letztendlich ständig mit den Fehlfunktionen der Insulinpumpe beschäftigt. Das braucht man nicht.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lanayah

Verdammt gute Tipps!

Vielen Dank 🙂

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lanayah

Bei uns funktioniert das nicht mehr – es geht weit über lebensrettende Maßnahmen hinaus.

Tabletten reichen, Zäpfchen einschieben!

Ja, das eine Kind hat eine Schulbegleitung. Aber nur wegen L. Die medizinischen Probleme spielen hier keine Rolle.

Zukünftiges Ex-Mitglied
1 Jahr zuvor

O.k., bin dann mal raus aus der GEW. Zuerst müssen überall erträgliche Arbeitsbedingungen her, Eltern zur Verantwortung gezogen werden, damit sie ihrem Erziehungsauftrag nachkommen und dann, aber erst dann kann man sich über solche Konzepte Gedanken machen. Ich bin sehr dafür allen möglichst gleiche Chancen zu bieten. Das darf allerdings nicht ständig auf Kosten derer gehen, die durch solche integrativen Konzepte runtergezogen werden.

DerechteNorden
1 Jahr zuvor

Mund aufmachen! Mache ich auch. Man muss einigen GEW-Oberen ins Gesicht sagen, was sie falsch machen. Die checken das sonst einfach nicht. Ich habe einer aus dem Vorstand mal klar gemacht, dass es nichts bringt, sich nur über Austritte aufzuregen und weiterzumachen wie bisher. War für sie eine unschöne Situation, andere waren froh, dass ich das getan habe.
Mitmachen statt zurückziehen!

Mika
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Und, was hat das bisher geändert? Die GEW agiert immer irrwitziger. Inzwischen ist mir nicht mehr klar, wenn sie überhaupt vertritt: die Schüler? die Kultusministerien? Die Lehrkräfte können’s nicht sein – das Einzige, was ich hier in Brandenburg wahrnehme, ist ab und zu ein böses Briefchen Richtung MBJS. Mehr passiert nicht. Und also ändert sich auch nichts.

Last edited 1 Jahr zuvor by Mika
DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mika

Selbst mitmachen? – In SH ist das Wahlprogramm der GEW für Mai angeoasst.

Bettina
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Was macht die GEW denn weiter wie bisher?
Meiner Meinung nach pflegt sie unbeirrt ihre Herzensangelegenheit und die heißt: Schattenpolitik nach GEW-Ideologie und nicht nach Wunsch der Lehrer.
Ich bin überzeugt, dass die Lehrer mehrheitlich ein gegliedertes Schulsystem wollen und eine Schule für alle ablehnen. Das intertessiert die GEW aber nicht. Ihren Funktionären ist nur wichtig, was sie selbst wollen und als tonangebende Gewerkschaft von den den Politikern fordern.

Für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen eintreten ist einfachste Pflicht. Sie muss darüber hinaus ihre eigene Agenda in Frage stellen (können), wenn die Arbeitnehmer dagegen sind.

Mir ist nicht klar, als was sich die GEW selbst versteht. Als Gewerkschaft oder politische Partei? Wahrscheinlich hat sie sich über ihr Image bisher viel zu wenige Gedanken gemacht.

DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  Bettina

? Die GEW-Vertreterin für GemS m.O. im HPR in meinem Bundesland unterrichtet.

anonymus
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Und was soll das beweisen?
In den Personalräten der Schulen sitzt oft auch ein(e) GEW-Vertreter/in. Bei uns wurde sie bei der letzten Personalratswahl nicht gewählt.
Auch das beweist nichts.

DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  anonymus

Verstehe ich nicht. – In unserem ÖPR sind von insg. vieren drei GEW- Mitglieder. Es geht nur um Arbeitsbedingungen und dazu gehört u.a. die Abschaffung von Inklusion, wie sie derzeit läuft.

DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Nachtrag: Die GEW ist keine einheitlich durchorganisierte Truppe. Es gibt so viele Positionen wie Mitglieder.
Das Problem ist eher, dass sich einzelne profilieren wollen und solche Dinge rausgauen.
Ich halte duese Position für falsch und werde das auch weiterhin laut so sagen.

Küstenfuchs
11 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ja und? Fast alle HPR-Mitglieder in S-H unterrichten, sie sind zwischen 13 und 18 Stunden freigestellt für HPR-Arbeit. Außer natürlich die GEW-Vorsitzende, die unterrichtet nicht.

Hornveilchen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Bettina

Das dürfte in Ostdeutschland aber komplett umgekehrt sein. Dort steht das längere gemeinsame Lernen hoch im Kurs.

Iri-Hor
1 Jahr zuvor
Antwortet  Bettina

„Für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen eintreten ist einfachste Pflicht.“

Ja und das wollen alle und die GEW soll es bewirken. Aber mitmachen tun die wenigsten!

Iri-Hor
1 Jahr zuvor

Einer raus. Einer rein. Ich bin jetzt dabei und habe damit Ihren Austritt „amortisiert“.

Last edited 1 Jahr zuvor by Iri-Hor
Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  Iri-Hor

In diese Gewerkschaft kann ich nicht eintreten! Dort verhindern Seilschaften rechtliche Konsequenzen für GEW- und SPD-Mitglieder.

Mo3
1 Jahr zuvor

Ich habe das doch schon richtig verstanden, dass die Situation in Bayern trotz gegliedertem Schulsystem im Vergleich am besten wenn auch nicht zufriedenstellend ist? Entsprechend kann ich die Argumentation gegen das System nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht sollte man das Problem auch an anderer Stelle suchen. Und wenn es ein gesellschaftliches Problem ist, kann das gegliederte System dieses anscheinend noch am besten auffangen – zumindest solange nicht alle anderen Schulformen mit Binnendifferenzierung mit genügend Personal usw. ausgestattet sind, damit es auch funktioniert.

Palim
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mo3

Vielleicht ist in BY auch die zusätzliche Versorgung mit Schulpsycholog:innen, Förderlehrern, Lehrkräften insgesamt etc. besser als in anderen BL?

Dass die Kinder und Jugendlichen mehr Unterstützung benötigen, könnte auch zu dem Schluss führen, dass man genau dafür Ressourcen bereitstellen muss, in allen Ländern im aktuellen Schulsystem, statt auf strukturelle Änderungen zu warten.

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  Palim
  1. Warum sollen gerade die Schulpsychologen entscheidend sein?
  2. Warum fordert die GEW nicht, die Zahl der Schulpsychologen überall auf das bayerische Niveau anzuheben?
  3. Warum fordert stattdessen die GEW die 6-jährige Grundschule für Bayern, obwohl die sich in Berlin gerade nicht bewährt hat?
Palim
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

Die Zahl der SchuPsy ist stellvertretend,
wenn man nach BY schaut, wird gerne etwas behauptet,
z.B. der Grundschul-NC zum Übergang in die SekI gefordert, weil dies die Leistungsbereitschaft fördere (mit der Unterstellung, in anderen Ländern würde man keine Leistung einfordern),
nach der Ausstattung und Unterstützung im System wird weit weniger geschaut,
gleiches gilt bei Vergleichen mit Finnland:
Übernommen wird das, was Einsparungen bringt, nicht aber das, was Unterstützung bietet und das System gut ausstattet, sodass die Qualität hoch sein kann und die in Schule Beschäftigten bei guten Arbeitsbedingungen den Schüler:innen besser helfen können.

Warum die GEW keine Standards hinsichtlich der Ausstattung und personellen Versorgung einfordert?
Gute Frage, es gibt, auch auf N4t durchaus Landesverbände, die eine bessere Ausstattung (der SchuPsy) fordern, gerade in NDS, dass in dem Bereich Schlusslicht ist (Gutachten von 2010, seither wurden weitere SchuPsy eingestellt, NDS bleibt Schlusslicht)
Sicherlich ist es auch nicht eine dieser unterstützenden Maßnahmen allein, man braucht in vielerlei Hinsicht mehr Hilfen im System.

Man bräuchte dringend, ähnlich dem Gute-KiTa-Gesetz, eine Vorgabe, was zu einer guten Ausstattung der verschiedenen Schulformen einschließlich Inklusion und Integration gehört, dazu eine entsprechende Reserve an Lehrkräften und auch weiteren Professionen, um Ausfall oder zusätzliche Anforderungen kompensieren zu können, Stattdessen hat man bisher überwiegend die Aufgaben in die Schulen gesteckt, ohne etwas auszugleichen.

Wenn man aber die Bedingungen in Schule und KiTa nicht ändert, untergräbt man damit solche Gesetze, wie man bei der KiTa nun schon sehen kann.

Teacher Andi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mo3

Bayern hat nicht nur ein gegliedertes Schulsystem, sondern im Berufsschulbereich spezielle Klassen für Schüler ohne Ausbildungsplatz und/oder Abschluss. Aus Erfahrung kann ich behaupten, dass diese Schüler eine besondere Zuwendung brauchen und der Unterricht nicht immer einfach ist. Aber in einer Regelklasse würden die meisten Schüler kläglich untergehen oder sich komplett verweigern. Man kann in diesen Klassen den Abschluss nachholen und seinen Lebenslauf lückenloser gestalten. Mit einem erheblichen Praxisanteil klappt es dann auch mit der Motivation, eine Lehrstelle anzutreten. Die überwiegende Mehrheit schafft dadurch den Sprung. Sollte diese Form wegfallen, würde sich das diskutierte Problem verschärfen. Diese weltfremden und pädagogisch kontraindizierten Vorstöße der GEW kann niemand nachvollziehen. Offenbar wollen sie blind umsetzen, was auf ihren Fahnen steht, ohne Rücksicht auf Verluste.
Die zusätzliche Versorgung mit Schulpsychologen und Förderlehrern ist in Bayern kaum besser, auch hier wird gespart. Ca. einmal im Monat kann man einen Termin buchen, ständige Begleitung Fehlanzeige. Den Nutzen kann man anzweifeln.

Palim
1 Jahr zuvor
Antwortet  Teacher Andi

BY hat etwa die 3fache Versorgung an Schulpsycholog:innen zu NDS.
https://www.bdp-schulpsychologie.de/aktuell/2021/210110_versorgungszahlen.pdf

Dann überlegen Sie mal, wie es in anderen BL ist.

Teacher Andi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Palim

Mag sein, dass Bayern da besser aufgestellt ist, um so schlimmer scheint die Situation für die anderen BL zu sein, da kann ich nicht mitreden. Allerdings traue ich Statistiken nicht so sehr, ich setze auf reale Beobachtungen und Erfahrungen. Es gibt sicher Vorzeigeschulen, die den Schnitt nach oben schnellen lassen. Mittlerweile muss man alles hinterfragen.

So ist das
1 Jahr zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Interessant wäre:

Wie viele Schüler sind in diesen Klassen regelmäßig anwesend ?

D.h. mit wie vielen Schülern wird auf den Abschluss hin gearbeitet?
( wirkliche Klassengröße )

Wird die Notengebung dem Niveau angepasst ?

Wie viele SuS dieser Klassen gehen wirklich in Ausbildung ?

Teacher Andi
1 Jahr zuvor
Antwortet  So ist das

Sie wollen also tatsächlich diese Möglichkeit in Frage stellen?
Ich kläre auf: die BVJ Klassen (Berufsvorbereitungsjahr) haben eine Klassenstärke bei uns von ca. 10 Schülern, die Klassenstärken von Regelklassen würden hier keinen Sinn machen, da individuelle Betreuung ganz wichtig ist.
Es wird mit ALLEN Schülern auf den Abschluss hin gearbeitet, die Prüfung zum Erwerb des Hauptschulabschlusses sind vorgegeben und es sind Prüfungen in Deutsch, Englisch und Mathe vorgesehen. Aber neben diesen Fächern wird vor allem die Praxis betont (Einbinden in die Ausbildungsstätten der Schule, es werden bis zu drei Berufsfelder in Theorie und Praxis vorgestellt) und Wert gelegt auf Arbeitstechniken und Kompetenzen für die Bewerbung.
Und Sie werden es nicht glauben: in der Regel erwerben alle Schüler dadurch einen Abschluss, die hoffnungslosen Fälle sind schon nach 2 Wochen Schule verschwunden, aber das sind Einzelfälle.
Ich kenne Schüler, die sich von der BVJ Klasse bis zur Fachoberschule hochgearbeitet haben. Mit Fleiß und Motivation durchaus möglich.
Wenn diese Möglichkeit der Differenzierung nicht mehr möglich ist, da die ideologisierte Idee der Gesamtbeschulung durchgesetzt wird, wird das die Situation eher verschlechtern.
Immer schreit man nach Differenzierung im Unterricht, was bei 30 Schülern nicht umsetzbar ist, aber die umsetzbare äußere Differenzierung verwirft man, und ich denke nicht aus pädagogischen, sondern aus budgetgesteuerten Gründen. Solange unsere Regierung diese Zwangsjacken-Politik in der Bildung verfolgt, wird es keine Lösung geben.

So ist das
1 Jahr zuvor
Antwortet  Teacher Andi

„Sie wollen also tatsächlich diese Möglichkeit in Frage stellen“
Nein, nur kenne ich es aus meiner BSzeit anders.
An sich 31 Sch., die abwechselnd nicht da waren. Schulaufgaben mussten deutlich einfacher sein, da der Abschluss erreicht werden musste. Dauerprobleme mit den Praktikumsbetrieben, etc.
Schön, dass Sie es anders erleben.

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Rh-Pf:
KoAb – keiner ohne Abschluss. 3 Tage Praktikum, 2 Tage abgespeckte Schule, 1 Jahr, Abschlussprüfung mit der qualifizierten Berufsreife. Gute Sache! Leider zu wenig Plätze. Und den Schüler*innen, die das Praktikum nicht wollen, weil man da ja bis 17Uhr…. denen ist dann auch nicht mehr zu helfen.

Lera
1 Jahr zuvor

„Das viergliedrige Schulsystem versagt hinsichtlich Bildungsgerechtigkeit auf ganzer Linie.“

Schwachsinn.

In SH gibt es de facto nur noch GY und die integrierte Resteschule – trotzdem gibt es dort mehr Abgänger ohne Abschluss als in Bayern, wo es noch ein relativ intaktes viergliedriges System gibt.

Vielleicht erst denken, dann schreiben? Wäre bei einer Pressemitteilung eigentlich angebracht, auch wenn man die „Gewerkschaft“ der Bildungsfunktionäre ist.

Konfutse
1 Jahr zuvor

Seltsam, bevor man die Grünrote Schulpolitik in BaWü anno 2011 auf die Schullandschaft losgelassen hat (begleitet von heftigem Applaus der GEW), war das Schulsystem noch dreigliedrig und wir hatten nicht so viele NEETs wie aktuell. Da stimmt doch was nicht…..
Übrigens würde ich mal ganz forsch fordern, dass die GEW-Funktionäre weniger in ihren Büros hocken sollten. Die haben mit der Schulpraxis so gut wie nichts mehr zu tun und sollten einfach mal wieder in die Schule zum Arbeiten gehen. Gleichzeitig sollte man unsere KuMis dazu verpflichten, dann dort mal acht Wochen zu hospitieren. Vorzüglich in Gemeinschaftsschulen, HS, RS, WRS im Brennpunkt. Da würde vielleicht ein heftiges Erwachen stattfinden.

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  Konfutse

Aber unangemeldet, damit diese unsäglichen Zirkusveranstaltungen mit Sekt und Schnittchen grad mal wegfallen!

Melissentee
1 Jahr zuvor

Das gegliederte Schulsystem bietet wenigstens noch die Chancen, dass nicht alle wegen ein paar wenigen zurückstecken oder leiden müssen.

Fräulein Rottenmeier
1 Jahr zuvor

Wie kann man so sicher sein, dass genau so eine Schule für alle Kinder und Jugendliche der heilige Gral sein wird? Die angesprochenen Leuchttumschulen sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit allem Zipp und Zapp ausgestattet inklusive kleiner Klassen, genug Gruppenräumen und personeller Ausstattung. Wenn dieser Parameter für alle Schulen gelten würden, bin ich mir sehr sicher, dass die Zahl der Abschlüsse wie von Zauberhand auch mit dem jetzigen System steigen würden.
Das Durchreichen nach unten ist doch ein Kollateralschaden des Lehrermangels und der schlecht ausgestatteten Schulen, da macht es eine Schule für alle doch nicht besser. Auch hier würde es Jugendliche geben, die durch das System rutschen und einen normalen Abschluss aufgrund von eklatanten Minderleistungen nicht erreichen. Dies kann nur vermindert werden, indem gezielte Förderungen systemischer verankert sind. Das braucht aber Personal und eine gute Ausstattung….

Küstenfuchs
1 Jahr zuvor

Das alte GEW-Bla-Bla! In Schleswig-Holstein gibt es nur noch das Gymnasium und die Gemeinschaftsschule und die Abbrecherquote ist immer noch hoch. Diese Quote ist keine Systemfrage!

Chris
1 Jahr zuvor

„ Wir brauchen gemeinsames Lernen in inklusiven Schulen und von Anfang an bessere Bedingungen für alle Kinder“

Falsch!
Wir brauchen ein viergliedriges Schulsystem, bestehend aus den Gymnasien, Realschulen, Hauptschulen und Förderschulen. Weg mit den inklusiven Gesamtschulen, weil diese dem Auftrag der kindlichen Förderung nicht gerecht werden können, da die Heterogenität in den Klassen dafür viel zu groß ist.

Warum hat Bayern wohl die besten und Bremen die schlechtesten Ergebnisse? Korreliert das evtl. mit dem Anteil der Gesamtschulen in der jeweiligen Bildungslandschaft?

DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  Chris

Nichts für ungut, aber vielleicht liegt es in Bayern daran, dass die Versorgung mit LK und die Infrastruktur besser sind?
Wie Küstenfuchs denke ich nicht, dass es am System liegt. Die Rahmenbedingungen sind wichtig.
Ansonsten wären sämtliche skandinavischen Länder doch bereit vor Jahrzehnten komplett baden gegangen. Die haben dort ja Gesamt-/Gemeinschaftsschulen.

DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Fundierte Gegenargumente, Fehlanzeige, was?

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Schweden ist bei PISA abgestürzt und lag zeitweise um 30 Punkte hinter Deutschland. Jetzt hat man das wieder verbessert, aber die Formulierung von „den skandinavischen PISA-Siegern“ ist nur Blabla. Dänemark und Norwegen waren nie besonders gut.

DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

PISA war für deutsche Lehrkräfte noch nie ein Argument. Warum jetzt plötzlich? Und zwar ausgerechnet von Ihnen?
Für mich ist eher von Bedeutung, dass alle drei Staaten eben nicht gesellschaftlich und wirtschaftlich baden gegangen sind.

Last edited 1 Jahr zuvor by DerechteNorden
DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sind Sie nicht, oder? Was ist denn da los in Schweden, Norwegen und Dänemark, dass sie trotz Gemeinschaftsschulsystem immer noch keine Bananenrepubliken geworden sind?

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Auch Deutschland würde dadurch keine Bananenrepublik, aber das ist doch wohl ein albernes Kriterium. Was bitte soll sich dadurch verbessern, und wer steht dafür ein, wenn es hinterher doch nicht so ist?

BlomQ
1 Jahr zuvor

Die GEW halt weiter an der Gesamtschul-Ideologie fest und lässt keine anderen Meinungen zu. Man soll es nicht glauben, aber auch Schulen im gegliederten Schulsystem machen tolle Arbeit!
Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, dass es nicht möglich ist, alle SuS gleich mitzunehmen. Da können engagierte LuL noch so viel Zeit drauf verwenden, da können noch so tolle Projektschulen irre aufwändige Konzepte durchführen, die mit Unsummen gefördert werden, da kann noch so viel zusätzliches Personal in die Schulen beordert werden.
In den Familien, in denen sich die Eltern für das Kind/die Kinder interessieren, werden es die Kinder immer besser haben. Erhalten Kinder keine Unterstützung durch Eltern, werden sie immer einen Nachteil haben.
Ich bin es leid, dass die Schulen immer alles übernehmen müssen. Ja, einiges ist tatsächlich in der Schule gut angesiedelt, aber Eltern haben die verdammte Pflicht, sich um ihre Kinder zu kümmern. Punkt. Wenn ein Kind nicht einmal den einfachsten Abschluss schafft, dann ist das in erster Linie ein Versagen der Eltern, nicht des Kindes, nicht der Lehrkräfte und nicht des Schulsystems.

Palim
1 Jahr zuvor
Antwortet  BlomQ

Trotzdem brauchen diese Kinder irgendwo her Hilfe,
sonst ist das Kind der Analphabeten selbst Analphabet und deren Kinder und Kindeskinder auch.

Es reicht derzeit, wenn das Kind mit irgendetwas bekleidet zur Schule gelangt. Weitere Hilfe ist kaum zu bekommen.

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  Palim

Und in Ländern mit einem einheitlichen Schulsystem gibt’s all diese Probleme nicht? Man müsste doch die Probleme direkt angehen, und die liegen offenbar mehr bei den Eltern als bei der Schule. Hatten wir nicht schon jede Menge Schulreformen, immer mit dem Ziel, die Schwachen zu fördern? Was haben die gebracht?
Was würde die GEW denn sagen, wenn wir ein einheitliches Schulsystem einführen würden, aber die Zahl der Schulabbrecher danach nicht wesentlich sinkt? Sie würde irgendwelche Sündenböcke ausfindig machen, vielleicht jene Verschwörer, die die Gesellschaft „spalten“ wollen. Ein Versagen eines einheitlichen Gesamtschulsystems ist vermutlich schon in der ganzen Terminologie nicht vorgesehen. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Palim
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

Ich will bei einem Kind in Klasse 1 und 2 gar nicht warten, bis es irgendwann die Schule abbricht, sondern benötige gleich Unterstützung, damit das Kind Hilfe hat, um lesen, schreiben und rechnen zu lernen.
Und an der Stelle behaupte ich, dass dort angesetzte Hilfe viel bringt, gerade weil die SuS nachfolgend mithalten können.

Sicher brauchen auch in SekI-Schulen Benachteiligte mehr Hilfe.
Wo gibt es die denn?
Das ist quasi unabhängig vom Schulsystem, ob es eine GS oder GeSa ist, auf der die SuS nicht wechseln, oder ein mehrgliedriges System, denn irgendwo müssen ja die Kinder und Jugendlichen beschult werden, die zusätzlich Unterstützung und Hilfen benötigen.
Wer übernimmt das wo?

Warum wartet man, bis Schüler abbrechen, und überlässt ansonsten alles einer Klassenlehrkraft?

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  Palim

Was soll das mit dem SchulSYSTEM zu tun haben?

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

Die Abwartehaltung, das nicht-sehen-WOLLEN, die Hinhaltetaktik haben System!

Andre Hog
1 Jahr zuvor

Ubd ich fordere mit berechtigter Empörung die Abschaffung und Auflösung der DLRG, weil es immer noch zu Ertrinkungstoten kommt.

Da haben die doch offensichtlich ihren Job nicht angemessen gemacht…und das würde ich gerne auch ausdehnen auf alle beruflichen und gesellschaftlichen Bereiche, in denen es faktisch immer noch zu „nicht erfolgreichen Absolvent*en“ kommt (Fahrschulen, Ausbildungsbetriebe, Handwerkskammern, Restaurants, in denen die Gäste enttäuscht und hungrig wieder nach Hause gehen, Sinfonieorchester, die ihre Zuhörer nicht angemessen delektieren….usw. usf…)

Muss ich daraus ne Bildungs- oder kulturrelevante Firderung formulieren?

Nein!!

Es sei denn, ich bin eine Bildungsgewerkschaft und versuche über die eigenen standesrelevanten Versäumnisse der letzten 20 Jahre hinwegzutäuschen .

Die können mich sowas von am Arsch lecken!

Sorry…das musste mal wieder raus…Platz schaffen für die absehbar kommenden Üblichkeiten.

Last edited 1 Jahr zuvor by Andre Hog
Maja
1 Jahr zuvor

Der GEW ist doch schon lange das gegliederte Schulsystem ein mächtiger Dorn im Auge. Sie braucht nicht mehr nach künstlichen Gründen für dessen Abschaffung zu sorgen.

Hoffentlich schließt die Öffentlichkeit nicht von der GEW auf uns Lehrkräfte, denn sie ist ja bekannt als Lehrergewerkschaft und spricht folglich in unserem Namen oder zumindest Interesse.
Wäre ich nicht Lehrerin und wüsste ich es nicht besser, würde ich wahrscheinlich auch die GEW mit den Lehrern gleichsetzen, nur noch den Kopf schütteln und mich fragen, wie und warum ich bloß den Lehrern „mehr Anerkennung“ zollen soll. Die wären für mich genauso unten durch wie die GEW.

Ingelore Schmidt-Jacobsen-Gummersbach
1 Jahr zuvor
Antwortet  Maja

Die GEW wird in der Öffentlichkeit als DIE Lehrergewerkschaft wahrgenommen, weil sie die größte ist. Was ihre Politik ist, bestimmen die gut 300 000 Mitglieder und nicht die, die nicht Mitglied sind. Nennt man Demokratie.

Last edited 1 Jahr zuvor by Ingelore Schmidt-Jacobsen-Gummersbach
anonymus
1 Jahr zuvor

Danke für Ihre Antwort!
Mich würde interessieren, wie viele Mitglieder der GEW nicht Lehrer sind, denn die Gewerkschaft vertritt ja noch die andere Berufe.
Können Sie darüber Auskunft geben?

O. Birkenstock
1 Jahr zuvor
Antwortet  anonymus

Diese Aufteilung müsste dabei um Angestellte und Beamte differenziert sein.

GS in SH
1 Jahr zuvor
Antwortet  anonymus

Im Internet steht:
„Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist ein starkes Team von fast 280.000 Menschen, die in pädagogischen und wissenschaftlichen Berufen arbeiten: In Schulen, Kindertagesstätten, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen. Auch Studierende und arbeitslose Pädagoginnen und Pädagogen sind gleichberechtigte Mitglieder in der GEW. Als Bildungsgewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund machen wir uns für unsere Interessen stark. Gemeinsam gestalten wir gute Arbeitsbedingungen, streiten für faire Entgelte, unbefristete Arbeitsverträge und sichern Arbeitsplätze im Bildungsbereich.“

Es soll etwa 800.000 Lehrer in Deutschland geben.

Last edited 1 Jahr zuvor by GS in SH
GS in SH
1 Jahr zuvor
Antwortet  GS in SH

Viele Lehrer sind nach Jahrzehnten der aktiven Mitarbeit (+finanzieller Unterstützung) aus dem selben Grund ausgetreten, aus dem Menschen aus Kirchen austreten.
Irgendwann merkte man, dass alle Anstrengungen gegen den Dogmatismus (s.o. „UNSERE Interessen“) nichts ausrichten können.
Also stellt man die Unterstützung ein.

Im letzten Jahr scheinen ja über 20.000 Mitglieder die GEW verlassen zu haben, wenn man die offiziellen Zahlen von der Website (fast 280.000 Mitglieder) mit denen von Frau Ingelore Schmidt Jakobsen Gummersbach verbreiteten (über 300.000 Mitglieder) vergleicht.

Bettina
1 Jahr zuvor
Antwortet  Maja

Stimmt, daran habe ich noch gar nicht gedacht! Bei Gewerkschaften nehme ich auch automatisch an, dass sie für die Meinungen und Interessen bestimmter Berufsangehörigen sprechen und nicht eine eigene Agenda vertreten.

Realist
1 Jahr zuvor

Das Gymnasium ist die einzige Schulform, die in Deutschland noch einigermaßen funktioniert. Das ist schon alleine daran ersichtlich, dass die Elternschaft versucht, ihre Kinder aufs Gymnasium zu schicken, unabhängig davon, ob diese überhaupt eine realistische Chance auf das Abitur haben oder nicht.

Und die GEW will die einzig funktionierende Schulform in einer Einheitsschule untergehen lassen. Auf so einen Unsinn kann auch nur die GEW kommen, wie immer.

Kommt die Einheitsschule, werden die Privatschulen boomen. Alle Länder mit Einheitsschule beweisen das. Wer dafür dann nicht genug Geld hat, bleibt dann ein Bildungsverlierer, unabhängig von seinen oder ihren intellektuellen Voraussetzungen. Die dürften sich dann alle bei der GEW bedanken…

vhh
1 Jahr zuvor

Dummheit! Zu wirklich jedem drängenden Thema (gescheiterte Inklusion, Angestelltengehälter und -arbeitsbedingungen, Gesundheitsschutz während Corona, lächerliche „als ob“-Ganztagsschule uvm) kommen von der GEW nur Märchen aus Phantasialand (oder war es Taka-Tuka-Land). Liebe TräumerInnen, von einem inklusiven System versteht die Politik nur den ersten Teil, alle Kinder in eine Schule – Personal dafür ist nicht da, Geld für sinnvolle Ausstattung gibt es nicht. Diese „Ideen“ dienen nur dem eigenen Wohlbefinden, ausbaden müssen es andere, zufällig die eigenen Mitglieder.
Schönen Gruß an die GEW Bayern, auch an einer NRW-Ges mit einer schön bunten Schülerschaft (tatsächlich aus verschiedensten Elternhäusern) samt Inklusion, Integration und Ganztag gelingt es nicht, den Einfluss des Elternhauses auszugleichen, oh Wunder, immer dieser nervige Praxischeck.
Zu den 6,2% ohne HA gehören, soweit ich mich an einen früheren Artikel erinnere, auch Förderschüler mit zieldifferenter Beschulung und Schulverweigerer (die, wenn überhaupt, erst einmal psychologisch erreicht werden müssten). Ist jemand bereit, die Klassengröße auf 15 SuS bei permanenter Doppelbesetzung festzulegen und das auch zu realisieren? Dann nur los, so können wir das versuchen. Ach, nein? Dann, liebe GEW und Bertelsmannstiftung, bleibt doch bitte auf euren Wolken ohne Einmischung in irdische Belange.
Es wäre übrigens ganz nett, wenn die Redaktion den Übergang von „50.000 ohne Abschluss“ in der Einleitung zu „630.000 denen der Übergang nicht gelingt“ im Artikel erklären könnte. Oder vielleicht die zweite Zahl nicht halbzufällig einstreuen, um sich hinterher wieder auf dem Sachverhalt „ohne Abschluss“ aufzubauen. Diese exorbitante Zahl kann sich eigentlich nur auf den „endgültigen“ Erfolg nach mehreren Jahren (5?) beziehen. Liegt dann sicherlich auch noch an den Schulen, die bitte junge Mitarbeiter mit mehr Frustrationstoleranz hervorbringen sollen.

Last edited 1 Jahr zuvor by vhh
Mo3
1 Jahr zuvor
Antwortet  vhh

Viele Mittelständler suchen dringend Azubis – selbst kein Abschuss ist kein Absagegrund. Aber es gibt da auch die, bei denen man sich partout nicht vorstellen kann, dass es für eine Ausbildung passt. Wo kein ernsthafter Wille bei den Schulabgängern da ist, ist man auch nicht bereit Zeit in deren Ausbildung zu investieren.

Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor

„Schluss mit dem viergliedrigen Schulsystem“ – Lieber 5? Ich bin da flexibel.

Ingelore Schmidt-Jacobsen-Gummersbach
1 Jahr zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Nein, besser bis Klasse 8 alle gemeinsam.

Realo
1 Jahr zuvor

Ich bin kein Grundschullehrer, habe aber zwei Kinder im Grundschulalter. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie Lehrkräfte bis Klasse 8 einen einigermaßen sinnvoll binnendifferenzierten Unterricht gestalten sollen. Meiner Meinung nach kann das nur in die Hose gehen. Entweder gehen die eigentlich besseren Schüler, oder aber die Lehrkräfte drauf. Sicher aber nicht die Kinder, die man vor dem späteren Schulabbruch retten möchte.

Lanayah
1 Jahr zuvor
Antwortet  Realo

Das ist schon in den ersten 4 Schuljahren nicht wirklich machbar. Wie auch, bei 26 Kindern und einer Lehrkraft.

DerechteNorden
1 Jahr zuvor

In einer Klasse binnendifferenziert? DAS funktioniert de facto nicht.

Lehrerin
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Lehrkräfte aus der Praxis wissen das, aber in BW wird von der GEW die Gemeinschaftsschule als beste aller möglichen Schulen angepriesen, und hier sitzen alle in einer Klasse zusammen, von Förderschülern über „normale“ bis einzelne Gymnasiale, die dem Märchen von der „individuellen Förderung“ auf den Leim gegangen sind. Offizieller Slogan: „Vielfalt macht schlau!“ Seltsam ist nur: Die Kinder meiner GEW-Kollegen gehen allesamt nicht in diese Superschule, und die Kinder der grünen Staatssekretärin im KM auch nicht, die gehen ins Gymnasium…
Vielleicht klappt die Realität doch nicht?! Das hält aber die GEW-Oberen nicht davon ab, immer mehr von dieser „einen Schule für alle!“ zu fordern, denn dann ist in ihrer Bubble-Welt der Gerechtigkeit alles gut – siehe oben im Artikel.
Wie verbogen doch die Denkweise ist, wenn Ideologie mitspielt!

Konfutse
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lehrerin

Ich bin der Meinung, dass alle rotgrünen Landespolitiker und alle GEW-Mitglieder ihre Kinder an eine GMS schicken MÜSSEN. Quasi mit dem Parteibuch bzw. Gewerkschaftseintritt verpflichtest du deine Seele, diese Schulform (am liebsten im Brennpunkt) zu unterstützen. Nach dem militärischen Motto „Dein Ar*** gehört mir“

Pälzer
1 Jahr zuvor

Schildern Sie doch mal, wie Sie sich eine gute Englisch-Stunde in der 8. Klasse in einer „Schule für alle“ vorstellen!

Konfutse
1 Jahr zuvor
Antwortet  Pälzer

Bis heute keine Schilderung? Sie plan wohl noch….

Freiya
1 Jahr zuvor

GANZ sicher nicht!!!

Ragnar Danneskjoeld
1 Jahr zuvor

GEW = Gegen Erkenntnis und Wahrheit

Ingelore Schmidt-Jacobsen-Gummersbach
1 Jahr zuvor

Ich bin für das gemeinsame Lernen bis Klasse 8. In Sachsen gab es eine Volksinitiative dafür. Nur die CDU als Landesregierung verhinderte es und ließ maximal ein paar Gemeinschaftsschulen zu. Macht die GEW stark! Wenn es um eure Gehälter geht, wollt ihr das doch alle auch!

Konfutse
1 Jahr zuvor

Ich hätte auch gerne Altersteilzeit gewollt. Das hat aber die GEW abgeschafft….

DerechteNorden
1 Jahr zuvor

Binnendifferenziert bis Klasse 8? An besten mit 27-30 Kids in zu kleinen Räumen, mit einer Lehrkraft …
DAS hätten Sie in Sachsen gekriegt. Was Sie nicht verstehen, ist, dass die Rahmenbedingungen nicht angepasst werden, wenn man so etwas fordert.
In Deutschland ist niemand bereit so viel Geld in den Bildungssektor zu stecken wie z.B. in Skandinavien.
An meiner Schule – einer GemS m.O. – haben wir ab Klassenstufe 7 eine äußere
Dreierdifferenzierung. In Englisch wäre ab Jahrgang 6 ratsam. Dafür fehlen aber die Mittel.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Wieder ein grüner Daumen von mir. 🙂

Rüdiger Vehrenkamp
1 Jahr zuvor

Sie sollten der Landesregierung dankbar sein, dass dieser Quatsch verhindert wurde. Das Zulassen von Gemeinschaftsschulen ist für alle Beteiligten schon schlimm genug.

Last edited 1 Jahr zuvor by Rüdiger Vehrenkamp
Freiya
1 Jahr zuvor

Bitte WAS versprechen Sie sich davon? Sind Sie Lehrkraft? An welcher Schulform?

Leo Lausemaus
1 Jahr zuvor

Kann mir mal jemand erklären, warum das gemeinsame Lernen bis Klasse 4 (teilweise bis Klasse 6) überall funktioniert, aber danach nicht mehr?

Warum fordern die Verfechter des gegliederten Schulsystems nicht eine Aufteilung der Kinder nach Leistungsvermögen ab Klasse 1? Schuleingangstests könnten das feststellen. Wechsel könnte später möglich bleiben.

Das wäre doch die logische Konsequenz ihrer eigenen Argumentation!

Last edited 1 Jahr zuvor by Leo Lausemaus
Realo
1 Jahr zuvor
Antwortet  Leo Lausemaus

Es gibt Konstellationen, in denen man sich das als Elternteil tatsächlich wünschen könnte. Ist ethisch und moralisch natürlich nicht vertretbar.

Marie
1 Jahr zuvor
Antwortet  Leo Lausemaus

Wer sagt denn, dass es bis Klasse 4 funktioniert? Ja, die Kinder hocken alle zusammen in einem Klassenraum. Wirklich gerecht werde ich aber als „Alleinunterhalter“ niemanden, nicht den Förderkindern, nicht den DAZ-Kindern, nicht den durchschnittlich und auch nicht den höher Begabten. Ohne zusätzliches Personal sitzt irgendeine dieser Gruppen immer nur ihre Zeit ab, weil ich gerade ausgiebig mit einer anderen zu tun habe.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Marie

Richtig, aber nach außen sieht es aus, als ob es funktioniert.

Katinka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Marie

Danke, das wollte ich auch schreiben. Meine Kinder waren sehr gut in der Grundschule und sehr genervt von den schlechten, störenden Schülern. Besonders gefördert wurden sie leider auch nicht und fanden es oft langweilig (Differenzierung gab es hier leider kaum; wenn sie schnell fertig waren, sollten sie schonmal ihre Hausaufgaben machen oder ein Buch lesen). Ich bin in unserem Fall froh, dass sie ab der 5. aufs Gymnasium konnten und dort deutlich mehr gefordert wurden.
Aber gleichzeitig weiß ich natürlich auch, dass bei manchen Schülern der Knoten erst etwas später platzt und es schade ist, wenn sie nicht die Chance hatten, aufs Gymnasium zu gehen.
Kinder sind so individuell, dass es einfach nie das ideale Schulsystem geben wird, egal wie man es dreht und wendet und wer was fordert…!

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  Katinka

„… nie das ideale Schulsystem …“
Das will mir mittlerweile auch so scheinen. Was für die einen gut ist, ist für die anderen nicht gut, und umgekehrt.

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  Katinka

Es gibt aber doch nach jedem Abschluss die horizontale Durchlässigkeit. Mache ich die 9 und eine abgeschlossene Ausbildung, dann habe ich „automatisch mittlere Reife“ und kann Fachabi machen, wenn ich das will. Und sattele ich noch auf, dann kann ich auch allgemeines Abi machen und dann studieren – wenn ich das will. Die Tür ist nie zu! Warum immer diese Panik? Warum wollen sich alle in die übervolle Gymnasialklassen quetschen? Oder liegts daran, dass man den Quälgeistern und Mobbern aus der Grundschule entkommen will? Dass es gar nicht wirklich um Leistung, sondern um Klima und Verhalten geht?

Donauperle
1 Jahr zuvor
Antwortet  Freiya

So „automatisch“ geht das nicht. Der Ausbildungsabschluss muss einen bestimmten Notendurchschnitt erreichen. Zudem hängt es von der Dauer des Englischunterrichts ab.

Anvi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Leo Lausemaus

Naja, die Schere geht auch schon in den ersten 4 Jahren immer weiter auseinander. Mein Kind hat sich oft gelangweilt, während andere schon in der 1. Klasse nicht mitgekommen sind und die Klasse wiederholt haben. Für vier Jahre kann man damit leben, länger wäre eine Strafe.
Einen solchen Schuleingangstest fände ich tatsächlich nützlich. Die nicht schulreifen Kinder könnte man besser förden als durch Wiederholung der Klasse.

Marie
1 Jahr zuvor
Antwortet  Anvi

Leider, leider hat NRW die super funktionierenden „Schulkindergärten“ abgeschafft. Nach 1 Jahr dort waren bei uns tatsächlich immer alle schulreif und konnten gut ins 1. Schuljahr starten.

Alla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Marie

Leider nicht nur NRW…..

Konfutse
1 Jahr zuvor
Antwortet  Marie

Ja. Sehr schade, ja. Ist halt zu teuer….

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Anvi

In Berlin gibt es einen Schuleingangstest (LauBe), allerdings zu Beginn des 1. Schuljahres, also zu spät. Er soll den Lehrern helfen, die individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers zu planen. Zusätzliches Personal oder Förderstunden gibt es natürlich nicht, egal wie viele Kinder in welchem Bereich große Rückstände haben (nicht schulreif sind). Besonders „sinnvoll“ fand ich diesen Test für Kinder ohne D-Kenntnisse.

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  Leo Lausemaus

„,,, warum das gemeinsame Lernen bis Klasse 4 überall funktioniert“
Bitte erläutern Sie das näher Anhang des IQB-Bildungstrends 2021.

Lehrerin
1 Jahr zuvor
Antwortet  Leo Lausemaus

Es funktioniert längst nicht immer…

Iri-Hor
1 Jahr zuvor
Antwortet  Leo Lausemaus

Gute Frage. Wir haben ja bereits die Einheitsschule, nur halt bis Klasse 4 und gelegentlich schon bis Klasse 6. Darüber jammert keiner.

Marie
1 Jahr zuvor
Antwortet  Iri-Hor

Doch, die Grundschulkollegen. Ist aber allen anderen egal, sind halt Faule Säcke, denen nur die richtige Einstellung fehlt…

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  Iri-Hor

Ich fand es schlimm für meine Kinder! Aber fürjedes derbeiden war es aus anderen Gründen schlimm.

Konfutse
1 Jahr zuvor
Antwortet  Leo Lausemaus

Ja, funktioniert voll super. Ist auch voll billig!!!!

Trinkflasche
1 Jahr zuvor

Die GEW vertritt doch eh nur einen kleinen Teil der rund 700.000 Lehrer. Die sind wohl stärker in den anderen Bildungsbereichen, aber das sollte dir als Lehrer erstmal egal sein. Die GEW drückt ihre politische Agenda auf deinem Rücken durch, lieber Lehrer. Diese Anti-Lehrer-Poitik war während Corona gut zu sehen, ist bei der Verbeamtungsfrage aktuell zu sehen und wird bei ständigen Angriffen aufs Schulsystem, insbesondere Politik gegen die Gymnasien, besonders deutlich.

Die GEW ändert an ihrer Idiologie auch nichts, das war für mich auch der Grund, auszutreten.

Es gibt genug Alternativen. Augen auf bei der Wahl deiner Vertreter.

Last edited 1 Jahr zuvor by Trinkflasche
Iri-Hor
1 Jahr zuvor
Antwortet  Trinkflasche

Die GEW hat rund 300.000 Lehrer, wie man oben lesen konnte. Nicht alle davon sind allerdings Lehrer. Da fragte jemand zurecht nach. Nehmen wir an, 200.000 von 300.000 Mitgliedern sind Lehrer. Dann ist die GEW aber immer noch die größte Lehrerorganisation. Alle anderen sind kleiner, können also noch weniger für DIE LEHRER sprechen. Und wer nirgendwo mitmacht, kann keinen Anspruch darauf stellen, dass seine Interessen von anderen vertreten werden. Organisiert euch doch!

GS in SH
1 Jahr zuvor
Antwortet  Iri-Hor

Was hilft ist genau das selbe wie bei den Kirchen: austreten!
Manchmal kann man nur so die Macht einer Organisation reduzieren.
Wer nicht hören will muss fühlen.

gehtsnoch
1 Jahr zuvor
Antwortet  GS in SH

GEW als Glaubensgemeinschaft hatte ich so gar nicht gesehen.

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  Iri-Hor

Es gibt auch andere Gewerkschaften! Man MUSS nicht in die GEW.

laromir
1 Jahr zuvor

Wir schaffen das gegliederte System doch eh gerade ab und nennen es halt einfach Gymnasium. Okay, Förderschulen noch außen vor. Aber ansonsten Real-Haupt-Gymmi-Schule unter der Bezeichnung Gymnasium. Ich hab Kinder, die brauchen 5 Erklärungen und haben dann u.U. die Hälfte kapiert, in der Zeit zählen andere schon 10 min die Deckenpanele und ihre Löcher. Früher (noch gar nicht so lange her) musste man vielleicht bei z.B. Abschreiben von der Tafel mal 3 min. überbrücken, heute gibt es Klassen, da brauchen einige 10!!! Min. länger. Allein daran müsste man doch sehen, dass das für alle (sorry) absolute Scheiße ist. Die einen haben Druck und müssen sich hetzen, die anderen sitzen herum. Klar, kann man dann denen noch schnell was geben, allerdings treibt das die Schere noch weiter auseinander. Im Übrigen fühlen sich Kinder auch irgendwann „dumm“, wenn sie merken, dass sie immer bei den Schlechten sind oder andere immer mehr Aufgaben bearbeiten können oder nie nachfragen müssen. Als würden die Kinder das nicht merken, dass sie hinterher hängen. Wenn das in einem Fach ist, verschmerzt das sicher jeder. Wenn z.B. alle Hauptfächer betroffen sind und es in den Nebenfächern auch kaum für die 3 reicht, dann ist das nur noch frustrierend. Wer bitte möchte immer Letzter sein? Ich bin gerade in den Nawi Bereichen oft zur homogenen Gruppenbildung übergegangen, es läuft einfach für alle zufriedenstellender. Kostet mich ne Schweinezeit, die ich bei homogeneren Klassen in andere Sachen investieren könnte. Wie war das noch mit Arbeitsbedingungen verbessern? Ein weiterer Punkt der Verschlechterung in Sicht.

Last edited 1 Jahr zuvor by laromir
PaPo
1 Jahr zuvor
Antwortet  laromir

Mein Reden. In unserer Jahrgangsstufe 7, die ich gerade Unterrichte, haben die Hälfte(!) aller Kinder im Gros der Hauptfächer (und i.d.R. einigen Nebenfächern) nur noch ein „mangelhaft“ erreicht, der Rest der Noten ist meinst 4er-Bereich Ein Sechstel der restlichen Schüler ist auch nur mit Müh und Not im 4er-Bereich. Insg. sind also 2/3 unserer SIebtklässlerfür das heutige Gymnasium (NRW), also die Variante, die ohnehin bereits das Niveau drastisch reduziert hat und imer weiter reduziert, nicht geeignet.
Im Rest der Unter- und Mittelstufe sieht es nciht anders aus, auch bereits vor Corona. Es fehlt an den basalsten Fähigkeiten, bspw. einen simplen Hauptsatz fehlerfrei lesen zu können… auf……… einem……………………… Gymnasium!

Und es gibt bereits die ersten Rufe, dass wir ja nicht sooo viele sitzen lassen / abschulen könnten, dass die Noten zu schlecht seien und dies in unserer Verantwortung läge, dass man da am Ende des Schuljahres bei den Zeugniskonferenzen ‚mal gucken‘ müsse etc.

Das System lässt uns unsere eigenen Gräber schaufeln.

Bellabolli
1 Jahr zuvor
Antwortet  PaPo

wenn also der „Einheitsbrei“ mangels Strukturen und Personal nicht funktioniert, bekommen wir das von Ihnen ausgeführte Problem erst wieder in den Griff, wenn das 4-gliedrige Schulsystem wieder in „Reinform“ gelebt wird. Inklusive verbindlicher Grundschulempfehlung.

Nur wenn die Eltern zudem wieder das Gefühl haben, dass die Realschule gute Bildung auf einem tatsächlich mittleren (nicht unterirdischen) Niveau vermittelt, werden sie dieser Schulform wieder eine Chance geben. So lange werden sie es mit dem Gymnasium versuchen. Eignung hin oder her.

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  Bellabolli

Elternwille zusammen mit Wahlmöglichkeit hat nix Gutes gebracht!

Konfutse
1 Jahr zuvor
Antwortet  PaPo

Ich würde einfach sagen, unsere KuMis sollten die Noten 5 und 6 abschaffen. Problem gelöst und BILLIG!

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  PaPo

Bitte überführt dann doch in die nächstmögliche Schule der Sek 1 – und zwar VOR der Stichtag für die Statistik!

Katinka
1 Jahr zuvor
Antwortet  laromir

Danke, Sie sprechen mir aus der Seele. Mein Kind teilte mir gerade mit, dass es auch weiß, wie viele Löcher in seinem Klassenzimmer an der Decke sind 🙂

SanSan
1 Jahr zuvor

Das regt mich alles schon wieder nur noch auf. Was wir brauchen ist eine generelle Umstrukturierung. Angefangen in Krippe und Kiga. Kleine Gruppen. Keine offene Arbeit mehr! Viel mehr Personal um die Kinder aus ihrem natürlichen Interessen abzuholen. Momentan? Aufbewahrung und Schadensbegrenzung. Diese Kinder kommen in die Schulen mir weiterem harten Personalmangel. Viel zu großen Klassen. Ja kein Wunder dass lernen dann doof ist. Ausfall ohne Ende. Extremer Notendruck teilweise oder es wird gar nicht nach den Kindern geguckt. Kleine Klassen! Mehr Personal! Vor allem für Kinder die es schwer haben.
Irgendwann landen wir im Film Idiocrazy.

Mary-Ellen
1 Jahr zuvor
Antwortet  SanSan
Mary-Ellen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

Die Sendung lief am So, 12.03.23 kurz nach 12 Uhr.
Lässt sich sicher in der Mediathek finden.

Mary-Ellen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Pit2020

Danke, lieber @Pit TwentyTwenty! 🙂

GriasDi
1 Jahr zuvor

Zitat:
„Bayern hat zwar mir rund fünf Prozent eine der niedrigsten Quoten in Deutschland (im Schlusslicht Bremen liegt sie bei zehn Prozent), dennoch verließen auch im Freistaat im Berichtsjahr 2021 insgesamt 6.154 junge Menschen das bayerische Schulsystem ohne Abschluss.“

Sollte dieses Ergebnis nicht stutzig machen? Nein macht es viele sicher nicht, aber obige Feststellung würde ja gerade für das Gegenteil des geforderten sprechen. Woher nimmt die GEW die „Sicherheit“, dass es in einem ungegliederten Schulsystem besser wäre? Wo sind die Bundesländer, die dies vormachen?

vhh
1 Jahr zuvor
Antwortet  GriasDi

Die Aussagen der GEW halte ich zwar auch für reines Wunschdenken, aber der Vergleich Bremen/Bayern ist als Beleg nicht passend (natürlich können auch andere Vergleiche das kaum belegen, welches Bundesland ist im Schulbereich schon erfolgreich!).
Bremen: 41% armutsgefährdete Kinder, Bayern 13%, Arbeitslosigkeit 10,5%/3,6%, hier noch ein älterer Artikel, viel geändert hat sich wohl nicht https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-neuland/land-bremen-mut-macht-erfinderisch/arm-und-reich, zwei Systeme mit derart unterschiedlichen Voraussetzungen kann man kaum vergleichen.
Meiner Meinung nach verdeckt in vielen Ländern der Trend zu ungegliederten „Schulen für alle“ praktischerweise die krasse Unterversorgung der HS. „Problemfälle“ erhalten weniger statt mehr Ressourcen, ganz im Sinne der Kosten/Nutzen-Optimierung. Ab und zu gibt es einigeKrokodilstränen über die Anzahl der Schulabbrecher ohne (inzwischen massiv abgewerteten) HA. Die GEW ignoriert diese Realität und macht für ihre Vorzeigeprojekte und schöne Worte bei dieser Show mit.

GriasDi
1 Jahr zuvor
Antwortet  vhh

Mir ist klar, dass der Vergleich nicht gut ist, dass ich hier Äpfel mit Birnen vergleiche, aber das mache ich auch, wenn ich Finnland (5,5 Mio Einwohner) mit Deutschland (83 Mio) vergleiche.

Last edited 1 Jahr zuvor by GriasDi
Carsten60
1 Jahr zuvor

Frankreich hat ein einheitliches Schulsystem, aber noch mehr Schulabbrecher als Deutschland. Es fehlt jeglicher Nachweis, dass die gewünschte Veränderung des Schulsystems die Missstände, die man beklagt, beseitigt. Es ist auch unredlich, die Nachteile des jetzigen Systems (etwa den Übergang nach Klasse 4) mit den Vorteilen eines anderen Systems zu vergleichen. vielmehr müsste man ALLE Vor- UND Nachteile der beiden Systeme gegeneinanderstellen.
Man soll auch nicht immer so tun, als könnten die SuS an den Nicht-Gymnasien nichts für ihr Leben nach der Schulzeit lernen. Was soll denn bitte das Hindernis sein? Den Lehrern wollen wir das nicht unterstellen, es wird wohl mehr mit den Eigenschaften der Schüler zu tun haben. Und die ändern sich nicht, wenn man das System ändert. Dass dann „die Starken die Schwachen mitziehen“, das müsste mal nachgewiesen werden, statt es nur wiederholt zu behaupten.

Lehrerin
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

Leider läuft es oft umgekehrt: Die starken Schüler, die gerne und erfolgreich lernen, werden als „Streber“ so lange gemobbt, bis sie sich in ihrem Engagement zurückziehen…
Dieses auch von der GEW gewünschte Einheitssystem führt zu immer mehr Niveaureduzierung – siehe die Testergebnisse in BW, die seit der grün-roten und grün-schwarzen Landesregierung mit entsprechend gefärbter Schulpolitik nur noch kontinuierlich abwärts gehen. Und damit es nicht so sehr auffällt, wird jetzt in gut 30 Grundschulen ein Schulversuch ohne Notengebung als neuestes pädagogisches Projekt durchgezogen – ich wette, das werden mit der Zeit noch mehr, denn „wir wollen ja kein Kind beschämen“. Leistung zählt nicht, sondern wird bewusst zugunsten von „Well-Being“ an den Schulen bekämpft, es darf keiner besser sein als der andere.

Metalman
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

Das ist doch nun nichts Neues. Als ich in den späten 90ern mein Studium begann, gab es etliche Seminare und Vorlesungen zu dem Thema, was denn nun besser wäre, eine Einheitsschule für alle oder das gegliederte System. Und diese Diskussion fing nicht erst in den 90ern an…Beide Seiten konnten auf entsprechende Studien zurückgreifen und ihre Ideologie so „beweisen“. Beide Seiten stellten ihre Argumente gegenüber, einen Kompromiss gab es nicht. Die Grundidee der Einheitsschule war, dass in einer schwachen Lernumgebung, die ohenhin Benachteiligten kaum Aufstiegschancen hätten und noch weiter runtergezogen, in einer guten aber mitgezogen würden. Die Verfechter des gegliederten Systems gehen von einem besseren Fördern und Fordern je nach Leistung und Neigung aus.

Nach über 15 Jahren Praxis kann ich sagen, dass beide Systeme nicht optimal sind. Weder ein Einheitsbrei auf niedrigem Niveau bei großer Heterogenität, noch „abgehängte“ Klassen.

447
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

Jeder Lehrer, der ein paar Jahre lang den örtlichen Schulhof begutachtet hat weiß haargenau, wer da wen in welche Richtung „mitzieht“.

Als kleiner Rätselhinweis für bildungswissenschaftelnde Menschen: Eine soziale Situation wird tendenziell immer von der Partei dominiert, der der Ausgang der Situation egal ist, die weniger „investiert“ ist

Gerd Möller
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

@Carsten60:
vielmehr müsste man ALLE Vor- UND Nachteile der beiden Systeme gegeneinanderstellen.“
Ja, dann machen Sie das doch mal. Bin sehr gespannt auf Ihre Befunde!

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Da müsste man erstmal das andere System spezifizieren. Abschaffung fordern ist leicht, aber was genau soll an die Stelle gesetzt werden? Mit leistungsorientierten A-, B-, C-Kursen wie in Gesamtschulen oder wie in den neuen Gemeinschaftsschulen ohne Noten? Frankreich hat formal genau das System, das der GEW vorschwebt (inkl. Vorschule ab 3 Jahren), hat aber mehr Schulabbrecher als Deutschland, und der Einfluss der Herkunft auf den Bildungserfolg ist noch größer (laut mehreren PISA-Studien). Und auch das finnische Schulsystem scheint mittlerweile seine Nachteile zu offenbaren (s. unten).
NB: Auch in einem einheitlichen Schulsystem könnte man in mehrzügigen Schulen relativ homogene Schulklassen anstreben. Oder man könnte meinen, je heterogener, desto besser. Was schwebt Ihnen denn vor? Die GEW weiß bestimmt nicht, was sie genau will.

Gerd Möller
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

@Carsten60:
Sie sind schon ein Meister darin, konkrete Nachfragen auf vage Aussagen von Ihnen, nicht zu beantworten und stattdessen den Nachfrager mit Gegenfragen zu konfrontieren. Aber seien Sie sicher, die Mitdiskutanten sind nicht so blöd, wie Sie sie einschätzen.
Ich warte geduldig auf Ihre Anmerkungen zu dem von Ihnen selber angemahnten Systemvergleich bezüglich Vor- und Nachteilen.

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Ich hatte ausführlich geantwortet.

Lera
1 Jahr zuvor
Antwortet  Gerd Möller

„Sie sind schon ein Meister darin, konkrete Nachfragen auf vage Aussagen von Ihnen, nicht zu beantworten“

Ich finde, das können Sie wesentlich besser.

Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Ich schlage vor, dass Sie die Vorteile des gemeinsamen und die Nachteile des gegliederten Systems aufzählen, während Carsten60 die jeweils gegenteilige Position übernimmt. Insbesondere müssen Sie sehr wahrscheinlich das von Carsten60 genannte Argument des immer dünner werdenden Lehrplans widerlegen. Falls Carsten60 das nicht bringt, bitte ich Sie darum, gerne am Beispiel Ihres Expertenfachs Mathematik.

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Das könnte man so machen, müsste aber bitte die gleichen Ressourcen für beide Systeme unterstellen. Ich lese in diversen Publikationen öfter, dass ein inklusives Gesamtschulsystem ganz wunderbar ist und die besten Ergebnisse zeitigt, aber natürlich nur, wenn wesentlich mehr Ressourcen als jetzt zur Verfügung stehen. Mit kleineren Klassen, zahlreichen Sozialpädagogen und Psychologen und schicken Gebäuden wird wohl JEDES Schulsystem bessere Ergebnisse hervorbringen.

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  Gerd Möller

Vielleicht äußern Sie sich auch mal kurz zu dem Satz, den Lehrerin weiter oben schrieb:
„Die starken Schüler, die gerne und erfolgreich lernen, werden so lange als „Streber“ gemobbt, bis sie sich in ihrem Engagement zurückziehen.“
Aber in der „offiziellen“ Terminologie der Schulreformer ziehen doch immer die Starken die Schwachen mit, was ist denn nun?

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

DAS ist ein Märchen! Ein Märchen, das nicht dadurch wahrer wird, dass man es in Endloschleife wiederholt!

anonymus
1 Jahr zuvor

In Deutschland wird gar nicht so wenig Geld in den Bildungssektor gesteckt wie immer getan wird. Wir stehen da irgendwo im Mittelfeld.
Das Problem ist eher, wofür es ausgegeben wird und ob die Prioritäten stimmen.

Außerdem ist für vieles, was unbedingt sein muss, gar kein Mehraufwand an Geld nötig. Wenn den Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen wieder mehr Stellenwert, mehr Aufmerksamkeit, mehr Zeit (auch für Übung), mehr Sorgfalt und Zeit eingeräumt würde, wäre enorm viel gewonnen, denn in der Schulabbrecher-Studie spielt das Versagen in diesen Kernbereichen eine gewaltige Rolle.

Jetzt rächt sich, dass in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten so manches als stures Lernen und Leisten verpönt und vernachlässigt wurde, was im späteren Leben nach wie vor eine überragende Rolle spielt.
Es ist ein Trauerspiel, dass im Bildungsbereich immer erst nachhaltige Schäden auftreten müssen, bevor man wach wird und zu überlegen beginnt.

Kann man Reformen denn nicht überlegter und nach gründlicherer Vorprüfung in normal ausgestatteten Versuchschulen durchführen, die nicht durch fürstliche Rahmenbedingungen einen Erfolg bescheren, der im normalen Schulleben niemals eintreten würde?! Auch die Lehrer- und Elternschaft sollte in Versuchsschulen normal durchmischt sein, auch in ihren Vorurteilen.

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  anonymus

Ich wünschte, Herr Möller würde sich mal mit solchen Argumenten auseinandersetzen.

Palim
1 Jahr zuvor
Antwortet  anonymus

In welchem Bundesland hat sich in den vergangenen Jahren denn die Stundentafel verändert?
In NDS ist die Anzahl gleich geblieben,
in anderen BL gibt es seit Jahrzehnten mehr Unterricht in der GS.

Ich nehme gerne 2 Stunden mehr Ma und D und eine Stunde für die Klassenleitung, würde aber nichts abgeben wollen.

Heinz
1 Jahr zuvor

GEW hat einfach nichts mehr mit einer Gewerkschaft zu tun. Immer wieder vollkommen an den Interessen der Mitglieder vorbei.

Gabriele
1 Jahr zuvor

Das wäre auch nicht das Allheilmittel, das sich so manche(r) davon erträumen mag!

Und die GEW wärmt damit wieder einmal eine ihrer „Uralt-Kamellen“ auf!

Johannes
1 Jahr zuvor

Die GEW will das Bildungssystem, welches in Deutschland noch am besten dasteht, an diejenigen Systeme anpassen, die sich diesbezüglich verschlechtert haben?

Super Idee!

Wenn die GEW weiter solche Vorschläge macht, haben wir bald gar keine Fachkräfte in Deutschland mehr, denn dann bekommen immer weniger Schüler die notwendigen Fähigkeiten vermittelt, um in einer Ausbildung bestehen zu können.

Die GEW sollte zudem mal Handwerksbetriebe fragen, wie es mit dem nötigen Fertigkeiten von Absolventen mit Hauptschulabschluss aussieht.

In vielen Bundesländern (außer Bayern), haben Hauptschüler nicht mehr die nötigen Fähigkeiten, um eine handwerkliche Ausbildung absolvieren zu können.

Beispiel: Die Handwerker beklagen sich, dass heute selbst einfache Flächen- oder Volumenberechnungen, die man als Fliesenleger oder Verputzer benötigt, nicht mehr beherrscht werden. Von Anforderungen bei Elektrofachbetrieben oder im Heizungsbau schon gar nicht zu sprechen.

Damit stehen nicht nur die Schulabbrecher, sondern auch ein relativ hoher Teil der Hauptschüler nicht dem Ausbildungsmarkt des Handwerks zur Verfügung.
Das ist ja einer der Hauptgründe für den Fachkräftemangel im Handwerk.

Die Energiewende kann die Regierung in dieser Situation komplett abschreiben.

Rüdiger Vehrenkamp
1 Jahr zuvor

Verstehe ich das richtig? In Bayern mit gegliedertem Schulsystem (und mit den besten Ergebnissen im Bundesländervergleich) gibt es die wenigsten Abbrecher, deswegen müssen dort und bundesweit Gesamtschulen her? What?

Die besten Chancen gibt es doch, wenn es Schulen für die jeweiligen Bedürfnisse gibt, anstatt eines zusammengepantschten Einheitsbreis. Das mag an Modellschulen funktionieren, aber doch nicht im normalen Alltag.

Und wo sollen bitte die „multiprofessionellen Teams“ herkommen? Wenn wir von heute auf morgen genügend Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen, Sonderschulpädagogen und Lehrkräfte haben, dann braucht es wohl keine Quereinsteiger mehr. Wie weltfremd ist diese Lehrergewerkschaft eigentlich?

D. Orie
1 Jahr zuvor

Wenn wir es nicht selbst erlebt hätten, dass es mit einer (in unserem Fall außerschulischen) Förderung klappt – und zwar mit einer „popeligen“ Rechtschreibförderung. Damit ist eine Abbrecherin (9. Jg.) nach nur acht Sitzungen (und einer OLFA (Oldenbunrger Fehleranalyse)-Diagnose) wieder in die Schule gegangen. Im ersten Diktat (ja, erstaunlich) hat sie die Note zwei geschrieben – und dann ging es nur aufwärts!

447
1 Jahr zuvor
Antwortet  D. Orie

Erstmal: Toll, dass es geklappt hat.

Ich kann Ihnen als „Insasse“ 😉 einer Schule mit jeder erdenklich möglichen Förderung (und ja, sogar musisch-künstlerisch gibt es Spezialangebote) nur folgendes dazu sagen:

Es gab sicher eine Zeit, wo das Nadelöhr, der limitierende Faktor, der Förderungswille und die Förderungsmöglichkeit war. Das ist Jahrzehnte her.

Bei uns fliegen auch SuS durch den Abschluss, schaffen kein HA oder MSA usw.

*Kernmerkmal* dieser Schülerschaft ist, dass die nicht wollen, weil sie genau wissen, dass sie nicht müssen.
„Nicht müssen“ heißt: Dach überm Kopp, 1,2 K Spielgeld und reichlich Freizeit für Playsi, pharmazeutische Nebenverdienste und Jungs/Mädelsgeschichten stellt die Solidargemeinschaft.

Wer *will*, holt auch aus einer popeligen Förderung viel raus – wer *nicht will* (und bei uns auch nicht gezwungen wird), dem hilft das beste Förderungsangebot der Welt null und nix.

Dieses simple Tabu darf allerdings niemals angerührt werden, außer vielleicht pseudoanonym im Internet – es gibt eine kleine, aber sich stabil und langsam mehrende Menge von SuS und Eltern, die genau wissen: Es passiert nix, Onkel/Tante Staat zahlt und niemand darf was sagen.

Denn: Um in NRW den (jetzt umbenannten, als ob das was ändert) HSA zu schaffen reicht mehr oder weniger körperliche Anwesenheit, man muss sich aktiv bemühen den zu versemmeln.

Last edited 1 Jahr zuvor by 447
GS in SH
1 Jahr zuvor
Antwortet  D. Orie

Und wenn ich „damals“ nicht erlebt hätte, wie schwache Grundschüler aufgeblüht sind, als sie in Ihrer Hauptschulklasse zu den Klassenbesten gehörten….

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  GS in SH

Genau DAS!

Carsten60
1 Jahr zuvor

Hier ist was schönes für die Fans der finnischen Schule:
https://condorcet.ch
Titel: „Vorbild Finnland? Die Wahrheit über das einst beste Schulsystem der Welt“ (muss man ggfs. suchen)
Da gibt’s auch Zitate von Schleicher.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

@Carsten60
Danke für diesen link. Ich habe daraus folgendes entnommen:

  • die besten Pisa-Ergebnisse hatte Finnland in den Jahren, nachdem sie in der DDR hospitiert haben
  • Vor ca. 20 Jahren ging es abwärts (da gab es die DDR schon eine Weile nicht mehr)
  • als EIN ! Grund für den „Absturz“ wird die hohe Migrantenquote vermutet – da haben Sie wahrscheinlich in die Hände geklatscht und aufgehört zu lesen
  • eine weitere mögliche Ursache wird danach benannt und die fand ich nun wieder sehr interessant: überstürzte Reform der Lehrpläne … weg von festen Lehrinhalten zum Lernen an Phänomenen

Es würde mich sehr interessieren, wie Sie den verlinkten Artikel interpretieren.

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich interpretiere da gar nichts, ich wollte nur darauf aufmerksam machen, so als Kontrast zu dem üblichen PISA-Jubel. Die Schleicher-Zitate sprechen doch für sich, man hört sonst immer nur andere von ihm. Jedenfalls ist es nichts mit dem Finnland-Mythos, die kochen auch nur mit Wasser und können nicht zaubern. Von der DDR ist im Link nicht die Rede, aber wenn man dieselbe Disziplin hatte wie in der DDR, dann zahlte die sich vermutlich aus. Spötter sagen schon, jetzt wird durch neue Reformen das bewährte System ruiniert. Und dass bei den Migranten irgendetwas schiefläuft, ist doch gar nicht zu leugnen, das wurde auch beim Presseclub am 12.3.2023 gesagt, und das sieht man auch schon in Tabelle 6.6 im PISA-2018-Bericht. Ganz nüchterne Zahlen, eben auch für Finnland und Schweden (Dänemark und Norwegen glänzen dabei auch nicht). Die Nicht-Migranten haben auch da immer noch gute Ergebnisse. Auch beim IQB-Bildungstrend 2021 gibt’s katastrophale „Disparitäten“ trotz aller Bemühungen, denen entgegenzuwirken (das erklärte Ziel aller Schulpolitiker). Alle Rezepte versagen auf breiter Front. Vielleicht ist ja die extreme „Vielfalt“ der SuS doch nicht ganz so segensreich wie man dachte.
Ich will nichts schlechter reden als es ist, aber diese rosaroten Illusionen über die Schule in Finnland und Schweden sollten besser aufhören. Warten wir mal PISA 2022 ab, im Dezember gibt’s die Ergebnisse.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

@Carsten60
War mir klar, dass Sie die Migranten als hauptproblem sehen. Ich sehe es als EIN Problem. Was sagen Sie aber zu der angeführten überstürzten Lehrplanreform. Gibt es da vielleicht doch Parallen zu den „Reformen“ in D?

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich habe weder von einem Hauptproblem gesprochen noch habe ich die Schulreformen ignoriert. Man liest viel über abenteuerliche Schulreformen in Finnland, ja. Die sind wohl noch unausgegoren und werden kaum was verbessern. Das liegt dann — wie in Deutschland — daran, WER solche Reformen haben will und WER sich dafür starkmacht: Leute, die für sich selbst mit vollmundigen Sprüche die Zukunft des 21. Jahrhunderts in Anspruch nehmen. Die Fehler bei solchen Reformen sind in der Tennissprache „unforced errors“. Aber schauen Sie einfach in die Statistik von Tabelle 6.6., die ich angegeben hatte. Eine ganz nüchterne, vollkommen unideologische Statistik. Es gibt ein Problem mit den „Disparitäten“ in großen Teilen von Europa, ignorieren hilft gar nichts, das Problem verschlimmert sich dadurch erst recht.

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Zusatz: Welche Reformen Finnland konkret gemacht HAT, konnte ich gar nicht finden. Da ist manches ANGEKÜNDIGT (Schulfächer abschaffen, Schreibschrift abschaffen).

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

Vielleicht wäre es eine gute Idee, statt irgendwelcher neuer theoretischer Studien, mal Praktiker in verschiedene Länder an verschiedene normale (keine Vorzeige-)Schulen zu schicken. Dann könnte man mal wirklich vergleichen, was, wo und warum funktioniert oder auch nicht. Ach, geht leider nicht, dann würden hier ja noch mehr Lehrer zeitweise fehlen und es kostet Geld. Vielleicht würde ein Lehreraustausch funktionieren, zumindest zwischen deutschsprachigen Ländern? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass an Ursachenforschung für die Bildungsmisere kein Interesse besteht. Es werden immer nur neue „Ideen“ entwickelt, ohne die vorherigen auf ihre Tauglichkeit getestet zu haben.

moi aussi
1 Jahr zuvor

„Wenn man vor dem Abgrund steht, dann ist der Rückschritt ein Fortschritt.“ – Friedensreich Hundertwasser

Lanayah
1 Jahr zuvor
Antwortet  moi aussi

Ein Super-Zitat! Werde ich mir für künftige Poesie-Alben merken.

Carsten60
1 Jahr zuvor

Was die GEW verschweigt: In Frankreich mit seinem ungegliederten Schulsystem ist die Zahl der Schulabbrecher noch höher als in Deutschland und die Zahl derjenigen mit NEET auch. Auch die Jugendarbeitslosigkeit ist höher.
Es ist also kein logisches Argument, eine Verbesserung in diesen Punkten mit der Veränderung des SchulSYSTEMS erreichen zu wollen.
Außerdem ist es nicht redlich, für ein verändertes Schulsystem dann gleich mehr Ressourcen zu fordern. Mit mehr Ressourcen ist JEDES Schulsystem leistungsfähiger als mit weniger. Im übrigen verschlingt allein eine große Schulreform enorm viele Ressourcen. Man überlege mal, wie viele Kommissionen in 16 Bundesländern da wie lange drüber brüten würden.

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  Carsten60

In Frankreich wird nicht differenziert, jedenfalls nicht an der einen ganz normalen Schule, an der ich während eines dt-frz. Austausches hospitieren durfte. Die, die nicht wollten /konnten mussten leise sein, das war’s.

Freiya
1 Jahr zuvor

Gebetsmühlenartig wird die Forderung nach „Gemeinschaftsschulen“, in denen Kinder von Klasse 1 bis Klasse 9/10 gemeinsam lernen wiederholt. Meine 30jährige erfahrung als Lehrkraft hat mir gezeigt, dass die zugrundliegende Ideologie -„Schwache lernen von den Starken“- einfach nicht stimmt! Die intellektuell Schwachen schwingen sich zum Wortführer auf und hindern Leistungswillige daran, ihr Potential zu entfalten, so herum wird ein Schuh draus!
Bitte legt doch einmal die rosarote Ideologiebrille ab und seht der Wirklichkeit ins Auge!

Dagmar Schäfer
1 Jahr zuvor

Bildungswende durch flächendeckende Doppelbesetzung mit Lehrkräften in allen Grundschulklassen erreichen, das ist einfach und möglich in einem Zehnjahreszeitraum, das ist Hilfe, die bei jedem Kind ankommt und wirkt.
http://Www.laestigbleiben.de
Jetzt am Volksantrag in BW beteiligen: Formblatt ausdrucken, unbeglaubigt an GUTE Schule JETZT , Schuppenhörnle 19, 79868 Feldberg senden.

Lisa
1 Jahr zuvor

Nun ja, Schulabbrecher, die das Gymnasium nach der neunten verlassen, bekommen den Hauptschulabschluss. Nach der zehnten Realschulabschluss. Ich weiß nicht, ob das immer noch der Fall ist, aber 2014 war es in SH so. Logik des GEW: Wenn alle aufs Gymnasium gehen, geht keiner ohne Abschluss ab.

Freiya
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lisa

Nur WERDEN nicht alle die 9/10 schaffen!

Freiya
1 Jahr zuvor

Nein! Einfach falsch!
Wieso lernt die GEW nicht endlich aus den tatsächlich vorhandenen Gegebenheiten, statt ideologieverbohrt den Karren immer weiter in den Dreck zu ziehen?
Wir HATTEN mal leistungsstarke und leistungswillige Schüler*innen! Das ist vorbei. Warum muss jeder gleich sein, warum nicht gleich viel wert?

Rein logisch KANN es doch gar nicht stimmen, dass ein Kind in lauten Klassen von 30 und mehr Kindern und EINER Lehrkraft genau so viel profitiert, wie in Klassen mit 8 Kindern und 2 (zwei) Lehrkräften! Und das Märchen davon, dass schwache Schüler*innen von starken profitieren kann ich nicht mehr hören, denn es genau das: Ein Märchen!
Die armen I-Kinder merken genau, dass sie nicht mitkommen und es frustriert sie zutiefst! Will man das? Möchte man Kinder so verletzen? Möchte man, dass diese verletzten Kinder ihre Verletzungen dann weiter tragen?