Bildungsausgaben: Unterm Strich weniger Geld pro Kind (ausgerechnet in Bremen)

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BREMEN. Auf dem Papier stehen knapp 80 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, doch unterm Strich bleibt weniger Geld für Bildung im Bundesland Bremen – Schlusslicht in allen Schülerleistungsvergleichen – übrig. Deshalb sorgt der Entwurf für den Bremer Bildungshaushalt für Kritik.

Dem Bildungsressort zufolge liegt das Budget der Senatorin für Kinder und Bildung im Jahr 2024 bei knapp 1,3 Milliarden Euro. Das seien 78 Millionen Euro mehr als im Jahr 2023, teilte ein Sprecher des Bildungsressorts mit. Das bedeutet jedoch nicht, dass mehr Geld als früher pro Kind für Bildung zur Verfügung steht, denn die Zahl der Kita-Kinder sowie der Schülerinnen und Schüler im Bundesland Bremen ist deutlich gestiegen. Zudem ist vieles in den letzten Jahren teurer geworden.

Pro Kind wird in Bremen dieses Jahr wohl weniger Geld für Bildung ausgegeben. Foto: Steve Buissinne / Pixabay (P.L.)

„Zwar konnten die insgesamt zur Verfügung stehenden Mittel nominell gesteigert werden, real stehen jedoch weniger finanzielle Mittel bereit“, steht daher in dem Haushaltsentwurf, der final von der Bremischen Bürgerschaft, wie sich der Landtag in Bremen nennt, beschlossen wird. Im Weiterbildungsbereich wird es nach Angaben des Bildungsressorts eine Kürzung geben.

Gerade jetzt nicht an Bildung sparen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte, dass Bremen bei der Bildung spare. „Gerade jetzt, in Zeiten, in denen das gesellschaftliche Klima rauer wird und rechte Parteien an Zulauf gewinnen, darf unter keinen Umständen bei der Bildung gespart werden“, sagte die Landessprecherin der GEW Bremen, Elke Suhr, laut Mitteilung.
Kinder und Jugendliche müssten befähigt werden, wehrhafte Demokratinnen und Demokraten zu werden. „Wie soll das umgesetzt werden, wenn die Bedingungen, unter denen in den Schulen gearbeitet wird, noch weiter verschlechtert werden?“, fragte die GEW-Landessprecherin Ramona Seeger. Das Festhalten an der Schuldenbremse werde langfristig zu mehr Ausgaben führen.

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte die geplanten Kürzungen im Weiterbildungsbereich. Es drohe der Wegfall von wichtigen Weiterbildungsangeboten, hieß es. Nötig sei eine deutliche Anhebung der Mittel für die Bildungsträger, damit Beschäftigte angemessen bezahlt werden könnten. Die Gewerkschaft forderte die Mitglieder der Bürgerschaft auf, die geplanten Kürzungen des Senats im Haushaltsaufstellungsverfahren zu verhindern. Der Weiterbildungsbereich müsse mit mindestens 800 000 Euro zusätzlich ausgestattet werden, hieß es. News4teachers mit Material der dpa

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2 Kommentare
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Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Keine Sorge, es wird gerade jetzt nicht an Bildung gespart. Sondern immer.
Glückwünsche an alle Verantwortlichen! Ich sehe keine Möglichkeit, wie das schief gehen kann…

Naja, vielleicht holen sich die Kids eines Tages das eingesparte Geld irgendwann zurück: an Tankstellen, in Handtaschen oder durch anderweitig organisierten Kriminalität – DIE ist zumindest organisiert -___+

Konfutse
1 Monat zuvor

Das muss aber der Bürger halt auch einsehen: Es handelt sich doch nur um Bildung….