Bei den Berliner Filmfestspielen läuft der neue Film von İlker Çatak – Titel: «Gelbe Briefe». Vor drei Jahren feierte auf der Berlinale Çataks Film «Das Lehrerzimmer» Premiere. Während der Berlinale 2026 hat nun der 2022 gedrehte Film mit Leonie Benesch in der Hauptrolle seine Free-TV-Premiere (heißt: Er kommt im frei verfügbaren Fernsehen) – am Mittwoch (18.2.) bei Arte. In der Arte-Mediathek ist er vom 17. Februar bis 18. Mai verfügbar.
Darum geht es
«Als einer ihrer Schüler des Diebstahls verdächtigt wird, beschließt Lehrerin Carla Nowak, der Sache auf den Grund zu gehen. Gefangen zwischen ihren Idealen und dem Schulsystem», steht etwa als Mini-Inhaltsangabe bei der Internet-Filmdatenbank IMDb, in der der Film von den Nutzern einen ausgesprochen guten Wert von 7,4 (von 10) erreicht hat.
Das macht die Hauptfigur des Films aus
Leonie Benesch («September 5») spielt die Lehrerin. Sie unterrichtet Mathematik und Sport, scheint noch relativ neu und begrüßt die Klasse gerne mit Klatschritualen. Als sie eine Matheaufgabe bespricht, betont sie, das Wichtigste sei, dass man für einen Beweis immer eine Herleitung brauche. «Schritt für Schritt.»
Das macht den Film so besonders
İlker Çatak erzählt von einer Schule, irgendwo in Deutschland, und von einem Konflikt, der aus dem Ruder läuft. Es ist auch ein Kommentar auf die heutige Debattenkultur, die in Zeiten von Social Media selten an wahrem Austausch interessiert zu sein scheint. Es geht um Machtstrukturen und Vorurteile, den eigenen Kompass und menschliches Miteinander. Gezeigt wird, wie sich Dinge verselbstständigen, wie sich Fronten zwischen Menschen formieren und wie Lehrerinnen und Lehrer heute systematisch überfordert sind.
Das ist eine besonders heikle Stelle im Film
Die Jungs einer Klasse werden bald aufgefordert, ihre Geldbörsen auf den Tisch zu legen. Das sei natürlich freiwillig, sagt die Schulleiterin, «aber wer nichts zu verbergen hat, der braucht sich auch keine Sorgen machen». Verdächtigt wird dann ein Junge namens Ali. Carla stört es, dass allein die Schülerschaft ins Visier gerät, denn auch manche Kollegen scheinen ihr zwielichtig. Heimlich lässt sie im Lehrerzimmer die Kamera ihres Laptops mitlaufen und ihr Portemonnaie in der Jacke. Als sie den Raum verlässt, entstehen brisante Bilder.
Das sagt der Regisseur
Regisseur İlker Çatak («Es gilt das gesprochene Wort») sagte dem Sender Arte einst, die Lehrerin wolle die Kinder schützen und tue etwas, was einen Schneeballeffekt nach sich ziehe. Dann gehe es um viel mehr als nur um Diebstähle. «Es geht nur noch darum, recht zu haben und auf der richtigen Seite zu stehen. Und die andere Person kleinzumachen.» Das Modell Schule sei ein guter Ort, um Gesellschaft im Kleinen abzubilden. Für ihn sage es viel über den Charakter aus, wie sich ein Mensch in Stresssituationen verhalte.
Diese Auszeichnungen gab es unter anderem für den Film
Das Drama hatte sieben Nominierungen beim Deutschen Filmpreis 2023 und holte fünf davon, darunter den Preis für den besten Spielfilm (Lola in Gold). Bei der Oscarverleihung 2024 war das Psychodrama in der Kategorie Bester internationaler Film nominiert, neben beispielsweise Wim Wenders’ «Perfect Days» (Japan) und dem Überlebensthriller «Die Schneegesellschaft» (Spanien). Es gewann dann aber der britische Auschwitz-Historienfilm «The Zone of Interest» von Jonathan Glazer. Von Gregor Tholl, dpa
Wenn ein Konflikt an der Schule eskaliert… Kinofilm “Das Lehrerzimmer” startet








