Hamburger Schüler fahren ab September deutschlandweit kostenfrei (Steuerkasse zahlt)

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HAMBURG. Freifahrten für alle Hamburger Schüler: Im nächsten Schuljahr können sie durch Hamburg und ganz Deutschland kostenlos Bus und Regionalbahn fahren. Die Rechnung dafür übernimmt die Steuerkasse.

Hamburger Schülerinnen und Schüler werden mobil. Foto: Shutterstock

Ab September können alle Hamburger Schüler den Nah- und Regionalverkehr deutschlandweit umsonst nutzen. Zurzeit hätten bereits rund 100.000 Schüler ein reduziertes Deutschlandticket für 19 Euro im Monat. «Für sie und ihre Familien wird das Angebot jetzt noch attraktiver, wir senken die Kosten auf null», sagte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne). Rund 210.000 in Hamburg wohnende Schülerinnen und Schüler an 482 Schulen sind zur Freifahrt berechtigt. Sie müssen sich bloß digital eine Chipkarte bestellen. Über 16-Jährige müssen eine Schulbescheinigung hochladen.

Die Neuerung kostet die Steuerzahler nach Berechnung des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) 98 Millionen Euro pro Jahr. Der Betrag sei bereits im Haushalt der Schulbehörde eingeplant, sagte Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD). Davon profitierten alle Hamburger Schülerinnen und Schüler. «Sie gewinnen an Mobilität während des Schuljahres und auch in den Schulferien, können viel besser am sozialen und kulturellen Leben teilnehmen», sagte die Senatorin. HVV-Geschäftsführerin Anna-Theresa Korbutt meinte: «Einen besseren Weg, junge Menschen für klimafreundliche Mobilität zu begeistern, gibt es nicht.» Kinder und Jugendliche aus dem Hamburger Umland brauchen in Hamburg weiterhin ein bezahltes Ticket.

Auf die Frage, ob die Hamburger Schüler auch in den nächsten Jahren gratis Bus und Bahn fahren dürfen, antwortete der Verkehrssenator: «Also wir führen das jetzt ein, um es zu haben, und die Debatte um das Deutschlandticket auf Bundesebene ist davon losgelöst.» Bei der Finanzierung des Deutschlandtickets für 2024 sieht Tjarks den Bund in der Pflicht. Er müsse zugesagte, aber im Jahr 2023 nicht verbrauchte Gelder auf 2024 übertragen.

Hamburgs rot-grüne Koalition hat den Preis für die Schülerkarte bereits in der Vergangenheit reduziert, seit August 2021 kostete die HVV-Abokarte statt 42,50 Euro nur noch 30 Euro, seit Mai 2023 als Deutschlandticket nur noch 19 Euro. Schulkinder im Leistungsbezug mit Sozialrabatt – das sind nach Angaben von Bekeris 19 Prozent – fahren schon jetzt gratis. News4teachers / mit Material der dpa

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1234
2 Monate zuvor

Ich finde die tendenziöse Überschrift problematisch. Das ist für die Schulen eine enorme Entlastung, weil keine Tickets für Ausflüge mehr gekauft werden müssen oder Geld eingesammelt werden müssen. Klassenfahrten werden günstiger. Und es ist auch eine tolle Investionen für die Jugendlichen, die mobil gemacht werden. Das sollte deutschlandweit Schule machen.

Realist
2 Monate zuvor
Antwortet  1234

Hamburg = äußerst finanztarke Kommune (Land = Kommune).

Die muss auch keinen Busverkehr für Schüler extra finanzieren, das erledigt alles der ÖPNV, d.h. keine Doppelbelastung.

Arme Flächenkommunen sind schon mit dem Schülerbusverkehr gut gefordert. Die haben oft nicht einmal Geld, ihre Schulen zu renovieren. Und was soll da ein Deutschlandticket nutzen, wenn der Bus nur zweimal am Tag und am Wochende gar nicht fährt und die nächste Bahnhaltstelle 20km weit weg ist?

Unfassbar
2 Monate zuvor
Antwortet  1234

Klassenfahrten werden nur dann günstiger, wenn die An- und Abreise mit dem ÖPNV erfolgt. Eintägige Exkursionen werden aber in der Tat einfacher und (für die Eltern) günstiger.

Enjoy your chicken Ted
2 Monate zuvor
Antwortet  1234

Empfinde ich auch so, könnte ruhig neutraler sein.

Für die Brennpunktschulen und KESS 1-2 Schulen ist das sehr sinnvoll. Nicht nur wegen der vorhanden Tickets für Ausflüge, sondern auch weil die SuS dann mal endlich aus der Wohnung raus kommen und nicht an den Wochenenden oder in den Ferien die Schule vandalisieren.

Unsere Kinder sind unsere Zukunft und sollten auch dementsprechend behandelt werden.

Palim
2 Monate zuvor
Antwortet  1234

Das sollte deutschlandweit Schule machen.“
Ja, wenn dann auch ein Bus käme.

Können die Schüler:innen in den anderen BL zwischen Zuschuss für das Fahrrad oder Taxi-Gutscheinen wählen?

Mo3
2 Monate zuvor

Der ÖPNV muss ja ohnehin irgendwie subventioniert werden, aber ob dafür unbedingt Mittel aus dem Schuletat fließen müssen, die anderweitig vielleicht dringender gebraucht werden … ?

Lisa
2 Monate zuvor

Ich finde es cool und freue mich für die Hamburger Schüler. Nord- und Ostsee sind nicht weit weg, auch Berlin ist in Reichweite. Ich hoffe, dass sie was draus machen aus dieser Freiheit.