Lehrerverband kritisiert: Viel mehr Unterrichtsausfall als offiziell dargestellt – während Politik falsche Debatten führt

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MÜNCHEN. Das Ziel war ein realistischer Blick in die Schulen hinein – und das Ergebnis ist erschreckender als erwartet. Zum Ende des ersten Schulhalbjahres hat der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) der Politik eine Art Zwischenzeugnis ausgestellt und sich dafür angeschaut, wie viele Stunden wirklich an bayerischen Schulen ausfallen. Das sind laut BLLV viel mehr als offiziell dargestellt.

„Wo sollen denn all die Grundschullehrkräfte herkommen?“ Simone Fleischmann, Präsidentin des BLLV. Foto: BLLV

Der BLLV spricht in einer Pressemitteilung von einem „Jonglieren mit Vertretungsstunden und viel zu geringen Ressourcen“. Der Verband hatte Schulleitungen befragt, wie denn die Vertretungspläne für die Kalenderwochen (KW) 5 und 6 ganz konkret aussahen und das Ergebnis sei in diesem Überblick sogar für die Schulleitungen erschreckend gewesen.

Simone Fleischmann, Vorsitzende des BLLV, nennt ein konkretes Beispiel: „An einer Grund- und Mittelschule in Oberfranken mit 407 Schülerinnen und Schülern sieht es in KW 5 so aus: acht kranke Kolleginnen, fünf davon Klassenlehrkräfte, nur eine mobile Reserve vom Schulamt. Die Konrektorin macht selbstverständlich die Überstunden und leitet eine Klasse. Der Rektor ebenso und übernimmt die nächste Klasse. Doch trotz all diesen Bemühungen sind in dieser Woche allein 83 Stunden ersatzlos ausgefallen. Darunter natürlich viele – und das ist jetzt die Kernbotschaft – die zur Differenzierung wichtig sind: Deutsch als Zweitsprache, Deutschstunden, Förderunterricht und vor allem Nachmittagsstunden im Ganztag.“

Die Schulleiterin einer Grundschule aus Schweinfurt erzählt außerdem von einer Kollegin, die wochenlang mit Bronchitis und Lungenentzündung unterrichtete, weil diese keine nicht grundständig ausgebildete Lehrkraft vor ihre Klasse stellen wollte, beziehungsweise konnte. „Ich wollte sie heimschicken, aber sie hat recht. Ich kann das keiner Nicht-Lehrkraft zumuten“, so die Schulleiterin mit Blick auf die Klasse, in der 15 von 23 Kindern kein Wort Deutsch können.

Debatte um mehr Deutsch- und Mathestunden? Thema verfehlt!

Offiziell seien im vergangenen Schuljahr 0,9 Prozent aller Schulstunden ersatzlos ausgefallen, so berichtet es die Süddeutsche Zeitung (SZ). Der BLLV kommt in den exemplarisch untersuchten Wochen auf deutlich höhere Werte von bis zu acht Prozent. Vertretungsstunden oder das Zusammenlegen von zwei Klassen seien darin nicht eingerechnet. Von Qualität könne dann keine Rede sein, sagte Fleischmann laut SZ, „die Vertretung machen Leute, die die Klasse nicht kennen oder gar keine Lehrer sind“. Natürlich sei die Situation nicht an allen Schulen gleich, aber gerade an Grund-, Mittel- und Förderschulen sei der Lehrermangel seit Jahren hoch. Und es gebe eine „entscheidende Lücke“ zwischen dem, „was die Politik diskutiert und was vor Ort tatsächlich abgeht“, so die BLLV-Präsidentin.

Im gleichen Zuge kritisiert Fleischmann die Debatte nach der jüngsten Pisa-Studie, dass an bayerischen Grundschulen bald mehr Deutsch und Mathe unterrichtet werden soll – allerdings ohne konkrete Pläne, welche anderen Fächer dafür gestrichen würden. Mit der Realität habe diese Frage wenig zu tun, so Fleischmann: „Wo sollen denn all die Grundschullehrkräfte herkommen, die all diese Aufgaben übernehmen?“

Der BLLV fordert nach diesem katastrophalen Zwischenzeugnis Maßnahmen der Politik. Ganz konkret: Das Kultusministerium solle die Notmaßnahmen von 2020 zurücknehmen, um den Job wieder attraktiver zu machen. Dazu gehöre vor allem, dass eine frühere Rente und Sabbatjahre wieder möglich seien, die Antragsteilzeit von mindestens 24 Stunden zurückgenommen und das Arbeitszeitkontos für Grundschullehrkräfte abgeschafft werde.

In der Pressemitteilung des BLLV heißt es: „Die Politik muss auch ihren Beitrag leisten. Und dieser Beitrag wäre, das verlorene Vertrauen der Kolleginnen und Kollegen in die Politik wiederherzustellen.“ News4teachers

Grundschulen: Mehr Mathe und Deutsch, mehr Vorgaben – gleichzeitig mehr Freiräume!?

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Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor

Die Kriterien (formerly known as „Ausreden“), wann eine Stunde als gehalten gilt, wird mit dem Schreiben dieses Kommentars vermutlich um zwei bis drei erweitert.

Die Statistik muss stimmen Leute! Das liegt an uns!

Schleppen wir uns krank zur Schule, schicken morgens krank noch Aufgaben, ach was weiß ich, was wir noch alles tun können. Ob dabei noch etwas hängenbleibt, ist doch ebenso uninteressant für die Kultusministerien wie die Qualität des Unterrichts.

Außerdem bekommen wir ja Achtsamkeitstrainings und Klangschalen (vom Discounter).

Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Das System ist nur noch ganz knapp auf Kante genäht bzw. die Naht reißt schon.

anka
1 Monat zuvor

Gemein: in NRW gibt es keine Klangschalen!

Katze
1 Monat zuvor

„Ob dabei noch etwas hängenbleibt, ist doch ebenso uninteressant für die Kultusministerien wie die Qualität des Unterrichts.“

Und bitte nicht abprüfen und mit einer realistischen Note bewerten, was (nicht) hängengeblieben ist.
Der Klang von SuS, SL und Elternschaft in unseren Ohren ist dann scharf und nicht schal.
Wer Leistung fordert ist ein Diktator (O-Ton Eltern).

Die Qualität des Unterrichts interessiert kaum, wenn die Noten passen (angepasst /angespaßt werden). Schule soll ein Hüten mit Wohlfühlgarantie sein. Easy Peasy!

Lehrer- wirklich ein Super-Job.
Generation X – ich bin noch so blöd.

DieHoffnungstirbtzuletzt
1 Monat zuvor

Ja jetzt bräuchte es Angebote und intelligente Lösungen an das Bestandspersonal…woher sollen die nur kommen. Aus einer Bürokratie die nur mit drohen, abwerten, missachten gegenüber den Mitarbeitern in den letzten 20 Jahren gearbeitet hat und mit Unverständnis für die Realitäten vor Ort gesegnet ist. Glaube ich erst, wenn ich es schwarz auf weiß in meinem Stundenplan/Einsatzplan sehe. Wenn jemand etwas Positives in den Reformen der letzten 20 Jahre an der Hauptschule ähh Mittelschule entdeckt, würde ich mich sehr über eine Antwort auf meinen Kommentar freuen. Der QA wird immer noch leichter, Diktat abgeschafft, Grammatik reduziert, Aufgabenstellungen vereinfacht, Projektprüfung ersetzt AWT (Notenschnitte 2,5 und besser), zwanghafte Zusammenarbeit der Praxis (früher So,Wi,TE) ,um beim Schüler Teamarbeit zu fördern.Herrn Gierl sei Dank. Viel viel Aufwand für überschaubare Ergebnisse oder sind die Projektmappen nur bei uns überwiegend zum Schämen. Flächendeckende Einführung des M-Zweigs…Niveauverflachung mit Expoentialfunktion…Ende nicht absehbar, wahrscheinlich gegen Null. Aber das beste kommt zum Schluss: Informatikunterricht von Klassenlehrern, die ja sonst nix zu tun haben an einer durchschnittlichen Mittelschule (Sozpäd/Elternersatz/Lehrstellensucher/Schulter zum Anlehnen/Grenzen aufzeigen sonst wird das mit der Integration in eine Leistungsgesellschaft a bisserl schwierig, usw.) statt die Fachlehrer für WiK zu nehmen…Fehler werden bis zum bitteren Ende durchgezogen, weil die Kultusbürokratie eben ALLES besser weiß, wie die Lehrer vor Ort. Nur ein kleiner Einblick in meine Realität. Mittelschule in Schwaben 450 Schüler, sicher kein Brennpunkt, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Lasst euch nicht unterkriegen. Grüße

Tim
1 Monat zuvor

Lehrplan dringend optimieren.

SuS und Lehrkräfte penden 5 Tage die Woche zum Gebäude… sagen wir 25 min und 25 zurück.
1 knappe Std täglich, sind 5 Std. pro Woche alleine für Pendelei.

Öffnen wir den Freitag und den Montag, so dass nur noch freiwillige Anwesenheit herrscht.
Es wird einer 32 Stunde Woche dann etwas gerechter.

TheTeacher
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim

Nur der Genauigkeit wegen: In ihrem Beispiel sind es eher etwas über 4 Stunden (5x50min = 250min = 4:10 Std.)

Wer soll freiwillig anwesend sein, Schüler oder Lehrer. Egal welche der beiden, wie soll das mit freiwilliger Anwesenheit denn praktisch funktionieren? Hybridunterricht, der in der Praxis allein technisch bedingt doch etwas bescheiden lief? Grundschulkinder mit nur drei Tagen in der Schule? Kann man das wöchentlich entscheiden?
Wenn sie mir erklären, wie das erfolgreich durchgeführt werden kann, fange ich an diesen Vorschlag ernst zu nehmen.

Veränderung nach Gen Z
1 Monat zuvor
Antwortet  TheTeacher

Habe heute was von nem Projekttag in Sachsen gelesen mit 1 Tag in nem Unternehmen oder selbststämndigem Lernen.
Lehrkräfte würden dann die 4 Tage Woche kriegen.

1/3 kann auch insg pro Woche online stattfinden per Kamera.

Wasnochalles
1 Monat zuvor

Super Idee. Kinder in die Unternehmen. Gibt´s in Thüringen auch.
Aber Moment – waren die Unternehmen nicht diejenigen, die alle im Home Office haben? Wo sollen dann die Kinder hin?
Soll die Wirtschaft jetzt die Probleme lösen, mit denen die Schule nicht klarkommt, damit Lehrer die 4 Tage Woche zu ihrer unterrichtsfreien Zeit dazu bekommen?
Und was ist mit dem Lehrplan? Den sollen jetzt auch die Unternehmen übernehmen?
Das wird alles immer irrer…!

Alter Pauker
1 Monat zuvor
Antwortet  TheTeacher

Sorry.
Hort für Betreuung,
Schule für Unterricht.
Problem gelöst.

Das größte Problem in D ist, dass man Schule mit Betreuung gleichsetzt. Trennt man das endlich, wird alles viel leichter und verständlicher.

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor
Antwortet  Alter Pauker

Betreuung ist doch fast schon ein aktiver Prozess.

Schule ist vielfach ein Hüten.

SuSanne
1 Monat zuvor

Massenkinderhaltung

Tiunej
1 Monat zuvor
Antwortet  Alter Pauker

also 50% Schule des formaligen Lehrplans
und ggf. 50% im Hort (wenn zuhause nicht alleine sein können)
Ich mein, es gibt auch Freunde mit denen gearbeitet werrden kann mal so gemeinsam

TheTeacher
1 Monat zuvor
Antwortet  Alter Pauker

Das beantwortet allerdings keine meiner Fragen.

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  TheTeacher

Sehr richtig!
Grundschulkinder mit nur drei Tagen in der Schule? Kann man das wöchentlich entscheiden?

Ergänzung: Oder vielleicht tage- / stundenweise?

  • Da freuen sich die Eltern im HO!
  • Oder es freuen sich die, die keinen Hortplatz o.ä. haben.
  • Oder es freuen sich manche Großeltern, die endlich (!!!) lernen „dürfen“, wie das mit dem Computer, Laptop, Tablet, Smartphone funktioniert!
  • Und die EuE im Hort freuen sich auch, weil sie dann mit den GS- Kids zusammen den OnlineUnterricht „mitgestalten dürfen“ …

Wenn sie mir erklären, wie das erfolgreich durchgeführt werden kann, fange ich an diesen Vorschlag ernst zu nehmen.
Ja, dabin ich ganz bei Ihnen, The Teacher!

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim

Ich weiß nicht, an was für einer Schule Sie unterrichten, aber wenn Sie Unterricht mit freiwilliger Anwesenheit einführen, dann werden genau die Kinder fehlen, die es nötigsten hätten. Sie würden also die Schere der Bildungsungleichheit immer weiter öffnen.

Die meisten Arbeitnehmer „pendeln“ zum Arbeitsplatz. Ob Sie nun 5 min, 30 min und 2 Stunden zur Arbeit pendeln, hängt übrigens von ihrem selbstgewählten Wohnort ab.

Aus meiner eigenen Klasse brauchen die meisten SuS übrigens 5-10 min mit dem Fahrrad.
Die Vorteile des Präsenzunterrichtes überwiegen da deutlich.

Tiunej
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Nicht in 2024 mit home office und flexiblen Zeiten.
Es ist irgendwie ein Unterschied wenn I pro Woche 5 Stunden pendele und meine Freundin gar nicht. Die spart sich mal so die 5 Std.
Nicht jeder Arbeitsplatz vom Gebäude her ist direkt neben dem Wohnort und die Ländl Gebieten brauchen Arbeitnehmer

Wasnochalles
1 Monat zuvor
Antwortet  Tiunej

Sie könnten sich auch ne neue Freundin suchen. Vielleicht eine mit einem weiten Arbeitsweg (für die Gerechtigkeit) oder eine, die nah an Ihrer Schule wohnt (für die Work-Life-Balance).

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  Tiunej

Ich habe auf die Schnelle nur die Angaben für 2022 gefunden, da waren ca. 24% der Deutschen zumindest „gelegentlich“ im Homeoffice, der überwiegende Teil der Bevölkerung also nicht!

Das finde ich auch nicht verwunderlich:
Wie sollen bspw. Polizisten, Feuerwehrleute, THW, Rettungswagenfahrer, Klinikpersonal, Ärzte, Verkäufer im Einzelhandel, Erzieher in der Kita, Fabrikmitarbeiter, Installateure usw. von zu Hause arbeiten?

Verschiedene Arbeitsbereiche können unterschiedlich gut im Homeoffice funktionieren. Bei uns hat sich während Corona gezeigt, dass eigenständig zu Hause lernen für viele Kinder nicht funktioniert. Ein Großteil der Aufgabe des Lehrers ist es doch, überhaupt das Lernen zu ermöglichen.

Zumindest als Lehrer mit zwei Naturwissenschaften sehe ich auch nicht, wie ich ohne massiven Mehraufwand einen guten, handlungsorientierten Unterricht mit vielen Schülerexperimenten per Videokonferenz durchführen soll.

kanndochnichtwahrsein
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

„hängt übrigens von ihrem selbstgewählten Wohnort ab.“
… nee, das hängt davon ab, wo man hinversetzt wird!
Und in gewissen Situationen kann man auch nicht (mehr) einfach mal so den Wohnort wechseln, weil der Arbeitgeber dafür sorgt, dass vorherige Planungen hinfällig werden.
Ein „normaler“ Arbeitnehmer kann sich ggf. einen neuen Arbeitgeber suchen, wenn der Chef anderes verlangt als in die eigene Planung passt.
Wir Lehrer können das nicht. Und fünf Jahre Versetzungsantragsfrist ist verdammt lang, wenn man wirklich gute Gründe hat, den Schulort zu wechseln.
Mit ÖPNV kommt man auf dem Land nicht passend zur Schule, schon gar nicht in angemessener Zeit. Da werden aus täglich zwei Autostunden gerne mal 5 Stunden im ÖPNV.

Bei Mangel an Schulplätzen entstehen (vor allem an weiterführenden Schulen) gerade im ländlichen Raum auch gerne mal ziemlich lange, (oft unnötig) weite und auch Anfahrtswege mit denkbar schlechten Verbindungen und Fahrtstrecken im ÖPNV für die Schüler mit oftmals mehr als ungünstigen Buszeiten. Viele warten nach der letzten Stunde noch lange auf ihre Verbindung, sind oft erst gegen 17 Uhr und später zu Hause. Der Rest muss bei Wind und Wetter irgendwie über freies Feld zur Schule kommen, weil das Busticket (wegen zu geringer Entfernung) nicht übernommen wird. Ich meine, es ist ein Unterschied, von einem Fünftklässler zu verlangen, täglich mit dem Rad (im Winter im Dunkeln, bei Eis und Schnee) über abgelegene Strecken zu fahren oder ein Kind in der Stadt gemeinsam mit Freunden drei Straßen weit laufen zu lassen. Folge: Elterntaxis, die alle Zufahrten verstopfen.
Die Lösung wäre ein Ticket für alle und angemessene Busverbindungen.

Realist
1 Monat zuvor

Landschule mit der immer teurer werdenden Pendelei ist halt unattraktiv mittlerweile. Die Jungen ziehen vom Land weg (keine Jobs, außer „Lehrer“), die Alten ziehen vom Land weg (keine medizinische Versorgung, keine Einkaufsmöglichkeiten) und die Arbeitenden wollen da in der Regel auch nicht wohnen (keine kulturellen Angebote außer „freiwillige Feuerwehr“ und „Schützenverein). Da lockt auch kein Beamtenstatus mehr…

Und als Lehrer in der Großstadt ist man mittlerweile als Akademiker auch gehaltstechnisch abgehängt. Auch hier nützt kein Beamtenstatus mehr…

Lehrer und Beamter lohnt sich mittlerweile nur noch mit mindestens drei Kindern. Aber auch hier sieht das Gen Z nicht mehr ein: Warum bekommt der eine für dieselbe Arbeit weit über 1000 Euro netto mehr (nach Krankenversicherung) für dieselbe Arbeit? Mittlerweile gibt’s in der Schule eine gehaltstechnichse 3-Klassen-Gesellschaft: Angestellte, Beamte ohne Kinder, Beamte mit vielen Kindern…

Samba
1 Monat zuvor

Ich kenne niemanden, der jemals gegen seinen Willen versetzt wurde.

Kami
1 Monat zuvor
Antwortet  Samba

Ich schon. In Zeiten der Schulschließungen wegen sinkender Schülerzahlen gab es durchaus Angebote wie „Wenn Sie laufbahngerecht eingesetzt werden wollen, kann ich Ihnen etwas in…. (Ortsnamen, 100km einfache Strecke vom Wohnort entfernt) ‚anbieten‘. Oder Sie arbeiten eben laufbahnfremd (anderer Schultyp, trotzdem 25 km Arbeitsweg). Ganz ohne Druck lief da kaum etwas.

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  Samba

Ich kenne 3 KuK … die waren nicht begeistert!

Samba
1 Monat zuvor

AN suchen sich einen neuen AG. Das mag stimmen. Aber wie naiv muss man sein, zu denken, dass es DEN Job zu DEN Bedingungen in DER Gegend gibt bzw. dass genau das zu der Zeit gesucht wird.
Sorry, aber so unreflektiert kann nur jemand sein, der noch nie nen Job auf dem freien Markt gehabt, gesucht oder gewechselt hat.
Oder meint hier ernsthaft irgendwer, dass alle AN beim Traum-AG in der Traum-Stadt arbeiten?

dauerlüfterin
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim

Alles kalter Kaffee. Es besteht Schulpflicht, freiwillige Anwesenheit deckt das nicht ab.

Angenehm wäre es aber schon, dann kämen diejenigen, die auch etwas lernen wollen.

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  dauerlüfterin

Dann kommen diejenigen, die ihre Freunde außerhalb der Schule selten sehen .

dauerlüfterin
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Und die der Unterricht drumrum nicht stört.

Veränderung nach Gen Z
1 Monat zuvor

Ältere Lehrer schaffen diese 50 Stunden Wochen gar nicht mehr.
Können die nicht ab 60 reduzieren bei vollem Lohnausgleich?

Die könnten auch Stunden digital anbieten und Kursen bzw Klassen online Unterricht anbieten

GriasDi
1 Monat zuvor

Onlineunterricht? Da kann man den Unterricht gleich ausfallen lassen – zumindest bei meinen Schülerinnen. Die machen den Computer an und legen sich dann wieder ins Bett.

Bla
1 Monat zuvor

Nur rein per Forma: Ich nehme an, dass mit „ab 60 reduzieren“ das Alter gemeint ist. „ab 60 Jahren reduzieren“ NICHT „ab 60 Stunden reduzieren“. Habe hier von der Redaktion mal gelesen, dass auch die Obrigkeit hier gelegentlich mitliest. Nicht dass hier noch jemand auf falsche Ideen kommt …

Wasnochalles
1 Monat zuvor

Wieso sollten sie bei vollem Lohnausgleich reduzieren?

Ich_bin_neu_hier
1 Monat zuvor

„…von einer Kollegin, die wochenlang mit Bronchitis und Lungenentzündung unterrichtete“ – Schon aus Gründen der Fürsorgepflicht hätte die Schulleitung diese Kollegin zwingend (!) heimschicken müssen.

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  Ich_bin_neu_hier

Es wird der Kollegin keiner danken,wenn sie sich die Gesundheit ruiniert hat.

Realist
1 Monat zuvor

„Ich wollte sie heimschicken, aber sie hat recht. Ich kann das keiner Nicht-Lehrkraft zumuten“, so die Schulleiterin mit Blick auf die Klasse,“

Sorry Frau Schulleiterin, Sie haben IHREN Job überhaupt nicht verstanden. Als Dienstvorgesetzte übernehmen Sie für den Dienstherren auch die Umsetzung der Fürsorgepflicht für Ihren bereich und müssen eine erkennbar schwer kranke Kollegin (Lungenentzündung ist kein Spaß!!) notfalls auch gegen deren Willen nach Hause schicken. Der Unterricht iist da erst einmal vollkommen zweitrangig!

Mariechen
1 Monat zuvor

…von einer Lehrerin, die wochenlang mit Bronchitis und Lungenentzündung unterrichtete…

Wie doof muss man sein? Solche KollegInnen sind Teil des Problems und nicht Teil der Lösung.

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  Mariechen

Selbstfürsorge Note Sechs, setzen.

Dejott
1 Monat zuvor

Also, ich habe schon mal vor Jahren 3 Klassen gleichzeitig betreut und in 3 Klassenbücher eingeschrieben. Unterrichtsausfall statistisch null.

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  Dejott

Das hatte ich vor JAHREN auch schon. Ins Klassenbuch habe ich geschrieben:
„Betreuung: Stattgefunden“

Monika, BY
1 Monat zuvor

Aber homeschooling kommt nicht in der Frage. Ist ja klar.

Ein Mädchen, von vielen, ist schon seit Wochen krank – sonst eine sehr fleißige und sehr gute Schülerin.

Was Corona vor zwei Jahren während des zwanghaften Schulbesuchs so eingerichtet hat, will immer noch keiner wissen.

So geht es auch den Lehrern. Einige schummeln, ja, aber viele doch nicht.

Monika, BY
1 Monat zuvor

Wir waren zwei und halb Jahre während der Corona zu Hause. Isoliert. Es war ein Kampf mit Behörden, ja.

Aber wir bereuen es nichts.

Die Kinder haben zu Hause mehr gelernt, als je in der Schule, sich gesunder ernährt, viel mehr geschlafen und alle schulische Pflichten locker nachgegangen.

Und was am wichtigsten ist, alle um uns sind jetzt krank – nur wir, und sehr wenige, nicht.

Monika, BY
1 Monat zuvor

Man ignoriert heutzutage wissenschaftliche Fakten sehr gerne.

Sei 14 Jahren haben wir Schulkinder. Insgesamt waren sie wegen der Krankheiten (Viren, Bakterien), beide, 5 Tage abwesend in der Schule + 2 und halb Jahre wegen Corona (unsere, und zwar sehr gute und nachvollziehbare Entscheidung) + 1 Woche wegen der Verletzung am Schulausflug.

Dass die ganze Familie nur so, wie aus dem nichts gegen Viren und Bakterien immun ist, ist doch kein Zufall. Aber viele nehmen es leider so an. Unser Immunsystem ist nicht mit unzähligen Antibiotika, Viren und Bakterien überstrapaziert und geschwächt.

Das Immunsystem sind keine Muskel, die durch Kraftübungen stärker werden.