Ein Gastbeitrag von Bob Blume: „Es ist Zeit, aufzuwachen“ – KI wird den Unterricht radikal verändern!

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DÜSSELDORF. Bob Blume ist unter anderem Buchautor („Zehn Dinge, die ich an Schule ändern würde“), Podcaster („Die Schule brennt“) und ein sowohl in den sozialen Medien wie im Fernsehen präsenter Bildungsinfluencer – kurz: der wohl bekannteste Lehrer in Deutschland. In seinem folgenden Gastbeitrag auf News4teachers beschreibt er die Folgen, die Künstliche Intelligenz für den Unterricht haben wird. „Nach dem ersten Hype rund um ChatGPT fallen viele Lehrkräfte zurück in alte Muster. Dabei ist jetzt noch die Zeit, sich vorzubereiten“ – meint er. 

Wie kann Lernen relevant bleiben – fragt Bob Blume. Foto: Niko Neithardt

Die Reaktionen meiner Kolleginnen und Kollegen reichten von Erstaunen über Irritation bis zu einem veritablen Schock. Kein Wunder, war dies doch auch meine erste Reaktion gewesen, als ich die die neue Video-KI aus dem Hause Heygen Labs ausprobiert hatte.

Während die Möglichkeit, einen eigenen Video-Avatar von sich selbst zu erstellen, noch als lustige, aber für die meisten unbrauchbare Spielerei durchgehen konnte, sind wir nun Zeugen einer wahrgewordenen Science-Fiction-Phantasie: Bis zu fünf Minuten lange Videos können hochgeladen und unterschiedlichste Sprachen übersetzt werden. Der Clou: Die Stimme bleibt nahezu gleich, die Lippen bewegen sich nach der Aussprache der Übersetzung. Man kann das nicht beschreiben, man muss es sehen. Es ist irre!

 

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Ein Beitrag geteilt von Bob Blume (@netzlehrer)

Frei nach Sascha Lobo könnte man sagen: Für viele ist das der „Realitätsschock“ des Lehrerzimmers. Dabei ist das Wort sehr präzise, denn wir haben es nicht mehr mit einer Zukunftstechnologie zu tun, sondern mit der Gegenwart.

Dabei erscheint es zunächst, gerade für Lehrer-Kollegien, wichtig, mit einem Missverständnis aufzuräumen. Es geht bei KI nicht um einen Trend oder einen Hype. Und es geht auch nicht um Missionare, die alle anderen davon überzeugen sollen, dass wir nun alle Videos übersetzen lassen und KI nutzen müssen. Es geht noch nicht einmal um die nachvollziehbare Frage danach, inwiefern wir noch Sprachunterricht brauchen.

Worum es geht habe ich vor einiger Zeit in einer Frage formuliert, die wir über kurz oder lang beantworten müssen:

„Wie kann Lernen zu einem Prozess werden, der selbst als so sinnstiftend wahrgenommen wird, dass sich in seiner individuellen und dialogischen Vertiefung eine Weiterentwicklung des (jungen) Menschen im Hinblick auf kognitive, physische, persönliche und professionelle Fähigkeiten ergibt?“

Ich gebe zu: Sie ist klobig und kompliziert. Eine Verkürzung wäre: Wie kann Lernen relevant bleiben?

Wie kann Lernen relevant bleiben, wenn ich alles schreiben, übersetzen, zusammenfassen, strukturieren und sogar vortragen lassen kann.

Anstelle einer Antwort möchte ich nochmals konkret werden und in einigen Punkten beschreiben, was wir als Lehrkräfte jetzt schon, ohne uns großartig eingelesen zu haben, mit Tools wie ChatGPT oder der datenschutzkonformen Version für Schulen SchulKI  machen können.

  • Wir können mit wenigen Klicks und innerhalb von drei Minuten einen Elternbrief anfertigen.
  • Wir können eine ganze Unterrichtseinheit planen.
  • Danach können wir für die einzelnen Bereiche jeweils Verlaufspläne erstellen.
  • Für die Verlaufspläne können wir Arbeitsbläter erstellen (für beides gibt es eine KI, die einem unglaublich viel Arbeit abnimmt: https://www.to-teach.ai)
  • Oder einen Text übersetzen, zusammenfassen oder für eine bestimmte Klassenstufe oder Klasse umformulieren.
  • Fragen zum Text generieren oder einen Lückentext.

Und es geht noch viel, viel mehr. Im Sprachunterricht brauchen wir nicht mehr nur die Texte über Schüler aus London lesen. Wir können gleich mit jemandem aus London „sprechen“ (vgl. https://bobblume.de/2023/03/25/unterricht-chatgpt-als-interaktiver-lernpartner/ ). Und mit dem richtigen Prompt (also Eingabebefehl) können wir dafür sorgen, dass der Chatbot nicht nur antwortet oder lobt, sondern sogar verbessert.

Und das alles kann entlang des Lehrplans geschehen.

Und wenn wir dann noch weiter denken, sind wir bei so präzisen Assistenten, bei adaptiven Lernbegleitern, dass wir plötzlich in der Lage sind, eine Binnendifferenzierung vgl. vorzunehmen, wie es nie zuvor möglich war. Nie zuvor! (vgl. www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/bob-blume-im-gespraech-ueber-chatgpt-in-der-schule-18904325.html)

Es ist provokant, aber ich bleibe dabei, was ich vor einiger Zeit auf X schrieb: Wer meint, ChatGPT und alle Folgemodelle seien nichts anderes als Wikipedia mit anderen Mitteln, haben sich schlicht zu wenig damit befasst und werden noch böse auf die Nase fallen.

Der Unterschied sollte klar sein: Während man die technischen Entwicklungen der letzten Jahre noch ignorieren konnte, ist das nun nicht mehr möglich. Entweder nutzt man ChatGPT und Co. im Unterricht – dann nutzen es die Schülerinnen und Schüler. Oder man tut es nicht – dann nutzen sie es auch.

Nur haben wir natürlich ein Problem. Wir alle haben gelernt, wie Unterricht auszusehen hat. Wie Unterricht funktioniert. Wir wurden bewertet nach Maßstäben, die Unterricht als präzise Abfolge von Schritten sehen, die alle Kinder zur selben Zeit tun. Und obwohl wir und nach den Lehrproben davon gelöst haben, ist doch ein Bild von Unterricht in unseren Köpfen, das sich schwer durchbrechen lässt. Ich denke: Wir müssen es durchbrechen.

Nicht weil das schick oder hip oder progressiv ist. Und auch nicht, weil ich direkte Instruktion ablehne oder denke, dass Frontalunterricht des Teufels ist. All die Bestandteile von tradiertem Unterricht können durchaus in Zukunft eine Rolle spielen.

Aber, und das ist der Punkt, wenn wir die Individualisierung nicht ernst nehmen. Wenn wir nicht ernst nehmen, dass Schülerinnen und Schüler nun überall dort KI nutzen, wo sie es können (und Hand aufs Herz: warum auch nicht!? Als hätten wir damals nicht Informationen mit Alta Vista gesucht und für unsere Referate genutzt). Wenn wir weiterhin das eigentliche Lernen in die Hausaufgabe verlagern. Wenn die Übung weiterhin zuhause geschieht. Dann outsourcen wir das Wichtigste, das wir haben: Die einzige Möglichkeit, als die neuen Technologien gemeinsam zu verstehen. Dort, wo alle die annähernd gleichen Bedingungen haben. Dort, wo man helfen kann.

Alles wird sich ändern, so oder so. Aber es wäre wünschenswert, wenn wir erkennen, dass wir die Schwelle zu einem neuen Zeitalter längst überschritten haben. Es ist Zeit, aufzuwachen! Bob Blume / News4teachers

Schummeln verboten! Schulministerium gibt KI-Leitfaden heraus: Wie Lehrkräfte mit ChatGPT umgehen sollen

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kanndochnichtwahrsein
10 Monate zuvor

Ist Lernen nicht Gehirnentwicklung?

Geht das, ohne das Gehirn selbst zu nutzen?
Geht das ohne persönliche Beziehungen?
Geht das ohne Versuch und Irrtum?
Ohne reale Begegnung und Erfahrung?
Geht das vor allem ohne Emotionen?

Was davon kann KI wirklich übernehmen?
Wenn ja wie?
Wer steuert es dann?

Und was, wenn es nicht funktioniert?
Zeigen Kinder/Schüler nicht heute schon Anzeichen nicht/anders/unter(?) entwickelter Gehirne, haben sie nicht heute schon massive Defizite (zumindest ich empfinde es als qualitatives Defizit) durch Verlust/Verzicht auf Beziehung, Aufwachsen weitgehend ohne Lernen durch reale Erfahrung, Überfrachtung/Überforerung durch inadäquaten/nicht altersgerechten Input durch Medien und ohne ausreichende persönliche Beziehungen als Korrektiv?
Löschen sie nicht heute schon den Rest des gerade mühsam gelernten, wenn sie hinter der Klassentür gleich ihr Samrtphone zücken und in andere Welten abtauchen?

Als Biologin wird mir angst und bange…

Uwe
10 Monate zuvor

Was davon kann KI wirklich übernehmen?
Wenn ja wie?“

Steht doch im Text: Die komplette Unterrichtsvorbereitung inclusive Erstellung der Arbeitsblätter und Übungsmaterialien , theoretisch auf unendlich vielen Leistungsniveaus. Langfristig sicher auch die Korrektur von Klassenarbeiten.

„Und was, wenn es nicht funktioniert?“

Macht man halt was anderes. Mit dem Argument hätte man noch nicht mal das Feuer ausprobieren können. Ob es funktioniert weiß man immer erst hinterher.

Fresh L
10 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Sie haben sicherlich recht.

Nur ist der bisherige KI-Stand bzw. der Nutzen mMn nichts weltbewegend Neues.
Mein existierendes Lehrmaterial differenziert ebenso und für meine individuellen Lerngruppen und innerhalb dieser für die einzelnen Lern-Individuen muss ich ohnehin selbständig differenzieren und anpassen und mich persönlich kümmern, wenn ich denn möchte und die Zeit und Logistik haben, es für 30 unterschiedliche Kinder jedes Mal in jeder Klasse zu tun.

Ich habe zumindest noch nicht wahrgenommen, dass eine KI sämtliche Lernschwerpunkte, Lerneigenarten, Soziale Kompetenzen, das Leistungspotenzial, individuelle Lernvoraussetzungen, Lernziele, etc pp für jede 30er Klasse individuelle auf die einzelnen Lernenden bezogen integrieren, analysieren, organisieren, auswerten und dann für jedes einzelne Fach inhaltlich passend und zuverlässig für die Unterrichtsplanung einbinden und nutzen kann.

Dazu müssten wohl zunächst die technischen und vor Allem datenschutzrechtlichen Möglichkeiten geschaffen werden sämtliche Daten und Informationen der Lernenden in eine KI einzugeben und verarbeiten zu lassen.
Spätestens beim datenschutzrechtlichen Aspekt sehe für die nahe, mittelfristige und langfristige Zukunft der KI kein Licht am Ende des Tunnels.

Ausdrucken tut die KI auch noch nicht und legt den Kindern das Arbeitsmaterial und Klassenarbeiten auf den Tisch.

Und wenn wir in Deutschland ohnehin noch lange nicht so weit sind, dass überhaupt flächendeckend digital und papierlos in der Schule und Im Unterricht mit Laptop und entsprechender Benutzerkompetenz für jedes Kind gearbeitet werden kann, brauchen wir uns mMn noch nicht so viele Gedanken machen um organisiert angewandte und konsequent sowie zuverlässig nutzbare KI im Schulunterricht integrieren zu können.

Das ist keine Kritik oder Ablehnung der modernen digitalen Zukunft gegenüber.
Nur möchte ich damit zum Ausdruck bringen, dass für schon immer engagierte und in alle Richtung tolerante und offene 50+ Lehrkräfte wirklich kein Bedarf mehr besteht sich über KI in ihrem Unterricht für die letzten 18 Jahre Gedanken oder Probleme zu machen, nur um immer wieder feststellen zu müssen, dass alles nur halb oder gar nicht funktioniert aus welchen Gründen auch immer.

Aber ich wünsche den zahlreichen neuen Lehrkräften der Zukunft viel Spass und Erfolg bei der flächendeckenden und dann hoffentlich völlig normalen Nutzung von KI im Unterricht und Schulbetrieb. Meine Ur-Ur-Ur-Enkel können mir dann an meinem Grab davon berichten.

Riesenzwerg
10 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Chatty hat mir geschrieben, dass er keine ABs macht.
Unterrichtsplanung hingegen kann er gut.
Ideen für Klassenarbeitsaufgaben hat er auch.

Aber – was lernen die Kids?

Heute im LRS-Unterricht – „Warum nehmen Sie die Kreidetafel?“

„Wenn du mir garantierst, dass du bei Stromverschwendung digital und mit Beamer das jetzt richtig lernst und dann kannst, gerne.“

„Och, nö.“

Noch Fragen?

GriasDi
9 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Wenn ich langweiligen Unterricht halten möchte, dann frage ich die KI. Deren Unterrichtskonzepte sind für die Tonne, genauso wie deren Aufgaben usw. (zumindest in Physik, nix kreatives, nix spannendes).

Pit2020
10 Monate zuvor

@kanndochnichtwahrsein

Die Antwort auf fast alles 😉
https://www.youtube.com/watch?v=_dAtdSVeiLM

Dil Uhlenspiegel
10 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Danke, Pit! Gutes Video.

potschemutschka
9 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Dieses Video sollte Pflichtprogramm für alle KuMis sein!

Lehrerin
10 Monate zuvor

Genau! Und ich finde es höchst bedenklich, wenn „Deutschlands bekanntester Lehrer“ sich mit seinem oberflächlichen und fragwürdigen Ruhm dafür einsetzt, dass KI eine unverzichtbare Grundlage für den Unterricht sein soll. Dass es an geeigneten Stellen dafür Einsatzmöglichkeiten gibt, ist keine Frage. Aber zuallererst muss in den Köpfen der Kinder und Jugendlichen das Basiswissen da sein, das sie befähigt, gute von falschen Quellen oder wissenschaftliche Zusammenhänge von zufälligen Koinzidenzen zu unterscheiden. Ich kann nur Wissen vernetzen und dazulernen, wenn die Haltepunkte für das Netz da sind, sonst bricht alles zusammen. Per Google oder ChatGPT oder sonstwo im Netz eingeholte Informationen sind noch lange kein Wissen, mit dem man arbeiten kann, und Verstehen setzt eine eigene geistige Leistung und Beschäftigung mit der Sache voraus. Der Spruch „Man kann alles im Internet finden, also ist Faktenwissen überholt“ ist einfach nur dumm. Oder googlen wir an jeder Kreuzung die Vorfahrtsregeln? Genauso wenig kann man ohne intrinsisches eigenes Wissen anspruchsvolle Aufgaben verstehen und lösen. Das Denken sollte man nicht an eine sogenannte KI abgeben (wollen)!
Eigentlich sollte ein Gymnasiallehrer das wissen, aber Blume mit seinen Ideen müsste eigentlich sowieso schnellstens und mit Freude an eine GMS wechseln – dann müsste er auch keine (ihm angeblich verhassten) Noten mehr geben… Das „Niveau“ dort passt.

Küstenfuchs
10 Monate zuvor
Antwortet  Lehrerin

Sie haben offenbar überhaupt nicht verstanden, worum es überhaupt geht. Das wird offensichtlich, wenn Sie Google und ChatGPT in einem Atemzug nennen, sind dies doch völlig grundverschiedene Dinge.
Es geht um Fragen wie:

Braucht man noch über Englisch hinausgehenden Fremdsprachenunterricht, wenn in 10 Jahren die Kommunikation durch Übersetzungswerkzeuge in Echtzeit funktioniert, die Kenntnis fremder Sprachen also ohne praktischen Nutzen ist?

Braucht über das Grundverständnis hinaus Rechenfertigkeiten, wenn man schon heute nur per App eine Aufgabe abfotografieren muss und die detaillierte Lösung angezeigt wird? Muss man sie nur noch verstehen und nicht selbst ausführen können?

Blume hat nie behauptet, dass Faktenwissen obsolet wäre. Auch nicht, dass Kinder ohne jedes Basiswissen auskommen, wie Sie unterstellen. Es wäre schön, wenn Sie mal den Text sinnerfassend lesen und verstehen würden, ehe Sie ihn inhaltlich auf eher peinliche Weise zerreißen.

Zu glauben, künstliche Intelligenz hätte keinen grundlegenden und umwälzenden Einfluss auf künftigen Unterricht, ist völlig naiv und nicht wirklich schlau!

Lehrerin
10 Monate zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Es ist einfach die Frage, ob man selbst denken und verstehen kann oder sich mehr und mehr von Maschinen abhängig machen will, deren Algorithmen man nicht durchschaut, oder Systemen vertraut, die mit Programmen arbeiten, die man selbst nicht mehr kontrolliert oder kontrollieren kann. Einer Manipulation ist damit Tür und Tor geöffnet. Würden Sie Verträge mit Firmen unterschreiben,
deren Texte nur automatisiert übersetzt sind? Man sollte über das Bestellen eines Getränks im Urlaub hinaus denken. „Wer nichts weiß, muss alles glauben“ kann nicht unsere Richtschnur bei der Bildung sein, dafür sind mir meine Schüler zu schade, aber manche sind offensichtlich auch mit Wenigem zufrieden…. Wenn solche Umwälzungen zu einem Rückgang von Denkfähigkeiten führen oder gar gezielt – aus Bequemlichkeit – zu Denkfaulheit erziehen (sollen?), dann kann man die Bildung an der Stelle vergessen.
„Sapere aude“ ist für begabte Kinder und Jugendliche und damit auch für unser Land der Schlüssel zum Erfolg! Mit Kretschmanns Knopf im Ohr gibt’s im LÄND bald keine Cleverle mehr…

Fresh L
10 Monate zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Es ist nicht schlau, alles über Bord zu werfen wegen der KI und dem bloßen Anwender-Nutzen der darin liegt.

Sie müssen wirklich genau überlegen:

Was passiert wenn das Internet tatsächlich einmal in ferner Zukunft abschaltet und niemand mehr da ist, der das Rechnen über Basiswissen hinaus erklären und selbständig anwenden kann und somit auch niemand mehr da ist der eine eventuell neue KI über das Basiswissen hinaus füttern könnte.

Entsprechend verhält es sich mit Sprachen und anderen geistigen Fertigkeiten und Fähigkeiten.

Wie wollen Sie sicherstellen, dass es mit einer allwissenden KI noch genügend motivierte Menschen gibt, die dieses „unnütze“ Spezialwissen, da ja in der KI für jeden verfügbar, über das Basiswissen hinaus noch erlernen wollen.

Wenn sich Menschen finden würden, werden diese dann zu den alleinigen mächtigen Wissenden. Das ist gefährlich, sehr gefährlich.

Wir sprechen hier nicht, wie Blume es gerne tut, von der reinen Einbindung der KI in den Unterricht und alles wird gut.

Es geht um komplexe zukunftsweisende Entscheidungen, die unter Umständen, so dramatisch und übertrieben es für Sie klingen mag, die Existenz der frei denkenden, reflektierten, selbstbestimmten und wissenden Menschheit betreffen.

Was_mal_gesagt_werden_muss
10 Monate zuvor
Antwortet  Lehrerin

@Lehrerin: Eigentlich sollte eine Lehrerin – egal wann welcher Schulform – weder ad hominem noch pauschalisierend-polarisierend argumentieren. Obwohl Sie viel Richtiges schreiben, entwerten Sie sich dadurch selbst – vermutlich ohne es zu merken oder zu verstehen, was ich meine. Schade.

Fresh L
10 Monate zuvor

entwerten Sie sich dadurch selbst – vermutlich ohne es zu merken oder zu verstehen, was ich meine. Schade.“

Ist das nicht ein hervorragendes Beispiel für „ad hominem“ und „pauschalisierend-polarisierendes“ Argumentieren?

Nur weil man dieses bei seinem gegenüber wahrnimmt, berechtigt dies es selbst zu tun.

Fresh L
10 Monate zuvor

„Als Biologin wird mir angst und bange…“

Als Sportlehrer eigentlich weniger ob des Einfluss‘ der KI.
Nur bangt man jeden Morgen auf’s Neue, ob das Fach heute komplett abgeschafft wurde.

Keine KI der Welt oder des Universums kann die Notwendigkeit der eigenen aktiven Bewegung für das motorische und koordinative Lernen ersetzen.

Es kann bewegungsunfähigen und -eingeschränkten Menschen sicherlich helfen, aber mMn nie die körperliche und sensomotorische Verkümmerung des Menschen ohne Sport und aktive Bewegung verhindern oder kompensieren.

Benji
7 Monate zuvor

Es widerspricht meinen täglichen Beobachtungen, dass junge Menschen heute angeblich Defizite haben. Ich bin der festen Meinung, dass junge Menschen heute fitter sind als in der Vergangenheit. Man kann vielleicht keine Gedichte mehr auswendig aufsagen, sich aber sehr schnell neuen Situationen anpassen. Das ist eine Fähigkeit, die notwendig ist, in einer sich schnell wandelnden Welt. Zu allen Zeiten waren Lehrer der Meinung ihre Schüler würden immer dümmer oder fauler. Gestimmt hat das nie.

Fakten sind Hate
10 Monate zuvor

Ich empfehle dem Autor sich mal nicht mit dem Marketingbegriff „ChatGPT“ zu beschäftigen, sondern insbesondere mit dem Verfahren GPT in Hinblick auf einen Vergleich zwischen den Versionen 3.x und 4.x.

Anschließend sollte er sich phind ansehen. Falls er sich etwas mit Programmierung auskennt, wird er vielleicht bemerken, dass das GPT Verfahren (phind) u.a. auf eine vorbewertete Datenbasis wie z.B. Stackoverflow zurückgreift und diese Daten je nach Promtanweisung kombiniert.
Solange sich die Anfragen auf reguläre Ausdrücke (Fachbegriff) innerhalb einer Programmiersprache beschränken, kann das GPT durchaus ansehnliche, jedoch nicht immer funktionierende angepasste Quellcodes generieren. Weiterführende Anfragen kann GPT jedoch nicht beantworten. (Die Quellbasis wird als Verlinkung sogar angezeigt)

Es sollte schnell klar sein, dass GPT4 keine KI ist, sondern eher eine Suchunterstützung, die dem Profi deutlich die Suche verkürzt.
Die Suchergebnisse müssen dennoch interpretiert/korrigiert oder verworfen werden. Das kann ein Anfänger nicht. Jedoch steht dem Anfänger und Profi eine Instanz bei, der sich vom Geschafel der GPT-Suchmaschine nicht beeindrucken lässt. Der Compiler.

Fresh L
10 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Okay, ich verstehe die von Ihnen genannten Zusammenhänge und dass Ergebnisse noch immer quergecheckt werden sollten.

Nur ist es nicht so, dass (Chat) GPT die Suchergebnisse ausserdem bereits auf unterschiedlichste Weise in diversen Sprachen an verschiedenste Umstände und Vorgaben angepasst und jedes Metier bzw. Szenario abbildend präsentierbereit aufbereiten kann?

Der Zauberlehrling
10 Monate zuvor

ChatGPT findet, dass der Browser unserer etwas über ein Jahr alten digitalen Tafeln zu alt sind.

Update? Geht nicht oder nur schwer im Turnschuhnetzwerk . Angeschafft ohne Nachzudenken.

Bei vielen Antworten lag das Programm falsch.

Dil Uhlenspiegel
10 Monate zuvor

Bin gerade aufgewacht. Immer dieser Traum, wir stünden nun aber ganz echt und sowas von radikal an der Schwelle zu einer vollkommen neuen Zeitrechnung in der Bildung … ziemlich zäher Traum, der kommt bei mir alle paar Jahre wieder.

Blau
10 Monate zuvor

Schön und gut, aber wie soll ich KI zur individuellen Förderung im Unterricht einsetzen, wenn nicht jedes Kind ein Endgerät hat? IPads haben wir 0,1 pro Schüler und es gibt ein Verleihsystem, wo gilt wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Zudem nehmen manche Kollegen die iPads auch ohne Reservierung einfach und zack steht man ungeplant ohne da. Oder es sind wieder einige kaputt.
Ohne Willen von oben wird das nichts. Und der Digitalpakt wurde ja nicht verlängert…

AvL
10 Monate zuvor
Antwortet  Blau

Das System übersetzt lediglich den selbst produzierten Text in eine andere Sprache, ohne dass die betroffene Person selbst aktiv am Übersetzungsverfahren geistig teilnimmt.
Derartige Geräte werden teilweise schon von nicht der deutschen Sprache mächtigen Personen eingesetzt, um sich über medizinische Prozeduren und Eingriffe aufklären zu lassen. Es verbleibt aber dann ein Restrisiko beim Aufklärendenin Bezug auf die juristische Anerkennung im Streitfall.

Karina Burgwedel
10 Monate zuvor

somit ist mehr Hybridunterricht möglich. 2-3 Tage homeoffice

Das entlastet die Lehrkräfte und sie können Stunden von zuhause aus unterrichten

Blau
10 Monate zuvor
Antwortet  Karina Burgwedel

Schön wär’s. Es klappt schom in der Schule vor Ort nicht, wenn du sagst:Jetzt bearbeiten alle ihre Aufgaben. Viele Kids brauchen Starthilfe, Motivation und oft arbeiten sie auch nur für dich als Lehrkraft. Ohne reale Beziehung zur Lehrkraft schaffen es nur ein paar besonders intrinsisch motivierte und gleichzeitig hinreichend begabte SchülerInnen so zu lernen.

Tanja
10 Monate zuvor
Antwortet  Blau

wenn es keine Lehrkraft gibt oderr zu wenige, klappt das aber auch nicht.
Machen Sie dochn paar Stünchen online und besonders ab der 9-10 Kl hoch

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Karina Burgwedel

Ich habe zwei Fragen an Sie:
Wie stellen Sie sich denn „von zuhause unterrichten“ vor? Ich meine: ganz konkret?
Worin besteht der Mehrwert für Schüler und Lehrer?

potschemutschka
9 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Ich finde es immer wieder schade, dass Fragen hier im Forum so oft nicht beantwortet werden. Es kommen hier so oft „kluge Ideen“, aber Nachfragen nach der Umsetzbarkeit verlaufen dann im Sand.

Finagle
10 Monate zuvor

Vermutlich bin ich zu alt für diesen Schock-Zustand.

Mich beschleicht nur der Verdacht, dass die Geschockten gar nicht so recht wissen, worüber sie geschockt sind?

a) dass ein Leistungsnachweis nicht mehr mit den üblichen Mitteln funktioniert
b) dass es mittlerweile technische Hilfsmittel gibt, die eine Leistung erbringen können, die früher Menschen vorbehalten war

oder c) kann es sein, dass die Geschockten in dem Umstand b) mit dem rigiden und behäbigen (Re)Evolutionswillen des deutschen Bildungssystems zu vermittelnde Kernfähigkeiten als obsolet befürchten oder zumindest gemäß a) nicht mehr als überprüfbar ansehen?

Unbestreitbar dürfte wohl sein: Wer die Leistungen nicht selbst, sondern durch ein technisches Hilfsmittel erbringt, der zeigt keine Eigenleistung. Dies kann wohl eine Leistung in der Nutzung der Hilfsmittel darstellen, aber eben nicht in der entsprechenden Disziplin. Aufgabe der Schule ist es aber genau diese zu vermitteln und zu überprüfen, also passt man die Leistungsüberprüfungen an – ist meines Erachtens eh überfällig.

Parallel dazu lernt man – im Zweifelsfall mit allen anderen in dieser Umbruchszeit – was die neuen Hilfsmittel können und was nicht.

Lernende haben schon immer versucht, mit einem Minimalmaß an Anstrengungen gute Noten zu bekommen. Auch und gerade unter Nutzung neuester Techniken. Das sorgt nur dafür, dass die Prüfungen viel präziser nachprüfen müssen, ob die Leistung wirklich vom Lernenden erbracht wird – damit näher an die Quelle gehen, viel grundlegender und damit – schwieriger werden. Letztlich kann sich dann die Nachwelt damit auseinandersetzen, dass keiner mehr so richtig weiß, wie etwas geht, aber durchaus weiß, wo es steht oder welche Technik das kann. Als Kind der 80er bin ich zwar mit Endzeitfilmen wie Mad Max, Flucht ins 21. Jahrhundert und Flucht aus New York aufgewachsen und empfinde die Aussicht eine Gesellschaft heranzuzüchten, die sich immer mehr von der Technik abhängig macht und immer weniger selber noch etwas kann, sehr dystopisch und depressiv, aber das wird der alte, weiße Mann in mir sein – die Zukunft gehört den jungen Menschen, abhängig von Social Media und der Technik für eine grüne Zukunft (für mich zwar ein unauflösbarer Widerspruch, aber das wird schon). Lassen wir sie ihr Glück formen… mit ChatGPT und was da noch so kommen mag.

Pit2020
10 Monate zuvor
Antwortet  Finagle

@Finagle

Ja, die Utopien und Dystopien früherer Tage erscheinen heute gar nicht mehr so fiktional wie vor längerer Zeit.
Ist halt Fortschritt, vermute ich mal, da muss 😉 man offen sein! (Sonst: „Buuuuuuh Boomer!“)

Ichsachmaso:
„Soylent Green is people!“
https://de.wikipedia.org/wiki/%E2%80%A6_Jahr_2022_%E2%80%A6_die_%C3%BCberleben_wollen
Für mich nächsten Dienstag nur Kaffee, danke. 🙂

Fresh L
10 Monate zuvor
Antwortet  Finagle

Damit haben Sie wohl recht.

Umso so mehr auch ein Plädoyer zur Abschaffung der Noten in mittelfristiger oder ferner KI-Zukunft.

Solange der Sportunterricht in Zukunft nicht vollends abgeschafft wird, bin ich als Sportlehrer froh und beruhigt, dass keine jemals existierende KI den Felgaufschwung, den Basketball Layup, die Hip Hop Schritte, die 10 Minuten Seilspringen oder die 20 Liegestütze für die Lernenden physikalisch an derer statt absolvieren kann.

Susi
10 Monate zuvor

Ich lach mich schlapp, an meiner Schule gibt es nicht mal Internet im Klassenraum. Wenn es welchen gäbe, hätten wir keine Endgeräte für die Schüler…
Zu Beginn des Schuljahres wurden die Kopierer abgeholt…

Hans Maiaer
9 Monate zuvor
Antwortet  Susi

Der Blume unterrichtet halt an einem privilegierten Gymnasium.

Fresh L
10 Monate zuvor

Dann soll mein Dienstherr aber bitte auch nicht meckern, wenn in Zukunft mein polyglotter Avatar meinen Unterricht übernimmt, während ich auf Mallorca chille.

Heinz
10 Monate zuvor

Das lustige ist ja, dass ich mich total freuen würde, wenn meine Schüler alles nutzen würden was es gibt. Ich zeige ihnen am laufenden Band Programme und Seiten, mit denen sie teilweise ihre Aufgaben überprüfen könnten oder Fehler finden könnten usw.
Fakt ist zumindest bei meinen Schülern aber: Sie machen es nicht, weil es ihnen einfach scheiß egal ist und sie zu faul sind.
-Wenn ich Hausaufgaben aufgebe, haben höchsten 5-10 Schüler diese gemacht.
-Wenn ich Klassenarbeiten nachschreiben lasse, nehme ich mittlerweile nur noch die Arbeiten, die die anderen Schüler auch hatten, hier hätte ich mich früher bei anderen erkundigt, das passiert aber so gut wie nie.

Es geht bei mir also nicht darum, dass die Kinder weniger lernen, weil sie sich dank KI weniger mit dem Stoff auseinandersetzen, bei unseren Schülern ist das Problem, dass die meisten sich überhaupt nicht damit auseiandersetzen und da ist nun einmal auch eine KI einfach viel zu viel Aufwand für die Schüler.

Im übrigen möchte ich noch einmal erwähnen, was ich immer bei KI Beiträgen erwähne, in NRW darf nur das benotet werden, was im Unterricht geleistet wird, entsprechend kann es mir auch vollkommen egal sein, ob Aufgaben zu Hause mit einer KI gemacht wurden. Im Unterricht kann ich dies kontrollieren oder sogar als Möglichkeit anstelle einer Internetrecherche anbieten.

Melissentee
10 Monate zuvor

Eins scheint der Hype um chatGPT zu vergessen: Es funktioniert nicht im 1:1 Kontakt mit echten Menschen, in einer Unterhaltung ohne Endgeräte. Lerne ich Sprachen, um eine Mail auf der Arbeit zu formulieren, so kann die KI das schneller als wenn ich es mühselig mit meinem Schulspanisch versuche. Ein Bier bestellen geht dann nur noch mit Smartphone in der Hand.

Bildung ist vielleicht später das, was man selbst kann ohne Smartphone in der Hand. Dann gehört echtes Spanisch sprechen können vielleicht bald zum sozialen Kapital, das die obere Schicht weiter für sich beansprucht. Das effiziente Arbeitsvolk „schafft“ mehr durch KI während das geldeinbringende Networking in der oberen Etage noch menschelnd ohne zwischengeschaltete Smartphones läuft.

Selbst sprechen und denken können als das neue Distinktionsmerkmal.

Oberkrämer
10 Monate zuvor

Früher haben so manche Kinder die HA vor dem Unterricht von einem Mitschüler abgeschrieben, der sie gemacht hat. Nun fertigt eine KI die HA für sie an. Früher hatten sie alle möglichen Verstecke für Spickzettel, wenn eine Klassenarbeit o.Ä. geschrieben wurde, jetzt schauen sie heimlich auf ihr Smartphone. Früher wusste man bei HA nie genau, wer sie gemacht hat, die Eltern vielleicht oder die große Schwester, jetzt macht sie die KI. usw.-usf.

Aus analog ist digital geworden. Wie bei den Uhren…….

Geht es darum?

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Oberkrämer

Beim Abschreiben der HA vom Mitschüler musste man wenigstens noch selbst lesen und (ab)schreiben, da blieb manchmal sogar etwas von dem Wissen hängen. Wenn man nur noch ausdrucken muss (bzw. nicht mal mehr das), bleibt bei einigen gar nichts mehr im Kopf hängen.

Ragnar Danneskjoeld
10 Monate zuvor

Alle Beispiele, die Herr Blume da aufzählt, sind schön und gut – aber bestenfalls didaktische Salatbeilage.
„Die neuen Technologien gemeinsam zu verstehen“ ist eben nicht Kernaufgabe des Fachunterrichtes.
Gerade bei der Unterrichtsplanung muss ich selber das Denken übernehmen, sonst weiß ich als Lehrer ja gar nicht, warum ich was gerade im Unterricht behandle und was eben nicht.
Unabhängig davon hätte ich gerne mal einen Beleg, dass KI den Lernerfolg messbar steigert.
Ach, und für die Einladung zum Elternabend habe ich ein Standardschreiben.

Küstenfuchs
10 Monate zuvor

Mich machen viele Diskussionsbeiträge hier völlig fassungslos. Liebe Kollegen, wie verblendet kann man sein? Es geht doch nicht darum, ob nach den Herbstferien eine KI Lehrern oder Schülern helfen kann oder nicht. Oder ob heute alle Schüler ein Tablet haben.

Es geht darum, wie Unterricht in einem relativ kleinen Zeitraum von sagen wir 5-10 Jahren aussehen wird, wenn die meisten von uns vermutlich noch unterrichten.

Mal eine kleine Erinnerung: Vor 5 Jahren hatten wir das Internet als reine Faktensuchmaschine. Schon von 3 Jahren kam eine App auf den Markt, die Mathematikaufgaben in der Mittelstufe nur abfotografieren brauchte und sie dann Schritt für Schritt löste. Seit einem Jahr gibt es die Möglichkeit, Ausarbeitungen und Texte anfertigen zu lassen auf einem Niveau, dass in der Schule zumindest als ausreichend durchgeht, oft auch an der Uni.

Bei diesem Tempo der Verbesserungen ist es nur eine Frage der Zeit, dass Schule und Unterricht auf die Gegebenheiten von Grund auf reagieren muss:

Es wird um die Fragestellung gehen, welche Fakten und Kompetenzen man für die Bedienung dieser Systeme braucht. Es ist doch völlig klar, dass dies auch bedeutet, dass heute noch als wichtig angesehene(s) Wissen/Kompetenzen irrelevant werden, weil sie einfach von der Maschine erledigt werden. Und das war auch schon immer so.

Beispiel: 1980 undenkbar, aber heute können sicher über 50% der Abiturienten nicht mehr ohne neue Erklärung schriftlich die Aufgabe „20992:164“ berechnen. Wird sie das im weiteren Leben behindern? Ich denke nicht. Allerdings müssen alle Abiturienten die Aufgabe „Eine Tippgemeinschaft aus 164 Personen gewinnt 20992 Euro. Wie viel bekommt jeder?“ mit Taschenrechnerhilfe lösen können. Und genau das wird auch so bleiben.

Das bedeutet aber doch in Konsequenz, dass das Erlernen von Rechenverfahren weniger wichtig wird. Vermutlich wird auch der Fremdsprachenerwerb vielleicht außer Englisch völlig überflüssig, wenn es KI-Maschinen gibt, die meine Sprache fehlerfrei und nahezu ohne Zeitverlust in eine andere übersetzen und dabei auch Zwischentöne oder Redewendungen (also nicht „This is a nice train from you“) berücksichtigt.

Canishine
10 Monate zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Wenn ich verschiedene Beiträge richtig verstehe, geht es eher darum, dass man einige Zukunftvisionen in den Raum stellt, wie der individuelle digitale KI-Lernassistent, diese aber an verschiedenen, teils banalen, Realitätsgegebenheiten scheitern und auch absehbar in Zukunft scheitern werden, zumindest in den Zeiträumen, von denen Sie sprechen (WLAN, Internetbandbreite, Schülergeräte, Datenschutz, Räumlichkeiten, …).
Ein kleiner Versuch eines Szenarios: Ein bekannter IT-Konzern bietet einen digitalen Unterrichtsassistenen an, der individuell Aufgabenstellungen produziert und an die Schülerarbeiten anpasst („individualisiertes Lernen“). Daraufhin entwickelt jedes Bundesland einen eigenen DSGVO-konformen Assistenten …
Auch wenn ich natürlich weiß, was Sie meinen, halte ich das Beispiel vom TR für bedenkenswert, denn immerhin sprechen wir über einen Zeitraum von 40 Jahren und zweitens lernen die Kinder heute noch immer schriftliches Dividieren, auch wenn die Bedeutung etwas abgenommen hat. CAS-Systeme gibt es auch schon seit Jahrzehnten, dennoch lernen Schüler nach wie vor Algebra und Analysis.
Und schließlich: Letztendlich ist Lernen auch immer ein sozialer Vorgang, so dass Lehren und Lernen im sozialen Kontakt einen Wert und eine Motivation für sich darstellt.

Fresh L
10 Monate zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Natürlich gebe ich Ihnen recht, dass einige Beiträge (auch einige von meinen) etwas ironisch bis sarkastisch verfasst sind. Dennoch auch immer ein Stück Bildungswahrheit enthalten.

Ich beziehe mich bei meinen Kommentaren auch immer auf den zu den Kommentarspalten gehörenden obigen Bericht.

Dort wird meiner Wahrnehmung nach „angepriesen“ und bildungstechnisch in Szene gesetzt, wie Lernende im Grunde ohne live anwesend zu sein in verschiedenen Sprachen komplexe Vorträge halten könn(t)en, mit akkuraten Lippenbewegungen.

Dann ist z.B. mein Kommentar zum unterrichtenden Lehrer-Avatar nicht viel weiter hergeholt, denke ich.

Aus meiner Lesart des Berichts geht auch nicht hervor, dass es dem Autor übergeordnet darum geht, „welche Fakten und Kompetenzen man für die Bedienung dieser Systeme braucht.“

Sondern eher pauschal darum, DASS KI nun da ist und genutzt werden MUSS, weil es bereits genutzt WIRD.

Sie haben auch sicherlich recht, dass der direkte anwendbare Nutzen des Erlernens der schriftlichen Division in der modernen Zeit nicht mehr offenkundig ist oder meinetwegen auch gar nicht mehr existiert.

Nur für mich zählt beim Lernen auch „der Weg ist das Ziel“.

Kinder entwickeln beim Denken und Verschriftlichen so viele neue Gehirnverbindungen und regen zahlreiche neue Denkprozesse an, die ich leider nicht in der simplen Anwendung einer vorgefertigten KI sehe.
SPIELEN hat auch keinen direkten gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen oder sonst einen Nutzen. Es ist jedoch unabdingbar für die geistige und soziale Entwicklung des Kindes und auch des Erwachsenen.

Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass Sie wirklich der festen Überzeugung sind, Kinder werden in der Zukunft lernen, die KI zu beherrschen, die Funktionsweise im Detail zu kennen, die KI aktiv zu programmieren und relevant zu füttern.
Die Kinder werden, wie es bisher auch in anderen Bereichen der Digitalisierung war und ist, überwiegend lernen, die KI zu benutzen und im Endeffekt somit von ihr benutzt zu werden.

Das ist auch keine altmodische Schwarzseherei, sondern basiert auf Erfahrungswerten.
Welches Kind kann eine simple APP programmieren? Welches Kind kann die Funktionsweise einer simplen APP nachvollziehen?
Aber jedes Kind kann eine APP suchen, finden, downloaden, installieren und nutzen bzw. von ihr benutzt werden im Sinne von, wenn es leuchtet oder eine Push-Nachricht kommt, muss ich die APP sofort öffnen oder ich muss In-App Käufe holen, um die APP besser zu nutzen, weil ich ja keine eigene erstellen kann oder sie selber für meine eigenen Bedürfnisse optimieren kann.

Warum sollte sich das JETZT mit der KI plötzlich ändern.

Ihre Zeitrechnung ist mMn sehr wohlwollend, wenn man bedenkt, dass es das erste Internet in Form des Arpanets bereits seit 1964 gibt und wir bis heute nicht alle Schulen in Deutschland „unfallfrei“ an das Internet angeschlossen und ALLE SuS mit eigenen Laptops ausgestattet haben.

So oder ähnlich sind die Zeitspannen meiner Sichtweise nach auch in anderen Bereichen der Digitalisierung.

Lasst uns sehr gerne das Lernen mit KI in Angriff nehmen und eine detaillierten und gut strukturierte Vorgehensweise erarbeitet, die vor Allem das BEHERRSCHEN der KI in den Vordergrund stellt.
ABER nicht unausgegoren JETZT SOFORT um zu schauen, wie es dann wird und vieles andere (Stichwort: schriftliche Division) über Bord zu werfen.

Küstenfuchs
10 Monate zuvor
Antwortet  Fresh L

Ich bin sofort bei Ihnen, wenn es um den letzten Absatz geht. Ich habe auch nicht behauptet, dass alles jetzt sofort umgekrempelt werden muss. Aber wir müssen uns auf den Weg machen, und zwar jetzt, damit wir in 5-10 Jahren nicht – wie sonst üblich – vor einem Problem stehen, dass dann eben nicht auf die Schnelle sinnvoll gelöst werden kann.

Und zum Thema Tempo: Die Entwicklungsgeschwindigkeit im IT-Bereich verläuft exponentiell. Was früher 30 oder 40 Jahre gedauert hat, dauert jetzt eher 5-10.

Monika, BY
10 Monate zuvor

Von unserer Schule wurde uns dieses Jahr Vorschlag/Erlaubnis erteilt, die eigene iPads im Unterricht zu benutzen. Also die Schüler, die es wollen und die Eltern, die es erlauben haben diese Möglichkeit. Ich bin mir nicht so sicher, ob das gut geht. Ich sehe viele Probleme, die dabei auftreten werden.

Realist
10 Monate zuvor

Man muss auch bedenken, dass KI nicht nur Unmengen an elektrischer Energie verbraucht, sondern mit jeder Anfrage auch jede Menge Wasser säuft:

https://www.golem.de/news/microsoft-eine-chatgpt-anfrage-kostet-bis-zu-100-milliliter-wasser-2309-177539.html

Ob das „Fridays for Future“ und Herr Blume wissen?

Wolfgang
10 Monate zuvor

EINLADUNG zu einer Elternveranstaltung zum Thema KI

Der Schulelternrat des Bad Harzburger Werner-von-Siemens-Gymnasiums und der ehemalige Schulelternratsvorsitzende Wolfgang Kuert laden bei freiem Eintritt ein zu einer hochkarätig besetzten Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema

Was bedeutet KI für Schulen?
Brauchen wir überhaupt noch Lehrkräfte oder brauchen wir jetzt erst recht Lehrkräfte?

Es referieren
Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes
Prof. Dr. phil. Ralf Lankau, Professor für Mediengestaltung und -theorie, Fakultät Medien und Informationswesen (M+I), Hochschule Offenburg

Die Veranstaltung findet am 01.12.2023 um 19 Uhr in der Aula des Bad Harzburger Werner-von-Siemens-Gymnasiums statt.
Astrid Thielecke, Leiterin des Arbeitskreises Digitalisierung des Philologenverbandes Niedersachsen, wird diese Elternveranstaltung moderieren.

Wir möchten Sie auch im Namen der Schulleitung in time informieren und mit Ihnen und der Referentin und dem Referenten das Thema diskutieren. Bitte seien Sie unser Gast.
Wir bedanken uns bei dem Philologenverband Nds. für das Sponsering.

Bad Harzburg, 09.09.2023

Anette Hamut, SER-Vorsitzende                                                   Wolfgang Kuert

Hans Malz
10 Monate zuvor

Den Babelfisch ins Ohr und niemals das Handtuch vergessen.

Senf dazu
10 Monate zuvor

Microsoft integriert Copilot als KI-„Assistenten“. Bisher ist dieser nur in einem kleinen definierten Nutzerkreis (u. a. General Motors) in Anwendung und es ist auch nicht klar, wann genau dieser in die Office Produkte für die breite Anwendung integriert wird. Dann auch mit Sicherheit erst als zubuchbar gegen Aufpreis.
Aber die standardmäßige Integration ist ja dann auch nur eine Frage der Zeit.

Ich habe mir gestern ein Video über den Funktionsumfang und Anwendungsgebiete angesehen und bin als ausgebildete Informationswirtschafts-Lehrerin völlig platt, was dann (also jetzt schon) möglich sein wird.

Bisherige Inhalte, wie das Erstellen von Präsentationen oder der Umgang mit einem Tabellenkalkulations- und Textverarbeitungssystem werden völlig obsolet, weil durch Sprach- oder Texteingabe alles fertig aufbereitet präsentiert werden kann. Erstellen von Protokollen, Zusammenfassungen und so vieles mehr.

Auch die Lehrpläne diverser Ausbildungsberufe, wie der Kaufmann/- frau für Büromanagement oder Dialogmarketing werden in Teilen völlig obsolet. Fraglich ist, wie man darauf reagiert und ob diese Ausbildungsberufe in dieser Form überhaupt noch Zukunft haben. Und fraglich ist, WANN darauf reagiert wird.

Es steht eine Zeitenwende bevor in einer Geschwindigkeit, mit der man kaum Schritt halten kann.

Herr_Keuner
9 Monate zuvor

Ich möchte nicht, dass die Schüler lernen, Fähigkeiten an die Maschine outzusourcen; ich möchte, dass sie die Fähigkeiten selbst erwerben.
Ich möchte den Schülern nicht eine Sprache beibringen, mit der sie einer Maschine erklären, wie sie ihnen ihre Texte schreibt; ich möchte, dass sie selbst schreiben und lesen konnen. Ich möchte nicht, dass die Schüler sich von den Informationsquellen der Maschine abhängig machen; ich möchte, dass sie die Informationen und deren Quellen selbst bewerten und hinterfragen können.
Ich möchte unseren Intellekt nicht der Maschine ausliefern.
Nur wenn wir die intellektuelle Hoheit behalten, können wir die Maschine als Werkzeug einsetzen. Und nur als Werkzeug kann sie uns zu Nutze sein.

potschemutschka
9 Monate zuvor
Antwortet  Herr_Keuner

Das möchte ich auch! Aber leider scheint die Tendenz immer mehr in die andere Richtung zu gehen.