Übervolle Lehrpläne, Unterrichtsausfall – Landesschülerrat: Viele Schüler sind „extrem gestresst“

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Der niedersächsische Landesschülerrat hat ein extrem hohes Stressniveau der Schülerinnen und Schüler beklagt. Vor allem wegen des stark verkürzten Schuljahres sei die aktuelle Lage «so prekär», warnte der Landesschülerrat. Der Unterrichtsinhalt werde nämlich gleichzeitig nicht gekürzt, außerdem falle zunehmend Unterricht wegen des Lehrkräftemangels aus. «Viele sind extrem gestresst und schlafen aufgrund der vielen Aufgaben wenig», sagte Louisa Basner, die kommissarische Vorsitzende des Landesschülerrats Niedersachsen. Den Schülerinnen und Schülern gehe es «mental nicht gut».

Nicht nur Lehrkräfte fühlen sich überlastet – auch Schülerinnen und Schüler beklagen den Druck der Lehrpläne. Foto: Shutterstock

Der Landesschülerrat kündigte an, er sehe Handlungsbedarf und forderte bei hohem Unterrichtsausfall eine Konzentration auf das Wesentliche. Darüber hinaus solle die Klausurenphase gestreckt werden, indem nur noch maximal zwei Klausuren in der Woche geschrieben werden dürfen. Notwendig sei zudem ein größeres und präsenteres Angebot von Schulpsychologen, außerdem sollten Hausaufgaben in Ganztagsschulen abgeschafft werden.

Basners Vize, Matteo Feind, betonte, in der Schulpolitik müsse es um die Frage gehen, wie Schülerinnen und Schülern die Unterrichtsinhalte am besten vermittelt werden könnten: «Das jetzige Schulsystem ist nicht mehr zeitgemäß. Wir müssen uns endlich darauf einigen, dass die Schule das Ziel hat, Wissen zu vermitteln und nicht sporadisch auswendig Gelerntes abzufragen.»

Das Kultusministerium in Hannover teilte dazu mit, dass es ein grundsätzliches Verständnis für die Sorgen der Schülerinnen und Schüler gebe. Gleichzeitig verwies das Ministerium aber auch darauf, dass die entsprechenden Erlasse durchaus Freiräume geben, die Belastung zu verringern. Es sei absolut in Ordnung und gewollt, diese Möglichkeiten zu nutzen, sagte Ministerin Julia Willie Hamburg (Grüne). «Dafür haben sie meine volle Rückendeckung», sagte sie. News4teachers / mit Material der dpa

Leistungsdruck nach Corona: Eltern beobachten, dass ihre Kinder zunehmend gestresst sind

 

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SoBitter
3 Monate zuvor

Wegducken an oberster Stelle wie immer. Es ist nur noch zum heulen!

Unfassbar
3 Monate zuvor

«Das jetzige Schulsystem ist nicht mehr zeitgemäß. Wir müssen uns endlich darauf einigen, dass die Schule das Ziel hat, Wissen zu vermitteln und nicht sporadisch auswendig Gelerntes abzufragen.»

Mein Senf: In früheren Zeiten, beispielsweise während der Schulzeit der Eltern oder besser Großeltern des jetzigen Landesschülerrates, hat die Schule ausschließlich Wissen vermittelt ohne den heutigen Schnickschnack und das ohne oder deutlich weniger der sozialen Probleme. Dass die Schule nur „sporadisch auswendig Gelerntes“ abfragt, liegt überwiegend am Lernverhalten der Schülerinnen und Schüler, nicht an den Lehrern.

GriasDi
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Auswendig gelerntes ist immer noch nötig. Ich benötige Fachbegriffe um angemessen über entsprechende Inhalte reden zu können. Wer Dinge auswendig weiß, kann schneller Bezüge zu anderen Inhalten herstellen, ohne auswendig gelerntes ist da schlichtweg unmöglich. Und gerade diese Bezüge sind doch so sehr in Mode.
Erst wenn ich fundiertes Fachwissen habe und es parat habe, kann ich zu anderen Bereichen, die ich auch gut kennen muss Bezüge herstellen.

Katinka
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Sehe ich auch so. Vokabeln, unregelmäßige Verbformen, Formeln usw. – um damit dann überhaupt arbeiten zu können!

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Im Sport trainiert man bestimmte Muskeln- das auswendig Lernen trainiert das Gehirn. Warum verstehen das so viele nicht?

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Weil – das ist Drill, uncool, anstrengend, old fashion und steht sowieso bei google….

Im Ernst – das frage ich mich auch.

Wiederholung ist laaaaangweilig – für die, die sich erinnern können, dass da die Stunde vorher irgendwas zu war.

Für die anderen ist jede Stunde Neuland.

Leviathan
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Als Lehrer sag ich, dass alle gelernte nur noch sporadisch ist, wenn die Schüler von Oktober bis Weihnachten 3 Klausuren pro Woche schreiben.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Leviathan

Hängt ja auch damit zusammen, dass kaum noch vernünftiger Unterricht möglich ist – ich spreche hier ausdrücklich nicht vom Lehrermangel oder Unterrichtsausfall wegen Erkrankung von Lehrkräften.

Mappe fehlt, kein Stift dabei, das Radiergummi ist weg, das Heft ist voll, Schere – kann ich nicht finden, welche Seite, welches Buch, ach Mathe?

Die haben teilweise die Konzentrationsfähigkeit von Amöben.

Ist doch kein Wunder, dass Kinder und Jugendliche in Massenkindhaltung, overloaded mit TicToc und Co., gestresst sind, wenn sie was Anderes tun sollen, als zu daddeln.

Die Hälfte meiner siebten Klasse kann prima schlecht bis gar nicht lesen.

Für einen Text brauchen wir drei Stunden, bis der Inhalt immerhin einigen dämmert.

Ja, megalange Texte – halbe DIN A-4 Seite.

Dann wird es eben eng mit den Terminen bei Klassenarbeiten – üben muss ich schon mit ihnen (sie hingegen müssen ja nicht …).

Ich lass mir auch nicht den Vorwurf machen, wir hätten ja nur ….. Nee, schön ausführlich. Allein schon zur Dokumentation (vor SL und Eltern).

Transferleistungen – ein Träumchen….

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Und all das trotz der im Vergleich zu unser eigenen Schulzeit erheblich geringeren Anforderungen.

Gelbe Tulpe
3 Monate zuvor

Schulschluss für alle Klassenstufen spätestens um 13 Uhr und Abschaffung von Hausaufgaben ab Klasse 7 und von unangekündigten Tests würden die Schule wesentlich weniger stressig machen.

GriasDi
3 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Das wäre total super. Wenn da nicht PISA oder VERA wäre. Würden die Ergebnisse niemanden jucken wäre ich Ihrer Meinung. Allerdings ist der Aufschrei in Deutschland immer sehr groß, wenn die Leistungen immer schlechter werden, was dadurch sicher passieren würde. Je weniger ich mich mit einer Materie beschäftige, desto schlechter die Leistungen.

Spirale
3 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Unterrichtsschluss ab 13 würde voraussetzen, dass due SuS gegen 6 Uhr in der Schule sind.

Wenn es keine Hausaufgaben mehr gäbe, lernen / über die SuS noch genau zu welchen Zeiten?

Gut, dann eben keine Tests mehr sondern einfach das Abfragen von SuS mündlich.

Ihre Vorstellungen sind naiv.

Ursula
3 Monate zuvor
Antwortet  Spirale

Früher haben wir um 8.10 Uhr angefangen und die 6. Stunde endete um 13.30 Uhr. Der heutige Unterrichtsbeginn bereits vor 8.00 Uhr setzt sowieso schon alle Beteiligten unter Stress, gerade die, die auch noch einen weiten Schulweg haben.

Mo3
3 Monate zuvor
Antwortet  Ursula

Da gab es aber noch Hausaufgaben am Nachmittag, die hier ja auch von einigen für überflüssig gehalten werden.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Mo3

Sie werden nicht mehr von vielen gemacht.

Wer zu Hause „heimlich“ lernt, hat einen Wissensvorsprung.

U n g e r e c h t !

Aber – es haben viele meiner Schüler keinen Arbeitsplatz, zu Hause Stress oder widmen sich ganz der digitalen Versuchung….

Lisa
3 Monate zuvor
Antwortet  Ursula

Wenn man von 8 bis 13 Uhr lernt, reicht das aber auch. Es geht heutzutage mehr um Betreuung als um Lernen, schon weil viele Kinder so ungesteuert sind, dass man sie nicht ohne Aufsicht lassen kann. Das könnte man früher so ab 10 Jahren durchaus.

Hysterican
3 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Och, wo ist das Problem?
Bei uns wurden für jeweils eine Doppelstunde 6!! Lerngruppen von 2 Kolleginnen „unterrichtet“.

3 Gruppen in der sog. CAFERTERIA und 3 Gruppen in der Sporthalle. Weitere 9 Lerngruppen hatten über den Tag hinweg v.a. Vertretungsunterricht – heißt: wurden lediglich beaufsichtigt.

Botschaft aus der SL:
„Es darf nix ausfallen!“

Einfach nur noch absurd!

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Ursula

Ein „Hoch“ auf die Dichtmachung kleiner Schulen!

Das ist ironisch – besser, ich schreib das dazu 😉

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Bin dabei.

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Genau. Schaffen wir alle Bewertungssysteme ab. Endlich keine Korrekturen mehr. Nie wieder verbale Zeugnisse und solch`Gedöns. Weg mit dem Leistungsprinzip! Supi. Nicht.

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Lessi

Doch, ist cool.

Ich/Wir haben Bildung, unsere Tochter auch.

Man muss den Bestellern von Unsinn ihre Bestellung richtig schön liefern.

Keine Noten mehr? Diese Drohne ist dabei, ich brauch das nicht für mein Ego.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  447

Sehe ich auch so. Von mir aus können wir die Noten weglassen.

Nach der Schulbesuchszeit –

Einstellungstest statt Bewerbung beim Ausbilder und mal gucken, ob das so doll geklappt hat – freiwillig und digital – die Wunderwaffen gegen schlechte Ergebnisse.

Wenn die Leistung reicht, reicht sie.

Oder:

Die Lernangebote werden verteilt – wenn gewünscht.

Projekte wären nicht schlecht – dann kann gemerkt werden, was man alles braucht, um das freiwillig gewählte Projekt zu bewältigen.

Generell finde ich altersübergreifendes Lernen für extrem sinnvoll. Ist auch eine Form von Inklusion und Integration. Fördert die Akzeptanz und den Respekt.

Warum muss jemand, der Mathe nicht kann, immer weiter mit aufsteigen?

Warum nicht da einsteigen, wo noch Wissen da ist und dann mit der neuen Lerngruppe in Mathe aufsteigen?

Ziel erreicht? Gehe auf das nächste (Lern)Level.

Ziel nicht erreicht? Gehe zurück auf Start.

Mindeststandards und weiterführende müssen nicht altersabhängig sein dürfen.

Wenn ich Griechisch lernen will, komme ich nicht in die Gruppe Ü50. Ich komme zu den Beginnern!

Es gab mal solche ausformulierten Lernlevels – mir fällt nur der Name nicht mehr ein.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Kompetenzraster – so heißen die Dinger!

Lessi
3 Monate zuvor
Antwortet  447

😉

Schlaubi
3 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Wenn man einen Test unmittelbar davor ankündigt, gibt es keine unangekündigten Tests mehr.
Schlaubi nich

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Ich würde es glatt fünf Jahre probieren.

Würde auch mich deutlich entspannen.

Aber – steigt dann nicht der Strombedarf noch mehr an, weil deutlich erhöhte Zockzeit?

Aber – sind Kinder zu Hause auch sicher?

Aber – wird es da auch eine Studie geben?

Aber – wird sich der Arbeitsmarkt auf diese Jugendlichen freuen?

Aber – werden das dann alles …… Politiker?

Tanja S
3 Monate zuvor

aufbrechen, andere UNterrichtsformen, hybrid und auch mal mittwochs von zuhause
und dann ist noch Winter mit Schnee und Eis

GriasDi
3 Monate zuvor
Antwortet  Tanja S

Stimmt Hybrid-Unterricht ist für Schüler weniger stressig, da sie ihre Geräte anschalten und sich dann wieder ins Bett legen. Corona hat ja gezeigt, dass diese Art von Lernen nix bringt – woher kommen sonst all die Lernrückstände, die überall diagnostiziert werden.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Von den Lehrkräften, die keinen Online-Unterricht anboten und ihre Kids total vernachlässigt haben.

Muss flächendeckend in Deutschland jeder so gemacht haben. Schulteruck.

Ist ja überall ein Lernrückstand.

🙂

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Tanja S

Ja – Winter mit Schnee und Eis…. Haben wir genossen und kamen bereits durchnässt, aber wach in der Schule an.

Unterricht mitgemacht, ohne zu jammern.
Im Unterricht gelernt, weil „Ruhe im Karton“ war.

So hat man sich einfach verhalten. Ohne Druck und Zwang – das gehörte zur Vorbereitung auf die Schule dazu.

Keine acht Kinder mit Kopfschmerzen wegen der Lautstärke im Unterricht.

Laut waren wir auch – draußen.

Tim Bullerbü
3 Monate zuvor

Ich kann nur Anekdotisches beitragen. Mir fällt auf, dass insgesamt deutlich mehr Schüler/innen deutlich häufiger krank sind.
Ob das mit Covid, Stress oder Selbstfürsorge zu tun hat, vermag ich nicht zu beurteilen.

Es hat sich scheinbar noch nicht herumgesprochen, dass nicht jede Arbeit nachgeschrieben werden muss. Es lohnt sich ein Blick in den Erlass. Hier wird z.T.unnötiger Stress produziert.

Darüber hinaus bemerke ich aber auch, dass SuS stundenlang am Handy sind, z. T. nachts mit dem Handy alleine sind (berichten mir schon 5. Klässler) und unausgeschlafen zur Schule kommen.

Dazu gibt es am Gymnasium auch immer Schüler/ innen, die komplett überfordert sind.
Und deren Eltern leider auch trotz der 10 Fünfen keinen Schulwechsel wollen.
Einige von denen fallen zudem durch eine geringe Frustrationstoleranz und aggressives Verhalten auf.

Will sagen: Stress kann sehr viele Gründe haben, nur auf die Anzahl der Klassenarbeiten zu schielen, erscheint mir zu verkürzt.

Spirale
3 Monate zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Pssssst: Die Probleme beginnen bei den überforderten Eltern. Das war schon damals so und wird auch so in diesem System bleiben. Wen nun aber nicht mehr Geld in die Sozialarbeit fließt, dann kann die Schule das auch nicht kitten. Das deshalb Schule noch mehr an Niveau verliere soll ist schlicht nur der vorherrschende Zeitgeist. Es darf halt keiner zurückbleiben / scheitern. Das wurde der gepamperten Gendration Z beigebracht und zu den Papmers fordern die Schüler extremer jetzt auch noch einen Ganzkörperschutzanzug.

JoS
3 Monate zuvor
Antwortet  Spirale

Ich hoffe doch sehr, dass Sie mit Ihren pauschalisierenden Ansichten kein Kollege sind.

SoBitter
3 Monate zuvor
Antwortet  Spirale

Billiger Populismus hilft niemand weiter Spirale.

Leviathan
3 Monate zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Bei uns ist es oft so, dass die Schüler*innen um 14 Uhr ca. zuhause sind. Dann 3-5 Tage die Woche Sport, Verein oder was mit Musik. Dann oft noch einkaufen mit Mama und ab 20:00 Uhr machen sie Hausaufgaben. Wenn sie dann nachts noch spielen damit sie irgendwas vom Tag haben, das sie freiwillig machen, hat das mein volles Verständnis.

Tim Bullerbü
3 Monate zuvor
Antwortet  Leviathan

Meine Schüler/innen gehen gerne zum Sport! Das ist für die kein Stress. Und ich habe als Schüler/in ja a) nicht jeden Tag Mathe, Deutsch und b) gibt es nicht in jedem Fach drei Stunden Hausaufgaben.
Ich halte es für absolut zumutbar, dass ein Schüler/eine Schülerin nach der Schule 60 Minuten Hausaufgaben macht. Und ich habe nichts gegen eine Stunde Call of duty oder GTA. DAS ist nicht das, was ich meine.
Aber meine Schüler/innen berichten mir regelmäßig und sehr ehrlich, dass sie ab und zu ihre Datennutzung/Handynutzung prüfen und sich selber erschrecken, wenn sie da bei 5-7 Stunden am Tag herauskommen.

GriasDi
3 Monate zuvor

Komisch:
Jahrelang wurde der Lehrplan entschlackt, die Anzahl der zu lernenden Wörter in Fremdsprachen fast halbiert und immer noch sind alle gestresst. Wenn ich früher ca. 60 Stunden pro Woche im Internet gewesen wäre, wäre ich sicher auch gestresst gewesen.

JoS
3 Monate zuvor

Nur noch 2 Klausuren pro Woche? Da wäre es in einem Schuljahr wie diesem unter Berücksichtigung gesetzter Termine (Sprechtage etc.) schon praktisch unmöglich, überhaupt Termine für die beiden Klausuren im ersten Halbjahr zu finden, die mehr als 2 Wochen auseinanderliegen. Notenschluss ist ja bereits vor Weihnachten.

Leviathan
3 Monate zuvor
Antwortet  JoS

Und einfach… weniger Klausuren?

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Leviathan

Bin mittlerweile auch dafür.
Leistung ist eh so ein alte-weisse-Männer-Konstrukt – kann weg. (So lange ich weiter voll bezahlt werde)

JoS
3 Monate zuvor
Antwortet  Leviathan

Bin ich sofort dabei. Jahrelang hat man dir Anzahl der Nebenaktivitäten in Schulen hochgefahren, so dass mittlerweile immer weniger Zeit für Unterricht bleibt. Das kann man gerne machen, allerdings muss man dann eben auch die KC entschlacken und über die Anzahl der Klausuren nachdenken.

Leviathan
3 Monate zuvor
Antwortet  JoS

Ja vor allem kriege ich hier den Eindruck als denken die Eltern, die Kinder dürfen genau 0% des Tages unbeschäftigt sein.

Manfred
3 Monate zuvor
Antwortet  Leviathan

Vielen Eltern würde es reichen, wenn während der Unterrichtszeit Unterricht erteilt würde.

ginny92
3 Monate zuvor
Antwortet  Manfred

Glaube sie mir die Lehrkräfte würde gerne auch während ihrer Unterrichtszeit Unterrichten und nicht sich um alles andere zu kümmern.

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Manfred

Schön, sind wir einer Meinung….oder gilt das nur, bis IHR persönliches unterrichtsfremdes Lieblingshobby an Schulen „ganz wichtig“ sein soll?

SchadeMarmelade
3 Monate zuvor

Warum ist man gestresst?
Handy. Immer und immer wieder. Mir fiel neulich wieder auf wie viel gestresster ich zuhause bin wenn ich mei Handy in der Nähe habe. Ständige Mails, Updates zu News und und und…
Und ich verbringe nicht halb soviel Zeit am Handy wie meine Schüler. Zudem fiel mir auch auf dass ich vermehrt mit meinen Kinder mecker wenn ich gerade am Hadny „beschäftigt“ bin.
Diese Dinger sind Segen und Geißel zugleich.

Lisa
3 Monate zuvor
Antwortet  SchadeMarmelade

Doch, die Welt an für sich ist stressig. Wenn es um Tierhaltung geht, ist das offensichtlich. Ich denke ganz oft, dass auch unsere “ Menschenhaltung“ nicht gut ist. Die Kinder werden viel zu früh mit den Problemen dieser Welt konfrontiert. Und die Eltern können der Generation Z nicht einmal mehr versprechen, dass sie es besser haben wird. Sondern nur: Ihr sollt genauso viel schuften wie wir – und noch weniger rausbekommen. Die Dummen lenken sich ab, und die Klugen klinken sich aus. Die Entmutigung schon von Viertklässlern finde ich erschreckend.

karin 54
3 Monate zuvor

Ich bin nun seit 25 Jahren Lehrerin. Das Niveau in Schule ist immer mehr gesunken, die Ansprüche wurden immer mehr gesenkt. Der Anforderungsbereich III spielt kaum noch eine Rolle.
Wenn ich heute Abiturarbeiten lese, freue ich mich schon, wenn der Satzbau verständlich ist.
Dass jemand wirklich gelernt hat, sich gut vorbereitet, ist eher die Ausnahme.
Wer heute Abitur macht, hätte vor 15 Jahre NIEMALS bestanden.
Daher habe ich große Probleme damit, den Stressfaktor als solchen zu erkennen.
Vielleicht liegt das Problem auch eher im massiven Medienkonsum und der abnehmenden Fähigkeit, sich länger als 5 Minuten zu konzentrieren.

Xyz
3 Monate zuvor
Antwortet  karin 54

„Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben. Sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein, wie die Jugend vorher und es wird ihr niemals gelingen unsere Kultur zu erhalten.“
Inschrift auf einer babylonischen Tontafel, ca. 1000 v.Chr.

Hysterican
3 Monate zuvor
Antwortet  Xyz

Tja….und wo ist Babylon heute, dieser elende Sündenpfuhl!

Tim Bullerbü
3 Monate zuvor
Antwortet  Xyz

Nein, ich finde die Jugend auch heute spannend, lustig und neugierig.
Die wenigsten sind richtig faul.
Aber das Niveau in Schule ist gesunken. Und das ist auch so gewollt. Fakt.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Von wem?

447
3 Monate zuvor
Antwortet  karin 54

Der Trick ist es, das immer zurückzuspielen und als Leistungsträger für sich zu nutzen.
Die Gesellschaft will es so.

JoS
3 Monate zuvor
Antwortet  karin 54

Nehmen wir mal an, all das ist wahr: Das ist nun einmal die Realität, in der die Kinder heute aufwachsen. Schuld daran sind Ältere, die diese Welt so geformt haben, dass Konsum und elektronische Geräte eine zentrale Rolle spielen. Dem kann sich das Individuum, noch dazu im Jugendalter, wohl kaum einfach entziehen. Was also ist Ihr Vorschlag?

Alisia
3 Monate zuvor
Antwortet  JoS

MEIN Vorschlag wäre es entweder den Schülern klar zu machen, dass Stress eben der Preis für 8 Stunden Internet am Tag ist
oder die Eltern in die Pflicht zu nehmen
ODER weil das ja scheinbar beides nicht machbar ist sich ein Beispiel an China zu nehmen und den Zugang zu sozialen Medien und Videospielen für unter 18 jährige zu beschränken.

Die Frage wäre nur ob besagte Schüler diesen Weg zu weniger Stress gut finden oder dann wegen Entzug von Freiheiten herum jammern und sich mehr Selbstverantwortung (die sie jetzt gerade ja haben) wünschen…

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  JoS

E i n i g e formen die Welt so.

Fast a l l e machen mit.

Die Warner und Bewahrer werden verachtet, überrannt.

Bisher ist alles eingetroffen, was ich vor 20 Jahren vorausgesagt habe.

Das ist traurig und sehr, sehr bitter.

Hans Malz
3 Monate zuvor

„Gleichzeitig verwies das Ministerium aber auch darauf, dass die entsprechenden Erlasse durchaus Freiräume geben, die Belastung zu verringern. Es sei absolut in Ordnung und gewollt, diese Möglichkeiten zu nutzen, sagte Ministerin Julia Willie Hamburg (Grüne). «Dafür haben sie meine volle Rückendeckung», sagte sie.“

Die Lehrer sind schuld! – Die dürfen doch weglassen…
…aber nur, wenn genau und schriftlich gegenüber der Schulaufsicht begründet wird, was und warum weggelassen wurde. Es muss dann natürlich auch ausgeführt werden, wo die Kompetenzen (!) dann alternativ erworben werden, da ja alles in den Abschlussprüfungen vorkommen könnte. Also alles ganz einfach.
Hauptsache die Ministerien sind nicht angreifbar. Ein schönes Beispiel dafür, wie es läuft…

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Hans Malz

Was in einer Stunde explizit aufgeschrieben wurde – das wurde gemacht. Denn es steht da ja.

Nur so als Tipp.

Hans Malz
3 Monate zuvor
Antwortet  447

So mache ich es auch, aber wenn dann wirklich ein Großteil der Schüler durch die Prüfungen rasselt, kommen eben doch die Fragen. Und dann weiß ich jetzt schon welche „Rückendeckung“ ich von hörerer Seite bekomme.

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Hans Malz

Dann rasseln sie eben, dann kommt eben ein Mimimi von oben. Alles sehr bedauerlich, beim nächsten mal und so, vier gewinnt.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  447
  • Bei Referendaren, noch nicht auf Lebenszeit verbeamteten Lehrern oder Lehrern mit Schulleitungsambitionen führt diese Einstellung zu Problemen.
Rainer Zufall
3 Monate zuvor

Solidarität aus BW!
Hier wird ebenfalls der Lehrkräftemangel benannt, aber nicht entsprechend gehandelt

Riesenzwerg
3 Monate zuvor

Dieses „Wissen“ nannte man mal Transferleistungen.

Das konnten Schüler tatsächlich!

Heute bin ich froh, wenn sie etwas auswendig Gelerntes reproduzieren.