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Fast jeder zweite Schüler klagt über Schlafprobleme – zu viel Bildschirm?

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BERLIN. Der jährliche DAK-Präventionsradar zeigt: Immer mehr Kinder und Jugendliche fühlen sich erschöpft. Da verwundern die schlechten PISA-Ergebnisse wenig, meint die Krankenkasse.

Immer auf Sendung? (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Fast die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in den Klassen fünf bis zehn klagt über Schlafstörungen. Dies geht aus einer groß angelegten Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK hervor. 69 Prozent der Befragten fühlen sich mindestens einmal die Woche erschöpft. 49 Prozent berichteten von einem verminderten Wohlbefinden. Nur 57 Prozent blicken positiv in die eigene Zukunft. Die Tendenz ist den Angaben zufolge überall negativ.

Das sogenannte DAK-Präventionsradar wird seit 2016 regelmäßig vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung erstellt, nunmehr zum zehnten Mal. Die Schüler werden nach Wohlbefinden und Gesundheitsverhalten befragt. Im Schuljahr 2025/2026 beteiligten sich nach Angaben der DAK rund 30.000 Kinder und Jugendliche an 141 allgemeinbildenden weiterführenden Schulen in 15 Bundesländern – alle bis auf das Saarland.

Wer erschöpft ist, lernt nicht gut

Die DAK sieht eine Verbindung von Erschöpfung und Schlafproblemen zu den schwachen deutschen Ergebnissen bei der internationalen Bildungsstudie PISA. «Wer schon in jungen Jahren erschöpft ist oder sogar unter Schlafstörungen leidet und nicht weiß, wie er mit solchen Belastungen umgehen kann, hat schlechtere Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen», meinte DAK-Chef Andreas Storm. Nötig sei mehr Gesundheitskompetenz.

Die Schlafprobleme haben in den vergangenen Jahren laut Vergleichsdaten zugenommen: Im Schuljahr 2019/2020 klagten 36 Prozent darüber, im vergangenen Schuljahr bereits 46 Prozent. Von Erschöpfung sprachen vor drei Jahren 52 Prozent, heute sind es 69 Prozent.

«Algorithmisch getriggert»?

Der Präsident des Verbands der Kinder- und Jugendärzte, Michael Hubmann, sieht eine mögliche Erklärung in einer übermäßigen Mediennutzung. «Kinder und Jugendliche, die bis spät in den Abend soziale Medien nutzen oder, algorithmisch getriggert, aufwühlende Videos konsumieren, werden vom gesunden Schlaf abgehalten», erklärte Hubmann.

In der diese Woche veröffentlichten PISA-Studie 2025 hatten Schülerinnen und Schüler in Deutschland so schwach abgeschnitten wie nie zuvor (News4teachers berichtete). Getestet wurden rund 6.700 15-Jährige vor allem auf Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Auch die Bundesschülerkonferenz hatte auf Faktoren wie Leistungsdruck, Mobbing und soziale Medien und fehlendes Wohlbefinden in der Schule hingewiesen. News4teachers / mit Material der dpa

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24 COMMENTS

  1. Schule beginnt irgendwann zwischen 7 und 8 Uhr. Die meisten Jugendlichen müssen zwischen 5 und 6 Uhr in der Nacht aufstehen, um pünktlich in der Schule zu sein. Während der Sommerzeit alles noch eine Stunde früher.

    Es wäre merkwürdig, bei so einem Lebenswandel keine Schlafstörungen zu bekommen.

  2. Wirklich? Keiner meiner Schüler steht so früh auf. Meine Kinder auch nicht. Eher 6:30 aufwärts, einige erst um 7. Man muss ja nicht bis 1 Uhr an Tiktok hängen, dann schläft man auch genug

    • Also auf dem Land sind viele Schüler eine Stunde oder teilweise sogar etwas länger mit dem Bus unterwegs. Der tingelt ja alle Ortsteile ab und bringt sie dann in die nächste „Stadt“, 20 bis 30km entfernt. Die Hauptschulen auf den Dörfern gibt es schließlich nicht mehr. Früher starteten alle staatlichen Schulen um 8 Uhr, heute eine um 7:50 Uhr, eine um 7:40 Uhr und die Sekundarschule sogar um 7:30 Uhr. Warum so etwas überhaupt erlaubt ist, keine Ahnung. Das führt dazu, dass die Sekundarschüler hier morgens um 6:30 Uhr an der Haltestelle stehen. In anderen Ortschaften auch früher. Retour kommen die dann zwischen 16 und 17 Uhr. Ich finde das unmöglich.

      Dann die Zeitumstellung von Frühling bis Herbst. Alles wird nochmal eine Stunde später in den Abend geschoben. Dadurch sind doch alle total gaga. Fußballspiele fangen erst nach 21 Uhr an. Das Leben passt überhaupt nicht zu dem, was hier verlangt wird. Da muss man ja krank werden.

      • Die Antwort für die unterschiedlichen Anfangszeiten haben Sie doch schon selbst gegeben. Sie resultieren aus den Laufwegen der Schulbusse, einsammeln im Umland und an unterschiedlichen Schulstandorten abliefern. Meist läuft es ja darauf hinaus, dass die Schulbuslinien und der reguläre ÖPNV an einem zentralen Ort in – soweit vorhanden – Bahnhofsnähe verknüpft sind und die SuS da in die Busse umsteigen müssen, die sie zu ihren jeweiligen Schulstandorten bringen.

        • Aber das ist doch kein Argument für vorgezogene Startzeiten. Man könnte diese genau so gut nach hinten verschieben. Also statt 7:30 Uhr bis 8:00 Uhr eben zwischen 8:00 Uhr bis 8:30 Uhr. So ist es beispielsweise häufig in Frankreich der Fall.

          • Das Problem ist doch, dass wir als Gesellschaft die Schule vorwiegend zur Aufbewahrung von Kindern nutzen, damit die Eltern arbeiten können.
            Wie soll man um 8 Uhr arbeiten, wenn die Schule der Kinder erst um 08:30 Uhr beginnt?
            Ein weiteres Problem ist, dass die zu Beginn nicht stattfindende Stunde eben später angehängt
            würde, die Kinder/Jugendlichen also am Nachmittag/Abend weniger Zeit haben.
            Wir sind eine Ganztagsschule, beginnen um 07:30 Uhr und haben oft bis 15:00 Uhr Unterricht. Einige Angebote der Oberstufe gehen bis 16:15 Uhr
            oder 17 Uhr. Will man, dass die Kinder dann noch eine Stunde länger bleiben?

            Wenn man die Betreuungsfunktion beibehalten möchte, müsste man m.E. Schulen ganz anders denken, mit viel mehr Platz, viel mehr Rückzugsmöglichkeiten, Räumen, um zur Ruhe zu kommen, einer bunten Mischung an Nachmittagsangeboten, die aber von externen Anbietern kommen und nicht zusätzlich von Lehrkräften betreut werden.

          • Warum sollen Kinder sich denn an einen für sie völlig ungesunden Tagesablauf anpassen? Aus Rücksicht auf die Arbeitgeber Ihrer Eltern? Das ist doch Quatsch. Die müssen sich an die Schulzeiten anpassen. Die Gesundheit von Kindern sollte immer vor dem Willen von Arbeitgebern stehen, zumindest dort, wo der Staat den Ton angibt.

            Davon abgesehen fängt doch bei weitem keine Mehrheit mehr um 8 Uhr an zu arbeiten. Da ist der gesamte Schichtdienst außen vor, die meisten Handwerker fangen früher an und viele in Büro und Verwaltung können zwischen 8 und 9 starten. Dazu kommt Homeoffice. Bei uns im Krankenhaus beginnt die Schicht um 6:30 Uhr. Also Schule bitte auch um 6:30 Uhr, weil sonst kann dort keiner mit Kindern arbeiten. Ist natürlich Blödsinn, funktioniert nämlich trotzdem.

          • Dann beschweren sich die Berufsschulen bzw. die Ausbildungsbetriebe.
            In vielen Fällen spielt auch die Verknüpfung des ÖPNV mit dem SPNV eine Rolle.
            Die Frage ist ja, wenn die ersten Schulen auf der Route so gegen 7:40 h angesteuert werden, damit dort mit dem Unterricht um 8:00 h gestartet werden kann, wann erreicht der Bus die letzte Schule auf seiner Route. Und wann fangen die dann an?
            Aufgrund der demographischen Entwicklung sind die Einzugsgebiete der einzelnen Schulen größer geworden. Und das hat Auswirkungen auf die Stundenplangestaltung.

  3. „Kinder und Jugendliche, die bis spät in den Abend soziale Medien nutzen oder, algorithmisch getriggert, aufwühlende Videos konsumieren, werden vom gesunden Schlaf abgehalten“
    Niedlich! Wir besprechen dieses Schuljahr das Thema, wobei ich die „Sucht“ dem „algorithmischen Trigger“ bevorzuge

    • Bei Ihren Posts muss ich wirklich immer wieder lachen. In was für einer negativen Welt gegenüber diesen Jugendlichen leben Sie eigentlich?
      Nur zur Info: Viele Jugendliche nutzen diese Medien privat kaum oder gar nicht, sondern hauptsächlich für die Schule. Gleichzeitig versuchen die Kinder verzweifelt, diesem schiefen System gerecht zu werden – diesem völlig überladenen Schulsystem.
      Vielleicht sollten Sie einmal kurz innehalten und akzeptieren, dass das Schulsystem auf vielen Ebenen versagt hat. Das Produzieren von Noten statt von nachhaltigem Wissen scheint inzwischen das Motto zu sein und genau das kommt uns als Gesellschaft langfristig sehr teuer zu stehen.

  4. Fahrschüler mussten immer schon früher aufstehen. Das kann den eklatanten Anstieg nicht erklären. Die exorbitante Medienzeit (Unwort- Kandidat!) und die Tatsache, dass man Kinder heute ab dem 1. Geburtstag von morgens bis abends in Kita steckt- das auch noch als Bildung verkauft- wo sie Schuhebinden und Schere halten lernen müssen. Und dann zwingt man sie in die Ganztagsschule, sodass sie einen Außer- Haus- Tag wie ein Erwachsener haben. Dann zu den vom Job gestressten Eltern.
    Nich Fragen?

  5. Ich klage jetzt auch mal über Schlafstörungen! Wechseljahre…..machen mich alle…..ab 3 Uhr in der Früh ist meine Nacht zuende, da hilft auch kein Handy….. 🙁

        • Same here. Und jetzt stellen Sie sich einen Schüler vor, der jeden Tag, 24 Stunden lang, elf Monate im Jahr unter Leistungsdruck steht. Kein Wunder, dass diese Kinder irgendwann auf allen Ebenen an ihre Grenzen kommen.
          Und dann kommt noch die Pubertät dazu – genauso heftig wie bei uns später die Wechseljahre

        • Natürlich.

          Was traurig ist, irgendwann landen wir sowieso alle unter der Erde. Und trotzdem wird so sehr darauf bestanden, dass die nächste Generation genauso leiden muss, wie wir gelitten haben. Merkwürdig.
          Der Kreislauf des Lebens – nur irgendwie ziemlich schief und ungesund.

    • Meine Schlafprobleme besserten sich schlagartig mit dem Eintritt in den Ruhestand,. 🙂 Kein nächtliches Gedankenkarusell mehr wegen Suchens nach Problemlösungen für einzelne Schüler oder Eltern oder wegen irgendwelcher Konflikte (z. B mit SL oder Jugendamt). Der Tinnitus ist auch fast weg seitdem.

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