„Streiktag Bildung“: Lehrkräfte gehen auf die Straße – Unterrichtsausfälle erwartet

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BERLIN. «Unterricht fällt aus», dürfte es am Dienstag in der einen oder anderen Schulklasse heißen. Die Gewerkschaft GEW hat die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst der Bildungseinrichtungen (also Lehrkräfte, Erzieherinnen, Sozialarbeiter und -pädagogen, Hochschullehrende sowie studentische Beschäftigte) zu einem «Streiktag Bildung» aufgerufen – nicht der einzige Protest diese Woche.

Dienstag wird in vielen Schulen gestreikt (Symbolfoto). Foto: Shutterstock / rkl-foto

Eltern und Schulkinder müssen sich wegen eines Warnstreiks der angestellten Lehrkräfte in den kommenden Tagen auf Unterrichtsausfälle einstellen. Vor allem am Dienstag dürfte der eine oder andere Stundenplan zum Flickenteppich werden. Die Gewerkschaft Wissenschaft und Erziehung (GEW) rechnet beim bundesweiten Warnstreik mit mehreren Tausend ausfallenden Unterrichtsstunden. Zwei Tage später gehen erneut Lehrkräfte auf die Straße, dieses Mal ruft die andere Gewerkschaft, der Verband Bildung und Erziehung (VBE), zum Ausstand auf. Laut VBE nehmen daran normalerweise aber eher Pensionäre und Studenten teil sowie Lehrer in Teilzeit, die zum Streiktermin nicht unterrichten müssen.

«Gute Bildung und Wissenschaft lässt sich nur mit fair bezahlten Beschäftigten erreichen»

Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes sind am Dienstag nach GEW-Angaben allein in Baden-Württemberg etwa 12.000 angestellte Lehrkräfte sowie Beschäftigte an Hochschulen zum Warnstreik aufgerufen. «Da fast an jeder Schule im Südwesten auch angestellte Lehrerinnen und Lehrer arbeiten, wird es flächendeckend zu Unterrichtsausfällen kommen», teilte die Gewerkschaft mit. Beamtinnen und Beamte haben kein Streikrecht. Die zum Warnstreik aufgerufenen Lehrkräfte machen laut GEW knapp zehn Prozent der insgesamt 130.000 Lehrerinnen und Lehrer in Baden-Württemberg aus.

«Gute Bildung und Wissenschaft lässt sich nur mit fair bezahlten Beschäftigten erreichen. Diese einfache Gleichung hat die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) bisher am Verhandlungstisch ignoriert», sagte die baden-württembergische GEW-Vorsitzende Monika Stein. Unter anderem soll in Karlsruhe sowie in Berlin, Hamburg und Leipzig demonstriert werden.

Die Gewerkschaften fordern für die bundesweit rund 1,1 Millionen öffentlichen Angestellten und mittelbar auch für die rund 1,4 Millionen Beamten ein Gehaltsplus von 10,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro. Die TdL unter dem Vorsitz von Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) hatte in der zweiten Verhandlungsrunde hingegen deutlich gemacht, dass sie die Forderungen für viel zu hoch und nicht leistbar hält. Die dritte Verhandlungsrunde soll am 7. Dezember beginnen. Verdi leitet dort die Verhandlungen für die Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Bei Lehrkräften ist der Beamtenstatus die Regel – rund 80 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland sind Beamtinnen und Beamte -, die Beschäftigung als Angestellte eher die Ausnahme. Sie kommt infrage, wenn zum Beispiel die Einstellung befristet ist, oder wenn es Hindernisse für eine Verbeamtung gibt, wie etwa die fehlende Ausbildung, das Alter oder der Mangel an Planstellen. Für die Besoldung der Beamten sind normalerweise die Bundesländer zuständig. Deshalb unterscheidet sich diese. Angestellte Lehrkräfte der Länder werden aber bundesweit – außer in Hessen – nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L) bezahlt. Hier ist die Bezahlung abhängig davon, in welche Entgeltgruppe man je nach Tätigkeit fällt und wie viel Berufserfahrung gemacht wurde.

Mit Blick aufs Geld wird bei den Lehrern oft von einer Zwei-Klassen-Gesellschaft gesprochen. Während die Bruttogehälter von verbeamteten und angestellten Lehrern und Lehrerinnen durchaus vergleichbar sind, erhalten Beamte und Beamtinnen netto in der Regel mehr. Denn anders als die sozialversicherungspflichtigen Tarifangestellten müssen sie keine Renten-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung bezahlen, deshalb sind ihre Abzüge geringer. Verbunden mit dem Beamtenstatus sind auch andere Vorteile, wie zum Beispiel die Anstellung auf Lebenszeit.

Die Streiks in dieser Woche sind nicht die ersten im Rahmen des Tarifstreits: Mehr als 1000 Beschäftigte und studentische Hilfskräfte von Universitäten und Hochschulen hatten bereits vor einer Woche die Arbeit niedergelegt. Ein Bündnis aus Gewerkschaften, Initiativen und Studierendenvertretungen hatte zu dem bundesweiten Hochschulaktionstag im Tarifstreit im öffentlichen Dienst aufgerufen. News4teachers / mit Material der dpa

„Streiktag Bildung“: Verdi und die GEW erhöhen den Druck im Tarifstreit – der dbb und der VBE halten sich zurück

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Rolf B
3 Monate zuvor

Für bessere Arbeitsbedingungen, weniger Stunden und vor allem Bezahlung!
Weil kein homeoffice, dann eine Präsensprämie und die 15 %

Inselbegabung
3 Monate zuvor

Es wäre schön, wenn beide bzw. alle zuständigen Gewerkschaften zum Streik aufrufen und sich gegenseitig absprechen, damit man als Streikende/r nicht plötzlich hört, es gibt kein Streikgeld, weil die eigene Gewerkschaft nicht mit dabei ist. Das konnte man ja hier unlängst lesen.

In Berlin sind und bleiben Tausende Lehrer angestellt. Wenn davon nur die Hälfte mitmachen würde, wäre das ein großartiges Signal !?!?! Warum trauen sich so viele nicht? Ich verstehe das nicht. Mehr Gehalt lehnen die doch auch nicht ab.

Karl Heinz
3 Monate zuvor
Antwortet  Inselbegabung

Ich verstehe es auch nicht.
Aber, so hörte ich diese Tage, sind wohl auch einige oder viele der Meinung, dass die Verhandlungen im Büro und nicht auf der Straße stattfinden.
Da fehlt einfach das Bewusstsein.
Andere beugen sich dem Willen der Schulleitungen. Irgendwelche gemeinen und undankbaren Ausgaben gibt es schließlich immer zu verteilen. Da will man nicht unbedingt auf der Liste ganz oben stehen.
Gehört leider auch zur Wahrheit dazu.

Tigerente
3 Monate zuvor
Antwortet  Karl Heinz

Aber die Schulleitungen bekommen auch die Gehaltserhöhung, für die ihre angestellten Lehrer auf die Straße gehen. Wollen die Schulleitungen keine Gehaltserhöhungen? Haben die keinen Kaufkraftverlust durch die Inflation der letzten Monate? Wollen die, wenn sie jahrzehntelang in ihrer Funktion sind, nie wieder mehr verdienen als am Beginn?

Glauben Schulleitungen, ihre Gehälter steigen einfach so, aus Gutmütigkeit des Dienstherren?

Fräulein Rottenmeier
3 Monate zuvor
Antwortet  Tigerente

Wieso glauben Sie eigentlich, dass Schulleitungen gegen die Streiks sind? Wieso glauben manche hier, dass Schulleitungen aus purer Gehässigkeit undankbare Aufgaben verteilen?

Sowieso
3 Monate zuvor

Ich kenne eine Schulleitung, die mindestens sanften Druck ausübt, doch bitte nicht am Streik teilzunehmen. Schon mehrfach. Kriegt die dafür Provision vom Bildungsministerium?

Fräulein Rottenmeier
3 Monate zuvor
Antwortet  Sowieso

Kaum!

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Sowieso

Jau, Aufgabe der SL ist es die Unterrichtsversorgung sicher zu stellen.
Wenn das aufgrund fehlenden Personals – wie jetzt streikbedingt – nicht funktioniert, bleibt immer noch das Problem der Aufsichtspflicht und ggf. Probleme beim Schülertransport. Bei vorzeitigem Unterrichtsende – auch einzelner Klassen oder Jahrgänge – müssen ja auch entsprechende Transportkapazitäten geordert werden, was kurzfristig in der Regel nicht möglich ist.
Wer in diese Zwickmähle gerät, unternimmt vermutlich hin und wieder auch verzweifelte Versuche auf das Kollegium einzuwirken. Die Bemühungen werden vermutlich um so größer sein, je höher der Druck aus der Elternschaft ist.

Märchenonkel
3 Monate zuvor
Antwortet  Tigerente

Glauben Sie, Schulleitung ist gehaltsmäßig lukrativ?

Inselbegabung
3 Monate zuvor

Hier, die „Kaffeetasse“ schrieb es:

Kaffeetasse
 1 Tag zuvor
In Berlin werden gut 6000 Lehrer wegen der Altersgrenze nicht verbeamtet und fast 2000 haben abgelehnt, war zu lesen. Auch 8000 Berliner Lehrer können eine Macht sein, wenn sie nur wollen. Wie hieß es an anderer Stelle? Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will. Die GDL macht es uns vor. Wortwörtlich!
8000 angestellte Lehrer warten in Berlin auch noch auf die Verwirklichung der CDU-Wahlversprechen zum besseren Nachteilsausgleich für die Nicht-Verbeamteten !!!!! 8000 Stimmen können wahlentscheidend sein.

Ramona
3 Monate zuvor
Antwortet  Inselbegabung

Warum wollen denn alle verbeamtet werden?
Die PKV ruiniert einen.
Man ist auf Gedeih und Verderben ausgeliefert.
Man kann nicht kündigen.
Man darf nicht mehr streiken.
Liebe Beamte, redet diesen Verwirrten doch mal ins Gewissen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Rettet sie!

Vierblättriges Kleeblatt
3 Monate zuvor
Antwortet  Ramona

In Berlin haben nahezu 90% derjenigen, die verbeamtet werden können, auch einen Antrag auf Verbeamtung gestellt. Und viele, die nicht können, bedauern das und warten, worauf ich ja oft genug hinweise, auf die Versprechungen der CDU in Berlin, einen besseren Nachteilsausgleich zu bekommen als von SPD, Grünen und Linken beschlossen, denn mehr ist bisher nicht realisiert worden.

Warum ruiniert die PKV einen? Als junger Mensch zahlt man u.U. 200-300 Euro monatlich. Der Angestellte zahlt rund 900 Euro (die Hälfte übernimmt das Land Berlin). Man kann aus der PKE aussteigen. Und man darf das unter bestimmten Bedingungen auch, die hier nicht darzulegen sind. Ist das nicht die Krönung der Ungerechtigkeit? Man ist in der PKV, solange es preiswert ist und nimmt alle Vorteile mit, und man wechselt in die GKV, wenn die PKV zu teuer wird. Das haben mir einige junge Kollegen bei uns schon angekündigt. Unglaublich. Ich nenne das „Sozialschmarotzertum“.

Man kann auch kündigen. Warum behaupten Sie das Gegenteil? Haben Sie so wenig Ahnung? Dann schweigen Sie besser. Das tun nämlich immer wieder welche und berichten hier davon. Man muss nur die Anteile für die Rente, die man zuvor nicht zahlte, nachzahlen. Wurde hier schon so oft geschrieben.

Ja, man darf nicht streiken. Die Angestellten dürfen streiken. Wenige tun es. Scheint also doch ziemlich verzichtbar zu sein für die meisten.

Ramona
3 Monate zuvor

Sorry. Ich gebe nur wieder, was hier viele Beamte von sich geben.
Ich persönlich denke, wer verbeamtet ist hat das goldene Fass aufgemacht.

Sowieso
3 Monate zuvor
Antwortet  Ramona

Klingt ja plötzlich wie ausgewechselt. Dass Sie oben die Meinung anderer wiedergeben, war an keiner Silbe zu erkennen.

Wutbürger
3 Monate zuvor
Antwortet  Ramona

Was ist denn so gülden am Beamtentum? Ich sehe da nur, dass einem weniger Steuern geraubt werden (so krass formuliere ich das inzwischen, was mit der arbeitenden Bevölkerung in diesem Land gemacht wird). Das und nur noch das, sind der einzige Grund für eine Verbeamtung und dieser Vorteil schwindet immer und immer mehr (und nein, wer rechnen kann, sollte keine Wetten mehr auf eine irgendwie geartete Pension abschliessen).

Christabel
3 Monate zuvor
Antwortet  Ramona

Ich hätte gerne die Pension meiner verbeamteten KuK im Tausch gegen meine Rente (habe immer Vollzeit gearbeitet). Wenn man älter wird, ist es auch schön, wenn man interessanter für die medizinische Abteilung unserer Gesellschaft wird, als Kassenpatientin wird man halt anders behandelt. Das sind handfeste materielle Unterschiede, vom Nettogehalt rede ich schon gar nicht mehr. Und wer jetzt wieder vom sagenhaften Weihnachtsgeld redet, sollte sich erstmal erkundigen, wieviel angestellte Lehrkräfte eigentlich bekommen, es ist kein 13. Gehalt!

Wutbürger
3 Monate zuvor
Antwortet  Christabel

Sie hätte ja auch als Angestellte in die PKV gehen können (ich sage das, weil Sie dann eben auch die entsprechenden monatlichen Rechnungen bekommen hätten). Im Nachhinein rumzuheulen, ist unfair und ob junge Beamte einmal gerne die Pension bekommen werden, ist eher zweifelhaft.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

… aber nur wenn sie eine Vergütung oberhalb der beitragsbemessungsgrenze erhalten hätte. Das passiert aber erst bei einer Vollzeitstelle zu E13 oberhalb der Erfahrungsstufe 3.

Regenwetter
3 Monate zuvor

Bitte zahlreich teilnehmen. Wir tun das für uns! Niemand sonst tut es für uns! Ich danke allen Engagierten.

Birgit
3 Monate zuvor

Heute sind bundesweite Handelskammerprüfungen in den Wirtschaftsberufen. Wie immer denkt keiner an Berufsschullehrer. Heute mache ich Aufsicht und streike nicht zum Wohle meiner Schüler. Denn so etwas ist langfristig geplant.

Kaffeetasse
3 Monate zuvor
Antwortet  Birgit

Danke, dass Sie so ehrlich sind. Sie sind also heute Streikbrecher im Interesse Ihrer Schüler (Prüfung). Sie verhindern dadurch gemeinsam mit anderen Streikbrechern, dass es schnell und zu einem guten Tarifabschluss kommt. Dadurch sind dann weitere Streiks nötig und das Ergebnis ist dann vielleicht enttäuschend, denn der Streik übt nicht den nötigen Druck aus, wenn sich viele verweigern. Ist das im Interesse Ihrer Schüler?

Ich meine, Lehrer, die ausgebrannt und unzufrieden sind, sind auch nicht im Interesse Ihrer Schüler. Tun wir also was dagegen. Heute könnte man. Wenn man wollte.

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Kaffeetasse

Um mal wieder mein Lieblingszitat aus „Ghost“ loszuwerden: „Was für eine gequirlte Sch..e“.

Sowieso
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Ändert nichts daran, dass die Kaffeetasse den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Wer streiken könnte und trotzdem arbeiten geht, ist ein Streikbrecher und verhindert damit eher noch eine schnelle Einigung und ein gutes Ergebnis . Wird Birgit dann auch auf die Gehaltserhöhung verzichten? Sie hat sie nicht herbeigeführt!

Sicherlich gehören Sie dazu und ärgern sich deshalb über die wahren Worte der Kaffeetasse!

Fräulein Rottenmeier
3 Monate zuvor
Antwortet  Sowieso

Seltsames Schwarz-Weiß-Denken. Was wäre eigentlich, wenn diese Arbeitskampfmaßnahmen mitten in die Abiprüfungen gelegt würden oder während der zentralen Abschlussprüfungen Klasse 10? Warum finden Lohnverhandlungen für Lehrer wohl gerade nicht im Frühsommer statt? Na, schon mal drüber nachgedacht? Wäre doch viel günstiger, sieht man ja an den Tarifabschlüssen der kommunalen Beschäftigten und der Bundesbeamten.
Birgit hat m.M.n. vollkommen recht, dass sie an den Prüfungen teilnimmt, da scheinbar solche Termine nicht in die Streikplanung mit einbezogen wurden.

GEW- nee!
3 Monate zuvor

Und die Lokführer würden- auf die Situation bezogen- eben genau während der Abiturprüfungszeit streiken. Wer setzt sich wohl eher durch?

Fräulein Rottenmeier
3 Monate zuvor
Antwortet  GEW- nee!

Das ein Äpfel-Birnen-Vergleich…..

Märchenonkel- maskiert
3 Monate zuvor

Nein, das ist der Vergleich zwischen erfolgreichem Handeln und erfolgslosem Tun.

Entweder will ich mich hier durchsetzen, dann haben die Schüler in dem Fall mal Pech gehabt. Das ist dann nicht mein Handlungsprimat. Man muss streiken,wenn es wirkt und das tut es nur, wenn es wehtut. Genau das machen die Lokführer erfolgreich vor.

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Sowieso

Ich bleibe dabei, das sind keine „wahren Worte“. Hier werden Beamte von Leuten wie Kaffeetasse zum Buhmann gemacht. Wie wärs, wenn sie (er?) mal auf die ganzen nicht erscheinenden Angestellten verbal einschlägt, statt sich an einer Kollegin abzuarbeiten, die ihrer Dienstpflicht nachkommt. Das als „Streikbrecher“ zu verunglimpfen, ist schon mehr als ein starkes und unverschämtes Stück!

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Eine angestellte lehrkraft hat keine Dienstpflicht. Sie muss nur die Pflichten erfüllen, die arbeitsvertraglich geregelt sind. Zu den arbeitsrechtlichen Regelungen gehört aber auch das Streikrecht.
Letztendlich ist es eine Güterabwegung des Individuums, wie es sich verhält. Die Frage ist doch, ob man sich solidarisch mit den Prüflingen oder den Kolleg*innen verhalten soll bzw. verhalten will.

Wutbürger
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Das sehe ich anders. Die Beamten müssen endlich anfangen sich so an die Dienstpflichten zu halten, wie der Dienstherr an seine Fürsorgepflicht. Und wenn Sie der Meinung sind, dass dessen Handeln in Ordnung ist, dann freuen Sie sich doch, dass ich Sie bei der Erfüllung ihrer Dienstpflichten unterstütze.

Ich sehe das so, dass Dienstpflichten, das Treueverhältnis des Beamten zum Staat, keine Einbahnstrasse ist, sondern die Fürsorgepflicht des Staates gegenüber dem Beamten ebenso verpflichtend ist. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen und wenn eine Seite diesen „Vertrag“ aufkündigt, ist es der anderen Seite nicht vorzuwerfen, wenn diese es ebenfalls tut.

Und ab einem Gewissen Zeitpunkt ist es dann eben nur noch ein „ich habe doch nur Befehle befolgt“. Also ja, wenn sich Beamte als Streikbrecher einsetzen lassen, dann sind sie das in meinen Augen auch.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

„Dienst nach Vorschrift“ nennt sich das und sollte der regelfall sein.

Wutbürger
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Richtig, und ich finde, man sollte den Kollegen (wie so oft hier schon gelesen), die damit „prahlen“, dass sie dieses und jenes in ihrer unbezahlten Freizeit bearbeiten und sich dieses und jenes Schulmaterial von ihrem Gehalt kaufen, eben nicht das Gefühl der Anerkennung, sondern das der Verachtung spüren lassen.
Es klingt hart, aber genau diese Kollegen sind mit Schuld an den Misständen und dass es den anderen Kollegen so schlecht geht (weil es von ihnen eben genauso, wie selbstverständlich, ebenfalls gefordert wird – sei es kostenlos Überstunden abzureissen als auch privates Geld – natürlich ohne Inflationsausgleich durch den Arbeitgeber bei den Gehaltsverhandlungen – für Schulmaterial auszugeben).

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

Verachtung ist schon reichlich übertrieben, aber die zu fragen, ob sie denn blöde seien, ist durchaus berechtigt. Sie auf ihr Helfersyndrom hinzuweisen, sollte aber auch im Interesse derjenigen sein, die nicht den Hang zur Selbstaufopferung haben.

Marius
3 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

Ich gebe Ihnen Recht. Allerdings habe ich den Eindruck, dass viele eher am Drumherum festhalten und alles weglassen würden, wofür man aus dem Haus muss (Unterricht zum Beispiel).

Privat
2 Monate zuvor
Antwortet  Kaffeetasse

Peinlich, wenn Lehrer streiken. Sie bekommen wirklich genug Geld. Ausserdem gab es gerade 3000 Euro Inflationspramie. Das hat in vielen Lehrer Familien gleich 6000 Euro in die Kasse gespült. Das wünschte sich mancher, der auch hart arbeitet.

Alter Pauker
2 Monate zuvor
Antwortet  Privat

Für Lehrer gab es keinen Cent Inflationsprämie.
Bitte nicht so eine gequierlte Sch…. verbreiten, wenn man keine Ahnung hat!

Privat
2 Monate zuvor
Antwortet  Alter Pauker

Offenbar muss hier der „Alte Pauker“ nachsitzen. Natürlich gibt es die Inflationspramie auch für Lehrer. Sie wird nur nicht in einer Summe gezahlt.

dickebank
2 Monate zuvor
Antwortet  Privat

In welchem Bundesland?

Und ja, Lehrkräfte die gem. TVöD vergütet werden erhalten wie alle anderen Beschäftigten bei Bund und Kommunen die Inflationsprämie entsprechend des erzielten Abschlusses.

Alter Pauker
2 Monate zuvor
Antwortet  Privat

Sorry, immer noch grober Quatsch, den Sie hier erzählen! Kein Lehrer hat bisher einen einzigen Cent Inflationsprämie bekommen. Wenn Sie das weiterhin behauptet, bitte Quelle angeben. Viel Spaß beim Suchen!

PS. Erst erzählen Sie : es gab.
Jetzt reden Sie :es gibt.
Wird beim nächsten Mal: es wird geben?
Oder: es hätte geben sollen?
Bei der letzten Variante stimme ich dann zu!

Egvina
2 Monate zuvor
Antwortet  Privat

Gähn

Realist
3 Monate zuvor
Antwortet  Birgit

Lokführer: „Heute fahre ich trotz Streik zum Wohle meiner Passagiere und der deutschen Wirtschaft“

Kopfschüttel… die Idealisten und Weltverbesserer ruinieren jeden Versuch, in der Schule etwas zu erreichen. An ihrer Stelle würde ich mich ab jetzt NIE WIEDER über zweistelligen Reallohnverlust und unbezahlte Mehrarbeit beschweren, sondern jeden Tag dreimal in den Spiegel sagen: „Habe ich so gewollt. Ich bin ein gutes Zahnrad im System (oder „a good brick in the wall“)…

Fräulein Rottenmeier
3 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Was für ein hanebüchener Quatsch!

Märchenonkel- maskiert
3 Monate zuvor

Nein. Aber Fräulein Rottenmeier hat ja schon in der literarischen Vorlage das eigene Wohl und den eigenen Lebensplan zugunsten der Herrschaft und des zu beschulenden Kindes hintenangestellt. Heroisch bis zum Schluss (des Romans).

Tigerente
3 Monate zuvor

Macht bitte mit! Duckt euch nicht weg!

Vierblättriges Kleeblatt
3 Monate zuvor

Macht mit! Vielen Dank für euer Engagement!

Karl Heinz
3 Monate zuvor

Fand die Teilnahme in LE ganz anständig.

Sowieso
3 Monate zuvor

An der Schule meiner Kinder gab es einen schulinternen Wettbewerb. Darauf wies die Schulleitung extra hin, um Kollegen vom Streik abzuhalten. Naja, dann macht man eben den Wettbewerb und das Gehalt wird übernächstes Jahr an die Inflation angepasst. Dumm nur, meine Miete ist dieses Jahr schon monatlich stark gestiegen. Das zahle ich so lange aus der Klassenkasse?

Erschreckend, wie betriebsblind manche Leitungen bereits sind!

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Sowieso

Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass das Gehalt jemals an die Inflation angepasst wird. Bei 60 Milliarden Lücke schon gleich gar nicht. Sowas gilt nur für Bürgergelderhöhungen.

Walter
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Eine Relation sollte man schon beachten können.

Wutbürger
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Wer sich über 8 Milliarden €, nur im kommenden Jahr, leisten will, um das Sterben und das Leid in der Ukraine mutwillig zu verlängern, der soll nicht kommen, dass kein Geld für die eigenen Lehrer mehr da ist. Das Argument lasse ich nicht gelten und versetzt mich nur noch mehr in Wut.

Wahrheit
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Ohh, die Inflation war im November auf nur 3,2 Prozent gesunken. 9,9 Prozent war gestern.
*
Pssst, bloß keinen Ton über neue „angepasste“ Forderungen der Gewerkschaften …

Vierblättriges Kleeblatt
3 Monate zuvor

In Berlin waren es rund 6000. Das ist schon mal gut. 3000 Lehrer und 3000 Erzieher (wie die letzten Male)? Dann sollte das Ziel sein, dass es mindestens doppelt so viele werden beim nächsten Mal. 😉 GEW, verdi u.a. zusammen! Dann erreichen wir auch was !!

Und wer Angst hat, warum auch immer, lässt sich bitte wenigstens nicht als Streikbrecher einsetzen. Da ist schon was dran!

https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2023/11/berlin-brandenburg-gew-streik-bildung-lehrer-dozenten-streiktag-bildung.html