„Noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen“: Schleicher brüskiert deutsche Lehrer

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STUTTGART. Pisa-Koordinator Prof. Andreas Schleicher hat sich unbeliebt bei Lehrkräften in Deutschland gemacht. „Ich habe, ganz ehrlich, wenig Verständnis für Lehrer, die nur darauf pochen, dass sie überlastet seien“, sagte der OECD-Direktor der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. „Eine solche Haltung würde in keinem anderen Job akzeptiert.“ Deutschland sei „beim Lehrerberuf noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen“. Scharfer Widerspruch kam von den Lehrergewerkschaften.

„Mr. PISA“: OECD-Direktor Andreas Schleicher. Foto: SPÖ / Mag. Gisela Ortner / flickr (CC BY-SA 2.0)

Schülerinnen und Schüler seien „relativ gut darin, auswendig gelerntes Wissen wiederzugeben“, erklärte Schleicher. Vielen falle es aber schwer, ihr Wissen auf neue Zusammenhänge zu übertragen. Sie könnten Fakten nicht gut genug von Meinungen unterscheiden. In deutschen Klassenzimmern habe die Umstellung, „den Kindern und Jugendlichen vor allem selbstständiges Denken beizubringen“, noch nicht ausreichend stattgefunden.

Er betonte: „Die deutschen Lehrer sind im internationalen Vergleich sehr gut bezahlt. Lehrkräfte können sich nicht einfach darauf zurückziehen, dass sie viel zu tun haben – und dass sie sich deshalb nicht gemeinsam mit Kollegen treffen könnten, um bessere Unterrichtskonzepte zu entwickeln.“ Mehr Geld sei „immer gut“, sagt der Pisa-Chef, doch nicht notwendig. Man könne auch „ohne zusätzliches Geld große Verbesserungen erreichen.“ Schleicher erklärt: „Es geht darum, die Mittel dort zu konzentrieren, wo sie am meisten gebraucht werden. Das ist erstens in den Grundschulen und auch schon davor – und nicht so sehr in den Gymnasien.“
Lehrkräfte müssten „Coaches“ für die Kinder und Jugendlichen sein, forderte Schleicher. Sie müssten ihnen „bei ihren individuellen Lernprozessen helfen“. Zudem müsse ein guter Pädagoge den Eltern als Bezugspersonen zur Seite stehen. „Er kennt die Eltern und besucht sie, wenn nötig, zu Hause.“ Schleicher: „Meine Bitte an die Lehrer ist: Machen Sie sich auf den Weg! Schauen Sie nicht nach oben, sondern im Lehrerzimmer direkt zur Kollegin oder zum Kollegen neben sich. Lehrer können gemeinsam an Schulen viel zum Guten verändern. Dafür braucht es keinen Erlass aus dem Kultusministerium.“ Zu viele Lehrer sähen sich in erster Linie als Befehlsempfänger, die im Klassenzimmer statisch einen Lehrplan abarbeiten müssten.

„Schleicher macht diejenigen zum Buhmann, die wichtige Motoren der Entwicklung sein müssen – und wollen“

Als „kontraproduktiv und am Arbeitsalltag der Lehrkräfte völlig vorbei“ bezeichnete GEW-Vorsitzende Maike Finnern die Aussagen. „Viele Studien und jüngst die neueste PISA-Studie haben deutlich gemacht, dass das Schulsystem in Deutschland vom Kopf auf die Füße gestellt werden muss, Kinder länger gemeinsam lernen müssen. Politik, Verwaltung, Gewerkschaften und Beschäftigte müssen sich gemeinsam auf den Weg machen, um dieses große Rad zu drehen. Jetzt Lehrkräfte-Bashing zu betreiben und ihnen fast ausschließlich die Verantwortung für die Misere in die Schuhe zu schieben, hat nichts mit der Realität zu tun und macht diejenigen zum Buhmann, die wichtige Motoren der Entwicklung sein müssen – und wollen“, betonte sie.

„Wer ausblendet, dass in Deutschland der größte Lehrkräftemangel in der Geschichte herrscht, der die Lehrerinnen und Lehrer seit Jahren ans Belastungslimit bringt und die notwendigen Reformen blockiert, argumentiert nicht seriös. Alle Arbeitszeit- und Belastungsstudien belegen, dass der Lehrberuf extrem herausfordernd ist. Die Landesregierungen und Kultusministerien müssen endlich umsteuern: Sie müssen mehr junge Menschen für den Lehrberuf ausbilden und zusätzliche Lehrkräfte einstellen. Deshalb muss für den Beruf des Lehrers, der Lehrerin mit attraktiven Arbeitsbedingungen geworben werden – und nicht die Lehrkräfte, die unter schlechten Rahmenbedingungen, die sie nicht zu verantworten haben, leiden und trotzdem das Beste für mehr Chancengleichheit der Kinder und Jugendlichen geben, in den Senkel gestellt werden. Und: Das ist auch eine Frage des Geldes, das in die Schulen investiert wird.“

Hintergrund: Deutschland gibt mit 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Verhältnis deutlich weniger für Bildung aus als Estland (2020: 6,6 Prozent des BIP), das bei der aktuellen Pisa-Studie im europäischen Vergleich vorne liegt. Auch Schweden (7,2 Prozent), Belgien (6,7 Prozent), Dänemark (6,4 Prozent), Finnland (5,9 Prozent), Frankreich (5,5 Prozent), Großbritannien (5,5 Prozent) und die Niederlande (5,3 Prozent) investieren zum Teil deulich mehr in die Bildung.

„Die Aussagen von Andreas Schleicher tragen sicher nicht dazu bei, den Lehrberuf in irgendeiner Weise positiv zu begleiten“

Der VBE reagierte mit Zynismus auf die Aussagen des Pisa-Chefs. „Wir bedanken uns bei Andreas Schleicher für die weisen Worte und Ratschläge aus dem Elfenbeinturm. Ein Mann, der in seinem ganzen Leben noch nie vor einer Klasse gestanden hat, maßt sich an, beurteilen zu können, was Lehrkräfte leisten.“ Belastungsstudien kämen zu anderen Aussagen. Der VBE-Bundesvorsitzende Gerhard Brand meinte: „Die Aussagen von Andreas Schleicher tragen sicher nicht dazu bei, den Lehrberuf in irgendeiner Weise positiv zu begleiten. Im Gegenteil: Er leistet dem Berufsbild einen absoluten Bärendienst.“

Die deutschen Schülerinnen und Schüler hatten in der internationalen Leistungsstudie Pisa im Jahr 2022 so schlecht abgeschnitten wie noch nie zuvor (News4teachers berichtete). Sowohl im Lesen als auch in Mathematik und Naturwissenschaften handle es sich um die niedrigsten Werte, die für Deutschland jemals im Rahmen von Pisa gemessen wurden. Auch international sei die durchschnittliche Leistung drastisch gesunken, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bei der Veröffentlichung der Studie Anfang Dezember mit. Es war das erste Pisa-Zeugnis seit der Corona-Pandemie. News4teachers

Schleicher lässt erkennen, dass Deutschland vor einem neuen PISA-Debakel steht – „Soziale Beteiligung ist das Thema“

 

 

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Katinka
1 Monat zuvor

„Eine solche Haltung würde in keinem anderen Job akzeptiert.“
Nicht? Da ist Prof. Schleicher aber noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen….
Im Gegensatz zu Lehrkräften können Beschäftigte anderer Berufe jedoch ihre Überstunden aufschreiben, abbummeln oder bekommen sie sogar bezahlt. Bei Lehrkräften wird die Arbeitszeit noch nicht mal dokumentiert – aber Hausbesuche sollen schon noch drin sein – geht’s noch? Das ist purer Zynismus.

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Katinka

Ich verabschiede mich langsam echt von allem. SuS sollen sollen ermutigen aber man selbst wird ständig getreten und niedergemacht. Super Motivation. Alles soll man zusätzlich und natürlich kostenlos erledigen und dann bekommt man ständig volle Breitseite. Täglich werden mehr Gründe, mental und psychisch auszusteigen, geliefert.

Micky
1 Monat zuvor
Antwortet  laromir

Offener Brief an Andreas Schleicher

„Das neue PISA-Regime mit seinem kontinuierlichen Zyklus globaler Tests schadet unseren Kindern und verarmt unsere Klassenzimmer, da es unweigerlich mehr und längere Multiple-Choice-Testreihen und mehr vorgefertigte, von „Anbietern“ erstellte Lektionen erfordert und weniger Autonomie für unsere Lehrer. Dadurch hat PISA den ohnehin schon hohen Stresspegel in unseren Schulen weiter erhöht, der das Wohlbefinden unserer Schüler und Lehrer gefährdet.Diese Entwicklungen stehen in offensichtlichem Widerspruch zu den allgemein anerkannten Grundsätzen guter Bildung und demokratischer Praxis.“

https://oecdpisaletter-org.translate.goog/?_x_tr_sch=http&_x_tr_sl=auto&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=wapp

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Katinka

Gen Z – Ich bin doch nicht blöd.
Der Stachel beim Schleicher sitzt tief. Ich glaube, er muss seine Vergangenheit noch irgendwie kompensieren. Schade, dass der immer noch eine Plattform bekommt.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Katinka

Man kann sich ja einmal überlegen, warum Herr Schleicher hier Lehrer-Bashing erster Güte betreibt…

Es arbeitet bei der OECD, eine supra-nationale Vereinigung, deren primäres Ziel die Förderung der Wirtschaft ist, steht ja schon im Namen („Organisation for Economic Co-operation and Development“) Dieses Primat der Wirschaft schlägt sich natürlicherweise auch in den bildungspolitischen Positionen der OECD nieder, die Äußerungen von Herrn Schleicher muss man deshalb immer auch vor diesem Hintergrund sehen. Am Anfang von PISA gab es in Deutschland ja auch noch massiv Protest gegen die einseitige „Output-Orientierung“ der Tests, da kommen ja auch die ganzen „Kompetenzen“ in den Curricula her: Das ganze Bildungssystem wurde in Deutschland von einer Input- auf eine Outputsteuerung umgestellt: Statt „Was müssen wir tun, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen“ heißt es jetzt: „Wie kann man aus den gegebenen Ressourcen das Maximum herausholen“: Eine typisch neo-liberale Denkweise hat damit ins Bildungssystem einzugehalten. Ist scheinbar in den letzten 20 Jahren gehörig schiefgegangen, die „Verantwortlichen“ beklagen sich jetzt am lautesten über den Zustand des Bildungssystems.

Da die Bildung in Deutschlan in einer Sackgasse steckt, nur noch wenige diesen Beruf machen wollen, man aus Verzweiflung auf Seiten-, Quer- und sonstige Umsteiger zurückgreift, gleichzeitig aber sichergestellt werden muss, dass die Betreuung durch die Schulen vollumfänglich gewährleistet ist, damit beide Elternteile der Wirtschaft ganztägig zur Verfügung stehen, bei gleichzeitigem Absturz der Voraussetzungen zu einer erfolgreichen Teilnahme am Schulbesuch bei großen Teilen der Schülerschaft (geringer Stellenwert von Bildung, Sprachdefizite, emotional-soziale Entwicklungsdefizite, gute Bildung stellt einen ökonomisch oft nicht besser als Personen ohne entsprechende Bildung, mediales Bild von Schule, u.v.m.), bleibt der Politik nur übrig, diejenigen, die schon im System Schule sind, noch stärker „in die Pflicht zu nehmen“, die Vorschläge der SWK dienen ja auch genau dazu. Wenn das Ganze dann von einem Herrn Schleicher lautstark medial unterstützt wird, kann man das Versagen des System Schule natürlich wieder denen in die Schuhe schieben, die traditonell in Deustchland die Sündenbockrolle für alles gesellschaftliche und politische Versagen übernehmen müssen. Darüber herrscht seit Jahrzehnten Einigkeit in Deutschland, wenigsten in einem Bereich ist man sich also noch einig in diesem Land…

Dass der entstehende Teufelskreis „Überlastung des Schulsystems und der darin Beschäftigten -> Verschlechterung der Arbeitsbedingungen -> Weniger wollen als Lehrkräfte arbeiten -> Weitere Überlastung des Schulsystems und der darin Beschäftigten -> Weitere Verschlechterung der Arbeitsbedingungen -> usw.“ das Problem nicht löst, dürfte den Verantwortlichen klar sein, sie machen es aber trotzdem, weil sie scheinbar aktuell keinen anderen Ausweg sehen und es heißt ja so schön: Nach uns die Sintflut, Hauptsache die (eigenen) Pensionen sind sicher…

Erst wenn das Bildungssystem so richtig gegen die Wand gefahren ist, wird sich etwas ändern, ein paar Jahre wird man die darin beschäftigten Zitronen aber noch weiter ausquetschen, scheint ja noch ein bisschen Saft drinnen zu stecken…

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Großartige Analyse.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Präzise Diagnose.

Diese Drohne konsumiert allerdings zunehmend die Vorschriften des Berufes, pflegt die Gesundheit und lässt den lieben Gott ’nen guten Mann sein.

Da können die sich zusammenträumen, was sie wollen.

Ale
1 Monat zuvor
Antwortet  Katinka

Ach, Hausbesuche mit dem Dienstwagen könnte ich mir gefallen lassen. Anfahrt, Gespräche und Abfahrt als Arbeitszeit. Anders wie bei den unzähligen Telefonaten.

Hirschlgruber
1 Monat zuvor
Antwortet  Ale

Inklusive Chauffeur, damit die Hin- und Rückfahrt für die Arbeit genutzt werden kann!

Lena Hauenstein
1 Monat zuvor
Antwortet  Ale

Also, bei meiner Arbeitszeiterfassung erfasse ich das genau so. Da läuft die App mit, wenn ich telefoniere. Die läuft auch, wenn ich bei Praktikumsbesuchen etc. losfahre. Ich kann das nur jedem empfehlen, es ist spannend.

Fabian Kupper
1 Monat zuvor
Antwortet  Lena Hauenstein

Darüber denke ich auch schon länger nach. Welche App nutzen Sie?

ulschmitz
1 Monat zuvor
Antwortet  Ale

Und dann wären noch die Eltern zu erwähnen, die sich Hausbesuche energisch verbitten – davon ab: Dienstort ist die Schule – von Finanzbeamt:innen ist mir z.B. nicht bekannt, dass sie Hausbesuche machen, um Probleme zu klären.
Herr Schleicher sollte aufhören LuL zu diffamieren.

Samson
1 Monat zuvor
Antwortet  ulschmitz

Ach? Dienstort ist die Schule?! 100%?
Interessant

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

Der Dienstort ist zumindest nicht das Privateigentum und/oder die Privatsphäre anderer Menschen.
Dass es durchaus auch Unbehangen gibt ist doch verständlich?
https://m.rund-ums-baby.de/forum/Lehrer-mach-Hausbesuche-bei-jedem_5258291.htm
Wer einen Besuch gerne hätte – egal von welcher Seite – kann das individuell mit seiner/ihrer/seinen Lehrkräften oder den Eltern und Schülern ausmachen. Kommunikation hilft sehr. Wenn eine Seite das nicht möchte, dann ist das auch zu akzeptieren.

Vor allem, wenn das nicht als Arbeitszeit gilt. Ansonsten mal erst die Arbeitszeiterfassung durchsetzen. Dazu definieren, wie lange man für was ungefähr Zeit hat. Und mit Priorisierungen. Dann mal schauen, was dafür liegen bleibt oder ob es sonderlich viele Besuche dann gäbe.
Ansonsten ist solche Forderung doch „quatschig“.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

Ja, alles andere ist eine Dienstreise: Vorbereitungszeit, Fahrtzeit, Gesprächszeit und das alles mal 30 (durchschnittliche Klassengröße). Da ist man schnell bei zwei kompletten Arbeitswochen pro Schuljahr. Und die Fahrtkosten hat der Arbeitgeber zu erstatten. Ebenso ggf. Tagesgeld. Und auch das Erstellen der Fahrtkosenabrechnung ist Dienszeit. Kann man alles machen, wird aber für den Dienstherrn nicht billig und die Zeit fehlt dann anderswo. Auch für Lehrkräfte gilt die Jahresarbeitseit aller anderen Landesbeamten (ca. 1840 Stunden pro Jahr).

Samson
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Und das sollte auch so sein, dass die Schule der Dienstort ist. DEshalb sollte es dort auch vernünftige Arbeitsplätze geben, die auch genutzt werden. Dafür sollten sich die Lehrer auch einsetzen. Machen sie aber nicht. Ich lese hier immer mehr von „Dienstwägen“ und ähnlichem Blödsinn.
Hausbesuche sind natürlich absoluter Blödsinn als flächendeckende Förderung. Aber punktuell? Warum nicht? Dann erhöhe ich die Arbeitsplatzforderung um einen Poolwagen an der Schule.
Und nein: ein Hausbesuch ist keine Dienstreise. Das wäre ein Dienstgang.
Und ja: zeitlich knapp ist es immer. Aber vielleicht kann ja dann das eine oder andere Zettelchen unlaminiert bleiben oder der Stundenplan ist mal nicht mit Bienchen und Giraffen verziert.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Innerhalb der Kommune ist es verwaltungstechnisch ja gar keine Dienstreise, es handelt sich allenfalls um einen Dienstgang …

Und bitte beachten:
Verstirbt der Bedienstete auf der Dienstreise , ist diese damit beendet.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Die Jahresarbeitszeitbei Lehrkräften muss aber nur während der neun Monate erbracht werden, in denen unterrichtet wird.

Normaler Beamter:
1840 Arbeitsstunden durch 52 Wochen ==> rd. 36 Wochenstunden

Lehrkraft:
1840 Arbeitsstunden durch 39 Wochen ==> rd. 47 Wochenstunden

Schulmeister
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Nicht ganz. Auch in den Ferien wird ja für die Schule gearbeitet. Es sollte endlich aufhören, Ferien grundsätzlich als für Lehrkräfte arbeitsfreie Zeit zu betrachten. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade weil die Zeit in den Unterrichtsphasen immer knapper wird – wegen zusätzlicher Aufgaben – muss zwangsläufig Arbeit (Korrektur, großflächige Vorbereitung etc.) in die unterrichtsfreie Zeit verlegt werden.

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

Ja, offizieller Dienstort ist die Schule. Das hat sogar das Finanzamt jahrelang so gesehen und den Lehrern die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer gestrichen. Bis letztes Jahr gab es dann eine Begrenzung der abzugsfähigen Kosten.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

Na, nicht ganz hundertprozentig, dafür ist die bauliche Substanz des Dienstsitzes zu schlecht. Am Ende des Unterrichtstages darf wie „Auferstanden aus Ruinen“ angestimmt werden.

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Katinka

Man kann es als Zynismus beschreiben – oder aber auch als grenzenlose Dummheit – gepaart mit einer gehörigen Portion Boshaftigkeit.

Hirschlgruber
1 Monat zuvor
Antwortet  Katinka

Wer es selbst nicht zur Lehrkraft geschafft hat, fängt halt irgendwann an unsere(n) Beruf(ung) schlechtzureden.
Man muss sich auch vor Augen führen, dass die OECD Führungskräfte nach einem besonderen Schema auswählt. Anbei der Link dazu:

https://www.oecd-ilibrary.org/sites/145471d9-de/index.html?itemId=/content/component/145471d9-de

Unter 6.2.1 ist eine Grafik (6.1) zu finden, die darstellt, welche Kompetenzen für hochrangige Führungskräfte Bedeutung laut OECD haben. Als letzter Punkt wird die „fachliche Spezialisierung“ genannt. Nun ist doch geklärt, weshalb Herr Schleicher solche Aussagen trifft. Es fehlt ihm an Fachwissen, er wurde für sein Amt wegen anderer Fähigkeiten ausgewählt. Ich vermute mal der Punkt „Sonstiges“ wird es gewesen sein…

ulschmitz
1 Monat zuvor
Antwortet  Hirschlgruber

Vermutlich die Fähigkeit, unfassliche Plattheiten frech vorzutragen.

Joe
1 Monat zuvor

Ich habe den Artikel gestern in der Tageszeitung gelesen und mir spontan gewünscht, dass Herr Schleicher sich mal auf vier Wochen Hospitation bei uns an der Schule einlassen würde.
Er scheint tatsächlich absolut keine Ahnung davon zu haben, wie an einer Schule heute das alltägliche Arbeiten für die Lehrkräfte aussieht.
Unfassbar, so viel Ahnungslosigkeit.

Caja
1 Monat zuvor
Antwortet  Joe

Wirklich?
Nicht Hospitation – arbeiten und lehren, natürlich vollumfänglich mit allem was dazu gehört

trooper
1 Monat zuvor
Antwortet  Caja

Schleicher weiß doch ganz genau wie es z.B. in anderen Berufen aussieht. Und hat sich ganz schnell davon geschliechen

RSDWeng
1 Monat zuvor
Antwortet  Joe

Hospitation ist ein schlechter Vorschlag; ich würde den Herrn Bildungsdirektor 4 Wochen lang täglich 5 Stunden Mathematik unterrichten lassen, und zwar in den Jahrgangsstufen, in denen die Pubertät voll zuschlägt. Als Statistiker dürfte das für ihn doch kein Problem sein!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  RSDWeng

Ich sach nur Bruchrechnung:)

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Joe

@Herr Schleicher und @alle sonstigen Bildungs“Experten/Theoretiker“
„Es wäre eine Freude zu leben, wenn jeder nur die Hälfte von dem täte, was er von anderen verlangt.“ (Valerie von Martens)

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

„Er kennt die Eltern und besucht sie, wenn nötig, zu Hause“ gratis … wer soll das sein? Ich komm nicht drauf.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Ich hätte es Herrn Schleicher abgenommen, wenn er es mir persönlich an der Haustür gesagt hätte 😛

DieHoffnungstirbtzuletzt
1 Monat zuvor

Ich liebe es wenn die Generäle von hinten Befehle und Anweisungen erteilen, die das Dummvolk vorne an der Front endlich mal umsetzen soll. Wir sind meist zu Wenige, die Klassen sind zu groß, die Heterogenität hat stark zugenommen, die Eltern sind selten Kooperationspartner, den Schülern muss ich erst erklären, dass Sie nicht für mich sondern für sich selbst und Ihre Zukunft lernen. Jede Woche treibt ein anderer politischer „Vollversager“ eine neue Sau durchs Dorf. Deutsch, Mathe, Demokratie, Empathie für die Mitmenschen, Zuwendung zum Handwerk, Steuererklärung, Grundgesetz, ChatGPT anwenden und programmieren können, spekulieren mit Aktien, Bankenwesen, gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, im Team arbeiten usw. Phantastisch. Wann sind die Herren und Damen aus Forschung, Lehre und Politik denn das letzte Mal vor einer Klasse verhaltenskreativer Schüler gestanden und haben versucht sich gemeinsam auf den Weg zu machen…ach so noch nie, aber ich kenne da jemanden der hat mir erzählt, dass der Schwager vom Freund auch so ein „fauler Sack“ ist, wie man gehört hat. Echt unglaublich. Stellt Euch mal ein paar Wochen vor die Klassen und versucht die Schüler zu begeistern, zu lehren oder gar gegen den Willen aller zu erziehen. Der Knall im Bildungssystem ist ebenso wie der Knall bei Pflege, Medizin und Handwerk für unsere tauben Verantwortlichen leider noch nicht laut genug…Hat jemand eine Idee wie wir uns Gehör verschaffen könnten? Mir fällt da nur der gleichzeitige Krankheitstag aller Frustrierten ein…andere Ideen? Ich dachte ja bei dem Lehrermangel wird es besser, aber Nein…Mein genialer Seminarleiter hat unseren ersten Seminartag 2002 so begonnen…und gesagt Sie werden noch oft an mich denken…Wie sehr er doch recht behalten hat…
Weisheit der Dakota – Indianer
Eine Weisheit der Dakota – Indianer sagt:
„Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.“
Was aber machen wir im Job daraus? Nicht selten ändern wir lieber die Strategie, als abzusteigen, z.B. so:

  1. Wir besorgen uns eine stärkere Peitsche.
  2. Wir wechseln die Reiter.
  3. Wir sagen: „So haben wir das Pferd immer geritten“.
  4. Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
  5. Wir besuchen andere Orte, um zu sehen wie man dort tote Pferde reitet.
  6. Wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
  7. Wir bilden eine Task – Force, um das tote Pferd wiederzubeleben.
  8. Wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
  9. Wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an. 
  10. Wir ändern die Kriterien die besagen, ob ein Pferd tot ist. 
  11. Wir kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
  12. Wir schirren mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie schneller werden.
  13. Wir erklären: „Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen könnte.“ 
  14. Wir machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen. 
  15. Wir machen eine Studie, um zu sehen ob es billigere Berater gibt. 
  16. Wir kaufen etwas zu, das tote Pferde schneller laufen lässt. 
  17. Wir erklären, dass unser Pferd „besser, schneller und billiger“ tot ist. 
  18. Wir bilden Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.
  19. Wir überarbeiten die Leistungsbedingungen für Pferde.
  20. Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.

in diesem Sinne ein hoffentlich erholsames Wochenende und einen Guten Start am Montag.

Lehrerin
1 Monat zuvor

Diese Beschreibung ist genial – man sollte sie an alle Kultusministerien schicken!!
Danke für den Lachflash!

Pit2020
1 Monat zuvor

@DieHoffnungstirbtzuletzt

Diese „Studie“ ist top auf den Punkt gebracht.
Danke dafür.

Passt zu diesem „Gaul“:
https://www.news4teachers.de/2024/01/studie-die-ethnische-brille-von-schuelerinnen-und-schuelern-ist-unschaerfer-als-gedacht/

MilaP
1 Monat zuvor

Mir fällt da nur der gleichzeitige Krankheitstag aller Frustrierten ein…andere Ideen?“

Ich bin dafür, 4 Wochen die 40 h einzuhalten und alles Zusätzliche auszusetzen, keine Fahrten, keine Feiern, keine Feste…

Keine Korrekturen am WE oder nachts, keine Zusatzaufgaben, sofern sie nicht in das Zeitfenster passen…

“dryMai“,

vielleicht finden Lehrkräfte dann zu sich selbst und kreative Lösungen, wie es ohne die vielen Extras geht.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  MilaP

Dann aber auch an einem freien Tag unter der Woche nicht wirklich frei machen und in den Ferien nicht von Anfang bis Ende auf den Kanarischen Inseln verbringen. Das ist jetzt nicht lehrerfeindlich gemeint, ich weiß, was da geleistet wird. Aber man muss schon ein bisschen differenzierter argumentieren und zugeben, dass es im Lehterdasein sog. Stoßzeiten, aber auch Zeiten des Leerlaufs gibt. Das sollte man schon gegenrechnen.

MilaP
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Zeiten des Leerlaufs? Freier Tag? Freie Ferien?
Wann soll das gewesen sein?

Es ging um eine mögliche solidarische Aktion als Protest gegen Überlastung und fehlenden Ausgleich.
Sie können sich anschließen oder es sein lassen.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  MilaP

Nun, ich denke da an die Ausfallzeiten von Abitursklassen, die sich oft 6 Wochen hinziehen nach dem Abi. Habe ich selbst schon erfahren. Natürlich muss man die Korrektur gegenrechnen, aber eben auch die Ausfallzeit. Man ist nicht immer gleich belastet. Aber ich gebe zu, die Belastungen werden immer mehr.

MilaP
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Das betrifft dann aber nur Lehrkräfte, die im Abitur eingesetzt sind.

Die anderen Lehrkräfte an sämtlichen Schulformen beschulen Kinder und Jugendliche an jedem Schultag, keiner verlässt vorab die Schule, bei besonderen Vorkommnissen muss sogar seitens der Schule Betreuung gestellt werden.

Es mag also einzelne Lehrkräfte geben, die Leerlauf haben, andere sind auf Dauer belastet oder haben festgelegte Spitzen (z.B. Korrrekturphasen) und verteilen andere Aufgaben, die auch erledigt werden müssen, aber zeitlich flexibler sind, drumherum.
Wer bis zum letzten Schultag eingespannt ist, wird Planung u.a. in die Ferienwochen legen.
Das zeigt sich auch deutlich in der Arbeitszeitstudie.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Zeiten des Leerlaufes? Aha.
Das wäre THEORETISCH so – die werden aber solide mit…
1) sinnlosen Vertretungen
2) Agitprop-Aktionen
zuverlässig verfüllt.

Und wenn nix funktioniert – Lehrer unterveiner anwachsenden Lawine von BS begraben, jede Lücke kobsequent zumauern, dass die „f**** Säcke“ bloß nie zu Atem kommen – DAS funktioniert immer.

Bis man sich wehrt.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Was verstehen Sie unter Agitprop-Aktionen? Ich frage als ost-sozialisierter Mensch – interessiert mich wirklich, denn ich dachte das gab es nur damals bei uns im Osten

447
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich meine damit -völlig unabhängig von der politischen Ausrichtung des jeweiligen Inhaltes- all den Müll und Unfug, der sich wie Löwenzahn und Brennesseln im SCHULsystem ausgebreitet hat und nichts mit Schule, Lernen und Unterricht, sondern mit Zeitgeist/politisch erwünschter Meinung zu tun hat. (Und was ohnehin nicht wirkt, da wird eben erwünschtes gesagt und weitergelebt wie zuvor)

Wenn etwas kein Unterricht, kein Lernen und keine (seltene) Klassenfahrt ist, ist es für mich Unfug:
– girls and boys day
– Turnier hier da und dort
– fff
– die diversen Arten von „Steh schulisch organisiert als Protest herum“
– „Zentralveranstaltungen“ zu allen möglichen unterrichtsfremden Themen
– wochenlange(!) „Praktika“ in 8 & 11

Zum Beispiel ein Förderunterricht oder etwas wie „SuS helfen SuS“, Selbstlernzentrum usw. würde für mich nicht darunter fallen.

ulschmitz
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Wo kommen eigentlich die Kolleg:Innen her, die man so trifft – im Flugplatz-Café mit diesen komischen heften und einem roten stift? Oder im DB-Bistro? Und warum habe ich in den Weihnachts“Ferien“ jeden Abend den Fachvorsitzenden DE und GE meine Entwürfe für das schriftliche abitur zugeschickt?

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor

Wenn ich an einem Waldorf-Gymnasium mein Abitur erworben hätte, dann sicher nicht mit einer 1,0 im Schnitt. Ich kann meinen zweiten Vornamen nicht tanzen.

Rudolf Steiner und seine Theorien passen zu einem Teil allerdings in die Zeit, in der man Sprache zur Spaltung benutzt – Remigration als Euphemismus für Deportation.

Seine Idee der Hausbesuche habe ich in meiner Klasse abgefragt. Ich käme dann auch mit dem Schulbuch. Absolut kein Interesse. Allerdings waren es Berufsschüler. Vielleicht nicht die Schleicher’sche Zielgruppe.

Er möge sich schleichen, der Herr Schleicher oder mit seinem Körper samt Geist mal die Objektebene aufsuchen statt von der Metaebene wie von einer Kanzel zu predigen, zu philosopieren und zu urteilen. Vollpfosten, elendiger.

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor

Vom Bürosessel aus lassen sich solche Aussagen leicht treffen. Ich habe kein Verständnis mehr für solche „Experten“. Solche „Arbeitsbedingungen“ wie an Schulen, würden auch in keinem anderen Job akzeptiert. Ich kriege ja mit, was die Lehrkräfte beispielsweise privat anschaffen müssen, weil sie seitens der Stadt nicht damit ausgerüstet werden. Das geht von Schulbücher über Laptops. Oder welcher Arbeitgeber entlässt seine Mitarbeiter über die Dauer von sechs Wochen?

Herr Pisa macht es sich etwas zu leicht. Die Lehrkräfte agieren im Rahmen des vorhandenen Systems. Und wenn sich das nicht ändert, können Lehrkräfte ebenfalls nicht mehr tun.

Bla
1 Monat zuvor

„Die Lehrkräfte agieren im Rahmen des vorhandenen Systems. “

Würde gerne ergänzen/erweitern:
Sehr viele sogar über den Rahmen des vorhandenen Systems hinaus. Ansonsten wäre das „Bildungssystem“ schon längst komplett eingebrochen.

Lessi
1 Monat zuvor

Dankeschön. 🙂

baaaal1
1 Monat zuvor

Der Herr Professor soll einfach einmal einen Monat lang vor einer Klasse stehen.. vielleicht sogar in einer brennpunktschule mit 80% emigrantenkindern und inklusionsfällen.. dann wird ihm hören und sehen vergehen und er wird nie mehr wieder von stehengebliebenen Lehrern schwafeln.. aber vom elfenbeinturm aus lässt es sich leicht kritisieren.

Katinka
1 Monat zuvor
Antwortet  baaaal1

Ich finde sowieso, dass „Bildungsexperten“ (das können sie i. A. ja durchaus sein – aber eben nur in der Theorie!) sich nur äußern sollten, wenn sie selbst regelmäßig vor Klassen stehen und unterrichten.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Katinka

In der „Theorie“ kann ich eine Rakete zum Mond fliegen.

Beförderung zum Weltraumbeauftragten jetzt!

anka
1 Monat zuvor

Der Fisch stinkt immer vom Kopfe her!
In einem derartigen top-down System wie dem Lehramt denen am unteren Ende der Nahrungspyramide (LuL) vorzuwerfen sie seien faul und hätten den Anschluss ans 21. Jh. verpasst ist so albern, dass mensch sich kaum damit beschäftigen mag.
Elfenbeintürmchenaussicht, eben. Nichts mehr.
meiner Meinung nach ist so Jemand nicht satisfaktionsfähig.

JoS
1 Monat zuvor

Debattenbeiträgen wie diesem sollte man mit der Einführung einer individuellen Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte begegnen. Mein Vorschlag wäre, dass die Lehrkräfte, bei denen dann tatsächlich eine Arbeitszeit von weniger als 46 Stunden (Ferien müssen dann natürlich komplett frei sein) pro Woche aufgezeichnet wird, auch Hausbesuche machen. Ich vermute allerdings, dass das nicht allzu viele sein dürften.

Teacher Andi
1 Monat zuvor

Unsere „Work-Life-Balance-Generation“ ist im 21.Jh. angekommen, die Lehrer freilich noch nicht, wenn man es so betrachtet. Im Lehrerberuf sind soche Facetten zu finden durch die verschiedenen Fächer, das unterschiedliche Engagement der Lehrkräfte, die immer heterogener werdende Klassenzusammensetzung und und….., dass auch ein Herr Schleicher sich darüber kaum ein Urteil erlauben kann, wenn er nicht gerade 10 Jahre einschlägige Praxis-Erfahrung in diesem Bereich vorweisen kann.
Eigentlich sollte man auf solch undifferenzierte Aussagen gar nicht reagieren, dennoch ist es unglaublich, mit welcher Arroganz und Besserwisserei hierzulande sog. Experten und Politiker agieren, Soll er doch bitte mal den „Coach“ für ein Jahr machen, er wird schnell merken, dass ein Tag nur 24 Stunden hat und dass Schüler keine einheitliche und nach Wunsch formbare Masse darstellen. Nun, lieber Herr OECD Direktor, solche Sprüche machen das Problem eher größer als es jetzt schon ist.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Manche schon.

Diese Drohne schont den Akku und die CO2-Bilanz, wo immer möglich.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Sie könnten viel CO2 einsparen, wenn sie kein Internet nutzen…

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Nein, das gilt natürlich nur für andere.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Sie haben mich offenbar nciht verstanden, Ich wollte ausdrücken, dass wir mit der Einstellung des 21.Jh., der Work-Life-Balance, in diesem Beruf aufgeschmissen sind, da dies nicht möglich ist.
Außerdem kann man die Unterrichtsmethoden nicht auf dem neuesten digitalen Entwicklungsstand zusammenstreichen, die Experten verkennen allemal, dass es sich bei Schülern um sehr ausgeprägte Individuen handelt, für die es schlicht und einfach kein Patentrezept gibt. Eine Indiviaulabetreuung von Schülern und Eltern wäre natürlcih der Traum.— „Plong“ — ausgeträumt.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Ja, das sehe ich genau so wie Sie. Und „aufgeschmissen sein“ wegen eigenem Verschulden – da könnte ich noch mit leben. Müsste ich mich halt durchbeissen…aber wir (Lehrer, die tatsächlich auch lehren) HABEN es aber eben genau NICHT verschuldet.

Sondern obskure NGO- und transnationale „Experten“, „Komussionen“ usw. Für das spezifisch bundesdeutsche Schulsystem steht eines fest: Es herrscht Befehl und Gehorsam, die Namen sind nur andere („Dienstanweisung“ statt Befehl z.B).

Der Satz vom Fisch, der vom Kopf her stinkt…selten passte er so gut wie hier.

Ein Rezept gäbe es schon…aber Politik kann (machtlogisch) UNMÖGLICH eingestehen, schlicht die letzten 20 Jahre auf dem Holzdampferweg gewesen zu sein.

Während wir also weiterhin darüber quatschen wie so das „matching“ auf dem Azubimarkt ist („mimimi ich kann nix, aber untere Lohngruppen sind mir zu schlecht“), völlig irre Scheindiskussionen um Leistung führen (jeder 2. Abitur, echte Abiturienten produzieren zunehmend Einserschwemmen) und dutzende Ideologieprojekte (Menschentoiletten, FFF, DiesdasAnanas) statt UNTERRICHT betreiben sollen…pumpen die Chinesen Ingineure (und Flüssigsalzreaktoren), suchen die USA sich neue Abnehmer für überteuertes Frackinggas und Asien boomt vor sich hin.

Na, dann macht mal, nech.
Ich bin mal im home office 🙂

Stefan
1 Monat zuvor

Ich finde, er hat absolut recht. Meine aktuelle Wochenarbeitszeit von 57 Stunden und steigend würde in keine anderen Job akzeptiert. Ich würde da auch gar nicht jammern können, da die Zeiterfassung alles zeigen würde. Und vor allem käme kein Chef auf die Idee, das nicht zu vergüten und gleichzeitig zu erwarten dass ich a) bleibe und b) noch mehr mache.

Bis wir da nicht sind, sind alle neuen Projekte einfach ontop, ohne zusätzliche Ressourcen. Und die kann man dann so machen, die werden dann hald …

Im Ernst: Natürlich sehe ich, wie schlechtere Lernende mehr Hilfe brauchen, nur ich habe nicht die Ressourcen, da gegenzusteuern. Ich wäre gerne eher Lernbegleiter, nur habe ich Klassen mit 32 Leuten, wie soll ich denn da großartig begleiten?

Ich würde mich gerne mit den Eltern mehr abstimmen, notfalls zu Hause, aber nicht gratis und in der 60. Stunde…

Bene
1 Monat zuvor
Antwortet  Stefan

Super Kommentar, guter Umgangston. So kommen wir weiter

vhh
1 Monat zuvor

Kein Problem. Ich besuche wöchentlich jedes Elternhaus, wenn es das nicht gibt, auch die Jugendhilfeeinrichtung. Ob LRS, Förderbedarf, Dyskalkulie, stationäre Psychiatrie, Kriegstrauma, Sprachlernphase, Schulmüdigkeit, ich bin für alles der perfekte Coach, der die natürliche Wissbegierde dieser typischen Gesamtschüler perfekt zur Erreichung der fachlichen und überfachlichen Kompetenzen einsetzt. Projektarbeiten und fächerübergreifende Ansätze in intensiver Abstimmung mit den KuK erleichtern mir diese Aufgabe ungemein. Herr Schleicher, könnten Sie solange die anderen 2/3 meiner Klasse betreuen? Nur betreuen, nicht unterrichten, am besten frühzeitig, individuell und angemessen reagieren, aber das kennen Sie sicherlich.

Ragnar Danneskjoeld
1 Monat zuvor

Ich habe, ehrlich gesagt, wenig Verständnis für Typen wie Schleicher, die ihre Schultraumata auf dem Rücken der Kollegen austragen und aus dem bequemen Elfenbeinturm heraus ihre pädagogischen Kreuzzüge ausfechten.

ABC
1 Monat zuvor

So langsam frage ich mich auch, wie er es zum Doktor geschafft haben soll!!!
Vielleicht `mal seine Doktorarbeit nachträglich überprüfen?

Grillsportler
1 Monat zuvor
Antwortet  ABC

Laut Wikipedia hat er gar nicht promoviert und der Professoren-Titel ist ihm ehrenhalber verliehen worden. Das macht ihn natürlich nicht zu einem schlechteren Menschen, ein ausgewiesener Fachmann im Bereich der Bildung scheint er aber auch nicht zu sein.

Muellerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Grillsportler

Als hoher OECD-Funktionär ist er Lobbyist für die Wirtschaft und muss sich entsprechend verhalten.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Grillsportler

Richtig. Physik mit Schwerpunkt Statistik. Also genau der Richtige, der unsere Situation beurteilen kann. „Bildungsforscher“ ist ja kein geschützter Begriffe, so kann sich jeder nennen. Meine Meinung zu ihm ist gerade nochmal gesunken.

Canishine
1 Monat zuvor

Wenn mich meine Englischkenntnisse nicht trügen, heißt „Coach“ doch Trainer:
Also: Zum Aufwärmen ein kleines Kopfrechnen auf Zeit. Danach eine Bearbeitung der Aufgaben 1-10, der Letzte rechnet 5 Aufgaben extra. Und Du, los, los, los, etwas mehr Tempo bitte, alle warten auf dich, Und ihr beiden, ihr seid aus dem Team, die Leistungen stimmen überhaupt nicht. Wenn ihr euch nicht anstrengt, steigt ihr ab.

GriasDi
1 Monat zuvor

Dann sollte der gute Herr Schleicher dafür sorgen, dass die Arbeitszeit der Lehrkräfte dokumentiert wird, um seine Thesen zu belegen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Da würden nur wieder andere „Experten“ kommen und bestimmt behaupten, das ginge alles auch viel ökonomischer und deutlich effizienter…..

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Wollte gerade anfragen, in welchem Job der Wirtschaft so wenig Anreiz geboten wird, sich um einen Job zu bewerben, achselzuckend hingenommen wird, dass die gesteckten Ziele nicht erreich werden und so eine Chefetage geduldet wird… Dann dachte ich aber an die Bahn 😛

Pit2020
1 Monat zuvor

„Lateinisch: si tacuisses, philosophus mansisses Deutsch: Hättest Du geschwiegen, wärest Du ein Philosoph geblieben Schwäbisch: wenn de dei Gosch g’halde heddsch, no hedd koi Sau gmergt, daß’d bled bisch“© Willy Meurer (1934 – 2018), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, M.H.R. (Member of the Human Race), Toronto
https://www.aphorismen.de/zitat/64614
Variante 3 hat was … 🙂

Lehramtsaussteiger
1 Monat zuvor

Nach Markus Söder und Andreas Schleicher diese Woche bin ich (mal wieder) froh aus dem Job aufgestiegen zu sein.

caro
1 Monat zuvor

Darf ich neugierig fragen
1. nach wie vielen Dienstjahren?
2. aus welcher Schulart / Fächerkombi?
3. Was machen Sie jetzt?
4. Seit wie vielen Jahren?

kanndochnichtwahrsein
1 Monat zuvor

Mal drüber nachgedacht, dass viele Lehrkräfte seit Jahrzehnten trotz (oder sogar gegen) miserable Bedingungen versuchen, moderne Lehrformen zu realisieren?
Damit meine ich nicht die alle Jahre wieder vom Himmel gefallenen und dann einige Jahre lang gehypten Bildungspäpste, die uns sagen, wie man es (nur) machen kann und soll. Mal waren es Gruppenarbeit, dann Fishbowle und Co., gerade „digital“ – oft gegen jeden Bedarf und gegen jede Erfahrung und Vernunft.
Viele von uns haben versucht, trotz dieser Bedingungen und oftmals gegen den Wunsch und Willen von Schulleitern, Schulämtern, Eltern, Bezirksregierungen, Seminarleitern, Kompetenzteams u.a. echte Bildungsarbeit zu etablieren: Kinder bildungsfähig machen durch Beziehungsarbeit, Zuwendung, zum Denken, Einschätzen und selbständigen/ selbstverantworteten Handeln anregen uvm.

Nach Jahrzehnten sind viele von uns am System abgearbeitet, an der Realität verzweifelt oder gescheitert, haben keine Reserven mehr für den nächsten Hype, die nächste Sau im Schuldorf.

Ich überlege mir täglich, stündlich, minütlich, wie (nein: ob) ich es schaffen kann, die letzten Jahre mit möglichst großem Nutzen für die Schüler und möglichst geringem Schaden für meine eigene Gesundheit durchzuhalten.
Niemand bietet uns dafür Hilfe an!
Immer nur noch mehr drauf auf die Lehrer!
Ich kann es nicht mehr hören, mich verfolgt es im Schlaf (falls ich ihn finde), mir geht es auf Schritt und Tritt nach, dass ich 30 Jahre lang alles gegeben habe – aber keine Perspektive, wie die restliche Zeit unter immer schwierigeren Bedingungen zu bewältigen sein könnte!
Früher hatte ich ein, zwei wirklich „verhaltenskreative“ oder „lerneingeschränkte“ Kinder in einer Klasse, alle zwei, drei Wochen mal einen Konflikt zu regeln. Heute sind in jeder Pause mehrere Eskalationen zu klären, Sozialarbeiter schaffen ihre Arbeit nicht mehr, in jeder Klasse sitzen mehrere (fast nur) Kinder mit jedem denkbaren sozialen/kognitiven/affektiven Syndrom, gerne in jeder möglichen und unmöglichen Kombination, obendrein traumatisierte Kinder aus anderen Ländern, Homeschooling-Abgetauchte Analphabeten, überbehütete Kinder mit übergriffigen Eltern, jeden Tag hat man es zu tun mit aggressiven Eltern und Kindern, desinteressierten Eltern und Kindern, lethargischen, abgebrühten, absolut respektlosen, rechtsgedrehten, digitalkomatösen, „sozialmediengeschädigten“ oder sonstwie beschulungs- und/oder unbildungsunfähigen und/oder unwilligen Kindern und Familien … neben den schlicht und einfach schwachen Schülern, die eigentlich nur mehr Hilfe brauchen, für die wir überhaupt keine Zeit mehr finden.
Und? Läuft es trotzdem?
Ja, es läuft, ziemlich geräuschlos sogar, würde ich sagen, WEIL die Lehrer ihren Job machen statt zu jammern, weil sie zur Schule gehen und den Karren täglich neu aus dem Dreck ziehen, statt sich krankschreiben zu lassen, oft gegen jede Vernunft und wider besseren Wissens.

Dann soll ich mir sagen lassen, wie ich meinen Job machen soll – von einem, der es selbst nicht tut, kann, will und muss???
Danke, brauch ich nicht!
Sowas führt nur dazu, dass das letzte mühsam aufrecht gehaltene Bisschen Resilienz, mit dem wir das unsagbar zeitfremde Schulsystem noch aufrecht erhalten, auch noch verloren geht und Lehrer/innen kündigen – junge und alte.

Samson
1 Monat zuvor

Ich sehe, dass Lehrkräfte seit Jahrzehnten nur das allernötigste machen.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

Zu mehr ist halt keine Zeit.

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Canishine

… und will man mehr machen, wird man von der Bürokratie (z. B. Dienstweg) ausgebremst. Das macht man nur ein paar Mal, dann gibt man frustiert auf!

vhh
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

Herr Schleicher, dazu hätten Sie doch kein Pseudonym verwenden müssen, ihre Meinung dazu kannten wir schon!

Noemi
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

Aus welcher Position heraus „sehen“ Sie das seit Jahrzehnten?

dauerlüfterin
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

Was Sie so alles meinen beurteilen zu können. Donnerwetter!

Samson
1 Monat zuvor
Antwortet  dauerlüfterin

Kann ich mindestens genauso gut, wie die ganzen Lehrer hier Tätigkeiten in der Wirtschaft beurteilen können. Ich behaupte aber: ich kann es!

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

Also ich kenne beide Welten und kann deshalb auch beides beurteilen. Was soll ich sagen, der Großteil der Kollegen hier hat recht, wenn es um die Arbeitsbedingungen geht!
Ich habe aber meine Zweifel, ob Sie das beurteilen können. Die Beiträge sind größtenteils provozierend und „trollig“.

anka
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

Schon mal beim Augenarzt gewesen?

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

Hallo Samson, wie wäre es mal mit nem Friseurbesuch??

Scheint mir, dass da jemand mit wenig Ahnung und viel Hybris ausgestattet ist.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

Ich SEHE viele Arbeiter nicht. Trotzdem werden einige wohl arbeiten …
So ist das im Leben. Ansonsten wären sehr viele Berufe überflüssig, wenn ich nach meinem „ich sehe, was die Leute machen“ gehen würde.
So ein Quatsch aber auch.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

Sitzen Sie bei allen/ vielen Lehrkräfte im Klassenraum bzw. im häuslichen Büro? Lächerlich bis kindisch ist ihre Behauptung.

ABC
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

Bitte bewerben Sie sich selbst (gerade echt günstig), werden Sie Lehrer! Wir werden beeindruckt sein… ganz sicher. 😉

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

Ja, Bildungsminister müsste man sein….. Da müssten wir g a r n i c h t s m a c h e n und überhaupt nichts können…..

ulschmitz
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

GRandios, endlich einer, der über Jahrzehntze hinweg alle Lehrkräfte im Blick hat und genau weiß, was die da so treiben bzw. unterlassen. Bitte erleuchten Sie uns weiter!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Samson

Das entspricht dann der Vergütung.

Pit2020
1 Monat zuvor

@kanndochnichtwahrsein

Einfach „danke“ für den treffenden Kommentar!

Lessi
1 Monat zuvor

Jede Zeile habe ich schmerzlich mitgefühlt. Danke. Meinen Schlaf finde leider oft nur noch mit Schmerz- und/ oder Schlaftabletten. Das ist nicht mehr normal!

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor

Ich lache noch über die Hausbesuche.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Gerne dort auch kochen und putzen … Bisschen Bereitschaft zum Allgemeinwohl sollte man schon mitbringen als Lehrer.

anka
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Einkaufen nicht vergessen!

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  anka

Genau, kann dann auch gleich für die Familie gekocht werden. Dann braucht es auch kein kostenloses Schulessen mehr.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  anka

… und die eigene Geldbörse für die leuchtenden Kinderaugen bitte nicht vergessen! Wir verdienen ja schließlich genug. 😉

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Lessi

Ich habe die ja immer zum Heulen gebracht. So mit ’nem Wasserfilm leuchten die noch viel stärker …

ulschmitz
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Ernährungsberater und dazu noch ökolog. korrekte Spülmittel verticken – und die veganen Superrezepte nicht vergessen.

Lena Hauenstein
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Meine Grundschullehrerin war mal bei uns, das fand ich ganz toll. Ich bin auch grundlegend bereit, meine Kids zu besuchen, bitte dann aber diesmal um die Erstattung der Fahrtkosten (innerhalb von 2 Wochen und vollumfänglich).

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Lena Hauenstein

Damals in der DDR waren Hausbesuche verpflichtend. Mein Eindruck damals: die Eltern waren meist entspannter und zugänglicher, wenn man auf ihrem Terrain mit ihnen sprach, als in der kalten Schulatmosphäre. Als Lehrer konnte man danach auch oft manche „Probleme“ der Schüler besser einordnen.
In den letzten Jahren war ich aber froh, dass ich das nicht mehr machen musste, aus verschiedenen Gründen. Einzelne Hausbesuche habe ich aber gemacht, wenn die Eltern das wünschten (sehr selten!).

Konfutse
1 Monat zuvor

Hallo lieber Herr Schleicher!
Danke, danke, danke für Ihre Expertise. Schön, dass es Sie und viele andere Bildungsexperten gibt. Die Schulen wimmeln nur so vor Flachpeifenlehrern, sodass eine Beurteilung von außen hilfreich ist.
Herr Schleicher, darf ich Sie ganz herzlich einladen, Ihre Kunst vor Ort zu zeigen? Es wäre ganz großartig, wenn Sie ein halbes Jahr in einer Haupt- oder Realschule (am liebsten im Brennpunkt) eine volle Lehrerstelle als Klassenlehrer übernehmen würden. Mit allem, was da noch so dranhängt. Ich würde gerne während Ihres Unterrichts und während Ihrer Vor-und Nachbereitung hospitieren, damit ich endlich mal nach 25 Dienstjahren lerne, wie ich meinen Kindlein mit ihrem leistungsungebundenem Selbstbewusstsein das Transferdenken beibringen kann. Im Moment wäre ich ja schon froh, wenn meine jungen Padavane einfache Inhalte auswendig lernen würden. Also mache ich wohl irgendetwas falsch. Da ich bisher niemals die Vorstellung, nur „Coach“ in einer Klasse zu sein, zugelassen habe, sondern immer öfter meine Lederkluft mit Peitsche vor der Klassenzimmertüre anlege, würde ich mich ganz besonders über eine Hospitation bei Ihnen freuen. Ich möchte von Ihnen lernen! Bitte, seien Sie mein Sensei. Bitte, nehmen Sie mich auch zu Ihren Hausbesuchen mit. BITTE! ICH MÖCHTE VON IHNEN LERNEN!
Herr Schleicher, ich danke Ihnen ganz außerordentlich, dass Sie die Aufgaben und Fähigkeiten von Lehrkräften mit scharfem Blick und Verstand und vor allem mit großem Abstand von der Materie beurteilen und bewerten können. Nur so vermag ein Bildungsexperte zu einer aussagekräftigen und objektiven Meinung gelangen. Es ist gut und wichtig, nicht die Lehrkräfte vor Ort zu fragen und deren tägliche Arbeit zu beobachten. Lehrende in Schulen äußern sich einfach zu kritisch zu den gutgemeinten Ratschlägen, wie Schule und Lernen funktionieren sollte, denn sie arbeiten einfach zu wenig und verdienen dafür zu viel.
Herr Schleicher: Danke! Chapeau vor Ihrem analytischen Verstand!
Es grüßt Sie voller Demut und devot
Konfutse

McLovin
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

Wer auch immer Sie sind: Ich liebe Sie! Danke für diesen großartigen Start in den Tag! 😀

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

So, und nun langsam wieder wach werden und morgen ab zur Schule im 21. Jahrhundert – natürlich zu der real existierenden. Und nicht vergessen, der erste Blick gilt dem Vertretungsplan, denn wer will schon Freistunden, um im „Lehrkräfteaufbewahrungszwischenlager“ abzuhängen.

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

„Ich würde gerne während Ihres Unterrichts und während Ihrer Vor-und Nachbereitung hospitieren, damit ich endlich mal nach 25 Dienstjahren lerne, wie ich meinen Kindlein mit ihrem leistungsungebundenem Selbstbewusstsein das Transferdenken beibringen kann. Im Moment wäre ich ja schon froh, wenn meine jungen Padavane einfache Inhalte auswendig lernen würden. Also mache“

Ich dachte beim Lesen an meine eigene, derzeit massiv pubertierende Klasse, habe es spontan als „Paviane“ gelesen und musste jetzt doch mehr als erwartet lachen.
Freud lässt grüßen…

ulschmitz
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Sie meinen „Pupsertiere“?

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

@Konfutse

Auch hier:
Vielen Dank!!! 🙂

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Konfutse

Großartig! 🙂

Marie
1 Monat zuvor

Hausbesuche bei den Eltern? Gabs tatsächlich schon mal – in der DDR. In welchem Jahrhundert ist Schleicher dann eigentlich hängen geblieben, wenn er das als neueste Innovation verkaufen will? Ganz abgesehen davon, dass manche heutige Eltern entweder die Tür gar nicht aufmachen oder den ungebetenen Gast hochkant rauswerfen würden, sobald man was negatives über den Prinzen oder das Prinzesschen sagt.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Marie

Bei manchen Schulen und Eltern sollte man den/die Übersetzerin/Fremdsprachenkorrespondenten nicht vergessen.

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

oder die Polizei oder das Jugendamt, oder beides… davor mit Selbstverteidigungstraining ausgerüstet…

E. Zentner
1 Monat zuvor

Schleicher sind offensichtlich die Ergebnisse der Lehr-Lern-Forschung (ich verweise auf E. Stern von der ETH Zürich) nicht bekannt: Wissen ist grundlegend für weiteres Lernen. Wie durch Studien nachgewiesen wurde, ist Lernen immer ein Weiterlernen, eine Erweiterung vorhandener Wissensnetze, dabei kommt es auf Faktenwissen aber auch auf intelligentes Wissen (Konzepte) an. Lernen ist in vielen Fällen konstruierendes „umlernen“ (Abkehr von Fehlvorstellungen). – Einfach „Googeln“ ist also nicht! Eine Lehrperson ist auch nicht einfach „Couch“. Individualisiertes, selbstständiges Lernen ist anspruchsvolles Lernen für lernstarke Lerner. Gerade die schwächeren brauchen aber Führung und Begleitung. Dabei spielt die Interpersonale Kommunikation (IP Kompetenzen der Lehrpersonen) eine große Rolle. Lehrerinnen und Lehrer müssen für ihre heterogene Schülerschaft die jeweils beste Möglichkeiten finden. Einfach „Couch“ sind ist da zu wenig!

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  E. Zentner

Mir gefällt Ihr (unbeabsichtigter) Worttausch als neues Lehrermotto: „Couch“ statt „Coach“.

Lehrerin
1 Monat zuvor

Den Schleicher kann man nicht ernst nehmen, er hat etwas gegen das differenzierte Schulsystem, speziell Gymnasien, weil er immer noch nicht darüber weg gekommen ist, dass er als Kind als nicht geeignet betrachtet wurde. Und er hat keine Ahnung, wie Unterricht funktioniert – aber seine Meinung herausposaunen und sich als kompetent darstellen.
Leider gibt es Leute, die ihn für „wichtig“ halten….

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  Lehrerin

Den Punkt kann ich ja noch nachvollziehen, aber das rechtfertigt nicht seine pauschalisierenden Aussagen über Lehrkräfte. Hätte er gesagt, dass er über eine kleinere, klar umgrenzte Gruppe von Lehrkräften spricht, die zu wenig Veränderungsbereitschaft zeigt, hätte ich ihm sogar zugestimmt. So ist das nur plumpes Lehrerbashing.

Ragnar Danneskjoeld
1 Monat zuvor
Antwortet  JoS

Ich habe in meinen 17 Dienstjahren verdammt viel Veränderungsbereitschaft gezeigt. Wohin diese Veränderungen geführt haben, das sieht man ja – jedenfalls nicht zum Besseren.
Ab jetzt wird boykottiert statt kollaboriert. Da kann mich Monsieur Schleicher klassieren wie er mag.

447
1 Monat zuvor

Sind wir schon zwei…drei….vier…

Bildung_vor_Ausbildung
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Und damit vermutlich genau die, die Herr Schleicher meinte.

447
1 Monat zuvor

Nö.

Und ausserdem haben Sie noch zu tun, was treiben Sie hier im üblen Intarwähb?

Los los, wieso ist ihr Unterrichtsmaterial nicht sechsfach differenziert, wo ist Ernährungs-, Demokratie- und Finanzerziehung in ihrem Unterricht zu finden? Fahrt zur Freitagsdemo für/gegen X schon mit Ihrer SL abgesprochen?
Sie sehen, Sie haben zu tun.

Ich_bin_neu_hier
1 Monat zuvor

Selbstverständlich ist es möglich, weiterhin die Lehrkräfte für die Misere des deutschen Bildungswesens verantwortlich zu machen (statt chronische Unterfinanzierung des Bildungswesens und anderes mehr).
Aber ist das auch schlau, gerade in Zeiten extremen Lehrermangels? Inzwischen höre ich, anekdotische Evidenz, von mehreren Lehramtsstudierenden, die dankend abwinken, rechtzeitig die Kurve kratzen und zum Beispiel nach dem Bachelor zu einem anderen – diesmal echte – Traumberuf abbiegen.

Da ist wohl jemand noch nicht in der Realität angekommen: Herr Schleicher, solche Aussagen, solches Lehrerbashing ändert gar nichts, außer die Verbitterung der Bestandslehrkräfte zu vergrößern und die Zahl der Nachwuchslehrkräfte zu verringern.

Am Ende müssen wir Sie wahrscheinlich einfach mal publikumswirksam für eine Woche vor eine Klasse stellen und dabei vom Kamerateam eines Privatsenders begleiten lassen. Danach können Sie mitreden. Falls Sie sich dann noch an die Öffentlichkeit trauen.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Ich_bin_neu_hier

Mehr effektive Investitionen in Bildungsmaßnahmen hielte ich zwar auch für sinnvoll, aber rein statistisch lässt sich kein Zusammenhang zwischen der Höhe der Bildungsausgaben und dem Bildungserfolg erkennen. Mit Ausnahme von Bayern schneiden z.B. alle Bundesländer mit überdurchschnittlich hohen Bildungsausgaben pro Schüler z.B. bei IQB 2022 unterdurchschnittlich oder sogar sehr schlecht ab. Andererseits belegt Sachsen dort trotz sehr niedriger Bildungsausgaben pro Schüler Spitzenplätze. Kommt vermutlich auch darauf an wie sinnvoll das Geld investiert wird und natürlich dürften auch eine Menge weiterer Faktoren eine Rolle spielen.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Keine alleinige. Das geht aber mit nahezu jedem Kriterium so?
Das ist eben das Komplexe … Das Zusammenwirken von Kriterien/Faktoren.
Siehe die Unwahrheit der Hattie-Studie zum Klassenteiler/Klassenstärke. Sehr veraltete Daten und Studien. Dazu Eingrenzung des Bereichs der maximalen Gruppenstärke. Dazu dauerndes Wiederholen der Fehlinterpretation. Und schon kommt man zum Ergebnis „Klassenstärke spielt kaum bis keine Rolle“. Die Realität sieht nunmal anders aus.
Genug gut investiertes Geld spielt im wirtschaftlichen/beruflichen Bereich fast immer eine Rolle. Oft scheitert es an dem „genug“ und/oder dem „gut investiert“ allerdings.

Hysterican
1 Monat zuvor

Ach ja, der Herr Schleicher wieder einmal!

Immer wieder schön, von jemandem ohne jegliche praktische Expertise erklärt zu bekommen, wie Unterricht geht und wie LuL zu sein haben.

Das ist – meines Erachtens nach – so, wie das Schwein, das vom Fliegen schwadroniert und den Vögeln erklärt,wie sie die Flpgel zu schlagen haben.

Einfach nur peinlich!

Tigrib
1 Monat zuvor

Sehr geehrter Herr Schleicher, das Land sucht Quereinsteiger. Bitte bewerben und uns dann zeigen, wie es richtig geht!

Marhat
1 Monat zuvor

Ohh… Lehrerschelte…, kenn ich schon.
Es gilt:
Rette sich, wer kann. Die Ratten haben das sinkende Schiff verlassen und fiepen vom Ufer aus.

Mondmatt
1 Monat zuvor

Klar hat er recht wenn er sagt, dass die Lehrer die SuS individueller fördern müssten und die Eltern umfassender eingebunden sein müssten.

Leider macht er es sich bei der Suche nach den Ursachen für die Mängel des Bildungssystems zu einfach.

Im üblichen mix auf Unwissen über die realen Zustände an Schulen und überheblicher Borniertheit sind natürlich nur die Lehrer schuld. Faul, mit hohem Anspruchsdenken und unqualifiziert. Die stereotypen Vorurteile eben die sich seit Oskar Lafontaines Sesselfurzer Zitat über Jahre in der öffentlichen Meinung festgesetzt haben.

Die wahren Gründe wären aber auch finanziell und gesellschaftlich zu unbequem. Man will sie nicht sehen.

Ich persönlich sehe da drei große Problemfelder.

Wer eine wirklich individuelle Förderung der SuS und enge Kooperation mit den Eltern möchte der darf maximal Klassen von 10-12 SuS bilden.
Bei problematischen Schülern mit kognitiven oder Verhaltensproblemen eher kleiner. Zusätzlich muss er bei SuS mit sprachlichen Problemen zusätzliche Sprachförderlehrer einstellen.
Sozialarbeiter nicht zu vergessen. Das kostet natürlich Milliarden pro Jahr, selbst wenn die erforderlichen Lehrer da wären.

Die SuS selbst sind heute leider bedeutende heterogener als früher. Große Migrantenanteile sorgen für eine bedeutend höhere Gruppe an SuS mit sprachlichen Defiziten und zusätzlichen Konflikten zwischen Religionen und ethnischen Gruppen.
Zusätzlich hat sich die Mentalität der SuS im Allgemeinen nicht unbedingt zum Besseren gewandelt. Bildung und damit verbundene spätere Existenzsicherung hat an Bedeutung verloren.
Was heute zählt ist pauschal gesagt eher Tic Tok und Work – Live- Balance. Schule war für SuS schon immer eher lästig. Sie wurde aber als notwendig erachtet. Heute wird die Notwendigkeit von Schule und lernen von den SuS oft eher grundsätzlich bezweifelt.

Der dritte Baustein sind die Eltern. Kooperative Eltern, mit welchen man offen über schulische Probleme der SuS reden konnte sind heute eher eine Minderheit.
Einer großen Gruppe von Eltern ist die schulische Ausbildung der Kinder aus mangelnder Bildungsnähe oder Überlastung einfach egal.
Eine weitere große Gruppe von Eltern verfällt in die gegenteilige Rolle. Diese Gruppe der Übereltern ist sofort auf Krawall gebürstet, lehnt jegliche Verantwortung ihrerseits oder von Seiten der SuS für Lerndefizite oder negative Vorfälle sofort strikt ab und beschuldigt umgehend die Lehrer.

Was müsste man also tun um die Forderungen von Herr Schleicher wirklich zu erfüllen?
Man müsste Milliarden investieren.
Parallel müsste man gesellschaftlich das Lehrerbild aufpolieren um überhaupt wieder Lehrernachwuchs zu generieren.
Man müsste gesellschaftlich die Verantwortung der Eltern klarstellen und auswüchse in jegliche Form durch geeignete Handlungsspielräume der LuL beschränken.
Letztlich müsste man den SuS auch politisch vermitteln, dass Bildung wirklich wichtig ist und man eine Work-Live -Balance nur auf eine soliden Grundlage im späteren Leben umsetzen kann.

Bevor man in Wirtschaft und Politik jedoch bereit ist so viel Geld auszugeben und unpopuläre Wahrheiten aus zu sprechen oder gar Maßnahmen zu ergreifen bleibt mal lieber beim billigen und bewährten Lehrer Bashing.

So einfach kann die Welt sein.

Ironisch fand ich zunächst den Namen des Autors. Anfangs las ich Streicher. Übelste Hetze hat in Deutschland eben Tradition.

Na ja, dann habe ich doch noch gesehen, dass er Schleicher heißt. War wohl die bekannt freudsche Fehlleistung.

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Mondmatt

@Mondmatt

„Die SuS selbst sind heute leider bedeutende heterogener als früher. Große Migrantenanteile sorgen für eine bedeutend höhere Gruppe an SuS mit sprachlichen Defiziten und zusätzlichen Konflikten zwischen Religionen und ethnischen Gruppen.
Zusätzlich hat sich die Mentalität der SuS im Allgemeinen nicht unbedingt zum Besseren gewandelt. Bildung und damit verbundene spätere Existenzsicherung hat an Bedeutung verloren.“

Auch hier sind die beiden Links in meinem Kommentar „nebenan“ ganz interessant – jedenfalls werden Schleicher-mäßige „Hausbesuche“ durch LuLs nichts retten können:
https://www.news4teachers.de/2024/01/studie-die-ethnische-brille-von-schuelerinnen-und-schuelern-ist-unschaerfer-als-gedacht/

Und jetzt die echt schlechte Nachricht:
Die K**** ist dermaßen am Dampfen, dass man nicht mehr wegschauen sollte … Und Spielchen Marke „Der Gärtner wars“ bzw. „Die doofen LuLs habens verbockt“ haben keine Bremsscheiben-Wirkung … 🙁

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Mondmatt

Sorry, das war nicht Ossi Pissi a’la Oskar Lafontaine sondern der Gasprom Gerd Schröder zu seiner Zeit als Min-Präs in LowerSaxoni in einer Schülerzeitung.

Auf jeden Fall war es ein Spezialdemokrat mit schulischen Regeltrauma… die sich sogar i der Freizeit dieses sensiblen Menschen ausgewirkt hat – bekam GaspromGerd in seiner ländlich geprägten Jugend doch den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Acker-Schröder“, weil er beim Bolzen (Fußball konnte man das wohl nicht nennen) in Ermangelung von Spieltechnik die Gegner regelmäßig „umgepflügt“ hat. Wie viele Schienbeine er dabei wohl auf dem Gewissen hatte ist nicht überliefert … aber auch später – in seiner politischen Karriere hat er regelmäßig „gebolzt und umgenietet“.

Clara
1 Monat zuvor

Im Artikel steht, dass Herr Prof. Schleicher noch nie selbst vor einer Klasse gestanden habe – wenn das stimmen sollte, kann ich seine Äußerungen gar nicht ernst nehmen. Praktische Erfahrungen sind doch das A und O, um Lehrerbelastung nachzuvollziehen.

FL62
1 Monat zuvor

Ich gehöre zu denjenigen, die Herrn Schleicher und seinem OECD-PISA die Hauptschuld an der Zerschlagung des deutschen Bildungssystems geben. Dennoch hat er in einem Punkt Recht: Geld muss in der deutschen Bildung anders verteilt werden. Keinen Cent mehr für PISA und deren Maulhelden.

uesdW
1 Monat zuvor
Antwortet  FL62

Stell dir vor, es ist Pisa-Prüfung und keine Schule macht.

Horst Költze
1 Monat zuvor
Antwortet  FL62

„seinem OECD-PISA die Hauptschuld an der Zerschlagung des deutschen Bildungssystems“
SO IST ES! Der Statistiker Schleicher hat mit PISA aus Schulen Lernfabriken gemacht.
Die OECD produziert in Lernfabriken Humankapital.
So steht es im Protokoll der OECD:
LehrerInnen sind der „Produktionsfaktor“ und Kinder sind das „Rohmaterial“ (QUELLE: OECD, Bildung auf einen Blick. Wirtschaftswachstum und Bildungsaufwand)
 

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Horst Költze

Ich finde, wir sollten einfach mal konsequent sein und 1.) nicht mehr am ESC teilnehmen und dann dafür natürlich auch nix mehr blechen …. und 2.) bei der nächsten PISA-Erhebung nicht mehr die entsprechenden Leistungsbögen ausfüllen. Luftpumpen, wie Schleicher würden schön doof aus der Wäsche gucken, wenn sie nix hätten, das sie landesspezifisch auswerten könnten … die Ergebnisse scheinen ja sowohl bei 1.) als auch bei 2.) eh klar zu sein. „Germany – no points“

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Ich gehe mal ganz neutral davon aus, dass Herr Schleicher unvoreingenommen versucht, die Bildung zu verbessern:

Was wäre seine Empfehlung, den Lehrberuf attraktiver zu machen? Er sieht ja anscheinend eine Menge an (zusätzlichen) Aufgaben. Wie gedenkt er, vorhandene Kräfte nicht zu verlieren, sondern darüber hinaus neue zu gewinnen?

Auf diese Studie bin ich sehr gespannt

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Anscheinend erstmal durch Schuldzuweisungen.
Mal schauen, ob das funktioniert. Ich bin zumindest sehr gespannt. 😉

Metalman
1 Monat zuvor

Also Überlastung wird nicht akzeptiert, da mimimi. Nach der Logik gibt es also gar keine Über(be)lastung, sondern ist alles Einstellungssache. Super, dann kann man ja noch mehr SuS in die Klassen packen und noch ein paar Wochenstunden drauf. Mit einer anderen Einstellung wird man dann feststellen, wie viel Luft noch da ist. Zum Beispiel für Hausbesuche und individuelles Coaching.

Ernsthaft, ein bisschen mehr Kenntnis und differenzierte Sicht über die Lebenswirklichkeit nicht nur der Schüler, sondern auch der anderen so wichtigen Komponente in seinem Forschungsfeld, sollte man einem Professor schon zutrauen. Und mit ein bisschen weniger oberlehrerhaftem Dozieren würde man die KuK vielleicht sogar ins Boot holen können.

MB aus NRW
1 Monat zuvor

Irgendwie lösen die „weisen Worte“ aus dem Elfenbeinturm so gar nichts mehr bei mir aus.
Soll er doch reden.
Der Schleicher ist von Schulen ungefähr so weit weg wie ich von Handwerkern im Haus bei mir. Denen gebe ich halt nur keine sehr wertvollen Tipps, wie sie meine Heizung reparieren oder meine Elektrik erneuern sollen…

Küstenfuchs
1 Monat zuvor

Wenn ich schreiben würde, was ich über den Herren denke, wäre das vermutlich justiziabel und/oder der Kommentar würde gelöscht.

Was bildet sich dieser Kasper, der noch nie ernsthaft unterrichtet hat, eigentlich ein?
Und, liebe Presse: Warum hört ihr eigentlich zu, wenn der den Mund aufmacht?

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Naja, ist halt ein bildungsrelevantes Thema. Und der Herr Schleicher ist doch bekannt …
– Gibt immer wieder mal Kritik an die Einseitigkeit seiner Beurteilung der PISA-Studie
– Der PISA-Studie selbst
– Der realitätsfernen Forderungen ohne Abgleich der Praxis und Rahmenbedingungen
– Rücktrittsforderungen, wegen nicht Einhaltung von Veröffentlichungsfristen
– Reduzierung auf Milch-Mädchen-Rechnungen und Wunschethos

Also: Nicht wirklich ernstzunehmen.
Gliedert sich eben bei einigen anderen „Experten“ wie bspw. Manfred Spitzer, Christian Pfeiffer und Klaus Zierer für mich ein. Zumindest in einigen Themenbereichen. Sollten sich auf ihre Berufspraxis mal mehr fokussieren, statt realitätsfernen Unsinn (bei/bezogen auf andere/n Berufszweigen) von sich zu geben. Oder zumindest eine mindestens 5 Jährige (begleitende – aktuelle) Abordnung in dem Bereich dann vorweisen. [Bestenfalls für Selbsterfahrung in verschiedenen Schulformen … Die sind nämlich auch nicht alle gleich … Oh wunder.]

Auch Michael Winterhoff wurde eine recht lange Zeit als Experte gefeiert … Bekam überall Bühne. Sämtliche Medien und Talkshows. Bestsellerautor. Auftritte/Workshops. Bis eben rauskam, was hinter seinem System so steckt … Man muss halt auch etwas selbst mitdenken und hinterfragen. Nicht nur nach irgendwelchen Titeln gehen und blind alles glauben.

Lempel
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Klaus Zierer würde ich rausnehmen. Der ist ausgebildeter Grundschullehrer und hat auch einige Jahre in dem Beruf gearbeitet.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Lempel

Im Vergleich zu den anderen genannten Personen definitiv.
Bis 2009 allerdings.
Inklusion, Migrationswellen/Flüchtlingskinder, kompetenzorientierter Unterricht, (starke) Differenzierung, Ganztagsschule, Heterogenität, Corona, Themenzufuhr/Forderungen (mehr Erziehung/schwierigeres Verhalten, Wandel der Gesellschaft – Helikopter und Rasenmäher Mentalitäten, Klimawandel, Digitalisierung/KI/Medienkompetenz, starkere Lehrkräftemangel/Personalmangel, individuelle Förderung, Schrei nach „mehr Deutsch/Mathe/Berufsorientierung/xy, Studien – wo er ja eher von der anderen Seite mitwirkt … Hattie …Lehrplan und Konzeptanpassungen dazu usw.) war damals allerdings noch nicht sooo der Fokus.
Mit Sicherheit kennt er dazu die Theorie. Auf dem Feld forscht und arbeitet er. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob er auch sonderlich viel aktuelle Unterrichtspraxis auch hat. Das bezweifel ich zumindest. Als Vollzeitstelle sowieso nicht.

Fazit: Viele seiner Aussagen und „Forschungen“ sind schon richtig. In der Theorie. Die Rahmenbedingungen geben es allerdings nicht her. Hier fordert er zurecht (an den Arbeitgeber). Nichts destotrotz ist sowas wie ein „Sokratischer Eid für Lehrer“ bei den aktuellen Rahmenbedingungen und Ressourcen nicht sonderlich viel mehr Wert als ein Lächeln aus der Sicht der Praxisleute „hier unten“. Einige seiner Aussagen sind halt aktuell nicht umsetzbar bzw. werden nicht umgesetzt und daher ist solche Zielrichtung nicht sonderlich … Zielführend. Es trifft die Falschen – die brauchen keinen sokratischen Eid. Ohne viele dieser Punkte würde das System sowieso nicht mehr stehen. Den sokratischen Eid machen sich die meisten Lehrkräfte schon selbst … Manche sogar zu sehr bis zum Burnout. Bringt auch keinem was.
Stellt die Rahmenbedingungen und dann braucht es sowas nicht. Dann klappt das schon … Zumindest besser als so.
Und Spoiler: Neee, dazu braucht man auch erstmal gar keine Studie machen. Das ist logisches Denken und Praxiserfahrung.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Die verdienen leider so am besten ihr Geld.

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Da empfehle ich dem H. Schl doch einfach, frei nach D. Nuhr:
Wenn man keine Ahnung hat, einfach Mal die Fresse halten…

GriasDi
1 Monat zuvor

Zitat:
„Eine solche Haltung würde in keinem anderen Job akzeptiert.“

Ach so? Weswegen streiken die verschiedensten Berufsgruppen (Lokführer, Bauern, Ärzte, Apotheker, Erzieher, …) dann?
Weil bei denen alles in Ordnung ist und sie nur mal frische Luft brauchen?

GriasDi
1 Monat zuvor

Sollte Herr Schleicher wirklich noch nie vor einer Klasse gestanden haben, dann erübrigen sich eigentlich weitere Kommentare. Da sagt einer, der noch nie Fußball gespielt hat anderen wie es geht. Lachhaft.

Pälzer
1 Monat zuvor

Dass Herr Schleicher, wenn er ehrlich ist, ganz wenig Verständnis hat, glaube ich ihm sofort.

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor

Eigentlich hat ja schon der Name Schleicher ausgereicht, um genervt die Augen zu rollen.
Das Bashing des ersten Absatzes tat ein Übriges.
Dann geht es weiter mit:
„Schülerinnen und Schüler seien „relativ gut darin, auswendig gelerntes Wissen wiederzugeben“.“ (???), und spätestens hier weiß ein jeder, dass das „Wissen“ dieses Herren eher aus Glückskeksen, Kalenderrückseiten oder Glaskugeln rührt, denn aus Beschäftigung mit der Materie.

An dieser Stelle habe ich aufgehört zu lesen.
Es lohnt nicht…

Didi
1 Monat zuvor

Mir ging es exakt genauso.
An der besagten Stelle (Wiedergabe von gelerntem Wisssen) wurde klar, dass er noch immer keine Ahnung hat vom deutschen Schulsystem.

Es ärgert mich enorm, dass diesem Dampfplauderer und Sesselpxxxer von den Medien noch immer völlig unkritisch eine Bühne geboten wird.

Wer soll die wichtige Arbeit in den Schulen eigentlich in den nächsten Jahrzehnten noch machen?

Bla
1 Monat zuvor

2009 mag das noch so gewesen sein. Vielleicht nimmt er seine damalige Praxiserfahrung mit. Dazu lernmotivierte Grundschulkinder. Neugierde ist in den höheren Klassenstufen dann oftmals mehr auf bspw. dem Handy als Hauptfokus.

Holger Hofmann
1 Monat zuvor

Völlig falsche Diskussion!

Viele Grundschüler können nach 4 Schulklassen nicht richtig Deutsch sprechen, lesen und schreiben (unabhängig von einem Migrationshintergrund).
Und viele Abituriernten können nach 8/9 Jahren Gymnasium eklatante Lücken z.B. im Bereich Mittelstufen-Mathematik.

Unterhält man sich nicht mit seinen Kindern, liest ihnen nicht vor und führt sie nicht an neue, interessante Dinge heran, sondern „parkt“ sie für der Spielekonsole oder dem Fernseher, kommt eben das heraus, war wir haben.

trooper
1 Monat zuvor
Antwortet  Holger Hofmann

Eben nicht. Reiz und Reaktion!!!

trooper
1 Monat zuvor
Antwortet  Holger Hofmann

Sorry, falsche Antwort

Bildung_vor_Ausbildung
1 Monat zuvor

Ich finde es erschütternd, welchen Diskursstil hier viele Foristen pflegen: undifferenziert, dauerbeleidigt, pauschalisierend und polarisierend. Ich hoffe, es handelt sich bei diesen nicht wirklich um Lehrkräfte. Sonst hätte Herr Schleicher mehr Recht, als ich glauben möchte.

447
1 Monat zuvor

Tja, lieber Herr internationale-NGO-Streber…wenn man Sprache und Diskussion lange genug verdreht und „managed“, „nuged“ und „framed“ … dann defäkiert man irgendwann auf die manipulierten „Gesprächsregeln“. Dabei kommt es dann zu Kolleteralschäden. Hupsi, wie schaaaaaade.

trooper
1 Monat zuvor

Eben nicht. Reiz und Reaktion!!!

Bla
1 Monat zuvor

Könnten Sie ein paar konkrete Beispiele nennen?
Dann kann man auch besser darauf eingehen.
Ansonsten: Theorie stimmt an einigen Stellen. Richtet sich aber (laut Mediendarstellung) zumindest mal an die Falschen.
Wo er recht hat: Das Gehalt ist höher, als anderswo. Was (im Beitrag) nicht ersichtlich ist: Die Arbeitszeitstunden sind es ebenso.
Im Vergleich zum Mindestlohn stehen „wir“ auch gut da. Im Vergleich zu den Sozialleistungen eher weniger (Bürgergeld beachten).
Bei den Gesamtausgaben für Gehälter stehen wir recht gut da. Bei den Lohnerhöhungen der letzten Jahre sehr schlecht.
Bei den Gesamtausgaben für Bildung/Schule stehen wir auch nicht so super da. Haben andere Länder teilweise ca. 50 % mehr (~5% gegenüber 7,5%).
Die Rahmenbedingungen/Ressourcen sind je nach Land und Ansatz natürlich sehr verschieden. Stehen wir allerdings im Vergleich zu Norwegen, Luxemburg, Schweiz, Finnland usw. auch nicht sonderlich gut da.

Der Lehrplan wird vorgegeben. Als Richtlinie zwar nur, jedoch ist das eben genau das, worauf „man“ sich verständigt. Auch von den Vorgaben „weg zu gehen“ zumindest die Richtung. Hier sollte man dann auch die „Verantwortlichen“ eher kritisieren, als die Umsetzenden.
Ebenfalls bei der Art der (ständig wechselnden) Reformen und Konzepte. Diese werden zum Großteil vorgegeben. Rest ist natürlich oft zusätzliches (freiwilligen oder abgeordnetes und meist unbezahltes) Engagement. Im Deputat ist vieles nicht. Dazu oft „gegen“ das Kollegium/Schulleitung/Eltern/KMK und co. zu verantworten, abzunehmen und zu begründen. Vor allem, wenn die Ressourcen eigentlich nicht da wäre. Auch wenn man das „zusätzlich macht“. Dazu kommt die Bürokratie, welche grundlegend viele Projekte usw. kaum machbar machen.

Man könnte das „von oben“ (linke Politik) ja durchaus mal besser lenken. Warum sollte man „von unten“ (rechte Politik) das (noch mehr) bewerkstelligen? Die Forderrichtung wird hier klar: Opfert euch (komplett) auf für das Berufsfeld, da von oben wenig zu erwarten ist. Umverteilung der Arbeitslast auf die Arbeitenden ohne (erhöhte) Ressourcenzufuhr.

Usw.
Gerne paar Punkte zur Diskussion beitragen/vorschlagen.

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

Ich verdien mich mit der Jahrmarkterei.
Da muss ich wissen, was wer wann wird wollen.
Genau das genau dann muss ich feilbieten.
Schutzschilde in rauhen Zeiten,
Märchenbücher für dazwischen.

So-nett mit fünf Fersen.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Ey, der Schleicher gaukelt uns doch schon was vor, also braucht’s dich doch gar nicht. Setz die Narrenkappe ab und dich ganz ruhig in eine Ecke!

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor

Wie es in den Wald hineinruft…

Xenonatmer
1 Monat zuvor

„unbeliebt“ ist nicht das Thema. „brüskiert“ trifft es besser. Das Schlimme ist, der Mann ist gut bezahlt, hat aber von den wirklichen Dingen keine Ahnung, reißt dafür sein Mundwerk weit auf. Heute normal. Ähnlich Prof. Krötz. 1. Föderalismus ist ein Anachronismus hoch drei. 2. Die Koryphäen aller Länder für Bildung frieren mal ihr EGO ein und erproben bundesweit ein vorher sorgfältig ausgetüfteltes Curriculum für jedes Fach, für HH, für By, NRW usw.-> konkrete Hilfe für viele, kein Korsett, sondern ansprechende, teilweise variierbare Kleidung.Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es für jedes Fach und jede Schulform ein ideales Curriculum gibt, genau so, wie es eine sinnvolle Anordnung von Elementen zu einem SuperAkku gibt. Nur muss jeweils das Optimum gefunden werden. LEDlicht ist 17 mal effektiver als Glühfadenlicht.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Xenonatmer

Wenn denn der Föderalismus das Problem ist, dann versteh ich die Probleme der Landesverteidigung nicht so richtig.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Schräge Parallele: Hier wie dort (siehe Umfragen dazu, wer in der BRD die nicht vorhandene Knifte noch zur Verteidigung konkret in die Hand nehmen will) fehlt es an Leuten, konkreten Personen eben, die das machen wollen.

Daran schuld sind [setze hier Mainstreambegründung ein, z.B. „fake news“] – jedoch niemals die sehr weise, klug und langfristig agierende polutische Führung.

Wer was anderes sagt ist [setze hier Statussenker ein, z.B. Populist/Querdenker/Troll].

Wissenspflaster
1 Monat zuvor

Herr Schleicher hat Recht: Deutsche Lehrer und deutsche Gymnasien sind nicht im 21. Jahrhundert angekommen! Die Veränderungen der Berufswelt in den letzten 30 Jahren, die ich in der Industrie mitgestaltet habe, werden hier verdrängt und geleugnet; im Kollektiv von Lehrern, Eltern und Kultusbürokratie.
Das Gymnasium soll doch bitte so sein, wie es in der Feuerzangbowle ist (nur ohne völkische und Nazi-Propaganda).

An einer digital perfekt ausgestatteten Schule (Beamer / Smartboard, WALN in JEDEM Fach- und Klassenraum, Dienstgeräte für jeden Lehrer, einen Computerarbeitsbereich im Lehrerzimmer, einige Jahrgänge mit iPads vom Schulträger, in anderen >50% elternfinanzierte) waren viele Kollegen mehrere Monate nicht einmal in Teams oder Outlook angemeldet, Kommunikation über Zettelchen in den Postfächern im Lehrerzimmer.
Wer außer die Lehrenden selbst hindern sich, die vorhandene, funktionierende digitale Infrastruktur zu nutzen?

Team-Arbeit ist vollkommen unbekannt – vier Kollegen bereiten den Unterricht getrennt für die vier Parallel-Klassen vor. Ergebnisse teilen? Weder im Kollegium noch gar schulübergreifend. Auf Uni-Niveau oder bei der IT finden sich für jedes MINT-Thema zahllose legal kostenlos nutzbare Informationen und Materialien – auf Schulniveau bin ich auf die YouTube-Teaser und kostenpflichtigen Angebote dahinter oder die Schulbuchverlage angewiesen.
Wer außer die Lehrenden selbst hindern sich, in Teams zusammenzuarbeiten?

Lernen von den Besten oder gar Standardprozesse nutzen? Was in der IT über ITIL / ISO 27k / … ein Qualitätskriterium ist, ist in Schule ein Schimpfwort. Autonome Schule – jede Schule, jeder Lehrende soll das Rad neu erfinden, weil nur er/sie das so kann, wie man es braucht.
Wer außer die Lehrenden selbst hindern sich, zentrale Prozesse und Tools beim Dienstherrn einzufordern?

Supply Chain / Zentrale Beschaffung und Qualitätskontrolle? Landesmedienanstalten verwalten nur Links zu YouTube oder den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Medienanstalten – aktiv in die Qualitätssicherung einzugreifen wird dort als Zumutung gesehen.
Wer außer die Lehrenden selbst hindern sich, beim Dienstherren diesen Support einzufordern?

Dazu noch eine Gewerkschaft, die eine Anfrage mit Mitgliedsantrag mit der Aussage bescheidet, dass „der Dienstherr in der Gestaltung der Arbeitsverträge frei sei“ (ich dachte Bismarck sei tot und seine Sozialistengesetze schon lange überwunden) und die andere, die auf mehrfache Nachfrage die Anfrage mit Mitgliedsantrag nicht einmal beantwortet.

Liebe Ex-Kolleginnen – wer sich eine Gewerkschaft leistet, die noch im 19. Jhdt. denkt, wer die Digitalisierung aktiv ablehnt, wer Team-Arbeit ablehnt und alles alleine machen will – der muss halt wie im 19. Jhdt. 60 Stunden pro Woche arbeiten. Ihr habt jeden Tag die Wahl und wählt genau das.

P.S. wir können auch diskutieren, warum die aktuellen Lehrpläne für Mathematik und Physik so nicht funktionieren können.

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  Wissenspflaster

Wer außer die Lehrenden selbst hindern sich, zentrale Prozesse und Tools beim Dienstherrn einzufordern?
Ist denen aber egal- stellen die einfach nicht bereit, weils was kostet

Wer außer die Lehrenden selbst hindern sich, beim Dienstherren diesen Support einzufordern
Machen die einfach nicht, weils was kostet

Wer außer die Lehrenden selbst hindern sich, die vorhandene, funktionierende digitale Infrastruktur zu nutzen?
Welche?

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Ihr Post liest sich so, als würden Lehrkräfte alles erhalten, was sie sich wünschen, wenn sie es doch nur mal einfordern würden.

Das können Sie aber nicht meinen, oder?

Wissenspflaster
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Solange jeder Lehrer einzeln in seinem häuslichen Arbeitszimmer wünscht, wird sich nichts ändern, wer so unsolidarisch zu den direkten Kollegen ist und mit diesen nicht zusammenarbeitet, wer solche Gewerkschaften duldet, die davon überzeugt sind, das „der Dienstherr frei in der Gestaltung der Arbeitsbedingungen sein“ und man da nichts machen könne, wird sich da nichts ändern.

Glaubt Ihr LehrerInnen, dass die 35 Stundenwoche der IG Metall vom Himmel gefallen ist, der Modernisierungstarifvertrag der IG BCE von den Chemie-Arbeitgebern freiwillig unterschrieben wurde?

Ich sehe LehrerInnen nur jammern – wirklich etwas fordern habe ich sie nicht gesehen

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Wissenspflaster

? Ich bin im ÖPR und in der Gewerkschaft. In meinem Bundesland fordert die GEW. Ich war auch vor kurzem vertretungsweise im HPR tätig, wo ich mitbekommen habe, wie gefordert wird.

Ihr Wissen ist eher Meinung, ne?

trooper
1 Monat zuvor
Antwortet  Wissenspflaster

„Ich sehe LehrerInnen nur jammern – wirklich etwas fordern habe ich sie nicht gesehen“
Das ist mir viel zu pauschal. Ich beobachte das Gegenteil. Nur fordern heißt nicht automatisch das Forderungen erfüllt werden. In der Praxis sieht doch vieles nicht so einfach aus.
Ein Problem sehe ich allerdings auch bei den Lehrergewerkschaften. Die vertreten leider beide Seiten. Das funktioniert nicht unbedingt problemlos

Wissenspflaster
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Sorry, ich war als VERA Vertretungslehrer beim pädagogischen Tag „Feedbacksysteme“ und keiner (!) der verbeamteten )!= KollegInnen hat gesagt, dass es eine subobtimale Idee sein könnte, wenn jeder Lehrer, jede Schule ein solches System selbst entwickeln muss.
Warum? Warum hat niemand die Beraterin höflich gebeten, wiederzukommen, wenn sie eine Lösung hat – und nicht das bekannte Problem beschreibt?

Ist es die Hybris der Lehrer auch das besser zu können als die Profis?
Und wenn es die (leider wahre) Erkenntnis ist, dass die Kultusbürokratie nichts Gescheites liefern wird – wo ist der Aufstand der Lehrer, Schulleiter?
In der Industrie würden die Manager einer Support-Abteilung, die solchen Schrott abliefert wie die Kultusminister, vom Management und Belegschaft von Produktion und Vertrieb (das sind LehrerInnen für die Bildung) vom Hof gejagt – mit Unterstützung des Betriebsrats, der Gewerkschaft.

Wenn die nächste Beförderung wichtiger ist, als die Arbeitsbedingungen, dann muss man eben leiden, wenn man nicht solidarisch agieren kann, dann muss man eben leiden.

P.S. das wäre auch mal eine praktische Lektion Demokratiebildung und -erziehung.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Wissenspflaster

Seit wann müssen Schulen VERA selbst entwickeln? Wir kriegen alles aus Kiel.

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  Wissenspflaster

Zitat
„Und wenn es die (leider wahre) Erkenntnis ist, dass die Kultusbürokratie nichts Gescheites liefern wird – wo ist der Aufstand der Lehrer, Schulleiter?“

Weil für die Infrastruktur, Ausstattung usw. nicht das Ministerium zuständig ist sondern der Sachauwandsträger (z.B Landratsamt oder Stadt).
Leider muss nicht der bezahlen der anschafft.

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Wissenspflaster

Wer außer die Lehrenden selbst hindern sich, die vorhandene, funktionierende digitale Infrastruktur zu nutzen?“ Ein Zettelchen im Fach ist eben 5mal schneller geschrieben, als sich für eine kurze Notiz an x Zugängen jedesmal mit 12stelligen Passwörtern und 2-Faktor-Authentifizierung anmelden zu müssen (und das von allen Beteiligten). Die IT-Menschen scheinen Schulen für ein digitales Fort Knox zu halten.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Wissenspflaster

Anekdotische Evidenz!
Läuft bei uns ganz anders. Ok, ist kein Gymnasium, sondern eine gute alte Realschule.
Funktionierende IT Landschaft? Ich lach mich schlapp. Zu Beginn des Digitalpaktes bestellt, jetzt wird nochmal Bestandsaufnahme gemacht und dann kommen die Sachen … vielleicht.
Beschwerden werden ausgesessen. Schulausschuss macht auch nix.

Zusammenarbeit schulformübergreifend (BK’s, Gymnasien, Gesamtschulen, Real- und Hauptschulen) – zumindest im IT Bereich – läuft gut. Wir arbeite mit dem, was wir haben und da sind gute Leute bei, von denen ein großer Teil Erfahrungen in IT Berufen hat. Außerdem haben wir viele Kontakte zu lokalen IT Firmen und arbeiten mit diesen zusammen.

Teams und Outlook braucht kein Mensch, es gibt gute Lernmanangemntsysteme, die viel mehr bieten.

Das der Unterricht in vier Klassen unterschiedlich aussieht, ist klar. Die Schüler sind ja auch unterschiedlich. Dennoch tauscht man sich aus. Material wird eh für alle zur Vefügung gestellt – Lernmanagement eben.

Standardprozesse und ISO sind schön. Da müsste es aber auch jemanden geben, der das einführt und für die Umsetzung verantwortlich ist. Bei mir im alten Unternehmen waren das 2 (in Worten 2) Stellen. Pro Schule braucht man da mindestens einen. In meiner Kommune dann 70. Zusätzlich! Klar, wird bestimmt bezahlt.

Zentrale Beschaffung gibt es nicht, da der Schulträger (der Kreis) für die Ausstatung zuständig ist und die Bezirksregierung für das Personal. Innerhalb des Kreises gibt es oft schon sowas, wie eine zentrale Beschaffung, funktioniert aber beim derzeitigen Digitalisierungsgrad und den überbordenden Verwaltungsvorschriften nur so semi-gut.

Bei der Gewerkschaft bin ich bei Ihnen. Ich werde dann mal bei Gelegenheit eine gründen, hab ja sonst nix zu tun.
Die Länder wissen schon, warum der Großteil der Kollegen verbeamtet ist. Da kann man immer gut mit der „Wohlverhaltenspflicht“ argumentieren.
Jemand wie Sie hat anscheinend nicht den blassesten Schimmer von den Strukturen im öffentlichen Dienst, dafür aber viel Meinung über unser „Gejammer“.

Ich kann dieses Geschwätz der tollen „freien Wirtschaft“ nicht mehr lesen, ohne mich aufzuregen und jetzt muss ich leider wieder arbeiten. Geht doch nicht diesem Schleicher Schwatzkopf auf den Leim.

So, ich muss wieder arbeiten…

Physik-und Mathelehrer
1 Monat zuvor

Ich möchte kurz halten: als Herr Schleicher mit der Auswertung und Interpretation von Pisa-Studien beauftragt wurde, hat er eine schwwierige Aufgabe übernommen, und wir wissen alle, das individueller Schaden entstehen kann, wenn man im Berufsleben Aufgaben übernimmt, denen man nicht gewachsen ist …

Wissenspflaster
1 Monat zuvor

können wir diese ad-hominem-Angriffe lassen!
Wo hat Herr Schleicher einen Fehler gemacht?
Haben Sie etwas was irgendwie wie ein Belegt für Ihren Angriff aussieht?

FL62
1 Monat zuvor
Antwortet  Wissenspflaster

Eine Feststellung von Tatsachen ist kein ad-hominem-Angriff. Ich weiß auch nicht, warum ich versuche, das gerade Ihnen zu erklären, obwohl ich weiß, dass es keinen Wert hat.

trooper
1 Monat zuvor
PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  trooper

„Im deutschen Bildungssystem haben Schulen wenige Freiräume, das ist richtig. Aber es ist zu einfach zu sagen: Es geht nicht, es liegt am System. Lehrkräfte sind immerhin Teil dieses Systems. Und darin gibt es Freiräume, die oft nicht genutzt werden.“
Blablablaaa… kurz:
Lehrer sollen im Rahmen ihrer strukturell begrenzten Möglichkeiten altruistisch und voller Selbstaufopferung den Karren händisch aus dem Dreck ziehen, während der Wagen gleichzeitig mit Vollgas weiter in den Dreck getrieben wird. Wir sollen als „als Coach, als Mentor oder als Sozialarbeiter“ fungieren, egal wie hoch unsere sonstige Auslastung (vulgo: Überforderung), egal wie unser eigenes Selbstverständnis von Schule, Schülern, Lehrern und dem Lehren ist, wie die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind etc.

„Kinder lernen je nach Sprachfähigkeiten besser in kleineren Gruppen als im Klassenverbund. Es ist einiges möglich.“ 
… und das äußert der Mann in dem Zusammenhang, welche Möglichkeiten wir Lehrer hätten, „die Vorgaben […] durchaus kreativ aus[zulegen]“ – ist klar…
Wie weit weg sind Sie von der Realität, Hr. Schleicher?
Antwort v. Hr. Schleicher: ‚JA!‘

„Ich will die Herausforderungen, vor denen Lehrerinnen und Lehrer stehen, nicht kleinreden, sie sind enorm. Aber ich höre immer diesen einen Satz: Die Schule kann die Probleme der Gesellschaft nicht lösen. Genau das sollten wir allerdings von Schulen erwarten. Sie sind die Gesellschaft von morgen. […] Bildungssysteme müssen mit den Anforderungen ihrer Zeit fertig werden – und dazu gehört heute eben mehr Sozialarbeit als vor ein paar Jahren. „
Ich. bin. kein. Coach. und. erst. recht. KEIN. SOZIALARBEITER!
Stellt mehr Schulsozialarbeiter ein, besinnt euch endlich auf Art. 6 Abs. 2 GG und entwickelt Instrumente, stellt Ressourcen zur erfügen, diese zu verwirklichen, und ändert die Rahmenbedingungen von Schule so, dass ordentlicher Unterricht wieder möglich wird (kleinere, leistungshomogenere Klassen; weniger Lerngruppen, Veraltungsaufgaben und Co. für Lehrer; effiziente Sanktionsmöglichkeiten etc.), aber versucht nicht immer wieder mit dem Auspressen einer ausgepressten Zitrone irgendwie eine eierlegende Wollmilchsau zu kreiren.

Aaah…
ZEIT ONLINE:
„Lehrerinnen und Lehrer weisen allerdings immer wieder genau darauf hin: Dass sie weder dafür zuständig noch ausgebildet sind, Aufgaben von Sozialarbeitern oder Psychologinnen zu übernehmen.“

Schleicher:
„Ich sehe das anders.“
Blablablaaa… kurz (weil natürlich keine Argumente kommen):
Er sieht es anders, weil er es halt anders sieht. Sollen die Lehrer mal machen.
Geh. einfach. weg.

„Warum haben wir den Lehrermangel? Am Geld liegt es nicht, der Lehrerberuf ist in Deutschland finanziell attraktiv. Aber intellektuell ist er eben alles andere als attraktiv.“
Falsch. Er ist finanziell und intellektuell unattraktiv.
Die finanzielle Unattraktivität ist evident, realisiert man, wie die Akademikergehälter in der freien Wirtschaft gestaltet sind. Angesichts der aktuellen Nullrunde, der lachhaften Gehaltserhöhungen der letzten Jahre, der verfassungswidrigen Nichteinhaltung der amtsangemessenen Alimentation etc. wird das gar noch evidenter. Und es ist eine extrem naive Sicht auf die Problematik der Attraktivität, weil es die Work-Life-Balance komplett ignoriert, Wochenarbeitszeiten, all den unnötigen Unsinn, der die Batterien von Lehrern so schnell aussaugt, während andernorts home office, 4-Tage-Woche, ein 13. Monatsgehalt, Selsbtsetimmung über urlaubszeiten und Co. herrschen.

Und auch intellektuell Attaktiv ist der Job nur dann, wenn man hier unter Attraktivität versteht, mit immer mehr Problemen zugeschüttetzu werden, die man bitte mit immer weniger Ressourcen aller Art selbst lösen soll. Währenddessen werden eigtl. Unterrichtsinhalte immer einfacher, weil unsere Schüler immer wenige rin der Lage sind, konzentriert und selsbtständig zu arbeiten, immer weniger Hintergrundwissen haben und immer weniger gelehrte Inhalte verinnerlichen, immer weniger Textrezeptions- und -produktionskompetenzen haben etc., gleichzeitig aber immer weiter und weiter eine oktroyierte Anpassugn an dieses sinkende Niveau erfolgt, vom Dienstherren verordnet gar.
Ich möchte mich nicht zuuu weit rauslehnen, aber ich muss meine Stunden mittlerweile nicht mehr sonderlich vorbereiten, großartig antizipieren, phasieren, mich selbst in mein genutztes Material einarbeiten o.ä. – ernsthaft, ich kann den Schülern einen Text aushändigen, ohne ihn großartig selsbt gelesen zu haben, ich lese den dann, wenn ich den Schülern den Text ud den Arbeitsauftrag ausgehändigt habe und mache dann in der Stunde, die ich 510 Min. vorher ‚geplant‘ habe, (mental) den Erwartungshorizont und reagiere flexibel auf den weiteren Verlauf. Fliegt mir glücklicherweise so zu. Das Fordernde sind die anderen Faktoren, das sit aber nicht intellektuell fordernd, sondern allenfalls fordert es meine Geduld. So oder so kein Vergleich zu dem, was an intellektueller Forderung im eigtl. akademischen Berieb erfolgt.

ZEIT ONLINE:
„Was machen die Lehrkräfte in Ländern, die bei Pisa so viel besser abschneiden als Deutschland, anders?“

Schleicher:
„Sie sind länger in der Schule, sie beschäftigen sich jenseits der Unterrichtsstunden viel mehr mit den Kindern und Jugendlichen.“
s.o.; woher soll die Zeit kommen?
Und noch länger in der Schule? Mal abgesehen davon, dass durch die ganzen Springstunden und Co. ohnehin massig an Lebenszeit und auch Arbeitskraft verloren geht (mich shclaucht an einem langen Tag nichts mehr, als eine Freistunde oder diese grausige Mittagspause von 60 Minuten), reden wir doch erstmal über eine Arbeitszeiterfassung und gucken dann, wie Zeit da am Ende eigtl. noch übrig sein soll…

„Sie wissen zum Beispiel, was die Schülerinnen beruflich machen wollen oder wie es ihnen gerade geht.“
Weiß ich i.d.R. auch. Und jetzt? Wie kommt er darauf, dass das nicht der Fall wäre…
Oh, da ist ja noch eine ‚Erklärung‘:

„Im letzten Pisa-Test gab weniger als einer von zehn deutschen Schülern an, dass Lehrkräfte während der Schulschließungen in der Pandemie täglich nachgefragt hätten, wie es ihnen geht.“
Ich wiederhole:
Ich. bin. KEIN. SOZIALARBEITER! Und ich bin auch kein Psychotherapeut.
D.h. ja nicht, dass ich kein offenes Ohr für meine Schüler habe, aber das quasi von Lehrern zu verlagnen, geht weit über das Zumutbare hinaus.

„Im deutschen Arbeitszeitmodell müssen Lehrende nur für die Unterrichtsstunden in der Schule sein. Ihre Arbeit ist also sehr stark darauf ausgerichtet, Wissen zu vermitteln. Sie haben so aber nur wenige Gelegenheiten, sich mit Kollegen auszutauschen, bleiben Einzelkämpfer. In vielen anderen Ländern ist Teamarbeit stärker ausgeprägt. Dort entwickeln Lehrende gemeinsam Konzepte. Fairerweise muss ich aber auch sagen: Dort geben sie dann auch weniger Unterrichtsstunden als hier.“
Merkste?
Und btw: Das sit einer der verbleibenden positiven aspekte des Jobs, dass ich mich nicht(!) dauernd mit Kollegen kurzshcließen, im Team arbeiten, Kompromisse finden muss. Das würde zu erheblich größeren Reibungen, Belastungen und Lebenszeitverschwendungen führen. Diese unsäglichen Fachabsprachen sind schon grausig genug.

ZEIT ONLINE:
„Irgendwann muss man ja den Unterricht vor- und nachbereiten. Beispielsweise Klausuren korrigieren. Wie geht das alles zusammen, wenn man mehr Zeit für Sozialarbeit oder Innovationen aufbringen soll?“
Hervorragender Einwand, mal lesen,w as als Erwiderung kommt.

Schleicher:
„Wenn man das gemeinsam mit Kollegen macht, geht es oft schneller. Und in vielen Ländern wird weniger Unterrichtszeit mit größeren Klassen kompensiert.“
Sei. bitte. einfach. still!
Klar, ich korrigiere die Klausuren meiner Kollegen und andersrum. Wir erstellen dauernd im Team irgendwelche klausuren etc. und geben dafür unsere pädagogische Freiheit ein weiteres Stück weit auf. Und lasst uns die Klassen noch größer machen, ist ja nicht so, dass das mit einer der Hauptgründe ist, warum die Situation so ist, wie sie ist…

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

„Ich sehe das anders“ hat mir am besten gefallen. *Kopf auf den Tisch hau*

SEKII-Lehrer
1 Monat zuvor

Wieso fordern die Verbände nicht, dass die Arbeitszeit erfasst wird, wie es geltendes Recht ist?
Auch das finde ich unseriös.