Lehrerverbands-Präsident will Abitur-Rede mit ChatGPT schreiben – und scheitert

7

Stefan Düll, der neue Präsident des Deutschen Lehrerverbands, hadert noch mit den Anweisungen – im Fachjargon «Prompts» – an den KI-Chatbot ChatGPT. Den Versuch, eine Abiturrede mit der durch Künstliche Intelligenz (KI) ausgestatteten Software zu schreiben, habe er wieder aufgeben müssen, sagte Düll den Zeitungen der Funke Mediengruppe. «Das ständige Nacharbeiten mit neuen Aufträgen an die KI war mir irgendwann zu blöd. Ich muss mich da noch mehr einarbeiten.»

„Mit Zuversicht rangehen“: Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands. Foto: Deutscher Lehrerverband / Andreas Gebert

Dennoch befürworte er den Einsatz von ChatGPT an den Schulen. «Wir müssen auch mit einer gewissen Zuversicht rangehen, den Kindern die Chancen zeigen und es auch im Unterricht anwenden.» Im Deutsch-Unterricht sei es dann zu Beispiel die Aufgabe, die KI ein Barock-Gedicht schreiben zu lassen – um es dann mit einem Originalgedicht zu vergleichen.

Der 58-jährige Düll ist Gymnasiallehrer für die Fächer Deutsch, Geschichte und Englisch. Seit 2014 ist er Schulleiter am Justus-von-Liebig-Gymnasium in Neusäß bei Augsburg, seit dem 1. Juli auch Präsident des Lehrerverbands als Nachfolger von Heinz-Peter Meidinger. News4teachers / mit Material der dpa

Kultusministerium sieht im Einsatz von KI großes Potenzial für den Unterricht

Anzeige


Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei

7 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Martin
7 Monate zuvor

Lustig! Ich hab dieses Jahr ebenfalls versucht, die KI zum Schreiben der Abrede zu verwenden und bin grandios gescheitert. Hab dann vollständig so runtergeschrieben (und nicht wie in den letzten Jahren mit viel Literatur seit Ostern dran gearbeitet). So begeisterte Kritiken wie dieses Jahr hatte ich noch nie 😆
https://die-sinis.de/abiturrede-2023

Georg
7 Monate zuvor

Hat der Schulleiter an meiner Schule auch als einleitende Worte ganz bewusst gemacht. Hat man am Stil gemerkt. War tatsächlich nicht gut.

Lera
7 Monate zuvor

Der nächste kommunikative „Geniestreich“ von „unserem“ „charismatischen“ „Chef“-„Lobbyist“.

Sollte er mal seine Autobiografie veröffentlichen, wäre mein Titelvorschlag:

„…“

447
7 Monate zuvor

Es soll vielleicht menschlich und nah wirken…aber als Vollakademiker (und dann noch Vorsitzender eines entsprechenden Verbandes) so viel….“Neuland“-Attitüde zu demonstrieren und das wohl auch noch cool zu finden…ach, ich weiß nicht…irgendwie werde ich gerade müde. So hundemüde…Zeit, den Grill anzuschmeissen, 18:05 ist Grillerzeit in Haus 447.

Realist
7 Monate zuvor

„Prompt engineering“ ist mittlerweile eine hochspezialisierte Tätigkeit und wird auch entsprechend bezahlt. Sogar (Online-) Universitäten bieten dazu spezielle Kurse an. Warum müssen das Lehrkräfte jetzt zusätzlich zu ihrer normalen Tätigkeit, die genug Zeit frisst, lernen und können?

Lisa
7 Monate zuvor

Ich dachte mir das. Und deshalb wird die KI auch nur Schülern, die eh schon clever sind und wissen, was sie wollen, nützen. Und da diese ohnehin gute Noten schreiben, ist doch alles nicht so tragisch. Tipp von mir: Besonders gut kann die KI zitierte Stellen paraphrasieren und soweit verändern, dass sie als Eigenleistung durchgehen können.

Wörner
7 Monate zuvor

Habe meine Abschiedsrede als Lehrer von Chatgpt verfassen lassen. Keiner hat es gemerkt. Die Bekanntgabe des Verfassers wurde von großem Applaus begleitet