Studie: Digitale Freizeitlektüre wirkt kaum auf das Leseverständnis von Schülern

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VALENCIA/WASHINGTON. Dass das Lesen gedruckter Bücher das Leseverständnis von Schülerinnen und Schülern fördert, gilt als gesichert. Digitales Lesen scheint diese Wirkung nicht zu haben, zeigt eine Studie der Universität Valencia. Digitale Lesegewohnheiten führen dazu, dass selbst informative Internetquellen keine signifikante Verbesserung bringen.

Wer liest, ist im Vorteil. Ob in der Freizeit oder in der Schule, das Lesen von gedruckten Büchern trägt dazu bei, die Fähigkeiten sich entwickelnder Leserinnen und Leser Texte zu verstehen, zu verbessern. Die explosionsartige Verbreitung digitaler Lesegeräte, der ständige Zugang zu diesen Geräten und neue Arten von Lesematerialien haben jedoch diese Gewissheit ins Wanken gebracht. In einer aktuellen, umfassenden Studie über digitale Lesegewohnheiten in der Freizeit kommen Lidia Altamura, Cristina Vargas und Ladislao Salmerón von der Universität von Valencia nun zu dem Ergebnis, dass es praktisch keinen Zusammenhang zwischen dem digitalen Lesen und der Verbesserung des Leseverständnisses von Schülern gibt.

Ein junge im Grundschulalter liegt bäuchlings auf einem Sofa und liest vergnügt auf dem Tablet.
Digitale Formate können im Hinblick auf die Leseförderung junger Menschen nicht mit dem traditionellen Lesen mithalten. Foto: Shutterstock

„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich digitales Lesen in der Freizeit für die Entwicklung von Leserinnen und Lesern in Bezug auf das Leseverständnis nicht auszuzahlen scheint, zumindest nicht so sehr wie das traditionelle Lesen von gedruckten Büchern“, so Lidia Altamura, Bildungspsychologin an der Universität von Valencia. „Unsere Ergebnisse sind besonders überraschend, wenn man sie mit dem vergleicht, was wir bereits über den gut etablierten positiven Zusammenhang zwischen der Lesehäufigkeit in gedruckter Form und dem Textverständnis wissen.“ Ausgehend von den Erkenntnissen früherer Studien schätzen die Autorinnen und Autoren, dass Schülerinnen oder Schüler, die in ihrer Freizeit zehn Stunden in gedruckter Form lesen, wahrscheinlich sechs- bis achtmal so viel verstehen wie Schülerinnen und Schüler, die die gleiche Zeit auf digitalen Geräten lesen.

„Wir hatten erwartet, dass die digitale Freizeitlektüre zu Informationszwecken, wie beispielsweise der Besuch von Wikipedia oder anderen Bildungswebseiten oder das Lesen von Nachrichten, viel positiver mit dem Leseverständnis verbunden sein würde“, so Altamura. Aber selbst das sei nicht der Fall gewesen.

Die jetzt vorliegende Studie führte das Team als Meta-Analyse durch. Die Ergebnisse beruhen auf der Zusammenfassung von 25 Studien, die zwischen den Jahren 2000 und 2022 veröffentlicht wurden und an denen rund 470.000 Personen aus mindestens drei Dutzend Ländern teilnahmen.

In den Studien zeigte sich den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zufolge, dass es in frühen Stadien (Grund- und Mittelschule) kleine negative Zusammenhänge zwischen dem digitalen Freizeitlesen und dem Leseverständnis gab, während in späteren Stadien (Oberschule und Universität) der Zusammenhang leicht positiv war. Insgesamt hatten die digitalen Lesegewohnheiten, unabhängig von der Bildungsstufe, einen geringeren Zusammenhang mit dem Leseverständnis als die Ergebnisse früherer Untersuchungen zum Lesen von gedruckten Texten.

Lidia Altamura, Cristina Vargas und Ladislao Salmerón nennen zwei Gründe, warum sich das digitale Lesen im Vergleich zum gedruckten Lesen für die Entwicklung von Lesern möglicherweise nicht auszahlt. Erstens könnten digitale Lesegeräte auch anderen Zwecken als dem Lesen dienen, was die Leserinnen und Leser ablenke. Zweitens habe das Internet neue Arten des Lesens hervorgebracht, mit Merkmalen wie kurzen und schnellen Reizen, weniger hochwertigen Inhalten und weniger anspruchsvollem Wortschatz.

„Auf der Grundlage unserer Ergebnisse können wir nicht einfach davon ausgehen, dass jede Art von Freizeitlektüre für die Entwicklung von Lesern von Vorteil ist“, so Altamura. „Es kommt auf das verwendete Medium an.“ Lehrerinnen und Lehrer ebenso wie Eltern, sollten mithin insbesondere die jüngeren Leserinnen und Leser ermutigen, häufiger in gedruckter Form als auf digitalen Geräten zu lesen. (zab, pm)

Studie: Wortschatz von Grundschülern, die nie ein Buch lesen, aber häufig am Smartphone hängen, fällt drastisch ab

 

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Hans Malz
3 Monate zuvor

Also ist nicht das digitale Lesen schuld, sondern die Inhalte. In etwa so, als ob ich „Faust“ lese oder die „Bild“?

Leerwerkerlein
3 Monate zuvor
Antwortet  Hans Malz

Doch, das digitale Lesen ist insofern schuld, als es nur auf Geräten erfolgt, die mit Ablenkung assoziiert sind oder diese ermöglichen. Als wir meiner Tochter einen eReader (Onleihe) gegeben haben, hat sie den Browser entdeckt und mit eInk-Display ohne Ton Videos „geguckt“ – ich glaube, das gilt für Tablets entsprechend noch mehr.

Hans Malz
3 Monate zuvor
Antwortet  Leerwerkerlein

Trotzdem ist das Lesen das gleiche. Sie liest dann ja nicht, sondern macht etwas anderes. Mir geht es darum, dass die diese Geräte verteufelt werden, obwohl der Fehler vor dem Bildschirm ist.

Hansenfritz
3 Monate zuvor
Antwortet  Hans Malz

Wenn sie läse, wäre sie trotzdem getriggert. Ich denke, man kann auch nicht von einem Fehler vor dem Bildschirm sprechen, weil bekannt ist, dass die auf den Geräten installierte Software zum Teil auf präkognitive Systeme abzielt, die Ablenkung also „einprogrammiert“ ist. Wie soll ein Kind/ein:e Jugendliche:r dem etwas entgegensetzen?

Hans Malz
3 Monate zuvor
Antwortet  Hansenfritz

Das Kind gar nicht. Da liegt es an den Eltern zu beschränken (bei Geräten in der Schule eben die Schule)… technisch und zeitlich. Ich bin allerdings ein Freund davon, dass die Kinder den richtigen Umgang mit den Geräten und den Verlockungen lernen. Das tun sie aber ohne die Geräte eben nicht. Ich z.B. lese mittlerweile zu 95% digital. Dazu braucht man selbstdiziplin und die können auch Kinder lernen.

Eigentlich geht es mir darum, die Technik nicht zu verteufeln. Das passiert hier im Forum aber ständig. Die Technik ist aber nicht Schuld, sondern die Benutzer.

Bene
3 Monate zuvor
Antwortet  Hans Malz

Stimme uneingeschränkt zu. Es gibt viele Artikel mit dem gleichen Tenor: digitales Lesen schlecht, analoges Lesen gut. Nur liegt es nicht am Endgerät, sondern am Inhalt. Ein Buch bleibt ein Bucht, egal ob auf dem Medium Tablet oder Papier.
Die sinnvolle Überschrift wäre also: „Kinder lesen auf digitalen Endgeräten vermehrt kurze Texte und sind häufiger abgelenkt.“
Das ist halt leider nicht so reißerisch und erregend.

laromir
3 Monate zuvor
Antwortet  Hans Malz

Das ist so ähnlich wie mit den Waffen, oder? Die sind auch harmlos und es ist einfach der Anwender Schuld, wenn Menschen sterben. War da nicht mal so eine Argumentation?

Hans Malz
3 Monate zuvor
Antwortet  laromir

Alles was hinkt ist ein Vergleich? Bei solchem Blödsinn bin ich raus.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Hans Malz

Die Technik ist nicht schuld, sondern die Entwickler, die die Kids ständig in Versuchung führen.

Die Kids sind zu jung, um dieser Verlockung zu widerstehen.

Wer muss da ran?

Hans Malz
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Antwort: Alle!
Lehrer, Eltern, Politiker und Entwickler (es gibt ja auch welche, die nicht bei den Großkonzernen angestellt). Oder anders ausgedrückt: Die ganze Gesellschaft.
Auf jeden Fall nicht nur die Schule.

Bücherleser
3 Monate zuvor
Antwortet  Leerwerkerlein

Da ich sehr gern und viel lese, habe ich auch ein ebook, ohne Schnickschnack, sprich ohne Ablenkung. Ich benutze es aber nicht so gern, eigentlich nur auf Reisen (Gewicht ist im Vergleich zu mehreren Büchern unschlagbar). Allerdings habe ich bei mir festgestellt, dass ich kurze Zeit später zwar noch den Inhalt des gelesenen Buches genau weiß, aber oft nicht mehr Titel und Autor. Bei analogen Büchern sehe ich diese Informationen jedesmal, wenn ich das Buch in die Hand nehme. es prägt sich irgendwann ein. Außerdem fällt es mir leichter bei analogen Büchern beim Zurückblättern die gesuchte Stelle zu finden. Aber ich bin auch kein digital native und vielleicht auch nur einfach zu alt.

Victoria Wurm
3 Monate zuvor
Antwortet  Bücherleser

Das ist einfach eine Frage der Gewöhnung. Bei mir ging es immer darum, abends vor dem Einschlafen, wenn ich müde wurde, zu entscheiden, ob ich das Kapitel noch fertig lesen möchte oder gleich aufhöre. Anfangs habe ich geblättert, was sehr nervig war, jetzt schaue ich auf die Schätzung meines Kindles, wie lange ich noch im Kapitel brauche. Wenn Sie öfter Stellen haben, die Sie lesen wollen, oder zu denen Sie zurückblättern wollen, dann sollten Sie die Markierungsfunktion nutzen.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor

„Lehrerinnen und Lehrer ebenso wie Eltern, sollten mithin insbesondere die jüngeren Leserinnen und Leser ermutigen, häufiger in gedruckter Form als auf digitalen Geräten zu lesen. (zab, pm)“

Haben Lehrkräfte noch nie gemacht! Werden sie auch nicht (mehr).

Mich wundert das Ergebnis nicht. Das war abzusehen. Wissen schon die Entwickler im Silikon Valley – erst ab 14 an die Dinger.

Aber was kümmert das die Wirtschaftsfuzzies? Cui bono? Genau!

blau
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg
Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  blau

Super! Vielen Dank

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor

„Erstens könnten digitale Lesegeräte auch anderen Zwecken als dem Lesen dienen, was die Leserinnen und Leser ablenke. Zweitens habe das Internet neue Arten des Lesens hervorgebracht, mit Merkmalen wie kurzen und schnellen Reizen, weniger hochwertigen Inhalten und weniger anspruchsvollem Wortschatz.“

Fachleute eben.

GriasDi
3 Monate zuvor

Weiter digitalisieren, sonst werden wir abgehängt. Man kann nicht früh genug mit digitalen Geräten arbeiten. Analog ist sowas von rückständig, sodass von gestern.
War erst neulich hier zu lesen.

GriasDi
3 Monate zuvor

Sowas statt sodass muss es heißen.

A.J. Wiedenhammer
3 Monate zuvor

Je älter ich werde, desto öfter muss ich mir manchmal den Vorwurf anhören, quasi aus mangelnder geistiger Flexibilität und bequemen Konsevativismus‘ nicht auf jeden neu durchfahrenden Zug aufzuspringen.

So mancher Zug fährt – so man lange genug wartet – aber auch irgenwann einmal wieder in der Gegenrichtung vorbei.

Bene
3 Monate zuvor

Kraftfahrzeuge waren auch mal neu und vielen Menschen sind auf die Barrikaden. Wer braucht schon stinkende Ottomotoren wenn wir doch Pferde haben? Zugegeben, es hat eine Weile gedauert, bis die Menschen nicht mehr wie gestört durch die Straßen gerast sind und Sicherheitsfunktionen wie Gurte und Airbags erfunden wurden, aber digitale Medien gibt es auch schon seit über 60 Jahren!

Das Gerhirn sträubt sich immer mehr gegen alles, was neu ist, aus Bequemlichkeit. Konservatismus ist also streng genommen eine Abwehrreaktion, denn um sich auf Neues einzulassen, müsste das Gehirn zusätzliche Denkleistungen erbringen.

A.J. Wiedenhammer
3 Monate zuvor
Antwortet  Bene

Und Pferde gibt es immer noch 🙂
Sogar für therapeutisches Reiten.
Bin gespannt, ob es das Kraftfahrzeug auch mal so weit bringt…

Eigentlich wollte ich eher andeuten, dass ich den oft und reflexartig erhobenen Vorwurf der konservativ-denkenden Bequemlichkeit so manches mal für oberflächlich halte.
Blind alle gehypten Neuerungen hochzujubeln kann mindestens genauso bequem (auch von der Denkleistung) sein wie das Gegenteil.

Hans Malz
3 Monate zuvor

Ich finde auch, dass Internet und so total überbewertet werden. Ist bald sowieso weg und dann sind meine Fähigkeiten wieder gefragt. Ich muss halt nur etwas warten.

Hansenfritz
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ach, das hat doch nichts mit Konservativismus zu tun. Die Niederlande rudern zurück, Großbritannien auch, und selbst die Unesco hat inzwischen eingesehen, dass zumindest Smartphones nicht besonders lernförderlich sind (https://www.heise.de/news/Unesco-will-Smartphones-aus-Schulen-verbannen-9226676.html)

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Smartphone, Tablets, IPads, Convertibles, PCs…. Alles funktioniert nach dem gleichen (Ablenkungs-)Schema und ist Guck-Zapping.

Da bleibt nichts hängen, denn es wird nicht gelesen, sondern geguckt und gewischt.

Und – kann ich ja morgen noch mal gucken….. Muss ich nicht behalten….

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Aber doch nicht in d e m Alter!

Ich bin auch durchaus in der Lage, digitale Texte zu lesen und deren Inhalte zu erfassen.

Weiter oben steht was von Disziplin – habe ich.

Aber digitale dauerbabygesittete Kinder eben nicht!

Und ging es nicht um die?

Ich habe den Eindruck, die Redaktion fühlt sich sehr oft auf den Schlips getreten.

Wenn hier Kinder mitlesen, vergesse ich das mit dem „Unsinn“

Canishine
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Dann macht die neue konservative Regierung mit ihrem konservativem Kurs womöglich etwas richtig?

cerebrummt
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Welche Begründung soll falsch sein?

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das Ablenkungspotenzial ist kein Beleg? Die Suchtgefahr auch nicht? Die schadhafte Wirkung von Bildschirmzeit für die Augen ist kein Beleg? Oder beziehen Sie sich mit Ihrem Einwand auf den Unterricht speziell, nicht der Endgeräte im Allgemeinen?

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich kann mir kaum vorstellen, dass die schwedische Regierung die Rückkehr gedruckter Bücher nicht zumindest auch mit dem Zurückfahren von Bildschirmzeit, das Ablenkpotenzial gerade bei schwachen Schülern usw. begründet.

Victoria Wurm
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Das hat wiederum nichts mit Bildschirmen, sondern mit dem Inhalt zu tun. Kann mir keiner erzählen, dass ein Mathebuch Suchtpotenzial hat, sobald es auf einem Bildschirm zu finden ist. Das Problem ist, dass es kein eigenes digitales System für die Schule gibt. Ohne Ablenkung. Oder glauben Sie, dass Schüler in einer Bravo mit einer Seite Matheaufgaben konzentriert Mathe gemacht hätten?

Grillsportler
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Gibt es denn aber andersherum einen Beleg dafür, dass der Einsatz entsprechender digitaler Geräte förderlich ist? Ihre Argumentation scheint mir recht einseitig.

Grillsportler
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich habe den Kommentar mit der Kraft meiner Gedanken verfasst, oder können Sie mir (wissenschaftlich fundiert) das Gegenteil beweisen? 😉

Annemaus
3 Monate zuvor

Verstehe ich es richtig, dass das Lesen von E-Books aus dieser Studie ausgeklammert wurde?
Meiner Erfahrung nach sind die Kinder, die zum Ende der Grundschule bereits E-Books lesen, die Vielleser, deren Bücherregal bereits aus allen Nähten platzt und die ihre Eltern bitten, ihren z. B. die gesamte Harry Potter- oder Narnia-Reihe runterzuladen.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Annemaus

Reine Leseinstrumente ohne Ablenkung.

Gehyped werden aber alle anderen Geräte.

Cui bono?

Hinter den Kulissen
3 Monate zuvor

Nun liest man immer öfter, dass digitale Medien dem Lesen und Lernen zumindest nicht förderlich sind. Was machen wir denn da, wo gerade alle überall auf digital umrüsten?

https://www.zdf.de/nachrichten/wissen/schule-digitalisierung-lernen-lesen-100.html

Riesenzwerg
3 Monate zuvor

Wir machen da ….

einen großen Fehler.

Geowawa
3 Monate zuvor

Diese Untersuchung ist doch methodisch völlig für die Tonne. Es wurden Äpfel mit Birnen verglichen. Die Autoren der Studie geben selbst zu, dass unterschiedlicher Content konsumiert wurde und dann…. da muss man dann nicht weiter lesen, weil man es einfach nicht vergleichen kann. Wer hat denn hier das Peer-Review gemacht und es nicht direkt abgewiesen. Ein Buch auf einem E-Paper eBook-Reader, auf dem auch keine Internetverbindung ist, verglichen mit demselben Papierbuch, das wäre mal ein Anfang.

Walter Hasenbrot
3 Monate zuvor
Antwortet  Geowawa

An Schulen werden aber keine eBook-Reader ohne Internetanschluss verwendet. Der Regelfall dürfte auch sein, dass digitale Texte auch außerhalb der Schule nicht an solchen Geräten gelesen werden. Insofern ist die Studie für den Schulkontext schon brauchbar.

Leseratte
3 Monate zuvor
Jette
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ob man es einen konservativen Schwenk oder zurückrudern nennt, ist doch Augenwischerei!
Fest steht, dass man in Schweden nicht mehr in der Ausschließlichkeit auf digitalem Lernen besteht. Im Artikel, auf den sich Leseratte bezieht, ist von einer Kehrtwende in vielen schwedischen Klassenzimmern die Rede. Warum muss die Redaktion das mit konservativem Schwenk in die Negativ- Ecke rücken?

Kanzler27
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Doch, das Karolinska-Institut unterstützt diese Entscheidung.

Grillsportler
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Aber welche wissenschaftliche Grundlage hatte denn die schwedische Vorgängerregierung bei der Einführung digitaler Endgeräte? Die scheinen doch (genauso) planlos vorgegangen zu sein.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nun, die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Geräte finde i c h persönlich fast noch schlimmer, als die (schlechten oder unzureichenden, aber teuren und müllt- und umwelttechnisch sehr verwerflichen) Auswirkungen auf das Lernen.

Nur meine Meinung.

Es gibt in keiner Klasse Schüler ohne, teilweise massive, Konzentrationsprobleme.

Sehr viele – zu viele? – brauchen täglich Medikamente, um durch den Tag zu kommen.

Ergotherapeuten und andere haben Hochkonjunktur.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nun, vielleicht liegt das dara, dass keine Regierung den Eltern vorschreiben kann, oft und wie lange und ab wann digitale Geräte verwendet werden….

Und schränkt wenigstens die Nutzung in der Schule ein.

Und vielleicht – nur vielleicht – kommen dann auch Eltern und Kids auf die Idee, die Geräte mal Geräte sein zu lassen. Was ich jedoch bezweifle.

Der Flucht-Sucht- und Vergnügungsfaktor ist für zuviele zu groß.

Und so soll es ja auch sein – nutzen und konsumieren.

Bedürfnisse wecken – ganz wichtig.

Die Folgen …. sind wohl zu unerheblich und nicht weiter erwähnenswert….

Sind ja nur unsere Kinder – pah!

Ein bisschen Ironie ist drin.

Hansenfritz
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Siehe oben: Wissenschaftlich fundiert wurde die Entscheidung in NL, GB und auch durch die Unesco (https://www.heise.de/news/Unesco-will-Smartphones-aus-Schulen-verbannen-9226676.html)

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Damit vielleicht nichts.

Aber Lerninhalte aus dem Unterricht können sich nicht setzen und sich im Gehirn vernetzen, wenn sofort in der Pause wieder irgendwelche Spiele auf das Hirn einballern.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Richtig – Konservative.

Haben wohl ein besseres Bauchgefühl und sorgen sich einfach mehr, als konsumorientierte Wirtschaftsstrategen und deren Politikerbodies.

Lisa
3 Monate zuvor

Ich dachte jetzt aber auch, jetzt kommt etwas Spezifisches mit dem Gehirn, warum Lesen am PC/ Tablet schlechter sein soll als ein gedrucktes Buch. Ist es der Geruch? Ist es das Umblättern? Nein, so ist es nicht. Die Kinder machen schlicht was Anderes.
So ähnlich stelle ich mir den Konflikt schon im Alten Ägypten vor: “ Was willst du mit Papyrus? Unsere Forschung hat ergeben, dass nur Lesen auf Stein das wahre Lesen ist “ ….

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Wer bereits gut lesen kann, viele Erwachsene zum Beispiel, haben damit keine Probleme.

Leseanfänger – und da gehe ich inzwischen bis Klasse 7! – haben die Lesebasics nicht.

Aber – wen kümmerts?

Ironie inside. Na, eher sarkastischer Zynismus.

Hans Malz
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Es geht um konzentriertes Arbeiten. Das müssen die Kinder halt wieder lernen.

Die Arbeit mit digitalen Geräten vereinfacht auch vieles und hilft (zumindest den Kindern an unserer Schule) bei der Selbstorganisation. Die Schüler lernen Techniken, die sie ohne diese Geräte eben nicht lernen würden (Nutzung des Internets, Erstellen von Texten Strukturierung durch erstellen eigenen Lexika, um mal nur drei zu nennen). Dazu kommt, dass die Inhalt von überall abgerufen werden können.

Wenn wir nichts machen würden, dann könnten sie halt nur das, was sie zu Hause am Handy machen – also Verdummung pur. Andererseits haben wir die Kreidetafeln aber auch nicht abgeschafft – best of both world.

Aber ohne Digitaliserung in Schulen wird es in Zukunft nicht mehr gehen.

Melissentee
3 Monate zuvor

Ich kann die Ansicht nicht teilen, dass Geräte das Lesen behindern. Sie können eine sinnvolle Ergänzung sein. Bücher haben den Vorteil, dass sie die Kinder mit ihren schönen Illustrationen fesseln können. Das können E-Reader kaum. Umblättern, anfassen, den Buchrücken knacken hören etc. ersetzen man nicht. Aber E-Reader ohne Ablenkung durch Browser nutzen wir in der Familie ergänzen. Fremdsprachige Literatur kann mit einer Vokabelhilfe gelesen werden. Fremdwörter werden erklärt. Bücher sind sofort verfügbar etc.

Aber trotzdem wohnt einem Buch ein Zauber inne. Wer den nicht von klein auf vermittelt, hat das Fenster verpasst. Kein E-Reader vermittelt das behagliche Gefühl einer Gute-Nacht-Geschichte im Bett.

Victoria Wurm
3 Monate zuvor
Antwortet  Melissentee

Das ist Ansichtssache. Einen E-Reader kann ich im Dunkeln lesen. Er ist angenehmer zu halten und man muss nicht umblättern. So gemütlich eingekuschelt bei Dämmerlicht im Bett liegen und lesen kann ich mit einem gedruckten Buch nicht.