Schülerin sticht im Klassenraum auf Mitschülerin ein – Lehrerin geht dazwischen

45

CUXHAVEN. Messerattacke in einer Schule in Cuxhaven: Eine Jugendliche sticht im Klassenraum auf eine Mitschülerin ein und verletzt sie schwer. Zuvor sollen beide in Streit geraten sein. Eine Lehrerin und ein Mitschüler haben offenbar durch ihr Eingreifen noch Schlimmeres verhütet. Die niedersächsische Kultusministerin zeigt sich bestürzt.

Die Polizei rückte an (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Die Schülerinnen und Schüler kehren gerade von der Pause in den Klassenraum einer Cuxhavener Schule zurück, als es zu einer Messerattacke kommt: Eine 16-Jährige sticht auf eine Mitschülerin ein und verletzt sie schwer. Die 15-Jährige wurde nach der Tat am Donnerstagmorgen mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, wie ein Polizeisprecher sagte. Lebensgefahr bestehe nicht. Hintergrund des Messerangriffs sei eine Auseinandersetzung zwischen der Tatverdächtigen und dem Opfer. Worum es bei dem Streit ging, blieb unklar. Die 16-Jährige wurde vorläufig festgenommen.

Die Tat ereignete sich gegen 9.20 Uhr vor den Augen der anderen Mitschüler in einem Klassenraum der Lüdingworther Schule, einer Grund- und Hauptschule im gleichnamigen Ortsteil. Eine Lehrerin und Mitschüler hielten die 16-Jährige den Angaben zufolge von weiteren Tathandlungen ab. Ein Kriseninterventionsteam des Landkreises Cuxhaven betreute die Schülerinnen und Schüler, der Unterricht wurde durch die Schulleitung vorzeitig beendet.

«Der Fall wird nun genau aufgeklärt werden. Wir werden die Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium nach allen Kräften unterstützen»

Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg kündigte eine genaue Aufklärung des Messerangriffs an einer Schule in Cuxhaven angekündigt. «Ich bin zutiefst bestürzt über diese Tat in einer unserer Schulen», sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag. «Meine Gedanken sind in diesen Momenten bei dem verletzten Mädchen, seiner Familie und der gesamten Schulgemeinschaft.»

Hamburg sagte: «Ich hoffe, dass die Schülerin sehr schnell wieder gesund wird und wünsche ihr, der Familie und der Schulgemeinschaft viel Kraft, diese Erfahrung zu verarbeiten.» Es sei noch unklar, was zu «dieser furchtbaren Tat so kurz vor Beginn der Weihnachtsferien geführt hat», sagte Hamburg. «Der Fall wird nun genau aufgeklärt werden. Wir werden die Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium nach allen Kräften unterstützen.» Am Freitag, der letzte Schultag vor den Ferien, soll der Unterricht stattfinden. Das Kriseninterventionsteam werde dann wieder ansprechbar sein, teilte die Polizei mit.

Es ist nicht das erste Mal, dass im Umfeld einer Schule mit einem Messer zugestochen wurde.

  • Erst vor drei Wochen wurde ein 15-Jähriger in Mainz von einem Gleichaltrigen  angegriffen und in den Bauch gestochen.
  • Ende Mai hatte ein 17-Jähriger in einer Toilette in einer Berufsschule in Wildeshausen bei Bremen einen 16-Jährigen mit einem Messer schwer verletzt. Der Heranwaschende wurde vom Landgericht Oldenburg im November wegen versuchten heimtückischen Mordes verurteilt, es ordnete die Unterbringung in einem psychischen Krankenhaus an.
  • Im Januar hatte ein 17-jähriger Schüler in einem Klassenraum an einem Berufskolleg in Ibbenbüren nördlich von Münster eine 55-jährige Lehrerin erstochen. Im April wurde der Jugendliche in der Justizvollzugsanstalt Herford tot aufgefunden (News4teachers berichtete).
  • Vor sieben Wochen soll ein 15-Jähriger in einer sonderpädagogischen Schule in Offenburg mit einer Pistole auf einen gleichaltrigen Mitschüler geschossen haben, der kurz darauf seinen Verletzungen erlag (News4teachers berichtete ebenfalls). Der tatverdächtige Schüler kam wegen mutmaßlichen Totschlags in Untersuchungshaft.

Die zunehmenden Übergriffe sind dem Kultusministerium zufolge kein alleiniges schulisches Problem. Vielmehr beklagten Fachleute insgesamt eine Zunahme von Gewalt, Verrohung und Respektlosigkeit in der gesamten Gesellschaft. «Das macht vor Schule nicht Halt», sagte eine Sprecherin. Studien zeigten, dass soziale Isolation und massive Internetnutzung während der Corona-Pandemie vulnerable Kinder und Jugendliche offenbar anfälliger für Gewaltbereitschaft gemacht hätten.

Zum nächsten Schuljahr werde Kultusministerin Hamburg einen Sozialindex einführen, mit dessen Hilfe Schulen identifiziert werden könnten, die vor besonderen Herausforderungen stünden. News4teachers / mit Material der dpa

Kriminologe: Deutlich weniger Jugendgewalt als vor zwei Jahrzehnten (trotz Anstiegs 2022)

Anzeige


Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei

45 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Walter Hasenbrot
5 Monate zuvor

Eine mutige Kollegin. Respekt!

Realist
5 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Kein Polizist, der übrigens auch eine „Garantenstellung“ hat, würde sich unbewaffnet einem Messerstecher entgegenstellen.

Die Kollegin hat leichtsinnig gehandelt.

Carabas
5 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Das stimmt. Und doch würde ich es mir für mein Kind wünschen, dass jemand sich trotz des persönlichen Risikos dazwischen stellt.

Realist
5 Monate zuvor
Antwortet  Carabas

Die Lösung lautet: Wachdienst an Schulen. Genauso wie Unternehmen und Behörden auch einen Wachdienst / Betriebsschutz haben.

Walter Hasenbrot
5 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Ein Wachdienst hätte überhaupt nichts verhindert. Man kann nicht neben jede Schüler*in eine Person vom Wachdienst stellen.

TheTeacher
5 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Kein Polizist, der übrigens auch eine „Garantenstellung“ hat, würde sich unbewaffnet einem Messerstecher entgegenstellen.“

Aus Interesse am Wahrheitsgehalt dieses Satzes habe ich gerade Rücksprache mit einem Bekannten gehalten, der Polizist ist und ihre Aussage so nicht bestätigt hat. Zwar würde er nicht alleine mit seinen Händen „bewaffnet“ eingreifen, aber eine Jacke oder ein Stuhl würden ihn in die Lage versetzen, eingreifen zu können.

Realist
5 Monate zuvor
Antwortet  TheTeacher

Polizisten sind im Nahkamof ausgebildet und daher in der Lage einen Stuhl als „Waffe“ einzusetzen. Eine Lehrkraft ist das nicht.

unverzagte
5 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Warum trauen Sie der Kollegin nicht zu, Ihre Schülerin gut genug zu kennen und die Gefahr entsprechend richtig einschätzen zu können?

SuS mit Messern sind mir noch nicht direkt begegnet, wohl aber welche mit eindrucksvollen Wutausbrüchen, die ich bei Gefahr im Verzug festgehalten habe, da ansonsten Verletzungen von dritten zu befürchten waren.

Realist
5 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Es wird hier suggeriert, dass Lehrkräfte irgendeine Verpflichtung hätten, sich bewaffneten Tätern (ja, ein Messer ist eine „Waffe“) entgegenzustellen (Carabas: „Und doch würde ich es mir für mein Kind wünschen, dass jemand sich trotz des persönlichen Risikos dazwischen stellt.“).

Dem ist nicht so, egal wie alt der Täter ist. Eine Waffe macht jeden gefährlich. Das sollte man dann den „Profis“ (Polizei, Wachdienst, …) überlassen, statt hier den Helden zu spielen.

Warum rückt die Polizei wohl immer, wenn bekannt ist, dass ein Täter bewaffnet ist, mit voller Montur (Stichschutzweste, ballistischer Weste, geladenen Pistole / MP) an, egal wie alt der Täter ist?

TheTeacher
5 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Ihr Zitat leitet keine Verpflichtung, sondern ganz wörtlich einen Wunsch ab. Das ist ein Unterschied.
So war ich verpflichtet, den Wehrdienst abzuleisten, und man hat dies damals nicht als einen Wunsch an mich herangetragen.

TheTeacher
5 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Sie hätten einfach eingestehen können, dass ihre ursprüngliche Aussage zu Polizisten nicht der Wahrheit entspricht, was ja durchaus passieren kann, aber sich leider dagegen entschieden.

PaPo
5 Monate zuvor
Antwortet  TheTeacher

@Realist: „Kein Polizist, der übrigens auch eine ‚Garantenstellung‘ hat, würde sich unbewaffnet einem Messerstecher entgegenstellen.“

vs.

@TheTeacher: „Aus Interesse am Wahrheitsgehalt dieses Satzes habe ich gerade Rücksprache mit einem Bekannten gehalten, der Polizist ist und ihre Aussage so nicht bestätigt hat. Zwar würde er nicht alleine mit seinen Händen ‚bewaffnet‘ eingreifen, aber eine Jacke oder ein Stuhl würden ihn in die Lage versetzen, eingreifen zu können.

Wo glauben Sie hier zu erkennen, dass die „ursprüngliche Aussage“ von @Realist „nicht der Wahrheit“ entspricht“ o.ä.?

Mithin:
Ein Messer ist auch in Händen einer körperlich komplett unterlegenen, im (kämpferischen) Umgang völlig untrainierten Person, ja selbst in Händen von Kindern oder Greisen, eine gefährliche Waffe, die ein immenses Risiko für das Ggü. birgt, schwer(stens) verletzt zu werden. Selbst wenn das Ggü. körperlich überlegen, einschlägig ausgebildet und in der Überzahl ist, ist das Risiko, entstellende, körperlich den Rest des Lebens beeinträchtigende oder tödliche Verletzungen davonzutragen, erheblich!

Es bedarf dazu keiner großen Klingenlängen, keiner tiefen Stiche oder Schnitte. Jedes ordinäre Minitaschenmesser genügt, um hinreichend tiefe Stiche / tiefe und lange Schnitte zu versetzen, die entweder zu massivem Blutverlust führen u./o. ein Organ verletzen. Da muss der Zentimeter bisweilen nicht voll sein. Und diese Stiche u./o. Schnitte, wobei jeweils ein einziger reichen kann, um entsprechend gefährlich zu sein, sind schnell (auch mehrfach hintereinander) und unberechenbar gesetzt, liegt ja aucht in der Natur des Gegenstands.
Deshalb finde ich diese empörten Reaktionen auch immer wieder – sorry, nicht sorry – zum kotzen, wenn bspw. bei einem Polizeieinsatz die Polizisten von der Schusswaffe Gebrauch machen, um eine mit einem Messer bewaffnete Person abzuwehren.

Kurz:
Niemand bei Verstand begibt sich in den entsprechenden Aktionsradius einer mit einem Messer bewaffneten Person, s. Tueller Drill (https://en.wikipedia.org/wiki/Tueller_Drill). Ihr Bekannter wird das wissen und ist im entsprechenden Dienst auch nicht unbewaffnet.

Wutbürger
5 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Nein, ein Polizist wird sich eben nicht „nur“ mit einem Stuhl einem Messerstecher entgegenstellen. Selbst SEKler werden das nicht machen, weil Messer sehr gefährliche Waffen und im „Nahkampf“ sogar effektiver als Schusswaffen sind.

TheTeacher
4 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

@PaPo: Eine Jacke oder ein Stuhl ist keine Waffe.

@Wutbürger: Ich beziehe mich auf die Aussage eines Polizisten, der nicht dem SEK angehört.

Der Bekannte erzählte mir übrigens, dass er mit einem Kollegen einmal ohne Waffe einen Mann mit einer Axt überwältigten und das ohne den Einsatz der Dienstwaffe, sondern eben mit einer Jacke als Ablenkung.

PaPo
4 Monate zuvor
Antwortet  TheTeacher

Tisch um/o..Stuhl =/= unbewaffnet… so einfach ist das.

Und jmd. mit einer Axt bewaffneten mit Jacke und Stuhl zu überwältigen ist eine komplett(!) andere Geschichte, als jmd. mit einem Messer bewaffneten, alleine schon infolge dessen, wie ein Messer geführt wird: Mit einem Messer setzt man auch ohne besondere Kraftanstrengung, ohne weiten Schwungradius u.ä. Stiche und Schnitte, auch in rapider Geschwindigkeit (d.h. etliche Schnitte/Stiche binnen weniger Sekunden, ja Sekundenbruchteilen), und dies – weil i.d.R. einhändig geführt – komplett unberechenbar und damit auch schwerlich zu kontern (und eine Jacke bietet keinern hinteichenden Schutz) – Sie können ja mal ausprobieren, wie schnell sie so mit ihrer Hand sind… und wenn sie mal einen entsprechenden realen(!) Messerangriff und evtl. auch die entsprechenden Wunden danach gesehen haben, wissen Sie aich, dass meine Aussagen korrekt sind. D.h. nicht, dass sich niemand einem derart bewaffneten leuchtsinnig in den Weg stellt… das; st dann aber halt ein Tanz auf Messers Schneide.

Wutbürger
4 Monate zuvor
Antwortet  TheTeacher

Schade, dass dann ihr Bekannter nicht da war und diese unfähigen Nixkönner, die sich in den unteren Beispielfällen Polizisten schimpften, sich so schlimm daneben benehmen konnten, wahrscheinlich nur aus reiner Mordlust. Hoffentlich werden diese Polizisten hart bestraft, weil sie nicht so heldenhaft, wie ihr imaginärer Bekannter, waren (Ironie aus)

07.05.2012
„Im bayerischen Aichach ist ein Streit um einen Parkplatz gewaltsam eskaliert: Ein Mann ging mit einer Axt auf seinen Nachbarn los. Die Polizei erschoss ihn.“

19.07.2016
„In Unterfranken hat ein Jugendlicher mit Axt und Messer in einem Zug mehrere Passagiere schwer verletzt. Die Polizei erschoss den Täter.“

04.09.2022
„Frau mit Axt getötet, Polizei erschießt Angreifer“

27.11.2023
„Polizei-Schuss nach Angriff mit Axt: Mann erliegt Verletzungen“

26.12.2023
„Polizei stoppt Axt-Angreifer bei Nabburg mit Warnschüssen“

07.03.2023
„Mit Axt bewaffnet: Polizei erschießt Angreifer“

08.03.2023
„Ein Polizist erschießt einen jungen Mann. „Aus Selbstschutz“, sagt die Polizei. Es war Dienstag, 14.20 Uhr. Der Mann war mit einer Axt auf die Beamten losgegangen.“

Wutbürger
5 Monate zuvor
Antwortet  TheTeacher

Dann scheint ihr Bekannter der dicke Bruno aus dem Landeibüro zu sein, der höchstens einmal bei den Bauern die Betriebssicherheit am Traktor kontrolliert.

Wenn ein Messer im Spiel ist, würde kein (Großstadt)Polizist nur mit „Jacke und Stuhl“ reagieren, sondern immer die Schusswaffe ziehen. Jeder, der schon bei den Sicherheitsorganen war, weiß außerdem, dass man selbst mit einer Schusswaffe in Reichweite von „Jacke und Stuhl“ einem Messer in der Regel unterlegen ist.

Im Übrigen würde ich inzwischen eh nicht mehr allzuviel auf die Meinung von Polizisten geben. Erst neulich gab es wieder die jährliche Schulung zum Thema Amok und was der Polizist dort zum Thema Wirkung von Munition sagte ließ mir als jemand mit vielen Jahren Militärerfahrung (auch in Krisengebieten) die Haare zu Berge stehen.
Wenn man dann noch weiß, dass Sportschützen gesetzlich verpflichtet sind mehr und öfter mit einer Schusswaffe zu trainieren als ein Polizist, weiß ich schon woher dann solche Äußerungen, wie die ihres Bekannten, kommen.

TheTeacher
4 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

Stadt mit etwa 400k Einwohnern… Da lagen sie wohl falsch.

Wutbürger
4 Monate zuvor
Antwortet  TheTeacher

Dann ist ihr Bekannter also einfach nur inkompetent und als Polizeibeamter ungeeignet. Auch bei der Polizei gibt es, wie in jedem anderen Beruf auch, Blindgänger.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass ihr Bekannter überhaupt nicht existiert und nur ein Produkt ihres Geistes ist.

447
4 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

Schliesse mich an.

Erzählungen aus Entenhausen – wobei dann gerade bei pädagogisch und sozial engagierten Menschen (die quasi berufsbedingt schon völlig kampfunerfahren sind) Leute hier solchen Stuss lesen und sich wortwörtlich in Lebensgefahr begeben – um danach noch vom Dienstherren zusätzlich einen übergezogen zu bekommen.

Verantwortungslos.

TaMu
5 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Ohne sie wäre das angegriffene Kind vermutlich tot.

Realist
5 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Was nicht die Schuld der Lehrerin wäre…

Realist
5 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Um es noch einmal klarer zu machen:

Es gibt weder eine moralische noch eine rechtliche Verpflichtung, dass sich eine Lehrkraft einem bewaffneten(!) Täter entgegenstellt. Nicht umsonst sind die Regeln bei z.B. einem Amoklauf in Schulen eindeutig: Dem Täter ausweichen, Schutz suchen, Räume abschließen und verbarrikadieren.

Wenn die Gesellschaft will, dass Kinder in der Schule vor solchen bewaffneten Tätern geschützt werden, dann muss sie für die Schulen Sicherheitskräfte finanzieren, die für solche Situationen ausgebildet sind und ihrerseits effektive Mittel haben, solchen Tätern zu begegnen (in den USA ist das z.B. bei großen Schulen oft so geregelt).

Clara
5 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Rechtlich und rational mag das zutreffen, die Kollegin hat aber spontan mutig und erfolgreich reagiert. Mitmenschen dieser Art kann man sich nur wünschen.

Keksmonster
5 Monate zuvor
Antwortet  Clara

Die Kollegin hat Glück gehabt, dass ihr und dem eingreifenden Mitschüler nichts passiert ist. Wäre letzterer verletzt worden, hätte sie vermutlich jetzt ein Verfahren am Hals, warum sie den Schüler nicht aus der Gefahrenzone gebracht hat.
Keksmonster

Wutbürger
4 Monate zuvor
Antwortet  Realist

In LA gibt es sogar eine eigene Schulpolizei, deren einzige Aufgabe die Sicherheit an Schulen ist.

https://de.wikibrief.org/wiki/Los_Angeles_School_Police_Department

Walter Hasenbrot
5 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Die Kollegin sollte man nicht als leichtsinnig beschimpfen, sondern für ein Bundesverdienstkreuz vorschlagen.

Sie hat mutmaßlich das Leben des Opfers gerettet. Dabei hat sie sich auf eine überdurchschnittliche und nicht zu fordernde Weise persönlich eingesetzt.

Lisa
5 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Es stimmt, dass es gefährlich ist. Aber ich denke, dass in diesem Fall die Lehrerin die “ Täterentschlossenheit “ (Täterinnenentschlossenheit ? ) einschätzen konnte. Es wird Fortbildungen geben müssen, wie genau man eingreift. Leider.

potschemutschka
5 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Kennt man als Lehrer den agressiven Schüler sehr gut, kann man evtl. die Situation abschätzen und deeskalieren, aber selbst dann ist es nicht ungefährlich. Ich selbst habe Grundschüler erlebt, die unvorhersehbare Kräfte entwickeln konnten, wenn sie „neben sich standen“.

447
5 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Den meisten Lehrkräften (insbesondere Frauen, da in unserer Kultur üblicherweise mit entsprechendem kulturellen „Schutzschild“ aufgewachsen) fehlt JEDE, wirklich jede Form von realem, physikalisch-körperlichem Grundgefühl.

Ich lasse mal folgenden Ratschlag da:
Wer meint, zum Täterbändigen (nochmal ungleich schwerer als schlicht unschädlich machen) geboren zu sein macht folgendes:
Einen ganz harmlosen Ringverein aufsuchen, sich nen durchschnittlichen 16jährigen zuweisen lassen, den Trainer sagen lassen, er soll sich ***nicht*** zurückhalten.

Jedes mal, wenn der rechte Arm/Hand des Gegenübers ihren Oberkörper, Kopf-/Halsbereich oder ihren Teil des Unterleibs berührt sind sie schwerverletzt oder tot.

Es ist schlicht irre.
Lehrer sind keine Polizei oder Security.

Bla
5 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

„Es wird Fortbildungen geben müssen, wie genau man eingreift.“
Das nicht Ihr Ernst? Das ist nicht die Aufgabe einer Lehrkraft. Wir sind hier kein SEK. Polizei verständigen und versuchen deeskalierend zu wirken/abzulenken. Mehr ist da oft auch nicht.
Wenn man mit potentiell gewalttätigen Kindern (Geistige Behinderung, Krankheitstyp, Justizanstalt – wobei die normalerweise wohl eher harmlos sind, sonst kommen sie nicht soweit) arbeitet, dann kann man nen paar Griffe usw. lernen, damit man sie mal beruhigt. Aber bei bewaffneten Personen ist das etwas grundlegend anderes. Sogar mit jahrzehntelangen Selbstverteidigungserfahrungen ist das ein Risiko. Das muss man sich klar sein.
Zu meiner Ausrüstung gehört weder Stichsichere Kleidung, noch ein Elektrotaser (sowieso verboten in Deutschland). Somit ist es immer lebensbedrohend nahe zu kommen.

Indra Rupp
5 Monate zuvor
Antwortet  Bla

Seit wann sind geistig Behinderte potentiell gewalttätig? (Augenroll)

447
4 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Sind sie halt oft, Augenroll.

Natürlich trifft diese keine Schuld daran.
Deswegen ja die entsprechende Betreuung.

Marie
5 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Fortbildungen, wie man bei einem bewaffneten Angriff eingreift? Das wüsste ich aber. Ich bin Lehrerin, keine Polizistin oder Mitarbeiterin des SEK.

Unfassbar
5 Monate zuvor

Wieso haben Hamburger Schulen noch immer keinen Sozialindex? Andererseits dürfte er mit dem Anteil Bürgergeldempfängern, allgemeiner Kriminalitätsrate, Religiösität usw. stark korrellieren.

Unverzagte
5 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Was hat ein seit 1996 bestehender Sozialindex in Hamburg mit dieser Schule in Cuxhaven zu tun?

A.J. Wiedenhammer
5 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Inwiefern würde ein Sozialindex irgendetwas an diesen Taten ändern, geschweige denn verhindern? Oder soll das heißen, ab einem gewissen Sozialindex wird Security (Personal? Geld?) gestellt, die Sicherheitskontrollen (Leibesvisitation? Wohl kaum.) durchführen, damit weniger Messer oder andere Waffen auf dem Schulgelände sind?
Ich denke, die Schulen, die „vor besonderen Herausforderungen stehen“ (so ein schöner Euphemismus!), wissen das genau.

Lückenlose Bewachung/Kontrolle kann niemand leisten, und kann sich niemand leisten, außerdem will es auch (fast) niemand.

Müllerin
5 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Hamburger Schulen haben einen Sozialindex (NRW auch), es geht hier um Niedersachsen.

Hans Malz
5 Monate zuvor

„Ein Kriseninterventionsteam des Landkreises Cuxhaven betreute die Schüler,“ Na, dann bin ich ja froh, dass es der Kollegin so gut geht.

A.M.
5 Monate zuvor
Antwortet  Hans Malz

Ein Hinweis, dass entweder Psychologen oder ein Kriseninterventionsteam Zeugen, Opfer und natürlich auch Helfer einer bedrohlichen Gewalttat oder eines schweren Unglücks betreuen, ist mittlerweile Standard. – Gut, dass es diese Möglichkeit gibt, aber manchmal frage ich mich dennoch, warum kaum noch davon ausgegangen wird, dass Menschen ein Geschehen auch ohne professionelle Hilfe verarbeiten können.

Marie
5 Monate zuvor
Antwortet  A.M.

Der Hinweis auf psychologische Betreuung bezieht sich jedoch explizit nur auf die Schüler, von der Lehrerin (die diese Betreuung mit Sicherheit ebenfalls braucht) ist keine Rede.

Hans Malz
5 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Genau das war gemeint. Danke. Bei solchen Nachrichten wird überaus selten auf das Befinden der Kollegen eingegangen. Nach einem solchen Vorfall würde ich selbstverständlich auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen wollen.

447
4 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Weil Lehrer schlicht politisch und medial unwichtig sind, ausser als Prügelknaben.

A.M.
5 Monate zuvor

„Eine Lehrerin und ein Mitschüler haben offenbar durch ihr Eingreifen noch Schlimmeres verhütet.“

Welche Rolle hat eigentlich der Mitschüler gespielt? – Oder die „Mitschüler“? In anderen Artikeln wurden sogar (ohne Genderzeichen) mitgeteilt, dass mehrere Mitschüler eingegriffen hätten.

Wir wissen nüchtern betrachtet zu wenig, um beurteilen zu können, wer wie wagemutig oder leichtsinnig war. Wenn die Handydaten ausgewertet sind, wird mehr gesagt werden können.

Grundsätzlich finde ich, dass jeder Pädagoge so viel Realismus haben sollte, sich vorzustellen, dass Menschen manchmal gar nicht anders können, als sich im Falle einer Eskalation von Gewalt, einzumischen. Ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit oder das Leben! Die Geschichte kennt einige Beispiele. Aber im Alltag gibt es immer wieder Kinder von gewalttätigen Alkoholikern, die Vater oder Mutter unter Umständen provozieren, „nur“ um ein jüngeres Geschwisterkind vor brulalen Attacken zu bewahren. Mut und beherztes Handeln gehören immer noch zu den Verhaltensweisen, die sich spontan aus einer Situation ergeben können. – Im vorliegenden Fall sieht es erfreulicherweise so aus, dass Einzelne etwas erfolgreich bewirken konnten und nicht nur gefilmt wurde.

Clara
5 Monate zuvor

Für die PolitikerInnen-Reaktionen sollte sich mal jemand andere Floskeln einfallen lassen. Sie klingen zu abgedroschen.