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Temperatur, Luft, Akustik und Licht: Heinz Trox-Stiftung zeigt bei den Grundschultagen, was lernförderliche Klassenräume ausmacht

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Wie belastend der Aufenthalt in einem Klassenraum sein kann, wurde in diesem Sommer besonders deutlich: Auf einen gemeinsamen Aufruf der Heinz Trox-Stiftung und des Bildungsmagazins News4teachers hin schickten mehr als 200 Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte Fotos von Thermometern aus Klassen-, Gruppen- und Betreuungsräumen. Der höchste dokumentierte Wert lag bei 40,3 Grad.

Hitze ist jedoch nur eine von mehreren Bedingungen, die darüber mitentscheiden, ob ein Raum gesundes, konzentriertes Lernen ermöglicht. Werden Fenster zur Abkühlung geöffnet, kann Lärm von draußen den Unterricht stören. Bleiben sie geschlossen, kann die Luftqualität leiden. Jalousien halten die Sonne ab, verändern aber zugleich die Lichtverhältnisse. Wer Klassenräume verbessern will, muss deshalb den Raum als Ganzes in den Blick nehmen.

Wie das gelingen kann, zeigt die Heinz Trox-Stiftung mit ihrem Projekt Zukunftsraum Schule bei den Grundschultagen Münster. Am Stand A21 können Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulträger erfahren, wie sich Belastungen in Klassenräumen beobachten und messen lassen. Das soll ihnen helfen, Probleme gemeinsam zu besprechen, Handlungsbedarf zu erkennen und Verbesserungen gezielt anzugehen.

Die Klassenraum-Bedingungen bestimmen das Lernklima entscheidend mit. (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

TAIL: Vier Bedingungen für einen lernförderlichen Klassenraum

TAIL steht für Temperatur, Akustik, Innenraumluft und Licht. Das Modell führt vier Bedingungen zusammen, die im Unterricht gleichzeitig wirken: Kinder müssen Erklärungen gut hören und Texte gut sehen können. Die Luft sollte auch nach längerer Nutzung des Raums nicht zur Belastung werden. Und die Temperatur muss Lernen und Arbeiten ermöglichen. Ein gut beleuchteter Raum allein ist noch kein guter Lernraum, wenn es darin zugleich zu heiß oder zu laut ist.

„Die Qualität eines Lernraums lässt sich nicht auf einen einzelnen Faktor reduzieren. Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener Bedingungen. Mit TAIL möchten wir diese Zusammenhänge verständlich machen und Schulen sowie Schulträger dabei unterstützen, Beobachtungen strukturiert zu erfassen und gemeinsam über mögliche nächste Schritte zu sprechen“, erläutert Christine Roßkothen, Mitglied des Vorstands der Heinz Trox-Stiftung.

TAIL gibt den Beteiligten dafür eine gemeinsame Sprache. Statt allgemein festzustellen, dass ein Klassenraum „nicht gut funktioniert“, können sie genauer beschreiben, wann es zu warm wird, wo Sprache schlecht zu verstehen ist oder unter welchen Bedingungen die Luftqualität nachlässt. So lassen sich auch Maßnahmen besser einordnen: Was kann eine Schule selbst verändern, und wo sind der Schulträger oder Fachleute gefragt?

quickTAIL: Vom Eindruck zur ersten Messung

Mit quickTAIL stellt die Stiftung einen praktischen Zugang zum TAIL-Modell vor. Am Messestand zeigt sie einen Koffer mit Messgeräten, mit denen sich Bedingungen im Klassenraum wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lautstärke und Helligkeit erfassen lassen. Eine Klassenraum-Checkkarte hilft ergänzend, Beobachtungen aus dem Schulalltag festzuhalten. So können Schulen erste Messwerte und eigene Erfahrungen zusammenführen und genauer besprechen, welche Belastungen auftreten und wo eine weitere Untersuchung sinnvoll ist.

Die Heinz Trox Wissenschafts gGmbH erprobt quickTAIL zudem als Verfahren zur Einschätzung von Schulräumen. Eine standardisierte Raumbegehung wird dabei mit einfachen Messungen und den Daten eines zeitweise installierten Wandsensors verbunden. Er erfasst unter anderem CO₂, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lautstärke und Helligkeit. Die Ergebnisse können Hinweise geben, ob etwa organisatorische Änderungen helfen oder eine vertiefte fachliche Prüfung und bauliche Maßnahmen nötig sind. Eine umfassende Gebäudeuntersuchung ersetzt quickTAIL nicht.

„Die Hitze in diesem Sommer hat den Handlungsbedarf besonders spürbar gemacht, sie ist aber nur ein Teil des Problems. Temperatur, Innenraumluft, Akustik und Licht wirken zusammen. Kurzfristige Hitzepläne können an einzelnen Tagen helfen. Dauerhaft brauchen Schulen jedoch eine ganzheitliche Strategie für gesunde, lernförderliche Räume – vom Vormittag bis in den Ganztag“, sagt Christine Roßkothen.

Vortrag: Entscheidungsgrundlagen für Schulträger

Wie Schulen und Schulträger Innenraumqualität systematisch selbst erfassen können, erläutert Tobias Burgholz, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Heinz Trox Wissenschafts gGmbH, in seinem Vortrag „Innenraumqualität systematisch selber erfassen – Entscheidungsgrundlagen für Schulträger“. Er stellt die vier TAIL-Faktoren und quickTAIL als pragmatisches Bewertungsinstrument für Schulräume vor. Der Vortrag findet am Montag, 5. Oktober 2026, von 15:15 bis 16:00 Uhr statt.

Die Heinz Trox-Stiftung und Zukunftsraum Schule sind an beiden Veranstaltungstagen am Stand A21, Messehalle Nord der Halle Münsterland, Albersloher Weg 32, 48155 Münster, zu finden. Die Grundschultage sind am Montag von 9 bis 17 Uhr und am Dienstag von 9 bis 16 Uhr geöffnet.

Über die Heinz Trox-Stiftung

Die 1991 gegründete Heinz Trox-Stiftung fördert Projekte in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Soziales und Kultur. Mit Zukunftsraum Schule macht sie wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Hilfen für gesunde und lernförderliche Schulräume zugänglich. Ihr Leitgedanke lautet: „Der Mensch ist der Maßstab und sein Wohlbefinden unser Ziel.“

Weitere Informationen: www.zukunftsraum-schule.de · www.heinz-trox-stiftung.de

Dies ist eine Pressemitteilung der Heinz Trox-Stiftung. 

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1 COMMENT

  1. Klassenräume werden gegen Wärmeverlust isoliert, mit leichten Materialien. Um sie aber kühl zu halten, braucht es massive Materialien! In allen Schulen, in denen ich war, waren immer die alten Klassenzimmer am kühlsten.
    Akustik war für die Planer oft ein Fremdwort. Schallschutzplatten o.ä. Fewhlanzeige.
    Aus langer Erfahrung
    rfalio

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