Start Aus den Verbänden dbb-Chef Geyer: „Für ein starkes Bildungssystem ist der Beamtenstatus unverzichtbar“

dbb-Chef Geyer: „Für ein starkes Bildungssystem ist der Beamtenstatus unverzichtbar“

29

BERLIN. Wenn die Länder gute Bildung möchten, müssen sie die Beschäftigten auch gut bezahlen, erklärt dbb-Chef Geyer mit Blick auf die laufenden Tarifverhandlungen. Andersherum: „Wer an Fachkräften spart, bezahlt früher oder später mit schlechteren Bildungsstandards.“

Volker Geyer, Bundesvorsitzender des Deutschen Beamtenbunds und Tarifunion (dbb). Foto: Andreas Pein / dbb

Volker Geyer, Bundesvorsitzender des Deutschen Beamtenbunds und Tarifunion (dbb), erklärte auf der Bundesversammlung des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) in Berlin: „Wir dürfen den Wettbewerb um die besten Köpfe nicht verlieren. Und nicht nur das: Im gesamten Bildungssektor herrscht Fachkräftemangel. Die Arbeitgebenden müssen mehr Menschen für diesen Beruf gewinnen und bestehendes Personal halten.“ Ein zentraler Hebel dafür sei die Bezahlung. Denn: „Das Bildungssystem ist kein Sparposten, es ist das Rückgrat unserer Demokratie“, machte Geyer deutlich.

Das machten die Gewerkschaften den Arbeitgebenden auch in der aktuellen Einkommensrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder klar. Geyer: „Einkommensrunden sind nie ein Spaziergang, aber dieses Mal ist unser aller Einsatz gefragt. Erst recht, wenn mit Bayern das erste Bundesland bereits angedroht hat, das Ergebnis erst ein halbes Jahr später auf die Beamtinnen und Beamten zu übertragen. Wenn Bildung Ländersache ist, dann sind die Länder auch dafür verantwortlich, ihre Beschäftigten angemessen zu bezahlen.“ Der dbb fordert unter anderem eine Erhöhung der Tabellenentgelte um sieben Prozent, mindestens aber 300 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten (News4teachers berichtete).

Über die konstanten Angriffe auf das Beamtentum zeigte sich Geyer irritiert: „Warum müssen sich die Menschen, die unseren Staat am Laufen halten, für ihren Status rechtfertigen? Der Beamtenstatus ist kein Privileg. Er ist das Fundament für Verlässlichkeit, Qualität und politische Neutralität.“ In der Schule sorge der Beamtenstatus für Stabilität, gebe Schülerinnen und Schülern Kontinuität und Lehrkräften Sicherheit. Geyer stellte klar: „Für ein starkes Bildungssystem ist der Beamtenstatus unverzichtbar.“ CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hatte unlängst den Beamtenstatus für Lehrkräfte infrage gestellt (News4teachers berichtete). News4teachers 

Bärbel Bas kündigt große Rentenreform an – große Mehrheit der Bürger will, dass auch Beamte in die Rentenkasse einzahlen

Anzeige

Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei

29 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Thomas
1 Monat zuvor

15 % mindestens
4 Tage Woche
mehr Urlaubstage
Homeofficemöglichkeiten und digital aufstellen

Mario
1 Monat zuvor

Der Herr Geyer ruft bei mir zwiespältige Gefühle hervor
1. Er war Briefträger und die waren wohl meist die freundlichsten Postbediensteten
2. Er war Vorsitzender der Kommunikationsgewerkschaft und und fordert heute noch die Rückkehr zur alten Deutschen Post mit vielen neuen Beamten! Dies passiert zum Glück aber eh nicht

Zu den Lehrern: Nur Verzicht auf Beamte, falls andere Nicht/ Kernbereich-Bereiche auch auf Beamte verzichten müssen
Bitte aber das Problem mit den angestellten Lehrern und ihrer Unterbezahlung lösen! Beamte pro Tarifrunde weniger übertragen und 45 Jahre bis zur Höchspension wären sicher gerecht, wenn es auch meist Beamtinnen treffen würde

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Mario

Sie sind ja lustig…warum zur Hölle sollte der Staat als AG die Beamten niedermachen (was finanziell wohl als großer Erfolg gelten würde)…und den Angestellten dann mehr geben ?

Dazu gibt es keinerlei Hebel der AN/Anreiz.

Im Gegenteil:
Dadurch, sich auf den Angestelltenstatus überhaupt einzulassen zeigt die “Gegenseite” ja schon, dass ihre Verhandlungsmacht quasi nicht existent ist und man sich (bei ganz viel “geballtem Lauchfäustchen in der Normie-Tasche” und “jammern”) nun wirklich jede Abzocke faktisch gefallen lässt.

Rein machiavellistisch (also: politisch) ist diese Vorstellung völliger Unfug.

Mario
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Sie sind nicht weniger lustig
Warum sollen AN sich für Ihre Interessen mit einbringen?
Wer außerhalb der Solidarität steht, der soll weniger profitieren, zumal Beamte einen völlig anderen Status haben und ihre Existenz durch das Dienstverhältnis geschützt ist!
Abzocke sehe ich eher in der Übertragung fremder Tariferhöhungen

Mario
1 Monat zuvor
Antwortet  Mario

Der DBB ist nicht ehrlich, sonst müsste er auf die Organisation von Tarifbeschäftigten in seiner Standesorganisation verzichten und nur Beamte im Staatsdienst fordern! Wie gesagt, der DBB hetzte bereits seit seiner „Neugründung“ gegen die Angloamerikaner und ihre Pläne für einen demokratischen ÖD in Westdeutschland, was zu Sanktionen hätte führen müssen!

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Mario

Der amerikanische öffentliche Dienst, unser großes Vorbild. 😀

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Mario

Das “sollen” sie nicht und “müssen” sie auch nicht.
Kein Beamter kann die nicht-verbeamteten Lehrer zu Streiks “zwingen”.

Nettes “hätte-könnte-sollte-müsste” (eigentlich eher typisch Lehrer, das Träumen im “pädagogischen Konjunktiv”)…nur halt Traumtänzerei:
– erst sich auf einen absoluten Abzockvertrag einlassen (denn dass angestellte Lehrer im Vergleich zu den Beamten einfach massiv unterbezahlt werden ist wohl unstrittig)
– dann darüber klagen und sich beschweren
– dann NIX von GENAU DEN VORTEILEN NUTZEN, die Angestellte halt haben UND WEGEN DENEN SIE ÜBERHAUPT UNTERBEZAHLT SIND (kündigen, streiken)
– auf kooptierte Pseudogewerkschaften reinfallen, die zwar politisch rekrutieren, aber nie ernsthafte Streiks raushauen
– dann über Beamte herziehen, weil die “priiiivelegiiiiiieeeert sind!!!1!1” (=den besseren Vertrag unterschrieben haben, legal und transparent)

An der (Nicht-)Zufriedenheit der Angestellten damit erkennt man doch schon, wer da klüger gehandelt hat.

Annabel
1 Monat zuvor

Was soll er denn anderes sagen?

Mika
1 Monat zuvor

Wenn der Beamtenstatus „unverzichtbar für gute Bildung“ ist: sind angestellte Lehrkräfte dann nach Ansicht dann verzichtbar?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Klar, der Niedriglohnsektor im Schuldienst gehört abgeschafft:)

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Ach, deshalb war die Bildung in der DDR so “schlecht”, weil es da keine Beamten gab.

Mario
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Oder in Nordeuropa

447
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich gebe für die faktischen Befugnisse eines DDR-Lehrers (also deren praktisch anwendbare Macht) gerne 1000 Eurodollar Nettogehalt ab.

Unterschrift leisten wo?

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

WÜRDEN angestellte Lehrkräfte so HANDELN, statt zwar immerzu zu klagen, jedoch ihren AN-Status nicht zu nutzen – könnte der “Arbeitgeber” sie nicht mal ANSATZWEISE so schlecht und ungerecht behandeln, wie er es tut.

Gaby
1 Monat zuvor

Unsinn.Ich sehe das direkt gegenteilig.Leistungsprinzip hat noch niemandem geschadet?Der Beamte kann sogar jahrelang von Dienst befreit ,oder krankgeschrieben sein,auf Kosten unserer Kinder ,der Kollegen und der Steuerzahler?Aber was soll er auch anderes sagen?Hat er sich zu den Krankenheitsprivilegien eines Beamten, auch schon geäußert?

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Gaby

Auch an Sie geht mein Megablackfridaysozialneid-Deal raus:

Option A:
Wur streichen ab morgen alle Beamten”privilegien”.
Dann halt auch alle Beamtenpflichten.

Deal ? 😀

Option B:
Sie ganz persönlich dürfen mich ent-beamten, selbstverständlich unter Beibehaltung meiner legal erworbenen Ansprüche.

Da spart der Staat richtig fett Kohle UND einen Beamten weniger gibts obendrauf, top deal, oder ?

Dafür verspreche ich hoch und heilig, dem Staat nie wieder durch Lohnarbeit auf der Tasche zu liegen und ich gelobe auch feierlich, keinen Schuldienst mehr zu leisten.

Deal ? 😀

Prüfer
1 Monat zuvor

Was hat der Beamtenstatus mit der Verdummung unserer Lehrer zu tun???

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Schafft ausschließlich Beamtenplätze und dann streikt niemand mehr für höhere Löhne.
Wäre das nicht ein Träumchen für die Bildungspolitik? 😛

Kamil Adam
1 Monat zuvor

Typisch deutsch und typisch öffentlicher Dienst. Sowohl die Beamten als auch deren Arbeitsgeber denken, sie werden mit Geld zufrieden und glücklich. Sie sollen endlich attraktive Arbeitsplätze schaffen und nicht noch mehr Geld ausgeben.

Bernd Brunnet
1 Monat zuvor

Es zeigt, dass der Vorsitzende des dbb-Vorsitzende keine Ahnung hat! 16 Jahre krank feiern bei vollem Gehalt können nur Beamte.
Im Übrigen leisten angestellte Lehrer nicht das Gleiche? Nur netto 2/3 des Gehaltes der Beamten. Von den 2/3 des Gehaltes bekommt die tarifbeschäftigte Lehrkraft 48% Rente(noch), der Beamte 71% seines Gehaltes! Den Unsinn, dass nur Beamte hoheitliche Aufgaben erfüllen dürften, ist zwar vom langjährigen VBE-Vorsitzenden behauptet worden, aber schlichtweg falsch.

Schulmeister
1 Monat zuvor
Antwortet  Bernd Brunnet

Die jahrelange Krankschreibung im Schulbereich ging ja in den letzten Monaten durch die Presse. Ich vermute mal, dass es sich dabei um eine extreme Ausnahme handelt. Aus Baden – Württembergischer Perspektive kenne ich die Verfahrensweise, dass nach längerer Krankheit eine amtsärztliche Untersuchung angeordnet wird und ggf. auch Teildienstfähigkeit oder Versetzung in den Ruhestand im Raum stehen.

Levski
1 Monat zuvor

“Der Beamtenstatus ist kein Privileg” – ha ha ha, hu hu hu, hi hi hi, mega-lol ;))))

„Für ein starkes Bildungssystem ist der Beamtenstatus unverzichtbar.“ – Buahahaha, ho ho ho, abpeitsch, abpeitsch ;)))

Ein Kracher nach dem anderen, der Typ ist der Hammer ;))))

Hans Malz
1 Monat zuvor

“Wenn die Länder gute Bildung möchten, müssen sie die Beschäftigten auch gut bezahlen…”

Man könnte ja auch die Angestellten gut bezahlen. Ich weiß, toral crazy die Idee…

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Verrückte Idee, aber auch
Die heißen doch Angestellte, weil die sich wegen der schlechten Vergütung nicht so anstellen sollen. Um das zu Kaschieren heißen die Angestellten im ÖD in NRW auch Tarifbeschäftigte. Tarifbeschäftigt ist die regierungsamtliche Codierung für schlecht bezahlt.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

So hab ich das noch gar nicht gesehen, aber Sie haben natürlich recht.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Absolut richtig.

Scheinargument eben. Dazu unlogisch. Aber gut … Was erwartet man halt auch. Seine Punkte sind so einfach zu entgegnen … Tatsächlich halt mit der Realität, Vergleichen und “Gehalt”/”Rahmenbedingungen”.
Da kann man wirklich nur noch schmunzeln und gähnen.
Entweder keine Ahnung oder absichtliche Scheinargumente halt … Wie gewohnt. Top. Wer bezahlt den Mann?

Walter
1 Monat zuvor

Und wer hat bei dem Chef des dbb was anderes erwartet?

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter

Niemand – und wenn er spricht ? Dann ……..wir.

AvL
1 Monat zuvor

Vielleicht hätte sich der Herr Geier besser mal an Zahlungen für seine Pensionen im Vorfeld der Anspruchnahme derartiger Leistungen zu 50 % beteiligen sollen. Dann wären seine Aussagen zumindest ein wenig glaubwürdiger.