„Sie wollen ja keine Professoren werden“: Lehramtsstudium wird fachlich abgespeckt

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SCHWERIN. Weniger als die Hälfte der jungen Leute, die in Mecklenburg-Vorpommern ein Lehramtsstudium beginnen, kommt auch an den Schulen im Land an. Viele bleiben auf der Strecke. Doch das soll sich ändern.

Weniger ist (manchmal) mehr. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Mit einer Reform des Lehramtsstudiums will Mecklenburg-Vorpommern die bislang hohen Abbrecherquoten senken und so den wachsenden Bedarf an Nachwuchspädagogen sichern. Die im Bundesvergleich extrem hohen fachlichen Anforderungen an den beiden Universitäten im Land seien bislang ein Hauptgrund dafür, dass überdurchschnittlich viele angehende Lehrkräfte vorzeitig das Handtuch werfen, sagte Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD) in Schwerin. «Abbrecherquoten von 70 Prozent beim Regionalschullehramt und 48 Prozent bei Lehrern für das Gymnasium sind Beleg dafür, dass die derzeitige Ausbildung nicht gut genug ist.»

Deshalb sollen der fachspezifische Anteil der Lehrerausbildung auf das Maß des bundesweiten Durchschnitts reduziert, Didaktik und Pädagogik aber ausgebaut werden. Angehende Mathematik- oder Physiklehrer etwa sollen im Studium nicht mehr wie bisher zusammen mit künftigen Mathematikern oder Physiker unterrichtet werden. «Sie wollen ja keine Professoren werden, sondern brauchen das nötige Rüstzeug, um Wissen zu vermitteln und bei Schülern Kompetenzen zu entwickeln», erklärte die Ministerin.

«Unser Ziel ist es, die Qualität der Ausbildung zu erhöhen, die Abbrecherquote spürbar zu senken und auch neue Zielgruppen für den Lehrerberuf zu erschließen»

Zudem sei es der erklärte Wunsch der Studierenden, den Praxisbezug schon während des Studiums deutlich auszuweiten. Beidem werde mit der Reform entsprochen, betonte Martin. Die Studiengänge für Lehrkräfte an Regionalschulen und an Gymnasien sollen zusammengelegt, die bislang hohe Prüfungslast reduziert werden. «Unser Ziel ist es, die Qualität der Ausbildung zu erhöhen, die Abbrecherquote spürbar zu senken und auch neue Zielgruppen für den Lehrerberuf zu erschließen», sagte Martin. Es müssen alles dafür getan werden, dass die Schülerinnen und Schüler ausreichend Lehrer haben.

Die CDU kritisierte die Pläne der rot-roten Regierung, vor allem den gemeinsamen Studiengang für alle Lehrkräfte der Sekundarstufe. «Der Einheitslehrer kommt eben doch», sagte CDU-Landtagsfraktionschef Daniel Peters. Er äußerte die Ansicht, dass der Verzicht auf eine spezielle Ausbildung von Gymnasiallehrer zwangsläufig zur Auflösung der Gymnasien führe. «Lehrkräfte sollen dorthin zwangsabgeordnet werden, wo das Bildungsministerium sie haben will. Spezialisierung war gestern. Bildung verkommt damit zum Einheitsbrei», erklärte Peters. Martin hingegen hatte sich überzeugt gezeigt, dass die gemeinsame Ausbildung Vorteile bringt und die Einsatzmöglichkeiten der Absolventen  größer werden. Andere Bundesländer würden diesen Weg bereits beschreiten.

Die notwendigen Gesetzesänderungen werden nach Angaben der Ministerin noch vor der Sommerpause im Kabinett abschließend beraten und dann im September zur Beschlussfassung dem Landtag vorgelegt. Martin bezifferte die mit der Reform verbundenen Kosten auf insgesamt 50 Millionen Euro innerhalb der kommenden fünf Jahre. Der Großteil komme vom Land, 7,5 Millionen müssten die Universitäten in Rostock und Greifswald selbst aufbringen.

Laut Martin werden zur Deckung des Lehrerbedarfs in Mecklenburg-Vorpommern bis 2030 etwa 2600 zusätzliche Pädagogen benötigt. Um diese Zahl zu erreichen, sollen auch weitere Wege für sogenannte Seiteneinsteiger geöffnet werden. Derzeit würden etwa 1000 junge Leute pro Jahr in Mecklenburg-Vorpommern ein Lehramtsstudium beginnen, gut 500 erreichten das Staatsexamen, 400 davon nähmen ihre Tätigkeit an einer Schule im Land auf.

Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) hatte bereits für den Beginn des Schuljahres 2024/25 Verbesserungen im Referendariat und bei der Qualifizierung von sogenannten Seiteneinsteigern angekündigt. Da ganz Deutschland unter Lehrermangel leide, versuche Mecklenburg-Vorpommern, im Vorgriff auf die große Reform des Lehrerbildungsgesetzes im Land den Beruf attraktiver zu machen. «Wir hoffen auf eine schnelle Wirkung. Denn wir brauchen die Lehrer jetzt», betonte die Ministerin.

So können Praxiseinsätze während des Lehramtsstudiums auf das 18-monatige Referendariat angerechnet werden, das sich dann auf zwölf Monate verkürzen kann. Zudem sollen die Betreuung durch erfahrene Pädagogen verbessert und der Prüfungsaufwand reduziert werden.

Früheren Angaben zufolge scheiden in Mecklenburg-Vorpommern bis 2030 etwa 7000 der rund 12.600 Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen altersbedingt aus dem Dienst aus. Somit sind jährlich etwa 1000 Neueinstellungen erforderlich, um das Ausscheiden zu kompensieren und Zusatzbedarfe zu decken. Weil dies allein mit Lehramtsabsolventen nicht zu schaffen sei, sollen vermehrt auch Seiteneinsteiger in den Schuldienst übernommen und berufsbegleitend qualifiziert werden. Nach Angaben Oldenburgs wurden in den Jahren 2022 und 2023 in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 1900 Lehrerinnen und Lehrer eingestellt, 700 davon als Lehrkräfte im Seiteneinstieg. News4teachers / mit Material der dpa

Woher kommt der Lehrermangel? Fast die Hälfte der Lehramtsstudierenden geht auf dem Weg in den Beruf verloren

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Blume :-)
28 Tage zuvor

Zu geringes Gehalt gegenüber anderen Jobs im akademischen Bereich, Stress, schlechte Arbeitszeiten und keine flexiblen Arbeitsmöglichkeiten sind für junge Menschen nicht attraktiv.
Wir müssen irgendwie 1-2 Schultage öffnen und flexible Angebote machen: Lerntage, Homeschooling, Projekte.

Unfassbar
28 Tage zuvor
Antwortet  Blume :-)

Das geringe Gehalt kann man dann durch die fachlich schlechtere Ausbildung erklären.

Unkraut :-(
25 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Stimmt, weil jetzt ist das Gehalt weder zu erklären noch zu rechtfertigen.
„Zu geringes Gehalt gegenüber anderen Jobs im akademischen Bereich“ ist eine ziemlich überhebliche und vor allem falsche Aussage.
Bei den flexiblen Angeboten bin ich aber sogar mit Blume 🙂 einer Meinung. Allerdings sollte das Ferienmodell dringend überdacht und überarbeitet werden.

Mika
23 Tage zuvor
Antwortet  Unkraut :-(

Ja, ich würde meine 30 Tage Urlaub gern außerhalb der teuren Ferienzeiten nehmen, da stimme ich Ihnen vollumfänglich zu.
Mika, Lehrkraft

RSDWeng
28 Tage zuvor
Antwortet  Blume :-)

…und durch diese Angebote das Können und Wissen der Schülerinnen und Schüler noch mehr absenken.

Joe
28 Tage zuvor
Antwortet  Blume :-)

Richtig! Urlaub nur in den teuren Ferienzeiten. Keine Gleitzeit möglich! Aufstiegsmöglichkeiten kaum vorhanden. Beförderungen mit lächerlichem Gehaltszuwachs. Freistunden, Aufsichten und Konferenzen, die nicht im Stundendeputat berücksichtigt werden. Warum sollte man das wollen? Erstmal sollten die Arbeitsbedingungen verbessert werden!

nurmalso
28 Tage zuvor
Antwortet  Blume :-)

Ich weiß jetzt nicht so genau, was Sie unter Lerntagen verstehen.
In Bezug auf Homeschooling und Projekte

nurmalso
28 Tage zuvor
Antwortet  Blume :-)

Huch, zu früh abgeschickt…
Also: In Bezug auf Homeschooling und Projekte kann ich nur sagen, dass dies im Vergleich zu „normalem“ Unterricht eine immense Mehrbelastung bedeutet.

Anka
27 Tage zuvor
Antwortet  nurmalso

Für junge Menschen nicht mehr attraktiv. Da gibt es viele digitale Nomaden, die von überall arbeiten, nur nicht 5 Tage an einem festen Ort.

Pit2020
27 Tage zuvor
Antwortet  Anka

@Anka

Ach darum die extremen Fehlzeiten von einigen SuS! 😉

SoBitter
28 Tage zuvor

Daran liegt es nicht!
Aber glaubt doch, was ihr wollt. Macht ihr ja eh. Euch KMs ist einfach nicht zu helfen.

Stefan
28 Tage zuvor
Antwortet  SoBitter

Doch, daran liegt es sehr wohl!
Im Moment kannst du mit Lehramt, da du ja ein fachlich hochwertiges Studium hast, sehr gut in andere Branchen abspringen.
Wenn wir jetzt aber nur noch Buch+1 in der Uni lernen, hat das zwei super Vorteile (also für das KuMi)

1) Die Leute werden nicht mehr abgeworben, weil sie fachlich nicht mehr den Fachstudis mithalten können. Damit laufen mir 30-50% nicht mehr weg.
2) Es ist kein wirklich wissenschaftliches Studium mehr. Gleich kann man da nichts machen, aber man könnte noch in ein paar Jahren A13 aufteilen, in A13w (wissenschaftlich) und A13p (pädagogisch). Und dann zieht man den A13p etwas langsamer an. In der Stufe ist keiner gesunken…

Außerdem ist das echt immer ein Schrott. Ich bin echt froh, wissenschaftlich studiert zu haben. Natürlich brauche ich das nicht alles, aber es hilft, sich echt auszukennen. Ich stehe doch da mit viel mehr Autorität vorne. Klar kann man am Studium einiges verändern, aber das Niveau fachlich zu senken, nur um wichtig notwendige Didaktikkurse reinzuheben ist aus meiner Sicht nicht der richtige Weg. Klar wären praktische Anteile dringend notwendig, die kommen aber nicht. Wer soll denn das machen? Die Lehrer, die noch in der Schule stehen, werden sicher nicht abgeordnet werden, die müssen ja in der Schule stehen… Studenten an die Schulen wäre die andere Lösung, nur wer soll die denn betreuen? Die Lehrer, die noch in der Schule stehen, unterrichten ja …

laromir
27 Tage zuvor
Antwortet  Stefan

Gibt ja noch die Möglichkeit, erstmal wissenschaftlich zu studieren und dann eben Quereinsteiger zu werden. Dann hält man sich alle Wege offen. Fängt dann eben keiner, der noch ein wenig Verstand hat, mit einem reinen Lehramtsstudium an. Aber ist doch statistisch gesehen super, wer nicht anfängt, kann auch nicht abbrechen… der Rest ist selbst schuld und muss da durch. Ich bin froh, dass ich mit den „normalen“ Studis das „normale“ Zeug lernen musste. Hat mir nämlich viel Spaß gemacht.

Unfassbar
28 Tage zuvor

So wie es an der Schule gemacht wurde, kommt es auch an die Uni: Absolventenzahlen steigern durch Absenken der Anforderungen.

Mit dem Ausbau der pädagogischen und didaktischen Veranstaltungen kann ich lesen, vorausgesetzt sie bringen auch etwas und werden nicht von Dozenten abgehalten, die die Schule nur vom weit entfernten Elfenbeinturm kennen.

PaPo
27 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Eines der Probleme ist allerdings, dass die zeitgeistabhängige Pädagogik und Didaktik insg. an erheblichen Empiriedefiziten leidet, nicht sonderlich konplex ist (und danit nicht derart viel Platz benötigte) und an der Realität scheitert.

Meine Idee ist ja eine komplett andere, eher in Richtung Studium generale, in dem ausgänglich alllg. wissenschaftliche Grundlagen (Wissenschaftsgeschichte, -theorie, Stochastik, Empirie etc.) verpflichtemd sind, die Polyvalenz des Studiums noch erhöht (statt – wie jetzt – reduziert) wird und man sich davon ausgehen spezialisiert.

Unfassbar
27 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Das Problem mit dem Zeitgeist sehe ich auch. Die Forderung nach der Senkung der Anforderungen ist ja auch ein aus der Not geborener Vorschlag aus dem aktuellen eher wissenschaftsfeindlichen (im klassischen Sinne) Zeitgeist.

PaPo
28 Tage zuvor

„Sie wollen ja keine Professoren werden […].“
Geht es nur mir so… oder ist das unfassbar despektierlich?

Canishine
27 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Nein, nicht nur Ihnen. Daraus spricht ohnehin schon das akademisch geringere Ansehen der Lehramtsstudierenden (, trotz nahezu gleicher Ausbildung), welches weiteren Schaden nehmen kann. Auch bei angehenden Akademikern (Oberstufenschülern).

Hysterican
27 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Jepp, aber das merke die meisten gar nicht mehr… wir sind es doch mittlerweile gewöhnt, als Deppen der Nation zu gelten.

Universaldilletanten, die nix richtig können, alles müssen aber nix dürfen

447
27 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Sie wollen „Hans Dampf in allen Gassen“.
„Hans Dampf“ wird nur auch entsprechend behandelt.

Und nö, geht nicht nur Ihnen so.

Ich ziehe daraus die Schlussfolgerung, mehr über Gefühle quatschen zu lassen, keine Vokabelteste zu schreiben und den Akku dieser Drohne gut geladen zu halten.

„I don’t care, I love it…“
Geliefert wie bestellt.

Echte Förderung kriegen nur SuS, die das selber wollen.

Besseranonym
27 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Nein, das ist nicht nur despektierlich sondern richtig elfenbein-doof.
Wie soll den jemand, der keinen drive, keine eigene Entwicklung möchte, empathisch Kids dazu bringen, Ihre Chancen und Möglichkeiten ( Prof werden ist ja nur eine) zu sehem und zu nutzen ?

Gelbe Tulpe
28 Tage zuvor

Wenn dadurch die extrem hohen Durchfallquoten in den MINT-Fächern gesenkt werden, ist das schon mal ein sehr großer Schritt in die richtige Richtung. Natürlich muss man darüber hinaus weg von den extrem hohen Arbeitszeiten im Ref, die bisweilen auch mal 100 Stunden pro Woche betragen können.

Pädagogische Fachkraft
27 Tage zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Sollen dann die fachlichen Versager die zukünftigen Schüler unterrichten? Immer mehr Referendare kommen jetzt schon mit so großen fachlichen Lücken an die Schulen, dass dies einen Einsatz in der zweiten Hälfte des Referendariats zumindest sehr fraglich erscheinen lässt. Wer sein Fach nicht beherrscht, sollte nicht Lehrkraft sein – zumindest nicht am Gymnasium. Aber der neue Einheitslehrer braucht augenscheinlich wenig Niveau, das lässt die schlimmsten Befürchtungen aufkommen.

Mika
27 Tage zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Durchfallquote bei den MINTis? Gibts da nicht was von Ratiopharm?

Katze
26 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Nee, von Rational und Realist.
Einnahme vor der Konfrontation mit neuen Studien, Expertisen, modernen Reformideen, Verflachungs- und Sturzflugphantasien sowie(Heraus)Forderungskatalogen unserer Kultus-Koryphäen.

Für frustrierte überqualifizierte MINT-Bestandslehrkräfte empfehle ich „Egal“ und für ganz hartnäckige Fälle „Scheißegal“ mit dem „Rutsch mir doch Faktor“ und dem „Leck mich Effekt“.
Aus dem Hause „Du mich auch“.

447
23 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Ich persönlich unterstütze das segr digital orientierte Start-up „MESA“.

„Herr 447, sind das Kurven von cryptos, was sie da tun? (sic!)“
„Ja, lieber XYZ. Es ist doch 5-Minutenpause und Du hast uns doch heute allen mitgeteilt, wie ’shice‘ Du Unterricht findest. Deine Fragen kannst Du gerne in der Stunde stellen. Hetzt ist Pause“.

Tuuuut-tuuuuuuuuut, huff-puff, da rollt der Bildungszug erstmal langsam an, die Vapes mit der Dampflokomitiven betrieben werden („Da isser wohl kein Feuer drin!“ (sic!)) müssen erst warmlaufen.

Katze
28 Tage zuvor

«Sie wollen ja keine Professoren werden, sondern brauchen das nötige Rüstzeug, um Wissen zu vermitteln und bei Schülern Kompetenzen zu entwickeln».

Welche Kompetenzen? Ach so, Kompetenzen im weiteren fachlichen Abspecken, im Prüfungsdruck – und aufwand Reduzierens, im bei fachlichen Anforderungen zielorientierten Handtuchwerfens oder auf der Strecke Bleibens, im kollektiven Einheitsbreikochens, im den immensen Leistungsdruck Bejammerns usw. .

„Zudem sollen die Betreuung durch erfahrene Pädagogen verbessert … werden.“
Hä? Erfahrene Bestandslehrkräfte mit ihrem extrem hohen fachlichen Ausbildungsniveau verfügen doch gar nicht über diese Kompetenzvermittlungskompetenz. Die würden doch die neuen Lehramtsanwärter nur (v)erschrecken.
Brauchts noch eine Ausbildungs- und Betreuungs-Softie-KI mit Druckvermeidungs- und Faktenwissenreduzierkompetenz.
Da lässt sich doch sicher etwas machen.

Damit dem Engagement und der Kreativität der zukünftigen Lehrergeneration nichts im Wege steht, sind wir dann mal weg.

Egvina
28 Tage zuvor

Ich glaube nicht, dass das Problem das Studium/ Referendariat ist. Es liegt vielmehr an den Arbeitsbedingungen. Aber an die will niemand ran.

JoS
27 Tage zuvor
Antwortet  Egvina

Das Studium, vielleicht abgesehen von MINT, sicher nicht. Das Referendariat in seiner heutigen Form ist hingegen schon ein gewaltiges Problem. Angefangen von den Arbeitszeiten und der Bezahlung auf/unter Mindestlohnniveau bis hin zur willkürlichen Bewertung.

Walter Hasenbrot
28 Tage zuvor

Auch eine fachliche Reduzierung des Studiums macht den Beruf der Lehrkraft weniger attraktiv.

Wenn ich damals nur ein Schmalspurstudium hätte absolvieren dürfen, hätte ich einen anderen Beruf gewählt.

Lehrer
28 Tage zuvor

Ich lese immer alle Beiträge sehr interessiert, aber dieses Mal beschäftigt mich das gewählte Bild zum Artikel mehr als der Artikel selbst.
Aus welchem Grund wird im Zusammenhang mit „abspecken des Lehrplans“ das symbolische Bild einer jungen Frau gewählt, die glücklich lächelt, weil sie abgenommen hat? Das finde ich völlig deplaziert in diesem Zusammenhang. In diesem Beitrag geht es doch um eine seriöse und fachlich fundierte Berichterstattung über ein wichtiges Thema und nicht um die Bestätigung eigentlich überholter, althergebrachter Klischees, die damit gar nichts zu tun haben. Eine wirklich unglückliche und ärgerliche Auswahl. Wenn überhaupt, dann hätte man genau hier auch das Bild eines Mannes nehmen können oder ein Bild von Mann und Frau.

JoS
27 Tage zuvor
Antwortet  Lehrer

Ich stimme Ihnen zu, das Bild reproduziert Sexismus. @Redaktion: Enttäuschend, dass sowas ausgerechnet von Ihnen kommt

447
27 Tage zuvor
Antwortet  JoS

Und ich wundere mich immer, wer bei wirklich jedem Bild von Menschen und den absonderlichsten Zusammenhängen immer an Sex denkt…vielleicht (aber nur vielleicht!) können Menschen auch froh sein abzuspecken ganz OHNE dabei gleich an Bettsport zu denken…sondern sich vielleicht einfach gut fühlen?

„Sexismus“, lol.
Die Keule für die, die ausser Keulen nix haben…

PaPo
27 Tage zuvor
Antwortet  447

„‚Sexismus‘, lol.
Die Keule für die, die ausser Keulen nix haben“
Concept creep halt…

Lisa
27 Tage zuvor
Antwortet  447

Sexismus ist nicht Sex, sondern Diskriminierung auf Grund des Geschlechtes.
Erkenne ich in dem Bild nicht wirklich. Der Vergleich von Abnahme von Gewicht und das beglückte Gesicht der Dame mit Abnahme von Lehrerwissen sah ich jetzt eher ironisch.

JoS
27 Tage zuvor
Antwortet  447

Wer bei Sexismus an Sex denkt, hat so einiges nicht verstanden.

Bla
27 Tage zuvor
Antwortet  JoS

Das müssten Sie etwas näher erläutern bitte. Also was dieses Bild genau mit Sexismus zu tun hat.

JoS
27 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Wieso? Haben Sie die Erklärung von „Lehrer“ etwa nicht verstanden?

PaPo
26 Tage zuvor
Antwortet  JoS

Es ist in der Tat nicht zu verstehen, inwiefern das Bild sexistisch sein soll.
Ich bitte um Erläuterung.

JoS
26 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Sorry, aber um mit der naiven Tour durchzukommen, sind Sie hier schon zu sehr einschlägig bekannt.

PaPo
25 Tage zuvor
Antwortet  JoS

Und zwar als jmd., der concept creep und ähnliche ‚Kuriositäten‘ benennt. Dann also klar heraus: Nein, das Bild hat offenbar nichts mit Sexismus zu tun. Sie sehen ja selbst, dass auch andere diese Wahnehmung nicht mitgehen und um Erläuterung bitten, inwiefern es sexistisch sein sollte. Zur Erinnerung, @Lisa hat bereits skizziert, was per definitionem Sexismus ist. Dorsch definiert Sexismus folgendermaßen:

Spoiler

„Sexismus […} zeigt sich in vorurteilsbesetzten […] Einstellungen und diskriminierenden Verhaltensweisen gegenüber Personen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit. […] Ähnlich wie beim Konzept des Rassismus wird zw. dem traditionellen und dem modernen Sexismus unterschieden. Traditioneller Sexismus zeigt sich in der Unterstützung traditioneller Geschlechterrollen, ist von der Minderwertigkeit des weiblichen Geschlechts überzeugt und betont generell persönlichkeitsspezif. Unterschiede zw. Männern und Frauen (Frauen sind emot. […] weniger durchsetzungsfähig, Männer sind rational und aggressiver […]). Die Varianten des modernen Sexismus zeigen sich in einer explizit so bezeichneten Form – dem modernen Sexismus und dem ambivalenten Sexismus Moderner Sexismus akzeptiert die Diskriminierung von Frauen nicht und ist der Überzeugung, dass bereits jetzt die Gleichberechtigung von Männern und Frauen realisiert ist. Im ambivalenten Sexismus werden sowohl pos. wie neg. Formen des Sexismus unterschieden. Sexismus zeigt sich demnach einmal in der Form des benevolenten (wohlwollenden) Sexismus, wonach Frauen umsorgt und beschützt werden sollen, aber auch in der Form des hostilen (feindseligen) Sexismus, der sich in einer neg. Bewertung von Frauen zeigt. In beiden Fällen wird die Dominanz des Mannes über die Frau propagiert: Frauen als das schwache Geschlecht bedürfen der Unterstützung der patriarchalischen Männerwelt bzw. werden in der hostilen Variante als nicht gleichberechtigt angesehen und damit z. B. aus best. Positionen in der Arbeitswelt ausgeschlossen. In neueren Arbeiten (Ashmore et al., 1995) wird sowohl auf der Basis theoretischer Überlegungen, aber auch bei der Erfassung von Sexismus durch entspr. Skalen die inhaltlich strukturierte Mehrdimensionalität von Sexismus (auf der Berufsebene, der indiv. Ebene, der interpersonellen Ebene und der soziokult. Ebene) untersucht“ (https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/sexismus).

Also nochmal: Inwiefern „reproduziert“ das Bild Sexismus?
Die Bitte um Erläuterung war ernst gemeint, ich spekuliere nicht gerne über opake Rezeptionen/Interpretationen anderer Menschen. Ich müßte da Haken schlagen, um irgendwie zu konstruieren, dass das Bild Sexismus „reproduziert“ o.ä. – soll ich jetzt spekulieren, ob Sie meinen, dass das Bild in einer Art und Weise „persönlichkeitsspezif. Unterschiede zw. Männern und Frauen [betont]“, die der Definition entsprechen o.ä.? Selbst das fiele mir schwer, verrät eine solche Definition m.E. ja mehr über denjenigen, der das Bild interpretiert, als über eine vermeintl. objektive Botschaft des Bildes.

Der Begriff des Sexismus wird oftmals recht willkürlich benutzt, regelmäßig auch dort, wo er nicht einschlägig ist, etwa schon bei sexualisierenden Darstellungen (Bsp.: Eine halbnackte Frau räkelt sich in der Autowerbung) u.ä.

JoS
25 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Auch mit noch mehr Geschwafel der bei Ihnen üblichen Art können Sie nichts daran ändern, dass Sie hier einschlägig bekannt sind und ich Ihnen deshalb nicht mehr Aufmerksamkeit als nötig widme.

Bla
25 Tage zuvor
Antwortet  JoS

Dann dürfen Sie gerne trotzdem mir darauf antworten.

PaPo
25 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Wollte gerade noch an Sie verweisen. ^^

PaPo
25 Tage zuvor
Antwortet  JoS

Als was bin ich denn einschlägig bekannt?
Richtig, ich schrieb es bereits, als jmd., der concept creep und ähnliche ‚Kuriositäten‘ benennt – hier: Ihre Behauptung, das Symboldbild „reproduzier[e]“ irgendeinen Sexismus. Tut mir unfassbar Leid, dass ich bekanntermaßen Unsinn nicht einfach unkommentiert lasse – nicht.

Immer wieder faszinierend, wie die üblichen Verdächtigen hier (und andernorts) komplett ungeniert absurdestes, abenteuerlichstes und gräulichstes behaupten, dann aber, wenn man nachfragt, Dgl. erläutert wissen möchte, mangels tatsächlicher Argumente persönlich und despektierlich werden, obwohl sie es sich nicht leisten können, um jaaa nicht auf eigtl. simpelste Fragen zu antworten, ja nicht irgendwie transparent zu machen, was sie denn eigtl. meinen.

Der Punkt ist: Sie werfen einfach so eine Behauptung von Sexismus raus, wissen aber wahrscheinlich selbst, dass das kompletter Unsinn ist – soviel zum „Geschwafel“ -, und werden jetzt ‚fuchsig‘, weil man Ihnen die Pistole auf die Brust setzt. WIe reagieren Sie da eigtl. im real life drauf, wenn man Sie sachlich auf… ‚Ungereimtheiten‘ in Ihren Behauptungen hinweist?`:-)

Fazit: Das Bild reproduziert offensichtlich keinen Sexismus. Was anderes konnten Sie nicht demosntrieren. Diese Attitüde schadet hier Ihnen, nicht mir.

Bla
26 Tage zuvor
Antwortet  JoS

Kann ich nur bedingt nachvollziehen, ja. Daher bitte genauer erläutern, was das mit Sexismus genau zu tun hat. Vielleicht interpretiert man da einfach etwas viel rein. Vielleicht blicke ich einfach gerade auch den Sexismus dahinter nicht. Kann ja beides sein.

DerDip
27 Tage zuvor
Antwortet  Lehrer

„Weniger ist mehr“. Was ist daran überholt, wenn es um Übergewicht geht?

Bla
25 Tage zuvor
Antwortet  DerDip

Oder auch Überfüllen von bspw. Behältern/Krügen.
Oder bspw. dem zu vollen Lehrplan und Sonderwünschen an Schule.

Der Zauberlehrling
28 Tage zuvor

„Abbrecherquoten von 70 Prozent beim Regionalschullehramt und 48 Prozent bei Lehrern für das Gymnasium sind Beleg dafür, dass die derzeitige Ausbildung nicht gut genug ist.»

Das zeigt nur, dass die Studenten nicht reif sind. Die Reifeprüfung ist halt keine mehr. Am Ende steht nur ein Fresszettel, der zum „Hingehen“ berechtigt. Abitur – es wird weggegangen. Ankommen danach? Ja, aber nicht garantiert.

„Angehende Mathematik- oder Physiklehrer etwa sollen im Studium nicht mehr wie bisher zusammen mit künftigen Mathematikern oder Physiker unterrichtet werden. «Sie wollen ja keine Professoren werden, sondern brauchen das nötige Rüstzeug, um Wissen zu vermitteln und bei Schülern Kompetenzen zu entwickeln»

Die Nichtlehramtler wollen auch nicht alle Professoren werden. Das Argument ist doch schwachsinnig. Ich bin immern noch froh, mein Studium ausschließlich mit Diplom-Mathematikern absolviert zu haben. Hatte man gleich eine Messlatte. Die Professoren waren manchmal etwas verwundert, warum wir in dieser oder jener Vorlesung waren. „Macht man das heute schon in der Schule?“. Nö, Prüfungsordnung 🙂 Hauptsache das Niveau in den Boden getreten. Erst bei den Schülern, die dann anschließen das Studium nicht mehr schaffen vor lauter Kompetenzgedöns und Nichtswissen. Dann bei den angehenden Lehrern. Auf solche Schmalspurmathematiklehrer bin ich schon getroffen. Konnten den Satz und die Definition der Monotonie nicht auseinanderhalten – und noch anderes Zeugs. „Wir hatten das nicht im Studium, das kann ich nicht unterrichten …“ Nachlesen.

Wir hoffen auf eine schnelle Wirkung. Denn wir brauchen die Lehrer jetzt.“

Superklassedenkfehler. Personalplanung ist eine langfristige Angelegenheit, auch in Mecklenburg-Vorpommern. Antizyklisch denken! Wer jetzt und hier und heute Lehrer braucht der hätte vor acht Jahren darüber nachdenken und Entscheidungen treffen müssen. „Da war ich noch gar nicht im Amt ..“ Genau.

Alles so typisch für das System. Echt kaputt.

HellaWahnsinn
28 Tage zuvor

Symbolfoto + Bildunterschrift „Weniger ist (manchmal) mehr.“ = facepalm 🙁

Hmm...
28 Tage zuvor

Dann gibt es kein Zurück mehr für Lehramts-Studierende! Scheine werden für andere Studiengänge nicht mehr anerkannt werden. Wer sich umorientiert, muss bei Null anfangen.

Ich vermute mal, dass diejenigen „die es drauf haben“, unter den Umständen eher ein Direktstudium beginnen werden. (Lehrer geht im Notfall immer noch.)

Für das Lehramts-Studium bleibt der Rest.

PaPo
27 Tage zuvor
Antwortet  Hmm...

Darum geht es nämlich auch, die Alternativlosigkeit, damit weniger Lehramtstudenten verlustig gehen:
Bislang war jedes Diplom, jedes 1. Staatsexamen, ist jeder Master auch im Lehramt mehr oder weniger polyvalent (wobei es leider oftmals schon Abzüge gab und gibt), ermöglichte u.a. bei entsprechenden Noten auch die Promotion und damit evtl. eine Professur etc. – das wird mit der Entfachlichung verunmöglicht… und diese Entfachlichung lockt auch nicht unbedingt die Leistungsfahigsten an, möchte ich meinen.

Besseranonym
26 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

…….lockt auch nicht unbedingt die Leistungsfähigsten an““, die dann wiederum ihre Einstellung an SuS, die auch nicht gerade hypermotiviert sind, weitergeben.
Wollten wir nicht für qualifizierte Fachkräfte sorgen ? *
Und v.a. verzögern wir so den Prozess der SuS zu merken: Auch ich muss etwas leisten Der/diedavorne mussten und haben auch – schon viel gelernt und geleistet.

* [ XI hat sich für China zum Ziel gesetzt, bis 2048 Weltmacht1 zu sein und steckt bestimmt keine mittelprächtigen LuL in die Schule]

GriasDi
28 Tage zuvor

Zitat
„Unser Ziel ist es, die Qualität der Ausbildung zu erhöhen, die Abbrecherquote spürbar zu senken und auch neue Zielgruppen für den Lehrerberuf zu erschließen“

Wie kann die Qualität der Ausbildung steigen, wenn sie fachlich immer dünner wird? Einige Studien zeigen doch gerade den Zusammenhang, dass eine bessere fachliche Ausbildung bessere didaktische Fähigkeiten zur Folge hat.

Katze
27 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

Solche kausalen Zusammenhänge erschließen sich den Meckpommerschen Elfenbeintürmlern*innen aber nicht.
Typischer Fall von Dunning-Kruger-Effekt: „Inkompetenz und Ignoranz als unheilvolles Doppel.“Wenigstens in der Politik Karriere gemacht.
„Dunning-Kruger-Effekt als Karrierebooster – und Bildungshemmnis“
Menschen mit besserer fachlicher Ausbildung, die analytisch denken, kommen aus dem Wundern und Hä-Sagen gar nicht mehr raus.
Die meisten von uns wollen nur noch aus den Schulen raus, bevor man uns die Betreuung der abgespeckten Superlehrkräfte als unbezahlte Mehrarbeit anweist.
Rette sich, wer kann!

Nawi-Lehrerin
26 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

Da muss ich doch mal widersprechen. Ich finde ebenfalls, dass an der Schule viel mehr pädagogisches und psychologisches Wissen benötigt wird. Das Fachwissen, was an den Unis gelehrt wird ist so weit weg von der Realität an den Schulen, aber „wie Lernen funktioniert“, §wie ich Schülern mit ADHS oder Autismus oder Dyskalkulie weiterhelfen kann“, „ab welchem Alter sind die Schüler entwicklungspsychologisch überhaupt in der Lage, sich mit gewissen abstrakten Dingen zu befassen“….. all das wird benötigt, aber nicht gelehrt. Tatsächlich finde ich diesen Ansatz daher mehr als nötig, auch wenn ich mit der sonstigen Politik in MV nix am Hut habe.
PS: Ich habe selbst Ma/Ch in MV studiert und gerade Mathe hat mir nix für die Schule gebracht…

GriasDi
25 Tage zuvor
Antwortet  Nawi-Lehrerin

Mir hat der ganze Pädagogikquatsch aus der Uni nix für die Schule gebracht. Vielleicht ist es heute anders als vor 25-30 Jahren. Ich war froh für jede Fachvorlesung.

Realist
28 Tage zuvor

Idee für ein neues Werbeplakat:

„Studium zu schwer? Abitur gerade so eben geschafft?
Werde Lehrkraft! Auch die Dümmsten erhalten gerantiert einen Abschluss!“

Hysterican
27 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Danke für das Kopfkino!!
Werde mich heute Nachmittag mal an den Entwurf eines solchen Plakates machen und es morgen in unserer Eingangsgalle aufhängen.

Wir haben morgen und übermorgen mdl Abiprüfungen – vllt ist ja einer oder eine dabei, der/die mit miesen Ergebnis für’s Lehramt zu ködern ist.

Katze
27 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Gute Idee! Bei uns sind die mündlichen Abiturprüfungen schon durch.
Ich werde diejenigen ansprechen (ködern), welche durch Zusatzprüfungen ihren Durchschnitt noch pampern wollen oder sonst durchgefallen wären.
Im Studidumm zur abgespeckten Superlehrkraft wird es dann ohnehin leichter.

Ich_bin_neu_hier
27 Tage zuvor
Antwortet  Realist

@Realist: Volle Zustimmung. Diese Entfachlichung wird dann außerdem Wunder wirken für das Ansehen der Lehrkräfte in der deutschen Durchschnittsbevölkerung – die haben Lehrkräfte ja schon für Idioten gehalten, als selbige noch richtig was drauf hatten. Ach, egal… – bloß weg aus dem deutschen Schulsystem: noch x Jahre, Countdown läuft.

nurmalso
28 Tage zuvor

„Lehrkräfte sollen dorthin zwangsabgeordnet werden, wo das Bildungsministerium sie haben will. Spezialisierung war gestern.“

Spezialisierung war vorgestern oder vorvor…
Bin so alt, dass ich schon wieder raus bin. Und nach Jahren der Arbeitslosigkeit war ich als Sek II-Lehrerin ca. 20 Jahre an Hauptschulen, dann an einer Gesamtschule. Das, was ich studiert habe, habe ich seltenst unterrichtet, mich dafür in ungefähr 10 neue Fächer eingearbeitet. Und in Grundschuldidaktik, um geflüchteten Schüler*innen, die nie eine Schule besucht hatten, Lesen, Schreiben und die Grundrechenarten zu vermitteln.
Nichts Neues also.

Spirale
27 Tage zuvor

Ob die Ansprüche in Mecklenburg-Vorpommern nun höher sind oder nicht, mag ich nicht beurteilen. Fakt ist, dass auch in andere Bundesländern in diversen MINT-Fächern Lehrämter neben Grundständig Studierenden sitzen und zum Teil die gleichen Prüfungen geschrieben werden. Das gilt zumindest für SEK 1 und SEK 2.

Und gerade für SEK 2 ist das extrem wichtig, dass das fachliche Niveau hoch ist.

Wenn jetzt Mecklenburg-Vorpommern dort Katzen will, dann beraubt das zukünftige Lehrer um ihr Rüstzeug.

Vielleicht sollten die Universitäten bei der Auswahl ihrer Bewerber genauer hinschauen, dort scheint eher ein Problem zu liegen, wenn die fachlichen Anforderungen im Grunde kaum geändert wurden, aber 1,X und 2,X Abiture inflationär vergeben werden.

Sepp
27 Tage zuvor

„Angehende Mathematik- oder Physiklehrer etwa sollen im Studium nicht mehr wie bisher zusammen mit künftigen Mathematikern oder Physiker unterrichtet werden. «Sie wollen ja keine Professoren werden, sondern brauchen das nötige Rüstzeug, um Wissen zu vermitteln und bei Schülern Kompetenzen zu entwickeln», erklärte die Ministerin.“

Vielleicht liegt das auch nur an der Ausdrucksweise, aber natürlich sollten angehende Lehrkräfte Lehrveranstaltungen von Professoren der Fachwissenschaften belegen.
Ich habe zwei MINT-Fächer studiert und viele Veranstaltungen wurden (damals noch) von Diplom-Studenten und Lehrämtern gemeinsam belegt, auch wenn es Kürzungen für Lehramts-Studierende gab.

Gerade in der gymnasialen Oberstufe und dort in Kursen auf erhöhtem Anforderungsbereich hat man oft Schülerinnen und Schüler, die sich auch privat sehr mit den Fächern beschäftigen.
Sie merken relativ schnell, wer fachlich fit ist, auf ihre Fragen eingehen und auch weiterführend erklären kann.

Da braucht man einfach eine fachlich gute Ausbildung und muss sich auch mit neueren Themen beschäftigen.

Sepp
27 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Als Ergänzung noch die Aussage eines sehr engagierten Professors aus meiner damaligen Studienzeit:

„Sie studieren hier nicht „Lehramt“ – Sie studieren zwei Fächer und wie man diese vermittelt!“

Ich fand und finde die Aussage sehr passend. Sie passt aber wohl nicht mehr zum moderen Zeitgeist…

Hysterican
27 Tage zuvor

Basis für einen gelingenden Unterricht sind die im Zuge der Reihen- und Stunfdenplanung zu treffenden didaktischen Entscheidungen. Diese fußen auf solidem Fachwissen – ichmuss den Lerngegenstand umfassend durchdrungen haben,um entscheiden zu können, welche inhaltlichen Schwerpunkte ich setze, um eine jeweilige Lerngruppe optimal an einen angemessenen Erkenntniszuwachs heranzuführen.

Klar gibt es immer mehr die Tendenz dahin, einfach den Vorschlägen der Schulbuchverlage zu folgen, die die inhaltliche Reihung, die thematischen Schwerpunktsetzungen und die – aus deren Sicht – geeigneten Materialien und Aufgabenstellungen einfach zu übernehmen.
Das erleichtert den Zugriff und spart enorm Zeit ein. Das Problem ergibt sich spätestens dann,wenn pfiffige SuS über diesen Horizont hinweg reichende inhaltliche Fragen stellen und die Lehrenden dann doof mit den Händen in den Armen dastehen u d immer wieder sagen müssen „Das weiß ich nicht, das muss ich erst mal nachschlagen“

Sowas passiert naturgemäß immer mal wieder -aber das darf doch nicht zur Regel werden.

Ich bin zuweilen entsetzt, wie wenig inhaltlichen Überblick viele Referendare haben, die dann verzweifelt nach den Entwicklungszussnmenhängen und den Kausalitäten z.B. historischer Ereignisse fragen u d man ihnen diese erst mal mühselig darlegen muss, damit sie überhaupt dazu in der Lage sind, nicht nur eine einzelne Stunde zu gestalten und zu unterrichten, sondern ganze Unterrichtsreihen sachlogisch und konsistent aufzubauen.

Das jetzt noch weiter einzuschränken halte ich für falsch … heraus kommen dann Lehrende, die gaaaanz tolle Kompetenzen z B. Im methodischen Bereich haben aber keine Ahnung davon, was sie inhaltlich vermitteln sollen.

Dann können wir die Fächerbindung aufheben und lediglich sowas wie „Lernbegleiter“ oder „Kompetenzvermittler“ als Berufsbild Formen, die dann mithilfe der vorgegebenen Schulbücher aus den jeweiligen Verlagen die entsprechenden Unterrichtsfächer erteilen.

Dann gäbe es auch diese Misslichkeiten, wie der berüchtigte Fachlehrermangel z.B. in den Mintbereichen oder auch in Kunst und Musik nicht mehr… Schulbuch raus und dann ran an die Kompetenzvermittlung – der Rest steht ja im Buch oder kann über Google oder Wikipedia ein bisschen mit Inhalten gepimpt werden.

Boah ey, bin ich froh, dass ich den Laden bald verlassen darf … eine Million schwachsinniger Vorschläge , um vom eigenen oder früheren politischen Versagen abzulenken.

So wird das nix.

Kleines Bonmot aus dem Westmünsterland?

Sitzen zwei Bauern nach dem Sonntagsgottesdienst in der Kneipe beim Frühschoppen. Sagt der eine zum anderen:

„So ne Scheiße…jetzt hab ich meinen Viechern endlich das teure Fressen und Trinken abgewöhnt – jetzt geh’n die mir alle kaputt!“

Pit2020
27 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

@Hysterican

Dein Bonmot gefällt mir. 🙂

Und noch was:
„Dann können wir die Fächerbindung aufheben und lediglich sowas wie „Lernbegleiter“ oder „Kompetenzvermittler“ als Berufsbild Formen …“
Groß denken war gestern! 😉

Ich bin ja für eine Ausbildungsordnung für „Beaufsichtigende„, dann hätte „man“ sich endlich mal „ehrlich gemacht“.
… Ach so ja: Das ist offensichtlich nicht Teil der Zielvereinbarung vom Team „Wir haben uns auf einen guten Weg gemacht“.
Wir „werden das weiterhin beobachten“! 😉

Individualist
27 Tage zuvor

„Die Studiengänge für Lehrkräfte an Regionalschulen und an Gymnasien sollen zusammengelegt, die bislang hohe Prüfungslast reduziert werden.“
Hat man denn vorher evaluiert, wie dasselbe Vorhaben in anderen Bundesländern gewirkt hat? In Bremen zum Beispiel? Und auch hinsichtlich der Abbruchquote?
Mir scheint, Kultusminister demonstrieren immer nur ihren GLAUBEN an die Wirksamkeit bestimmter Maßnahmen (auch Ganztagsschule, Gemeinschaftsschule). Auf jeden Fall kommt man erst mal über die Legislaturperiode.

GriasDi
22 Tage zuvor
Antwortet  Individualist

Es interessiert doch niemanden, wie Veränderungen gewirkt haben. Im Zweifel wurden sie „nur schlecht umgesetzt“. Die Reform war super aber die doofen faulen Lehrkräfte haben sie nicht gut umgesetzt.
Vorsicht der letzte Satz ist ironisch gemeint.

Thomass
27 Tage zuvor

Klasse Symbolbild, liebe Redaktion.
Wenn die Lehrer künftig deshalb so aussehen, macht Schule dann doppelt Spaß: optisch super, inhaltlich blond.

Unkraut :-(
25 Tage zuvor
Antwortet  Thomass

Passt doch. Zumindest zu den Lehramtsstudierenden, die einen zu hohen BMI haben und sich für die Verbeamtung (die ja angeblich niemand will) runterhungern.

Ich_bin_neu_hier
27 Tage zuvor

„Unser Ziel ist es, die Qualität der Ausbildung zu erhöhen“ – Selten so gelacht.

AmAnschlag
27 Tage zuvor

Hab gerade Abi korrigiert. Keine Ahnung, wie das jemand machen will, der nicht wissenschaftlich studiert hat. Okay, es geht vor allem darum, die Dinge justziabel zu machen, aber ob ein Schmalspurfachstudium da hilft? Akademikerproletariat sind wir ja sowieso – macht es ruhig noch schlimmer. Ich bin froh, dass ich nicht zu jeder Lektüre, die meinem Dienstherren so als abirelevant einfällt, vorher die Lösungen/ fettes Unterrichtsmaterial brauche – ich hab mein Handwerk, und darunter verstehe ich meine Fachwissenschaften, schließlich gelernt. Vor Bologna, übrigens. Wollen mal nicht so tun, als wäre da jetzt im Moment noch alles super. Aber schlimmer geht ja immer.

Besseranonym
26 Tage zuvor
Antwortet  AmAnschlag

Abi „Justiziabel korrigiert“ – ja habe ich auch.
Der Schuss geht aber auch teils nach hinten los: Wohlwollend, mit mehr Kannichnochvertreten – Pluspunkten korrigierte ich, als noch nicht klar war, dass der Anwalt im Haus stehen kann.
Ja, wir haben unser Handwerk, unsere Fachwissenschaften gelernt, nur schätzt das so mancher überhaupt nicht. Wenn nun Jüngere mit abgespecktem Studium unterrichten, erwarten Eltern wie Glorreiche trotzdem das, was sie trotz der gesamten Misere bekamen: sehr sehr viel Einsatz der KuK
und beschreiten jeden nur möglichen Holzweg -> schlimmer geht immer.
🙂 ich glaube, dass immer weniger Kolleg*innen bereit sind, Steinchen zu streuen, so dass die Glorreichen Hänsels und Gretels aus dem selbst gepflanzten Wald wieder herausfinden.

Ragnar Danneskjoeld
25 Tage zuvor

Ich frage mich, ob sich die Ministerin auch von einem Arzt mit „abgespecktem“ Medizinstudium behandeln lassen würde? Der wollte ja auch kein Professor werden….

Unkraut :-(
25 Tage zuvor

Ich finde es sehr bezeichnend, wie alle Vorschläge (egal aus welcher Richtung), mehr junge Menschen für ein Lehramtsstudium zu gewinnen runtergemacht werden.
Das einzige, was als „richtiger“ Vorschlag kommt ist: mehr Geld und weniger Arbeit.
Vermutlich aber nicht ohne Hintergedanken.
Wenn NUR die Neueinsteiger (noch) mehr Geld und (noch) weniger Arbeit bekämen wäre das auch nicht recht. Außer, die bereits tätigen Lehrer bekämen das alles auch.
Dass in der Wirtschaft beileibe nicht aktuelle Gehälter angepasst werden, wenn mit Neueinsteigern Konditionen verhandelt werden möchte ich nur am Rande anmerken.
Diese ganze Diskussion beweist wieder, wie unkonstruktiv und unkreativ Lehrer sind. Und wie gierig, neidisch, unzufrieden und unprofessionell.

Hysterican
25 Tage zuvor
Antwortet  Unkraut :-(

Vielen Dank für das „offene LuL-bashing“.

Viel mehr Argumente braucht es eigentlich gar nicht, um sich in einer solchen gesellschaftlichen Atmosphäre gegen das Lehramt zu entscheiden.

….und nun ab auf die „Stille Treppe“.

Besseranonym
25 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Awa, der tut nix, bellt halt und irgendeiner nimmt ihn wieder an die Leine, von der er sich kurzfristig losgerissen hat.
Jetzt muss er halt ganz viel in ganz kurzer Zeit bellen…..

447
24 Tage zuvor
Antwortet  Unkraut :-(

Kühle Geschichte, Bruder.

Mika
23 Tage zuvor
Antwortet  Unkraut :-(

Sie haben „gutaussehend“ vergessen!

Besseranonym
23 Tage zuvor
Antwortet  Mika

🙂 🙂

GriasDi
22 Tage zuvor
Antwortet  Unkraut :-(

In Finnland, das lange Vorbild war (oder noch ist?) hieß es, dass nur die Besten Lehrer werden und dass daher der finnische Erfolg komme.

A W
25 Tage zuvor

Warum zur Hölle das sexistische Foto, welches auf Bodydysmorphia bei Frauen anspielt und gerade im Kontext von erneut auflebender toxischer Diätkultur in sozialen Medien einfach komplett Fehl am Platz ist?!

447
24 Tage zuvor
Antwortet  A W

Weil sich die *****n und h********n so drüber aufregen?

Oooooooder:
Weil das Wortspiel „abspecken“ dazu einen offensichtlichen Bezug bildet?

Ich stelle mir gerade (angeblich) erwachsene, (angebliche) Amtsträger vor, die von einem völlig harmlosen Bild so getriggert sind vor einer typischen 9. Klasse vor….looooooool, da wundert einen garnichts mehr.

PaPo
24 Tage zuvor
Antwortet  A W

Bereits der Aquinate wusste:
Alles was wahrgenommen wird, wird nach der Art des Wahrnehmenden wahrgenommen. Über tatsächliche ‚Anspielungen‘ des Symbolbilds, einen vermeintl. Sexismus Desselben u.ä. erfahren wir nichts in Ihrem Beitrag. ODER: Wie zum Kuckuck kommen Sie darauf? 🙂