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Schule der Zukunft: Warum Zukunftskompetenzen nicht durch Technik entstehen – sondern durch Beziehung und Mitgestaltung

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STUTTGART. Beziehung statt Belehrung, Spielraum statt Steuerung: Stephanie Wössner wirbt für eine Lernkultur, in der Zukunftskompetenzen aus Wirksamkeit und Verantwortung entstehen. Freiberuflich arbeitet sie als Beraterin, Keynote-Speakerin und Autorin und veröffentlicht regelmäßig Fachbeiträge; hauptberuflich ist sie ehemalige Lehrerin und heute Leiterin der Stabsstelle „Zukunft des Lernens“ am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg. In ihrem (zweiten) Gastkommtentar für News4teachers zeigt sie, warum „Learning for Life“ und „Playfulness“ keine pädagogischen Trends sind – sondern Voraussetzungen für eine demokratische und zukunftsfähige Bildung.

Hier geht es zurück zu ihrem ersten Beitrag. 

Stephanie Wössner. Illustration: Shutterstock

Lernen als Beziehung und Spielraum – wie Zukunftskompetenzen entstehen

Wenn von Zukunftskompetenzen die Rede ist, stehen häufig technische Fertigkeiten, Problemlösefähigkeit oder Innovationsbereitschaft im Mittelpunkt. Weit seltener wird darüber gesprochen, unter welchen Bedingungen diese Fähigkeiten überhaupt entstehen können. Dabei zeigt die Praxis ebenso wie die Bildungsforschung seit Langem: Nachhaltiges Lernen wächst nicht aus Instruktion, sondern aus Beziehung, Sinn und Beteiligung. 

Zukunftsorientiertes Lernen entsteht dort, wo Menschen sich als wirksam erleben, wo sie Verantwortung übernehmen dürfen und wo Lernen mit persönlicher Bedeutung verknüpft ist. Es braucht emotionale Sicherheit ebenso wie intellektuelle Herausforderung. Zwei Meta-Strategien verdeutlichen diesen Zusammenhang besonders klar: Learning for Life und Playfulness. 

Beide Perspektiven sind Teil eines übergreifenden Future:Systems, das aus der Analyse realer Transformationsprozesse entstanden ist und zeigt, wo Transformation heute schon stattfindet – und wie durch die Reibung von Trend und Gegentrend Zukunft tagtäglich entsteht. Beide rücken nicht Methoden, sondern Lernkulturen in den Mittelpunkt. Sie zeigen, dass Zukunftskompetenzen nicht „vermittelt“ werden können, sondern sich in sozialen und kreativen Prozessen entwickeln. 

Metastrategie 1 – Learning for Life: Lernen als gemeinschaftlicher Lebensprozess 

Learning for Life versteht Lernen als Teil des gesamten Lebensverlaufs. Kompetenzen entstehen nicht isoliert im Klassenzimmer, sondern im Zusammenspiel von Schule, Familie, Zivilgesellschaft, Arbeitswelt und persönlicher Biografie. Lernen ist ein lebenslanger Prozess, dessen Fundament in der Schule gelegt wird – womit die Bildung wieder als gesamtgesellschaftliche Aufgabe positioniert wird. 

In generationenübergreifenden Formaten wie Zukunftsnächten oder Workshops mit Jugendlichen und Senior:innen wird diese Perspektive besonders deutlich. Hier begegnen sich unterschiedliche Lebenswelten, Erfahrungen und Erwartungen. Fragen nach Zukunft, Verantwortung und Sinn werden nicht theoretisch verhandelt, sondern biografisch gespiegelt. Jugendliche erleben, dass ihre Perspektiven gesellschaftlich relevant sind. Ältere Teilnehmende erfahren, dass ihre Erfahrungen weiterhin Bedeutung haben. Lernen wird zu einem gemeinsamen Suchprozess nach Orientierung in einer komplexen Welt. Solche Formate schaffen soziale Resonanzräume, in denen Vertrauen, Anerkennung und Dialog entstehen. Sie bilden eine Grundlage für demokratische Lernkulturen.  

Learning for Life bedeutet zugleich, Lernen mit realen gesellschaftlichen Herausforderungen zu verbinden. Nachhaltigkeit, Digitalisierung, soziale Gerechtigkeit oder demokratische Teilhabe und Mitgestaltung werden nicht als abstrakte Unterrichtsthemen behandelt, sondern als persönliche und kollektive Gestaltungsaufgaben erlebt. In solchen Lernprozessen entwickeln junge Menschen ein Verständnis für Zusammenhänge, Zielkonflikte und Verantwortung. Sie erleben, dass gesellschaftliche Fragen nicht einfache Antworten haben, sondern Aushandlung erfordern. Entscheidend ist dabei die Erfahrung von Wirksamkeit. Wer erlebt, dass eigenes Handeln Wirkung entfaltet, entwickelt langfristig Engagement und Verantwortungsbereitschaft. Zukunftsorientiertes Lernen schafft hierfür Räume, in denen Beteiligung ernst gemeint ist. 

Metastrategie 2 – Playfulness: Lernen als Haltung des Erkundens 

Während Learning for Life den sozialen Rahmen betont, richtet Playfulness den Blick auf die innere Haltung gegenüber Lernen. Playfulness meint eine explorative, neugiergetragene und fehlertolerante Lernkultur. In spielerisch geprägten Lernsettings wird Lernen nicht als lineare Abfolge von Aufgaben verstanden, sondern als offener Prozess. Hypothesen dürfen scheitern. Ideen dürfen verworfen werden. Irrwege gehören zum Lernen dazu. 

Diese Haltung ist zentral für Zukunftsfähigkeit. In einer Welt permanenter Veränderung sind Menschen gefragt, die Unsicherheit aushalten, Neues ausprobieren und kreative Lösungswege entwickeln können. Playfulness trainiert genau diese Fähigkeiten. In Form von Game-based Education findet sie schon längst im pädagogischen Bereich statt. 

Beispiel 1: Game-based Learning mit BLOCKALOT 

Angebote wie BLOCKALOT zeigen, wie spielerische Lernkulturen mit zukunftsorientiertem Lernen verbunden werden können. In diesen virtuellen Räumen gestalten Lernende gemeinsam Projekte, organisieren Beteiligungsprozesse oder erleben gesellschaftliche Entscheidungsfindung. Dabei entstehen komplexe soziale Dynamiken. Ressourcen müssen verteilt, Konflikte moderiert, Interessen ausgehandelt werden. Lernende erfahren unmittelbar, wie Kooperation, Macht und Verantwortung zusammenhängen. 

Spiel wird so zum Experimentierfeld für demokratisches Handeln. Gesellschaftliche Prozesse werden nicht erklärt, sondern erlebt. Dieses erfahrungsbasierte und handlungsorientierte Lernen führt – wie Projekte wie SERASUM: For a better tomorrow zeigen – zu nachhaltigerem Verständnis, der Entwicklung von Selbstwirksamkeit und dem Gefühl, dass Zukunft gestaltet werden kann, also nicht einfach „passiert“. 

Beispiel 2: Making mit gesellschaftlichem Bezug 

Auch im Bereich des pädagogischen Making und kreativen Gestaltens zeigt sich die Bedeutung von Playfulness. In pädagogischen Ansätzen wie das der amerikanischen Schule NuVu steht nicht das fertige Produkt im Zentrum, sondern der iterative Entwicklungsprozess. Jugendliche entwerfen in sogenannten Studios Prototypen, testen Materialien, reflektieren Fehlversuche und überarbeiten ihre Ideen. Technologie wird dabei als Unterstützung für Problemlösung und Gestaltung genutzt – nicht als Selbstzweck. Entscheidend ist der gesellschaftliche Bezug. Making entfaltet seine Wirkung dann, wenn es an reale Fragestellungen und Werte anschließt. Andernfalls bleibt es bei technischer Beschäftigung ohne transformative Tiefe. Zukunftsorientiertes Lernen verbindet also kreative Freiheit mit ethischer und sozialer Verantwortung. 

Selbstwirksamkeit als Kernkompetenz 

Learning for Life und Playfulness schaffen gemeinsam die Grundlage für Selbstwirksamkeit. Beziehung ermöglicht emotionale Sicherheit. Spiel eröffnet Handlungsspielräume. Beide zusammen stärken das Vertrauen in die eigene Gestaltungsfähigkeit. 

Lernende, die erfahren, dass ihre Perspektiven zählen und dass sie Prozesse mitgestalten dürfen, entwickeln ein anderes Verhältnis zu Lernen. Sie begreifen sich nicht als Ausführende vorgegebener Aufgaben, sondern als verantwortliche Akteur:innen. Dieses Selbstverständnis ist eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und Mitgestaltung. 

Selbstwirksamkeit entsteht nicht durch Lob oder Motivationstrainings, sondern durch Erfahrungen von Einfluss, Verantwortung und Resonanz. Zukunftsorientiertes Lernen schafft solche Erfahrungsräume systematisch und fördert so intrinsische Motivation. 

Von der Leistungslogik zur Ermöglichung 

Learning for Life und Playfulness wirken zugleich demokratiefördernd, weil sie Lernen als Dialog- und Aushandlungsprozess erfahrbar machen. Wo Lernende Verantwortung übernehmen, Perspektiven austauschen und konstruktiv mit Konflikten umgehen, entstehen demokratische Kompetenzen nicht durch Belehrung, sondern durch Praxis. Gerade in Zeiten von Polarisierung wird diese Erfahrung zentral: Meinungsvielfalt wird nicht als Störung erlebt, sondern als Ressource, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln.  

Die Potenziale von Beziehung und Spiel stoßen jedoch dort an Grenzen, wo Lernen primär über Leistung, Vergleich und Kontrolle organisiert wird. Standardisierte Tests, Rankings und permanente Bewertung erzeugen Anpassungsdruck und Risikovermeidung. Unter solchen Bedingungen wird Experimentieren zur Gefahr, Scheitern zur Bedrohung und Kooperation zur taktischen Option. Lernende lernen, Erwartungen zu erfüllen – nicht, Verantwortung zu übernehmen. Eine solche Logik steht im Widerspruch zu den Anforderungen einer offenen, demokratischen und nachhaltigen Gesellschaft. 

Zukunftsorientiertes Lernen erfordert daher einen Perspektivwechsel: weg von Steuerung, hin zu Ermöglichung. Statt Lernprozesse detailliert zu planen und zu kontrollieren, gilt es, Rahmenbedingungen für eigenständige Entwicklung zu schaffen. Statt junge Menschen zu möglichst homogenen Erwachsenen zu machen, gilt Diversität in jeglicher Form als Bereicherung. Das bedeutet nicht Beliebigkeit, sondern professionelle Gestaltung von Freiräumen. Lernbegleitende übernehmen dabei eine zentrale Rolle als Prozessgestalter:innen, die Orientierung geben, ohne zu bevormunden. Learning for Life und Playfulness liefern hierfür erprobte kulturelle Muster. 

Beide Meta-Strategien machen deutlich: Lernen ist keine technische Dienstleistung, sondern eine kulturelle Praxis. Es ist eingebettet in Werte, Beziehungen, Machtverhältnisse und gesellschaftliche Vorstellungen von Erfolg. Wer die Zukunft des Lernens gestalten will, muss deshalb an diesen kulturellen Grundlagen ansetzen. Es reicht nicht, Projekte zu implementieren oder Programme aufzusetzen. Entscheidend ist die langfristige Entwicklung von Lernkulturen. Diese Kulturen entstehen durch Haltung, nicht durch Vorgaben. 

Die Bedeutung für die Zukunft des Lernens 

In einer Welt, die von Unsicherheit, Komplexität und schnellen Veränderungen geprägt ist, gewinnen jene Lernformen an Bedeutung, die Menschen zur Selbstbestimmung, Kooperation und Reflexion befähigen und Menschlichkeit im Umgang miteinander fördern. Learning for Life und Playfulness fördern genau diese Fähigkeiten. Sie verbinden persönliche Entwicklung mit gesellschaftlicher Verantwortung. Sie stärken Resilienz, Gestaltungskompetenz und Urteilsfähigkeit. Damit leisten sie einen zentralen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit von Individuen und Gemeinschaften. 

Zukunftsorientiertes Lernen gründet nicht auf Beschleunigung oder Optimierung. Es gründet auf Beziehung, Sinn und Gestaltung. Wo Menschen sich zugehörig fühlen, wo Lernen Bedeutung hat und wo Gestaltung möglich ist, entsteht langfristige intrinsische Motivation. Dort wächst die Bereitschaft, Verantwortung für sich selbst und für andere zu übernehmen. Die Zukunft des Lernens entscheidet sich deshalb nicht in Technologien oder Curricula, sondern in der Qualität der Beziehungen, die wir ermöglichen. News4teachers

Weitere Informationen unter: www.steffi-woessner.de 

Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats „Schule der Zukunft“.

Und hier geht es zu Stephanie Wössners erstem Beitrag zum News4teachers-Themenmonat:

Gastkommentar: „Die Zukunft des Lernens ist nicht digital, sondern menschlich“

 

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38 Kommentare
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OMG
1 Monat zuvor

Michael Felten: Unterricht ist Beziehungssache. Kleines Buch, toll zu lesen. Wichtiger aber: Es macht deutlich: Egal was gelernt werden soll, es kommt auf den begesierten Pädagogen an.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  OMG

Das sagte Klafki einige Jahrzehnte vorher auch schon….ist also nicht so ganz neu…..und selbst Platon setzte sich schon mit der Rolle des „Lehrers“ auseinander…..

S.B.
27 Tage zuvor

Das Rad muss halt immer neu erfunden werden.

Petra OWL
1 Monat zuvor

aber nur mit besseren oder eher gesagt angepassten Arbeitsbedingungen und etwas Technik. Wenn sie Technik nicht verstehen, verstehen sie nicht die Zukunft!
Das geht durch ein wenig online Unterricht und die 35 Stunden Woche für Lehrer mit Homeoffice & Co. 🙂

dickebank
1 Monat zuvor

SozPäd oder Fachlehrer – das ist hier die Frage.

447
1 Monat zuvor

Und der Reigen der Beraterinnen und Gefühlsexpertinnen geht weiter.

Die “Bildungsinitiative ‘Schland 2035” ruft hiermit die Fühli-fühli-Initiativwochen aus:

– Berichten Sie aus Ihrem Betrieb, wie Gefühle den Produktionsprozess optimiert haben!

– Senden Sie ein, wie Gefühle neue E-Autos steuern helfen!

– Videobloggen Sie doch einen keynote-Speaker-Beitrag darüber, wie tiefe Gefühle den Kraftwerksbau in Ihrem Energieunternehmen verändert haben.

Achin
1 Monat zuvor

Die ständige Erwähnung der “Zukunftskompetenzen” wird immer substanzloser und ist so für die reflektierte Praxis nicht relevant.

Zudem sind diese inhaltlich nicht neu, da gab es bereits “Schlüsselqualifikationen”, Dahrendorf sprach 1956 von “intersektionalen Qualifikationen”:

https://de.wikipedia.org/wiki/Schl%C3%BCsselqualifikation

Auch durch Klafkis “kategoriale Bildung” wurde das alles schon durchdacht und nicht einfach nur schlagwortartig hingeworfen.

Es ist mir schleierhaft, was daran neu ist und warum die Geschichte des eigenen Faches offensichtlich immer mehr ignoriert wird.

Achin
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Unabhängig von Ihrem auch hier etwas selbstgerechten Duktus (…dann kommen Sie vielleicht darauf…) bringt mich Ihre Antwort nicht weiter, die Einordnung zweier Jahrhunderte in “Zeitalter” verkürzt die tatsächliche stets ungleichzeitige und widersprüchliche Wahrnehmung von Zeitgeschichte und eigener Zeitgenossenschaft.

So bleiben “Zukunftskompetenzen” Schlagwörter mit nur geringer Relevanz für die reflektierte Schulpraxis und die sie begleitenden Sozialwissenschaften.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wer künftig in einem Beruf bestehen will, muss auch lesen, schreiben und rechnen können als Grundlage.
Die Bildungsinhalte mögen sich vielleicht im Laufe der Zeit verändern, aber nicht die Didaktik und Methodik, wie man Kindern und Jugendlichen diese Inhalte nahebringt.
Alles, was ich hier die letzten Jahre zur Didaktik und Methodik gelesen habe, ist nicht neu, es handelt dabei um neue „Begriffe“, um andere Etiketten,
Gerade auch dieser Artikel, der sich um Beziehungsarbeit als Zugang zu Schüler dreht, ist doch Asbach…..da hat sich ein Herr Klafki in seinem Didaktischen Modell zu der Frage, wie man Schüler für einen Unterrichtsinhalt begeistern kann ganz dezidierte Gedanken gemacht….
Nicht unerwähnt bleiben darf auch Hilbert-Meyer mit seinen Merkmalen des guten Unterrichts, oder Gudjons zum handlungsorientierten Lernen…..
Diese drei Autoren zeigen geradezu, wie zeitlos diese Gedanken zur Didaktik und Methodik auf alle neuen Bildungsinhalte übertragen werden können.
Reduzieren ließe sich das alles auf das Lernen „mit Kopf, Herz und Hand“……

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

“Wer künftig in einem Beruf bestehen will, muss auch lesen, schreiben und rechnen können als Grundlage.”
Dann sollten Lehrkräfte sich mal überlegen, wie Sie Lernfortschritte erzielen können, anstatt sich über Rückstände aufzuregen, die nicht durch andere kompensiert werden 😉

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

„Dann sollten Lehrkräfte sich mal überlegen, wie Sie Lernfortschritte erzielen können….“

Das tun die Lehrkräfte unentwegt, wie man hier auf dieser Seite sehr gut in den Kommentaren nachlesen kann. Haben Sie den Stein der Weisen bereits gefunden? Glückwunsch!

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Nennt man das nicht “lebenslanges Lernen”? War das nicht schon immer so, dass die Schule die Grundlagen für lebenslanges Lernen schuf? Auch einfache Arbeiter mussten immer wieder was Neues dazu lernen. Schon meine Großeltern und Eltern konnten nicht bis zur Rente von dem zehren, was sie in der Schule und als 14jahrige Lehrlinge lernten.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Aber früher ging alles viel langsamer als heute.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Es gab aber auch weniger”neumodische Hilfsmittel”. Da musste man noch seinen Gintern zu Bibliothek oder VHS im nachsten Ort bewegen, und ganze Bücher lesen …

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich kenne niemanden, der das getan hat. Früher war es normal, dass man als Berufstätige vom Arbeitgeber Schulungen erhalten hat, wenn sich etwas geändert hat. Heute wird erwartet, dass man sich das selbst draufschafft. Ich weiß nicht, durch wie viele Tools ich mich schon selbst durchfuchsen musste, um es adäquat anwenden zu können.

Auch privat ist da nicht so viel abverlangt worden. Heute werden z.B.Ticket oder analoge Überweisungen abgeschafft und man muss sich Apps besorgen und damit umgehen lernen.

Wenn man da nicht gelernt hat, sich auf Neues eigenständig einzustellen, hat man ein Problem

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Soll natürlich “Hintern” heißen. 🙂

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Aber früher ging alles viel langsamer als heute.

Dafür blieb “es” aber auch mehrheitlich im Langzeitgedächtnis haften!
Auch das, was im Laufe des Lebens noch neu dazugelernt wurde!
Nix mit “Bulimielernen” oder wie das heute heißt…

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Na dann bin ich auf Ihren Widerspruch gespannt, wenn sich jemand zeitgemäße Anforderungen für die Schüler*innen ausspricht 😀
“Schwimmunterricht gab es in der Schule nicht.” (Potschemuschka)

Hmm… waren das SIE SELBST? 😉

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Wir lernten Schwimmen nicht mit KI und auch nicht in der Bibliothek. Und meine Mutter lernte Schwimmen mit fast 40, mit Hilfe unseres Vaters und ihrer Kinder. 🙂

H.F.
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

// Unsere tägliche Arbeit zeigt etwas völlig anderes: nämlich dass sich Journalismus extrem verändert hat (Digitalisierung) und weiter extrem verändern wird (KI). Und dass junge Menschen, die künftig in diesem Beruf bestehen wollen, andere Fähigkeiten mitbringen müssen als die, die von den Altvorderen im Job erwartet wurden. //

Können Sie diese neuen/anderen Fähigkeiten, die Journalisten heute im Vergleich zu z.B. dem Jahr 2006 mitbringen müssen, auch mal konkret benennen? Ich lese nur Allgemeinplätze.

Das ist doch genau, was Achin hier im Bezug auf die Bildungsforschung moniert: man vesteigt sich entweder in immer neue abstrakte Ebenen, die mit der didaktischen Praxis da draußen nichts mehr zu tun haben, oder man füllt alten Wein in neue Schläuche und labelt sie um.

Ich entnehme diesem Artikel nichts substanzielles. Für mich ist das reine Bildungsesoterik.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Achin

“Unabhängig von Ihrem auch hier etwas selbstgerechten Duktus (…dann kommen Sie vielleicht darauf…) bringt mich Ihre Antwort nicht weiter […]”
Dranbleiben! Ist ja immerhin IHR Beruf 😉

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Klar. Gute Inspiration.

Wo kann ich die Ressourcen der Heliosschule dauerhaft für meine Regelschule buchen? Da sind nicht 10 Lehrpersonen plus Inklusionshelfer plus Lehramtsstudierende für eine Gruppe von bis zu 110 SuS zuständig, sondern eher maximal 5 Personen insgesamt.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wäre der Sinn einer Laborschule nicht zu zeigen, wie es an gehen soll. Aber ja, VERÄNDERUNG würde dazugehören 😉

Ulla
1 Monat zuvor

Alter Wein in neuen Schläuchen. Wir haben das alles schon in den 90er Jahren im Studium gelernt, auch wenn es da noch nicht “playfulness” hieß.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulla

Ja, ja , das ist wirklich eyeopening, wie der moderne Wissenschaftler so sagt…. 🙂
Früher hieß das „Spielen im Sachunterricht“, „Spielen im Deutschunterricht“, …..da mussten die verdammten Lernspiele noch selber hergestellt werden. So……

Stine
1 Monat zuvor

Bei uns gibt es extrem viel “Spielraum” und nur noch Beziehung statt Belehrung. Was passiert? Es hat niemand mehr Kontrolle über die Klasse, alle machen wozu sie intrinsisch Lust haben, im Stoff sind wir meilenweit hinter dem Plan und die Hälfte kann nicht mal lesen. Ich wünsche mir mal einen Artikel dazu, wie wir diese Entwicklungen wieder in den Griff bekommen.

Stine
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Leider steht dort auch nicht, wir das funktioniert. Die Realität ist, da kommen Kinder in die Schule, die nicht mal richtig trocken sind, da herrscht überhaupt kein Respekt vor den Lehrern und ständig ist Krach. Eltern in die Pflicht nehmen klappt wohl irgendwie auch nicht. Wie wird denn so das fachliche Fundament vermittelt?

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Stine

Keine Sorge, die Grundfertigkeiten werden gelehrt wie immer schon…..den Bildungswissenschaftlerm geht es eher um die weiterführenden Schulen, wo man deeper learnen kann/soll.

Übrigens ….fällt mir gerade so ein, von den Lernspiralen zu den Grundfertigkeiten (schneiden, Kleben, Markieren), den Kommunikationsfertigkeitem, der Teamfähigkeit und letztlich zum eigenständigen Lernen (EVA, SOL) liest man gar nichts mehr…..oder haben die jetzt nur neue Namen???
Das war mal tatsächlich was, was angewendet wirklich nicht schlecht war…..Ich war damals so angefixt, dass ich ständig Lernspiralen zu dieser oder jener Fähigkeit entwickelt habe….und dazu dann die ganzen Lernarrangements…….wer macht heute noch einen Doppelkreis?

HarneEinrichson
1 Monat zuvor

Das muss ich leider wiedersprechen. Unsere Professorin müllt uns auch mit ihren Studien und Projekten zu KI in der Grundschule zu

Stine
1 Monat zuvor

Also hier leider nicht. Betrachtet man die Übungshefte der aktuellen Klassenstufe, oder vergleicht man mit Bekannten, scheinen unsere Kinder irgendwie ein Jahr zurück zu sein. Es wird immer gespielt, vernehme ich! Lesen wird einfach überbewertet.

447
26 Tage zuvor
Antwortet  Stine

Die Antwort ist sehr einfach: Garnicht.

Das wird dann durch immer neue Gefühlhampeleien und “präsentierbare Produkte” mit immer neuen, klangvollen Bezeichnungen zugedeckt.