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Verwaltungsgericht soll Personalrat auflösen: Mit drastischen Eingriffen will die Schulaufsicht den Schulfrieden wiederherstellen

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LUDWIGSHAFEN. Nach Polizeieinsätzen, massenhaften Krankmeldungen und tiefen Zerwürfnissen im Kollegium zieht die Schulaufsicht an der Karolina-Burger-Realschule plus Konsequenzen. Der Schulleiter soll abgeordnet, zwei weitere Lehrkräfte sollen versetzt werden; zudem wird die Schulaufsicht künftig täglich vor Ort sein. Auch eine Attestpflicht bereits ab dem ersten Krankheitstag kann einzelnen Lehrkräften auferlegt werden. Der ungewöhnlichste Schritt aber richtet sich gegen die Personalvertretung: Die ADD hat beim Verwaltungsgericht Mainz die Auflösung des Personalrats beantragt – wegen einer aus ihrer Sicht groben Verletzung seiner gesetzlichen Pflichten und einer Gefährdung des Schulfriedens.

Wasser marsch! (Symbolbild.) Foto: Shutterstock

Die Schulaufsicht greift bei der in die Schlagzeilen geratenen Karolina-Burger-Realschule plus durch. Der Schulleiter solle abgeordnet werden, kündigte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig in Mainz an. Ein Mitglied der Schulleitung und eine weitere Lehrkraft würden versetzt. Für die Lehrkräfte an der Ludwigshafener Brennpunktschule sei künftig nach Einzelfallprüfung eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag möglich.

Um die notwendigen Veränderungen an der Karolina-Burger-Realschule plus sicherzustellen, werde es eine tägliche Präsenz der Schulaufsicht oder des Bildungsministeriums vor Ort geben, sagte die CDU-Politikerin im Bildungsausschuss des Landtags. Alle bereits eingeleiteten Konzepte und Maßnahmen würden nochmals mit der Schule zusammen überarbeitet. Der Einsatz von multiprofessionellen Teams soll verstärkt werden.

Juristische Schritte gegen Personalrat

Die Realschule in der zweitgrößten Stadt in Rheinland-Pfalz geriet wiederholt wegen Polizeieinsätzen in die Schlagzeilen. Auslöser waren Gewalttaten und Vandalismus; im vergangenen Jahr sorgte ein Brandbrief aus dem Kollegium für bundesweite Schlagzeilen (News4teachers berichtete). Zuletzt hielten Fehlalarme die Feuerwehr in Atem. Zu Beginn des neuen Schuljahrs meldete sich etwa ein Drittel der Lehrkräfte krank. Hintergrund sollen langanhaltende Differenzen innerhalb des Kollegiums und Konflikte mit dem Schulleiter sein, die auch in mehreren Dienstaufsichtsbeschwerden mündeten.

Um die andauernd schwelenden Konflikte im Kollegium zu beenden, greift die Schulaufsicht ADD nach Angaben der Bildungsministerin auch zu juristischen Mitteln: Beim Verwaltungsgericht Mainz werde auf Auflösung des amtierenden Personalrats wegen der Gefährdung des Schulfriedens geklagt. In dem Antrag heißt es nach Angaben von Eiling-Hütig, das Gremium habe seine gesetzlichen Pflichten grob verletzt.

Keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr möglich

Hierzu zähle nach dem Landespersonalvertretungsgesetz ausdrücklich die Pflicht zur vertrauensvollen Zusammenarbeit und dazu, alles zu unterlassen, was geeignet sei, die Arbeit und den Frieden in der Dienststelle zu beeinträchtigen, erklärte die Ministerin. Aufgrund des Verhaltens des örtlichen Personalrats sei keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr möglich.

Die «Rheinpfalz» hatte kurz vor der Sitzung des Bildungsausschusses über diese Maßnahme berichtet. Ein Gerichtssprecher bestätigte der Zeitung den Eingang des Antrags.

ADD-Präsident informiert vor Ort

Der Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Andreas Kruppert, informierte bei einem Besuch in der Schule Kollegium, Elternschaft und Schülervertreter über die Schritte. «Es sind sicherlich auch Maßnahmen dabei, die es so vielleicht noch nicht gegeben hat», sagte er. Der Gang zum Verwaltungsgericht sei ein «absoluter Ausnahmefall» aufgrund «grober Pflichtverletzungen».

Ab sofort würden zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ADD vor Ort sein. «Es geht überhaupt nicht darum, dass wir in irgendeiner Art und Weise hier die Schule übernehmen oder etwas machen, sondern es geht darum, dass wir mit unterstützen», unterstrich Kruppert. «Wir verstecken uns nicht, sondern wir gehen hier mit rein. Wir wollen auch, dass wir hier gemeinsam Erfolge erzielen.»

Schulfrieden soll wieder hergestellt werden

«Im Mittelpunkt stehen für mich die Schülerinnen und Schüler der Karolina-Burger-Realschule plus», betonte Eiling-Hütig. «Ihre Zukunft muss unsere oberste Priorität sein.» Die Kinder und Jugendlichen hätten Anspruch auf einen guten und sicheren Unterricht. «Sie sollen wieder gut lernen und mit Freude und Stolz ihre Schule besuchen können.»

Das Maßnahmenpaket beinhalte Hilfestellung und Unterstützung ebenso wie konsequentes Handeln im Sinne des Schulfriedens, erklärte die Bildungsministerin. «Dieser ist insbesondere durch Zerwürfnisse innerhalb des Kollegiums massiv beschädigt worden.» Alle personellen Maßnahmen seien daher so gewählt, dass sie dazu beitrügen, den Schulfrieden ohne Schuldzuweisungen gegen eine einzelne Person wieder herzustellen.

Es habe über einen längeren Zeitraum die verschiedensten Unterstützungsmaßnahmen für die Schule gegeben, die alle ohne Erfolg geblieben seien, sagte die Ministerin im Bildungsausschuss. Dabei sei die Schülerschaft nicht das eigentliche Problem. Es gebe viele engagierte und positiv überzeugte Schülerinnen und Schüler. Diesen ständen wenige Jugendliche gegenüber, die in ihrem Verhalten tatsächlich auffällig seien und über die Stränge schlagen.

Die Karolina-Burger-Realschule plus dichtzumachen, sei keine Option gewesen, versicherte Eiling-Hütig. «Wir geben niemanden auf.» Eine Schule zu schließen, sei keine Lösung. Stattdessen müsse die Brennpunktschule weiterentwickelt werden. Auch die Möglichkeit, Sicherheitspersonal einzusetzen, lehnte die Bildungsministerin strikt ab.

Elternbeirat fordert ernsthaften Neuanfang

Der Elternbeirat Rheinhessen-Pfalz mahnte einen ernsthaften Neustart für die Karolina-Burger-Realschule plus an – keinen kurzfristigen Aktionismus. Es müsse wieder einen sicheren und geregelten Schulalltag in Ludwigshafen mit klaren und verlässlichen Strukturen geben, sagte Regionalelternsprecherin Justyna Winkler. Es gehe um das Wohl der Schülerinnen und Schüler.

«Der Name einer Schule darf nicht zu einem negativen Stempel werden, der jungen Menschen bei Bewerbungen oder beim Übergang in ein Berufsleben Nachteile bringen könnte.» Die Kinder und Jugendlichen dürften niemals das Gefühl haben, sich für die eigene Schule rechtfertigen oder sogar schämen zu müssen, betonte Winkler.

Vertrauen muss wieder wachsen

Die Situation an der Schule dürfe jedoch nicht auf einzelne Personen oder allein auf einen Wechsel der Schulleitung reduziert werden, betonte Elternsprecherin Winkler. Ebenso werde regelmäßige Polizeipräsenz nicht als nachhaltige Lösung angesehen. Stattdessen seien eine Stärkung der Schulsozialarbeit und der dauerhafte Einsatz von multiprofessionellen Teams erforderlich.

Ergänzend brauche es eine enge Zusammenarbeit mit Schulpsychologie, Förderpädagogik, weiteren Fachkräften und eine aktive Unterstützung von der Schulaufsicht, sagte Winkler. Für eine positive Entwicklung und das Herstellen von Vertrauen sei vor allem auch eine offene und rechtzeitige Kommunikation nötig.

GEW-Chefin berichtet von Hilferufen aus der Schulgemeinschaft

Die Karolina-Burger-Realschule plus sei ein deutlicher Indikator dafür, dass Schulen im angespannten Sozialraum eine intensivere Unterstützung benötigten, erklärte GEW-Landeschefin Christiane Herz. Diese Schulen brauchten mehr und andere Unterstützungsformate. Dafür müsse in Rheinland-Pfalz dringend der Blick geschärft werden.

Die Probleme an der Brennpunktschule hätten von den Verantwortlichen rechtzeitig erkannt werden müssen, kritisierte die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft. Seit Jahren habe die Schulgemeinschaft Hilferufe ausgesendet.

An der Ludwigshafener Schule werden rund 800 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Die Schülerschaft gilt als sehr heterogen, der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist an der Realschule plus extrem hoch. Nach Angaben der Bildungsministerin hat die Hälfte der Schülerinnen und Schüler die deutsche Staatsangehörigkeit. News4teachers / Von Bernd Glebe, dpa

Brennpunktschule versinkt im Chaos: Jetzt melden sich weitere Lehrkräfte zu Wort

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48 COMMENTS

  1. „Beim Verwaltungsgericht Mainz werde auf Auflösung des amtierenden Personalrats wegen der Gefährdung des Schulfriedens geklagt.“
    Damit dürfte die deutscheste und damit wichtigste Frage geklärt werden: Wer ist schuld?

    Wenn sich das Amt damit noch nicht völlig ausgepowert hat, kann es gerne noch versuchen, das Kollegium (auch personell) zu stärken, an der Schulgemeinschaft zu stiften und mit (potenziellen) Täter*innen zu arbeiten…

    Vielleicht ist es auch ein vierdimensionaler Schachzug, das Kollegium dermaßen sich selbst zu überlassen, dass sie aus purem Trotz die Schule wuppen – bevor sie umkippen? 🙁

  2. Das Muster, was sich hier zeigt, ist auch in B.W. üblich:

    Erst passiert ganz lange nichts seitens der Schulaufsicht und des Ministeriums, dann gibt es ein paar halbherzige Maßnahmen, von denen klar ist, dass sie nichts bewirken ( In zahlreichen Gesprächen, mit Moderations- und Supervisionsangeboten, schulaufsichtlicher Begleitung, Dienstgesprächen und verbindlichen Vereinbarungen sei daran gearbeitet worden, „Konflikte zu überwinden und tragfähige Strukturen der Zusammenarbeit zu entwickeln“. Haha…
    Die Maßnahmen, die wirkungsvoll wären, werden negiert (kleine Klassen, Sicherheitspersonal, mehr Lehrkräfte).
    Und wenn dann der Karren endgültig in den Dreck gefahren wurde, wird nach Schuldigen gesucht, die dann zwangsversetzt werden.
    Wieso wird denn keiner von der Schulaufsicht versetzt? Wie lange haben die Verantwortlichen der Schulaufsicht zugeschaut und nicht ernsthaft eingegriffen?

    Wenn jetzt der Schulleiter abgezogen wird, ohne das ein(e) andere(r) hinbeordert wird, heißt das doch, die Schulleitung ist zu 50% dezimiert,- das klingt für mich nicht hilfreich.
    Vor allem vor dem Hintergrund, dass man schon beim letzten Mal ziemlich lange suchen musste, bis man einen Schulleiter fand, die Stelle war lange vakant.
    Nach den Berichten der letzten Wochen wird die Stelle eines Schulleiters dort nicht unbedingt attraktiver.
    Auch dass die Schulaufsicht täglich präsent ist in einer Schule, habe ich in meinem Lehrerdasein schon erlebt. Ich habe es als maximales Chaos erlebt, es war entsetzlich!

    Der Versuch einer Auflösung des Personalrats ist der Gipfel,- die Begründung lächerlich,- es sei keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr möglich.
    Mit der gleichen Begründung könnte man auch die Auflösung der Schulaufsicht beim Verwaltungsgericht beantragen, das hätte doch einen gewissen Charme, oder?

    • Dann sollte man doch einfach die Mitarbeiter der Schulaufsicht vor die Klassen stellen; die zeigen dann ganz bestimmt mal, wie man solche Klassen im Griff hat.
      Es gibt keine bessere Möglichkeit, Einblicke in die Dynamik in der Schule zu bekommen und hilft sicher, die Leute mal auf den Boden zu holen.

  3. –> Personalrat ausschalten
    –> Maulkorb verteilen
    –> kranke Lehrkräfte mit Attestpflichten unter Druck setzen
    –> Schulleitung wegschicken
    –> Lehrer beaufsichtigen statt Schüler disziplinieren

    „Dabei sei die Schülerschaft nicht das eigentliche Problem.“
    /Zitat Ende
    /Drohnendienstgesicht
    /“Ich komme zum Ende meiner Ausführungen.“
    /mic drop

    • „Maulkorb verteilen“
      Wo genau? Schrieben die nicht einen Brandbrief und sprachen mit diversen Medien?

      „kranke Lehrkräfte mit Attestpflichten unter Druck setzen“
      So viel Druck, wie wir bei Schüler*innen ausüben? Diese Monster! Wir alle wissen, dass Ärzt*innen niemals Atteste ausstellen…

      „Lehrer beaufsichtigen statt Schüler disziplinieren“
      Ungeachtet Ihrer Perspektive, „disziplinieren“ zu müssen, gebe ich Ihnen soweit recht, dass der Schwerpunkt sich unverhältnismäßig auf die Lehrkräfte zu ziehen bezieht. Allerdings sieht das Amt hier ja hier auch (!) eine Baustelle, das Problem besteht wohl mehr darin, sich nicht nur auf dem Kollegium zu widmen (vielleicht haben Sie da aber auch mehr Informationen).

      „/Drohnendienstgesicht“
      Könnte ein Grund sein, warum der Schwerpunkt auf das Kollegium gelegt wird… (augenroll)

      • Nicht wirklich.
        Dazu müsste es Druckpunkte geben.

        Der einzige echte Druckpunkt von Arbeitgebern ist Geld…insofern…[freundliches Lächeln hier einfügen]

      • „Schweigepflicht und Flucht in die ÖffentlichkeitVG Göttingen, Beschluss v. 6.8.2018 – 7 A 2/17, ZfPR online 1/2019, S. 11 mit Anmerkung von Ilbertz.
        Eine weitere in der Praxis immer wieder auftauchende Frage hat das VG Göttingen behandelt. Wann darf der Personalrat die Medien einschalten? Das VG Göttingen bestätigt die bisherige überwiegende Rechtsauffassung, dass die Einschaltung der Medien durch den Personalrat, jedenfalls wenn es um kritische Auseinandersetzungen und damit verbundene Meinungsverschiedenheiten zwischen Dienststelle und Personalrat geht, grundsätzlich unzulässig ist und nur in eng begrenzten Ausnahmefällen, etwa angesichts offenkundiger Missstände (etwa erheblicher Defizite im Bereich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung) und nach Ausschöpfung aller verwaltungsinternen Konfliktlösungsmechanismen in Betracht kommen kann. Insbesondere führt das Gericht konkretisierend aus, dürfe ein enttäuschtes Personalratsmitglied, wenn Dienststelle und oberste Dienstbehörde auf eine kritische Stellungnahme der Personalvertretung nicht in der aus Sicht des Personalratsmitglieds angemessenen Art und Weise reagierten, nicht die Flucht in die Öffentlichkeit anzutreten und die Medien informieren. Es stelle keinen rechtlich zulässigen Weg dar, eigentlich interne Angelegenheiten der Dienststelle durch öffentlichen Druck zugunsten der Interessen der Personalvertretung, aber auch der Dienststelle (je nach Sachfrage), unzulässig zu beeinflussen. Eine Flucht in die Öffentlichkeit ist daher bei nicht bereits offenkundigen Dienstinterna im Grundsatz ausgeschlossen. Etwas, was zwar dienststellenintern bekannt ist, muss jedoch in der Dienststelle bleiben, denn es ist nicht offenkundig im Sinne einer Berechtigung zum Hinaustragen des Sachverhalts nach außen“
        .Schweigepflicht und Flucht in Öffentlichkeit -» dbb beamtenbund und tarifunion

        Tscha, das führt wohl dazu, dass der Personalrat und andere Personalräte meist doch lieber schweigen, auch wenn die Zustände (über sehr lange Zeit) nicht mehr tragbar sind. Der Personalrat im Artikel ging wohl doch „über die Grenzen“ und muss nun dafür evtl. die Konsequenzen tragen. Das kann man schon „Maulkorb“ nennen, finde ich.
        Ich hoffe und wünsche mir, der Personalrat kann nachweisen, alle verwaltungsinternen Konfliktlösungsmechanismen zuvor ausgeschöpft zu haben und hat gute Anwälte (z. B. durch die Gewerkschaften).

    • Ich wundere mich. Sitzt in RP der Personalrat als vom Kollegium gewähltes Gremium an der Schule?
      In NRW gibt es an Schulen einen Lehrerat, der aber bei Weitem nicht die rechtliche Stellung und die Befugnisse hat wie ein Personalrat. Er vertritt lediglich die Interessen des Kollegiums gegenüber der SL.
      Der Personalrat sitzt bei der Bezirksregierung und ist nach Schulkapiteln aufgeteilt. Er sitzt also näher an den Dezernent*innen als an den Kollegien

      • Bisher ging ich davon aus, dass es überall einen von Lehrern gewählten Personalrat gibt, der deren Interessen auch „nach oben“ vertritt. (siehe meinen Link weiter unten). Ist dem nicht so?

        • Das hat mich jetzt auch verwundert. Es gibt in Schulen den Lehrerrat, dann gibt es den ÖPR, der in den entsprechenden Städten und Kreisen angesiedelt ist und die Bezirkspersonalräte in den Bezirksregierungen und die Hausptpersonalräte in der Landesregierung…..
          Welche Ebene nun aufgelöst werden soll, ist mir schleierhaft.
          Jede Ebene für sich ist demokratisch gewählt und kann nicht einfach per Handstreich aufgelöst werden….

        • Hab’s mal nachgelesen. Ein Personalrat kann auf Antrag (der Schulleitung oder der Schulaufsicht oder großer Teile des Kollegiums) vom Verwaltungsgericht aufgelöst werden. Es müssen sehr gewichtige Gründe geltend gemacht werden….

  4. Ich verstehe nicht, was genau hat der Personalrat falsch gemacht. Habe ich das übersehen?

    Und inwiefern sollen die neuen Maßnahmen das Verhalten der Schüler verbessern? Oder war der Personalrat am schlechten Benehmen schuld?

    • Ich glaube, Sie missverstehen da etwas:

      Sie gehen da gerade mit gesundem Menschenverstand ran und denken sowas wie:“Wenn da massenweise Schüler durchdrehen bis hin zu Straftaten mit X Opfern muss die Ordnung wiederhergestellt werden. Also muss man die unter Kontrolle bringen.“

      Sie wollen also das Pferd vor den Karren spannen, damit der Karren wieder fährt, der gerade im Schlamm versinkt.

      Das ist aber NICHT die (Ideo)Logik der offiziellen Pädagogik(„wissenschaft“), der Bildungsverwaltung oder auch eines substantiellen Teils der entsprechend ausgebildeten Lehrerschaft:
      Deren Denken ist durch NICHT HINTERGEHBARE SETZUNG axiomatisch geprägt, dass Kinder/Jugendliche AUTOMATISCH und IMMER „gut sind“, „lernen wollen“ usw. usf.

      Jetzt setzen Sie gedanklich diese Setzung mal ein:
      Schon ist das was da passiert völlig LoGiScH, denn da nach diesem absolut unhinterfragbaren Axiom die SuS es garnicht verursacht haben KÖNNEN – bleiben nur die Lehrer übrig, die dann eben nicht richtig gehandelt haben, zu wenig gemacht haben, zu oft krank sind usw.

      Also muss man die knechten und beaufsichtigen, versetzen, ihre Gremien auflösen usw. usf. Denn wer sonst kann schuld sein?

      Sprich:
      Da der Karren sich nicht bewegt, wenn man ihn vor das Pferd spannt und der mittlerweile so tief im Schlamm steckt, dass es andere Verkehrsteilnehmer sehen und darüber sprechen – muss man das Pferd ordentlich peitschen. Damit es den Karren kräftig anschiebt.
      Denn Karren von Pferden ziehen zu lassen ist populistisch, Schwurbelei, unwissenschaftlich usw. usf. Der Karren muss geschoben werden, alles andere ist böse, unmoralisch usw.

  5. Die sollen mal genau aufzählen, was dem Personalrat konkret vorgeworfen wird. Mit Beispielen. So lange das nicht geschieht, sind die Vorwürfe lediglich Lügen.

    • Naja, eine Auskunftspflicht Ihnen (und den Medien) gegenüber besteht wohl nicht…..Es müssen deshalb auch keine Lügen sein….

  6. Ein Personalrat ist ein gewähltes Gremium der Beschäftigten im öffentlichen Dienst, das deren Interessen gegenüber der Dienststelle oder dem Arbeitgeber vertritt.Personalrat im öffentlichen Dienst: Aufgaben, Rechte + Wahl
    Örtlicher Personalrat – .,;bpv
    Warum muss ich die ganze Zeit an Elon Musk und die Tesla-Werke in Grünheide denken?Tesla-Aktie: Entscheidung in Grünheide bei Tesla-Betriebsratswahl | DWN
    Tesla-Mitarbeiter müssen bei Krankmeldung mit Hausbesuch rechnen | tagesschau.de
    Ist der Personalrat bzw. Betriebsrat nicht der Interessenvertreter der Beschäftigten gegenüber „höheren“ Stellen? Wieso kann dann die höhere Instanz einfach so Einfluss auf diesen nehmen? Ich verstehe es nicht.

  7. Das passendere Symbolfoto wäre wohl, Öl aus der Feuerwehrspritze ins Feuer zu schicken. Sieht nach bombastisch viel Action aus, und verschlimmert die Situation ungemein.

  8. Also, wenn Verwaltungsgerichte Personal- oder Betriebsräte auflösen können … frage ich mich, was ist mit den Stimmen der Arbeitnehmer, die diese Räte demokratisch gewählt haben?
    Wenn das durchgeht, werden sich sämtliche Arbeitgeber richtig freuen und das Beispiel wird sicher „Schule machen“ (in dem Zusammenhang prima Wortspiel). Als nächstes werden dann wohl die Gewerkschaften abgeschafft. Und dann freie Bahn für alle Arbeitgeber … es lebe die freie Marktwirtschaft (ohne soziale Sicherheitsnetze für Arbeitnehmer und Instanzen, die deren Interessen vertreten).
    TOLL!

    • Es wird durchgehen. Den Verrat von Dienstgeheimnissen wird man spielend konstatieren können- schließlich ging die Presse in LU ein und ais. irgendeiner aus dem ÖPR hat sich sichet hinreißen lassen und sich Luft gemacht.
      Die Lehrer sind Schuld- das Leben kann si einfach sein.

      • Ich glaube nicht, dass das durchkommt.
        Selbst wenn es so sein sollte, dass sich jemand vom Personalrat unbedacht geäußert hat, besteht kein Grund, den gesamten Personalrat aufzulösen. Momentan klingt es danach, als gebe es nichts Konkretes.
        „Schulfrieden stören“ ist immer so ein Allgemeinplatz, wenn man nichts Konkretes vorzuweisen hat.

        • „Die Kontrolle über die Arbeit des Personalrats liegt bei den wahlberechtigten Beschäftigten der Dienststelle. Diese wählen den Personalrat und können bei groben Pflichtverletzungen Maßnahmen ergreifen. So kann beispielsweise ein Viertel der wahlberechtigten Beschäftigten oder eine in der Dienststelle vertretene Gewerkschaft beim Verwaltungsgericht den Ausschluss eines Personalratsmitglieds oder die Auflösung des gesamten Personalrats beantragen. Auch die Dienststellenleitung kann in solchen Fällen einen Antrag stellen. Die Entscheidung trifft jedoch das Verwaltungsgericht, nicht die Dienststellenleitung selbst.“
          Quelle:
          Wer hat die Dienst- und Fachaufsicht über einen Personalrat? – Torsten Richter

    • Der Grund für die Auflösung ist im Artikel genannt und gehört zum ABC für Personalräte: Der Personalrat ist grundsätzlich zu vertrauensvollen Zusammenarbeit verpflichtet. Er kann sich beispielsweise nicht weigern, mit dem SL zu reden. Er kann auch beispielsweise keine Kollegen auffordern, geschlossen krank zu sein, weil das ganz sicher die „Arbeit und den Frieden in der Dienststelle“ beeinträchtigt. Der Personalrat ist Teil der Dienststelle, er ist keine Gewerkschaft mit deren Möglichkeiten des Arbeitskampfes.

      Wenn so etwas hier passiert ist, dann kann er vom Verwaltungsgericht abgesetzt werden. Und nein, das ist kein Startschuss zur Abschaffung von Gewerkschaften. Als Personalrat, der schon über 20 Jahre im Geschäft ist, kann ich auch nur sagen, dass sich die Kollegen – falls es dazu kommen sollte – maximal ungeschickt verhalten haben. So etwas muss man wissen, das ist wirklich absolutes Grundwissen, in so eine Situation bringt man sich als ÖPR doch nicht!

  9. Am allerbesten ist noch die Tatsache, dass die CDU das Thema im zurückliegenden Wahlkampf so richtig publik gemacht und ausgeschlachtet hat: 3x publikums- und medienwirksam in den Landtag gebracht, damit ganz viel Öl …und sich aufgegeilt an Brennen. Hilfe sähe anders aus. Und zum Dank zeigt dann die CSU- Ministerin Münchner Führungstradition mit eiserner Hand. Aber sie sagte ja an, sie wolle mehr führen und anordnen.
    …übrigens: was soll aus dem groß angekündigten Handyverbot werden, mit dem sie Land und Leute verrückt gemacht hat? Schulen warten, weil sie nicht wissen, was dann am 1.2.27 kommen wird, stellen ein völliges Verbot (so war es schließlich angesagt) in Aussicht. Nun wird gemunkelt, es solle wohl nur im Unterricht gelten, ändere vor Ort demnach wenig. Und die Lehrkräfte sind wieder die Deppen, denen deren Kassandra- Rufe keiner mehr glaubt.
    …und dann sollen sich die Schüler benehmen?!
    Pension lacht!

  10. Man kann der Dienstaufsicht nur wünschen, dass nach einer möglichen Auflösung des Personalrates genau dieselben Personen wiedergewählt werden.

    Man fragt sich ja auch, was die Dienstaufsicht zur Störung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit beigetragen hat. Man darf das Vertrauen in die Deinstaufsicht ja schon als gerechtfertigt gestört anshen, wenn man Zustände wie an der Schule jahrelang hat laufen lassen.

  11. Es kommt mir so absurd vor. Ich lese:
    Auslöser waren Gewalttaten und Vandalismus; im vergangenen Jahr sorgte ein Brandbrief aus dem Kollegium für bundesweite Schlagzeilen (News4teachers berichtete). Zuletzt hielten Fehlalarme die Feuerwehr in Atem.

    Dann lese ich, dass der Personalrat aufgelöst wird und:
    Dabei sei die Schülerschaft nicht das eigentliche Problem.
    Aha, also wegen nicht genannter Konflikte unter den Lehrern der Schule bzw. nicht genannter Verfehlungen des Personalrats (ist der Personalrat an der Schule, bei uns ist der nicht an unserer Schule) gab es Gewalttaten und Vandalismus unter den Schülern? So? Habe ich es richtig erfasst?

    Und nun wird der Personalrat ausgewechselt und dann kommt es deshalb nicht mehr zu Gewalttaten und Vandalismus der Schüler an der Schule?

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