Alarmierende Umfrage: Krank durch Referendariat? Mehr als jede zweite Nachwuchslehrkraft betroffen

111

HAMBURG. Die zweite Phase der Lehrkräfteausbildung ist hart – und beeinträchtigt nicht selten die Gesundheit. Darauf weist eine unveröffentlichte Gefährdungsbeurteilung des Hamburger Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) aus dem Jahr 2023 hin, die dem Hamburger Abendblatt nach eigenen Angaben exklusiv vorliegt. Demnach berichtete eine deutliche Mehrheit der dafür befragten Junglehrkräfte, dass sich ihr Gesundheitszustand seit Beginn des Referendariats verschlechtert habe – und das scheint Folgen für den Lehrkräftemangel zu haben.

Mehr als jede zweite Nachwuchslehrkraft gab in einer Umfrage an, dass sich ihr Gesundheitszustand seit Beginn des Referendariats verschlechtert habe. Symbolbild: Shutterstock

Anfang Februar sind nach Angaben der Hamburger Schulbehörde so viele Nachwuchslehrkräfte wie noch nie in die 18-monatige Ausbildung gestartet. Die 458 neuen Referendarinnen und Referendare begrüßte Hamburgs Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD) im Rathaus unter anderem mit den Worten: „Sie tragen eine große Verantwortung. Ihr Beruf ist wichtig, Sie sind wichtig.“ Mit Blick auf die Gefährdungsbeurteilung des LI stellt sich allerdings die Frage, wem die Junglehrkräfte wichtig sind.

Von den 465 angehenden Lehrpersonen, die an der Befragung des LI im vergangenen Jahr teilnahmen, fühlte sich laut Hamburger Abendblatt rund jede fünfte „gesundheitlich stark beeinträchtigt“. Fast ein Viertel von ihnen gab an, dass sich ihr physischer Zustand deutlich verschlechtert habe (23 Prozent), mehr als ein Drittel klagte über eine deutliche Verschlechterung des psychischen Zustands (38 Prozent). Insgesamt berichtete deutlich mehr als die Hälfte der Befragten von einer Verschlechterung – 70 Prozent im physischen, 78 Prozent psychischen Bereich. Der Erhebung zufolge tragen etwa fehlende Erholungspausen und mangelnde Transparenz der Prüfungsverfahren zur Belastung im Vorbereitungsdienst bei. Die GEW Hamburg kritisiert auf Anfrage des Abendblatts die hohen Anforderungen im Referendariat, denen sich die Lehramtsanwärter*innen gegenübersehen. Der Fokus liege beispielsweise darauf, „perfekten Unterricht statt alltagstauglichen Unterricht vorzubereiten“. Dem Bericht im Abendblatt zufolge klagte bereits 2017 ein ähnlich hoher Anteil an Nachwuchslehrkräften über einen schlechteren Gesundheitszustand seit Beginn des Referendariats.

Stress im Referendariat – auch in Berlin ein Problem

Die Situation der Referendare in Hamburg ist kein Einzelfall. Das zeigt ein Blick nach Berlin. Dort führten 2023 in einer Befragung des zuständigen Personalrats unter 584 Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern rund 82 Prozent gesundheitliche Folgeerscheinungen auf den Stress im Referendariat zurück (News4teachers berichtete). Zwei Drittel der Befragten kritisierten, dass sie das Verhältnis von Arbeitszeit und Ruhephasen im Referendariat als nicht ausgeglichen empfinden. Der damalige Vorsitzende des Personalrats der Lehramtsanwärter*innen forderte die Senatsverwaltung damals auf, diesbezüglich dringend zu handeln und konkrete Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

Eine Verbesserung der Ausbildungssituation wäre nicht nur für die der Junglehrkräfte persönlich wünschenswert, sondern erscheint auch hinsichtlich des Lehrkräftemangels ratsam. So geht aus der Gefährdungsbeurteilung des Hamburger Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung laut Abendblatt auch hervor, dass mehr als ein Viertel der befragten Referendarinnen und Referendare den Beruf nicht wieder wählen würden und nur rund ein Drittel beabsichtige, nach dem Vorbereitungsdienst als Lehrkraft in Vollzeit zu arbeiten. News4teachers / mit Material der dpa

Nach dem Lehramtsstudium ins Referendariat? Jeder fünfte Absolvent entscheidet sich dagegen

Anzeige


Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei

111 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Ruth
1 Monat zuvor

Ist bis heute ein Test, ob man den ‚harten‘ Alltag besteht. Nur überall verändern sich die Arbeitsbedigungen; es wird flexibler, lockerer, individueller. Das führt oft dazu, dass Arbeitnehmer glücklicher sind oder werden.

Schule ist auf Kante und der Mangel überall sichtbar. Hier hat sich nichts geändert. Es werden auch nach Covid wieder die hohe Zahl an Klassenarbeiten geschrieben.

Es ist ein 5-Tage Präsenzjob oft in den späten Nachmittag oder frühen Abend hinein. Danach sind die Kollegen erschöpft und kommen erst am Wochenende oder in den Ferien zu den Korrekturen und Vorbereitungen.

Mittlerweile gibt es woanders Bildungsurlaub, Sonderurlaub, Extraurlaub, Prämie, Weihnachts-und Urlaubsgeld usw.

Dort dürfen sich viele 2-3 Tage pro Woche wählen, ob sie lieber von zuhause oder von vor Ort arbeiten möchte.

Das bietet Schule (noch) nicht.

In manchen Ländern bricht es auf, z.B. Sachsen 4 Tage Modell, Niedersachsen Freidays etc.
Es gibt Modelle, die sich öffen und auf mehr selbstbestimmtes Lernen setzen und die Lehrkräfte entlastet.

Es tut sich zumindest ein bisschen.

Pech haben Lehrkräfte, die 5 Tage weit aufs Land raus fahren wollen / müssen, oder?

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Ruth

Der FREI DAY in NDS ist ein Tag, an dem Projektunterricht stattfindet.
Mit freiem Tag oder Freizeit für Lehrkräfte hat das nichts zu tun.

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor
Antwortet  Ruth

Was sind Fridays? Neugierige Frage aus Niedersachsen

Rahlstedter
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

na da muss doch nur 1/4 zur Betreuung oder Aufsicht da sein, so dass eine 4-Tage Woche möglich wird.

Man die werden Bewerber kriegen 🙂

Lehrer auf dem Land können eine Zulage kriegen wäre mein Vorschlag

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Rahlstedter

Wissen oder mutmaßen Sie das?

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

Ja, kann sein….kann sein, dass das Referendariat hart ist….ich kann mich daran erinnern, dass man eigentlich keine Zeit für irgendwas anders hatte, gefühlt hatte man jede zweite Woche einen Unterrichtsbesuch, dann noch die zweite Examensarbeit….ja puuhhh….
Auf der anderen Seite haben wir es einfach gemacht, ertragen, nicht infrage gestellt….keine von uns….es gehörte einfach dazu….

Heute haben die Referendare zwar keine zweite Examensarbeit mehr, dafür aber auch nur noch 18 Monate Zeit….auch nicht weniger Stress und die Anforderungen sind auf keinen Fall geringer geworden….

Ja, vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, etwas zu ändern….

JoS
1 Monat zuvor

Ich habe hier ein geerbtes kleines Archiv mit Unterrichtsentwürfen (bzw. „Lehrproben“) seit den 1980er Jahren und was soll ich sagen: Damit würde man heute nicht mehr weit kommen. Selbst wenn man den technischen Fortschritt und die viel bessere Verfügbarkeit von vorgefertigtem Material berücksichtigt, sind die Anforderungen offensichtlich gewaltig gestiegen.
Übrigens wurde die zweite Examensarbeit längst nicht überall abgeschafft.

ulschmitz
1 Monat zuvor
Antwortet  JoS

Tja, zwei kurze Hausarbeiten zum 2. Examen, bei laufendem Unterrichtsbetrieb, dann am gleichen Tag: 2 Examenslehrproben und dann mündliche Prüfung – die auf jeden Fall stattfinden muss – so in S-H. Ich hatt ein S-H 1 Hausarbeit und Unterrichtsbefreiung dazu (Dokumentierung des Unterrichtsversuchs), Exmenslehrproben an zwei unterschiedlichen Tagen – und Befreiung von der mdl. Prüfung, weil notenmäßig „durch“. Wozu diese Verschärfungen dienen sollen, erschließt sich mir nicht.

Mariechen
1 Monat zuvor

Ja, das war schon immer so. Extrem anstrengend, null Privatleben. Wir haben es gemacht, durchgezogen. Es war halt eine Phase und es geht vorbei.
Da es damals kaum Stellen gab, war der Notendruck noch viel größer als heute. Von daher… Augen zu und durch!

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Mariechen

Genau das ist eines der Hauptprobleme: „Augen zu und durch!“
Nein. Macht das Referendariat sinnvoll und attraktiv. Kein Augen zu und durch. Keine Hierarchie des Buckelns und Bückens. Sondern ein auf Augenhöhe stattfindender Umgang in welchen man die Alltagsherausforderungen gemeisam sieht/sichtet, bespricht und aufarbeitet. Gezielte Themen und Praxisbezug als Prozess der Erfahrung und Lernens.
Das „es muss hart sein“ und „kein Privatleben“ ist eben weder zeitgemäß, noch sinnvoll und zielführend.
Darauf haben auch immer weniger Bock und v. A. „die Not“. Viele sehen das Referendariat sowieso nur als Übel bis zur Beamtung mit dem Ziel der Verbeamtung eben. Das ist nicht gewinnbringend. Zudem ist der Wert und die Attraktivität der/einer Verbeamtung immer schwindender. Der Hauptpunkt ist momentan lediglich der Gehaltsunterschied. Und das ist sowieso schon ein weiteres Problem im Lehrerzimmer und dem Deputat in Hinblick auf Erwartungshaltung von Beamten und Angestellten -> Gleiche Arbeit(serwartung) für weniger Geld? Jaaa… Sehr motivierend.

Mariechen
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Stimme teilweise zu. Es war halt damals so. Allerdings hab ich gelernt mich auch mal durchzubeißen. Eine Fähigkeit, die viele heute nicht mehr haben. Das braucht man aber manchmal im Leben…

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  Mariechen

Der Notendruck war immens. Mit 1,5 und schlechter konnte man seinen Beruf vergessen. Und nein, es gab keine milde Notengebung, es gab Dreier, Vierer und Durchgefallen. Welches Privatleben? Ich war von ,7.00 – 13.00 an der Schule, dann am Unterricht vorbereiten bis etwa 24 Uhr, dann 5 Stunden Schlaf. Zwischendurch war ich mal in KH, wegen Unterernährung zusammen geklappt. Zwei Anwärter, die ich vom Lehrerseminar kannte, wurden schwanger und verloren ihre Kinder im ersten Trimester.

Ich gebe Recht, dass dennoch soweit ich mich erinnere, keiner abgebrochen hat. Gleich, was man machen wollte, wir waren es in der Tat gewöhnt, dass der Weg schwer, steinig und mit Disziplin gepflastert sein muss. Der Druck kam auch mehr vom Land, nicht von der Schule, dort halfen Kollegen und Rektorden Junglehrern wie sie nur konnten.

Leider verfällt der Mensch in Extreme. Das Beste wären doch vernünftige Anforderungen, Leistung ja, Zusammenbruch nein.

Katze
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

„… es gab Dreier, Vierer und Durchgefallen.“ Bei uns auch!
Jetzt infolge Lehrermangels meist Bestnoten.
Wir hatten noch vier Prüfungslehrproben (jetzt zwei) und eine zweite schriftliche Examensarbeit.
Das hielten wir für „vernünftige Anforderungen“.
Komisch, gestresst haben sich damals nur wenige Referendare gefühlt.

Dafür wurden wir in Sachsen zunächst nur befristet eingestellt. Als verbeamtet wurde, waren wir über der Altersgrenze.

Soviel Wertschätzung macht auch Bestandslehrkräfte krank. Auch das „ist hart und gefährdet die Gesundheit.“

Es müssen dann also die resilienten Junglehrer ran (Ironie).

Mariechen
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Ich glaube alle Referendare haben sich extrem gestresst gefühlt. Es hat nur keiner drüber geredet.

BlaueBlume
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Um auf Augenhöhe mit jemandem zu sprechen bzw. wahrgenommen zu werden, sollte man erst einmal auch etwas leisten und zeigen, dass man belastbar ist. Mit solchen weichgespülten Kollegen arbeiten zu müssen, die nur auf ihr Work- Life-Balance achten, ist eine Strafe. Sie denken nur an sich, da müssen wir uns nicht wundern, was am Ende dabei herauskommt.

RSDWeng
1 Monat zuvor
Antwortet  Mariechen

Ich sehe das wie Sie; wegen des heutigen Bedarfs an Lehrkräften dürften die psychischen Belastungen vielleicht sogar geringer sein. Ich kenne aus meiner Zeit Fälle, bei denen z.B. ein Gesamtdurchschnitt von 1,53 nicht reichte, um übernommen zu werden.

Lessi
1 Monat zuvor

Zumal wir wirklich jede/n brauchen!

Dietmar
1 Monat zuvor

Früher war vieles nicht ok und wurde trotzdem toleriert. Gerade im Lehramt sollten wir aufräumen und uns mehr am Arbeitsrecht orientieren – insbesondere bei der Arbeitszeiterfassung.

Auf lange Sicht hat die lustvolle Selbstausbeutung viele Kolleginnen und Kollegen krank gemacht. Das muss aufhören. Das wünsche ich der nächsten Lehrergeneration nicht.

JoS
1 Monat zuvor

Das Referendariat ist weniger wegen des Arbeitsaufwands, sondern eher wegen der gefühlt permanenten Prüfungssituation und dem Druck, den nicht nur die teilweise für den Job ungeeigneten Fachleiter, sondern oft auch Mitreferendare ausüben so belastend. Aber was kann man tun?
Ich halte es zumindest für bedenkenswert, einen Modellversuch mit einem dualen (Master-)Studium beispielsweise für Grundschullehramt zu starten und dabei auf das Referendariat zu verzichten. Das darf natürlich nicht als Sparmodell konzipiert sein, um möglichst schnell „bedarfsdeckenden Unterricht“ zu generieren, so wie es in Berlin mit dem „berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst“ gemacht wurde. Kann sein, dass das auch scheitert, aber einen Versuch wäre es wert.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  JoS

Wie wäre es nach der langen Studienzeit und den vielen Tests im Studium eine „Einarbeitungsphase“ – wie in jedem Job üblich – zu machen? Man könnte das gerne Referendariat nennen. Keine Tests/Klausuren usw. Also keine Durchfallmöglichkeit (zweideutig hier … Beim Ref. Denke ich oft genug an Dünnschiss). Dafür war/ist das Studium doch da. Ansonsten ist das Studium mist und sollte (zusätzlich) angepasst werden.
Also: Arbeitserleichterung bzw. Einarbeitungshilfe.
Kann man gerne überlegen auch als freiwilliges Angebot zu gestalten. Manche brauchen das. Manche wollen das. Manche brauchen das nicht. Es wäre somit ein Entgegenkommen, damit der „Fall ins Kalte Wasser“ nicht so hart ist.

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

So eine Einarbeitungsphase gibt es ja heute im Prinzip schon, nennt sich Probezeit. Allerdings auch mit einer (eher unwahrscheinlichen) Möglichkeit durchzufallen.
Mein Studium war eigentlich kein Mist und immer, wenn ich das höre, stelle ich mir die Frage, ob meine Uni eine Ausnahme war. Mehr und frühere Verzahnung mit der Praxis halte ich daher zumindest für bedenkenswert.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  JoS

Wenn das Studium kein Mist war und es ein Angebot an freiwilligen Seminarbesuch(en) ohne Durchfallmöglichkeit gäbe, wo wäre der negative Punkt dabei?
Wer das Studium bzw. ein sinnvoll ausgestaltetes Studium schafft sollte für den Beruf die Theorie zumindest drauf haben. Falls man mehr Praxis mit reinnimmt, dann ggf. auch dies – zumindest zu einem bestimmten Anteil.
Probezeit ist dazu da, dass beide Seiten (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) den Beruf und v. A. den Betrieb mit seinem Profil und direkter Arbeitsstelle näher kennen lernen. Dazu die Mitarbeiter/Kollegen und das Kundenfeld.
Die Probezeit hat nur bedingt etwas mit Einarbeitung zu tun. Oft überschneiden sich die Phasen logischerweise, da sie beide anfangs einer neuen Stellenbesetzung stattfinden.
Aber ja, gerade dadurch kann man durchaus „Totalausfällen“ entgegenwirken.
Das Referendariat ist meiner Meinung nicht sonderlich besser, um sinnvoll (!) und objektiv (Probezeit oft auch nicht) „auszusieben“. Es ist an einigen Stellen lediglich ein Stresstest. Im schlimmsten Fall noch durch eine Hierarchie begleitet, wodurch Seminarleitungen ihre eigene Inkompetenz sich selbst und anderen als Kompetenz aufdrücken wollen und machen im Tausch von Deputatsanrechnungen. Zum Glück nicht überall. Gibt es allerdings durchaus.

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Ich widerspreche Ihnen doch gar nicht. Einen Praxistest kann man auch anders organisieren als bisher.

Pete
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Das Referendariat gehört halt abgeschafft. Es ist komplett aus der Zeit gefallen und bedeutet in vielen Fällen einfach nur eine Ersparnis für die Arbeitgeber, da nur ein Hungerlohn für die geleistete Arbeit gezahlt wird. Man kann die Menschen, welche diese Zeit als bereichernd in Erinnerung behalten, wahrscheinlich in jedem Jahrgang an der Hand abzählen.

Haha
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Das und in dieser Einarbeitungszeit auch beigebracht bekommen, für diesen herausfordernden Beruf auch emotional stark zu werden und vor allem zu bleiben (abseits von wir bleiben pseudo-positiv und machen Yoga), anstatt dauerschikaniert und heruntergeputzt zu werden, um zu schauen, ob man stark genug ist, wie es im Referendariat üblich ist.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  JoS

Fangen wir doch beispielsweise mit einer anderen Schulform an.
Den Praxisanteil haben manche Unis schon seit vielen Zeiten im GHR-Studium besonders hoch, inzwischen ist in einigen Bundesländern zudem ein Praxissemester implementiert, mit Unterrichtsanteil und UBs.
Die Grundlagen eines Studiums braucht man dennoch, in Deutsch, in Mathe, in Pädagogik, bei inklusiver Beschulung um so mehr, da man selbst ständig sehen muss, wie man es vor Ort umsetzt.

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Warum woanders anfangen, wenn der Mangel im GHR-Bereich am größten ist? Ein duales Studium könnte hier die Hürden für Menschen aus Nichtakademiker-Haushalten senken und eine stärkere Praxisorientierung gibt es ja ohnehin schon, wie Sie sehr richtig schreiben. Im GHR-Bereich kommt es auch weniger auf tiefes Fachwissen in den Unterrichtsfächern an, dementsprechend braucht man nicht unbedingt ein Universitätsstudium. Auf der anderen Seite würde sich eine solche Reform wohl in der Besoldung niederschlagen müssen, deshalb verstehe ich auch die Bedenken von GHR-Lehrkräften.

ginny92
1 Monat zuvor

Diese Ergebnisse lassen sich denke ich auf alle Bundesländer übertragen.

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

Eine GBU also, aber wieso unveröffentlicht? Sie ist doch wichtig und vorgesehen für die Bewusstmachung von Gefahren und für Verbesserungsansätze, v a. auch auf Seiten des Dienst-/Arbeitsgebers.

Biene
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Sie scheinen zu vergessen, dass sich die Glorreichen 16 und ihre noch glorreicheren Elfenbeinturmpfleger sowie alle Vorgänger(m/w/d) eingestehen müssten als Fürsorgeorganisation nur da für Sorge getragen zu haben, dass das System möglichst tradiert in Stein gemeißelt die Stürme der stabilen Veränderung übersteht. Ein möglicher Umbau in diesem Elfenbeinturm würde sicherlich zu viele Ressourcen fressen.

Ironie darf gerne behalten werden.

Pauö
1 Monat zuvor

Sie vergessen, es sind Leute, die jahrelang studiert haben und kaum Geld haben.

Dann gibt es ein schmales Gehalt unwürdig für Akademikerinnen und nach erfolgreichem Abschluss viel weniger als in vielen anderen Berufsfeldern der Privatwirtschaft

2800 Netto ist für hochgradige Akademikerinnen eher wenig.
Da gibt es in Südedeutschland heute eher ab 4000

Vergessen sie auch nicht die Jahresprämie, die oft bei 8000 liegt.
Das sind quasi 2 Monatsgehälter oben drauf.

Davon können Lehrer nur träumen

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  Pauö

In den 1990er Jahren gab es ein 13. Monatsgehalt für Beamte. Das wurde dann gestrichen bzw. zu einer mickrigen Jahressonderzahlung geschrumpft, teilweise auch mit den monatlichen Bezügen verrechnet.

vhh
1 Monat zuvor
Antwortet  JoS

Das wird auch durch dauernde Wiederholungen nicht richtiger! Es wurde nicht ‚verrechnet‘, also ersatzlos gestrichen, sondern auf die Bezüge anteilig aufgeschlagen. Verrechnet wurde vor einigen Jahren die Sonderzahlung nach TV-L, und zwar auf irgendetwas knapp über 40% abgesenkt. Dafür erhalten: tarifliche Zugeständnisse bei den unteren Lohngruppen (nein, nicht denen der Lehrkräfte!).
@Pauö
‚unwürdig‘ (s.o.) ist bei 3000,- netto ein seltsamer Begriff, der sollte eher den Mindestlohnempfängern vorbehalten sein. ‚Das steht mir zu‘, das könnten viele mit viel weniger Geld und viel härterer Arbeit sagen, bekommen sie es? Was macht ein geflüchtetes Akademikerpaar mit drei Kindern, deren Abschlüsse formal nicht anerkannt werden? Die ukrainische Lehrerin, deren Deutschniveau als nicht ausreichend befunden wird, um ukrainische Kinder in deren Muttersprache zu unterrichten? Würde…?

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

Nichts für ungut, aber schlechter geht immer. Wenn man sich kritisch äußert, muss man sich immer sofort anhören, dass es anderen noch viel, viel schlechter geht.

Gut, seien wir also still, denn die Menschen mit Mindestlohn sind noch übler dran, lassen weitere Verschlechterungen in unserem Beruf zu und sehen einfach dabei zu, dass noch weniger junge Menschen diesen eigentlich tollen Beruf wählen.

P.S.: Nichts gegen Geflüchtete aus der Ukraine. Aber um noch überzeugender gegen unsere Kritik anzuschreiben, hätten Sie schon noch „bessere“ Beispiele nennen können. Da gibt es doch bestimmt viele, die noch viel schlechter dran sind.
//Also sollten wir alle freiwillig auf Gehalt verzichten und mehr arbeiten, anstatt das System zu kritisieren.//

vhh
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es ging mir nicht um ’schlechter geht immer‘, sondern die m.E. unangemessene Wortwahl. Selbstverständlich kann man mit seinem Einkommen unzufrieden sein, aber die Tatsache, dass es besser bezahlte Akademikerberufe gibt, hat noch am wenigsten mit ‚unwürdiger Behandlung‘ zu tun. Werden Gehälter nach Kastenzugehörigkeit gezahlt? Akademiker, Arbeiter, Bauer, Angestellter? Uns steht ebenso sehr ein bestimmtes Akademiker-Minimaleinkommen zu wie dem berühmten Philosophen im Taxi. Als Angestellter liegt mein Gehalt vermutlich im unteren Bereich, aber ich würde trotzdem lieber für bessere Arbeitsbedingungen als ein paar Euro mehr streiken. Der Nachwuchs wird nicht durch finanzielle Not abgeschreckt, sondern durch die Bedingungen.
Sie dürfen sich auch gerne ein passenderes Beispiel vorstellen. Zweifellos nach unseren Standards hochqualifizierte und dringend gebrauchte Akademiker finde ich als Vergleich zu Lehrkräften nicht so ganz unpassend.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

DIe Einrechnung des Weihnachts- bzw. Urlaubsgeldes in das normale Gehalt ist von Vorteil für die Arbeitgeber. Dann muss man es nicht anpassen. Die paar Promille, die das bei den Lohnsteigerungen ausmacht, sind zu vernachlässigen. Unser Dienstherr machts nichts (!), wo sich die Kollegen nachher nicht schelchter stehen.

vhh
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Ich versuche das zu verstehen, aber….
Prozentrechnung? 3600×5%=180 oder 12x(300×5%)=180

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

In NRW waren es aber nur 50€, weil es vorher schon kein 13 Monatsgehalt mehr war. Das wurde nämlich in den Jahren vorher immer reduziert. Der kümmerliche Rest wurde dann auf das Jahr verteilt.

Jetzt kommt aber die Argumentation, dass wir keine 13. Monatsgehalt brauchen, weil es ja bereits im Gehalt drin ist. Wie es wirklich gelaufen ist, wissen aber nur noch die älteren. Den neuen muss ich das erst erklären.

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

Selbstverständlich ist das richtig. Mit verrechnet meine ich nicht ersatzlos gestrichen, sondern dass es in einem der Jahre mit Nullrunden zu einer „gefühlten Besoldungserhöhung“ genutzt wurde.
In meinem Bundesland gibt’s übrigens nur die Jahressonderzahlung von 500 Euro, weit weniger als 40%.

anka
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

Stichwort: amtsangemessene Bezüge.
Sind sie das, die Bezüge also amtsangemessen?
Dabei geht es weniger um die absolute als um die relative Höhe. Bezüge im Vergleich zu z.B. Facharbeitern/anderen Akademikern als LuL.
Uns schon sieht alles anders aus.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

Das wird auch durch dauernde Wiederholungen nicht richtiger! Es wurde nicht ‚verrechnet‘, also ersatzlos gestrichen, sondern auf die Bezüge anteilig aufgeschlagen.“

Das ist nicht für alle Bundesländer richtig. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass es Bundesländer gibt, in denen die Sonderzahlung ersatzlos gestrichen und nicht in die monatlichen Bezüge eingerechnet wurde. Ich habe es selbst erlebt. Es seit kurzer Zeit gibt es wieder ein „Handgeld“ in Höhe von ein paar Hundert Euro Sonderzahlung pro Jahr. Es ist und bleibt zumindest für mein Bundesland ein massiver Einkommensverlust seit vielen, vielen Jahren.

Reallohnverlust hoch drei
1 Monat zuvor
Antwortet  Pauö

Wir haben noch immer einen Reallohnverlust und gezahlt wurde noch nichts.

Wenn schon das Geld nicht mehr attraktiv ist 🙁 🙁

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor

Das stimmt so nicht ganz. Der öffentliche Dienst hat mal wieder für die Beamten mitgestreikt. Daher(Nds.) Sonderzahlungen ab April.

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Sonderzahlungen sind aber keine Gehaltserhöhungen. Die nächste reguläre Erhöhung gibt es erst im November 24. Die letzte Erhöhung war übrigens, wenn ich mich richtig erinnere, im Dezember 22, und die war mehr als mickrig.

Rahlstedter
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Irgendwas mit 2% waren das damals und wir haben jetzt Februar und nicht April.

November ist noch schlimmer.

In vielen Branchen gab es die 3000 steuerfrei zum 1.1.2023

Wir haben, wie gesagt, mittlerweile Febr 2024

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Rahlstedter

In NRW gabs jetzt zumindest schon mal die 1800 €, die eigentlich am 1.1. fällig geworden wären. Die Zahlung der monatlichen 120€ wurde für ENDE April angekündigt. Zahlungsverschleppung vom Feinsten. In der aktuellen Gewerkschaftszeitung konnte man übrigens lesen, dass erst jetzt angefangen wird, über die Übernahme der Gehaltserhöhungen für die Landesbeamten überhaupt zu VERHANDELN. Ich bin mal gespannt…

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Sonderzahlung plus 200 Euro in den nächsten Monaten plus 5,1(?) An Feb 2025.

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Bis es die 200 € Erhöhung gibt, dauert es noch 8 Monate. Dann sind seit der letzten Erhöhung fast 2 Jahre vergangen, in denen es Nullrunden gab. Sie können ja gern nochmal die Inflationsraten dieser 2 Jahre nachlesen.

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Das heißt mal komplett ärmer und das bei gleicher oder sogar noch härterer Arbeit 😀 😀

kanndochnichtwahrsein
1 Monat zuvor
Antwortet  Pauö

Das kann man mit uns machen, weil wir kaum (je nach Fach: keine) echte/realistische Alternativen haben.
Könnten Lehrer einfacher in die Wirtschaft abwandern, müssten sie dafür sorgen, dass wir bleiben.
Solange noch Altlehrer da sind, die sich nicht trauen, nach zig Jahren noch abzuspringen – oder es sich schlichtweg nicht leisten können – fahren die Verantwortlichen das Ding weiterhin in die Spar-Sackgasse…
Schule geht bestimmt noch billiger. Meckert ja keiner – und wenn, hat es keine Auswirkungen, die „da oben“ oder in der Bevölkerung (bei den Eltern – s. Kita) ankommen. Also, geht doch weiter so…

Wie immer
1 Monat zuvor
Antwortet  Pauö

4000 habe ich in der Grundschule nichtmals nach etlichen Jahren Berufserfahrung☹️

Egvina
1 Monat zuvor
Antwortet  Wie immer

Welches BL?

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor
Antwortet  Pauö

Das ist für mich Jammern auf hohem Niveau.
Ich hatte im Referendariat erstmals Geld, von dem ich leben konnte und konnte die 3 sch…Jobs der Universitätszeit kündigen.
Meine Kollegen/innen bauen alle und zwar ohne Ausnahme.
Die meisten sind über 4000Euro netto, auch oft dank der Familienzuschläge.
Bei Krankheit wird monatelang ohne Abzüge weitergezahlt und ich bekomme keinen Rentenbescheid, der mich bitterlich weinen lässt.

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

„Ich hatte im Referendariat erstmals Geld, von dem ich leben konnte und konnte die 3 sch…Jobs der Universitätszeit kündigen.“

Dann haben Sie sich im Studium aber eventuell unter Wert verkauft. Meine Frau hat während des Studiums jahrelang als Lehrerin arbeiten können und damit deutlich mehr verdient als im anschließenden Referendariat.

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor
Antwortet  JoS

Vielleicht hatte Ihre Frau Eltern, die angemessen Unterhalt gezahlt haben.
Schön für Ihre Frau.

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Hatte Sie nicht, keinen Cent. Wie ich bereits schrieb, hat sie im Studium gearbeitet, unter anderem vier Jahre lang fachfremd als Lehrerin. Vielleicht erst den Kommentar lesen, bevor man darauf antwortet?

Samba
1 Monat zuvor
Antwortet  Pauö

Was für ein Stuss.
„unwürdig für Akademikerinnen“
„hochgradige Akademikerinnen“

kanndochnichtwahrsein
1 Monat zuvor

Vielleicht wird man im Ref krank, weil man weiß, dass man danach schnell krank werden kann ob der Arbeitsbedigungen, die auf einen zukommen?!
Man merkt doch schnell, dass der Beruf anders ist als man ihn sich vorher vorgestellt hat. Besser sicher nicht.
Für die meisten bedeutet das sicherlich entweder Enttäuschung oder (hoffnungslose) Hoffnung, es einmal besser zu machen/zu haben als die älteren Kollegen.

MB aus NRW
1 Monat zuvor

Naja, das ständige „beobachtet werden“ und letztlich das ständige „Eingestelle“ auf das, was der Fach- oder Schulleiter in den Showstunden sehen wollen (oft vollkommen gegensätzlich!), kann schon nerven. Dazu Verlaufspläne zu jeder Stunde, Druck, möglichst viel noch nebenher zu machen, kommt ja ins Gutachten und am Ende eben nicht alleine wie in Prüfungen an der Uni für seinen Erfolg oder Misserfolg verantwortlich zu sein, ist anstrengend. Soziale Kontakte brechen ein, man schafft nicht mehr so viel Sport…andererseits wird das später mit einer vollen Stelle und Kindern nicht weniger Stress, nur anders 😉

Wie immer
1 Monat zuvor

Das große Problem des Referendariats sind doch die völlig realitätsfernen Schaustunden, auch Unterrichtsbesuche genannt. Alles wird auf diese Stunden ausgerichtet, die im späteren Arbeitsleben doch nichts mehr mit der Realität zu tun haben. Für nichts anderes ist mehr Zeit. Und das ruft so viel Stress hervor, dass es nur krank machen kann.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Wie immer

Ist das heute immer noch so? Also den Aufwand, den ich damals betrieben habe wegen Unterrichtsbesuchen und Lehrproben war gigantisch und hatte nichts, aber auch gar nichts mit der Unterrichtsrealität zu tun. Praktische Tipps und Anleitungen bekam man so gut wie gar nicht, So gut wie alle Aufzeichnungen aus der Zeit habe ich nie wieder gebraucht.
Zu dem ganzen Theater kam noch die Tatsache, dass man von den Seminarlehrern (meist die Unfähigen) von oben herab behandelt wurde und nach Abschluss keine Planstelle bekam. Das hat sich heute vielleicht geändert, da Lehrer bebraucht werden.
Die Referendarzeit waren jedenfalls für mich die schrecklichsten 2 Jahre in meinem Leben. Aber sie haben mich geprägt und auch sehr kritisch gemacht, bzw. ich habe gelernt, wie man Kollegen und Schüler nicht behandelt.

ginny92
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Ist heute noch so.

MINT- Lehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Wie immer

Vor einigen Jahren brachte einer unserer Refis eine Karikatur mit, die den Nagel auf den Kopf traf: Im Hintergrund balancierte ein Elefant im einhändigen Handstand auf einem eckigen Tisch und jonglierte zugleich mit den Hinterbeinen mit mehreren Bällen. Im Vordergrund stand ein Referendar vor einem dickbäuchigen, breit in seinen Stuhl gefläzten Fachleiter mit Glatze und Jacket, der ihn fragte , weshalb er keinen RUNDEN Tisch genommen habe…

Biene
1 Monat zuvor
Antwortet  MINT- Lehrer

Die Karikatur kenne ich auch und sie passt auch heute noch. Es hat sich nichts geändert. Selbst meine Berufsausbildung (Hotelfachfrau) war nicht so stressig wie die 2 Jahre Referendariat.

Hans Maiaer
1 Monat zuvor
Antwortet  Wie immer

Es wäre schön, wenn das endlich reformiert werden würde und der Schwerpunkt auf realistischem Unterricht im Alltag liegen würde.

Überlebt
1 Monat zuvor

Wo sonst in der Zivilgesellschaft herrscht ein solcher Geist von „Hat uns doch auch nicht geschadet“ – auch hier im Forum anzutreffen? Sollen wir mit dieser Begründung auch die Prügelstrafe wieder auf die Agenda setzen?

Seit wann ist die Tatsache, dass man selbst etwas durchgemacht hat, das menschenverachtend und scheiße war, ein Argument dafür, dass es für Andere auch scheiße sein muss??? Versteh ich nicht…

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  Überlebt

Nennt man Stockholmsyndrom. Identifikation mit dem Aggressor. Eine sehr typische Reaktion nach dem Durchleben eines Traumas.

Immerwiedergerne
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

🙂 SemL, Direktoren, …. entführen also Referendare.
Was man hier so alles lernt

https://www.nationalgeographic.de/wissenschaft/2023/12/gibt-es-das-stockholm-syndrom-wirklich-psychologie-kriminalitat

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Ist das Stockholmsyndrom heutzutage wissenschaftlich haltbar?
Ich orientiere mich da mehr am „Haus, das Verrrückte macht“ aus Asterix und Obelix 😛

Alter Pauker
1 Monat zuvor

Mag ja altmodisch sein, aber früher galt schlicht:
Lehrjahre sind keine Herrenjahre.

Und soviel Gejammer wie heute gab es einfach nicht.
Es ging schlicht darum, den Lebensunterhalt zu verdienen, nicht darum, sich wohlzufühlen und bloß nicht zu viel Stress zu haben.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Alter Pauker

Schon.

Bei gleichen REALEN Anforderungen an den Lehrerunterricht wie vor 50 Jahren verspreche ich Ihnen hochbund heilig, NIE wieder zu meckern.

Deal?

Als erstes gehe ich dann nur halt nicht im Ganztag in die Schule, damit fängt es schon an.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Würden Sie dann nicht meckern, weil der Unterricht fachlich so anspruchsvoll wird? Mit dem heute verlangten Stoff wären Sie dann nach einem Halbjahr durch.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Richtig, das wäre dann meine Aufgabe: Lehren.
Und ja, mit dem heutigen Stoff wäre man wohl weit, weit vor Schuljshresende durch.

Bildungsinhalte gibts genug, mir würde genug einfallen.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Oh, das wäre schön und deutlich weniger langweilig (also fachlich gesehen).

Hans Maiaer
1 Monat zuvor
Antwortet  Alter Pauker

Was ist an Aufzeigen von deutlichen Missständen denn so schlimm?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Schlimm. Ich fand es ehrlichgesagt schon immer ärgerlich, wie (häufig) den Referendar*innen Perfektionismus gepredigt wird, um dies im Anschluss mit einem viel zu oft lachhaftem Benotungssystem zu würdigen. Von „Ich gebe grundsätzlich keine 1“, über Vorgaben „nicht zu positiv“ zu bewerten bishin zur 4 unter der einen Mentorin und einer 1 unter der anderen konnte ich bei Freudinnen und Freunden einiges miterleben…

Naja, ich schätze im Forum wird wahrscheinlich wieder viel Survival-Bias gepriesen und auf junge Menschen abgeätzt -__-

MB aus NRW
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ja, wo Schulnoten schon manchmal willkürlich erscheinen, war das im Referat noch einmal eine Stufe höher…bei einer Freundin gab es für eine Stunde, die Fachleiterin und Schulleiter beide besucht hatten und die dann unabhängig voneinander nachbesprochen wurden, von der Fachleiterin eine glatte 1 und vom Schulleiter, der mit der von der Fachleiterin geforderten Methode nichts abgewinnen konnte, eine 5 mit deutlicher Warnung, mit so einer Stunde im Examen definitiv durchzufallen.

Mich hat immer beruhigt, 2 absolute Mangelfächer zu unterrichten, sodass die Noten mir alle relativ egal waren, Hauptsache bestanden…

Mit meinen Fachleitern hatte ich auch noch relativ Glück, wenn ich so einige Studienfreunde höre, ging es bei denen ganz anders ab. Mein Schulleiter war übrigens auch einer der Marke „ich gebe keine 1“, wogegen dann auch schließlich eine Referendarin, die alles mit 1 abgeschlossen hatte, um von ihm keine 1 zu bekommen, erfolgreich geklagt hat.

Aber für alle, die das vor sich haben: man übersteht das schon irgendwie. Es gibt auch ab fast jeder Schule richtig gute Ausbimdungslehrer, auch da hatte ich richtif Glück, die meckern dann zwar auch (zurecht) an einigem rum, aber deren Tipps und Gespräche und Beobachtungen in deren Unterricht bringen einen dann auch wirklich weiter .

SchadeMarmelade
1 Monat zuvor

Ref bedeutet:
1. Eine Studienleiterin die kaum Ahnung von der Realität hat und nur erwartet, dass man ihre Ideen umsetzt.
2. Module bei denen erwartet wird andere LiF zu zerstören und ihnen zu erzählen was alles nicht gut war. Natürlich mit der obligatorischen einen guten Sache mit der man endet. Ist dann so viel positiver.
3. Man ist ausgeliefert. Allen. Dem Schulleiter, der Modulleiterin, den anderen Lehrern… Bloß nicht eigenständig denken oder für sich selbst einstehen.
4. Permanente Überbelastung durch die Dinge die in der Realität nichts zu suchen haben und nach dem Ref nie wieder so passieren.
5. Es ist der Horror. Man steht es nur durch weil man all die Jahre des Studiums nicht umsonst gemacht haben will. Und die Note und das was man kann haben nichts mit der Realität des Jobs zu tun.

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor
Antwortet  SchadeMarmelade

Das ist nicht meine Erfahrung.

ulschmitz
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Persönliches Einzelschicksal. Ich habe erlebt, dass am gleichen Ausbildungsseminar richtig gute Leute waren und daneben wahre Perfektions-Nasen. War immer interessant, wenn man SuS nach deren Unterricht fragte.
Es gab dann REFs, die eisern entschlossen waren nach diesen Druckveranstatungen als Beamt:innen auf Lebenszeit nur noch Dienst nach Vorschrift und elftem Gebot zu machen.

RSDWeng
1 Monat zuvor
Antwortet  SchadeMarmelade

Das muss für Sie eine schlimme Zeit an einer unmöglichen Seminarschule gewesen sein. Es gibt aber auch viele sehr gute Seminarschulen, da hatten Sie großes Pech.
Ein Hinweis, keine Überheblichkeit oder schulmeisterliches Gehabe: Denken Sie beim Schreiben auch einmal an die Kommaregeln.

Hans Maiaer
1 Monat zuvor
Antwortet  SchadeMarmelade

Am besten hat man dann vor Ort an der Schule keine oder nur unzulängliche Fachkolleg:innen, die einen in einem der eigenen Fächer nicht hinreichend ausbilden können.

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor

Das Referendariat ein Lebensabschnitt, an den sich nur sehr wenige Lehrer positiv erinnern.

Vielleicht hat aber auch die Belastbarkeit der „nächsten Generation“ abgenommen?

GBU unter Verschluss halten – wie so viele Dinge. Typisch für’s System.

RSDWeng
1 Monat zuvor

Für mich war das Referendariat eine der schönen Zeiten des Lehrerdaseins – keine Ironie!! Endlich regelmäßig Geld auf dem Konto und endlich SchülerInnen und Schüler und kaum noch Theorie.

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor
Antwortet  RSDWeng

Die drei Punkte sind wahrlich zutreffend!

Canishine
1 Monat zuvor

Tatsächlich hatte ich wohl auch das Glück, von konstruktiven und unterstützenden Fachleitern begleitet zu werden. Mein Ref. war daher herausfordernd, aber durchaus bereichernd. Und Unterrichtsstunden nach pädagogischen Maßstäben (ob sinnvoll oder nicht stellt sich ja dann auch heraus) konsequent durchzuplanen, halte ich auch für sinnvoll, selbst wenn es viel Arbeit bedeutet.

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor

Das Referendariat ist ja vor allem deshalb verkürzt worden, um den Lehrermangel auszugleichen.
Also gerne wieder 24 Monate mit einem Einstieg, bei dem man nicht von Tag 1 ohne Erfahrung unterrichten muss.
Dann sind auch 30 Besuche nicht so stressig.
Dass man das Gefühl hat, den Ausbilder/innen alles Recht machen zu müssen, liegt vielleicht im Status des Auszubildenen.
Ich würde vermuten, dass es dem Dachdeckerlehrling ähnlich geht.
Aber der ist meist 16 oder 18.
Es ist eine Rolle, die vermutlich mit 26/27 schwieriger zu ertragen ist…

ginny92
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Es ist schon heute auch noch so, dass wenn nicht die gewünschte Arbeitsform gezeigt wird sich das negativ auf die Bewertung aus wirkt. Um mal beim Dachdecker zu bleiben, der Lehrling würde sich auch aufregen, wenn er schlechter bewertet wurde, weil er das Dach in Rot eingedeckt hat anstatt in Grau obwohl es offiziell hieß alle Farben sind in Ordnung.

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor
Antwortet  ginny92

Aber das sind individuelle Erfahrungen, das gilt nicht für „das Referendariat“.
Es gibt ja auch gute 6nd schlechte Lehrkräfte. So gibt es auch gute Ausbilder/innen und weniger geeignete.

ginny92
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Das stimmt mit den Ausbildern aber das heißt nicht das man das hinnehmen muss. Die Bedingungen sind einfach insgesamt sehr schlecht. Das liegt an vielen Stellschrauben die sich ändern lassen würden. Und die ganz große ist denke ich Transparenz. Alle Lehrkräfte werden immer wieder dazu angehalten zu erklären wie zum Beispiel Noten entstehen. Im Referendariat ist das sehr subjektiv und nicht wirklich nachvollziehbar.
Es gibt im übrigen vereinzelt auch gute Seminare aber das setzt sich anscheinend nicht durch.
Das schizophrene daran finde ich das Geheult wird das es kein Nachwuchs gibt und man sich dann aber zum Teil Dinge leistet die kein anderer Arbeitgeber/ Ausbilder könnte.

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Die Methode wäre ja eigentlich, die Unterrichtsbesuche als echte Beratung zu gestalten, nicht als Prüfungssituation. Solche Unterrichtsbesuche hatte ich durchaus auch. Nur hängt das total von der Persönlichkeit desjenigen ab und ist keine Vorgabe.

RSDWeng
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Solche unangekündigte Unterrichtsbesuche waren in meiner aktiven Zeit die Regel, da kann ich nicht klagen. Ich war allerdings an nur drei Schulen.

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Wie kann sich der Mangel an Lehrern durch eine Verkürzung des Referendariats um das erste Halbjahr von zwei Jahre verringern?

Das erste Halbjahr war für’s Ausprobieren, Zuschauen, Reinkommen da. Und das ist in Baden-Württemberg weggefallen. Ein riesengroßer Fehler meiner Meinung nach. Aber 6 * 1.612,62 EUR * Anzahl der Referendare = Ein Batzen Geld (gerechnet mit A13).

ginny92
1 Monat zuvor

Sie sind halt theoretisch 6 Monate früher fertig. Damit kam man ein paar Jahre dann auf mehr die einen Abschluss machten.
In NRW hat man im übrigen das so geregelt das man das Praxissemester während des Masters absolviert und somit wieder auf „24 Monate“ kommt. Meiner Meinung nach billiges Einsparen zu Lasten der Qualität.
Zu dem kommt auch so ein bisschen auf die Idee das mit dem BDU Löcher gestopft werden sollen.

Und als letztes finde ich das Gehalt für Referendare müsste spätestens jetzt 250€ höher liegen.

JoS
1 Monat zuvor

Ganz genau, das war von Anfang an als Sparmodell konzipiert, genau wie G8. Und genau wie bei G8 hat man versäumt, die Inhalte entsprechend zu reduzieren.
Man darf auch nicht vergessen, dass je nach Prüfungszeitpunkt nicht 18, sondern teilweise nur 15 Monate zwischen Einführungsseminar und Prüfung liegen.

dickebank
1 Monat zuvor

Mit der Erfahrung aus zwei vollkommen unterschiedlichen Vorbereitungsdiensten, die beide erfolgreich mit dem 2. StEx abgeschlossen worden sind, kann ich nur sagen, dass der Vorbereitungsdienst für Lehramt, den ich als Anerkenner (Quereinsteiger) vor 20 Jahren absolviert habe, sich vollkommen von dem, den ich vor 35 Jahren in einer anderen Fachrichtung absolviert habe, unterschieden hat.

Im ersten Vorbereitungsdienst wurde das, was wir von der Uni mitgebracht haben, nie in Frage gestellt. Die universitären Studieninhalte wurden als vorhanden vorausgesetzt. Im Vorbereitungsdienst ging es nur um die Anwendung dieses Fachwissens unter Beachtung der rechtlichen Bestimmungen. Wie wurde ein Antrag an Hand der rechtlichen Bestimmungen eingeschätzt, zu welchen Schlussfolgerungen ist man durch die Beurteilung gekommen und welche Maßnahmen werden veranlasst und vor allem, wie werden diese begründet. Während des Vorbereitungsdienstes hatte man viele Gelegenheiten in die Aufgabenbereiche anderer Verwaltungseinrichtungen, mit denen man im späteren Dienst zu tun bekommen würde, hinein zu riechen.

Bei Vorbereitungsdienst auf Lehramt hingegen wurde nicht nur das Fachwissen sondern auch die Persönlichkeit des Anwärters/referendars in Frage gestellt. Der größte Hohn aus meiner Sicht, war die Aufforderung durch Fachleiter sich authentisch zu geben. Was aber authentisch ist, das wollten sie vorgeben.

Auf Gut-Deutsch: Du hast so zu sein, wie wir dich für authentisch halten.

Wie gesagt, ich habe meine Anwärterzeit mit Mitte Vierzig und fast 20 Jahren Berufserfahrung durchlitten und fand sie damals schon als aus der Zeit gefallen. Mein Vorteil war, dass ich auch den Fachleitern sagen konnte, dass im Falle des Scheiterns ich jederzeit in meinen angestammten Beruf zurück kehren könne.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Der Vorteil des Seiteneinstiegs war ja schon damals, dass man nur „bestehen“ musste, Man hatte ja einen Vertrag mit der Schule. Das habe ich auch mehrfach durchblicken lassen. Und gut war auch, dass das Schulleitergutachten 25% der Gesamtnnote war. Also habe ich das sehr entspannt angehen lassen und auch schon mal dem ein oder andern ans Bein gep… .

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

„Man hatte ja einen Vertrag mit der Schule.“

Nein, nicht jeder; nur diejenigen, denen pädagogische Vorkenntnisse wie z.B. die bestandene Ausbildereignungsprüfung zugebilligt worden waren, konnten den Vorbereitungsdienst berufsbegleitend absolvieren. Wie gesagt wir reden vom damaligen Mangelfacherlass und der Ausbildung vor Einführung der OBAS.
Alle anderen Anerkenner – und das war der überwiegende Teil der damaligen Anwärter/Referendare – musste einen zweijährigen, regulären Vorbereitungsdienst durchlaufen und zusätzlich noch Nachweise in Erziehungswissenschaften und Grundlagendidaktik in D oder M erbringen, die im damaligen Studienseminar (heutige ZfsL) abgenommen worden sind. Nach erfolgreich bestandenem Examen mussten wir uns in Konkurrenz zu den grundständigen Lehrkräften über LEO auf die schulscharf ausgeschriebenen Stellen bewerben.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Ok, ich bin kur vor OBAS eingestellt worden, aber während meiner Zertifizierungsmaßnahme in diese Schiene übernommen. Aber mein Vertrag vorher war auch mit der Schule. Nach die Zeit der „Zertifizierung „(die ich ohne Prüfung einfach „gemacht “ hätte), wäre ich mit BAT III eingestellt worden (vorher IV). Ist aber jetzt auch schon 20 Jahre her, da war das alles wohl noch nicht so genau geregelt und es gab da mehrere Möglichkeiten.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Ich habe noch den gesamten Blödsinn mitgenommen:
Anerkennung im Einzelfall, da der Studienabschluss nicht auf der Mangelfachliste stand; Ernennung zum Anwärter mit halber Eingangsbesoldung, obwohl aufgrund des Alters klar war, dass bei einer Übernahme diese nicht im Beamtenverhältnis erfolgen würde; zwei Jahre Vorbereitungsdienst, anschließend Anstellung an der Ausbildungsschule gem BAT; danach TVÜL und dann bis zum Ausstieg TV-L mit Aufstieg aus E11 in E13.

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Ein Aspekt, den ich spannend finde sind die vollkommen unterschiedlichen Anforderungen an Unterrichtsentwürfe: Ich habe in einem Bundesland studiert, in einem anderen das Referendariat absolviert und arbeite jetzt in einem dritten, wo ich beruflich und privat Einblicke in das Referendariat in zwei verschiedenen Lehrämtern habe. Alle Anforderungen unterscheiden sich teilweise erheblich voneinander. Nicht nur zwischen den Bundesländern, sondern auch zwischen Uni und Studienseminar in der gleichen Stadt, zwischen zwei Studienseminaren des gleichen Lehramts im gleichen Bundesland usw.

MINT- Lehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Einer unserer Fachleiter war dafür bekannt, dass er Spontaneität schätzte. Also gab es in unseren Lehrproben „geplante Spontaneität“. 🙂

Dejott
1 Monat zuvor

Ja, das Referendariat ist hart. Aber man lernt hoffentlich sein Handwerk. Der Seiteneinstieg umgeht das Referendariat. Ob das aber die bessere Lösung ist, sei dahingestellt.

Ex-Berufschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Dejott

Das stimmt doch gar nicht. Zumindest in NRW müssen die OBAS auch Prüfungen (UBs) und ein Referendariat ablegen, bei voller Stundenzahl. Hauptsa

Spirale
1 Monat zuvor

Die wichtigste Erkenntnis aus dem Artikel ist, dass sich seit der letzten Gefährdungsberteilung fast nichts geändert hat.

Ich sehe das aber so, dass die Referendare sich geändert haben: Die sind nämlich nicht mehr „richtigen“ Stress wie damals gewohnt. Das Referendariat in Hamburg wurde beispielsweise entlastet, die meisten Fachseminsrleiter und Hauptseminarleiter sind kompetent und freundlich. Ja, Schule ist etwas herausfordernden geworden. Aber ich denke, persönliche Beobachtung, dass eben die Referendare viel Empfindlicher auf Druck reagieren als früher und das ist ein echtes Problem.

Das nun die schriftliche Arbeit abgeschafft wurde ist Wasser auf die Mühlen aller Kritiker am Beamtenstatus, denn zu einem Referendariat gehört nunmal eine schriftliche Ausarbeitung. Aber das ist egal, die Messlatte wird einfach niedriger angesetzt, der Qualitätsverlust wird in ein paar Jahren durchschlagen. Mich ärgert das, vor allem weil der Stast alle Mittel hätte, um dagegen zu steuern. Stattdessen wird wie blöde gespart, als wäre der Staat eine schwäbische Hausfrau. Die Auswirkungen dieser bescheuerten Sparpolitik werden wir in 5 bis 10 Jahren komplett sehen und das wird mit einem Verfall der Anforderungen einhergehen, weil dann einfach jeder, der Gradeaus gehen kann, einen Job an einer Schzle bekommt, weil das System insgesamt kaputtgespart wurde.

ginny92
1 Monat zuvor
Antwortet  Spirale

Die schriftliche Ausarbeitung wurde nicht überall abgeschafft. In den meisten Bundesländern wurde das Ref eingekürzt worden ohne das zum Beispiel die UB‘s zu reduzieren. Der BDU wurde in NRW zum Beispiel sogar erhöht. Das sind alles Faktoren die als Stress auf anderer Ebene dazu kommen.
Das was man aber am häufigsten hört ist das Stress aus Intransparenz des Referendariats kommt.

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  ginny92

Ich hatte in 24 Monaten Ref in NRW 18 Unterrichtsbesuche. Wir wurden nämlich noch in 3 Fächern ausgebildet. Hinzu kamen 3 UB des Hauptseminarleiters. Im heutigen 18monatigen Ref gibt es nur noch 10 UB, zudem fiel die schriftliche Abschlussarbeit weg. Insofern kann ich nicht verstehen, dass es Stress wegen „der vielen UB“ geben soll. Mit Transparenz wurde übrigens noch nie geglänzt, auch schon zu meiner Zeit musste man erahnen, was die FL sehen will.

ginny92
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

In anderen Bundesländern ist das tatsächlich nicht so mit der schriftlichen Arbeit.
Je nach Antrittszeit verkürzt sich die Zeit für die UBS massiv.
Insgesamt müsste das ganze mal überarbeitet werden

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

… und das vermutlich zu Zeiten als es noch keinen bedarfdeckenden Unterricht gab …

ginny92
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Was an sich eigentlich auch ein bisschen bekloppt ist. Man zahlt den Referendaren ein Azubigehalt, weil sie „noch in der Ausbildung“ sind. Und gleichzeitig sollen sie aber vollwertigen Unterricht machen.

Ewald Nolde
1 Monat zuvor

War 1976/77 im Bezirksseminar noch mit 2. Staatsexamensarbeit. Ich habe den widerlichen Stress-Anbiederungs-Zirkus nur aus Geldmangel und Fehlen anderer Möglichkeiten mitgemacht. Wurde aber anschließend wenigstens mit zunächst 1/2 Deputat/14 Stunden als Angestellter eingestellt und nach weiteren 2 Jahren endlich Beamter z.A..
Schlimm war auch, dass ich ca. 2 Jahre Praxis benötigte, um den Bezierksseminar-Schaustunden-Humbug durch eigene persönliche Lehrmerkmale zu ersetzen.