IQB-Bildungstrend: Hubig will im Fach Deutsch mehr Lese- und Verstehensübungen

4

Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) will als Konsequenz aus den Ergebnissen des IQB-Bildungstrends die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler im Fach Deutsch stärken. Denkbar sei es, Diagnoseverfahren zu erweitern und Freiräume durch Vertretungsstunden gezielt für Lese- und Verstehensübungen zu nutzen, erklärte die Ministerin. Hubig kündigte eine genaue Analyse der Daten für RheinlandPfalz an.

Sieht Handlungsbedarf: Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD).. Foto: Peter Bajer/Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz

Nach dem am Freitag vorgelegten IQB-Bildungstrend haben sich bundesweit und auch in RheinlandPfalz die Deutsch-Leistungen von Neuntklässlern bedenklich verschlechtert. Etwa jeder Dritte scheiterte im vergangenen Jahr bei Testaufgaben zum Lese- und Hörverständnis an den Mindeststandards für den mittleren Schulabschluss (MSA), der in der Regel am Ende der zehnten Klasse erworben wird. Im Bereich Rechtschreibung verfehlte demnach mehr als jeder Fünfte den MSA-Standard. Zu den bundesweiten Ergebnissen gab in RheinlandPfalz keine signifikanten Abweichungen.

In der Studie wird einschränkend darauf hingewiesen, dass die getesteten Neuntklässler noch ein Jahr Zeit haben, um die MSA-Standards zu erreichen. Dennoch stieg im Vergleich zur Vorgängeruntersuchung im Jahr 2015 der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit entsprechend großen Problemen im Bereich Lesen und Rechtschreibung jeweils um rund neun Prozentpunkte. Im Bereich Zuhören/Hörverständnis gab es sogar einen Anstieg um 16 Prozentpunkte. Einziger Lichtblick: Im Fach Englisch werden Jugendliche laut Studie besser. Dieser bundesweite Trend trifft demnach auch auf RheinlandPfalz zu. News4teachers / mit Material der dpa

„In hohem Maße besorgniserregend“: Jeder dritte Neuntklässler scheitert an Deutsch-Mindeststandards

 

Anzeige


Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei

4 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Micky
9 Monate zuvor

in Ludwigshafen bleiben fast 40 Kinder einer Grundschule in der ersten Klasse sitzen, weil sie zu schlecht/gar nicht Deutsch sprechen oder verstehen. Förderstunden? Mehr Lehrer? Natürlich nicht. Lediglich ein paar Lehramtsstudenten durften für einige Wochen ihr Schulpraktikum dort machen, sind aber schon wieder weg. Da wird es sicher der gamechanger, wenn in späteren Jahren vor dem MSA ein paar Verstehensübungen mehr durchgeführt werden (wann, durch wen?). Bloß nicht grundsätzlich nachdenken, schon gar keine Mittel bereitstellen, stattdessen unrealistische und unnötige Anweisungen (und damit indirekte Beschuldigungen) an die Lehrer, die seit Jahren nichts unversucht lassen, außerdem die Idee, ein bisschen training to the test würde RLP beim nächsten Mal etwas weiter von der roten Laterne wegpushen. So wird das nix, Frau Hubig!

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  Micky

Seit Jahren sind unsere Kinder die Versuchskaninchen für Versuch auf Versuch. Ätzend, zumal nie jemand die Ergebnisse dieser Versuche zu Gesicht bekommt und den Laborant*innen, sprich Lehrer*innen die Schuld zugeschoben wird, wenn die Versuche scheitern (was die Laborant*innen oft schon vor Versuchsbeginn hätten proohezeien können).
Was macht das mit 6/7jährigen, die so jung scheitern, die ihre gerade gefundenen Freund*innen verlassen müssen, sich auf eine neue Klassenleitung einlassen müssen? Bitte DRINGEND die Versuchsanordung ändern, am besten die Institutsleitung komplett umorganisieren/austauschen.

Micky
9 Monate zuvor

Noch mehr Diagnose = noch weniger Unterricht. Dafür „Freiräume durch Vertretungsstunden“. Wenn`s nicht so bitter wäre …

Clara
9 Monate zuvor

Zumindest mangelt es nicht an Vertretungsstunden …