Kultusministerin: Gedenkstättenarbeit heute wichtiger denn je

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HANNOVER. Aus Anlass des 79. Jahrestages der Befreiung des früheren Konzentrationslagers Bergen-Belsen hebt Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg die Bedeutung des Erinnerns hervor.

Anne Frank wurde als Jüdin von den Nationalsozialisten verfolgt – und 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordet. Foto: Wikimedia Commons

Angesichts des 79. Jahrestages der Befreiung des früheren Konzentrationslagers Bergen-Belsen hat Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg die Bedeutung des Erinnerns hervorgehoben. «Bergen-Belsen ist ein Mahnmal für die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten und die Unbarmherzigkeit des dunkelsten Teils unserer deutschen Geschichte», sagte die Grünen-Politikerin am Freitag in Hannover.

Jeder Besuch in Bergen-Belsen erfülle sie «mit Schrecken, tiefer Trauer und zugleich mit Ratlosigkeit: Wie war es möglich, dass solche unmenschlichen Verbrechen in diesem Land passieren konnten?» Es sei beschämend, dass «menschenfeindliche Einstellungen und lauter werdender Antisemitismus wieder salonfähig werden», sagte die Ministerin und verwies auf den Brandanschlag auf die Oldenburger Synagoge vor wenigen Wochen.

Am Sonntag  (10.00 Uhr) wird in der Gedenkstätte in der Lüneburger Heide mit einer Veranstaltung an den 79. Jahrestag der Befreiung des Lagers durch britische Soldaten erinnert. Rund 120.000 Menschen waren unter der NS-Herrschaft nach Bergen-Belsen deportiert worden, mehr als 52.000 starben.  Eines der bekanntesten Opfer ist die jüdische Jugendliche Anne Frank, die durch ihr Tagebuch weltbekannt wurde.

Gedenkstätten machen laut der Ministerin «Geschichte erfahrbar und erlebbar, stehen für Haltung und Werte und sind damit ein wesentlicher Baustein bei der Vermittlung und Festigung demokratischer Werte in der Gesellschaft». Dies sei in Zeiten des erstarkenden Rechtsextremismus sowie Antisemitismus wichtiger denn je. Das Land Niedersachsen habe daher die finanzielle Unterstützung der Gedenkstätten im Land auf zwei Millionen Euro aufgestockt. News4teachers / mit Material der dpa

Immer mehr Provokationen in KZ-Gedenkstätten – auch von Schulklassen. „Der Hass aus dem Netz bricht sich Bahn.“

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RainerZufall
2 Monate zuvor

Gut, ich schätze, wir müssen uns erstmal keine Sorgen um die Finanzierung der Gedenkstätten machen. 😉

Unfassbar
2 Monate zuvor

Die Ministerin sollte sich mal überlegen, wie man dem Antisemitismus, der aus dem Palästinakonflikt herrührt, begegnen kann. Bei dem bringen Besuche von Konzentrationslagern leider nicht viel.