PISA-Chef Schleicher legt mit neuer Kritik an der deutschen Lehrerschaft nach – Lehrerverbände fordern Ausstieg aus PISA

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BERLIN. Andreas Schleicher legt nach. Nachdem der PISA-Koordinator und OECD-Direktor die Lehrkräfte in Deutschland kritisiert hatte („… noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen“) und dafür scharf von den Lehrerverbänden kritisiert worden war, zeigt er sich in einem Interview mit der „Zeit“ nun nicht milder. Er sagt mit Blick auf die desaströsen PISA-Ergebnisse für Deutschland: „Wenn sich an den Resultaten etwas ändern soll, müssen wir uns auch mit dem Lehrerberuf befassen.“ Reaktion von Philologenverband und Deutschem Lehrerverband: Sie fordern jetzt den Ausstieg Deutschlands aus PISA.  

«Es geht weniger daum, den Lehrerberuf finanziell attraktiver zu machen, das ist er schon“: PISA-Koordinator Andreas Schleicher. Foto: OECD

„Im deutschen Bildungssystem haben Schulen wenige Freiräume, das ist richtig“, so erklärt der Bildungswissenschaftler im aktuellen „Zeit“-Interview. Die Lehrpläne seien „deutlich überfrachtet, das ist zu viel Stoff, das stimmt. So bleibt das Lernen häufig oberflächlich, und das sieht man dann in den Pisa-Resultaten. Deutsche Schüler können Wissen gut reproduzieren, aber oft nicht eigenständig auf neue Zusammenhänge übertragen“.

Die Lehrkräfte nimmt er deshalb aber von Kritik nicht aus – im Gegenteil. Schleicher: „Aber es ist zu einfach zu sagen: Es geht nicht, es liegt am System. Lehrkräfte sind immerhin Teil dieses Systems. Und darin gibt es Freiräume, die oft nicht genutzt werden.“ Lehrende könnten die Vorgaben durchaus kreativ auslegen: „etwa weniger Material mit mehr Tiefe vermitteln. Da kommt nicht die Schulinspektion, um das zu kontrollieren. Schulstunden müssen nicht immer 45 Minuten lang sein. Geschichts- und Mathelehrerinnen können gemeinsam Konzepte erarbeiten. Kinder lernen je nach Sprachfähigkeiten besser in kleineren Gruppen als im Klassenverbund. Es ist einiges möglich.“

„Bildungssysteme müssen mit den Anforderungen ihrer Zeit fertig werden – und dazu gehört heute eben mehr Sozialarbeit als vor ein paar Jahren“

Weiter betont der PISA-Chef: „Ich will die Herausforderungen, vor denen Lehrerinnen und Lehrer stehen, nicht kleinreden, sie sind enorm. Aber ich höre immer diesen einen Satz: Die Schule kann die Probleme der Gesellschaft nicht lösen. Genau das sollten wir allerdings von Schulen erwarten. Sie sind die Gesellschaft von morgen. Und Deutschland steht dabei vor denselben Schwierigkeiten wie andere Länder. Bildungssysteme müssen mit den Anforderungen ihrer Zeit fertig werden – und dazu gehört heute eben mehr Sozialarbeit als vor ein paar Jahren.“ Schleicher zeigt sich über die Reaktionen auf sein Interview in der „Stuttgarter Zeitung“ überrascht (News4teachers berichtete). Er betont mit Blick auf die PISA-Rezeption: „Über diesen Negativtrend gibt es (..) kaum noch Aufregung. Aber wenn sich an den Resultaten etwas ändern soll, müssen wir uns auch mit dem Lehrerberuf befassen.“

Als positives Beispiel führt Schleicher Schulen im chinesischen Qingdao an, wo freiere Unterrichtsformen praktiziert würden, wie er gerade bei einem Ortsbesuch erlebe.

Nach diesen Äußerungen fordert der Philologenverband die Kultusministerkonferenz auf, weitere Teilnahmen Deutschlands an PISA auszusetzen, solange Andreas Schleicher der internationale Koordinator der Studie ist. Philologen-Chefin Prof. Susanne Lin-Klitzing betont: „Keine Bildungsstudie wird in Deutschland so öffentlichkeitswirksam rezipiert wie PISA. Deren Koordination und Kommunikation geht mit einem hohen Maß an Verantwortung einher. Wir haben kein Vertrauen mehr in die seriöse Interpretation der PISA-Daten durch deren internationalen Koordinator Andreas Schleicher. Mit seinen Äußerungen, dass der Lehrerberuf intellektuell nicht anspruchsvoll sei, Lehrkräfte ‚Befehlsempfänger´ seien und sich ein Beispiel an China nehmen sollten, wird er seiner Verantwortung nicht gerecht.“

Die den Lehrkräften von ihm zugeschriebene Aufgabe, dass die Schule die Probleme der Gesellschaft lösen solle, könne keine Lehrkraft und keine Schule erfüllen. Zusammen mit Schleichers fortgesetztem Lob der Schulsysteme undemokratischer Staaten könnte man zudem annehmen, dass der PISA-Koordinator dem Missbrauch schulischer Bildung durch totalitäre Systeme nachgerade das Wort rede.

„Ob sich die seriöse empirische Bildungsforschung von dem Schaden und Vertrauensverlust erholt, den Andreas Schleicher ihr in Deutschland zufügt, bezweifeln wir. Es liegt nun in der Verantwortung der KMK, ob sie sich vor ihre Lehrkräfte stellt oder weiter zusehen will“, so Lin-Klitzing, die damit die KMK zum Handeln auffordert.

„Wenn man den PISA-Macher nicht mehr ernstnehmen kann, kann man dann noch PISA ernstnehmen?“

Der Deutsche Lehrerverband geht sogar noch einen Schritt weiter – und fordert grundsätzlich „Schluss mit PISA“. Schleicher ziehe aus der jüngsten PISA-Studie Schlussfolgerungen, die wissenschaftlich von der Studie nicht getragen werden. Nach Ansicht des Verbandes zeugen sie „in Teilen sogar von Naivität“. „Was Schleicher dabei völlig übersieht, ist das Engagement der meisten Lehrkräfte. Neben Unterricht und dessen Vor- und Nachbereitung investieren sie viel Zeit und Energie in Kommunikation mit Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern, in Fortbildungen, in das eigenständige Erschließen neuer Entwicklungen in ihrem Fach, in das Erlernen und Anwenden neuer Unterrichtstechniken und Medienformen“, so heißt es in einer Pressemitteilung.

Als Vorbild führe Schleicher das chinesische Schulsystem an, „was ironisch scheint, weil das moderne China unter Xi Jinping wohl eher nicht als Hort von Freiheit, selbständigem Denken und Emanzipation gelten kann“.

Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, fragt sich angesichts der Äußerungen Schleichers: „Wenn man den PISA-Macher nicht mehr ernstnehmen kann, kann man dann noch PISA ernstnehmen? Wenn der Wissenschaftler unwissenschaftlich schlussfolgert, wie wurde dann die Studie angelegt? Kann die KMK ihren Ergebnissen wirklich noch vertrauen? Dürfen dafür wirklich Steuergelder verwendet werden? Letztlich lenkt Schleicher mit seiner Lehrkräftekritik von den eigentlichen Herausforderungen ab, um seine persönlichen Überzeugungen ohne wissenschaftliche Grundlage zu transportieren.“ News4teachers

Neuer Pisa-Schock: Deutschlands Schüler schneiden so schlecht ab wie nie

 

 

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DerDip
1 Monat zuvor

Passt in den Zeitgeist in D.

Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Wenn wir bei PISA zu schlecht abschneiden, dann liegt es nicht an den Schulen sondern ans PISA…

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Hier mein Zeitgeist: Es liegt daran, dass Bildung in Deutschland nicht den Stellenwert einnimmt, der notwendig wäre um den gesellschaftlichen Veränderungen so zu begegnen, dass junge Menschen adäquat gebildet und ausgebildet werden.
Herr Schleicher nimmt die Lehrkräfte ins Visier. „Falsche Adresse,“ sage ich dazu.
Wenn aber die Politik Herrn Schleicher als Experten heranzieht, was zwangsläufig passieren wird, weil man dann selbst nicht im Zentrum der Kritik steht, dann müssen sämtliche LK-Verbände selbstverständlich fordern, dass Deutschland bei PISA aussteigt.

trooper
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

What? :-/

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Der Dip trollt mal wieder herum….

Nobbi
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

„.. Lehrende könnten die Vorgaben durchaus kreativ auslegen .. „.

Ach, interessant, solche Sprüche kenne ich noch aus dem Büro. Das hat der Vertriebschef immer gesagt, wenn die Verkaufszahlen zu schlecht waren.

Kognitive-Dissonanz
1 Monat zuvor
Antwortet  Nobbi

Unpassender Vergleich – und das wissen Sie auch – oder sollten dies als akademisch gebildete Lehrkraft wissen.

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

In der Tat. Warum haben wir denn das Korsett aus Vorgaben etwa zur Vorbereitung der Schüler auf zentrale Abschlussprüfungen, die wir Lehrkräfte nun laut Schleicher ignorieren sollen? Die Einführung war in den meisten Bundesländern eine Reaktion auf die Ergebnisse der ersten Pisa-Studie.

Kognitive-Dissonanz
1 Monat zuvor
Antwortet  JoS

Das Korsett aus Vorgaben ist mMn nach v.a. eine Folge von juristischer Kontrollwut der Ministerien und einem ausgeprägten Misstrauen gegenüber den Kompetenzen der Lehrkräfte.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

PISA = Zeitgeist.

Verwechselungsgefahr.

Karolin
1 Monat zuvor

In China arbeiten Schüler auf eine „lebensentscheidende“ , da chancenzuweisende Abschlussprüfung hin, die knallhart ist und für die Schüler – unterstützt von ihren Eltern – schon Jahre vorher pauken. Ich habe bei Besuchen in chinesischen Schulen regelmäßig abends nach 19 Uhr Schüler in Klassenräumen gesehen, die dort paukten. Der Leistungsdruck und auch der Leistungswille sind enorm. Es gibt leider auch viele Kinder, die an diesem System zerbrechen. Es gilt aber: wer in China auf eine gute Uni möchte, um später eine gute Karriere zu haben, muss sich dem Druck unterordnen. Eltern, die es sich leisten können oder deren Kinder nicht die geforderten Noten bringen können, schicken ihre Kinder zum Studium ins Ausland.
Vielleicht hat Herr Schleicher eine ausgesprochene Reformschule besucht? Solche gibt es auch in Deutschland. Ganz bestimmt bildet diese nicht die schulische Wirklichkeit der Mehrheit der chinesischen Schüler ab.

trooper
1 Monat zuvor
Antwortet  Karolin

„Vielleicht hat Herr Schleicher eine ausgesprochene Reformschule besucht?“
Wohl eher: Wahrscheinlich hat Herr Schleicher eine (speziell für ihn) AUSGESUCHTE und gebriefte Reformschule besucht! China…manches kann man sich nicht ausdenken

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  trooper

Na ja doch, eine Schule mit mehrheitlich Frontalunterricht, straffer Führung und motivierter Schülerschaft kann gute Ergebnisse bringen. Das sah man auch an den Mathematikern aus der Sowjetunion früher. Für den Transfer von Kenntnissen müssen die Kenntnisse gut sitzen. Das hat mit dem Regierungssystem erst Mal nichts zu tun. Die Frage ist eher, welche Schule man denn will.

LaoShi
1 Monat zuvor
Antwortet  Karolin

Der Beschreibung zum chinesischen Schulsystem stimme ich voll zu. Tatsächlich wird als Vorbereitung auf die jeweilige Abschlussprüfung (nach der Grundschule und nach der Mittelstufe als Zugangsberechtigung für die weiterführende Schule, bzw. nach der Oberstufe als Zugangsberechtigung an den Universitäten) viel Geld in sogenannte „Paukschulen“ investiert, um möglichst gute Ergebnisse zu erreichen, denn diese entscheiden, an welcher (möglichst angesehenen) Schule oder Uni man zugelassen wird, bzw. welches Fach man studieren darf. Meine Bekannten dort meinten, als Schulkind lernt man ständig, bis Nachmittags in der regulären Schule, am frühen Abend noch mal mehrere Stunden in einer Paukschule und dann nachts bei den Hausaufgaben.
Das so erpaukte Wissen hilft offenbar auch bei Pisa (warum eigentlich?), bereitet auf Prüfungen vor und erzeugt alles andere als Motivation für Fächer. Kaum jemand studiert Mathe, trotz der tollen Leistungen. Studiert wird mitunter auch nicht das Neigungsfach, sondern das höchstmögliche Fach in der Rangordnung, das man mit seinen Prüfungswrgebnissen erreichte. Ich habe Chinesen kennen gelernt, die erst den B.A. in dem Fach machen mussten, dass zum Prüfungswrgebnis passte (für die Familie), bevor sie das machten, wozu sie Lust und Interesse haben (z.B. eine Ausbildung). Dieses Vorgehen hat eine sehr lange Tradition in China und geht auf die Staatsprüfungen des Kaiserreichs zurück.

Tatsächlich ist das Interesse an alternativen Schulformen zu der Zeit, als ich in Taiwan und China war, sehr groß gewesen, Umsetzungen davon habe ich damals nicht erlebt, der Unterricht war klassisch lehrerzentriert mit Klassenstärken um 40 SchülerInnen. In den Paukschulen übrigens in gleicher Weise. Da mag sich inzwischen was getan haben, lustigerweise wurde das Schulsystem in Deutschland als pädagogisch sehr wertvoll und nachahmenswert wahrgenommen, mit der Orientierung am Kind.

Es wird solche Reformschulen in China geben, die Regel werden sie nicht sein und es wird sicherlich auch nicht jeder Lernende dort unterkommen. Genauso wie PISA-Daten nicht jede Schulform und jeden Lernenden statistisch repräsentieren, so wie bei uns. Wenn ich nur die besten Schulen in der Stadt teste, nicht Leistungsstarke aus der Messung gezielt ausschließe und dann den Mittelwert berechne, erhalte ich eben andere Daten als bei einer Messung, die alle Schulformen von Förderschule bis Gymnasium repräsentiert, alle daran teilnehmen lässt, von Muttersprachler bis zum Kind aus der Ukraine, das gerade deutsch lernt. Da muss man sich nicht wundern, dass die Matheergebnisse eben durchschnittlich ausfallen bei den sehr textlastigen Aufgaben.
Meine Angaben beruhen übrigens auf einer privaten Recherche, die ich kurz nach der Veröffentlichung der letztjährigen PISA-Ergebnisse im Internet durchführte, leider habe ich die entsprechenden Zitate nicht mehr, sonst hätte ich sie hier eingestellt. Die China-Infos stammen aus erster Hand, sind aber natürlich Einzelbeobachtungen.

Aus PISA lässt sich bestimmt eine Menge lernen, wenn man die Daten vor dem Hintergrund ihrer Erhebung einordnet und nicht pressewirksame Vergleiche zieht, die gar nicht dieselbe Grundgesamtheit repräsentieren. Vor diesem Hintergrund wirkt die „professionelle“ Interpretation durch Herrn Schleicher m.E. zumindest sehr einseitig.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  LaoShi

Chinesischer Drill – nein danke. Produziert werden roboterhafte und angepasste Bürger, die individuelle Ausprägung bleibt auf der Strecke, was man ja auch daran sieht, dass selbst die guten chinesischen Köpfe hier abkupfern müssen.
Allerdings wäre ein bisschen mehr Leistungsdruck hier in D doch wünschenswert und nicht das Motto „keiner darf zurückbleiben“. Wer sich nicht bilden möchte, muss eben mit den Folgen leben.

Pensionist
1 Monat zuvor

Lehrerverbände fordern Ausstieg aus PISA
Schwerer taktischer Fehler, denn jetzt wird es heißen: „Die wollen nur nicht kontrolliert werden“.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Pensionist

Ist mir egal. Er labert doch sowieso.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Pensionist

Egal, da sowieso alles ins negative gedreht wird. PISA, VERA und Vo. = Zeitverschwendung.

AlexB
1 Monat zuvor
Antwortet  Pensionist

Ich glaube, nach alldem, was Herr Schleicher gesagt hat, können Ausstiegsforderungen den Schaden nicht ernsthaft vergrößern.

Hans Malz
1 Monat zuvor

Mal eine ernsthafte Frage. Wer hier im Forum ist an einer Schule, die schonmal an PISA teilgenommen hat? Ich kenne niemanden. Wie werden die Schulen ausgewählt? Oder melden die sich freiwillig?
Ich persönlich würde die Teilnahme verweigern. Eine Abmahnung wäre es wert (mit anschließender Klage meinerseits). Aber der ganze Prozess erscheint mir sehr intransparent.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Laut OECD wird erst eine repräsentative Stichprobe der Schulen gezogen, innerhalb der Schulen dann eine repräsentative Stichprobe der Schüler. Allerdings können bis zu 5% gezogene Schulen und Schüler aus der Stichprobe aussortiert werden, wenn sie das Ergebnis zu stark verfälschen könnten. In DE wurden 2,5% aussortiert, in Schweden schon 7,4%, in NL 8,6%, in Dänemark sogar 11.6%. Das schlägt sich statistisch schon auf die Vergleichbarkeit der Ergebnisse nieder.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Ok. Danke für die Antwort.

Doch:

Wie stelle ich mir das vor – es können bis zu 5% gezogene Schulen und Schüler aus der Stichprobe aussortiert werden, wenn sie das Ergebnis (liegt das vorher fest?) zu stark VERFÄLSCHEN können???

Ich nehme gezogenen Schulen raus?
Weil sie das Ergebnis verfälschen können?

Heißt das etwa, dass wir deshalb so schlecht abschneiden, weil die „guten Schulen und Schüler“ nicht dabei sein dürfen?

Entgeht mir da die Logik?

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

@Riesenzwerg

„Ich nehme gezogenen Schulen raus?
Weil sie das Ergebnis verfälschen können?“

Da könnte man ja den Eindruck bekommen, dass die Ergebnisse schon vorher … nun sagen wir mal … : Eingegrenzt werden im Hinblick auf den … nun sagen wir mal …: Erwartungshorizont?!

Nachtigall, ick hör dir Schleichern?! 🙁

Hach @Riesenzwerg, schön, dass wir wenigstens ähnliche Logik-Probleme haben … 😉

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Es geht wohl um Ausreißer nach unten . Wenn z.B. in einem Inselstaat eine Schule auf einer sehr abgelegenen Insel mit schlechter Infrastruktur gezogen würde, wäre das vermutlich ein klassischer Ausschlussgrund für diese Schule. Wenn in Deutschland ein Schüler ausgelost würde, der erst vor kurzer Zeit aus dem Ausland zugezogen ist und nur wenig Deutsch spricht, wäre das ebenfalls ein klassischer Ausschlussgrund. Wenn man die soziodemografische Zusammensetzung der Stichproben in DE mit den Skandinavischen Ländern vergleicht, fallen schon einige deutliche Unterschiede auf, die sich auch auf die Durchschnittspunktzahlen auswirken dürften.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Danke schön für die Antwort. Aus welchen Schulen setzt sich die „repräsentative Stichprobe“ denn zusammen. Werden die gelost? Bestimmen die Ministerien oder Bezirksregierung wer mitmacht? Wie gesagt, ich kenne keine Schule, die dabei war und ich frage oft auch auf Fortbildunge danach.

Haha
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Ich habe als Schüler mit meiner damaligen gesamten Klasse an der ersten PISA-Erhebung teilgenommen (teilnehmen müssen). Da wurde zumindest innerhalb der Klasse niemand ausgesiebt. Die Schule war ein altsprachliches Gymnasium – guter Ruf.

Heike Bauch
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Vor gefühlten 100 Jahren ( ich glaube bei der 2. Testrunde) hat unsere Schule, damals Mittelschule (heute Oberschule), teilgenommen. War wohl nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Rausgerechnet wurde meines Wissens niemand. Der Test wurde damals von Studenten durchgeführt, ich saß nur als Aufsicht mit drin. Rückmeldung gab es meines Wissens auch nicht – es sei denn, mein damaliger Chef hat’s einfach entsor… äh… abgeheftet.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Heike Bauch

Blauer Rundordner?
Also wahrscheinlich Losverfahren.

DerschiefeTurmvonPisa
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Ich habe tatsächlich mal als Schüler an der Pisastudie teilgenommen. Wir haben dann damals gefragt: Gibt es dafür eine Note? Als das verneint wurde, haben meine Freunde und uns direkt die kreativsten und bescheuertsten Antworten ausgedacht. 🙂

Hans Malz
1 Monat zuvor

Ja, genau wie beim Lernstand 8 in NRW. So stelle ich mir das nämlich vor. In anderen Nationen, wie China, üben die dafür. Ich kann mir in China auch nicht vorstellen, dass da zufällig irgendwelche Schulen ausgewählt werden.

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

In China würden sich – vermute ich – auch wenige Schüler trauen, extra „kreative“ Antworten zu geben

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor

Na super 🙂 Jetzt kennen wir wenigstens einen, der für die schlechten Pisa-Ergebnisse (mit-) verantwortlich ist 🙂

dauerlüfterin
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Meine ehemalige Schule hat mal teilgenommen. Ist schon einige Jahre her. Die Schule wurde damals ausgewählt.

Ich bin mir relativ sicher, dass diese Schule mit nicht repräsentativ war, sondern im Gegenteil relativ speziell.

OMG
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Hae? Das wird den Schule zwei Jahre vorher mitgeteilt – es steht nicht Pisa drauf, wenn es da Missverständnisse geben soll.. Wir sind zum dritten Mal dabei, alle Schulen haben dann jeweils einen Beauftragten zu benennen.

Hysterican
1 Monat zuvor

Ich wiederhole meine Idee, die mich nach der ersten Meldung von Schleichers Übergriffen ggü. LuL angeflogen ist.

Ich finde, wir sollten einfach mal konsequent sein und 1.) nicht mehr am ESC teilnehmen und dann dafür natürlich auch nix mehr blechen …. und 2.) bei der nächsten PISA-Erhebung nicht mehr die entsprechenden Leistungsbögen ausfüllen. Luftpumpen, wie Schleicher würden schön doof aus der Wäsche gucken, wenn sie nix hätten, das sie landesspezifisch auswerten könnten … die Ergebnisse scheinen ja sowohl bei 1.) als auch bei 2.) eh klar zu sein. „Germany – no points“

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Oder einfach nur Sachsen und Bayern ins Rennen schicken.

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Zum ESC?

*scnr*
😉

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Dabei waren Lord of the Lost eigtl. ein richtig toller Kandidat für den ESC… nur „Blood & Glitter“ vom eponymen Album war nicht der beste Song desselben. Dem Event angemessener (und besser) wäre vielleicht ein „No Respect for Disrespect“ (https://www.youtube.com/watch?v=K4bYpfoPkBM) oder „Absolute Attitude“ (https://www.youtube.com/watch?v=KxIMbEI9oDE) gewesen, wobei das Highlight ja m.M.n. „Leaving the Planet Earth“ (https://www.youtube.com/watch?v=wdt0CBvxLxU) war, hat schöne ’80ies vibes

Leider hatte man es im Vorjahr einfach versäumt, Electric Callboy mit „Pump It“ (https://www.youtube.com/watch?v=OnzkhQsmSag) ins Rennen zu schicken… schade.

OK, BTT. 😉

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Ein grüner Daumen = eine Person mit gutem Musikgeschmack!
😀

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Naja, live haben LOTL mich dann doch etwas enttäuscht 😉
Aber besser als der Quatsch, der da sonst so ist.

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Stimmt, die Performance von LotL beim ESC war leider nicht ihre beste, aber weeeiiit entfernt vom letzten Platz.

trooper
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Das Ironie-Smiley sieht aber anders aus! „Guter Musik“geschmack“ – Scherzkeks

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  trooper

Ja, ich habe es tendenziell auch eher mit Extreme resp. allen möglichen Spielarten von Death und Black Metal (von Antrisch, über Esoctrilihum, Midnight Odyssey und Co. bis Uada), aber das ist ja kein Material für den ESC. Da darf es zwischendurch auch mal was ruhigeres sein, LotL sind ein guter Lückenfüller (und „Judas“ war 2021 ein m.E. riiichtig gutes Album, ich glaube gar, es war in meinen persönlichen Charts hinter Midnight Odysseys „Biolume Part 2: The Golden Orb“ auf Platz 2).
🙂

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

Wahrscheinlichkeitsfrage:
Zehntausende machen immer alles falsch. Oder: Ein Ding läuft falsch.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Ein Geisterfahrer? – Tausende!

Achin
1 Monat zuvor

Hat der Herr Schleicher niemanden, der ihn mal in den Arm nimmt und mit ihm über sein persönliches Lehrer-Schul-Trauma spricht? Es wäre ihm menschlich zu wünschen.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Achin

😉

Schulleiter
1 Monat zuvor
Antwortet  Achin

Exakt – einfach mal seinen schulischen Werdegang mit Hilfe einer beliebigen Suchmaschine erfragen, dann wird vieles von ihm klarer

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Schulleiter

Traumatische Erlebnisse (bes. schulische)! Wir sollten doch ein bisschen Mitgefühl zeigen.

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Achin

Der ist schlicht nicht dazutun der Lage, professionelle Hilfe anzunehmen, denn sonst würde er in schulischen Dingen LuL fragen und sich nicht irgendetwas aus den Weiten des universitären Bildungskosmos lutschen – angereichert mit persönlichen Antipathien, die sich unkontrolliert Bahn brechen.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Die Schule soll gesellschaftliche Probleme lösen? Gerne! Befähigt uns dazu!

Was das übergreifende Unterrichten betrifft, bin ich ganz neugierig. Allerdings ist Teamteaching in der Praxis nicht gewollt/möglich, durch Krankenausfälle auch nicht zuverlässig planbar… Wer hätte gedacht, dass der Lehrkräftemangel negative folgen haben würde?

Naja, aufgrund des Mangels muss ich am SBBZ ohnehin Mathematik und Geschichte unterrichten… und Deutsch, Englisch, Geschichte, Erdkunde, Gemeinschaftskunde, BNT, PC, Ethik und … … Musik
Naja, es wird erwartet, dass ich das gelöst bekomme

trooper
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Bio, Technik/Werken, Sport und Kochen nicht vergessen!

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  trooper

Religion! Originalzitat: “ Frau Lisa, sind Sie aus der Kirche ausgetreten?“ “ Nee, warum?“ “ Na dann können Sie den Religionsunterricht Klasse 3,4 und 5 übernehmen“ …..

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

So kenne ich das auch aus meiner alten Schule:

Unvorsichtigerweise der Konrektorin erzählt, dass ich gerne und oft in England Urlaub mache und in meiner Freizeit Gitarre in einer Band spiele.

Zack!
Englisch- und Musikunterricht im Plan … neben Geschichte, Sport, Deutsch, Erdkunde und Wirtschaftslehre.

So geht Schule!

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

F r e i z e i t? 🙂

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ja, damals….ist lange her! 😉

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Seufz,…. 😉

Pensionist
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Der Unterricht in Englisch und Musik zählt dann natürlich als Freizeit. Du musst auch noch Vergnügungssteuer zahlen und Gema Gebühren entrichten.

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Pensionist

Ach daher die deutlich niedrigere Besoldung damals…ich hatte mich bereits gewundert!
Danke für den Hinweis!!

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Tse, tse, tse. Höre ich da Spuren von „ist-nicht-optimal“ heraus?

Also, es ist doch prima, wenn Unterricht so bodenständig aus dem Leben gegriffen erteilt wird. Lebens- und schülernah, bestimmt auch gesellschaftsrelevant, kann kein verkopfter (studierter) Musiklehrer so leisten.
(Kann Spuren von Ironie enthalten.)

Unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Eine Kirchenunzugehörigkeit war in Hamburg kein Hindernis: Ich habe Religion unterrichtet und mich keiner Glaubensrichtung verordnen müssen.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  trooper

Bio ist mit Chemie und Physik mit in BNT. Das war kein Scherz gewesen -___-

Wissenspfladter
1 Monat zuvor

Wie hoch ist die Defizitquote beim Mathe-Abi?
45% 7in NRW (habe ich gehört, Zahlen dazu finde ich nicht im Web) und an Schulen mit Sport-LK sogar fast 60%.
(Es möge bitte jemand eine verlässliche Quelle angeben, die das widerlegt!)
Es liegt nicht an PISA, der Mathematikunterricht ist schlecht, die didaktischen Konzepte falsch, da sie Selbstvertrauen der Schüler untergraben und Methoden kaum vermitteln und weniger einüben.
Offenbar untauglich Konzepte zu intensivieren (mehr Geld, mehr Stunden Mathe) wird nichts bringen.
Es muss anders werden.

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Wissenspfladter

Wir sollen ja auch keine Methoden vermitteln oder gar -bäh- üben, die Schüler sollen „Kompetenzen erwerben“. Viele Kollegen hier bemängeln das schon lange.

Petra
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Als Lehrer sollte man den Kompetenzbegriff kennen: Definition, Abgrenzung, wissenschaftlicher Diskurs.
Dann muss man nicht so einen polemischen Unsinn posten.

Harald
1 Monat zuvor
Antwortet  Petra

Im Berufskolleg 1,5 Jahre vor der Fachhochschulreife haben bei mir eine Mehrheit der SuS Probleme mit dem kleinen 1×1 und Bruchrechnen. Dazu kommen noch Probleme mit der Sprache, z.B. habe ich letztens naiv gefragt, wer denn wisse, was strecken und stauchen bedeute mit dem Ergebnis, dass 0 von 75 SuS wussten, was stauchen bedeutet.
Keiner von den SuS kennt die Begriffe „Definition, Abgrenzung oder wissenschaftlicher Diskurs“. Es ergibt auch keinen Sinn auf solche Begriffe einzugehen, wenn der Großteil Probleme mit den Grundlagen hat.
Mmn. kann man mit dem Kompetenzbegriff genau eines machen. Mit längeren Wörtern ausführlicher beschreiben, was die SuS nicht können. Hilfreich wäre der Kompetenzbegriff erst ab einem Mindestniveau, das von einem Großteil der SuS nicht mehr erreicht wird. Die ganze Einführung des Kompetenzbegriffes läuft für mich wieder unter „seht her, wir tun was!!!!11!!elf!!“

Streber
1 Monat zuvor
Antwortet  Harald

Vielleicht hilft dem Lehrer Harald ein wenig Lesekompetenz?

Manfred
1 Monat zuvor

Hat dieser Mensch je einmal Schüler mit diesen mannigfaltigen Entwicklungsstufen unterrichtet?
Und sind die Schüler mit Migrationshintergrund sowie die ganzen Förderschüler die nun in normalen Schulen unterrichtet werden müssen aus der Pisastudie herausgerechnet? Die Rede ist immer nur von dem deutschen Schulsystem was versagt. Hat jemals irgendjemand nachgefragt was heutige Lehrer tagtäglich für einen Spagat hinlegen müssen?

pfk
1 Monat zuvor
Antwortet  Manfred

Wird wohl Zeit dass, wir alle Unterricht bei JCVD nehmen.
I can do the split jcvd

Oder Chuck Norris…

Ich_bin_neu_hier
1 Monat zuvor
Antwortet  pfk

Wer Drehtüren zuschlagen kann, kann auch die unfahigsten SchülerInnen schlau machen?

Konfutse
1 Monat zuvor

Ja. Ohje, Herr Schleicher.
Könnten Sie mal herkommen und einfach mal vormachen, wie das richtig in der Schule gemacht wird?
Danke, Herr Schleicher.
Es grüßt Sie, Superschlauberger, freundlichst
Konfutse

Konfutse
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

Schlaui Schlump Schleicher….

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

@Konfutse

Verzeihung – soll das so oder ist beim zweiten Wort ein „Sch“ zuviel reingerutscht?
Und das erste Wort … Ironie?
😉

Konfutse
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Schlaui Schlumpf Schleicher wollte ich schreiben.
Schleicher Schlaui Schlumpf ist auch süß.
Schlaui Schleicher Lump ist auch klasse, danke Pit! Hervorragende Idee!
Könnte man bis ins Unendliche weiterspinnen….

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

Etwa: Schleich Di, lauer Schlump?

Canishine
1 Monat zuvor

Lese ich richtig? Das deutsche Schulsystem bietet wenig Freiräume, aber die Freiräume, die dann doch da sind, soll ich kreativ nutzen, um der Oberflächlichkeit des Lernens wegen eines (vermeintlich) überfrachteten Lehrplans durch Weglassen gewisser Inhalte zugunsten anderer zu begegnen, weil mir dann wohl schon niemand (Schulaufsicht) einen Vorwurf machen würde?
Denn wenn ich das nicht tue, mache ich mich zum Teil des Systems und bin dann schuld an der Unselbstständigkeit der SuS?
Hmm, so kann man es natürlich auch sehen …
„Schulstunden müssen nicht immer 45 Minuten lang sein. Geschichts- und Mathelehrerinnen können gemeinsam Konzepte erarbeiten. Kinder lernen je nach Sprachfähigkeiten besser in kleineren Gruppen als im Klassenverbund. Es ist einiges möglich.“
Diesen Aussagen kann ich uneingeschränkt zustimmen, so wie auch: Man braucht auch mal eine Trinkpause. Man kann auch fünf mal gerade sein lassen. Eine Stunde konzentriert gearbeitet bringt mehr als 30 Minuten Gequatsche. Alle Kinder haben Potenzial. Ein Lehrer benötigt Fingerspitzengefühl und Empathie. … Wir können es schaffen.

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Canishine

Mein Gott, es kann doch nicht so schwer sein, einen stählernen Würfel mit der Kantenlänge von 6cm durch ein kreisrundes Loch mit dem Durchmesser von 5cm in einer 4cm dicken Stahlplatte durchzudengeln?

Natürlich ganz geschmeidig, ohne Gewaltanwendung und natürlich ohne Lärmbelästigung für die umgebende Gesellschaft.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

einen stählernen Würfel mit der Kantenlänge von 6cm durch ein kreisrundes Loch mit dem Durchmesser von 5cm in einer 4cm dicken Stahlplatte durchzudengeln“

Ist das eine von den neuen PISA-Aufgaben um die Unfähigkeit deutscher Lehrkräfte nachzuweisen?

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Ne, das ist Schleichers grandiose Idee, wie man die „Freitäume der LuL“ nutzen kann, um die „Freiräume des Schulsystems“ zu nutzen.

447
1 Monat zuvor

Endlich mal eine vernünftige Reaktion der Verbände, sehr gut. Statt immer nur zu kuschen.

Realist
1 Monat zuvor

Ich wünsche dem Herrn Schleicher einen kostenfreien Zugang zu einer KI-Anwendung…

PaPo
1 Monat zuvor

Dann auch hier:

„Im deutschen Bildungssystem haben Schulen wenige Freiräume, das ist richtig. Aber es ist zu einfach zu sagen: Es geht nicht, es liegt am System. Lehrkräfte sind immerhin Teil dieses Systems. Und darin gibt es Freiräume, die oft nicht genutzt werden.“
Blablablaaa… kurz:
Lehrer sollen im Rahmen ihrer strukturell begrenzten Möglichkeiten altruistisch und voller Selbstaufopferung den Karren händisch aus dem Dreck ziehen, während der Wagen gleichzeitig mit Vollgas weiter in den Dreck getrieben wird. Wir sollen als „als Coach, als Mentor oder als Sozialarbeiter“ fungieren, egal wie hoch unsere sonstige Auslastung (vulgo: Überforderung), egal wie unser eigenes Selbstverständnis von Schule, Schülern, Lehrern und dem Lehren ist, wie die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind etc.

„Kinder lernen je nach Sprachfähigkeiten besser in kleineren Gruppen als im Klassenverbund. Es ist einiges möglich.“ 
… und das äußert der Mann in dem Zusammenhang, welche Möglichkeiten wir Lehrer hätten, „die Vorgaben […] durchaus kreativ aus[zulegen]“ – ist klar…
Wie weit weg sind Sie von der Realität, Hr. Schleicher?
Antwort v. Hr. Schleicher: ‚JA!‘

„Ich will die Herausforderungen, vor denen Lehrerinnen und Lehrer stehen, nicht kleinreden, sie sind enorm. Aber ich höre immer diesen einen Satz: Die Schule kann die Probleme der Gesellschaft nicht lösen. Genau das sollten wir allerdings von Schulen erwarten. Sie sind die Gesellschaft von morgen. […] Bildungssysteme müssen mit den Anforderungen ihrer Zeit fertig werden – und dazu gehört heute eben mehr Sozialarbeit als vor ein paar Jahren.“
Ich. bin. kein. Coach. und. erst. recht. KEIN. SOZIALARBEITER!
Stellt mehr Schulsozialarbeiter ein, besinnt euch endlich auf Art. 6 Abs. 2 GG und entwickelt Instrumente, stellt Ressourcen zur erfügen, diese zu verwirklichen, und ändert die Rahmenbedingungen von Schule so, dass ordentlicher Unterricht wieder möglich wird (kleinere, leistungshomogenere Klassen; weniger Lerngruppen, Veraltungsaufgaben und Co. für Lehrer; effiziente Sanktionsmöglichkeiten etc.), aber versucht nicht immer wieder mit dem Auspressen einer ausgepressten Zitrone irgendwie eine eierlegende Wollmilchsau zu kreiren.
Aaah…

ZEIT ONLINE:
„Lehrerinnen und Lehrer weisen allerdings immer wieder genau darauf hin: Dass sie weder dafür zuständig noch ausgebildet sind, Aufgaben von Sozialarbeitern oder Psychologinnen zu übernehmen.“
Schleicher:
„Ich sehe das anders.“
Blablablaaa… kurz (weil natürlich keine Argumente kommen):
Er sieht es anders, weil er es halt anders sieht. Sollen die Lehrer mal machen.
Geh. einfach. weg.

„Warum haben wir den Lehrermangel? Am Geld liegt es nicht, der Lehrerberuf ist in Deutschland finanziell attraktiv. Aber intellektuell ist er eben alles andere als attraktiv.“
Falsch. Er ist finanziell und intellektuell unattraktiv.
Die finanzielle Unattraktivität ist evident, realisiert man, wie die Akademikergehälter in der freien Wirtschaft gestaltet sind. Angesichts der aktuellen Nullrunde, der lachhaften Gehaltserhöhungen der letzten Jahre, der verfassungswidrigen Nichteinhaltung der amtsangemessenen Alimentation etc. wird das gar noch evidenter. Und es ist eine extrem naive Sicht auf die Problematik der Attraktivität, weil es die Work-Life-Balance komplett ignoriert, Wochenarbeitszeiten, all den unnötigen Unsinn, der die Batterien von Lehrern so schnell aussaugt, während andernorts home office, 4-Tage-Woche, ein 13. Monatsgehalt, Selsbtsetimmung über urlaubszeiten und Co. herrschen.
Und auch intellektuell Attaktiv ist der Job nur dann, wenn man hier unter Attraktivität versteht, mit immer mehr Problemen zugeschüttetzu werden, die man bitte mit immer weniger Ressourcen aller Art selbst lösen soll. Währenddessen werden eigtl. Unterrichtsinhalte immer einfacher, weil unsere Schüler immer wenige rin der Lage sind, konzentriert und selsbtständig zu arbeiten, immer weniger Hintergrundwissen haben und immer weniger gelehrte Inhalte verinnerlichen, immer weniger Textrezeptions- und -produktionskompetenzen haben etc., gleichzeitig aber immer weiter und weiter eine oktroyierte Anpassugn an dieses sinkende Niveau erfolgt, vom Dienstherren verordnet gar.
Ich möchte mich nicht zuuu weit rauslehnen, aber ich muss meine Stunden mittlerweile nicht mehr sonderlich vorbereiten, großartig antizipieren, phasieren, mich selbst in mein genutztes Material einarbeiten o.ä. – ernsthaft, ich kann den Schülern einen Text aushändigen, ohne ihn großartig selsbt gelesen zu haben, ich lese den dann, wenn ich den Schülern den Text ud den Arbeitsauftrag ausgehändigt habe und mache dann in der Stunde, die ich 510 Min. vorher ‚geplant‘ habe, (mental) den Erwartungshorizont und reagiere flexibel auf den weiteren Verlauf. Fliegt mir glücklicherweise so zu. Das Fordernde sind die anderen Faktoren, das sit aber nicht intellektuell fordernd, sondern allenfalls fordert es meine Geduld. So oder so kein Vergleich zu dem, was an intellektueller Forderung im eigtl. akademischen Berieb erfolgt.

ZEIT ONLINE:
„Was machen die Lehrkräfte in Ländern, die bei Pisa so viel besser abschneiden als Deutschland, anders?“
Schleicher:
„Sie sind länger in der Schule, sie beschäftigen sich jenseits der Unterrichtsstunden viel mehr mit den Kindern und Jugendlichen.“
s.o.; woher soll die Zeit kommen?
Und noch länger in der Schule? Mal abgesehen davon, dass durch die ganzen Springstunden und Co. ohnehin massig an Lebenszeit und auch Arbeitskraft verloren geht (mich shclaucht an einem langen Tag nichts mehr, als eine Freistunde oder diese grausige Mittagspause von 60 Minuten), reden wir doch erstmal über eine Arbeitszeiterfassung und gucken dann, wie Zeit da am Ende eigtl. noch übrig sein soll…

„Sie wissen zum Beispiel, was die Schülerinnen beruflich machen wollen oder wie es ihnen gerade geht.“
Weiß ich i.d.R. auch. Und jetzt? Wie kommt er darauf, dass das nicht der Fall wäre…

Oh, da ist ja noch eine ‚Erklärung‘:
„Im letzten Pisa-Test gab weniger als einer von zehn deutschen Schülern an, dass Lehrkräfte während der Schulschließungen in der Pandemie täglich nachgefragt hätten, wie es ihnen geht.“
Ich wiederhole:
Ich. bin. KEIN. SOZIALARBEITER! Und ich bin auch kein Psychotherapeut.
D.h. ja nicht, dass ich kein offenes Ohr für meine Schüler habe, aber das quasi von Lehrern zu verlagnen, geht weit über das Zumutbare hinaus.

„Im deutschen Arbeitszeitmodell müssen Lehrende nur für die Unterrichtsstunden in der Schule sein. Ihre Arbeit ist also sehr stark darauf ausgerichtet, Wissen zu vermitteln. Sie haben so aber nur wenige Gelegenheiten, sich mit Kollegen auszutauschen, bleiben Einzelkämpfer. In vielen anderen Ländern ist Teamarbeit stärker ausgeprägt. Dort entwickeln Lehrende gemeinsam Konzepte. Fairerweise muss ich aber auch sagen: Dort geben sie dann auch weniger Unterrichtsstunden als hier.“
Merkste?
Und btw: Das ist einer der verbleibenden positiven Aspekte des Jobs, dass ich mich nicht(!) dauernd mit Kollegen kurzschließen, im Team arbeiten, Kompromisse finden muss. Das würde zu erheblich größeren Reibungen, Belastungen und Lebenszeitverschwendungen führen. Diese unsäglichen Fachabsprachen sind schon grausig genug.

ZEIT ONLINE:
Irgendwann muss man ja den Unterricht vor- und nachbereiten. Beispielsweise Klausuren korrigieren. Wie geht das alles zusammen, wenn man mehr Zeit für Sozialarbeit oder Innovationen aufbringen soll?“
Hervorragender Einwand, mal lesen,w as als Erwiderung kommt.
Schleicher:
„Wenn man das gemeinsam mit Kollegen macht, geht es oft schneller. Und in vielen Ländern wird weniger Unterrichtszeit mit größeren Klassen kompensiert.“
Sei. bitte. einfach. still!
Klar, ich korrigiere die Klausuren meiner Kollegen und andersrum. Wir erstellen dauernd im Team irgendwelche klausuren etc. und geben dafür unsere pädagogische Freiheit ein weiteres Stück weit auf. Und lasst uns die Klassen noch größer machen, ist ja nicht so, dass das mit einer der Hauptgründe ist, warum die Situation so ist, wie sie ist…

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Die Gesichter der Schulleitung möchte ich sehen, wenn ich bei der nächsten Konferenz, Teambesprechung, Tag der offenen Tür, Projektpräsentation, Elternabend, Ganztagsfortbildung, KiTa-Treffen, Treffen mit Jugendamt und Sozialarbeiter, …den guten Herrn Schleicher zitiere: „Im deutschen Arbeitszeitmodell müssen Lehrende nur für die Unterrichtsstunden in der Schule sein.“

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Ich bin auf den Bericht gespannt 😉

Mathelehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Da kann ich in Vielem nur zustimmen. Aber die Stunde nicht vorbereiten geht für mich nicht, weil: Zentralabitur, neues Lehrbuch, neuer CAS-Rechner, viele SuS, die in Mathe kein Land sehen etc. Und 60 Minuten Mittagspause??? Wo ist das möglich? Ich habe eine 20 minütige Hofpause, in der ich das Schulhaus (400m) wechseln muss oder Aufsicht habe oder nach dem Raumwechsel für 10 Minuten meine Stulle runterwürge, weil ich dann los muss um im nächsten Raum die interaktive Tafel zu checken, deren Funktionalität nicht in jeder Ebene (Whiteboard, Windows-PC, Apps für Taschenrechnerdemo etc) gesichert ist.
Ein Mathelehrer aus Sachsen

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

@PaPo

Danke, das kann man nur unterschreiben wollen! 🙂

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Im Lehrberuf funktioniert Teamarbeit nur bedingt. Dazu müsste man die Arbeit aufteilen können. Wie wäre es? Einer entwirft die Stunden, ein anderer richtet das Material, drei halten die Stunden….

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Wenn man die richtigen Leute hat, dann klappt das gut. Allerdings muss man sich dann auf andere einlassen und da sehe ich bei einigen LuL das Problem. Viele halten nur ihr eigenes Konzept für den heißesten Scheiß. Wir haben für Parallelkurse gemeinsam Konzepte erarbeitet. Einer für einen Jahrgang und der andere für den anderen. Dann Konzept getauscht, um Anregungen ergänzt und kurz überarbeitet. Schwups, hatte man für 2 Jahrgänge eine Reihe fertig und muss nur eine intensiv planen. Dafür muss man sich dann eben mal auf die Ideen anderer einlassen. Das kann und macht nicht jeder. Manchmal würde man es selbst evtl. Ein wenig anders machen (steht einem ja auch frei), aber wenn man sich da mal frei macht, sieht man wie viel Entlastung win Team bringen kann. Allerdings nur dann, wenn KuK nicht die Auffassung haben, dass Team, Toll Ein Anderer Macht’s, heißt. Und ab dann endet auch schon die Entlastung, weil viele andere Arbeiten nicht teilbar sind und für andere Dinge niemand eingestellt wird. Ich bin dafür, dass jeder mal ein Halbjahr in den Unterricht muss (und natürlich auch an die restlichen Freuden der Lehrerarbeit) und erst dann das Recht hat, solchen Quark wie Herr S. abzulassen. Aber bitte keine Projekt- oder Privatschule, neeee staatliches Standardprogramm. Erst mit dem Schulpraktikum, wird das Recht sich öffentlich zu äußern erworben. Davor gilt: Wer keine Ahnung hat, soll einfach mal die F… halten. Würde allen viel Dummgelaber und qilden Aktionismus ersparen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  laromir

Haben wir auch gemacht – klappt aber mit dem Material spätestens im kommenden Schuljahr schon nicht mehr, weil die n o c h weniger können.

Und noch überdrehter, repektloser und anspruchsvoller sind.

Aber klar ist – alles auf MSA-Niveau *schlagdiehandvordiestirn!

baaaal1
1 Monat zuvor

wie wäre es, herr schleicher, wenn die OECD einmal nicht die schülerleistungen, sondern das schulsystem vergleichen würde? dazu zähle ich finanzielle aufwendungen der politik für die schulen, bauliche und materielle aufwendungen, lehrverpflichtungen und überstunden, klassenstärken, bürokratieaufwand, förderalismus im vergleich zu zentraler steuerung … und vor allem, die pisa-bedingungen. bei uns werden die aufgaben so nebenher gelöst mit dem hinweis der „nichtnotenrelevanz“, in anderen ländern wird regelrecht für pisa „getrimmt.“
und dann kommt er mit dem „china-vergleich“.. hat wohl noch nie etwas von vorzeige-schulen gehört.. ganz abgesehen von der totalitären schulform… wie weltfremd kann man sein…

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  baaaal1

Wird Herr Schleicher in China denn nicht an eine ganz normale Schule geführt, wo er ganz normalen Unterricht von Schülern und Lehrern erleben darf, die weder wussten dass jemand kommt noch welchem Zweck der Besuch dient?

Mika
1 Monat zuvor

„ etwa weniger Material mit mehr Tiefe vermitteln. Da kommt nicht die Schulinspektion, um das zu kontrollieren.“
Stimmt, das sehen alle Beteiligten sehr entspannt. Ich erinnere mich da an das legendäre Abitur in Mathematik: im Rahmenlehrplan stand: „Zwei der drei Funktionstypen ganzrationale Funktionen, e-Funktion und Logarihmusfunktionen sind ausführlich mit folgenden Eigenschaften … zu behandeln“. Haben wir gemacht: nämlich erstere in voller Tiefe und letztere nur ganz kurz. Upsi, dann kam im Abi aber die Logarithmusfunktion ganz ausführlich dran. Und weil das viele Lehrkräfte so gehandhabt haben, musste die Matheprüfung wiederholt werden.
Lieber Herr Schleicher, uns fehlt in Mathe ganz einfach Zeit zum Üben, weil die Inhalte der Rahmenlehrpläne aus einer Zeit stammen, in der Gymnasialschüler noch aus der Leistungsspitze der Schulklassen „rekrutiert“ wurden. Diese Schüler machen jetzt aber nur noch ca. 20% einer Klasse aus.
Und merkwürdige Allgemeinplätze der Art „in kleinen Gruppen lernt es sich besser“ der Problemlösekategorie „da muss die Lehrkraft mal ihre Freiheiten ausnutzen“ zuzuordnen ist mehr als armselig. Was soll die Verlängerung oder Verkürzung von Schulstunden bringen, wenn das Personal fehlt?
Und wenn Schule die Probleme der Gesellschaft lösen soll: ich rufe dann mal auch das Gehalt von Beratern dieser Kategorie auf, ne? So ein popliges Angestellten E-13 ist dann ja eher ein Witz, wenn wir Probleme lösen sollen, deren Bearbeitung eigentlich in der Verantwortung von Kommunal-, Landes- und Bundespolitik liegt. Die brauchen wir dann ja auch nicht mehr…

Pauker_In
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

„ etwa weniger Material mit mehr Tiefe vermitteln. Da kommt nicht die Schulinspektion, um das zu kontrollieren.“
So ein Witzbold, vorausgesetzt, das Zitat ist nicht mal wieder völlig aus dem Zusammenhang gerissen.
In Mathe unterrichten wir doch kaum noch über das hinaus, was bei PISA abgeprüft wird.
Der Unterricht der leistungsstärkeren Länder lässt PISA thematisch weit hinter sich, ich konnte mich mal mit einem japanischen Austauschschüler unterhalten, der fragte „warum stellen Sie die trigonometrischen Funktionen nicht mithilfe der e-Funktion dar?“
Tja, weil wir keine Japaner sind, sondern Deutsche…!
Der Junge sprach Englisch mit mir, konnte meine auf Deutsch gestellten Aufgaben (Physik) aber ohne Probleme lösen, im Gegensatz zu meinen Indigenen. Ohne Google-Übersetzer, die Fachwörter leitete er sich mal eben her.
Uns fehlen mittlerweile mehrheitlich einfach Biss und Leistungswillen.

Nick
1 Monat zuvor
Antwortet  Pauker_In

Biss und Leistungswille fallen nicht vom Himmel. Wie ist es um die Qualität der Lehrerschaft im Heimatland Ihres Austauschschülers bestellt?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Die ist garantiert viel hochwertiger als bei unsereinem.

Da gibt es vermutlich deutlich weniger Verhaltenskreative, die das Pauken, Lernen und Büffeln stören.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

So gut, wie die verweichlichte und verwöhnte Eltern/-Schülerschaft es zulässt.

Jürgen Schuhmacher
1 Monat zuvor

Selten lässt sich ein Kommentar so einfach formulieren: Herr Schleicher, Sie haben vom Lehrerberuf keine Ahnung und offensichtlich auch keine Interesse, daran etwas zu ändern.

Mika
1 Monat zuvor

Ist halt wie bei den Lehrern: die weisen permanent darauf hin, woran es im Schulsystem krankt und was es braucht, um es zu verbessern. Aber die Vergabe der Mittel und die Änderung der Gesetze, die es dazu braucht, liegt in den Händen der deutschen Politik. Die Lehrer haben nicht die Machtbefugnis, „etwas zu ändern“.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor

Dem Himmel sei Dank!

Nick
1 Monat zuvor

PISA wird hier gern an anderer Stelle von Kommentaren und Redaktion herangezogen, um die eigenen Argumente zu untermauern. Wer behauptet, dass das deutsche Schulsystem das Heiligtum auf Erden schlechthin ist, der hat schlichtweg Nachhilfebedarf. Viele Eltern, auch ich (!), ermöglichen den eigenen Kindern fortlaufend den Besuch außerschulischer Lernorte. Das kostet Zeit und Geld, ist aber sinnvoll angelegtes Kapital. Auch an „meiner“ Schule gab’s heute wieder Unterrichtsausfall. Mit dem heutigen Stückelunterricht kann man sich schulintern noch auf die Schulter klopfen, außerhalb der Schule ist es nichts wert. Ich gebe Herrn Schleicher recht. Und ganz ehrlich? So mancher Lehrer würde in der freien Wirtschaft nicht bestehen.

Mathelehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Genau wie so mancher aus der Wirtschaft in der Schule nicht besteht, das sehen wir gerade an einigen Seiteneinsteigern. q.e.d.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Genau, Lehrkräfte sollen sich mal nicht so haben. Schön immer vertreten, wenn Unterricht bei Kolleg*innen ausfällt, das ist doch wirklich nicht zu viel verlangt.
Ich mache gern 10-20 Stunden Überstunden im Monat, ach was, in der Woche.
Zwar kann ich kein Physik, Mathe, Spanisch, Musik … Aber das ist ja wirklich meine eigene Schuld. Fortbildungen in allen Fächern wären doch kein Problem. Leider bin ich zu faul.
Sie haben sooo recht.
P.S.: Nur die Lehrkräfte sind verantwortlich für das deutsche Schulsystem. Herr Schleicher und Sie haben ja sooo recht.//AUS

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

10-20 Überstunden (Unterricht) pro Monat ist doch nichts Besonderes, ich habe aktuell knapp 12 laut Plan. Am Ausfall ändert das allerdings wenig.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  JoS

Ja. Und das sollten Sie nicht herunterspielen.

Denn das ist eine ministeriumgemachte Katastrophe!

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Nur dass die Schule nichts für den Stückelunterricht aka Unterrichtsausfall kann. Wenn für das Schuljahr nicht mal 90% der Kollegen eingestellt sind, um den Unterricht vollständig abdecken zu können, ist Ausfall vorprogrammiert. Und dass es keine Menschen mehr gibt, die als Lehrer arbeiten können, wollen, und/oder dürfen, ist allein das Versagen der Politik! Da klopft sich niemand innerhalb der Schule auf die Schulter und findet es toll, dass Unterricht ausfällt! Okay, die SuS vielleicht, zumindest so lange, bis Prüfungen anstehen.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Sie haben recht, all die ganzen zusätzlichen Lernangebote kosten (eigentlich) Zeit und Geld, Die Frage ist: Wer zahlt?
Manche glauben, bei der Lehrerschaft wäre noch Zeit zu holen (so womöglich auch Herr Schleicher?), aber Unterrichtsausfall und Stückelunterricht deuten dezent an, dass dies wohl eher nicht der Fall ist. Das ist dann so wie in der freien Wirtschaft, wenn zu wenig in Personal investiert wird.
Also, liebes unbekanntes Elternteil: Bei uns ist wenig zu holen, da müssen Sie leider selbst investieren. Das sollte aber kein Problem sein, denn wer in der freien Wirtschaft besteht, hat bestimmt noch Kapazitäten, um sich um den eigenen Nachwuchs zu kümmern.

Nick
1 Monat zuvor
Antwortet  Canishine

Ich investiere doch schon selbst und das seit Jahren.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Ich auch, z.B. in IT-Ausstattung, Büroraum, Material. Und ich würde mir auch wünschen, diese (und Ihre) Investitionen wären nicht nötig. Nur liegt es kaum in Bereich meiner Möglichkeiten, dies zu ändern.

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

OK, then…keep calm and carry on!

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Vielleich sollten Sie Ihre Energie mal in Elternprotest gegen die Bildungspolitik stecken?
Ich unterstütze Sie auch.

Nick
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

NEIN. Meine eigenen Kinder sind mi wichtiger als Proteste, deren Ausgang von vornherein als gescheitert anzusehen sind. Da bin ich Egoist.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Und Lehrkräfte sind auch zuallersteinmal an ihrem eigen Wohl interessiert und nicht an dem Ihrer Kinder…

Gesund durch den Berufsalltag und in die Pension bei angemessenem Gehalt sind legitime Forderungen.

Nick
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Mein Ältester besucht seit Beginn des Schuljahres eine Privatschule, meine Jüngste folgt ihm zu Beginn des nächsten Schuljahres.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Sehen Sie, und schon haben wir eine Ursache des Problems ausgemacht.

Nick
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sie sagen es: „EINE Ursache“, in dem Sinne.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Mir ist meine Gesundheit wichtiger als Ihre Kinder. Da bin ich Egoist.

Nick
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Sie unterrichten meine Kinder nicht. Insofern…

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Das Schulsystem wird hier ständig kritisiert. Darum geht es doch (nicht).
Es geht darum, wie wenig Plan der Herr Schleicher von der Praxis hat und mit seinen Aussagen einfach nur Stammtischgeplapper wiedergibt. Das war es dann aber auch schon zmim Bezug auf den Diskurs mit der Interpretation zu PISA.
Dass das Schulsystem kritisch zu betrachten ist, ist hier den meisten KommentatorInnen vollkommen klar.
Die Ansätze von Herrn Schleicher sind nur nicht sonderlich hilfreich und vor allem keine Problemlösung. Er Fordert v. A. „von unten“ (Lehrkräfte) zu agieren, statt das System zu verbessern. Also den Lehrplan sinnvoll zu gestalten. Mehr Ressourcen zu stellen. Weniger Bürokratie. Mehr in Richtung Multiprofessionelle Teams – mit Ressourcenstellung von guten und kostenfreien Lernmaterialien und (außerschulischen) Lernpartner.
So wird es mit Sicherheit nicht weniger mit „Unterrichtsausfällen“ – darauf hat nämlich kaum jemand noch Bock … Also auf den LehrerInnenberuf. Mitunter wegen solcher Klugscheißer wie einige Bildungsforscher, die maximal vor 15 Jahren mal für 1-3 Jahren an einer Schule waren, Schulen nur von Briefing-Musterbesuchen kennen oder erst gar keine Schule von innen betreten.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Es geht aber auch darum, dass Herr Schleicher mit seinen Behauptungen echten Schaden anrichtet und bzw. weil so mancher KuMi auch keinen Plan von schulischer Realität hat und sich auf den ebenfalls planlosen Herrn beruft.

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Genau so sieht es aus!!
Mein absoluter Albtraum!!

SchadeMarmelade
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Sie meinen die freie Wirtschaft an der Arbeitszeiten reguliert und teilweise per Login und Logout reguliert werden?
Der Ort an dem Überstunden gezählt und bezahlt werden?
Der Ort an dem Fortbildungen als Arbeitszeit gezählt und vergütet werden?
Dort wo man Essen während der Dienstreisen nicht selbst bezahlen muss?
Die freie Wirtschaft bei der man ein Anrecht auf Pausen hat und diese nicht mit Aussichten verbringen muss? Die freie Wirtschaft bei der man für Bürotätigkeiten das Material nicht selbst kaufen muss?
Die freie Wirtschaft die für IT Aufgaben Personal hat und es nicht jeder Mitarbeiter selber richten muss? Die freie Wirtschaft? Ich könnte noch weiter. Aber ich muss los zur Schule. Mein entspanntes Leben genießen.

Nick
1 Monat zuvor
Antwortet  SchadeMarmelade

Man darf gern recherchieren, welche Schulen die heutigen Politiker und Wirtschaftseliten früher besucht haben. Google gibt Auskunft.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Und Sie finden, die heutigen Politiker und Wirtschaftseliten (wann immer man auch zur Wirtschaftselite zählt) machen ihren. Job so richtig gut?

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Und? Soll das jetzt eine konstruktive Idee sein?

SchadeMarmelade
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Am Rand zu ihrem Text würde stehen: Zusammenhang?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Diese Wirtschafts“eliten“ haben bisweilen auch interessante Charakterzüge.

Ich sage nur mal Skrupellosigkeit.

DAS ist die Grundvoraussetzung für diverse Entscheidungen…. Nicht die Ausbildung.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  SchadeMarmelade

Er meint wahrscheinlich die hammerharte, „freie Wirtschaft“, die so unglaublich fordernd ist, dass die dort Beschäftigten schon von der täglichen Videokonferenz aus dem Homeoffice heraus voll den krassen Burnout bekommen:
https://www.mdr.de/wissen/nebenwirkung-videokonferenz-online-meeting100.html

Mimimi, dagegen sind 28 pubertierende 8. Klässler mit Dauer-Macho-Gehabe bzw. Instragramm oder TicToc-Allüren und den entsprechenden Verhaltensdefiziten natürlich gar nichts…

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Sehe ich ganz genauso. Schlagzeile heute in der MAZ: „Respektlose Schüler, Mobbing und Gewalt: Sozialarbeiter schmeißen hin“. Hat was, ne? Die Schule braucht einfach so hammerharte Wirtschaftstypen, dann flutscht das wieder. Nur: wie kriegt man diese dazu, sich als Sozialarbeiter in Schulen zu begeben?

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

1. Stellen Sie sich vor, unsere Familie hat das eigene Kind selbstverständlich auch zusatzfördern lassen für Geld – Investition in die Zukunft, das macht fast jeder, der aufleveln will.

2. Das sind schöne Forderungen (wieder mal) die Sie da haben. Lehrer haben NULL EINFLUSS auf:
– Personalmenge echter Lehrer
– Zustand der Gebäude
– Finanzierung
Sie fallen voll auf die organisierte Täuschung rein, die Personen in der Schule auch für verantwortlich zu halten.
Ihr Ansprechpartner ist:
– Bezirksregierung, Politiker
– Gemeinde/Stadt als Schulträger

3. Das „Mimimi Wirtschaft so krass“ können Sie sich echt sparen. In Konzernen wird genau so gearbeitet wie in Amtsstuben und nicht jeder Lehrer hier hat lebenslang nur das gemacht. Ooohhhh, die krasse Wirtschaft, jaja.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  447

❤️

Nick
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Die Wirtschaft erwirtschaftet Steuergelder, aus denen Leher bezahlt werden. So einfach ist das. Da braucht man nicht VWL studiert haben. Wenn ich das Selbtmitleid der einen oder des anderen hier lese…

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Nennen Sie einen Bereich aus der „freien“ Wirtschaft, der zumindest nicht teilweise von Subventionen oder Staatsaufträgen oder Lohnkostenzuschüssen / Kurzarbeitergeld lebt…

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Dachte eher an die „Leistungsträger“ aus der Industrie und Konzernen…

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Lehrkräfte zahlen ja bekanntlich keine Steuern.//Aus

447
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Er meint Nettosteuerzahler, zumindest in dem Aspekt hat er schon recht.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  447

„Nettosteuerezahler“ ist letztendlich nur ein Propagandabegriff interessierter Kreise. Hier wird der Begriff einmal auseinandergenommen:
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/kontext/nettosteuerzahler-100.html

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Also keine Entsorger, Polizisten, Busfahrer, Erzieher, Kranken- und Altenpfleger und der Rest vom öffentlichen Dienst. Kann man so sehen, wenn man will.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Ein Wort: „Staatsquote“.
Und tschüss.

„Die Wirtschaft“ kann sich gerne aus dem Steuerzahlen verabschieden – passt das Gehalt nicht mehr, sind Leute wie ich halt weg.

Dann können Sie öffentliche Schulen wie in den USA „geniessen“.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Aber hallo, man mags kaum glauben: ich als Lehrkraft zahle genauso Steuern wie der Angestellte in der freien Wirtschaft und subventioniere damit zum Beispiel Tesla.
Keine Ahnung, warum, irgendwer ist mal auf die Idee gekommen, das Bildung wichtig sei und die Bildung resp. Beschulung von Kindern unabhängig davon erfolgen sollte, ob die Eltern die Kinder lieber zum Broterwerb einsetzen wollen. So kam es zur Idee der Schulen in staatlicher Verantwortung. Tja, und wenn der Staat die Schulen betreibt, bezahlt er auch die darin Arbeitenden. Sie haben die Dienste derjenigen übrigens auch in Anspruch genommen, vermute ich.
Die Darstellung von Fakten als Jammern zu bezeichnen haben übrigens nur Personen nötig, welche vom dargestellten Problem ablenken wollen, aus welchen Motiven heraus auch immer. Der Klassiker, Sie wissen schon: lieber diffamiert man den Überbringer der schlechten Nachricht als sich mit dem Problem auseinanderzusetzen.

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Glauben Sie wirklich, daß LuL und Schulleitung sich über Stückelunterricht freuen? Wenn keine Vertretung da ist, wenn alle LuL im Unterricht sind, wenn die Personaldecke einfach dünn ist, was soll man Schule machen? Man kann sich ja spontan niemanden schnitzen für den Unterricht. Und zum Thema Lernorte: oft riesen Aufwand, weil Eltern mit Geld oder Zetteln nicht bei kommen, weil SuS Zettel nicht abgeben, weil ständig Termine sind und man keine Genehmigung bekommt, weil andere KuK dann vertreten müssen und dann der Unterricht für andere Klassen ausfällt (wo sich Eltern dann wieder beschweren), dazu kommen unqualifizierte Vertretungskräfte, die Arbeitsaufträge nicht umsetzen, sondern am Tablet daddeln oder die Kids nicht in den Griff bekommen. Denken Sie echt, das man das als LuL super findet?
Meine persönliche Meinung: NEIN, ist nicht geil! Weder aus Eltern noch auch Leherperspektive (nur die Kids finden alles gut, was zu Ausfall führt). Es ist anstrengend, wenn mans selbst vertreten muss,m es ist anstrengend Material für nicht LuL aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen und kostet mehr Zeit als normale Vorbereitung, man kann ständig etwas aufarbeiten, manche Klassen sind nach einer Vertretung völlig durch durch Wind. Denken Sie echt, dass das toll ist und man sich auf die Schulter klopft? Sollen LuL krank kommen? Was ist mit Klassenfahrten? Werden die dann von externem Personal gemacht, damit für den Rest nix ausfällt? Ideen bitte und nicht nur meckern! Bin gespannt und dankbar für optimierte Lösungen Ihrerseits.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Bei uns fehlten heute 8/25 (inkl. SL und KR).

Survivaltraining für die anderen – Jippie

RSDWeng
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Das ist eine unbewiesene, unverschämte Behauptung. Ich stelle die These auf: So mancher freie Wirtschaftsmensch würde in der Schule nicht baden gehen, sondern jämmerlich ersaufen.

Lessi
1 Monat zuvor

„Wenn sich an den Resultaten etwas ändern soll, müssen wir uns auch mit dem Lehrerberuf befassen.“
Meine Meinung:
„Wenn sich an den Resultaten etwas ändern soll, müssen wir uns auch mit den Rahmenbedingungen an Schulen und des Lehrerberufes befassen!“

Herr Schleicher, sorry,
Sie leben in einer Bubble! Lehrkräfte sind keine Sozialarbeiter, Psycho- bzw. Familientherapeuten. Überraschung! Wir sind auch keine Krankenschwestern und dürfen weder Pflaster kleben noch Zecken entfernen! Aus gutem Grund!

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Lessi

Es geht hier darum, den Sündenbock für die Probleme in Deutschland festzulegen. Siehe mein anderer Beitrag hier.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

😉 Das ist mir schon klar. 😉

Realist
1 Monat zuvor

Die Schule kann die Probleme der Gesellschaft nicht lösen. Genau das sollten wir allerdings von Schulen erwarten.“

Ich habe es hier schon mehrmals geschrieben, der Sündenbock und Universalschuldige für die gesellschaftlichen und sonstigen Probleme wird jetzt, da es für alle in vielen Bereichen offensichtlich abwärts geht, gerade unter allgemeinem Konsens festgezurrt. Und es soll nicht die Wirtschaft, die Politik oder die Medien oder sonstwer sein.

Hasso Plattner, SAP-Gründer, Milliardär und wirtschaftlich sowie politisch bestens vernetzt, stößt ins gleiche Horn, er beklagt die allgemeine Problemlage in Deutschland sowie die Zustände in Berlin im Besonderen und stellt, auf die Frage „Was ist schiefgegangen?“ fest:

Die Integration ist schiefgegangen, die Erziehung, die Schulpolitik. Aber keiner geht hin und sagt: Ja, das ist schiefgegangen, jetzt müssen wir es ändern.“
https://www.nzz.ch/wirtschaft/inte-hasso-plattner-ld.1775134

Man kann alle jungen Menschen nur vor diesem Beruf warnen…

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Seien wir doch mal ehrlich – die Probleme der Gesellschaft kommen nicht von der Schule.

Hier sammelt sich nur alles.

Kann Schule nicht lösen.

Krisen im Verein lösen auch nicht die Spieler….

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Wieso kommen die Probleme der Gesellschaft in die Schulen, Viren aber nicht?

Ich_bin_neu_hier
1 Monat zuvor

„Aber ich höre immer diesen einen Satz: Die Schule kann die Probleme der Gesellschaft nicht lösen. Genau das sollten wir allerdings von Schulen erwarten. Sie sind die Gesellschaft von morgen.“

Wenn Schulen die Gesellschaft von morgen sind… Hoffentlich hat Herr Schleicher Unrecht. Ansonsten sollten wir jetzt schon anfangen, schreiend weg zu rennen. Weit, weit weg und insbesondere raus aus Deutschland.

Karl Heinz
1 Monat zuvor

„etwa weniger Material mit mehr Tiefe vermitteln. Da kommt nicht die Schulinspektion, um das zu kontrollieren. Schulstunden müssen nicht immer 45 Minuten lang sein.“
das sollte er mal den jungen Leuten im Vorbereitungsdienst sagen, die von ihren Gutachtern zur Sau gemacht werden, wenn sie nach 44 Min keine didaktische Reserve in der Tasche haben…

„Geschichts- und Mathelehrerinnen können gemeinsam Konzepte erarbeiten.“
Können Sie.
Nutzt nur nichts mehr, wenn beispielsweise einer davon in einer andere Schule abgeordnet wird. Oder was sonst noch so „dazwischen kommen“ kann…

„Kinder lernen je nach Sprachfähigkeiten besser in kleineren Gruppen als im Klassenverbund. Es ist einiges möglich.“
Wie trennen und betreuen wir die kleinen Gruppen in unseren veralteten Gebäuden?

Der Typ will mit Personal, dass es nicht gibt, und Bedingungen, die nicht gegeben sind, Wunschergebnisse zaubern.

Hier kann man mal nachlesen, wie das in anderen Ländern gemacht wird.
https://edudoc.ch/record/105683/files/09Mathematics_Education_DE.pdf

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Karl Heinz

Schulstunden früher beenden?

Glatter Rechtsverstoß!
Schlicht und einfach!
Der Typ ist halt Globalisten-Sprechpuppe.

Annemaus
1 Monat zuvor

Egal, wie man zu der Pisa-Studie steht. Dass die Leistungen der Schüler nachgelassen haben, bestätigen viele Lehrer
Es gibt auch hier im Forum mehrere Stimmen, die berichten, dass sie z. B. in der vierten Klasse Stoff behandeln, den von zehn oder fünfzehn Jahren Schüler schon am Ende der zweiten Klasse problemlos lösen konnten.
Ich hatte z. B. nach der Grundschule zuerst die Realschule absolviert und danach das Abi draufgepackt.
Wir waren die Generation, die mit Harry Potter aufgewachsen war. Am Tag unserer Abschlussfeier kam der letzte Band auf englisch heraus. Einige meiner Klassenkameraden und ich hatten ihn auf englisch vorbestellt, da wir sofort wissen wollten, wie es endet. Und auch wenn wir einige Worte nicht verstanden hatten, konnten wir den Inhalt erfassen und hatten das Buch zu Ende gelesen. Es wäre mal interessant, dieses Experiment in einer jetzigen 10. Klasse Realschule durchzuführen und zu sehen, wie viele Schüler ein Kapitel Harry Potter übersetzen können.

Ragnar Danneskjoeld
1 Monat zuvor
Antwortet  Annemaus

Englisch ist ja nicht mal das Problem – das ist durch Online-Zocken auch ganz ohne pädagogisches Zutun besser geworden…

447
1 Monat zuvor

Das ist nur genau so viel „Englisch“, wie das „Deutsch“, das man in Bahnhofsunterführungen, Innenstadt-Spätis oder im örtlichen KiK lernt.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Das stimmt nicht.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ok.

Stellen Sie sich doch mal bei einem Ag so vor:
„Yo, ich hab immer raidlead gemacht und wenn hero gezogen werden sollte gabs phat burst dps! Also, ne ,team elo +1000 würde ich mal sagen, wenn ich im invite bin! Klar, bissl don’t stand in the fire gehört dazu, aber mezz, CC, slows, das sitzt wie bei Death&Taxes! Interrupts bin ich auch vorne dabei, raidlogs und rio-score ist attached! Your pro or noob, thatz life sag ich immer! Mit freundlichen 1337, cya und GG!“

„““““Englisch“““““

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Annemaus

Ganz ehrlich?

Viele meiner jetzigen siebten Klasse würden den nicht auf Deutsch verstehe.

Außerdem – viel zu lang. Da brauchen die zehn Wochen für.

Halbe A4 Seite mit Text ….. Zu laaaaang, laut MSAlerin.

Kannste dir nicht ausdenken.

Musste aber mit leben.

RSDWeng
1 Monat zuvor

Schleicher – schleich dich!!

RSDWeng
1 Monat zuvor
Antwortet  RSDWeng

Ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu. Das Problem ist nicht das deutsche Bildungssystem, das es ja nicht gibt, sondern wir haben 16 unterschiedlichste Schulsysteme. Hier müsste angesetzt werden im Sinne einer Vereinheitlichung – aber nicht auf dem Niveau des schlechtesten Bundeslandes. Verzeihen Sie mir bitte meinen oberlehrerhaften Ton (war ich vor vielen Jahren tatsächlich).

Eine Mutter
1 Monat zuvor

Also echt, ich höre hier nur ständig, was man nicht ist oder was nicht geht…
Als Lehrer möchte man Kindern doch etwas beibringen und sie einigermaßen gut auf die Zukunft vorbereiten.
Einigen scheint diese Ideologie allerdings abhanden gekommen zu sein!
Ich bin auch keine Krankenschwester, Therapeutin, Lehrerin oder Ernährungswissenschaftlerin und dennoch muss ich aus all den genannten und vielen weiteren Berufen schöpfen, weil dies im Zusammenleben mit Kindern einfach dazu gehört!
Man arbeitet eben nicht mit einem schnöden Computer, sondern mit Individuen… das wusste man schon vorher.
Zumal die Lehrer an vorderster Front kämpfen – denn dass in unserem Bildungssystem etwas falsch läuft haben wir schon zu unserer Schulzeit gemerkt (vor über 20 Jahren!!)
Aber ist mal Jemand aufgestanden? —Nein!
Und jetzt wo es für Alle deutlich sichtbar wird, duckt sich schon wieder Jeder weg!!
Anstatt mit dem Finger auf diese „verflixte“ Studie zu zeigen, sollten sich Lehrer und Eltern zusammen tun, und der Politik klar machen, dass es so nicht weitergehen kann…
eben für die Kinder!!

P. S. Wenn wir auch nicht so eklatant an dieser vorkriegszeitlichen Schulbesuchspflicht hängen würden, wäre die Corona Zeit deutlich besser verlaufen – meine Meinung!

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Eine Mutter

Viel Emotion, wenig Ahnung.

„Was alles nicht geht“ bestimmen GESETZE.
Geht das in Ihren Kopf rein?

Mit „Hauruck-Methoden“ und „jetzt mal einfach“ machen verstossen Sie blitzschnell gegen Verordnungen (stellen Sie es sich als zivile „Befehle“ vor) und fliegen dann auch raus.

Fun fact:
Wetten wir, würde ich Ihren Sprössling (m/w/d) zum Beispiel „einfach mal“ im Klassenraum einsperren bis der Ordnungsdienst „hauruck! gottverdammmich!“ sauber erledigt ist…sind Sie die erste, die alle Elternmöglichkeiten voll ausschöpft?
Also bitte. Nix hauruck und macheinfachmal.

Eine Mutter
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Mmh, ich glaube kaum, dass es GESETZE gibt, die es Lehrer /innen verbieten sich zu engagieren…
Genau diese Reaktionen meine ich mit wegducken!

Fun Fact:
5! Sprösslinge
Und solche Situationen habe ich selbst sogar schon mit Lehrern abgesprochen… (ja, auch das geht) ging auch ganz ohne Einsperren…
Also nicht immer vorschnell urteilen… (Lehrerkrankheit?)

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Eine Mutter

Warum führen Sie hier die Zahl Ihrer „Sprösslinge“ an?
Die Zahl der geborenen/in der Familie lebenden Kinder sagt überhaupt nichts über die Qualität der Erziehung aus.

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor
Antwortet  Eine Mutter

5! = 1 * 2 * 3 * 4 * 5 = 120.

Da waren Sie aber ziemlich fleißig.

Vorsicht mit Ausrufungszeichen im Zusammenhang mit Zahlen.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Eine Mutter

Das Einsperren war schlicht ein Beispiel für „Haurucklogik“. Bewusst klar rechtsbrecherisch gewählt.

„Einfach mal engagieren“?
Ja, gerne.
Sobald Kapazitäten frei sind.

Ihr Engagment als Mutter scheint hoch zu sein – ist super. Gute Sache.

Ich bin aber nicht der „Vater“ dieser Kinder, sondern deren Lehrer – das Wort „Kapazität“ ist daher bewusst gewählt.
Dieses Jahr zwei Abiturkurse und drei Zweitkorrekturen zusätzlich zum normalen Pensum. Weil Hippies, weil Dauerkranke, weil Dauerschwangere, weil „Lehrer“ ohne Sek II auf Schule mit Oberstufe.
Kapazität für Firlefanz = null, ich bin in der Schule auf Arbeit und nicht auf einem Kreuzzug.
Exit auf nicht-verstrahlte Schule eingeleitet.

Alter Pauker
1 Monat zuvor
Antwortet  Eine Mutter

Danke für das pauschale Bashing, das von Unwissenheit nur so strotzt!!!

Als Lehrer möchte man auch überleben, und am Besten auch gesund bleiben.
Durch soll dämliches Lehrerbashing treiben Sie uns eher aus dem Job!!!

Eine Mutter
1 Monat zuvor
Antwortet  Alter Pauker

In ihrem Fall wäre das vielleicht eine Überlegung…
Ja, die Wahrheit tut manchmal weh!
Taschentuch gefällig?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Eine Mutter

Von welcher Wahrheit sprechen Sie?

jagdstolz
1 Monat zuvor
Antwortet  Eine Mutter

Was sind Sie für eine „Mutter“? Klingt grausam, wie Sie sprechen, Ihre Kinder tun mir leid.

Eine Mutter
1 Monat zuvor
Antwortet  Alter Pauker

Wieso wollen Lehrer eigentlich immer über jeden Zweifel erhaben sein??
Sind sie keine Menschen?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Eine Mutter

Außer Ihnen hat niemand behauptet, dass Lehrer immer über jeden Zweifel erhaben sein wollen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Eine Mutter

Da wir genau das sind, sind auch wir bei etwa 180-230 Schülern pro Tag etwas angenervt.

Diese haben Eltern, die helicoptern oder vernachlässigen. Auch hier ist die Mitte nahezu weg.

Ich würde mich auch gerne mal meiner eigenen Familie widmen – fröhlich, elanvoll, engagiert…..

Wenn der Mensch in mir, dem ja nun auch zig andere Kinder anvertraut wurden, viele dieser Eltern täglich anrufen bzw. anschreiben müsste.

Ich persönlich bin zum Schreiben übergegangen, da ich mir die Ausreden nicht mehr anhören mag – ich ertrage das nicht mehr! – und so immer gleich auch dokumentieren kann, dass eine Kontaktaufnahme stattgefunden hat.

Der Mensch in mir möchte gerne mehr Zeit mit der eigenen Familie verbringen – deswegen habe ich sie.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Eine Mutter

Mutter mit welcher Qualifikation???

HellaWahnsinn
1 Monat zuvor
Antwortet  Lessi

5-fache Qualifikation, hat sich @Eine Mutter selbst bescheinigt.
Auf Wunsch können das 5 Zeugen bestätigen.

anka
1 Monat zuvor
Antwortet  HellaWahnsinn

6 Zeugen, möchte ich hoffen…

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Eine Mutter

Als Lehrer möchte man Kindern doch etwas beibringen und sie einigermaßen gut auf die Zukunft vorbereiten.“

Huch….stimmt!
Genau das möchte ich auch … und ich wäre viel viel zufriedener, wenn die realen Bedingungen das zulassen würden.

Tun sie nur leider nicht.

Reality sucks!!!

…..und jetzt, „Eine Mutter“?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Grins, die Sache mit dem Beibringen klappt ja nur, wenn jemand das auch lernen will.

Wird immer weniger.

Das Wollen.

Wenn ich bedenke, was ich mir alles ausdenke und vorbereite – in meiner Erholungszeit, denn Freizeit gibt’s ja auch kaum noch – und wie wenig davon nachhaltig was bringt…. Und dennoch versuche ich es immer wieder.

Jeder Gärtner weiß, dass es fruchtbaren Boden braucht.

Wasser, Dünger und Sonne – dazu gehört auch das Mitwirken der Eltern.

Letztens auch mal wieder ganz köstlich: „Machen Sie doch das, was die Kinder wollen und sie interessiert,“ so zwei Elternvertreter.

Nächstes Mal bin ich besser vorbereitet und schlage Fortnite vor.

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

„Machen Sie doch das, was die Kinder wollen und sie interessiert“
Verdammich… warum hat mir diesen Tipp keiner vor Jahren gegeben, Hand-vor-die-Stirn-klatsch.

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Eine Mutter

Okay, mal ein eher krasses Beispiel: würden Sie eine Depression bei Ihrem Kind selbst behandeln? Wahrscheinlich eher nicht (es sei denn , Sie sind evtl. Therapeutin) Sie würden doch wohl eher feststellen, dass Ihr Kind Probleme hat, zum Kinderarzt gehen und dann zum Therapeuten. Warum soll ich dann Psychologe sein?
Ich kann auch nur sagen, mit dem Kind ist etwas nicht in Ordnung, dann war es das schon. Den Rest müssen dann leider die Eltern machen. Ich kann ein Kind weder vollständig diagnostizieren noch therapieren. Und warum nicht??? Genau!!! Weil ich KEIN Psychologe oder Therapeut BIN. Das sind zu Recht eigene Berufsfelder mit spezifischer Ausbildung.
Und bei körperlichen Gebrechen DARF ich das Kind nicht einfach anfassen (es sei denn es geht um Leben und Tod). Man braucht tatsächlich bereits für das Entfernen von Zecken eine SCHRIFTLICHE Erlaubnis der Eltern. Ich habe sogar medizinische Vorbildung und DARF es trotzdem nicht. Es liegt also nicht daran, dass ich zu doof oder zu unwillig für z.B. eine Zeckenemtfernung bin oder Kinder nicht gerne psychisch stützen möchte. Leider, leider kann/darf ich das aber nicht. Sie würden ja auch anderen Berufen nicht abverlangen völlig fachfremde Dinge auf eigene Faust mal eben mit zumachen. Lassen Sie sich sich vom Tierarzt operieren, ist doch egal…Piloten könnten doch auch Busse und Bahnen fahren, sicher kein Problem, wenn man Flugzeug fliegen kann wird das schon gehen…Köche sind auch überflüssig, kann ja jeder zu Hause kochen…

ginny92
1 Monat zuvor
Antwortet  Eine Mutter

„Als Lehrer möchte man Kindern doch etwas beibringen und sie einigermaßen gut auf die Zukunft vorbereiten.“

Ja, genau das möchten die Kolleginnen und Kollegen sehr gerne und geben da oft ihr bestes. Allerdings rennt man oft genug im realen Alltag oft nur als Feuerwehr durch die Gegend um das schlimmste zu verhindern.

„Ich bin auch keine Krankenschwester, Therapeutin, Lehrerin oder Ernährungswissenschaftlerin und dennoch muss ich aus all den genannten und vielen weiteren Berufen schöpfen, weil dies im Zusammenleben mit Kindern einfach dazu gehört!“

Auf rudimentärer Eben haben sie dort Recht, insofern das man nie nur Lehrkraft ist. Ich gebe mal ein Beispiel, natürlich sollte eine Lehrkraft bei einem stark übergewichtigen Schülerin/ Schüler als Vorbild sich nicht den Liter Cola vor deren Augen gönnen. Zu dem wäre es natürlich schön wenn man gesunde Ernährung thematisieren und bei Möglichkeit diese forciert. Aber sie muss nicht ständig daneben stehen und kontrollieren was sich besagte Schülerinn/ Schüler am Kiosk kauft etc. Aber ähnliches wird verlangt bei gleichzeitigen Regelungen die daraus einen Eiertanz machen.

Es gibt seit langem Proteste und Beanstandungen gegen oder zur Abwendung von falschen Entscheidungen seitens der Verbände und Lehrkräfte. Fakt ist aber, dass die Politik das jahrzehntelang ignoriert hat. Erst jetzt wo es vor keinem Elternteil mehr zu verstecken ist wird es unangenehm für die Politik.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Eine Mutter

Fragen an „Eine Mutter“:
Aus welchen Posts entnehmen Sie, dass Lehrer Kinder nicht „etwas beibringen und sie einigermaßen gut auf die Zukunft vorbereiten“ wollen?
Welchen Unterschied in der Verantwortung für die Gesundheitsfürsorge bei Kindern sehen Sie zwischen den Eltern dieser Kinder und deren Lehrkräften?
Aus welchen Posts entnehmen Sie, dass Lehrkräfte sich nicht der Tatsache bewusst sind, dass sie mit lebenden Kindern arbeiten?
Woraus schlussfolgern Sie, dass Lehrer nicht versuchen, das Schulsystem zu verbessern? Welche Möglichkeiten sehen Sie da explizit für die einzelne Lehrkraft im Rahmen der geltenden Gesetze?
Inwiefern führt die Aufhebung der Schulpflicht dazu, dass die „Corona-Zeit“ besser verlaufen wäre?

FL62
1 Monat zuvor
Antwortet  Eine Mutter

Natürlich ist jemand aufgestanden. Es gab Brandbriefe (https://bildung-wissen.eu/fachbeitraege/mathematik-zweiter-brandbrief-gegen-bildungsstandards.html), die GBW und der Condorcet Blog wurden gegründet, man hat Artikel in Zeitungen und Zeitschriften verfasst und in Videos auf youtube den Leistungsverfall angeprangert. Man hat Politiker angeschrieben, und wenn einem nur die AfD geantwortet hat, wurde man als rechts verschrieen. Passiert ist nichts, und wer noch glaubt, man könne der Politik irgend etwas klar machen, wenn sich nur Eltern und Lehrer zusammentun, *der* hat die letzten 20 Jahre verschlafen. Jüngste Kritik an PISA und sehr lesenswert: das Interview mit Kaenders auf https://ga.de/news/wissen-und-bildung/regional/pisa-studie-zu-mathematik-experte-aus-bonn-uebt-scharfe-kritik_aid-103368539 . Auch das werden die Bildungsforscher einfach aussitzen.

MB aus NRW
1 Monat zuvor

Nüchtern betrachtet zeigen die Ergebnisse eins: das, was vor allem Herr Schleicher an Reformen mit angeschoben hat, hat dazu geführt, dass deutsche Schülerinnen und Schüler weniger gut abschneiden als vor all den Reformen.
Nach Gründen muss dann gefragt werden.
Ob Schleicher mit seinen immer wilderen Rundumschlägen Recht hat oder gerade „seine“ Reformen eher Schuld am schlechten Abschneiden sind, ist dann die Frage…

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  MB aus NRW

So ist es! Deshalb ist er ja so ,,bissig“. Sein Um- sich – Geschlage ist doch nur eine Ablenkung dessen, was er an Ergebnissen zur Bildungdwende nicht erbracht hat; seine Theorien quasi für die Tonne sind.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Lessi

Herr Schleicher ist wohl auch eher einer von denen, die meinen: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“

Clara
1 Monat zuvor

Ich werde ab jetzt einfach so sein, wie Herr Schleicher mich und meine KollegInnen beschreibt. Dann haben die Ausführungen des Bildungswissenschaftlers wenigstens eine Entsprechung in der Realität.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Clara

😉 … und werden während der Hausbesuche gut bewirtet. Spart man sich das Abendbrot daheim- Inflation ausgeglichen… grins. Ganz mein Humor! 😉

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Lessi

Ich habe ein paar Hausbesuche hinter mir (einschließlich Homeschooling bei einem nichtbeschulbaren Kind). Bei den meisten würde ich nix essen!

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Ich weiß. 😉 Ohne Humor krieg ich sonst die Krise im Lehrerjob.

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Clara

Danke….das habe ich bei alldem vergangenen Angriffen aus dem universitären Bildungskosmos „Standort:Elfenbeinturm“ auch schon so oft gedacht.

Das Bashing hört nicht auf und wird – mit Rückbezug auf diese Vorhaltungen, Thesen und Argumenten – sicherlich noch stärker werden… aber ich habe dann vllt mehr innere Ruhe … mit dem sentilen Gefühl, diese Dinge als realistisch annehmen zu können.

Ich warte darauf, dass es auf sich unverfrorene Verurteilungen und Beleidigungen mal eine kräftige Contra-Zurechtweisung aus einem KuMi oder sogar aus der KMK mit entsprechender Rüge des „Bläh-Boys“, der dergestaltige Dinge in die Welt rauströtet.

Aber … ach ja … ich bin hoffnungslos naiv.

Kenny
1 Monat zuvor

Wie können wir schlechte Ergebnisse verhindern?
Vorschlag eins: Ergebnisschwache Kinder einfach nicht mehr einschulen…statistisch gesehen, kann man damit tatsächlich den Leistungsdurchschnitt von Schulkindern erhöhen.

Vorschlag zwei: nicht mehr testen!

genau mein Humor.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Kenny

Und um Ihre Analogie mal zu hinterfragen: wer ist verantwortlich für Ihr Übergewicht? Wer ist verantwortlich für das schlechte Abschneiden bei PISA?

Vater
1 Monat zuvor

… wenn der Bauer nicht schwimmen kann, ist die Badehose schuld. Ich bin kein Lehrer, aber ich habe zwei Kinder an Kölner Schulen. Ich kann nur sagen, aus meiner Erfahrung machen die Hälfte der Lehrer nur das allernötigste. Engagement Fehlanzeige – bis auf einige wenige Ausnahmen.

Mathe macht glücklich.
1 Monat zuvor
Antwortet  Vater

Bitte schließen Sie nicht von einem einzelnen Fall auf die Allgemeingültigkeit.

Lera
1 Monat zuvor
Antwortet  Vater

Das Allernötigste zu schaffen, setzt in diesem System schon erhebliches Engagement voraus.

Streber
1 Monat zuvor
Antwortet  Vater

Warum nur die Hälfte? Dann ist die andere Hälfte dumm. Man macht in seinem Arbeitsplatz während der im Arbeitsvertrag festgelegten Arbeitszeit die festgelegten Aufgaben mit dem Material, das der Arbeitgebende kostenlos zur Verfügung stellt. Engagement ist schön und gut, aber nicht notwendig, wenn die vertraglich festgelegten Pflichten erledigt werden. Warum soll das, was für alle Arbeitnehmenden selbstverständlich ist- das Nötige zu tun (ob man dazu das Allernötigste sagen will, ist akademisch)- nicht für Lehrkräfte gelten?

Entscheiden Sie sich- ist es „die Hälfte“ oder sind es „einige wenige Ausnahmen“?

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  Vater

Wenn sie die Badehose mit Misthaufen und Betonblöcken beschweren, durchaus.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Herrlich. 🙂

Ragnar Danneskjoeld
1 Monat zuvor
Antwortet  Vater

Ach je. Anekdotische Evidenz zum Maßstab zu machen, nun ja….
Aber unabhängig davon – was ist denn „das Allernötigste“? Was wäre denn das Maximum, was das akzeptable Maß, was die Kolleg*innen für Ihre Kinderchen tun könnten?

Ramon
1 Monat zuvor
Antwortet  Vater

Kann ich bestätigen. Genau so! Nicht Köln. Aber genau so. Nur das allernötigste. Und sobald nur ein Fitzelchen außer der Reihe (bekannt und notwendig, so wie ein Elternsprechtag im Galbjahr von 18-19.30) dazukommt geht das laute Gejammer los.
Und die beleidigten Reaktionen hier auf auch nur die allerkleintste Kritik oder Anmerkungen sprechen Bände.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Ramon

Haben wir auch demnächst – Elternsprechtag Nr. 3, weil die Eltern das so wollen.

Dann bin ich zum Beispiel über zwölf Stunden in der Schule, hochkonzentriert von der ersten Stunde an bis zur siebten im Unterricht.

Dann Klassenkonferenz – wenn wa schon mal alle da sind! – dann die festgelegten Gespräche, die nie nie nie um 19.00 Uhr enden.

Bezahlt bekomme ich nur die Unterrichtszeit.

Noch ernsthaft Fragen?

Oder der Vorschlag,bin die Wirtschaft zu gehen mit vier-Tage-Woche und Home-Office sowie der Anmerkung, ich würde dort nicht bestehen?!

Nur raus damit!

Ramon
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ich glaube, da liegt der Hase im Pfeffer.
„Bezahlt bekomme ich nur die Unterrichtszeit“.
Ist es nicht vielmehr so, dass es neben dem Unterrichten noch die sonstigen Dienstpflichten gibt.
Logisch, dass sich dann alle aufregen.
Ein Chirurg wir auch nicht „nur fürs Operieren“ und ein Richter nicht „nur fürs im Saal rumsitzen“ bezahlt.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Ramon

Aber die bezahlten Arbeitsstunden sind nunmal bei den meisten mit dem Unterricht und dem ganzen Kram, der damit zusammenhängt, aufgebraucht (oder überschritten). Damit fällt alles andere hintenüber.
Es gibt keine Zeitreservern für die Rettung der Gesellschaft.
Ich kann natürlich unentgeltlich so viel arbeiten, wie ich will … wird aber nicht passieren.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Ramon

Gibt nicht umsonst noch keine (flächendeckende) Arbeitszeiterfassung. Sollte man mit bedenken.
Kennen keinen Chirurgen, der die Patienten mit nach Hause nimmt und dort mit Essensbesteck weiter „behandelt“. Zum Glück …

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Ramon

Mehr als 12 Stunden vor Ort sprengt jeden arbeitsrechtlichen Rahmen. Die Länder wissen schon, warum sie die Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte nicht wollen. Der Chirurg und der Richter haben eine solche. Entweder ist nach der festgelegten Zeit Schluss oder die Mehrarbeit wird bezahlt oder abgebummelt. Nur Lehrer sollen quasi rund um die Uhr zur Verfügung stehen, und wen man anmerkt, dass man auch mal Feierabend hätte, ist man gleich ein fauler S…

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Ramon

Bei uns ist noch `ne Lehrerstelle frei. Interessiert? 😉

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Ramon

Grundgütiger, Ihnen muss man (und das als Wirtschaftsmacher) auch jeden Trick erklären:

GENAU DAS ist ja die Taktik:
Der unbezahlte Bereich wird im Kehramt seit Jahrzehnten planvoll und stetig von oben immer mehr ausgeweitet. Netter AG-Trick…in einer Zeitungsdrückerkolonne vielleicht.

Richter? Nicht das beste Beispiel, die teilen sich wortwörtlich ihre Arbeit frei ein…und auch bei denen gibt es die gleichen Probleme wie im Lehramt.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Ramon

Die Frage ist, wie Sie das bestätigen wollen, denn es würde mich wundern, wenn Sie den Arbeitstag der Lehrer in Gänze im Blick haben. Kennen Sie z.B. alle Kollegen in Teilzeit? Würden Sie z.B. einem Teilzeitkollegen auch das (zeitlich) halbe Engagement zugestehen? Bei uns retten im Moment gerade diese die Unterrichtsversorgung, obwohl sie eigentlich (aus diversen Gründen) weniger arbeiten wollten.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Ramon

Äh??? Elternsprechtage dauern bei uns immer 3-4 Stunden. Komisch.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Vater

Die machen also exakt das, wofür sie bezahlt werden. Mehr ist wegen fehlender arbeitszeiterfassung und fehlenden leistungsprämien eben nicht zu bekommen.

You get, what you pay for.

Ramon
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Bei fehlender Disziplinierung bei Nichtleistung ist das das Ergebnis. Da gebe ich Ihnen Recht.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Ramon

Bei dem Schrott, den die „freie Wirtschaft“ oft abliefert, wäre „Nichtleistung“ die bessere Variante…

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Ramon

Im Gegensatz zu SuS und Eltern werden Lehrkräfte selbstverständlich diszipliniert und können bei wiederholten/schweren Verstössen auch entlassen werden.

Und jetzt?
/shrug

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Ramon

Aller Beteiligten. Nicht nur Lehrkräfte gehören zu einer funktionierenden und kooperativen Schulfamilie. Auch Eltern (und Schüler) sind im Bildungswesen mit angedacht. Vergessen (und wissen auch) nur leider viele irgendwie nicht.

Eltern sein ist ein Job. Der Wichtigste von allen.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Vater

,,Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr!“
Ich bin Lehrer, und arbeite mit vielen Eltern mehrerer Klassen zusammen.
ABER ich behaupte nicht, dass ALLE Eltern sich zu wenig/ gar nicht um die Erziehung ihrer Kinder kümmern, obwohl es dennoch besondere Härtfälle gibt.
Verstanden?

Egvina
1 Monat zuvor
Antwortet  Vater

Was genau verstehen Sie unter „nur das allernötigste“ und „Engagement“ bei Lehrern?

cerebrummt
1 Monat zuvor
Antwortet  Vater

Nö. Das Wasser fehlt. Und ich frage mich, wann Eltern dieses Wasser endlich bei denen einfordern, die es abgestellt haben. Die Lehrer schwimmen schon lange Zeit ganz alleine auf dem Trocknen.

Heide Blume
1 Monat zuvor
Antwortet  Vater

Was ist für Sie „das Allernötigste“? Und was vermissen Sie?

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Vater

Die Wahrscheinlichkeit ist extrem hoch, dass Sie JEINERLEI Ahnung davon haben, was ausserhalb der Wahrnehmung von SuS und Eltern an Schulen passiert.

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  Vater

Das ist dann wie in der Wirtschaft auch (vgl. Gallup-Umfragen der letzten Jahre). Endlich sind die Lehrkräfte angekommen.

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  Vater

Bei Angestellten liegt die Quote derer, die Dienst nach Vorschrift machen bei 68 % (Gallup-Umfrage). Ein Fünftel hat innerlich gekündigt. Engagiert sind nur noch 13 %. Lehrkräfte sind also in guter Gesellschaft.

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Die meisten Angestellten in der freien Wirtschaft haben Glück, dass ihnen nicht jeden Tag 100 Kinder beim Arbeiten zusehen. Was die wohl erzählen würden.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Vater

Haben Sie sich jeh gefragt, warum die Hälfte der Lehrerschaft nur das Allernötigste macht?

Die sind wohl endlich dabei, auf ihre Gesundheit zu achten. Dazu gehört auch, sich von unsngemessenen Forderungen seitens der Schüler- und Elternschaft abzugrenzen.

Ehrlich – viele sind krank oder kurz davor, länger auszufallen.

DnV ist die einzige Möglichkeit, den Laden nicht vollends zusammenbrechen zu lassen.

Wenn ich jetzt ganz böse wäre….. aus meiner Sicht machen – zumindest bei uns an der Schule – deutlich weniger als die Hälfte der Elternschaft deutlich weniger als das Allernötigste.

Wir sind nicht mal eine Brennpunktschule, sind noch eher ländlich und haben dennoch jede Menge Kids, die vernachlässigt bis verwahrlost sind.

Enjoy your chicken Ted
1 Monat zuvor
Antwortet  Vater

Dann, lieber „Vater“, ab in den Seiteneinstieg!!! Leben Sie es allen vor wie es gemacht werden muss!

Joachim Kappert
1 Monat zuvor

Herr Schleicher ist Statistiker von Beruf. Kein weiteren Fragen.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Joachim Kappert

Wenn ein Statistiker behauptet, Finnland wäre ein Beispiel wie man ein Schulsystem so umbauen könne, dass es modern und gerecht wäre, kann man an der Expertise wohl zweifeln. Schulsysteme die mit die höchsten Disparitäten zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund oder Jungs und Mädchen produzieren, würde ich zumindest nicht als besonders gerecht einschätzen.

AlexB
1 Monat zuvor

Ich hörte gerade die Aussage unserer Schulärztin nach der Einschulungsuntersuchung zu mehreren Kindern mit Entwicklungsverzögerung. „Ich darf nicht einmal mit der Kita reden, um mich über die Problematik des Kindes auszutauschen und sie besser zu verstehen.“

Nur eines von tausenden von Beispielen, wie sehr die Schulen im Stich gelassen werden.
Können wir Lehrkräfte Dinge besser machen? Bestimmt. Zur Zeit renne ich aber mit ganz vielen Dingen, die ich gerne besser machen würde, vor unsinnige Wände aus Bürokratie, Vorschirften, mangelden Finanzen, rechtlichen Gängelungen, weil die Eltern mit Anwalt drohen, wenn Ihr geplantes Gymnasiumskind nur eine 3 in Mathe hat. Oder weil kein Geld für Fördermaterial da ist. Oder weil wir die Ipads wieder nicht nutzen können, weil das WLAN und der Server ausgefallen sind. Oder weil ich die Aufgaben vom Jugendamt mit übernehme, weil dort alle überlastet sind. Oder weil ich nun das vierte Flüchtlingskind ohne Deutschkenntnisse in der Klasse habe, in der nicht mal mehr Platz „für einen zusätzlichen Stuhl“ ist. Oder weil ich vor lauter Aufgaben und Ärger kurz vor dem Burnout stehe.

Ergo: Politik und Gesellschaft müssen die Rahmenbedingungen für Schule massiv verbessern. Dann gibt es auch die „Freiräume“, um über die eigentliche Arbeit der Lehrkräfte zu reden und zu schauen, was diese verbessern können.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  AlexB

❤️ Arbeiten wir an derselben Schule? 😉 Kleiner Scherz! Aber GENAUSO ist die Realität. Herr Schleicher würde sich nicht einen Tag mit diesen Aufgaben zurecht finden.

Horst Költze
1 Monat zuvor

DANKE, Professor Schleicher, für das Eigentor im Kampf um PISA!

GriasDi
1 Monat zuvor

Zitat:
„Wenn sich an den Resultaten etwas ändern soll, müssen wir uns auch mit dem Lehrerberuf befassen.“

Dann bildet sie an den Unis besser aus und bietet qualifizierte Fortbildungen an. Vielleicht könnten Didaktiker auch mal was zu Unterricht beitragen – ach nein, das ist ja unter deren Würde. In Hongkong haben Lehrkräfte in ihrem Stundenbudget Zeit zur Zusammenarbeit und für Fortbildungen reserviert.

Enjoy your chicken Ted
1 Monat zuvor

PISA war schon damals zur Einführung in Kritik (u.a. weil es hieß bestimmte Länder würden die SuS gezielt darauf vorbereiten). Ständig gibt es eine Vergleichsarbeit und dann noch eine und noch eine. Was bringt das alles, wenn die Rahmenbedingungen nicht geändert werden??

Hr Schlauberger.. äh Schleicher möchte, dass wir KuK mehr drehen? Okay! Dann bestimmen wir ab sofort über die Etats, Klassengröße, Rahmenpläne, Elternverantwortung, Stundentafel… wie bitte? Wie sind nur die Ausführenden und intellektuell anspruchslos? Dann soll der Herr etwas Sinnhaftes beitragen oder einfach mal eine Woche an meiner Brennpunktschule unterrichten.

Mondmatt
1 Monat zuvor

Fazit:
Alles ganz einfach zu lösen mit der Bildungskrise.

Dazu müssten mur die Lehrer:

  • Auf jegliches Privatleben und jegliche Freizeit verzichten.
  • Am Besten für Gottes-Lohn arbeiten.
  • Sich auch um Dinge kümmern für die ihnen jegliche Ausbildung fehlt.
  • Das geltende Schulrecht beugen und auf alle Lehrpläne und Vorgaben des Dienstherren pfeifen.
  • Notfalls fehlende Ausstattung auf eigene Kosten ergänzen.

Prima!

Danke für diese konstruktiven Vorschläge.
Erstaunlich wie einfach man manchmal Probleme lösen kann mit etwas gutem Willen.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Mondmatt

😉 So hätte es der Schleicher gern. 😉

Quartett
1 Monat zuvor

Etwa zeitgleich zum Interview mit der „Zeit“ erschien ebenda ein, für mich erschreckender, Artikel über eine junge Schülerin, die sich in Südkorea auf die Abschlussprüfung vorbereitet.
Besuch von Nachhilfeinstituten seit dem Kindergarten, kaum 4 Stunden Schlaf in der letzten Phase etc.pp..
https://www.zeit.de/2024/04/bildung-suedkorea-abschlusspruefung-schule-gesundheit/komplettansicht

2021 regulierte China den boomenden Nachhilfemarkt.
https://www.rnd.de/politik/china-zerschlaegt-seinen-boomenden-nachhilfesektor-nachhilfe-soll-kein-geschaeftsmodell-mehr-sein-NKW2CPL4BNBJ3LGBZG5KXKC6CU.html

Man möge mich korrigieren, aber wenn ich das lese, dann bereiten doch gar nicht die staatlichen Schulen, sondern die privaten Institute die Schüler auf die Tests, Prüfungen, Universitäten etc. vor?
Wovon redet denn Herr Schleicher da überhaupt?

Pauker_In
1 Monat zuvor
Antwortet  Quartett

Herr Schleicher redet von seiner privaten Ideologie – nicht als Wissenschaftler, der er eigentlich sein sollte. Sondern als Politiker, der er wohl gern wäre.
Seine Aussagen werden durch die Ergebnisse der Pisa-Studie nicht gedeckt.

Kognitive-Dissonanz
1 Monat zuvor

Die ad-hominem-Angriffe, die einige hier fahren, sind mMn einer Lehrkraft unwürdig. Genauso wie der Trend, sich als Befehlsempfänger und Opfer zu stilisieren, um keine Mitverantwortung für Missstände übernehmen zu müssen.

Schulmeister
12 Tage zuvor

Tatsächlich lässt sich der akademische und berufliche Background von Herrn Schleicher an keiner Stelle verleugnen. Er selbst will das wohl auch nicht, dazu scheint er sich seiner Sache zu sicher zu sein. Er ist von der Ausbildung Physiker (Schwerpunkt Statistik) und von Beruf Bildungsdirektor der OECD.  Er nimmt Schulwirklickeit vorzugsweise (nicht ausschließlich) über statistische Erhebungen (also vornehmlich Zahlenkolonnen) wahr und klopft sie daraufhin ab, in wieweit sie sich auf die Wirtschaft auswirken. Dass er hier zu einem negativen Urteil kommt, ist nachvollziehbar.

Ich möchte diesem Blick von außen eine andere Perspektive entgegenstellen, die eines Insiders, der die letzten fast vierzig Jahre an verschiedenen Gymnasien in Süddeutschland unterrichtet hat. 
Ich kann Herrn Schleicher in manchen Bereichen zustimmen.

„Schülerinnen und Schüler seien „relativ gut darin, auswendig gelerntes Wissen wiederzugeben“, erklärte Schleicher. Vielen falle es aber schwer, ihr Wissen auf neue Zusammenhänge zu übertragen.“ 

„In deutschen Klassenzimmern habe die Umstellung, „den Kindern und Jugendlichen vor allem selbstständiges Denken beizubringen“, noch nicht ausreichend stattgefunden.“

Beide Punkte kann ich aus meiner Erfahrung auch bestätigen. Ich fürchte allerdings, dass für diese Entwicklung (darum handelt es sich aus meiner Sicht nämlich) Weichenstellungen verantwortlich sind, die dem Denken Schleichers entsprechen, dem Streben nach ökonomischer Effizienz. Eine echte Wasserscheide ist aus meiner Sicht die Einführung von G8 und der Wegfall eines ganzen Schuljahres. Ökonomisierung in diesem Kontext heißt aus den gegebenen Ressourcen das maximal mögliche herausholen. Ins Pädagogische übertragen  bedeutet das, es kommt darauf an, dass die Lernenden möglichst schnell das, was sie gelernt haben, auch direkt umsetzen können. Gelabelt wird das als Kompetenzorientierung. Diese Neuorientierung pädagogischen Arbeitens ging dann einher mit einer Reihe von neuen Prüfungsformaten, die natürlich auch erst eingeübt werden mussten, dies mit einem erheblichen Aufwand an Material und Zeit. Diese Zeit fehlte an anderer Stelle, wenn es etwa darum ging, das Erlernte in einen bestimmten Kontext zu stellen. Zugespitzt wage ich zu behaupten, dass die Kompetenz, um die es in erster Linie ging, die war, in dem jeweiligen Prüfungsformat möglichst gut abzuschneiden. 

Was ich schmerzlich vermisst habe, war die Fähigkeit zum Transfer. Hier treffe ich mich mit Herrn Schleicher. Es war vielen Schülern tatsächlich nicht möglich, ihr Wissen auf neue Zusammenhänge zu übertragen, weil im Unterricht keine Zeit war, in die Breite zu gehen und genau das an dem einen oder anderen Beispiel zu üben. Was auch zunehmend auf der Strecke geblieben ist, war das, was mal als Allgemeinbildung bezeichnet wurde. 

Was Herr Schleicher über das auswendig gelernte Wissen sagt, würde ich gerne etwas modifizieren. Die SuS sind relativ gut darin, das zu machen, was im Hinblick auf eine bestimmte Aufgabenstellung von ihnen verlangt wird. Das wurde geübt, es wurde ihnen signalisiert, dass auf diese Weise gute Noten erzielt werden können, also lassen sie sich darauf ein. Schülerlösungen werden immer mainstramiger oder deutlicher: stromlinienförmiger. Was auf der Strecke bleibt, sind originelle Ansätze. 

Auch das können wir den SuS nicht übernehmen, schließlich fügen sie sich ja lediglich in Vorgaben, die sie von ihren Lehrern bekommen haben. Schade ist es halt trotzdem. 

Im Übrigen ist glaube ich niemandem geholfen, wenn wir Lehrer hier beleidigt reagieren. Wir sollten vielmehr unsere eigene Expertise viel stärker einbringen. Was im Klassenzimmer tatsächlich passiert, davon haben wir sicherlich mehr Ahnung als Herr Schleicher. Vielleicht nehmen wir aber die Vorgaben zu unkritisch hin, ohne darauf hinzuweisen, wie nachteilig bestimmte Dinge sein können. Dass steter Tropfen den Stein höhlt, hat der nun endlich geplante Umstieg auf G9 in BaWue gezeigt. Auch wenn der viele Jahre zu spät kommt.