Strohfeuer „Bildungsallianz“? Stoch moniert fehlenden Termin – und bekommt prompt einen

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STUTTGART. Im Februar trafen sich Regierung und Opposition in Baden-Württemberg zu einem ersten Gespräch über eine sogenannte Bildungsallianz. Um Ostern wollte man sich erneut treffen. Noch gibt es aber keinen neuen Termin, kritisierte SPD-Chef Stoch. Und bekam prompt eine Einladung.

Irgendwie brennt’s noch nicht so recht. Foto: Shutterstock

Nach einem ersten Gespräch zwischen Regierung und Opposition über gemeinsam getragene Bildungsreformen in Baden-Württemberg forderte SPD-Fraktionschef Andreas Stoch von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die zeitnahe Einladung für ein weiteres Treffen der möglichen Bildungsallianz. Er fordere den Ministerpräsidenten auf, «nun sehr zeitnah zu einem nächsten Gespräch einzuladen und einen Vorschlag für den weiteren Fortgang des Prozesses zu unterbreiten», schrieb Stoch in einem Brief an Kretschmann, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Beim letzten Treffen Ende Februar sei man übereingekommen, dass ein weiteres Treffen um Ostern stattfinden solle. «Leider liegt uns bis heute von Ihnen keine Einladung für einen solchen Folgetermin vor», so Stoch. Man habe die Gespräche als ernstzunehmenden Versuch einer Einigung zwischen den demokratischen Fraktionen des Landtags verstanden. Man werde aber nicht hinnehmen, «wenn dieser Prozess verschleppt wird und in der Öffentlichkeit der Eindruck entsteht, dass es hier allein um taktische Motive, nicht aber um einen wirklichen Willen zur Einigung geht».

Aus Sicht von Stoch müssen schnell Lösungen erarbeitet werden, um den Schulen und Kitas im Land zu helfen. «Das Ziel muss daher sein, die Gespräche bis zum Sommer zu einem Ergebnis zu führen», schrieb Stoch. Er rechne mit harten Gesprächen, sehe aber auch mögliche Kompromisse, etwa bei der frühkindlichen Bildung.

Die Reaktion kam prompt: Die Landesregierung lädt die Fraktionschefs von Grünen, CDU, SPD und FDP für Anfang Mai zu einem weiteren Gespräch über gemeinsam getragene Bildungsreformen ein. Man wolle gerne zu einer Fortsetzung der Gespräche für den 2. Mai ins Kloster Bebenhausen bei Tübingen einladen, schreiben Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Kultusministerin Theresa Schopper (beide Grüne) in einem Brief an die vier Fraktionsvorsitzenden. Das Schreiben liegt ebenfalls der Deutschen Presse-Agentur vor.

Bei ihrem ersten Gespräch hatten Ministerpräsident Kretschmann, Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) und die Fraktionschefs von Grünen, CDU, SPD und FDP im Landtag keine konkreten inhaltlichen Beschlüsse gefasst. Es sei eine Sammlung der drängendsten Themen in der Bildungspolitik erstellt worden, die man bis zum nächsten Termin ordnen wolle, hatte Kultusministerin Schopper nach dem Treffen gesagt.

Jetzt schreiben Schopper und Kretschmann: «Der offene, ernsthafte und engagierte Austausch bei dieser Gelegenheit hat gezeigt, welche Bedeutung wir alle diesem Thema beimessen.» News4teachers / mit Material der dpa

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4 Kommentare
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Der Zauberlehrling
15 Tage zuvor

Herr Stoch – tun Sie uns Lehrern aus Baden-Württemberg, die Sie als Kultusminister haben ertragen müssen einfach einen Gefallen – seien Sie still und setzen Sie sich.

Sie haben genug Murks gebaut und haben Ihre Zeit an der Spitze des Kultusministeriums nicht sinnvoll genutzt.

Rüdiger Vehrenkamp
14 Tage zuvor

Oje, Herr Stoch…

Definitiv kein Mann, dem man weiteres Herumpfuschen in der Bildungspolitik erlauben sollte. Er hat als Kultusminister in BW ein gutes Schulsystem kolossal an die Wand gefahren.

Rüdiger Vehrenkamp
12 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Herrn Stoch sehe ich in seiner Funktion als ehemaligen Kultusminister durchaus in Verantwortung für das Bildungssystem in BW, wurde es doch unter seiner Amtsinhaberschaft kolossal verändert – und das rückblickend eben nicht zum Guten. Baden-Württemberg hat sich seitdem in allen Vergleichen schön auf die hinteren Plätze durchgearbeitet.

Dazu gab es zu Beginn seiner Amtszeit 2013 andere Probleme in der Schule als heute. Weitere hat er damals (gemeinsam mit seinem Team und den Parteien SPD und Grüne) leider selbst geschaffen.