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Studie: Bildung rechnet sich für den Staat deutlich

BERLIN (red). Investitionen in das Bildungssystem sind für den Staat nach einigen Jahren mit beträchtlichen zusätzlichen Einnahmen und deutlich geringeren Ausgaben verbunden.

Der Ertrag von eingesetzten Steuermitteln zur besseren Benachteiligtenförderung beträgt je nach Maßnahme für die öffentlichen Haushalte bis zu stattliche 23 Prozent. Dies hat eine Studie des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) nun ergeben. Fazit der Autoren: Durch Investitionen in Bildung lasse sich die Finanzlage der öffentlichen Haushalte langfristig und nachhaltig verbessern.

Investitionen in das Bildungssystem rechnen sich für die öffentlichen Haushalte. Foto: Charles Hirlimann / Wikimedia Commons

Investitionen in das Bildungssystem rechnen sich für die öffentlichen Haushalte. Foto: Charles Hirlimann / Wikimedia Commons

Das FiBS hatte untersucht, wie hoch die fiskalischen Kosten und Erträge eines Ausbaus des Bildungswesens insbesondere zugunsten von benachteiligten Zielgruppen zu veranschlagen sind. Tatsächlich, so heißt es, profitierten die öffentlichen Haushalte nicht nur von Hochschulabsolventen, wie die jüngste OECD-Studie gezeigt habe, sondern auch von präventiven Maßnahmen in anderen Bildungsbereichen überproportional.

Ausgangspunkt der Untersuchung war, dass nach wie vor jeder sechste junge Mensch sein Berufsleben ohne ausreichende Qualifikation beginnt. Da die Arbeitslosigkeit gerade bei dieser Gruppe besonders hoch ist, werden die öffentlichen Haushalte durch hohe Sozialausgaben langfristig stark belastet. Wenn es gelänge, zumindest einen Teil dieser jungen Menschen im Bildungssystem besser auf das Erwerbsleben vorzubereiten, würde sich das Qualifikationsniveau dieser Zielgruppe verbessern und damit deren Arbeitslosigkeit verringern. Statt Sozialleistungen zu beziehen, könnten diese Beschäftigten Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Die aus Minderausgaben und Mehreinnahmen resultierende Differenz liegt selbst bei wenig optimistischen Annahmen schnell bei 25.000 Euro und mehr pro Jahr und Person.

Verhindern eines Schulabbruchs bringt 19 Prozent Rendite

Vor diesem Hintergrund wurden die Kosten und Erträge von unterschiedlichen Präventionsansätzen berechnet und in fiskalischen Renditen zusammengefasst. Diese beziffern, welche Verzinsung die öffentlichen Haushalte je eingesetztem Euro erzielen könnten. So zeigt sich, dass das Verhindern eines Schulabbruchs für die öffentlichen Haushalte eine Nettorendite von insgesamt 19 Prozent bringt. Bei einer besseren Berufsorientierung an Hauptschulen, zum Beispiel durch einen stärkeren Praxisbezug, ist sogar mit einer Nettorendite von insgesamt 23 Prozent zu rechnen. Der Ausbau der Kindertagesstätten um zusätzliche 200.000 Plätze für unter Dreijährige weist Nettorenditen von insgesamt 17 Prozent auf.

„Unsere Berechnungen zeigen“, so befand Dr. Dieter Dohmen, Direktor des FiBS, „dass sich der Ausbau des Bildungssystems gerade für die öffentlichen Haushalte rechnet. Angesichts des demografischen Wandels und des zu erwartenden Mangels an qualifizierten Fachkräften wäre es fahrlässig, das Potenzial der nachwachsenden jungen Menschen zu vernachlässigen.“

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