Was ist Bildung heute überhaupt – was sollen Schüler lernen? Bürgerrat debattiert (zum Abschluss) ums Eingemachte

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BERLIN. Es war ein Abschied – und vielleicht auch ein Anfang. An diesem Wochenende kam der Bürgerrat Bildung und Lernen zum vorerst letzten Mal zusammen. Fünf Jahre lang hatten 700 zufällig ausgeloste Menschen aus ganz Deutschland, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche, miteinander beraten, gestritten, gerungen: über Kitas, Schulen, berufliche Bildung und darüber, was dieses System eigentlich leisten muss, um im 21. Jahrhundert Bestand zu haben. Herausgekommen sind Empfehlungen, die Wissenschaft und Praxis bereits als bemerkenswert visionär gewürdigt haben. Nur die Politik, die sie umsetzen müsste, blieb am Ende weitgehend fern.

Gruppenfoto: Bürgerratsmitglieder in Berlin. Foto: Montag Stiftung Denkwerkstatt / Christoph Soeder

Im vollbesetzten Saal des Berliner Veranstaltungszentrums Radialsystem saßen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Lehrkräfte-Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, Vertreterinnen und Vertreter von Eltern, Schülerschaft und Schulleitungen. Doch von den 16 Kultusministerinnen und Kultusministern der Länder hatte den Weg nach Berlin nur einer gefunden: der Bremer Bildungssenator Mark Rackles (SPD).

Womöglich bezeichnend, dass der neu in seinem Amt ist – und sich anschickt, sich einen Namen als Reformer zu machen: Rackles gilt als Antreiber eines bundesweit einmaligen Modellprojekts in Bremen, in dem ein neues Arbeitszeitmodell für Schulen entwickelt werden soll (unumgänglich nach einem Grundsatzurteil des Bundesarbeitsgerichts) – was womöglich die Schulen in Deutschland in den nächsten Jahren mehr verändern wird als jede Bildungsreform der vergangenen zwei Jahrzehnte.

Immerhin, das Bildungsministerium von Rheinland-Pfalz hatte einen Offiziellen geschickt: den Verantwortlichen für das innovative Modellprojekt „Schulen der Zukunft“. Auch das wohl bezeichnend.

„Es ist zu spüren, dass das eine Kraft ist, mit der sich Zukunft gestalten lässt“

Ansonsten unter den Gästen – viel Expertise: Heinz-Peter Meidinger, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Ayla Çelik, Vorsitzende der GEW Nordrhein-Westfalen, der Politikwissenschaftler Prof. Sebastian Kurtenbach, der stellvertretende VBE-Bundesvorsitzende Tomi Neckov, der frischgebackene Bundeselternratsvorsitzende Norman Heise, Leander Heydenreich, gerade aus dem Amt geschiedener bisheriger stellvertretender Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, GEW-Schulexpertin Anja Bensinger-Stolze sowie der Vorsitzende der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule Dieter Zielinski. PISA-Chef Andreas Schleicher nahm an einer Diskussionsrunde per Videoschalte teil.

Und was wurde auf dem Kongress diskutiert? Wer eine reine Rückschau erwartet hatte, sah sich getäuscht – in gut zwei Dutzend Workshop-Formaten, Talkrunden, sogenannten Fish-Bowl-Diskussionen wurde weiter an der Zukunft der Bildung gearbeitet.

Debatten abgeschlossen? Von wegen. Foto: Montag Stiftung Denkwerkstatt / Christoph Soeder

Eine Würdigung des Geleisteten durfte aber schon sein. Mut hat vor allem die Montag Stiftung Denkwerkstatt bewiesen, die den Bürgerrat Bildung und Lernen initiiert und organisatorisch unterstützt hat. „Es ist schon eher ungewöhnlich, dass eine Stiftung nur den Rahmen für eine Initiative setzt – ohne zu bestimmen, was inhaltlich passiert“, befand Stiftungsvorstand Karl-Heinz Imhäuser. „Es hat sich aber bestätigt, dass die Bürgerinnen und Bürger sehr weitsichtig denken. Der Bürgerrat Bildung und Lernen hat die Zeichen der Zeit erkannt, wie die vielen positiven Reaktionen aus der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Bildungspraxis belegen. Es ist zu spüren, dass das eine Kraft ist, mit der sich Zukunft gestalten lässt.“

Die Energie hat offensichtlich auch viel mit der konstruktiven Atmosphäre zu tun, in der der Bürgerrat miteinander gearbeitet hat. Gymnasiast und Bürgerratsmitglied Sebastian berichtete: „Die Diskussionen verliefen immer auf Augenhöhe. Da war es egal, wie alt jemand ist. Jeder wurde mitgenommen, auch die Kinder und Jugendlichen. Kritische Stimmen braucht man, um am Ende ein gutes Ergebnis zu bekommen.“ Schülerin und Bürgerratsmitglied Ronja sagte: „Am Anfang war ich schüchtern. Heute fällt es mir viel leichter zu diskutieren – das ist durch den Bürgerrat gekommen. Die kontroversen Diskussionen mit den Erwachsenen waren richtig toll. Das würde ich mir auch in der Schule wünschen.“

Warum die Bürgerrats-Empfehlungen ganz anders ausgefallen sind als Umfragen zum Bildungssystem, die meist wenig Reformbereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern erkennen lassen, erklärte Bürgerratsmitglied Florian, Student, so: „Ein Riesengewinn des Bürgerrats war, dass man sich Zeit nehmen konnte, die Meinungen abzuwägen und nachzudenken, um dann vielleicht festzustellen: Die eigenen Argumente sind gar nicht so gut. Das ist ein Prozess, bei dem auch mal umgedacht wird – und etwas ganz anderes, als eben mal schnell Meinungen in einer Umfrage einzusammeln, bei der Leute befragt werden, die sich nie ernsthaft mit dem Thema beschäftigt haben.“

Auf dem Kongress nun schälte sich zunehmend ein Thema heraus, das der Bürgerrat in seinen Empfehlungen zwar schon gestreift, aber offensichtlich noch nicht zu Ende debattiert hat: Was ist Bildung überhaupt – im KI-Zeitalter? Lexikalisches Wissen spucken Chat GPT und Co. mittlerweile binnen Sekunden aus. Welche Konsequenzen hat das insbesondere für das Schulsystem? Was muss es leisten? Welche Fertigkeiten benötigen junge Menschen, um auch in Zukunft bestehen und die großen globalen Herausforderungen – von der Klimakrise bis hin zur Demokratiekrise – bestehen zu können?

Diese Empfehlungen hat der Bürgerrat dazu jeweils mit Mehrheit beschlossen. Im Wortlaut:

  • „An Schulen soll es mehr individuelles, lebensnahes Lernen geben. Fast einstimmig sprechen sich die Bürger*innen dafür aus, dass Kinder und Jugendliche in der Schule besser auf das Leben nach der Schule vorbereitet werden sollen. Jedes Kind soll mehr Raum für seine Persönlichkeitsentwicklung und seine individuellen Interessen und Stärken bekommen. Dafür soll es unter anderem mehr lebensnahe, altersgerechte Wahlpflichtfächer geben.
  • Schulen sollen Demokratie lehren und leben. Die Bürger*innen plädieren dafür, dass demokratische Grundwerte aktiv im Schulalltag gelebt und politische Bildung insgesamt ausgebaut werden soll. Kinder sollen altersgerecht in Entscheidungen einbezogen werden.
  • Kinder sollen Schritt für Schritt lernen, mit Freiheit umzugehen. Die Freiheit der Lernenden soll in einem Prozess Stück für Stück nach Entwicklungsstand (z. B. Klassenstufe) erhöht werden. So können Kinder und Jugendliche Selbstständigkeit aufbauen und entsprechende Freiräume individuell nutzen. Verpflichtende Überprüfungen sind notwendig, um Lernvereinbarungen einzuhalten.
  • Schüler*innen sollen die Lerninhalte mitgestalten können. Weniger Lehrplan, mehr Mitbestimmungsrechte durch verringerte Pflichtinhalte im Lehrplan ermöglichen Freiräume für die individuelle Mitgestaltung der Lerninhalte. Das fördert Freude und Motivation zum Lernen. Lehrkräfte unterstützen die Schüler*innen individueller.“

Kurzfassung eines Schülers auf dem Kongress: „Es geht darum, dass wir mehr mitbestimmen können, was im Lehrplan steht und mit welchen Methoden unterrichtet wird – also was wir lernen und wie wir lernen.“

Davon ausgehend gingen die Diskussionen ins Eingemachte. VBE-Vize Tomi Neckov formulierte es klar: „Wir leben im Informationszeitalter, das Wissen wächst rasant. Da kommen wir mit Stoffhuberei nicht hinterher. Die braucht es auch nicht – es geht darum zu lernen, den Überblick zu bekommen und Verbindungen herzustellen, um daraus dann eigene Lösungen entwickeln zu können. Natürlich muss es dafür Grundlagen geben, ein gewisses Grundwissen. Schülerinnen und Schüler müssen aber nicht die Bodenbeschaffenheit in Südamerika kennenlernen, wenn die sie nicht interessiert. Faktenwissen allein trägt nicht mehr. Wir müssen den Mut haben, Bildung anders zu denken.“

Fishbowl-Diskussion von oben. Foto: Montag Stiftung Denkwerkstatt / Christoph Soeder

Die Frage „Was ist Bildung?“ wurde zugleich konkret. Bürgerratsmitglied Anja sagte: „Was sollen Schülerinnen und Schüler können? Wir haben keinen allgemeinen Bildungsbegriff. Klar ist, auch die Steuererklärung bekomme ich nur hin, wenn ich lesen kann. Wenn ich mir allerdings die Lehrpläne der Oberstufe anschaue, dann denke ich, dass sich darin die Lieblingsthemen derjenigen wiederfinden, die die Lehrpläne geschrieben haben. Das Ergebnis ist ein ‚teaching to the test‘. Aber worum sollte es denn eigentlich gehen? Beispiel Mathematik – das ist für mich ein Fach, bei dem es ums Problemlösen gehen sollte. Ich sehe ein Problem, das sieht kompliziert aus, und überlege – wie löse ich das denn? Dafür müsste es viel mehr Raum geben. Streicht dafür die Hälfte aus den Lehrplänen raus!“

Eine Lehrerin ergänzte: „Ich würde mir wünschen, dass die Erkenntnisse der Lernforschung im Schulsystem nicht so ausgebremst würden. Wir schöpfen die Potenziale nicht aus – es geht so viel verloren. Dabei ist die Energie ja da, das sieht man auch hier.“

GEW-Schulexpertin Anja Bensinger-Stolze brachte einen anderen Aspekt ein: „Unser Verständnis von Bildung hat auch mit unserem Menschenbild zu tun – zielen wir nur auf Verwertbarkeit?“

„Wir müssen Schülerinnen und Schüler mehr in die Verantwortung nehmen. Der traditionelle Unterricht spricht sie ihnen ab“

Bürgerratsmitglied Heidrun, eine Personalentwicklerin im Ruhestand, vermochte zwischen Ansprüchen der Wirtschaft und einem neuen Bildungsbegriff hingegen keinen Widerspruch zu erkennen – im Gegenteil: „Wir müssen Schülerinnen und Schüler mehr in die Verantwortung nehmen. Der traditionelle Unterricht spricht sie ihnen ab. Wir brauchen mehr praxisorientiertes Lernen, mehr projektorientiertes Lernen. Die Unternehmen sind da oft weiter. Da geht es um die sogenannten Soft Skills, um Teamfähigkeit, um Kommunikationsfähigkeit, um soziale Kompetenz. Das wird in der Schule viel zu selten entwickelt.“

Bürgerratsmitglied Matthias analysierte: „Es gibt ein Spannungsfeld zwischen einem Grundwissen als gemeinsamer Basis – und dem, was einen einzelnen Jugendlichen interessiert und er vielleicht lernen möchte. Schule muss nicht vermitteln, wie man eine Wohnung anmietet oder eine Steuererklärung macht. Sie muss aber Schülerinnen und Schülern das Gefühl vermitteln, dass sie es selbst hinbekommen, wenn sie mit solchen Herausforderungen konfrontiert sind.“

Und er fügte hinzu: „Es geht um die Erfahrung der Selbstwirksamkeit. Und das hat dann auch mit dem Thema Demokratie zu tun. Wenn ich ein gesundes Selbstbewusstsein habe, dann bin ich viel eher bereit, mich konstruktiv in die Gesellschaft einzubringen.“

Wie das funktioniert? Der Bürgerrat Bildung und Lernen hat es selbst vorgemacht. Die Lust zu diskutieren war bei den Teilnehmenden jedenfalls erkennbar ungebrochen. Einer regte gleich eine Neuauflage an: „‚Was ist Bildung heute‘ wäre doch ein super Thema.“ News4teachers / Andrej Priboschek

Hier lassen sich die vollständigen Empfehlungen des Bürgerrats herunterladen.

Zustimmung zu den (meisten) Reformideen: Umfrage zeigt, wie Lehrkräfte die Empfehlungen des Bürgerrats Bildung und Lernen bewerten

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Katze
1 Monat zuvor

„Es geht darum, dass wir mehr mitbestimmen können, was im Lehrplan steht und mit welchen Methoden unterrichtet wird.“ – dieser Satz aus der Bürgerrat-Debatte ist bezeichnend. Bildung wird hier als Mitmach-Workshop verstanden.
Die IQB-Bildungsstandards liefern dazu die passende Begleitmusik. Dort heißt es etwa: „Die Schülerinnen und Schüler können Texte erschließen und reflektieren.“ Oder: „Die Schülerinnen und Schüler können mathematische Probleme in Alltagssituationen lösen.“ Klingt schön, ist aber nichts anderes als Wischiwaschi-Blubberbluberfasel. Denn wenn man genauer hinschaut, bedeutet es: Inhalte werden so vage formuliert, dass man kaum noch messen kann, ob jemand wirklich etwas beherrscht.
Die Realität zeigt sich in den Studien selbst. Der IQB-Bildungstrend 2022 stellte fest: „Etwa ein Drittel der Neuntklässler verfehlt die Mindeststandards in Mathematik.“ In Deutsch und Mathe erreichen „18 bis 30 Prozent der Viertklässler nicht einmal die Mindeststandards.“ Das sind die „Erfolge“ einer Bildungspolitik, die vorgibt, aufs Leben vorzubereiten.
Und die PISA-Ergebnisse? Schon 2022 hieß es: „Die Leistungen der deutschen Schülerinnen und Schüler sind in Mathematik und Naturwissenschaften deutlich gesunken.“ Gleichzeitig wird betont, dass man „stark im Bereich Selbstkonzept und Selbstbewusstsein“ sei. Mit anderen Worten: Weniger Wissen, weniger Können, aber ein breites Grinsen.

Was kommt rum in der Schule 2.0 – wohin soll die Weiter(Reise) gehen?
Abiturienten

  • Selbstbewusst auftreten – auch ohne Goethe gelesen oder Integralrechnung verstanden zu haben
  • Teamarbeit üben – einer macht die PowerPoint, die anderen nicken
  • Reflexion betreiben – „Wie fühle ich mich heute?“ statt „Wie löse ich diese Aufgabe?“

Lehrlinge

  • Praxisorientiert arbeiten – Werkstatt-Selfies posten statt Fachkunde pauken
  • Kommunikation verbessern – endlose Diskussionen über Pausenregelungen statt handwerkliche Präzision
  • Herausforderungen meistern – den Kaffeeautomaten bedienen, während die Fachprüfung scheitert

Fahrschüler

  • Theorieprüfung bestehen – scheitern, weil hier plötzlich konkretes Faktenwissen reproduziert werden muss
  • Fahrpraxis sammeln – drei Mal abgewürgt, aber „selbstbewusst“ weiterfahren
  • Schuldzuweisung – selbstbewusst die Verantwortung dem Fahrlehrer und den angeblich viel zu schwierigen Theoriefragen anlasten
447
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Die “Bildungsinitiative ‘Schland 2035” unterstützt dies ausdrücklich: “Haftbefehl” im Deutsch- und Musikunterricht.
Kompetenzverwahrung jetzt – Paukerschule raus aus dem Bildungssystem!

Katze
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Bildungsschland im Kompetenzgewand
taumelt immer rasanter an die Wand.
Wozu überhaupt noch Unterricht,
welcher die Tagträume unterbricht?
Die armen Kindlein so zu stressen,
ist schon lange nicht mehr angemessen.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Dies ist ganz so,
wie bestellt
auch wenns beim Reimen
…äh…
schwerer fällt.

Die Welt, sie ist ja “Konstruktion”,
das wussten gewisse Franzosen schon.
Dies’ Hexenbräu wird aufgetischt,
bis alles sich so schön vermischt:

Ein bunter Regenbogenschauer
geht nieder
aufs Gefieder
des Amselgauer,
ein Vogel der nicht existiert
was den Kevin nicht tangiert
dem doch egal, ob “Bio” explodiert.

Fühlt also Bürgerrat sich wohl,
machts nix, klingt auch der Schädel hohl:
Noch ist genug im Sparstrumpf drin,
für Kevin, Chantal und viel Klimbim.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Aber Haftbefehl hören ist für mich ganz klar Arbeitszeit.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

😀
Das wird mit dem Kürzel “H” das siebzehnte Formularfeld der Arbeitszeiterfass….OH MOMENT MAL

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Nur falls es mal soweit kommt: Auch Arbeitszeiterfassung ist Arbeitszeit 😉
Momentan bin ich bei meiner eigenen noch großzügig.

Stine
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Meine Kinder hatten zum ersten Mal Stress, als sie in der Musikschule ein Stück für einen Auftritt üben sollten. Hat auf Anhieb natürlich nicht geklappt. Enttäuschung, Wut, Frust, alles dabei. Aber ihr Gesicht, wenn es nach all dem Üben plötzlich klappt, diese Freude, dieser Stolz, das war einfach unbezahlbar für Selbstbewusstsein und Resilienz. Schade, dass wir ihnen heute allzu oft so viele Dinge abnehmen, an denen sie wachsen können… stattdessen dürfen sie schon in der Grundschule wählen, woran sie arbeiten, wenn Lesen und Schreiben nicht dazugehört, dann wird für das Lernziel “eigene Texte schreiben” gefühlt der Begriff Text so ausgelegt, dass wieder alle glücklich sind…

Illuminator
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Sorry, aber wer so Strohmänner aufbaut, um dagegen argumentieren bzw. andere Meinungen ins Lächerliche ziehen zu können, hat ein echtes Legitimationsproblem. Aber dies passt in Ihr übliches Hohelied auf die harten Naturwissenschaften und zu Ihrer Ansicht, dass Schüler- und Kompetenzorientierung als Sakrileg an der wahren Lehre zu betrachten sei. Für Sie dürfte Qualität von Qual kommen.

Katze
1 Monat zuvor
Antwortet  Illuminator

Oh erleuchteter ILLUMINATOR,
Sie pflanzen ganze Felder voller Vogelscheuchen und bekämpfen dabei meine angeblichen Strohmänner. Am Ende bleibt nur die groteske Behauptung, klare Instruktion sei für Schüler eine Qual. Damit machen Sie aus Struktur Folter und aus Wissen Tortur, während Sie sich hinter rhetorischen Attrappen und Ihrem Kompetenzgedöns verschanzen.
Ihre Vogelscheuchen flattern seicht im Wind, meine Strohmänner stehen stabil – und am Ende bleibt die Frage, ob Sie wirklich gegen mich argumentieren oder nur gegen Ihre eigenen Projektionen. Also hören Sie auf zu nerven und setzen Sie sich lieber mit Ihren eigenen Konstrukten auseinander.

Katze
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie doch auch nicht, gelle!!

Katze
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Oh ja! Mahlzähne werden gebraucht und sollten unbedingt zu Wort kommen.
„Mahlzahn – damit klare Anforderungen nicht weichgekaut werden.“
„Mahlzahn – weil stumpfe Zähne keine Richtung geben.“
„Mahlzahn – damit Struktur nicht zur Kaumasse verkommt.“

Ob das Jim Knopf zu abstrus findet? Soll er doch ne Petition starten!

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

*surrendes Geräusch*
*kleine Lieferdrohne erscheint*
“Kompetenzkaugummis, jetzt mit noch mehr klimaneutralem Zuckerersatzstoff! Der in echt Zucker ist.”
“Bitte bewerten Sie den Bestellvirgang mit fünf Sternen!”
*droppt Paket*
*surrendes Geräusch*
*entschwebt nach oben*

Katze
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Wenn die Scheiß- Kompetenzkaugummis nicht so klebrig meine Mahlzahnoberfläche zukleistern würden, gäbe es von mir sofort fünf Sterne und noch ein paar angespaßte Zuckernoten gratis dazu.
*murrend- knirschendes Geräusch*

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Hmmm, wer ist in den Augen der Redaktion hier im Forum wohl Frau Mahlzahn? Und wenn ja, wieviele? 🙂

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wo die Katze Recht hat, hat sie Recht…..
Wir können natürlich weiter abbauen in jeglicher Hinsicht, aber dann bleibt auch von Ihrem Spruch „Deutschland ist ein reiches Land“ bald nichts mehr übrig…..
Und wenn „man“ es ernst meint, dann sollte Bildung so hochgehalten werden wie nie zuvor…..und dazu gehört auch, endlich die Schulen Bildung vermitteln lassen dürfen.
Und nun noch eine Frage: Wohin gehen die Kinder der Redaktionsmitglieder? Auf die allernächste Stadtteilschule oder wird sich Gedanken gemacht, wo die Kinder gut gefördert werden können? Und jetzt mal ehrlich….

Karl-Heinz
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Da kommt halt die DDR-Sozialisation durch. Alles immer schön von oben vorgeben und ja nicht eigenständig denken oder gar widersprechen. Das wirkt bis heute nach, man muss sich nur mal die Wahlergebnisse im Osten anschauen.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Karl-Heinz

@Karl-Heinz
Wenn Sie sich mit dieser netten “Psycho-Analyse” auf die Posts von @Katze beziehen … ich staune, dass hier im Forum so viele DDR-sozialisierte unterwegs sein sollen, wenn ich mir die Zustimmungswerte so ansehe (bisher über 60),
Bis dato hatte ich immer das Gefühl, wir sind hier kaum präsent. So kann man sich irren! 🙂

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Karl-Heinz

Wie, wird von oben (was ist eigentlich diese ominöse „oben“? Die Bundesregierung?Bill Gates? Gott?) vorgegeben, AfD zu wählen? Weil sonst würden nach Ihrer Theorie die Ossis das ja nicht tun. Weil die ja nicht eigenständig denken und nie widersprechen.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Karl-Heinz

Man kann nur eigenständig denken oder richtig widersprechen (mit Argumenten, nicht aus Faulheit*), wenn man zuvor etwas gelernt hat.
Das sage ich als widerspenstige West-Sozialisierte.
Dass die Wahlergebnisse im Osten etwas mit der DDR-Sozialisation zu tun haben, denke ich zwar auch, allerdings gilt das ja für die Mehrheit der Menschen dort nicht und zweitens gibt es ja auch im Westen Menschen, die zu faul* sind, um eigenständig zu denken.

Ich verwende das Wort “faul” ganz bewusst, denn vielleicht wird dadurch klarer, was einen großen Anteil an der Misere in Deutschland hat: Die Erziehung zur Unselbständigkeit nach dem Motto “Andere machen, andere sind verantwortlich”. Die Faulheit erst, wenn man Gefahr läuft, diese nicht weiter pflegen zu können.

DerechteNorden
1 Monat zuvor

Wie genau nimmt man S*S eigentlich in Verantwortung, wenn sie doch für nichts verantwortlich gemacht werden sollen?

447
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Natürlich niemand.

Das wäre “autoritär™”.

Ist auch eine praktische Frage, wenn das durch kumulierte Wahrscheinlichkeiten real gewordene Ereignis bemerkbar eintritt (am Ende der Unbildungslaufbahn in Form von Absagen der Betriebe oder in den ersten Filterklausuren der Uni) bin ich höchstwahrscheinlich gerade zu Hause, verreist oder im Dienst – jedenfalls ist das dann nicht mehr meine Zuständigkeit.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Ist autoritär nicht das Gegenteil von selbstständig?

Achin
1 Monat zuvor

„Es ist zu spüren, dass das eine Kraft ist, mit der sich Zukunft gestalten lässt“

Allen Stiftungsvorsitzenden und Bildungsvisionären (m/w/d) wünsche ich zuallererst die Kraft, sich auf ein einwöchiges Realitätspraktikum in einer Durchschnittsschule ihrer Wahl einzulassen.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich habe an der Umfrage teilgenommen.

  1. Wünschen kann man sich viel. Ob das dann an den jeweiligen Schulen auch umsetzbar ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.
  2. Es gab durchaus Interpretationsspielraum.
  3. Es haben nicht wirklich viel LK teilgenommen, wenn man bedenkt, dass man ja für ein repräsentatives Ergebnis eine gewisse Auswahl an Teilnehmer*innen braucht. Vielleicht haben ja hauptsächlich LK an der Umfrage teilgenommen, die die Forderungen des Bürgerrats unterstützen.
GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Den BIAS aber nicht vergessen.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Stimmt wohl! Bezüglich Inklusion, Hausis, wissenschaftsgeleiteten Reformsvorschlägen (Hust, Hattie), Partizipation, Religion oder gar einfachsten gemeinsamen Nennern wie dem Grundgesetz habe ich in diesem Forum immer einen Konsens beobachtet, der sich in den Umfrageergebnissen widerspiegelt 😛

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Und wer bekommt primär solche Umfragen mit?
Erhebe ich eine Umfrage in Bezug auf “Welche Sportart ist die Beliebteste?” …
– Im Baseballstadion
– Beim Fußballspiel
– Beim Eishockey
– Bei …
Werde ich durchaus unterschiedliche Ergebnisse bekommen.

Aber sei’s drum:
Ich persönlich bin relativ offen … Aber natürlich nur, wenn rechtlich nicht (mehr) haftend. Und die Erwartungen so angepasst werden, dass eben deckend mit den “Wünschen” und “Vorschlägen” der neuen Bildungsprägungen durch Personen der Zielgruppe.

Soll heißen:
Falls es heißt: Alle SuS sollen machen können, was sie wollen …
Dann genau dies. Keine Haftung ohne Regeln und Konsequenz. Keine Erwartung an Bildung über “Eigenverantwortung” hinaus.

Wie soll das denn anders klappen?

Wäre dann sowieso der Schritt zur Bildungspflicht, statt Schulpflicht wahrscheinlich … Bin ich eh dabei aktuell.
Soll kommen, wer wirklich möchte. Rest inhaliert eben nur die Luft (zuhause).

Wichtig ist doch … Kommunikation, Erwartung und rechtliche Absicherung.
Alles andere ist dann eben … Selbst “miterstellt” und so getragen. Ebenfalls mit Konsequenzen, ohne diese benennen zu müssen.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Jupp, sehe ch auch so. Da halte ich es mit 447: geliefert wie bestellt. Aber bitte nicht heulen, wenn die Bestellung ausgepackt wird und dann doch nicht gefällt, so wie in Brandenburg:

Die Anzahl der pflichtigen Klassenarbeiten von Klasse 1 bis 10 wurde deutlich verringert, so dass größtenteils nur noch eine Klassenarbeit pro Halbjahr zu schreiben ist, andere schriftliche Leistungsnachweise bleiben wie gehabt bestehen. Den Schülerrat freut es – ist das doch eine zentrale Forderung von ihm gewesen, da seiner Argumentation nach durch Klassenarbeiten nur Stress erzeugt wird und diese eh nicht aussagefähig bzgl. der Leistung von SuS seien.
Und jetzt gibt es schwuppdiwupp eine Petition, dass dieses Verfahren der Reduzierung von Klassenarbeiten und damit einhergehend die geringere Wichtung schriftlicher Leistungen auf dem Zeugnis die Kinder benachteilige, die sich im Mündlichen schwer tun.
Tscha, bestellt und geliefert und auch nicht recht. Machste nix…

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

So ist es.
Das mit Klassenarbeiten sehe ich anders. An meiner Privatschule dürfen wir keine (festen) Noten vergeben. Nur in Abschlussklassen (Prüfungen) – diese mit Regelschulen als Partner.
Das funktioniert soweit sehr sehr gut. Ist eben ein anderes System.
Grundlegend brauche ich tatsächlich keine benoteten Tests. Den Kenntnisstand der SuS bekomme ich auch so mit. “Notfalls” kann ich ja Übungstests schreiben. Ist auch nichts anderes.

Ob das für alle Schulen/SuS als “Konzept” funktioniert … Wahrscheinlich nicht. Einige SuS “brauchen” und “wollen” Noten … Andere halt nicht.
Beides anbieten meiner Meinung nach als Bildungssystem.

Keine Ahnung, warum viele immer gegen “keine Klassenarbeiten” sind. Ich verstehe das – war anfangs auch seeehr skeptisch, da ich ja von der Regelschule (als System) “komme” … Aber das funktioniert.
Vielleicht einfach andere Erfahrungen oder gar keine mit “keine benotete Klausuren”. Wäre mal interessant zu wissen.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie unterstützen die Empfehlungen in Teilen, dazu noch abhängig von der Schulform und vermutlich nur unter den mitformulierten Voraussetzungen, die eben teils nicht der Realität entsprechen.

Monika, BY
1 Monat zuvor

Ja, es fehlt an Kreativität, die unerwünscht ist. Kreative Kinder haben ein echtes Problem in diesem System. Und später im Leben braucht man vor allem genau die an der Schule verbotene Kreativität.

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Kreative Kinder haben ein echtes Problem in diesem System. Und später im Leben braucht man vor allem genau die an der Schule verbotene Kreativität.

Ein Problem ist, dass wir den Begriff “Kreativität” meist sehr unsauber verwenden.

Meine Schüler sind “kreativ”, wenn es um Entschuldigungen gibt. Und natürlich ist die Rechtschreibung vieler Kinder auch sehr “kreativ”. Sie als Mutter sind bestimmt begeistert, wie “kreativ” ein Kind ist, wenn es ein farbenfrohes Bild gemalt hat – und weniger begeistert, wenn es “ganz kreativ” die Tomatensoße an die Wand klatscht.

Mit “kreativen” Problemlösungs-Prozessen oder gar “Kreativitätstechniken” hat das aber herzlich wenig zu tun. Da geht es dann z.B. darum, solides Wissen in verschiedenen Domänen zu haben und einen Ansatz aus einer Domäne kreativ in eine andere Domäne zu übernehmen, um dort ein Problem zu lösen.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

🙂

Sporack
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Kreativ … vom Lateinischen creare = erstellen, erschaffen, hervorbringen.

Natürlich kann man auch zufällig – ganz ohne Absicht und ohne Kenntnis – etwas hervorbringen, aber schulische Bildung sollte das bewußte Erschaffen von allem Möglichen fördern, in dem es dazu die Wissensgrundlage legt.

Ausbildung und Studium sind dann die Spezialisierungen um fachgebundene Kreativität bestmöglich entfalten zu können.

====
Kreatives Textschreiben kann einfach nicht funktionieren, wenn die Wörter nicht da sind.
“Aufsatz: Was hast Du in den Ferien gemacht?”
Abgabe: “Mhm … Ich habe Musik gemacht und bin mit dem Orchester aufgetreten… Drei Din-A4-Seiten kann ich dazu aber nicht schreiben.”

Wahrheitspunkte : 100%
Themapunkte: 100%
Aufgabenstellung erfüllt: 0%
Note : nicht wertbar
====

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

“Tomatensoße”

Ahja … Die Tomatensoße. Hatte ich schon ganz andere Sachen mitbekommen an der Wand … Andere – nicht so kreative Menschen diesbezüglich – benötigen/benutzen dazu normalerweise auch eine Toilette.
Aber ja … Man kann auch “gegen eine Wand” scheißen. Oder das Ergebnis des Hecken-Klovorgangs einfach dagegen werfen … Das schaff(t)e auch ein kreativer Grundschüler.

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Kreativ sein kann ich aber nur dann, wenn ich etwas kann oder weiß. Warum wohl waren chinesische SuS in einer der letzten PISA-Studien so erfolgreich? Weil sie aus 10 Methoden, die zum Lösen eines Problems in Frage kommen die wählen können, die am besten passt. Deutsche SuS kennen nur eine Methode, wenn sie sich noch daran erinnern können. Da kann man dann auch nicht kreativ sein.
Wie kann ein Musiker kreativ sein, wenn er kein Istrument kann?

Sporack
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Aber auch Musiker/innen, die perfekt nach Noten spielen können, müssen potentiell bei Improvisation (also der praktischen Kreativität) geschult werden.

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  Sporack

Aber dazu müssen sie erst mal was können.

Na ja
1 Monat zuvor
Antwortet  Sporack

Ja, genau, erst die Regeln lernen/einüben, nach denen ich improvisieren will.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Wissen und Können, sind neben Begabung, Motivation … wichtige Säulen der Kreativität:
file:///C:/Users/Birgit%20PC/Downloads/Heft%202017_107_Grundlagen%20der%20Kreativit%C3%A4t%20(1).pdf

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Aber auch Ruhe und Muße. Beides nicht in Schule zu finden. Eher durch die Themen hecheln und versuchen, alles zu behalten.
Ich bin auch für ein wenig Reduktion des Stoffs, um Luft für Vertiefung und/oder Kreativität zu lassen.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Früher hatten wir Ruhe und Muse nach dem Unterricht, ca. ab 14 Uhr zu Hause. Hort bis max. 4. Klasse, dann Schlüsselkinder. Herrlich! Nach den Hausaufgaben mit Freunden draußen spielen. Die Eltern wussten oft nicht, wo wir unterwegs waren, aber wir waren fast immer pünktlich zu Hause.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ja, genau: früher. Heute ist die Kindheit nicht mehr so unbeschwert. Das Pampern, Tracken, im Notfall immer die Eltern erreichen können auf der einen Seite und auf der anderen Seite durch Smartphone immer die aktuelle Gräueltaten der Welt im Blick, Pornos einfach zu bekommen, negative Einflüsse von Influencern etc..
Das ist nicht mehr unbeschwert…

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Eben! Aber ob es hilft, die Kids 24/7 aufzubewahren, zu bespaßen, …
Wann haben die heute noch Zeit, Ruhe und Muße nur mal für sich? Es wurde viel über Kreativität geschrieben. Für Kreativität braucht man eben auch Ruhe und Muße. Am kreativsten sind Kinder oft, wenn sie Langeweile haben. Okay, manchmal machen sie dann auch Dummheiten …
https://www.praxis-psychologie-berlin.de/wikiblog/articles/langeweile-gehirn-kreativit%C3%A4t-und-die-macht-des-nichtstuns

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich denke, 24/7 will tatsächlich niemand 😉 und ja, Langeweile ist auch ein sehr wichtiger Teil. Aber die gibt es heute nicht mehr oder kaum noch: als Kind Tonnen von Spielzeug und Tablet, als Jugendlicher Smartphone, Computer, Spielekonsole etc. Schade um das Potenzial…

Aber im Ganztag könnte man evtl. Raum für Kreativität geben. Nicht die beste Wahl, aber für manche die einzige Möglichkeit.

Sporack
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

… aber “Du kannst schreiben! Häng demnächst ein Zettel an die Wohnzimmertür, damit wir schauen können, wo wir mit Suchen anfangen, falls du Abends nicht zurück bist. – Erst Hausaufgaben und dann raus.”

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Sporack

Nie ohne HA gemacht zu haben raus! Das hätte Ärger (Stubenarrest oder so) gegeben. Zettel wäre zwar theoretisch möglich gewesen, aber wir wussten meist nicht vorher, wohin es die Clique gerade verschlägt. Das war nur im Sommer klar. Da waren wir am Badesee! Es ist aber nie jemand verloren gegangen – wir waren immer im Trupp unterwegs – einer hätte immer Hilfe holen können.

Monika, BY
1 Monat zuvor

https://sbraun-speck.de/schlechte-schueler-nicht-alle-begabten-werden-wissenschaftler/

Ausbildungsbetriebe achten (leider) oft nur auf Noten, anstatt auf angeborene Fähigkeiten zu setzen. Dabei können lange brachliegende Talente durchaus später entdeckt und entwickelt werden! Es gibt tatsächlich nicht wenige Berechte darüber, wie Hochintelligente in der Schule schlecht waren und sich in der Ausbildung oder im Studium z.B. als Mathe-Ass entpuppten.

konfutse
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Ich glaube, dass die Ausbildungsbetriebe es sich gar nicht mehr leisten können, nur auf Noten zu schauen. Die Rückmeldung von den Lehrbetrieben, mit denen wir an unserer Schule zu tun haben, geht eher in die Richtung Zuverlässigkeit, sich in vollständigen Sätzen verständlich artikulieren können, anpacken können, lernwillig sein, sich nützlich machen und ganz groß geschrieben: Pünktlichkeit.

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  konfutse

Das sind sehr viele Dinge, die die Jugendlichen als Schüler weitgehend folgenlos ignorieren konnten.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Das hat aber meistens mit einer verzögerten Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Nicht vergessen, anders, als es bestimmte Bildungsideologien (s. z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Alphabet_(Film)) behaupten, sind Kinder bei ihrer Geburt keine Genies, was ihnen dann während der Schulzeit angeblich abtrainiert wird, sondern sie müssen sich entwickeln. Und weil nicht alle Kinder gleich sind und zuhause die gleichen Bedingungen vorfinden, passiert es dann, dass sie erst später den Durchbruch haben.

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor

Auf jeden Fall Arbeitsmarktökonomie. Und Finanzwirtschaft, um nicht auf die Banken, Sparkassen etc. reinzufallen.

laromie
1 Monat zuvor

im Gegenteil: „Wir müssen Schülerinnen und Schüler mehr in die Verantwortung nehmen. Der traditionelle Unterricht spricht sie ihnen ab. Wir brauchen mehr praxisorientiertes Lernen, mehr projektorientiertes Lernen. Die Unternehmen sind da oft weiter. Da geht es um die sogenannten Soft Skills, um Teamfähigkeit, um Kommunikationsfähigkeit, um soziale Kompetenz. Das wird in der Schule viel zu selten entwickelt.“

Da muss ich ja mal lachen. Die Schule spricht das den Kindern ab? Vielleicht mal an die Eltern adressieren, z.B. mit:

Wir tragen dem Kind nicht den Turnbeutel nach!
Wir schreiben dem Kind nicht die Referate!
Wir “kacken” bei Sanktionen, wegen miesen Betragens nicht die Lehrkraft an!
Wir fahren das Kind nicht bis ins Klassenzimmer!
Wir bringen dem Kind an/aus/umziehen und die ordnungsgemäße Nutzung der Toiletten bei!

Die Liste kann man beliebig verlängern.
Ich hätte sehr gerne mehr EIgenverantwortung durch dei SuS. Manche sind dazu aber gar nicht in der Lage, weil sie zu Hause schon nicht für das kleinste Fitzelchen Verantwortung übernehmen müssen. Anderen ist Eigenverantwortung viel zu unbequem, dann ist man am Ende ja noch selbst Schuld.
Man muss sich ständig rechtfertigen, wenn man den Kids nicht alles hochläd, nicht allen Checklisten schreibt, nicht alles hinterher trägt usw. Selbstständigketi fängt, so wie vieles andere auch, zu Hause an.

Vom daher ja: ich stimme zu, dass ich Eigenverantwortlichkeit echt super fände. Und nei, die Realität erzählt mir jeden Tag das Gegenteil und an meinem Unterricht liegt es nicht, ich mag Projekte, ich mag Präsentationen und wenn die SuS im Team etwas ausarbeiten. Vieel SuS mögen das allerdings nicht. Und für zu Hause etwas mitgeben ist auch problematisch, dann machen es nämlich manche Eltern. So viel zum Thema Selbstständig.
Der Bürgerrat bewegt sich leider in vielen Bereichen nur bei “Wünsch dir was!”, wäre besser mal die Realtität anzuschauen und dann mal zu überlegen, ob es wirklich nur der Unterricht sein kann, der den Kinder Verantwortung abspricht.

Ich habe teilweise völlig infantile 18-jährige, die auf Kursfahrt von mir wissen wollen, was sie anziehen sollen und wie das Wetter wird (heute hat doch jeder ne Wetterapp auf dem Handy – das nutzen die doch sonst auch dauernd). 15/16-Jährige, die ohne Checkliste keine Arbeit vorbereiten können. Ich biete diesen Service auch nicht und bin dann die bööööse Lehrkraft.

Timo
1 Monat zuvor
Antwortet  laromie

Nach meinem Eindruck ist “Sevice” hier das entscheidene Stichwort. Schule wird als eine Dienstleistung unter vielen verstanden, im Fall der Regelschule ist der Service kostenlos.
Kostenlose Dienstleistungen jedoch haben keinen Wert in den Augen der Kunden. Wenn sie die Dienstleistung nicht nutzen ist es ihnen egal, sie bezahlen ja auch nichts dafür. Und die staatlichen Schulen können schlechte Kunden kaum loswerden. Es gibt auch keinen Anreiz dazu, die Mittel für die Unterhaltung der Schule und die Besoldung der Lehrkräfte fließen ganz unabhängig von Ergebnissen. Der Trend zu Privatschulen liegt auch darin begündet.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Timo

Wenn die Besoldung der Lehrkräfte von den Ergebnissen abhängen soll, dann will ich mir meine “Kunden” aber auch aussuchen dürfen, so wie in der “freien” Wirtschaft. Da werden auch keine Aufträge angenommen, wenn voraussehbar keine Kohle reinkommt.

Sollen Ärzte auch nur noch Geld bekommen, wenn die Therapie von Erfolg gekrönt ist? An wen wenden sich dann die unheilbar Kranken, die chronisch Kranken oder diejenigen, welche sich nicht an ärztliche Ratschläge halten? Welcher Arzt für die “für umsonst” behandeln?

Timo
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Wenn sie selbst zu fremdbestimmt sind, kann das demotivierend wirken. Es fehlt der Anreiz, es kommt dazu, dass keine Weiterentwicklung stattfindet. Denken sie z.B. an staatliche Unternehmen. So ist vermutlich die Situation an vielen staatlichen Schulen.
Vielleicht ist es hilfreich, über die eigene Dienstleistungsrolle nachzudenken.

Die Kids langweilen sich in der Schule, weil es tatsächlich langweilig ist. Die meisten Menschen lernen dadurch, das sie selbst aktiv handeln können. Das wird als erfüllend erlebt. So wie Lehrkräfte zum Beispiel, die lehren, oder Musiker die musizieren usw.

Die Kinder wissen, dass sie sich die Inhalte selbst viel effizienter aneignen könnten, also wenn sie es denn wollten, mit KI. Sie wissen auch, das es in der Schule darum geht guten Zensuren zu erhalten, damit man dadurch vielleicht einen besser bezahlten Job bekommt. Nicht gerade starke Motivationsfaktoren.

„Es geht um die Erfahrung der Selbstwirksamkeit.”.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Timo

Danke!

H. F.
1 Monat zuvor
Antwortet  Timo

// Die Kids langweilen sich in der Schule, weil es tatsächlich langweilig ist. //

Jaja, die Kids sind ja alle gleich. Also mein Sohn langweilt sich in der Schule, weil es dort nicht voran geht. Weil es laut ist. Weil er ständig nur Aufgaben bekommt, die er eigenständig lösen soll. Weil die Lehrerin dabei durch die Reihen geht und mit schwachen Schülern im direkten Gespräch ist, statt vor der Klasse zu stehen und alle Kinder mitzunehmen. Weil er in Projekten und Material erstickt.

Er weiß, dass er sich Inhalte und Methoden viel effizienter aneignen könnte, wenn man diese einfach mal richtig erklären und zeigen würde, man sie gemeinsam aufschreiben (HEFT!) und darüber sprechen würde, statt allein und selbstgesteuert über dem vierten Anoki-Heft, dem hundertsten Arbeitsblatt oder dem Tablet mit Anton-App zu brüten.

Kinder sollten vom Menschen lernen.

Tigrib
1 Monat zuvor
Antwortet  Timo

Echt? Wenn meine Kids was selbständig machen sollen, sind die nicht so begeistert. Es dagegen von mir vorgekaut zu bekommen, ist soooooo viel einfacher.

Und so richtig doof ist es, wenn das selbständig Erarbeitete dann hernach vom Lehrer kritisiert wird und man es überarbeiten soll. Dann wird schnell das Handtuch geworfen oder aber man nimmt die Kritik gar nicht an.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Timo

Da hilft dann wohl tatsächlich nur noch Bildungspflicht statt Schulpflicht.

Leider ist es Ihre Haltung, die einen großen Anteil daran hat, dass Kids sich in Schule langweilen.
Wenn Erwachsene ihnen genau das auch noch erzählen, dann ist die Erwartungshaltung leider auch so. “Schule soll Spaß machen”.
Warum nicht gleich “Das Leben soll Spaß machen”? (Wer wäre da dann aber verantwortlich? Auch die Schule wahrscheinlich.)
Selbstwirksamkeit, Achtsamkeit … alles ganz tolle Wörter, die Menschen vorgaukeln, dass alles so sein sollte, wie sie es am liebsten hätten, möglichst ohne viel zu tun. Viel Geld verdienen, ohne wirklich was zu leisten. Influencer werden …
Breaking News: Auch das machen inzwischen KI.

Illuminator
1 Monat zuvor
Antwortet  laromie

Ich weiß zwar nicht, an was für einem Gymnasium Sie unterrichten, aber das hat mich noch nicht Mal ein Zehnklässler auf Abschlussfahrt gefragt. Ansonsten gebe ich ihnen durchaus Recht, Verantwortungs- und Leistungsbereitschaft sind unerlässlich – allerdings auf allen Seiten.

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Illuminator

Manchmal frag ich mich, ob das wirklich noch ein Gymnasium ist.

GriasDi
1 Monat zuvor

England macht es vor: Kompetenzorientierte Lehrpläne abschaffen, wieder detailliert vorschreiben, was zu tun ist und schon geht’s in PISA bergauf.

Sporack
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

nein, doch, oh

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Och, nö, das ist doch so unkreativ und nicht im Trend.//

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

“und schon geht’s in PISA bergauf.

Aber müssten bei “bergauf” die Punktzahlen nicht steigen, statt abzunehmen?

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Im Ranking ging für England nach oben.

Kalle
1 Monat zuvor

Schule (und Uni) folgen einem Lehrplan, der auf Vollständigkeit abzielt, statt auf Wissen und Fähigkeiten, mit denen man in der realen Welt erfolgreich navigiert.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Kalle

Wer etwas älter ist, weiß, dass das, was Sie fordern, einfach mal wieder nur der typischen falschen Erwartungshaltung gegenüber Schule entspringt.
Dem möchte ich entgegnen: Wenn Schule das bisher – also in den letzten 150 Jahren – nicht getan hat, weshalb ist unser Land dann nicht schon lange komplett vor die Hunde gegangen?
Ist vielleicht nicht eher so, dass man bestimmtes Wissen und bestimmte Fähigkeiten so oder so beim Leben mitbekommt oder eben nicht, während anderes Wissen und andere Fähigkeiten, nämlich die, die man in Schule erwirbt (Lesen, Schreiben, Rechnen, naturwissenschaftliches Wissen, etc.) oeben nicht so nebenbei mitbekommen kann?

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Erstens braucht man heute andere Skills als früher.
Zweitens haben SuS heute weniger Möglichkeiten (Banalitäten wie verlaufen und nach Hause finden – z.B. Fremde ansprechen), Bereiche (Brachen zum Rumtoben ohne Tracken von (Helikopter-)Eltern, Jugendzentren, einfach eigenverantwortlich agieren ohne immer im Notfall Mutti anrufen zu können etc.) oder Zeit (s. Ganztag oder zu viel Social Media), um nebenher die Skills zu erlangen. Daher muss in Schule mehr passieren als früher.
Die Welt hat sich weitergedreht, da funktionieren die Rezepte von früher nicht mehr.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Die heute geforderten Skills, die im Lehrplan verankert werden sollen, waren ehedem eine Selbstverständlichkeit, die zuhause vermittelt, notfalls eingelegt worden ist.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Ist aber leider nicht mehr so, dass das eine Selbstverständlichkeit ist. Was tun? Meinen Sie, Einfordern bei den Eltern würde funktionieren? Ich glaube es leider nicht. Kids hängen lassen, weil die Eltern unfähig sind, ist aus meiner Sicht keine Option…

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Wenn es denn so ist, dass Eltern versagen, dann darf man nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Der erste wäre nämlich, das Versagen von Eltern deutlich zu benennen. Dies geschieht aber nach meiner Wahrnehmung nicht. Es wird stattdessen so getan, als könne Schule (problemlos) die Aufgaben der Eltern übernehmen, dies geht aber selbst mit mehr Ressourcen nur begrenzt, denn die natürliche Verantwortung liegt in gewissen Bereichen bei den Eltern. Schule kann in einem zweiten Schritt evtl. abmildern.

Tigrib
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Oha, dann helfen ja nur noch Internate für alle….

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Laufen lassen!

So wie der Markt alkes regelt, regeln auch das spätere Leben und die Realität!

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Und was ist mit den Eltern, die sich gut und gerne um ihre Kinder selber kümmern
wollen und sie nicht dem Staat – vor allem, weil und wie es sich gerade entwickelt – an”vertrauen” m ü s s e n ?

Und dann ist mir zu Ohren gekommen, dass auch Lehrkräfte Kinder haben….. und auch hier möchten viele selbst für ihre Kids da sein.

Die Forderung hört sich für mich nach 100% staatlicher Prägung aus.

Dagegen muss man demonstrieren!

Und nicht aus Gründen wie “falsche skills” und “zu viel Social Media” fordern!

Back to 1933 or what?!

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

“Back to 1933 or what?!” – Sorry, aber das ist Quatsch. Nur, weil man Kids in der Schule die Möglichkeit gibt, mehr Lebenserfahrung (Lernen durch Erleben, wie Hr. Ruppaner sagen würde) zu erlangen, muss das nicht ideologische Indoktrination bedeuten. Bitte die Kirche im Dorf lassen.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Das halte ich für fragwürdig.
Die Welt hat sich doch immer weiterentwickelt.
Außerdem funktioniert Schule immer schlechter, je mehr sie übernehmen muss, denn mehr Zeit bekommt sie ja nicht.
D.h. mehr Lifeskills bedeutet automatisch weniger Lesen, Schreiben usw. Von allem was, aber nichts richtig.
Wenn ein Staat wirklich den großen “Wurf” bezügl. einer umfassenden Bildung in sämtlichen Bereichen machen wollte, dann müssten heutzutage Heranwachsende wie in China von morgens um sieben (Frühsport) bis abends um acht in der Schule sein.
Wollen Sie das wirklich? Anders geht es nämlich nicht, wenn Eltern nicht mehr ihren Aufgaben nachkommen wollen oder können.
Vor einigen Jahren war ich insgesamt optimistischer. Da aber die Bildungs”expert*innen” ja auch “Schule muss alles” fordern und damit den Trend forcieren, bin ich zur Ansicht gelangt, dass wir bald nur noch eine kleine Elite (Eltern und Kinder, die wussen, dass es anders gehen muss) haben werden und der Rest durch konstantes Ausblenden von Notwendigkeiten weiter – sorry – verblöden wird.
Keine schöne Zukunft, aber ohne Trendwende sehr ich finster.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich denke auch, dass Schule das so wie jetzt niemals hinbekommen kann. Deshalb werbe ich ja auch immer mit der Alemannenschule und ihrer Schmetterlingspädagogik. Darin sehe ich persönlich einen Weg. Aber das ist in der Bubble hier nicht vermittelbar. Auf LinkedIn befindet sich die andere Bubble, in der sehr viele Schulakteure das auch so sehen.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Wutöschingen ist auf die wenigsten Schulen Deutschlands übertragbar.
Schulträger, Eltern- und Schülyklientel sind dort ganz andere.
Was meinte meine Kollegin, als wir das Werbe-Video in einer LeKo anschauten? “Wo sind eigentlich all diese Kinder, die bei uns die Mehrheit ausmachen?”
Finde den Fehler.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Vielleicht waren mache von denen auch mal so und haben sich in dem Umfeld geändert bzw. angepasst. Herr Ruppaner hat selbst mal gesagt, dass zu Beginn natürlich viele erstmal gar nichts gemacht haben, weil ja kein Druck da war. Aber so nach zwei Wochen hätte es begonnen sich einzupendeln bis es heute gut läuft. Gut Ding braucht Weile.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Nichts für ungut, aber ich wundere mich wirklich darüber, wie man nach Jahren im Dienst so etwas noch glauben kann.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich bin nicht ” im Dienst”. Das könnte es erklären. Ich bin somit nicht “betriebsblind” wie man so schön sagt. Wir lassen bei uns neue Kolleg*innen auch unser bisheriges Handels oft anschauen, weil die einen neuen Blickwinkel reinbringen und nicht immer sofort mit ABER kommen.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Es ist komplett egal, was die Süddeutsche schreibt, denn in der Stadt, in der ich arbeite, meine Schule nicht die einzige weiterführende ist, sondern es es im Umkreis von 5km neben den vier GemS auch noch vier vier Gymnasien gibt, der Sozialindex besonders schwach ist und die Stadt komplett pleite ist (sämtlichen Schulen wurden die Haushalte um 20% gekürzt).
Herr Ruppaner ist zudem recht verschroben, da er hier im Forum mal schrieb Wutöschingen wäre Brennpunkt. Wie soll man das denn bitte ernst nehmen?

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Er ist nicht verschroben, sondern ich denke, das entspricht seiner Realität. Wutöschingen liegt ziemlich ländlich. Da zählt seine Schule vermutlich als Brennpunkt.

Diese Schulform muss ja auch nicht überall und ausschließlich funktionieren. Es reicht völlig, wenn sie auch funktioniert. Für die Kids, die mehr Struktur brauchen, gerne eine frontale Weise wie in England – einfach je nach Bedarf.
Warum nicht einfach verschiedene Konzepte möglich alle gleich gut finanziell unterstützt.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ist doch genauso wie bei irgendwelchen Werbefotos, die Kinder beim Lernen in der Schule zeigen:

Maximal so um die 12 in einer Klasse und alle sehen so aus, als ob sie “schon länger hier lernen”…

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Nochmal: Die suchen sich ihr Klientel weitgehend aus. Was passiert dann mit den Kindern aus unserer Brennpunktschule?

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Die suchen sich nicht ihr Klientel aus. Das ist eine öffentliche Schule.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Ja, aber wenn es mit den Kindern dort nicht klappt, dann werden die wegberaten. Einfach mal mit Menschen reden, die dort gearbeitet haben, dann sieht das hinter der schönen Fassade gaaaanz anders aus.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Was spricht dagegen, wenn man Eltern rät, dass diese Schulform nichts für das eigene Kind ist? Machen Gymnasien seit Jahren so.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Die bleiben fein bei Ihnen auf der Brennpunktschule. Weil: sonst wäre das bei Ihnen ja keine Brennpunktschule mehr!

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Klar ist das vermittelbar.

Aber NICHT AUF KREDIT, dafür wurden wir mit “Krediten” zu oft betrogen. (Ja macht erstmal, nur mal gerade X Jahre überbrücken, Geld kommt später, ist doch für die Kinder blah blah)

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Temporäre Stundenerhöhung in Berlin für alle Lehrer von 2003, wurde bis heute nicht zurückgenommen! 2 Stunden Mehrarbeit seit 22 Jahren, kann man das “temporär ” nennen?

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ob “betrogen” das richtige Wort ist, weiß ich nicht, aber zwei Dinge fallen mir ein:

  • Überstunden, die bis zum Eintritt in die Pension nicht abgebaut wurden, können ersatzlos verfallen
  • Einige Bundesländer haben Pensionrücklagen zumindest teilweise aufgelöst: Geld, dass für Beamtenpensionen vorgesehen war, wird im allgemeinen Haushalt “verbraucht”. Teilweise wurden diese Rücklagen sogar mit Besoldungsverzicht (geringere Erhöhungen als bei Angestellten) aufgebaut
Kleopas
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Zum Beispiel so: Je höher die Staatsverschuldung, umso größer die Tendenz, einerseits eine hohe Inflation zuzulassen und andererseits dann Niedrigzinsen oder gar Minuszinsen zu haben. Das erleichtert dem Staat die Bedienung der Schulden, aber enteignet quasi die Sparer. Denn sowohl Guthaben wie Schulden entwerten sich, und für das Volk wird alles teurer Hatten wir das nicht schon mal?

Sporack
1 Monat zuvor
Antwortet  Kleopas

Niedrigzinsen konnten aber dazuführen das EG9 nach 10 Jahren ein Eigenheim finanzieren konnte. Wäre bei Hochzinsen nicht dran zu denken gewesen. Geld gehört in den Umlauf und nicht aufs Konto.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  447

“Aber NICHT AUF KREDIT”

Ihnen ist wohl das Klimaschutzkonzept Deutschlands nicht bekannt – bezahlt wird später und von jüngeren 😉

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Meinen Sie mit Kredit Ihre Arbeitszeit oder die finanzielle Hilfe, die man für den Umbau benötigt?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Hä?

Heißt das, “zu viel Social Media” ist okay, ohne Auswirkungen und überhaupt nicht schlimm (wegen der anderen skills als früher) und DESWEGEN, sollen sie da auch das “zu viel” gar nicht reduzieren, sondern von uns mit Messer und Gabel (in Klasse 7 und höher) lernen sollen müssen?

Hä?

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Das “Hä” könnte ich zurückgeben. Sie scheinen mich nicht verstanden zu haben.
Ich habe lediglich zu erklären versucht, warum viele Skills heutzutage nicht mehr selbstverständlich “so oder so im Leben” gelernt werden.

Social Media war da nur ein Punkt, warum heute Zeit fehlt. Ich habe null bewertet, ob das mehr oder weniger sein sollte.