BERLIN. Eine europaweite Vergleichsstudie gibt Deutschland in Sachen Gesundheitsprävention schlechte Noten. Der Präsident der Bundesärztekammer warnt angesichts von Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung unter Kindern und Jugendlichen vor einer „riesigen Welle von Diabetikern“ – und fordert Gesundheitsunterricht an Schulen. Rückendeckung kommt aus der Bevölkerung: Laut einer aktuellen Umfrage spricht sich eine deutliche Mehrheit dafür aus, Gesundheit frühzeitig und verbindlich im Unterricht zu verankern. Mit einem eigenen Fach.

Der Präsident der Bundesärztekammer schlägt Alarm, wenn er über die gesundheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen spricht. „Schon jetzt ist absehbar, dass durch Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung bei Kindern und Jugendlichen eine riesige Welle von Diabetikern auf uns zurollt“, sagte Klaus Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Aussage bezieht sich auf bekannte Risikofaktoren wie Bewegungsmangel und unausgewogene Ernährung, die nach Einschätzung vieler Fachleute bereits im Kindesalter langfristige gesundheitliche Folgen haben können.
Reinhardt fordert politische Maßnahmen, um gegenzusteuern. Er spricht sich für höhere Abgaben auf Zucker, Tabak und Alkohol– sowie für einen verbindlichen Gesundheitsunterricht an Schulen aus (der dann aus den höheren Steuereinnahmen finanziert werden könne). Es sei „eine Frage der Verantwortung, dass die Politik auf diese Missstände reagiere“. Prävention müsse früher ansetzen und dürfe nicht dem Zufall oder freiwilligen Initiativen überlassen bleiben.
Wie groß die Defizite in der deutschen Präventionspolitik sind, zeigt der sogenannte Public Health Index. Der Index misst erstmals systematisch, wie konsequent europäische Länder wissenschaftlich empfohlene Maßnahmen zur Förderung gesunder Lebensweisen umsetzen. Entwickelt wurde er vom AOK-Bundesverband und dem Deutschen Krebsforschungszentrum gemeinsam mit einem interdisziplinären Forschungsteam. Untersucht werden die Handlungsfelder Tabak, Alkohol, Ernährung und Bewegung – zentrale Risikofaktoren für chronische Erkrankungen wie Krebs, Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
„Zu den Empfehlungen gehören höhere Steuern auf Zucker, Tabak und Alkohol, weil das den Konsum senkt“
Im Vergleich von 18 Ländern aus Zentral- und Nordeuropa schneidet Deutschland deutlich unterdurchschnittlich ab. Insgesamt belegt die Bundesrepublik den vorletzten Platz. In drei von vier Bereichen – Tabak, Alkohol und Ernährung – landet Deutschland auf den hinteren Rängen, lediglich im Handlungsfeld Bewegung reicht es für das untere Mittelfeld. Der Index macht sichtbar, dass Deutschland bei strukturellen Maßnahmen des Kinder- und Jugendschutzes wie Werbebeschränkungen, Ausweitung rauchfreier Zonen oder gesundheitsorientierter Besteuerung wenig ambitioniert ist. Diese Maßnahmen gelten laut wissenschaftlicher Evidenz als besonders wirksam und sind im Index entsprechend hoch gewichtet.
Reinhardt verweist ausdrücklich auf diese Empfehlungen. „Zu den Empfehlungen gehören höhere Steuern auf Zucker, Tabak und Alkohol, weil das den Konsum senkt“, sagt er. Empfohlen werde außerdem ein verbindlicher Gesundheitsunterricht an Schulen, der aus den Mehreinnahmen finanziert werden könnte. Der Public Health Index zeige nicht nur Schwächen, sondern auch, welche internationalen Ansätze als Orientierung dienen könnten.
Besonders deutlich fallen die Defizite im Handlungsfeld Alkohol aus. Deutschland erreicht hier lediglich 9 von 40 möglichen Punkten und teilt sich mit Österreich den vorletzten Rang. Alkohol ist in Deutschland nahezu jederzeit verfügbar, im internationalen Vergleich günstig und stark beworben. Zwar existiert eine nationale Präventionsstrategie, doch bleiben zentrale Steuerungsinstrumente wie Preisgestaltung, Verfügbarkeit und Werbung weitgehend unangetastet. Länder wie Norwegen, Finnland, Schweden oder Litauen führen das Ranking an, weil sie umfassende Maßnahmenpakete umgesetzt haben. Dort sinken Alkoholkonsum sowie alkoholbedingte Erkrankungen und Todesfälle nachweislich.
„Der Blick auf Europa macht deutlich, dass es auch anders geht“
Auch in der Ernährungspolitik gehört Deutschland zu den Schlusslichtern. Keine der sechs untersuchten Maßnahmen zur Förderung einer gesünderen Ernährung ist hierzulande flächendeckend umgesetzt. Es gibt weder verbindliche Qualitätsstandards für Schulessen noch Vorgaben für Snack- und Getränkeangebote an Schulen, keine Abgabe auf stark gezuckerte Softdrinks und keine wirksamen Regelungen zum Schutz von Kindern vor Werbung für ungesunde Lebensmittel. Der Index hält fest, dass Deutschland damit zentrale Instrumente ungenutzt lässt, die in anderen Ländern längst etabliert sind.
„Der Blick auf Europa macht deutlich, dass es auch anders geht. Länder wie Großbritannien, Finnland oder Irland setzen viele der wissenschaftlich empfohlenen Maßnahmen konsequent um und führen das Ranking an. Sie machen Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum unattraktiver, schaffen gesündere Ernährungsumgebungen und fördern Bewegung in Schulen, Städten und Gemeinden“, so heißt es in der Studie.
Welche Folgen das für Kinder hat, zeigen aktuelle Daten des Fitnessbarometers 2025. In die Auswertung flossen die Daten von rund 45.000 Kindern aus Baden-Württemberg ein. Demnach sind 15 Prozent der Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren übergewichtig, 6,5 Prozent sogar krankhaft fettleibig (News4teachers berichtete). „Im Jahr 2024 wurde ein neuer Höchststand erreicht“, sagt Studienleiter Prof. Klaus Bös vom Karlsruher Institut für Technologie. Mehr als jedes sechste Kind dieser Altersgruppe ist demnach übergewichtig.
Als zentrale Ursachen nennt das Fitnessbarometer einen bewegungsarmen Alltag und zu wenig körperliche Aktivität. Besonders auffällig ist der Übergang von der Kita in die Grundschule. Ab dem Alter von sechs Jahren steigt der Anteil übergewichtiger Kinder deutlich an und bleibt anschließend auf hohem Niveau. Der Ludwigsburger Kinderarzt Thomas Kauth beschreibt die Situation so: „Unsere Kinder sitzen sich in der Grundschule krank.“ Fehlende Bewegung im Schulalltag sei ein wesentlicher Faktor.
Zwar zeigen sich nach dem Einbruch während der Corona-Pandemie leichte Verbesserungen bei motorischen Fähigkeiten wie Kraft und Koordination. Gleichzeitig bleiben Ausdauer, Beweglichkeit und Schnelligkeit deutlich unter dem Niveau vor der Pandemie. Bei der Ausdauer ist laut Fitnessbarometer sogar ein weiterer Rückgang zu beobachten. „Hier gibt es weiterhin großen Handlungsbedarf“, sagt Sportwissenschaftler Bös.
Die gesundheitlichen Folgen von Übergewicht im Kindesalter gelten als gravierend. Betroffene Kinder zeigen bereits früh Anzeichen von Stoffwechselerkrankungen, Gelenkproblemen oder Bluthochdruck. Zudem steigt das Risiko, auch im Erwachsenenalter gesundheitlich stark belastet zu sein. „Übergewichtige Kinder werden krank – wir müssen endlich wirksam dagegen vorgehen“, sagt Kinderarzt Kauth. Einzelne Programme wie Motorik-Tests in Kitas und Grundschulen können Defizite sichtbar machen, ändern jedoch nichts an strukturellen Rahmenbedingungen.
Unterstützung für eine stärkere Verankerung von Gesundheitsbildung zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag der Krankenversicherung HanseMerkur. 71 Prozent der Befragten sprechen sich für die Einführung eines Schulfachs „Gesundheit“ aus, um Kindern frühzeitig zu vermitteln, wie sie Verantwortung für ihre eigene Gesundheit übernehmen können. Die Zustimmung für das Fach «Gesundheit» fiel dabei in allen Altersgruppen ähnlich hoch aus, bei den Geschlechtern sprachen sich Frauen (75 Prozent) etwas häufiger dafür aus als Männer (67 Prozent). Die Zustimmung zu einem solchen Fach ist über alle Altersgruppen hinweg hoch. Nur rund die Hälfte der Befragten fühlt sich selbst ausreichend informiert, um gut für die eigene Gesundheit zu sorgen. News4teachers / mit Material der dpa
“Sitzen ist das neue Rauchen”: Bewegungsmangel beginnt mit der Grundschule









Einfach mal den Lehrplan für das Fach Biologie in der Sek 1 (z.B. in NRW) sichten und sich wundern. Über den Rest sollte man nachdenken.
Ja, das viele Sitzen in der Schule. Ergonomie gibt‘s auch nicht.
Wir brauchen mehr Freiheit und flexibles Arbeiten.
Also 30 % Homeschooling, online-Unterricht
4-Tage Woche und dadurch flexibles, eigenverantworltiches Arbeiten, angepasst an die moderne Arbeitswelt. Auch in online Kursen können Gymnastikübungen gemacht werden.
Im Winter 7 Stunden auf dem Stuhl im Klassenraum sitzen ist da nicht besonders förderlich!
Lehrer haben die 4-Tage Woche definitiv verdient. Für eine 35-Stunden Woche können die Deputate reduziert werden!
Jap gerne 🙂
4 Tage W
kürzere Stundenpläne, wenn viele andere schon 34 Std Wochen haben.
Mehr Urlaubstage wären auch gut, wenn meine Freundin schon etwas von ihrem Gehalt abgeben kann und satte 10 Tage mehr pro Jahr hat. Unglaublich
Tja, ob das Liegen im Bett mit dem Gerät (Erfahrung aus der Pandemiezeit) da so viel besser ist… Außerdem entfiele das Quäntchen frische Luft, dem SuS zwangsweise ausgesetzt werden beim Weg zum Bus oder auf dem Pausenhof.
Zuhause sitzen und daddeln, statt zur Schule. Davon werden die betroffenen Kinder bestimmt gesünder und schlanker.
zuhause sitzen? stehen, in den Garten gehen, in den Park, ja sogar beim walken kann man kommunizieren. Kennen sie die Technik nicht?
Etwas online Unterricht ist ja wohl möglich!!
Oh je, mein Datenvolumen reicht dafür aber nicht
Man merkt, Sie kennen nur bildungsbürgerliche Verhältnisse.
Mit diesem Beitrag haben Sie sich endgültig disqualifiziert…..
Das ist doch ein echtes Live-style-Element und auf vielen Buffetts zu finden … “Daddeln im Speckmantel”
Ich sehe den Unterschied zwischen “in der Schule sitzen” und “vor dem Bildschirm sitzen” nicht. Sitzen ist sitzen. Und Gymnastik-Übungen online bei Kindern? Geht’s noch? Da ist es doch deutlich sinnvoller, täglich Sportunterricht nicht online anzubieten.
Anderen Beruf suchen, zum Beispiel Krankenversicherungsfachangestellte, hat sogar was mit Gesundheit zu tun und man sitzt nicht mehr …in der Schule. Das scheint ja das Hauptproblem zu sein.
Beim Heimunterricht für Kinder sitzen sie ja dann noch mehr. Manche haben dann nicht mal mehr die Bewegung auf dem Schulweg.
Onlineunterricht verführt zu noch mehr Schummeleien, sprich Nicht- oder Nicht-Richtig-Mitmachen.
Gibt’s in BW schon als Wahlfach… AES (Alltag, Ernährung, Gesundheit)
In RLP auch!
Es muss sich was ändern.
In der Firma meiner Frau machen sie Sport, zwischendurch Fitness, sie hat 3 Tage Homeoffice, kann zwischendurch joggen oder mit dem Hund raus.
Wir als Lehrerinnen sitzen erstmal lange im Auto, um zur Schule zu fahren. Die Kinder oft auch. Und dann geht das in der Schule munter weiter mit dem Sitzen.
Der Unterricht muss praxisorentierter werden, offener und teilweise auch digitaler.
Wir sollten auch vom Homeofficeboom profitieren dürfen – so wie meine Frau 🙂
Bei meiner Freundin ist das auch so 🙁
Homeoffice dauernd
oft 4 Tage Woche
viel mehr Urlaubstage
34 Stunden Woche usw.
Bildungsurlaub und neulich 4 Wochen in Portugal gearbeitet. Kenne ich alles
Bei meinem Mann kenne ich das auch, denn er führt ein sehr erfolgreiches kleines Familienunternehmen von zu Hause aus…..
Lehrer brauchen bessere Bedingungen!!
“Wir als Lehrerinnen sitzen erstmal lange im Auto, um zur Schule zu fahren.”
Und treffen auf dem Weg zur Schule regelmäßig die “Homeoffice”-Worker, die ihren Hund ausführen, die Kinder zur Schule bringen oder sich beim Bäcker frisches Brot holen…
ja ja, so ist es.
Wir gönnen den Lehrer den 1 Tag zuhause und auch mehr Homeoffice oder wie ihr sagt ‚Homeschooling‘
Sie geben da ein gutes Beispiel, mein Hasi hat die gleichen Privilegien.
3 Tage Homeoffice und der Gute sitzt neben dem Kamin in unserem wunderschönen Wohnliving Bereich, den ich mit ihm selbst gestaltet habe.
Er bleibt morgens länger liegen, während ich den Wagen kratze und durchs Lipperland tuckere. Das macht pro Woche viel aus!
Er verdient doppelt, wird Jahre vor mir in den Ruhestand gehen.
Wir haben hohe Inflationsverluste in der Tasche, Schnucki erhält Bonuszahlungen und Extras. Irgendwie sind wir Lehrer dagegen nicht konkurrenzfähig 🙁
Das geht z weit auseinander, was Geld und Arbeitszeiten angeht, so traurig.
Liebe Petra,
ja, du bist so toll. Wir wünschen dir ein schönes neues Jahr!
Natürlich hast du Recht
Also, ich finde ja, Hasi könnte das Auto-Freikratzen morgens übernehmen, wo er es doch sonst so gut hat…
Geht nicht, Petra schrieb ja: “Er bleibt morgens länger liegen, während ich den Wagen kratze…”
Hasi ist ein echtes Goldstück!Deshalb ist sie ja auch so neidisch auf ihn. 🙂
So ist das nämlich…. 🙂
Aber wie kommt das Auto auf die Terrasse?
Vermutung: Schnucki ist viel intelligenter als Petra OWL.
Fahren Sie mit dem Rad zur Schule, und unterrichten Sie im Stehen.
Mache ich auch!
Ach, Kollege Studienrat nimmt Sie also mit:)
Brauchen wir ein verbindliches Schulfach „Gesundheit“?
NÖÖÖÖÖÖ.
Wir haben ja schon ein ganzes Arsenal an Fächern, die das Thema längst abdecken.
Biologie behandelt gesunde Ernährung, Essstörungen (Adipositas, Anorexie, Bulimie), Wirkung legaler und illegaler Drogen und natürlich die Gesunderhaltung des Nervensystems – inklusive Reizüberflutung durch ausufernde Bildschirmzeiten und deren Folgen.
Sport sorgt für Bewegung, zumindest theoretisch.
Ethik und Gemeinschaftskunde greifen Themen wie Verantwortung, Lebensführung und gesellschaftliche Auswirkungen von Konsum auf.
Dazu kommen Schulsozialarbeit, Präventionsprojekte, Workshops, Aktionstage, Elternabende – das volle pädagogische Rundum-sorglos-Paket.
Und die Realität?
Man erklärt gerade noch die Folgen von zu fett- und kohlenhydratreicher Ernährung, und kaum ist die Stunde vorbei, wird für die Mittagspause erstmal eine fettige XL-Pizza geordert. Zum Imbiss geht’s dann – selbstverständlich – mit dem Moped, weil fünf Minuten Fußweg ja schon fast ein Ironman wären.
Mein Hinweis: „Ihr habt ja heute noch Sport, da könnt ihr die Kalorien ja gleich wieder umsetzen.“
Antwort zweier etwas korpulenter Exemplare: „Wir ham ne Sportbefreiung.“
Na klar. Läuft.
In der Sek II wird dann fröhlich rezitiert:
„Hasch macht lasch und Allolol macht Birne hohl.“
Feixend. Erfahrungswerte? Wer weiß.
Aber sicher, was jetzt wirklich fehlt, ist ein neues Schulfach.
Denn wenn irgendwas im Leben schiefläuft – Ernährung, Bewegung, Medienkonsum, Drogen, Schlaf, Psyche, Sozialverhalten – dann soll’s bitte die Schule richten. Am besten mit noch einem Fach, noch einem Projekt, noch einer Präventionswoche. Schließlich sind Schulen ja die modernen Reparaturwerkstätten der Gesellschaft: Kind rein, Problem raus.
Also ja, lasst uns unbedingt ein neues Fach einführen.
Vielleicht bestellen die Schüler dann nach der Stunde „Gesundheit“ statt der XL-Pizza ja eine Karotte.
Vielleicht gehen sie die fünf Minuten zum Imbiss sogar zu Fuß.
Vielleicht hören sie auf, sich lasch durch Hasch durch den Unterricht zu schleppen.
Vielleicht.
Vielleicht auch nicht.
Läuft!
Statt einem zusätzlichen Fach Gesundheit schlage ich vor:
Und wenn das alles nicht wirkt, dann können wir über ein Fach Gesundheit reden.
Aber zunächst sehe ich Eltern (!), Politiker und Krankenkassen in der Pflicht, nicht (schon wieder) die Lehrer!!!
Hier ein link zur Zuckersteuer:
https://www.focus.de/finanzen/steuern/weniger-uebergewicht-spart-geld-54-laender-haben-sie-schon-das-bringt-eine-zuckersteuer-auf-softdrinks_id_260059837.html
Bäckereien im Umkreis von einem Kilometer um Schulen zu verbieten halte ich für Übertrieben.
Die anderen Punkte sind definitiv wichtig, vor allem der letzte Punkt wird leider sehr vernachlässigt. Es gibt immer wieder Forderungen nach mehr Bewegung in der Schule, aber viele Klassenzimmer und Schulen bieten gar nicht die Möglichkeiten dafür.
Ich hab ne gute Idee für zwei neue Fächer. Mir ist nämlich aufgefallen, dass meine SuS weder richtig lesen und schreiben können und dann hapert es ganz gewaltig an mathematischem Verständnis.
Meine Idee wäre, dass es für diese beiden Probleme je ein Fach in der Schule installiert werden sollte. Meine Idee für die Fächernamen wären “Deutsch” und “Mathematik”. Ich weiß, wenig innovativ. Bin nicht ganz zufrieden. Vielleicht hat jemand anderes eine gute, kreative Idee?
Der Blick auf Europa macht deutlich, dass es auch anders geht. Länder wie Großbritannien, Finnland oder Irland setzen viele der wissenschaftlich empfohlenen Maßnahmen konsequent um und führen das Ranking an. Sie machen Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum unattraktiver, schaffen gesündere Ernährungsumgebungen und fördern Bewegung in Schulen, Städten und Gemeinden“
Richtig so! Vielleicht wären die “Gesundheitsstunden” auch in Form von zusätlichem Sportunterricht wirksamer 😉
Sportunterricht ist oft für die Kinder, denen es gut tun würde, ein Angstfach. Es müsste etwas ohne Noten sein.
Bei uns ist der Sportunterricht wegen Lehrermangel gekürzt worden und fällt dann regelmäßig auch noch aus, wenn es wieder durch das Dach der frisch sanierten Turnhalle regnet…
Deshalb sind unsere Kinder im Sportverein, wo sie 4x die Woche trainieren. Als Eltern kann man die Kids dazu anleiten und dann sind sie als Jugendliche auch in einem guten Umfeld. Eltern haben auch Verantwortung.
Ganz genau!
Cool! Es freut mich, dass Sie gemeinsam aus so einer schlechten Situation so viel machen konnten 😀
E-Sports!
Sport ist auch ohne Noten ein Angstfach.
Allein schon sich wie eine Presswurst in körperbetonter Sportkleidung präsentieren zu müssen. Alternativ die T-Shirt-Zelte.
Und immer als letzter mit hochrotem Kopf hinterherschnaufen.
Sport müsste in so differenzierten Gruppen ablaufen, dass die, die ihn bitter nötig haben, mit den supertollen Vereinssportlern gar nicht erst zusammenkommen. Dann könnte die Angst verschwinden und Spaß an der Bewegung aufkommen.
Klappt ja in Reha-Einrichtungen auch.
Oder vielleicht die ergänzenden Angebote. Dann könnten Grundlagen gelegt und (Selbst-)Vertrauen aufgebaut werden
Anstelle des Sportunerrichts:
Lasst die Kinder wieder zu Fuß in die Sxhule gehen – keine Elterntaxis, Schulbusse lassen ca. 1km vor der Schule aussteigen…..
Wieso anstelle? Zusätzlich!
Ich fände es schon gut, wenn Eltern die Zeit gegeben würde, ihre Kinder zu Fuß zu bringen.
Vielleicht einen Radius um die Schulen ziehen, ab den Elterntaxis sich nicht weiter nähern (https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/elterntaxis-autoverbot-bielefeld-schulen100.html)
Oh je. Noch ein Thema, was die Schule richten soll? Was soll das bringen? Bis zur Klasse 6 kam das Thema Ernährung jetzt dreimal im Unterricht vor, schon in der Vorschule. Die Kinder wissen das theoretisch… am Ende schreiben auch die Lehrer den Eltern eine Mail, sie sollen doch den Kindern keine Muffins und Zuckergetränke mitgeben, und dann gibt es Eltern, die sagen, aber mein Kind isst das alles doch sooooo gern… es gibt jährliche Untersuchungen beim Kinderarzt, zu denen alle Kinder hin sollten, die sagen einem das auch. Aber am Ende ist es an den Eltern. Die kaufen ein, die machen Essen, die leben es vor. Einzig beim Mensaessen würde ich mir mehr Mitspracherecht wünschen, da gibt es zu viel Pfannkuchen und Milchreis. Den Rest der Mahlzeiten beeinflusse ich… wenn die Eltern nicht mitmachen, hilft alles nichts, dann muss ich nicht noch mehr Unterrichtszeit dafür abgeben.
“Pfannkuchen und Milchreis”
Weil’s billig in der Produktion ist. Gesundes Essen will niemand an den Schulen bezahlen (der Schulträger nicht, die Eltern nicht und die Schüler erst Recht nicht: Lieber 2 Euro für eine extra Tüte Chips als angemessene Preise für gesundes Essen).
Preise wurden gerade kräftig erhöht für den Milchreis…
Na ja, Müller muss die Parteispenden an die AfD wieder reinholen… zum kotzen!
Jährliche ärztliche Untersuchungen gibt es nur bis zum 6en Lebensjahr, danach – nur wenn die Krankenkasse die Kosten übernimmt oder wenn Eltern selber bezahlen. Auf jeden Fall müssen Eltern selber Initiative ergreifen.
Ich finde, es wäre schön, wenn Sport und Körperkultur größere Bedeutung bei Jugendlichen spielen würden. Bodypositivity ist gut, aber “höher, schneller, weiter” könnte man auch vorantreiben.
In kleineren Städten ist das Angebot an Sport klein, abhängig von Ehrenamt, und da kriegt man weniger und weniger Trainer. Sogar wenn man engagierte Personal hat, wird es schwierig, eine Zeit in der Halle zu finden, dann müssen Eltern den Vertrag unterschreiben, was nicht alle machen, weil es Geld kostet und vielleicht Elterntaxi braucht.
Es wäre schön, Outdoor-Fitnessgeräte irgendwo zu haben. Bei uns in der Stadt gibt es Spielplätze nur für kleine Kinder, ab 7-8 Jahren – bleiben nur Schaukeln… Wenn man keinen Fußball spielt oder joggen mag, bleibt einem nicht viel übrig.
Das ist ein sehr großes Problem. In Großstädten hat man auch für Sportarten abseits der Top 5 noch mehrere Vereine von denen dann auch mehrere Kindertraining anbieten. Aber in Kleinstädten und gerade im ländlichen Raum gibt es neben Fußball oft gar nichts und wenn bleibt oft das Problem, dass nachmittags/ abends kein Bus mehr fährt…
Noch dazu fehlt häufig die Infrastruktur (Sporthallen und -plätze). Da müsste angesetzt werden, würde sicherlich auch die Kosten für die Krankenkasse senken.
Nein das ist kein Problem.
Meine Schwester hat 2 Nachbarfamilien mit je 2-3 schulpflichtigen Kindern. Bei der einen stehen am Abfuhrtag 4-5 volle gelbe Säcke vor der Tür, die Familienmitglieder sieht man nur beim Ein- und Aussteigen aus dem Auto. Die anderen Eltern laufen täglich mit ihren Kindern im Viertel oder auf dem nahen Sportplatz, gehen weite Strecken mit dem Familienhund. Alle Elternteile arbeiten- die aktiven Eltern sogar Vollzeit mit sehr weiten Pendelwegen von ca. 50 bzw. 70 km. Raten Sie mal, welche Eltern mehrgewichtig sind…und welche Kinder.
Hintern hoch und los, das geht auf dem Land, in der Stadt und ist unabhängig vom Geld. Zum Teufel mit dem ständigen Entschuldigen bzw. dem Lustprinzip!
Von nichts kommt nichts- das war so, ist so und wird auch so bleiben!
Mein Kind hat vor lauter Obst schnibbeln in der Grundschule weniger lesen und schreiben geübt. Mit einem wirklich verheerendem Ergebnis.
Okay, jetzt macht sie einen perfekten Obstsalat…
Könnte ich mir bei uns auch sehr gut vorstellen ;-))
Obst schnippeln kann es bei Ihnen lernen- das Lesen und Schreiben weniger.
Wir brauchen viele neue Fächer: Rechnen, Rechtschreiben, Malen, Lesen, Gesundheit….
Vorschlag zur Güte:
Ärztevertreter haben ja vor kurzem vorgeschlagen, eine Steuer auf “ungesunde Lebensmittel” einzuführen und die Erträge zur “Verbesserung der medizinischen Versorgung” einzusetzen (also: der Ärzteschaft zu Gute kommen zu lassen).
Führen wir doch diese Steuer ein und geben das Geld nicht den Ärzten sondern stellen dafür Gesundheitsfachkräfte an den Schulen an, die das Fach dann anbieten. Oder zusätzliche Lehrer.
Deal?
Superdeal, klasse Idee
( übrigens wär ich auch für bessere med. Versorgung, wenn das Geld beweisbar! dafür genutzt würde)
ÜberÜbrigens: es spricht nienix gegen Sirup-Milchreis mit ganz viel frischem Obst
und auch nichts gegen Apfel/ Bananenpfannkuchen mit einem Kügelchen Vanilleeis oder auch pikant mit ganz viel Gemüse gefüllt oder ala Gyros/ Döner gerollt mit einem Saisonsalat dazu oder oder…….
Als sinnvolle Maßnahme würde ich den Einsatz von Schulkrankenpflegern/Schwestern empfehlen: neben der Versorgung kleiner Gebrechen könnten diese in die Schule hineinwirken und wären eine gute Ergänzung.
Das ist eine gute Idee, diese Schulkrankenpfleger könnten auch die immer wieder geforderten Erste-Hilfe Kurse in Schulen anbieten und natürlich den ein oder anderen Rettungswagen ersparen
Nein, die Kinder brauchen Eltern, die sich kümmern, weil diese für die Ernährung ihrer Kinder verantwortlich sind.
Ich weiß nicht mehr, wo ich das gefunden hatte, aber der Satz blieb bei mir hängen “Essen ist die Droge der Braven” , also derjenigen, die keine Gesetze übertreten wollen..Woher kommt der Drang, sich regelmäßig zu überessen? Meine Vermutung ist es, dass der Konsum von Fastfood auch Hand in Hand mit der Zunahme psychischer Störungen bei Kinder und Jugendlichen geht. Vielleicht sind weder Gesundheitserziehung noch Sport zielführend, sondern der Umgang mit Stress und der Aufbau von Resilienz? Psychologie und Lebensführung als Schulfach? Wundert mich eh, dass es das in Deutschland nicht einmal als Wahlfach gibt.
Zweites Standbein: Obst und Gemüse müssen grundsätzlich billiger sein als Junk Food, Trinkwasser für Schüler in den Klassenräumen zugänglich.
Großbritannien als Positivbeispiel wundert mich ein klein wenig. Erstens gibt es dort viele fettleibige Schüler und zweitens lese ich auch 2025 viel über Beschwerden von Schülern und Eltern über das Schulessen am staatlichen Schulen, welches billig sein muss und auf Fritiertes setzt.
“Trinkwasser für Schüler in den Klassenräumen zugänglich”
Wie nennt man diese Haltungsform im pädagogischen Kontext?
Wasserhahn!!
Daraus kommt Wasser. Trinkwasser, in Deutschland gut kontrolliert.
Das fülle ich in mein ökologisch und hygienisch korrektes Glasfläschchen – mehrmals am Tag. Gut und billig.
Haltungsform H2O?!
Aquakultur
Für die Ernährung tragen die Eltern die Verantwortung! Wir haben eine Elternversammlung zum Thema Ernährung und Zahngesundheit mit Unterstützung durch die Präventionsbeauftragte des Gesundheitsamtes durchgeführt. Hat leider wenig genutzt – ein Blick in die Brotdosen ….
Ich kann für die Grundschule das Gesundheitsprogramm “Klasse 2000” empfehlen. E. Hirschhausen ist der Schirmherr. Man benötigt allerdings einen Sponsor, pro Klasse entstehen Kosten von 250€.
Damit arbeiten wir seit Jahren, das ist schon ganz schön “verkopft”. Außerdem ist es wie mit allen Programmen: die Kinder können die Inhalte “herunterbeten” und wissen theoretisch ganz genau Bescheid über Gesunderhaltung – rein praktisch ist aber die Schoki für die meisten eben immer noch leckerer als das Körnerbrot. Und was die Eltern ihnen zu Hause vorsetzen oder als Frühstück mit in die Schule geben, können die allerwenigsten beeinflussen.
Die Lösung ist einfach. Bevor Eltern ihr Kind in die Schule schicken dürfen, haben Sie ein -Jahr lang Elternunterricht. Täglich von 8 bis 12. Wenn Schulen schon alles richten sollen, dann richtig.
Da muss man schon früher anfangen. Ich würde vorschlagen, dass Eltern vor der Kindszeugung einen Elternunterricht besuchen sollten.
“Als zentrale Ursachen nennt das Fitnessbarometer einen bewegungsarmen Alltag und zu wenig körperliche Aktivität.”
Mein Gott, wie oft denn noch? Nein, das ist nicht die zentrale Ursache sondern der Kalorienüberschuss in der Ernährung.
Komapatienten müssten nach der Logik 200kg wiegen…und Säuglinge erst oder Rollstuhlfahrer.
Nicht zu fassen!
Es ist eine Mischung aus beidem, es braucht mehr Bewegung um mehr Kalorien zu verbrauchen (motorische Fähigkeiten verbessern sich dadurch auch) und es braucht eine bessere, kalorienärmere Ernährung.
Nein, es ist immer noch keine Mischung. (Ein bisschen) Bewegung spielt in der Energiebilanz eine untergeordnete Rolle. Bei der heute um sich greifenden Fehlernährung so gut wie gar keine.
Liebe/r @ GBS-Mensch,
wenn’s denn so einfach wär.
Bisserl komplexer erklärt:
“Fettleibigkeit (Adipositas) entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel von Faktoren: Ungünstiges Essverhalten (zu viel, zu fett, zu süß, freie Fruktose), Bewegungsmangel, genetische Veranlagung, psychische Faktoren (Stress, Emotionen) und auch hormonelle/stoffwechselbedingte Erkrankungen sowie bestimmte Medikamente spielen eine Rolle. Der moderne Lebensstil mit ständiger Verfügbarkeit hochkalorischer Nahrung und wenig Bewegung begünstigt die Entwicklung. Auch die Darmflora und Entzündungsprozesse können Einfluss nehmen.
Zusammenfassung der UGB-Perspektive (Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung, berät aid und DGE, Krankenkassen, etc.):
Der UGB betont die Rolle des modernen Lebensstils mit “zu viel, zu fett, zu süß” und kritisiert insbesondere den übermäßigen Konsum von freier Fruktose (z.B. in gesüßten Getränken), die den Stoffwechsel durcheinanderbringt. Auch die psychologische Komponente und der Einfluss von Darmgesundheit und Entzündungen werden beleuchtet.
Da spielt so viel zusammen, genau wie Eltern, Großeltern, Kiga, Kita, Schule und peers > zusammenspielen < sollten, damit nicht die eine Hand die andere abhackt.
Es spielt immer viel zusammen. Die entscheidende Komponente ist physiologisch die Energiebilanz.
Hmm.
Kurzer Einblick in das Angebot unserer Mensa:
Als Getränke Düstlöscher und “Schorle”. Der Durstlöscher kostet die Hälfte der Bio Schorle.
Snacks:
Schokoriegel, Knusperkram und eine Schale mit Bio Äpfeln.
Essen:
Brötchen mit Chicken MC Nuggets drauf. Käsebrezeln, Hotdog Brötchen und ein Körner Brötchen mit Salat und Käse.
Was glauben sie wohl was die Kinder kaufen.
Wir brauchen ein Fach namens “Ich kaufe mir keine Chipstüten vorm Unterricht” gefolgt vom Erweiterungskurs “Chipstüte&Chipstüten – Warum ein Buchstabe zum Übergewicht führt”
Die Eltern müssen selbstverständlich die Fortbildung “Wie schaffe ich und mein Kind mehrere Chipstüten täglich zu inhalieren ohne Fett zu werden?”
Ich bin Eltern und hab es bisher als meine Pflicht gesehen, dass meine Kinder gesund aufwachsen: gute, ausgewogene Ernährung, viel Bewegung, kein Handy und Fernsehen bis zu einem angemessenen Alter. Meine Kinder, meine Verantwortung.
Immer mehr Messerstechereien… brauchen wir ein verbindliches Fach über den korrekten Umgang mit Messern?
Also ist’s wieder die Schule schuld und soll es richten? – >>Der Ludwigsburger Kinderarzt Thomas Kauth: „Unsere Kinder sitzen sich in der Grundschule krank.“<<
Nein, Herr Kauth, auch wenn ich grundsätzlich die Arbeit von Ärzten und Kinderärzten sehr wertschätze, dieser Satz its falsch. Die Kinder haben auch schon vor 20, 30, 40 Jahren in der Grundschule gesessen. Wir müssen gesellschaftliche Weichen stellen, nicht wieder alle Verantwortung in der vollkommen überlasteten Schule abladen.
Die Politik muss
a) die Eltern mehr in die Pflicht nehmen. Handyverbot bis 14 Jahre. Jährliche verpflichtende Kinderarztbesuche. Bei Nichteinhaltung der ärztlichen Gesundheitshinweise -> Jugendamt.
b) Deutliche Verbesserung der Personalsituation der Jugendämter. Dort mehr präventive Arbeit.
c) Die Qualität des Kita- und Schulessens deutlich verbessern,
d) etwas dagegen tun, dass Ungesundes billig zu haben ist.
e) Kitas und Schulen einschließlich OGS personell und finanziell besser ausstatten – dann kann auch hier mehr Präventivarbeit stattfinden,
f) Ausbau des Schulischen Sportangebots,
g) Umbau des schulischen Sportunterrichts weg von “Felix, der in der Großstadt im Basketballverein ist, bekommt die 1 und setzt den Maßstab für alle anderen, die dann den Ball ins Gesicht bekommen dürfen” hin zur Förderung der Freude an Sport und Bewegung.
Dies sind nur einige der möglichen Maßnahmen. Selbstverständlich kann man an Bildungseinrichtungen noch Dinge verbesern, aber die kosten nunmal Geld.
Selbst wenn Schulen und Kitas wirklich motiviert sind, Kindern und Eltern “Gesundheit” beizubringen (und viele Schulen und Kitas machen das schon), verpufft das Ganze, solange die Eltern nicht mitmachen. Gesundheitsförderung läuft vor allem über die Eltern und über Pflichten, wenn es freiwillig und trotz bester Aufklärung nicht geht.