Kita-Fachkräftemangel: Stadt wirbt Erzieher*innen in Afrika und Südamerika an

6

BAD HOMBURG. Viele Städte in (West-)Deutschland suchen Erzieher und Erzieherinnen für ihre Kitas. In Bad Homburg wirbt die Stadt Mitarbeiter aus dem Ausland an – sogar aus Afrika und Südamerika. Wie gut funktioniert das?

Willkommenskultur. Foto: Shutterstock

Städte setzen auf verschiedene Maßnahmen, um Erzieherinnen und Erzieher für Krippen und Kindergärten anzuwerben oder sie im Beruf zu halten – im hessischen Bad Homburg werden Fachkräfte aus dem Ausland angeworben.

«Mittlerweile arbeiten mehr als 30 Fachkräfte aus Spanien, Süd- und Mittelamerika und Namibia für die Stadt Bad Homburg», sagt Eva Jethon, Fachbereichsleitung für städtische Kindertagesstätten. «Ihre Erfahrungen, ihre Freude an der Arbeit mit Kindern und ihr Engagement sind eine große Bereicherung für unsere Teams und die Kinder.» Es sei wichtig, dass die Fachkräfte aus dem Ausland von Anfang an das Gefühl haben, willkommen zu sein, betont Jethon.

Bad Homburg im Hochtaunuskreis sei mit dem Programm seit 2020 bundesweit Vorreiter. Waren zuvor nach Stadtangaben noch mehr als 300 Stellen offen, sind es jetzt nur noch 5. Im nächsten Jahr setze die Stadt das Projekt vorübergehend aus, weil genügend Stellen besetzt seien.

Einige Erzieherinnen gründen Familien in Bad Homburg

«Auch privat sind die Fachkräfte gut angekommen, einige haben ihre Familie hierher geholt, andere haben Partner hier gefunden und zwei sind bereits Mütter geworden und nach der Elternzeit wieder bei uns in den Kitas eingestiegen», berichtet Fachbereichsleiterin Jethon von ihren Erfahrungen mit ausländischen Fachkräften in Bad Homburgs Kitas.

Sprachkurse finanziere die Stadt. Ziel sei, dass die Fachkräfte ein Sprachniveau erreichen, das auch für die Universität reichen würde. Bisher sei das bei nur einer Mitarbeiterin nicht gelungen. Um weitere Fachkräfte anzuwerben, seien Jethon und ihre Kollegen bei jeder Messe der pädagogischen Fachschulen dabei, hätten ihren Internetauftritt neu gestaltet und nähmen an einer Info-Nacht für künftige Auszubildende teil. News4teachers / mit Material der dpa

Kita-Krise: Kommunen setzen auf ausländische Erzieher:innen – Lösung mit Rückflugticket?

Anzeige

Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei

6 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor

Wie wäre es denn, die Azubis im Erzieherberuf zu bezahlen? Dann könnten sich mehr auch diese Ausbildung leisten.

Testerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Ich verstehe bis heute nicht, wieso man für eine Ausbildung zum Erzieher Geld ausgeben muss…

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Na, wenn ich die Nahrichten aus anderen Bundesländern richtig verstehe, dürfte Bad Homburg bald darauf hoffen können, Kitakräfte aus Deutschland antuwerben, die weggespart wurden 🙁

Ukulele
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Nur bleibt die Frage: Werden die eingesparten Fachkräften in anderen Bundeslandern die gleiche Bereitschaft zum Umzug zeigen wie die Einwanderer aus anderen Ländern?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Ukulele

Gute Frage. Die Aussicht auf Arbeit halte ich persönlich für einen nicht unerheblichen Anreiz, aber vielleicht werden die Erzieher*innen auch umschulen

Ukulele
1 Monat zuvor

Das ist doch eine Paradebeispiel für sinnvoll gesteuerte Einwanderung. Genauso sollte es ablaufen: Nach Bedarf und mit guter Unterstützung. Dann erledigen sich auch Probleme mit Integration oder Parallelgesellschaften.