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Lehrkräfte stellen Schulleitungen schlechtes Zeugnis aus: Vor allem bei Konflikten, Wertschätzung und Transparenz hapert es

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DÜSSELDORF. Wie gut gelingt Schulleitungen die Führung ihrer Kollegien? Mehr als 1.100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben diese Frage in einer Umfrage von News4teachers und dem LehrerPanel von 4teachers beantwortet – und dabei acht zentrale Bereiche der Personalführung bewertet. Das Ergebnis fällt kritisch aus: Besonders beim Umgang mit Konflikten, bei Wertschätzung und Feedback sowie bei transparenten Entscheidungen sehen viele Befragte erhebliche Defizite. Gesamtnote: eine (schlechte) Vier.

Durchschnittsnote 4,1. (Symbolbild.) Foto: Shutterstock

Das Gesamturteil fällt überraschend deutlich aus. 33,27 Prozent geben der Personalführung ihrer Schulleitung die Note 5, weitere 14,93 Prozent die Note 6. Damit beurteilen 48,2 Prozent der Befragten die Personalführung insgesamt als „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Eine 1 oder 2 vergeben dagegen lediglich 18,44 Prozent. Rechnerisch ergibt sich aus den Bewertungen – ohne die Antwort „kann ich nicht beurteilen“ – eine Durchschnittsnote von rund 4,1.

Eine Schulleitung muss informieren, Entscheidungen erklären, Aufgaben verteilen und das Kollegium beteiligen. Sie soll Beschäftigte in schwierigen Situationen unterstützen, ihre berufliche Entwicklung fördern, Wertschätzung vermitteln und Konflikte lösen.

Diese unterschiedlichen Kompetenzbereiche der Personalführung hat News4teachers im Rahmen des Themenmonats „Beruf Schulleitung“ von Lehrkräften bewerten lassen. Die Befragten konnten jeweils Schulnoten von 1 für „sehr gut“ bis 6 für „ungenügend“ vergeben. Zusätzlich sollten sie eine Gesamtnote für die Personalführung ihrer Schulleitung nennen und angeben, ob sie sich selbst vorstellen können, eine Schulleitungsposition zu übernehmen. Das Ergebnis ist nach streng wissenschaftlichen Kriterien nicht repräsentativ, bildet aber in wesentlichen Punkten die Struktur der Grundgesamtheit ab. Es kann also als seriöses Stimmungsbild gelten.

„Für uns wirft das Ergebnis die Frage auf, ob es womöglich an Unterstützung mangelt – ob Schulleiterinnen und Schulleiter mit der Personalführung allzu oft alleingelassen werden“

„Wir haben durch nur einen einzigen Aufruf auf News4teachers mehr als 1.000 Lehrkräfte dafür gewinnen können, sich an der Umfrage zu beteiligen“, erklärt News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek. „Das deutet darauf hin, dass wir mit der Umfrage einen Nerv getroffen haben – dass der Problemdruck in den Kollegien offenbar groß ist. Wichtig ist uns dabei festzuhalten, dass es hier nicht um ein Bashing von Schulleitungen geht, im Gegenteil. Schulleitungen erfüllen einen Monsterjob; Personalführung ist nur eine ihrer vielfältigen Aufgaben – allerdings eine wichtige. Für uns wirft das Ergebnis die Frage auf, ob es womöglich an Unterstützung mangelt – ob Schulleiterinnen und Schulleiter mit der Personalführung allzu oft alleingelassen werden.“

Das Ergebnis ist tatsächlich nicht auf einen einzelnen Bereich zurückzuführen. Vielmehr zieht sich die kritische Einschätzung durch nahezu sämtliche abgefragte Führungsaufgaben. Unterschiede gibt es vor allem darin, wie ausgeprägt die Unzufriedenheit jeweils ist.

Am deutlichsten zeigt sie sich dort, wo Führung persönlich wird: im Umgang mit Konflikten, Fehlern und Kritik. Auf die Frage, wie kompetent und lösungsorientiert die Schulleitung mit solchen Situationen umgeht, vergeben 28,69 Prozent eine 5 und 25,45 Prozent eine 6. Zusammen beurteilen damit 54,14 Prozent diesen Bereich als mangelhaft oder ungenügend. Nur 16,1 Prozent bewerten ihre Schulleitung hier mit „sehr gut“ oder „gut“. Rechnerisch ergibt sich eine Durchschnittsnote von rund 4,3 – der schlechteste Wert unter allen acht abgefragten Kompetenzbereichen.

Damit deutet die Befragung auf ein Problem hin, das über organisatorische Fragen des Schulbetriebs hinausgeht. Besonders kritisch fällt das Urteil nämlich auch bei weiteren Aufgaben aus, die unmittelbar das Verhältnis zwischen Leitung und Beschäftigten betreffen.

So geht es bei der Personalführung nicht nur darum, Entscheidungen zu treffen, sondern auch darum, Beschäftigten Rückmeldung zu geben und ihre Arbeit anzuerkennen. Bei der Frage nach Wertschätzung und konstruktivem Feedback vergeben 27,25 Prozent die Note 5 und 21,67 Prozent die Note 6. Insgesamt 48,92 Prozent bewerten ihre Schulleitung in diesem Bereich also mit mangelhaft oder ungenügend. Nur 19,96 Prozent kommen zu einem guten oder sehr guten Urteil. Der rechnerische Notendurchschnitt liegt bei rund 4,1.

Kaum besser sieht es bei der Transparenz von Entscheidungen aus. Gefragt wurde ausdrücklich danach, wie transparent und nachvollziehbar die Schulleitung Entscheidungen trifft und begründet. 33,09 Prozent vergeben hier die Note 5, weitere 14,39 Prozent die Note 6. Damit kommen 47,48 Prozent zu einem mangelhaften oder ungenügenden Urteil. Nur 16,73 Prozent vergeben eine 1 oder 2. Auch hier liegt der rechnerische Durchschnitt bei rund 4,1.

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Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Informationsfluss. Auf die Frage, wie sie Kommunikation und Informationsfluss zwischen Schulleitung und Kollegium bewerten, antworten 31,74 Prozent mit „mangelhaft“ und 14,03 Prozent mit „ungenügend“. Zusammen sind das 45,77 Prozent. „Sehr gut“ oder „gut“ finden die Kommunikation lediglich 20,41 Prozent. Die Durchschnittsnote beträgt knapp 4,0.

Dabei wurde in der Umfrage bewusst zwischen Kommunikation, Transparenz und Beteiligung unterschieden. Denn Kollegien können über Entscheidungen informiert werden, ohne an ihnen beteiligt gewesen zu sein. Auch in diesem Punkt fällt die Bewertung eher schwach aus. 27,61 Prozent geben der Schulleitung für die Beteiligung des Kollegiums an Entscheidungen, die dessen Arbeit unmittelbar betreffen, eine 5; 14,39 Prozent vergeben eine 6. Damit beurteilen 42 Prozent die Beteiligung als mangelhaft oder ungenügend. 19,6 Prozent halten sie dagegen für gut oder sehr gut.

Ähnlich kritisch sehen viele Befragte die Unterstützung, die sie durch ihre Schulleitung erfahren, wenn die berufliche Situation schwierig wird. Gefragt wurde danach, wie gut die Leitung Lehrkräfte bei hoher Arbeitsbelastung und in schwierigen beruflichen Situationen unterstützt. 24,55 Prozent antworten mit der Note 5 und 19,87 Prozent mit der Note 6. Das sind zusammen 44,42 Prozent. Gut oder sehr gut fühlen sich 20,14 Prozent unterstützt. Der rechnerische Durchschnitt liegt bei rund 4,0.

Etwas weniger negativ fällt die Beurteilung der Verteilung von Aufgaben, Zuständigkeiten und Belastungen aus. 27,79 Prozent vergeben dafür die Note 5, 12,68 Prozent die Note 6. Damit kommt auch hier ein erheblicher Anteil von 40,47 Prozent zu einem mangelhaften oder ungenügenden Urteil. Auffällig ist zugleich der vergleichsweise hohe Anteil der Note 4: 23,38 Prozent bewerten die Verteilung lediglich als „ausreichend“. Gute oder sehr gute Noten vergeben zusammen 16,01 Prozent.

Ein Bereich hebt sich dagegen sichtbar vom Gesamtbild ab: die Förderung der beruflichen Entwicklung. Gefragt wurde dabei konkret nach Fortbildungen, Beratung und der Übertragung passender Verantwortungsbereiche. 20,32 Prozent vergeben dafür eine 5 und 10,07 Prozent eine 6. Der Anteil der mangelhaften und ungenügenden Bewertungen liegt mit 30,39 Prozent damit deutlich niedriger als in allen anderen untersuchten Bereichen. Zugleich vergeben 23,92 Prozent eine 1 oder 2. Mit einem rechnerischen Durchschnitt von rund 3,6 schneidet dieser Bereich am besten ab – wobei auch hier die häufigste Einzelbewertung mit 22,84 Prozent lediglich „ausreichend“ lautet.

In der Zusammenschau ergibt sich damit ein bemerkenswert geschlossenes Muster. Über die acht abgefragten Bereiche hinweg liegt der rechnerische Durchschnitt bei ungefähr 4,0. Besonders schwach werden jene Kompetenzen bewertet, die für die unmittelbare Beziehung zwischen Führungskraft und Beschäftigten wichtig sind: der Umgang mit Konflikten und Kritik, Wertschätzung und Feedback, transparente Entscheidungen sowie Kommunikation. Vergleichsweise weniger kritisch sehen die Befragten dagegen die Unterstützung ihrer beruflichen Entwicklung.

Wie schwierig die Anforderungen an Schulleitungen unter den bestehenden Rahmenbedingungen zu erfüllen sind, hatte zuletzt eine Auswertung von 19 wissenschaftlichen Studien zur Rolle von Schulleitungen in Deutschland durch Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg gezeigt (News4teachers berichtete). Demnach sollen Schulleitungen pädagogische Führung, Organisationsentwicklung, Personalentwicklung und Zusammenarbeit im Kollegium miteinander verbinden. Gleichzeitig fehlen ihnen häufig Zeit, Qualifizierung, Unterstützung und ausreichende Handlungsspielräume.

„Personalführung ist kein Nice-to-have, keine nette Zusatzaufgabe, auf die sich notfalls auch mal verzichten ließe – es ist eine zeitintensive, stetige Arbeit“

Die Ergebnisse der News4teachers-Umfrage können nicht klären, ob solche strukturellen Bedingungen die kritischen Bewertungen der Lehrkräfte verursachen. Sie zeigen aber, an welchen Stellen Personalführung aus Sicht vieler Befragter nicht gelingt. Damit treffen hohe Erwartungen an Führung auf Rahmenbedingungen, unter denen professionelle Führung offenbar nicht selbstverständlich gewährleistet werden kann.

Umso aufschlussreicher ist die Antwort auf die letzte Frage der Umfrage. News4teachers wollte wissen, ob Lehrkräfte selbst bereit wären, Führungsverantwortung zu übernehmen.

Zunächst scheint das Ergebnis ernüchternd: 22,66 Prozent können sich eine Schulleitungsposition „eher nicht“ vorstellen, 33,54 Prozent „auf keinen Fall“. Zusammen lehnen damit 56,2 Prozent der Befragten eine solche berufliche Perspektive eher oder vollständig ab.

Doch die Zahlen lassen sich auch von der anderen Seite lesen. 3,69 Prozent der Befragten streben eine Schulleitungsposition bereits konkret an. Weitere 11,33 Prozent können sie sich grundsätzlich vorstellen. Und mit 24,46 Prozent gibt fast jede vierte befragte Person an, eine solche Aufgabe „unter bestimmten Voraussetzungen“ übernehmen zu können. Zusammengenommen sind damit 39,48 Prozent der Befragten zumindest grundsätzlich für eine künftige Leitungsfunktion offen. Weitere 4,32 Prozent geben an, bereits Mitglied einer Schulleitung zu sein.

Gerade die Gruppe der grundsätzlich Interessierten und der unter bestimmten Voraussetzungen Bereiten dürfte für die Frage nach dem künftigen Führungskräftenachwuchs interessant sein. Die Befragung zeigt jedenfalls nicht nur Ablehnung gegenüber dem Amt. Sie macht zugleich ein beträchtliches Potenzial sichtbar: Fast vier von zehn Befragten streben eine Schulleitungsposition an, können sie sich grundsätzlich vorstellen oder schließen sie unter passenden Bedingungen zumindest nicht aus.

„Für mich deutet das Ergebnis unserer Umfrage darauf hin, dass die Funktion Schulleitung professionalisiert werden muss – weg vom vermeintlichen Alleskönner und Alleinunterhalter, hin zu einem Führungsteam, in dem es auch jemanden gibt, der auf Personalführung spezialisiert ist, womöglich einen Verwaltungschef oder eine Verwaltungschefin“, kommentiert News4teachers-Herausgeber Priboschek. „Personalführung ist kein Nice-to-have, keine nette Zusatzaufgabe, auf die sich notfalls auch mal verzichten ließe – es ist eine zeitintensive, stetige Arbeit, die einen großen Einfluss auf die Motivation der Beschäftigten hat.“ Und die wiederum wirke auf das gesamte System. Priboschek: „Wer die Bildung in Deutschland verbessern will, kommt um eine Stärkung der Schulleitungen nicht herum.“ News4teachers 

Hier können Sie die Ergebnisse der Umfrage herunterladen.

Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats Beruf Schulleitung. 

Was mich meine Jahre als Schulleiter über gute Führung gelehrt haben

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55 COMMENTS

    • Dieser Argumentation folgend, müsste das auch für die „schlechten“ Lehrkräfte gelten, denn die bekommt man auch nicht wieder weg….

    • Das sehe ich auch so. In anderen Ländern (z.B. Spanien) gibt es an einigen Schulen vom Kollegium gewählte Schulleitungen, die max. 2x direkt hintereinander gewählt werden können, danach geht’s für mindestens eine Wahlperiode wieder zurück ins Kollegium. Bei den Altersbezügen werden diese Leitungsphasen berücksichtigt. Das bringt einerseits viel Innovation und Motivation und andererseits können diejenigen, die der Leitungsfunktion warum auch immer nicht gewachsen sind, ohne Gesichtsverlust wieder zurück. M.E. ist das eine viel bessere Lösung als die bei uns praktizierte.
      Gibt es eigentlich offizielle Zahlen, wie viel Prozent der Kollegen und Kolleginnen mit psych. Problemen aufgrund von Konflikten mit ihrer SL krankheitsbedingt ausfallen?

      • „Gibt es eigentlich offizielle Zahlen, wie viel Prozent der Kollegen und Kolleginnen mit psych. Problemen aufgrund von Konflikten mit ihrer SL krankheitsbedingt ausfallen?“

        Wie wollen Sie dies bitteschön erheben?

        Als ich den Staatsdienst quittierte und meine „Entlassung aus dem Beamtenverhältnis“ einreichte, wurde noch nicht mal gefragt, was die Gründe dafür sind/wären.
        Juckt halt nicht.
        Stempel drauf und gut.

        Also eine „tatsächliche Erfassung“ sehe ich so weder als realistisch, noch als ernsthaft „gegeben“.
        Wie will man das denn machen? Wäre reine Vermutung oder Interpretation nach „der war kurz zuvor krank – bestimmt XY als Grund“.

        Und als „krankheitsbedingt ausfallen“ ist das ja sogar noch schwieriger realistisch zu erfassen.
        Eher unüblich wohl, dass jemand seine Krankmeldung bei der SL abgibt und die Begründung „wegen meiner SL“ dazu legt mit der Bitte um Weitergabe …

        Wie stellen Sie sich das denn vor?

        Und vor allem … und auch wichtiger: Wer würde sich den Schuh anziehen und das überhaupt erfassen wollen? Macht man sich ja weitere Problemstellen auf als AG/Staat.
        Nene.

      • Dass die Schulleitung vom Kollegium gewählt wurde, gab es m. W. hierzulande früher auch, ein echt demokratisches Verfahren. Nur erschwerte das die Kontrolle der Schulen und so ging man zur Ernennung über, um sicherzustellen, dass „genehme“ Personen ans Ruder kommen, vermute ich mal.

      • Ich habe niemanden mitgebracht, da halluzinieren Sie.
        Außerdem habe ich lediglich zum Ausdruck gebracht, dass ich ein anderes System besser finde als das, welches in Bezug auf Schulleitungen in unseren Bundesländern gilt – daraus totale Frustration abzuleiten ist ein steiler, aber nicht stichhaltiger move. Wir haben übrigens auch einen sehr starken ÖPR an unsere Schule, da fehlt nix.
        Der Frustrierte von uns beiden bin ich nicht. Ihnen noch einen schönen Tag – und ein bisschen mehr Offenheit für andere Ideen.

    • Aufgrund der Kandidatenauswahl, bei der Aktenlage und Geschmeidigkeit leider oft die einzigen Kriterien sind, kommen leider mitunter recht mittelmäßige Kandidaten zum Zug, das stimmt wohl.

      Aber viele sind wirklich sehr bemüht. Ob das Ergebnis dann gut ist, und vor allem: wie gut es überhaupt sein kann unter den prekären Umständen, ist eine andere Frage.

      • Wer sich (in NRW) nur oft genug bewirbt, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit.

        Viele unbesetzte Stellen.

        Ich wurde auch mal gefragt – nie im Leben.

  1. Über die Hälfte der Lehrkräfte gibt ihrer Schulleitung eine 5 oder 6 für den Umgang mit Konflikten, Fehlern und Kritik.
    Das ist die einzige Situation im Schulbetrieb, in der diese Noten noch ehrlich vergeben werden dürfen – denn hier bewertet man jene Instanz, die zunehmend an vielen Schulen Leistungsdenken und realistische Noten im Unterricht am liebsten weichspült..
    Lehrkräfte, die realistische Noten vergeben – besonders die MINT‑Leute, die sich nicht zu Gefälligkeitsbewertungen überreden lassen – gelten schnell als „schwierig“.
    Nicht weil ihre Noten falsch wären, sondern weil sie den Eltern nicht gefallen und in der Statistik oder Schulchronik nicht glänzen. Und dann wäre ja noch das Schulamt, vor welchem die ein oder andere Schulleitung ihr Rückgrat beugt.
    Doch manchmal bricht die Fassade:
    Am Robert‑Stock‑Gymnasium in Hagenow fallen über 35 % des Jahrgangs durch das Abitur.
    Ein Drittel.
    Ein Jahrgang, der vielleicht? vorher mit beruhigenden Vornoten versorgt wurde, die keinerlei Beziehung zu den Prüfungsanforderungen hatten.
    Die Schulleitung schweigt – nicht aus Würde, sondern aus Gewohnheit.
    Anfragen bleiben unbeantwortet, denn wer jahrelang Gefälligkeitsnoten verteilt, meidet konsequent jede Form von Aufklärung.
    Man hat schließlich über Jahre dafür gesorgt, dass Schüler niemals Schuld haben dürfen – und dass jede Verantwortung elegant auf die Lehrkräfte abgeleitet wird.
    Die durchgefallene Abiturientin liefert die passende Wutrede: wüste Beschimpfungen über die Lehrkräfte, null Selbstreflexion, dafür Applaus.
    Und dann ihr Satz, der den pädagogischen Verfall perfekt illustriert:
    „Am Ende des Tages können wir so oder so alle stolz auf uns sein.“
    Eine bemerkenswerte Selbsterhebung für jemanden, der die Prüfung nicht bestanden hat – aber vollkommen folgerichtig in einem schulischen Umfeld, welches mit Vornoten‑Kosmetik und Schuldvermeidungsstrategie unterwegs ist.
    Wer Minderleistung jahrelang als Erfolg verpackt, bekommt am Ende Schüler, die sich selbst feiern, egal wie das Ergebnis aussieht.
    Die Lehrkräfte, die gewarnt hätten, wurden sicher als „Böslinge“ und „Leistungsfetischisten“ markiert.
    Die Schulleitung schweigt.
    Und die Schülerin erklärt ihr Scheitern zur moralischen Heldentat.
    Und vielleicht auch deshalb bekommen manche Schulleitungen jetzt von ihren Lehrkräften jene Noten, die sie im Unterricht am liebsten verbieten würden:
    mangelhaft,
    ungenügend,
    realistisch.

  2. Im Anschluss daran sollten der Fairness halber auch die Schulleitungen befragt werden, in welchem Umfang sie sich überhaupt diesen Aufgabenbereichen widmen können.

  3. Die stehen oft auch zwischen den Stühlen. Viele haben tolle und moderne Ideen und werden ausgebremst. Z.B. gehen manche bei Eis und Schnee ins Homeschooling. Das wurde ausgebremst. Es gibt kleine Schulen, die wollen gemeinsam Kurse anbieten (etwa wie an Unis) hybrid, auch ausgebremst. Oder Oberstufenkurse nachmittags im Homeoffice, vieles Digitale wird ausgebremst und lieber der Präsenzzauber gehalten. Oder es fällt dann aus.
    Wir brauchen mehr Digitales und mehr Homeschoolingmöglichkeit 🙂

    • Shit … Sie haben mich ernsthaft bekommen … Ich dachte bei „Z.B. gehen manche bei Eis und Schnee“ dass es mit „raus.“ oder „in die Eishalle/die Eissportanlage/das Eisstadion/zugefrorener See/Weiher.“ weiter gehen wird …
      Aber ne, Sie haben meisterhaft direkt die Kurve bekommen oder sogar „überfahren“ und sind genauso direkt zum Ziel des Homeschoolings.

      Gibt es einen Bereich oder ein Thema. Oder einen Moment… Wo Sie das nicht hinbekommen/machen?

      Genial … Von SL, über moderne Ideen, weiter zu Eis und Schnee … Direkt in’s Homeoffice.

  4. Ich habe gute und schlechte Schulleitungen erlebt. An den alten Schulformen, Hauptschule, Realschule und Abendrealschule, waren es wirklich gute Schulleiter. Die neuen Schulen dagegen, Oberschule sowie Sekundarschule, das waren ziemliche Katastrophen. Das sind aber auch keine Schulen mehr gewesen, sondern Großprojekte. Ist halt die Frage, ob man das noch miteinander vergleichen kann.

    • Das ist wahrscheinlich das Problem. Eigentlich braucht es mehr als eine Leitung. Und es wäre interessant zu wissen, aus welchem Grund jemand in die Leitung geht. Manchmal hat man das Gefühl, dass der hauptsächliche Grund der geringe Unterrichtsanteil ist. Und nach ein paar Jahren wird dann mal eben vergessen, wie so Klassenleitung, Klassenfahrten und 10 Kurse sich anfühlen. Das fällt z.B. in den Bereich Wertschätzung. Ich würde es nicht machen wollen. Aber nicht, weil ich keine Ideen hätte oder keinen Führungsposition möchte, aber ich möchte einfach nicht nur verwalten, sondern lieber mit den Kindern arbeiten. Warum bin ich denn sonst Lehrkraft geworden, wenn ich am Ende nur im Büro sitze und kaum noch was mit Unterricht zu tun habe? Das würde mich einfach stören.

      • „Der geringe Unterrichtsanteil“? …als Grund für das SL- Amt?
        Wie bitte?
        In Hessen hat eine SL in der GS mit knapp 300 SuS 17 – 19 Stunden Unterricht zu halten!
        Sie sollten bitte nicht nur von Gyms mit 1500 SuS ausgehen…
        Und die SL von kleineren Schulen müssen die gleichen Aufgaben erledigen wie die „Großen“. Egal übrigen ob GS, IGS oder Gym…

        • Sie SL an Gymnasien haben in Hessen vielleicht noch einen Kurs. Stellvertretende und Stufenleitung haben mehr Unterricht. Vielleicht ist das in der GS anders, am Gym habe ich noch keine SL gesehen, die mehr als eine Klasse hätte. Also weit weg von 17 h.

  5. Man sollte sehr aufpassen bei der Bewertung so einer nicht repräsentativen Umfrage, weil sich grundsätzlich immer Kritiker, die mal Dampf ablassen wollen, eher zu Wort melden als die Zufriedenen.

    • Oft sind es „beide Seiten“ – die Mitte bleibt da eher aus. Oder nicht?

      Aber ja, klar spiegeln 1100 Meinungen in einem Bildungsforum kein Gesamtbild wieder.
      Es zeigt jedoch trotzdem ein Bild auf.

      Man müsste dann auch fragen: „Wer“ ist denn tendenziell hier [Forum/Magazin] vertreten?
      Sind es eher generell [beruflich] „Unzufriedene“, „Zufriedene“ und/der „Beruf als Berufung“ bzw. „Dienst nach Vorschrift“ bzw. „Resignierte“?

      Ich bin mir ja nicht so sicher, ob viele „die komplett resignieren“ hier sonderlich aktiv sind. Wozu?
      Irgendwo wird man ja Hoffnung haben, wenn man in einem solchen „Klientel“/“Bereich“ ist?
      Und andere werden zufrieden sein und lesen hier halt bisschen (und kommentieren).

      Wie sind denn andere diesbezügliche Befragungen und Eindrücke?
      Wer sagt als Schulleitung:
      Nene, top Bedingungen. Habe für alles gut Zeit. Entlastung? Nene, bloß nicht. Wäre ja noch schöner, wenn es Verwaltungsangestellte gäbe …
      Ist ja nicht so oft die Meinung und „Erhebung“.

      Man muss halt schauen, auf welche Begründung das jeweils beruht.
      Schafft eine SL „ihre/seine Aufgaben“ einfach nicht? Überforderung? Dann verstehe ich das.
      Oder: Nutzt man die Position als Machtgefälle aus? Dann nicht.
      Das ist das eigentlich viel Wichtigere dahinter.
      Und es gibt halt alles … Von Überforderung bis hin zu Schikane.
      Ich weiß, was mir persönlich lieber ist …

    • Genau. Man sieht das in allen Kommentarspalten aller Foren. Dort hagelt es immer Kritik, dort hagelt es nie Lob. So entsteht ein verzerrtes Bild in der Öffentlichkeit. Ich habe in der Beamten-Diskussion gelesen, dass sogar rund 60% der Lehrer für eine Abschaffung des Beamtentums seien. Das spiegelt sich in den Kommentaren hier überhaupt nicht wieder. Hier gibt es immer ein „Riesengeschrei“ von 90% aller Kommentatoren, dass dann keiner mehr Lehrer werden will usw.

      „Bei Lehrkräften bevorzugen 64,9 Prozent der Befragten das Angestelltenverhältnis, während 27,4 Prozent das Beamtenverhältnis unterstützen. Wiederum zeigt sich eine parteipolitische Differenzierung, bei der Wähler der Grünen (66,1 Prozent und der FDP (70,0 Prozent das Angestelltenverhältnis stärker bevorzugen.“
      https://www.insm.de/aktuelles/pressemitteilungen/insm-umfrage-grosse-mehrheit-will-beamtenprivilegien-abschaffen

      • Vielleicht sollte man aber auch hinterfragen, von wem solche Umfragen stammen. Das Institut neue soziale Marktwirtschaft ist laut Wikipedia eine neoliberale Lobbyorganisation. (Also keineswegs sozial.)

        Die Zahlen aus der Umfrage, die Sie da zitieren sind unplausibel. Angstellte Lehrer verdienen deutlich weniger als Beamte. Wieso sollten Beamte dann lieber angestellte Lehrer sein?

        • Sicherlich muss man immer schauen, wer hinter einer Umfrage steckt und wie sie zustande kam. Das muss dann aber immer gelten und nicht nur dann, wenn einem die Ergebnisse nicht gefallen, richtig? Es ist ja die übliche Masche, Ergebnisse einer Studie anzuzweifeln, wenn sie einem nicht gefallen, indem man Zustandekommen, Fragestellungen, Auftraggeber, eigenes Erleben und und und einwirft bzw. angreift, wie Sie es gerade tun.

          • Sorry, aber auf mein Argument, dass das die Zahlen unplausibel sind, sind Sie gar nicht eingegangen. Ich habe die Umfrage nämlich nicht einfach wegen ihrer Quelle angegriffen.

          • Hier bitte: Ich finde die Zahlen nicht unplausibel. Im zweiten Kommentar bin ich außerdem darauf eingegangen und habe eine mögliche Erklärung geliefert.

          • Einfach nur zu sagen, man fände die Zahlen nicht unplausibel, ist kein Argument.

            Selbstverständlich ist es unplausibel, dass sich verbeamtete Kollegen angeblich wünschen sollen, 500 Euro (oder mehr) im Monat weniger zu verdienen. Denn das wäre die Folge, wenn sie angestellt statt verbeamtet wären.( Darauf sind Sie nirgends eingegangen.)

            Es ist albern, wenn Sie Umfragen kritisieren, wenn sie Ihnen nicht in den Kram passen, aber ganz unkritisch sind, wenn die Umfrage zu Ihrer Meinung passt.

          • Ich finde das mit den 500€ weniger garnicht so unplausibel. Als verbeamteter Lehrer verdient man ja doch viel Geld, da muss man nicht mehr jeden Euro umdrehen. Da man als nicht verbeamteter Lehrer immernoch weit von der Armutsgrenze entfernt ist (was auch gut ist!), kann ich mir schon vorstellen, dass Einige bereit wären darauf zu verzichten, wenn die Bezahlung dafür gerechter wäre. Tatsächlich würde es wohl auch nicht um die ganzen 500€ weniger gehen, sondern weniger, da ja das Geld, dass die Beamten mehr verdienen dann frei zur Verfügung steht und auf alle gleichmäßig verteilt werden könnte. Hinzu kommen noch die Rentenvorteile der Beamten, die dann auch wegfallen würden und in das Gehalt aller Lehrer fließen könnten. Nur weil ich versuche im aktuellen System das Beste für mich rauszuschlagen, heißt das nicht, dass ich grundsätzlich lieber ein anderes System hätte. Das System ändert sich ja nicht dadurch, dass ich es nicht nutze. Gerade im Fall der Verbeamtung wird dann halt Jemand anderes verbeamtet (so habe ich es zumindest bisher verstanden). Die Ungerechtigkeit wird dadurch nicht kleiner, aber man selbst profitiert dann einfach weniger.
            Es gibt andere Beispiele, da läuft es anders z.B. wenn man aus Klimaschutzgründen auf den Konsum von Fleisch verzichtet, isst Niemand anderes mehr Fleisch -> Hier lohnt es sich auf den eigenen Vorteil (wenn man Fleischkonsum als Vorteil sieht) zu verzichten um das große Ganze zu unterstützen. Wenn sich das große Ganze aber nicht verändert, weil ich selbst verzichte, lohnt es sich auch nicht zu verzichten.
            Das ist jetzt meine Theorie und Meinung dazu. Ich denke es gibt da noch viele mehr.

        • PS: Ich kenne Kollegen, die offen zugeben, wie peinlich es ihnen z.B. beim Arzt ist, eine Vorzugsbehandlung zu bekommen, weil sie privatversichert sind und das eigentlich nicht gerecht ist. Aber sie nutzen es natürlich, solange das möglich ist, was ich absolut verständlich finde.

          Ich sehe auch den einen oder anderen Vorteil, den ich habe, durchaus kritisch und finde ihn gegenüber anderen unfair, aber ich bin nun nicht so „dumm“, als Einziger darauf zu verzichten (falls das ginge). Was brächte das wem? Es ist ein „systemisches Problem“, es müsste für alle gelöst werden. Dann wäre ich auch einverstanden.

      • Du hast die Umfrage nicht verstanden. Nicht ~65% der Lehrkräfte sind gegen Verbeamtung, sondern ~65% der 5000 zufällig befragten Personen der Studie….

        „Bei Lehrkräften bevorzugen 64,9 Prozent der Befragten“

      • Differenziertes und zielgerichtetes Lesen/Verstehen. Schonmal was davon gehört?

        Ich bin bspw. gegen ein „Hybridsystem“ bei Lehrkräften. Dementsprechend auch gegen Verbeamtung bzw. für „alle oder keiner“ als Prinzip (der Auswahl und/oder Durchführung).

        Behaupte ich trotzdem, dass ohne Verbeamtung noch mehr Mangel da wäre? Ja.
        Warum? Weil ich die Verbeamtung so gut und „gerecht“ und alles finde? Ne. Das Hybridsystem ist alles andere als gerecht/fair und Verbeamtung hat ggf. auch seine Nachteile [Staatsfestsetzung].
        Warum behaupte ich das trotzdem? Ganz einfach: Weil es halt so ist. Sorry … Ich kenne inzwischen viele Lehrkräfte, welche primär nur wegen der Verbeamtung noch nicht abgewandert sind.
        Viele „kämpften (mit sich selbst)“ auch bei Wechsel an Privatschulen um den Verlust der Privilegien. Die [Ex-Beamte] „bei uns“ [Privatschulen] ankommen sind, sind hingegen halt diejenigen, welche den Schritt dann letztendlich trotzdem gingen.
        Aus unterschiedlichsten Gründen … Bspw. „keine Klassenleitung als Zwang“, „nur Fach XY unterrichten“ [Leidenschaft], „zu viel (unnötige) Bürokratie“, „Zwangsversetzung – aus Trotz/Prinzip oder Familien-/Ortgebundenheit als Präferenz“, usw.
        Und alle mussten das abwägen halt.

        Zu Ihrer Umfrage:
        – 5000 Befragte
        -> Wie viele Lehrkräfte davon? [% oder absolut – ja egal hier]
        -> Wie viele davon verbeamtet?

        Natürlich sieht das bei 100 angestellte Lehrkräfte anders aus als 100 verbeamtete Lehrkräfte … Ebenso bei einer %alen Mischung [wie im echten Leben …].
        Schaut man sich die Beamtenquoten an, dann kann das kaum als „stimmig“ sein.
        Warum? Weil jeder Beamte auch seine Verbeamtung aufgeben kann.
        Oder man „wäre zwar dafür [also für eine Abschaffung]“, „nimmt es jedoch trotzdem mit“.
        So oder so … Beides würde eindrücklich zeigen, dass Verbeamtung ein Privileg und somit ein „Mehrwert“ dann wäre. Also „Lukrativität des Profils“.
        Da kommen wir halt … So oder so … Nicht dran vorbei. Verbeamtung (als Wahlmöglichkeit) ist ein „+“ Faktor im Profilbereich.
        Ist es „fair“? Nope.
        Ist es trotzdem so? Ja.

  6. Ich würde es grundsätzlich begrüßen, dass Schulleitungen auch vorher entsprechend geschult und geprüft werden und dann nur bei entsprechender Eignung angenommen werden.
    Verwaltungsarbeit ist das eine, Umgang mit erwachsenen Menschen, Führungsqualitäten etc. sind aber was anderes.

    aber offenbar ist der Mengel groß genug, dass man froh über jede(n) ist, der/die sagt „ich mach’s“

  7. Ich habe nicht an der Umfrage teilgenommen, weil ich schon pensioniert bin. Persönlich habe ich jedoch die besten Schulleiter in reinen Grundschulen erlebt. Vielleicht aber auch, weil die persönliche Beziehung und das Wissen übereinander größer war. Wenn der Rektor beispielsweise wusste, dass die Mutter gerade krank im KH lag, hat er diese Kollegin eben nicht mit der Organisation des Buffets beim Schulfest betraut. Solche Sachen sind dann aber an Gemeinschaftsschulen vorgefallen, an denen ich war, teilweise mit einem Druck, dass keiner gewagt hat, Nein zu sagen (Dafür wurde dann hinterher im kleinen Kreis geweint)
    Das scheinen Kleinigkeiten. Manchmal ist es aber auch die Grenze zwischen Weitermachen und Burnout.

  8. Man darf hinterfragen, ob das Ergebnis der Umfragen repräsentativ ist. Möglicherweise fanden besonders diejenigen die Teilnahme an der Umfrage attraktiv, die Probleme mit ihrer Schulleitung haben.

    Ich selbst habe sowohl gute Schulleiter erlebt als auch Schulleiter, die besonders bei Konflikten im Umgang mit Kollegen völlig versagt haben.

    Man sagt ja, dass unter Führungskräften der Anteil an Narzissten besonders hoch ist. Das scheint bei Schulleitungen nicht anders zu sein.

  9. Das Ergebnis überrascht mich, ich hätte gedacht, dass die Lehrer die nicht vorhandenen Handlungsspielräume bei ihren Antworten einpreisen und viel stärker bewerten, wie sich ihre SL trotzdem redlich bemüht.

    Die Unzufriedenenheit ist – kaum zu glauben – also noch größer, als ich dachte.

    SL sind strukturell in der Situation, in Teilzeit (sie unterrichten ja immer noch sehr/zu viel) Projekte mit anderweitig (Unterricht) voll ausgelasteten/ schon überlastetten Mitarbeitern managen zu müssen, ohne diesen dafür irgendwas Handfestes anbieten zu können.

    Sie müssen „Schulentwicklung“ betreiben und werden vom Schulamt mit Zielvereinbarungen genötigt, sich auf irgendetwas festzulegen, das dann umgesetzt und evaluiert werden kann, auch wenn die Notwendigkeit oder Sinnhaftigkeit niemandem so recht einleuchtet.

    Sie werden zu letztlich zu Aktionismus (Hauptsache, irgendwas gemacht) und Fakes (Hauptsache, irgendwas hingeschrieben) getrieben und vom Tagesgeschäft zermürbt.

    Hauptprobleme in Lesestufe 1:

    o zu wenig Zeit, um den Job professionell zu machen
    o zu wenig Entscheidungsspielräume, um den Job professionell zu machen
    o zu wenig Personal, um den Job professionell zu machen
    o nix zu verteilen, weder Entlastung in Zeit noch Anerkennung in Geld
    o Druck vom Schulamt, irgendwas zu machen, was in die aktuelle bildungspolitische Agenda passt – auch wenn das vor Ort alle sch… finden.

    # wand_voraus

    • „Die Unzufriedenenheit ist – kaum zu glauben – also noch größer, als ich dachte.“

      Ich bin von Ihnen enttäuscht. Die Umfrage ist interessant. Vielleicht kann man auch sagen, sie enthält eine Tendenz. Aber dass Sie alles für bare Münze nehmen, enttäuscht mich. Sagt man Akademikern nicht nach, dass sie alles hinterfragen. Diese Studie war nicht repräsentativ. Es hat mitgemacht, wer will. Es wurde nicht „sortiert“ nach Alter, Geschlecht, Dienstzeit, Funktion, Bundesland, Fächer usw., sodass alles so vertreten ist, wie es auch in der Wirklichkeit ist. Das ist kein Vorwurf an die Macher. Das konnten sie ja nicht machen.

      Es ist ein Vorwurf an Sie und ein Erschrecken, wie leichtfertig Meldungen angenommen werden.

      • Es war genau aus den Gründen keine Studie, die Sie benennen.
        Es war eine Meinungsumfrage und die Lehrkräfte haben ganz aus ihrer Sicht geantwortet, was völlig okay ist.
        Ich würde das auch nicht überbewerten, denn es war schlicht mal eine Gelegenheit, die Unzufriedenheit rauszulassen.

        • Wir nehmen die Ergebnisse schon ernst – weil sie zur (hinlänglich dokumentieren) Überlastungssituation von Schulleitungen passen.

          „Ein zentraler Grund für die hohe Belastung liegt offenbar in der Struktur des Berufs selbst. Anders als in vielen anderen Ländern müssen deutsche Schulleitungen weiterhin regelmäßig unterrichten. Nur 3,6 Prozent der Befragten sind vollständig von Unterrichtsverpflichtungen befreit. Fast drei Viertel unterrichten sechs Stunden oder mehr pro Woche, knapp 13 Prozent sogar zwischen 16 und 22 Stunden.

          (Studienleiter) Tulowitzki spricht im Interview ausdrücklich von einer „deutschen Eigenheit“. In vielen anderen Ländern werde Schulleitung als eigenständiger Beruf verstanden. Ohne Unterrichtsverpflichtung könnten sich Schulleitungen stärker auf Personalführung, Management und Schulentwicklung konzentrieren.

          Wie stark Verwaltungstätigkeiten den Alltag prägen, zeigt ein weiterer Befund. 43,6 Prozent der Arbeitszeit entfallen auf verwaltungsbezogene Aufgaben. Allein reine Verwaltung nimmt durchschnittlich 21,4 Prozent der Arbeitszeit in Anspruch. Für Qualitätsmanagement und Schulentwicklung bleiben dagegen lediglich 7,5 Prozent der Arbeitszeit.“ Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/06/schulleitungen-lieben-ihren-beruf-und-fuehlen-sich-darin-immer-staerker-belastet/

          Wo bleibt da Zeit für Personalführung? Genau das spiegelt unsere Umfrage.

          Herzliche Grüße
          Die Redaktion

          • Ich weiß das, denn ich mache diesen Job seit 10 Jahren. Ich weiß sehr gut, dass bis auf ganz wenige KuK ziemlich wenige Einblick in meine gesamten Tätigkeitsfelder haben, auch wenn sie täglich quasi dabeisind.
            Niemand meiner KuK interfragt je etwas, wenn es läuft, aber alle hinterfragen sofort, wenn mal etwas unrund ist.
            Die meisten Tätigkeiten und Orgadinge laufen im Hintergrund, nahezu unbemerkt, es sei denn etwas läuft schief…..völlig normal….

            Was ich aber sehr seltsam finde – und das habe ich nie gemach – meinen Frust an übergeordneter Stelle abgelassen. Das zeigt mir, dass extrem viele KuK nur auf den eigenen Teller gucken…..

          • Sicher sind viele Beschwerden nicht immer angemessen (sofern sie überhaupt vorgetragen werden!).

            Aber in einem (fast 100%, definitiv 100% sobald es zur Nagelprobe kommt) hierarchischen System ist die Beschwerderichtung „oben“ erstmal richtig.

            „Oben“ ist halt nur BzReg und nicht die SL.

      • Während meiner Dienstzeit erlebte ich sowohl die einen, wie die anderen. Es hielt sich in etwa die Waage. Manchmal gab es auch einen Unterschied zwischen SL und Stellvertreter, das ergab dann manchmal Konflikte innerhalb der SL.

        • Mitunter das ist ja das Traurige.
          Je nachdem „wo man landet“ bekommt man eben „etwas Fähiges“ oder „etwas Unfähiges“.
          Rollet die Würfel.

          Gilt im Übrigen auch als SL selbst … Geht ja in beide Richtungen.

  10. Da Schulleitungen bisher, mehr noch als LuL, als eierlegende Wollmilchsau von den Arbeitgebern „missbraucht“ werden, müsste der „Job“ mit den unendlich vielen Aufgabenfeldern mal neu überdacht werden!

    Meiner unmaßgeblichen Meinung nach sollten SL-Stellen mit 2 Personen besetzt werden: einer Verwaltungsfachkraft, die Buchhaltung, Haushaltsführung und nach Möglichkeit Finanzwesen bearbeitet und den allgemeinen bürokratischen „Kram“ beherrscht – sowie einer pädagogischen Fachkraft, die u.a.Schulentwicklung, Personalangelegenheiten, Elternarbeit und allgemein „soziales“ Management übernimmt. Diese Person sollte in geringem Maße auch unterrichten, damit sie „am Puls der Zeit“ bleibt.
    Mein Vorschlag, aber der kostet Geld!

  11. Das Ergebnis verwundert überhaupt nicht, so nimmt eine Schulleitung mit der Position automatisch die Funktion des Sündenbocks für Probleme ein, auf die der Einfluss begrenzt ist.

    Zu einem erheblichen Teil ist es leider auch so: Egal wie transparent und sachlich Sachverhalte oder Entscheidungen kommuniziert werden, bleibt am Ende oft die Enttäuschung über das Ergebnis hängen. Das dann über die persönliche Ebene per Schuldzuweisung zu verarbeiten ist auch bequemer, als sich mit der Thematik zu befassen oder je nach Sachverhalt auch mal mit dem eigenen Anteil am Problem – was dann auch noch großzügig im Lehrerzimmer aus einer reduzierten Perspektive breitgequatscht wird. Es gibt zahlreiche Kolleginnen und Kollegen, die ihre persönlichen Unzufriedenheiten an den Schulleitungen abarbeiten, ohne festzustellen, dass das zu nichts führen kann.

    Wer so unprofessionell handelt, beteiligt sich natürlich auch gern an einer solchen anonymen Umfrage, um seinen Frust loszuwerden.

    Schulleitungen zu professionalisieren ist sicher der eine Ansatz, was genauso wichtig wäre, wäre aber kontinuierlich mit den Lehrkräften ihre eigene Rolle und Professionalität zu reflektieren und auch deren Problemstellungen offen zu besprechen. Dafür sind Schulleitungen aber die falschen Personen, weil sie immer innerhalb eines real existierenden „Machtgefälles“ wahrgenommen werden.

    Das ganze Konstrukt funktioniert so leider nicht mehr.

    • „Wer so unprofessionell handelt, beteiligt sich natürlich auch gern an einer solchen anonymen Umfrage, um seinen Frust loszuwerden.“

      Na klar, jeder der seine Schulleitung kritisiert, ist unprofessionell.

      Finden Sie nicht, dass Sie es sich damit ein bisschen zu einfach machen?

        • Daher sollte man ja unterscheiden, aus welchen Gründen man das so und so sieht …
          Es gibt halt SL, welche schon stark ihre Machtposition ausleben …
          Das ist dann doch was anderes als SL, welche dies nicht machen, ihr Bestes versuchen und einfach überfordert sind.

          Das kann man sogar ziemlich eindeutig unterscheiden oft/meist …

          Und eine SL, welche „wegen Überforderung“ dann ggf. anfängt „nach unten zu sticheln“ [in einem Rahmen über „akutes Handeln“ hinaus]… Die ist eben grundlegend mal falsch am Platz.
          Meine Ansicht.

          Bei der Befragung habe ich jedoch nicht mitgemacht … Müsste hier dann auch „mehrfach abstimmen“ sonst im Prinzip … Hatte schon „absolut fragwürdige SL“ [der Begriff „Irre“ und „Spinner“ wird ja nicht mehr so gerne verwendet …].
          Und hatte schon gute SL.

  12. Leider habe ich in meiner Zeit als Lehrer gelernt, so wenig wie es nur möglich ist an privaten Dingen an die Schulleitung preiszugeben, weil irgendwann der Punkt kommen wird an dem es gegen dich verwendet wird.
    Wir werden leider jedes Jahr vor vollendete Tatsachen gestellt, so dass ich Mitbestimmung gar nicht erlebe.

  13. Das Ergebnis wundert mich (der mittlerweile nit einer meiner subjektiven Meinung nach sehr guten SL gesegnet ist,ich persönlich habe also keinen Grund zu klagen) nicht:
    – Führungsjob mit hohem sozial-emotionalem impact und Sichtbarkeit, aber (faktisch) wenig zu sagen
    – extremer Zeitverbrauch/Präsenzkultur in diesem spezifischen Job
    – Einbettung in organisatorisch strenge Gerüste, die hohe gezeigte Konformität belohnen

    Das alles schafft eine Atmossphäre und Milieumischung, die in der Masse Menschen anzieht, die besser nirgendswo führen sollten.

    Das erklärt einerseits die negative Verschiebung der Ergebnisse, andererseits auch das Gefälle:

    Entweder scheint die Bewertung gut oder schlecht auszufallen, wenig „in der Mitte“.
    Die „Guten“ sind dann diejenigen, die auch/trotz des Amtes und der Führungsnähe auf dem Boden bleiben – die anderen halt nicht.

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